Beiträge von Nachttraum

Literaturschock & das Forum machen eine (Sommer)Pause! Deaktivierung der Seiten vom 01.07. bis mindestens 30.09.!


    Es gab ja vor ein paar Jahren den Film "Iris" in dem es um die Autorin des Romanes ging. Ich habe den Film zwar nicht gesehn aber die Bücher haben nich irgendwie dann interessiert.


    Ich kenne leider noch nichts von Murdoch (was sich in Zukunft hoffentlich ändert), aber ich kann Dir, wenn Du dich für sie interessierst, sehr die Bücher von John Bayley, ihrem Ehemann, empfehlen, besonders natürlich: "Elegie für Iris", nach dem der Film gemacht wurde. Er schreibt wundervoll: liebevoll, intelligent und- was ja zuerst nicht zu erwarten ist - witzig.


    lg.,
    n.

    Wobei man sich dann, wenn ich das richtig verstanden habe, noch eine Rezension wünschen kann? (Ob das dann erfüllt wird, ist natürlich eine andere Frage.) Mir gefällt der Lese- Blog allerdings auch sehr gut.


    @ sandhofer: Jetzt hast Du so oft erwähnt, dass Effi nicht Fontanes Bestes ist, da nutze ich mal die Gelegenheit um zu fragen: was würdest Du denn empfehlen? Ich besitze nämlich eine Gesamtausgabe und dann fällt die Auswahl schwer.


    Mehr als eine Leseratte hat die Briest aber denfinitiv verdient. (Keine Sorge, ich kann schon einen provokanten Scherz erkennen, ich wollt's bloß sagen :zwinker: )


    lg.,
    n.

    Hallo allerseits!
    Ich habe zumindest die neueren Einträge hier anders empfunden.
    Es scheint doch einen weitgehenden Konsens zu geben, dass es keine "Sonderbehandlung" für gewisse Genres (Klassiker wurden im Übrigen ja auch nicht als Klassiker geschrieben- ihr wisst, was ich meine ;) ) geben muss, dass Bewertungen, besonders wenn sie nur so undifferenziert durch Zeichen dargestellt werden, ruhig nach Gefühl vergeben werden können. Rezensionen können erläutern und erklären, auch mit welchen Vergleichswerten und Erwartungen man die Literatur behandelt hat.
    Ich halte es gar nicht mal für notwendig, auf Bewertungs- Ratten zu verzichten, bloß sollte man sich hier nicht in falscher und irreführender Rücksichtnahme üben.
    Eine kritische Hinterfragung der eigenen Bewertung unterschiedlicher Werke ist nicht falsch, denn z.B. wäre es auch eine "Sonderbehandlung": wenn man Klassiker "außen vor" lässt, nicht, weil man sie nicht liest (was ja legitim ist :breitgrins:), sondern, weil man schon davon ausgeht, dass sie an und für sich nur untereinander vergleichbar wären, aus den unterschiedlichsten Gründen.


    Also nochmal: Ich sehe keinen Grund, sich durch befürchteten Snobismus vertreiben zu lassen. Valentine sagte es schon sehr überzeugend!


    lg.,
    n.

    Ich finde gerade negative Rezensionen sehr wichtig. Ich kann eine/n Rezensenten/in viel besser einschätzen, wenn ich weiss, was er/sie nicht mag. Nur anhand des ganzen Rezensionsspektrums kann ich abschätzen, was dessen/derern positive Rezensionen taugen. Oder?


    Merke: Demnächst ein ganz schlechtes Buch lesen um als RezensentIn ernst genommen zu werden :breitgrins:



    Ich habe bis jetzt noch nicht darüber nachgedacht, inwiefern ich den/ die RezensentIn einschätze. Wohl meistens nach der Differenziertheit der Aussagen und Argumente? (Oder ganz einfach nach Bauchgefühl?)
    Negative Rezis halte ich natürlich ebenfalls für wichtig: erstens sind sie lustig zu lesen, zweitens kommen dadurch vll. interessante Diskussionen zu stande und drittens schont es den Geldbeutel.


    lg.,
    n.

    Hallihallo!
    Es ist zwar nicht mehr März, aber ich erlaube mir doch noch einen Eintrag.


    Emile Zola- Das Werk +/++
    Warum?
    Es lag in meinem Regal, war schon seit Ewigkeiten von Bekannten ausgeliehen, die ich nicht verärgern darf, weil sie auch meine Balzac- Quelle sind...
    Nein, ich hatte im Ernst ein schlechtes Gewissen, aber ungelesen wollte ich es auch nicht zurückgeben.


    Da jetzt, wie bereits festgestellt, der März um ist, würde mich eine Auswertung des Experiments interessieren.
    Mir persönlich hat es die Hemmung genommen, Rezensionen einzustellen und dafür ein Dankeschön :winken:, und dabei handelt es sich, wie ich festgestellt habe, um eine interessante Herausforderung.


    lg.,
    n.

    Emile Zola- Das Werk


    Inhalt:
    Der Maler Claude kommt in einer regnerischen Nacht in sein Atelier in Paris und stolpert über eine junge, gerade nach Paris gekommene Frau, Christine, die durch unglückliche Umstände für die Nacht keine Bleibe hat. Trotz seines Misstrauens überredet er sie um der Sicherheit willen in seiner Wohnung/ seinem Atelier zu übernachten.
    Am nächsten Morgen erkennt er, dass sie die perfekte Vorlage für sein revolutionäres Bild “Im Freien” ist.
    Claude ist Mittelpunkt der sich neu bildenden “Freilichtschule”, die von der etablierten französischen Kunstwelt abgelehnt wird, weshalb er und seine Freunde (darunter der Schriftsteller Sandoz) trotz leidenschaftlicher, anstrengender Arbeit in Armut leben.


    Es entspannt sich eine Geschichte um Kunst, Liebe, Freundschaft, Ruhm, Genie und Versagen.


    (Bei diesen Inhaltsangaben bin ich mir immer sehr unsicher und komme mir wie eine zweitklassige Klappentextverfasserin vor...)[kaufen]



    Meine Meinung:


    Man versicherte mir, dass man diesen Zola, 14. in der Reihe, auch ohne Kenntnis der anderen lesen kann. Das ist der Fall, aber deswegen bleiben mir hier auch keine Einordnungs- und Vergleichsmöglichkeiten.


    Zolas Schreibstil ist mitreißend und – in diesem Zusammenhang scheint der Begriff schon fast albern – bildhaft. Man wird zügig durch die Ereignisse gebracht; der Roman ist zu großen Teilen in Aufruhr, wie die Erneurer der Malerei es selbst sind.
    Ab dem Wendepunkt, der Rückkehr Claudes nach Paris, begleitet der Roman Claude, Christine und Sandoz durch ein schmerzhaftes Hin und Her von Hoffnung, Enttäuschung und Vorausahnung.
    Der Roman, vorher sehr idyllisch – besonders die Erinnerungen an die Kindheit von Sandoz und Claude -, verlegt auch die Handlung in immer “lichtlosere” Räume. Zum Beispiel in der Beschreibung der Trennung der Freunde und deren unterschiedlichen Werdegang, lebt das gesamte Buch von Gegenüberstellungen.
    Die Charakterisierungen sind oft lebhaft, treffend und auch boshaft.
    Wie an anderer Stelle schon erwähnt, konnte mir die ab und zu lieblose Beschreibung der Frauen, mit Sätzen wie: “Sie war nur verlangender Schoß” nicht immer gefallen.
    Sowieso ist Zolas Sprache oft sehr krass – wenn man überlegt, wie manch anderer zur gleichen Zeit geschrieben hat – aber das passt zu dem im Werk dargelegten Thesen, zu Charakteren und Handlung.


    Man kann den ganzen Roman auch aus anderen Perspektiven sehen: so muss erwähnt werden, dass Zola Charakterzüge einige seiner Freunde darin proträtiert haben mag (Cèzanne kündigte ihm deswegen die Freundschaft auf), und in dem zwar symphatischen , aber naiven Sandoz vielleicht sich selber. Das Bild “Im Freien” ist eine direkte Anspielung auf Manet.
    Manche meinen auch, dass Zola hier einen eklatanten Mangel an Kunstverständnis aufzeigt, aber etwas derartiges ist mir als Laie nicht aufgefallen.

    Diesem traurigen, spannenden, boshaften Buch gebe ich


    4ratten


    lg.,
    n.

    Hallihallo!


    Ich finde, dass Alfa Romea eine interessante Antwort auf diese Hemmung gegeben hat, eine oder zwei Ratten zu vergeben:


    Ich glaube, dass es da eine gewisse "Beisshemmung" gibt: Wenn man zwei Ratten vergibt, sieht man nachher auf dem Bildschirm noch drei "leere" und das sieht dann relativ gemein aus. Wenn diese ausradierten Ratten komplett fehlen würden, dann gäbe es auch mehr 2- bis 3-Ratten-Bücher.


    Mitreden kann ich nicht wirklich, weil ich hier noch nicht sehr viele Bücher rezensiert habe. Ich finde aber, dass das Rattenvergeben ruhig nach Bauchgefühl passieren darf. Es geht ja nicht darum, das objektiv beste Buch der Welt zu finden- und wer sich für ein Buch interessiert, liest schließlich die ganze Rezi und zählt nicht nur Nagetiere, oder?
    Die Ratten sind für mich ein nettes Schlusswort zu einer Meinungsäußerung.
    lg,
    n.

    Hallo !


    Vielen Dank für den Link, creative; ich habe den Artikel mit viel Interesse gelesen, auch wenn ich dann zu dem Schluß gekommen bin, dass ich "biographisches Lesen" in diesem Fall für nicht unbedingt besser halte. Denn dann bleiben solche Fragen, wie

    Zitat

    [...]Man möchte ihn fragen, was er davon hält, man möchte seine Mutter fragen, was sie davon hält [...]

    taz 18.01.03
    Dabei gibt dieser Roman interessantere auf, nicht wahr?


    Zitat

    Dieser Roman ist [...] aber auch artifiziell und leblos

    taz 18.01.03
    -> Diese Einschätzung habe ich nicht geteilt, und da bin ich, die Einträge hier betrachtend, nicht die Einzige, oder?



    Die "Verfolgungsjagd" quer durch die USA fand ich etwas übertrieben, sie passte so gar nicht in dieses Buch. Überhaupt hatte ich in Teil 3 oft das Gefühl, dass vieles "aufgesetzt" wirkte, vieles einfach nur "untergebracht" werden sollte.


    Mir hat die "Verfolgungsjagd" hingegen gefallen, ich fand es sehr interessant, Leo aus seiner gewohnten Umgebung, seinem Alltag, herausgerissen zu sehen. Kein origineller, aber immer noch ein interessanter "Trick" zur Personendarstellung für mich.


    lg,
    n.

    Hallihallo!


    Trotz Renovierung habe ich dank der Semesterferien ein wenig Zeit zum Lesen gehabt.


    Siri Hustvedt: "Was ich liebte" +/++
    Das Erste, was ich von dieser Dame gelesen habe: mitreißend, intelligent, gut gemacht. Ich verkneife mir krampfhaft, sie mit ihrem Göttergatten Auster zu vergleichen.
    Donna Leon: "Blutige Steine" +
    Seit langem wieder einmal ein Krimi. Hier meine Rezension.
    Emile Zola: "Das Werk" +/++
    Mein erster Zola. Ich war überrascht von seinem handwerklichen Können, an manchen Stellen ist er mir aber zu "flach"- auch die Charakterisierung der Frauen war zwar durchweg lebhaft, aber manchmal zu eindimensional (muss ich hinzufügen: für die moderne Leserin? Ich würde es ungern tun...). Ich bin auf weiteres gespannt!
    [EDIT: Ich habe doch eine Rezension geschrieben.]


    Ansonsten habe ich einige Essays aus Hustvedts "Being a man" und Javier Marias "Das Leben der Gespenster" gelesen, die aber momentan nur einzelnd zu bewerten wären.

    Ich hoffe, ihr hattet genauso viel Lesespaß wie ich;
    lg,
    n.


    [EDIT: Heißt natürlich "Das Leben der Gespenster"... Ich war wohl bei "Allerseelen"]

    Hallo Tamlin!



    Das Schlemmen fiel mir bei Leons Büchern weniger auf als vielmehr der Umstand, daß nicht nur der Herr Kommissar nach mitteleuropäischen Begriffen bedenklich zu latentem Alkoholismus neigt. (Ich habe mir vorgenommen, irgendwann einmal die Bände auf diesen Aspekt hin zu lesen, d.h. sozusagen Flaschen und Getränke zu zählen. Die Leutchen sind dauernd am Süffeln.)


    Ja, der Alkoholismus ist mir durchaus auch aufgefallen. Würde also eine längere Liste werden ! :zwinker:


    Die Ansicht, daß moralische Bedenken von Protagonist und Familie in Sachen Ausländerfeindlichkeit und Klimawandel willkürlich eingefügt und darob unglaubwürdig sind, kann ich nicht so ganz teilen. Leon steht vor einem Problem, das sie mit jedem/r Krimiautor(in) teilt, die ihre(n) Helden mit einem einigermaßen glaubhaften Familienleben ausstatten wollen.
    Sie braucht einerseits Themen, die in dem Buch bestimmend sind, muß diese irgendwie mit dem Familienaspekt verknüpfen, braucht aber andererseits auch Themen, die der Familie ein eigenständiges Leben einhauchen. Und das, ohne daß ein Bruch zu dem Familienleben der vorausgehenden Bücher entsteht, doch die Familie muß sich im Lauf der Jahre auch fortentwickeln. Kurzum, Leon jongliert mit vielen Bällen gleichzeitig.


    Dass es überall gewollt wirkt, möchte ich gar nicht sagen, aber an der ein oder anderen Stelle durchaus. Du lieferst dafür die beste Begründung :zwinker:


    Wie schon erwähnt bin ich keine große Krimileserin, aber Leon gehört zu den wenigen: nicht nur aus Gewohnheit, sondern eben auch wegen der Ansprüche, die Du aufzählst- die Gesellschaft und das Familienleben um Brunetti herum betreffend.
    Lee Martin kenne ich leider nicht, aber vielleicht wäre das einen Versuch wert? Welchen Roman würdest Du für den Anfang empfehlen?
    lg,
    n.

    Hallo !
    Ich weiß, dass solche Einträge nicht allzu beliebt sind (weil die Qualität der Einträge wichtiger ist als die Quantität, nicht wahr?), aber:
    Ich kann Dir, Tina, nur zustimmen.
    Damit das mit der Qualität noch was wird:
    Dieses Werk ist kein "Problembuch", sondern intelligent und außergewöhnlich, was sowohl Charaktere als auch die Form angeht. Es ist eindringlich, verwirrend und verzichtet nicht auf Differenziertheit zu Gunsten von erschlagenden Botschaften.
    Hervorragend :smile:
    lg,
    n.

    Hallihallo!


    Ich habe das Buch erst vor kurzem beendet und mir die Freiheit genommen, Eure Eindrücke ein bisschen nachzuverfolgen..


    Ich bin erst auf Seite 50 und kann für mich sagen, dass sich erste Abneigungen oder besser gesagt eine erste Abneigung einstellt. Lucille geht mir einfach nicht nah. Sie scheint eine merkwürdige Person zu sein. Ich bin da mal gespannt, was wir noch von ihr erfahren werden.



    Auch erste Sympathien/Antipathien entstehen bereits. Und ausnahmsweise stehe ich in diesem Fall auf Seite des ehebrecherischen Mannes, denn ich denke, dass es mit Lucille bei Gott nicht einfach ist. Ständige Nörgelei zerstört wohl jede Ehe.


    Ich habe Lucille als eine der spannensten Figuren empfunden, besonders wegen der Antipathie, die man unweigerlich gegen sie hegt. Sie scheint wie ein Fremdkörper in dem Quartett, gibt ihm jedoch etwas besonderes und wird sich noch lange auswirken. Das Trio Lucille- Bill- Violet wirft, wie ich fand, jeweils unterschiedliche Blickwinkel auf die Ehe von Erica und Leo.



    Ansonsten liest sich das Buch recht flüssig, in welche Richtung es letztendlich geht, das hat sich mir noch nicht offenbart.


    Wenn ich so viel verraten darf :zwinker: ist mir das noch sehr lange unklar geblieben. Aber genau deshalb hat es sich trotz allem glaubhaft angefühlt, wie "Leben", um es platt auszudrücken.


    Ich hoffe mein Reinquatschen hat Euch nicht gestört und ich wünsche Euch noch viel Spaß bei der Lektüre :smile:
    lg,
    n.

    Hallihallo!


    Für meine - meiner Erinnerung nach- erste Rezi hier habe ich mir ein einfach zu beschreibendes Buch herausgesucht:


    Donna Leon : "Blutige Steine"


    Warum dieses Buch?


    Ich hatte gerade einen guten Roman beendet und wollte eigentlich die "Nachwehen" nicht durch einen vielleicht noch "besseren" oder eindrücklicheren aus meinem Regal versauen. Dieses hier gehört meinem Bruder und da habe ich es mir ausgeliehen, um in Erinnerungen an meine schon länger zurückliegende Brunetti- Vorliebe zu schwelgen.


    lg,
    n.