Beiträge von Buecherlabyrinth

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    Klappentext
    Als er Ivy begegnet, ist Fisher wie vom Blitz getroffen, und bald ist er sich sicher, dass aus der Sache etwas werden könnte. Noch weiß keiner der beiden, dass die Entscheidung über ihre Zukunft längst gefallen ist: Ivy ist schwanger. Doch während das neue Leben in Ivy heranwächst, muss sich Fisher um seinen schwer erkrankten Freund El kümmern. Und Ivy und Fisher sind immer noch damit beschäftigt, sich kennenzulernen. Denn es ist eine Sache, sich zu verlieben – miteinander zu leben ist eine ganz andere Geschichte …


    Meine Meinung
    Als Fisher und Ivy sich kennenlernten, verbrachten sie die erste Wochen quasi ununterbrochen im Bett. Wieder im Alltag angekommen, merkt Ivy, dass sie schwanger ist. Und Fisher merkt, dass er seine Freundin noch gar nicht kennt, und sie die meisten Etappen des Kennenlernens übersprungen haben.


    Der Schreibstil ist angenehm, leicht verständlich, die Stimme des Sprechers auch. Probleme hatte ich mit dem Inhalt. Ich habe mich teilweise gelangweilt, bei anderen Passagen fremdgeschämt und einiges war deprimierend traurig.


    Der Autor schreibt, er habe ein richtiges Männerbuch schreiben wollen und sei dann überrascht gewesen, als am Ende eine Liebesgeschichte herauskam. Genauso planlos ist das Buch. Es liest sich, als hätte der Autor jeder spontanen Idee nachgegeben und sie irgendwie in die Geschichte gequetscht: derbe Männerwitze, Schwangerschaftsuntersuchungen, Liebesgeschichte, Krankheit, Streit, Romantik, Tod.


    Insgesamt ergibt der Mix der vielen verschiedenen Genres ein mittelmäßiges Buch. An wen sich das Buch richtet, ist nicht so leicht herauszufinden, empfehlen würde ich es auf keinen Fall an schwanger Frauen. Ansonsten sollte der Leser von "Zwei für immer" gerne über Schwangerschaftsprobleme, derbe Männerwitze und Liebesgeschichten lesen.


    3ratten

    Ich höre das Hörbuch nie so aufmerksam, wie ich ein Buch lese und oft war ich nicht sicher, ob ich Abschnitte verpasst hatte, oder ob sie gar nicht im Hörbuch waren.
    Meist bin ich bei Leserunden eine der ersten in den Abschnitten, dann ist das diskutieren leicht. Diesmal war ich später dran und hätte eigentlich nur noch einmal das selbe durchkauen können. Sorry. Das nächste Mal fällt mir hoffentlich wieder mehr ein.


    Die gemischte Runde hat mir gefallen, besonders bei gekürzten Hörbüchern sind die zusätzlichen Informationen willkommen. Ich glaube, ohne die Leserunde hätte ich zum Beispiel gar nicht mitgekommen, an welcher Krankheit El leidet.

    Das Ende war schon extrem traurig, das Baby und El die beide sterben, Ivy, die so furchtbar deprimiert und an manchen Tagen nicht einmal aus dem Bett kommt.


    Ist es in England tatsächlich so, dass man ein Baby so lange ohne Namen lassen darf? Wenn das Kind keinen Namen hat, erschwert das die Bindung noch zusätzlich zu Ivys Wochenbettdepressionen. Das Kind so lange nach seinem Tod noch bei der Mutter zu lassen, fand ich etwas makaber. Das Baby ist tot, es merkt nichts von seinen Eltern und für die Eltern zieht es den Abschnitt doch nur in die Länge.


    Insgesamt hat mir das Hörbuch nicht sehr gut gefallen. Irgendwie scheint es mir einfach drauflosgeschrieben zu sein, und wenn dem Autor eine Idee kam, hat er sie hinzugefügt. Die Hochzeit von Joe, der Tod vom Baby, die vielen Schwangerschaftsdetails, Els Krankheit, der Streit zwischen Ivy und Fisher sind Elemente, die in einem einzigen Buch nicht zusammenpassen.

    Ja, ich sollte hier mitlesen, leider habe ich im Moment eine ziemliche Leseunlust und melde mich wieder ab. Ich schaffe gerade mal ein Buch in zwei Wochen, Anna Karenina ist da nicht das Richtige. Viel Spass (oder viel Mut, keine Ahnung) mit dem Buch. :smile:

    Sehr süss, Ivy und Fisher, die beide einander überraschen wollen und sich dadurch verpassen.


    Mir gefällt die Geschichte ab diesem Abschnitt besser, ich kann nicht mal genau sagen warum. Es passiert nicht so viel, allerdings wird mir Ivy sympathischer, sie ist netter zu Fisher und erklärt, warum sie so gehandelt hat bisher. Susi taucht in diesem Abschnitt gar nicht auf, jeder benimmt sich einigermassen vernünftig und sogar Frank schafft es bei Ivy auszuziehen und sein Leben in die Hand zu nehmen.


    Ich bin einen Tag zu spät dran, diesen Abschnitt hätte ich gestern hören sollen, es geht um den 29. Februar. Witzig trotzdem, dass das so zusammenfällt.


    Al hat sich entschieden in einer Sterbeklinik zu sterben und nicht bis zum Schluss zu leiden. Das ist sehr verständlich, er weiss ja, dass es keine Hoffnung auf Besserung gibt und hat das Glück, noch über sich selbst bestimmen zu können.

    Fisher und Ivy frenden sich näher an. Ich denke von Fishers Seite her, könnte die Beziehung im Moment rein freundlschaftlich bleiben, aber Suzy will schon mehr. Ivy scheint ihr ganz egal zu sein. Jetzt weiss sie ja sicher von den Zwillingen.


    Ivy ist auch komisch, sie wird immer distanzierter. Sie lebt mit Fisher wie in einer WG, und noch nicht einmal in einer sehr freundschaftlichen. Frank behauptet, Ivy wäre verrückt nach Fisher, aber davon spürt Fisher und der Leser nichts.


    Frank ist zwar nervig, aber er tut mir doch Leid. Er weiss, dass er stórt und nicht willkommen ist, scheit aber nicht fähig die Situation zu retten. Hat er keine Arbeit? Und kein Geld für eine Wohnung?

    SABO: Wusste sie in dem Moment denn schon, dass Fisher Vater wird?
    Al ist das einzige besondere an diesem Buch, aber es reicht nicht.


    Fisher nervt, Fisher geht joggen, Fisher säuft, Fisher hört seine XBox nebenan. Derbe Ausdrücke... Das sollte wohl wirklich ein Männerbuch werden, allerdings weiss ich nicht, ob sich viele Männer von dem rosa Cover angezogen fühlen. Und nach all dem Schwangerschaftszeug, das Sabo bereits aufgelistet hat, klappt jeder Mann das Buch zu.


    Ivy benimmt sich wie eine Diva. Sie kotzt und er kann es wegmachen, sie lädt ihren Bruder ein, sie ignoriert Fisher und ist abweisend. Sie benimmt sich immer mehr, als hätte sie ihn nur zum Kinderzeugen gebraucht und jetzt toleriert sie ihn, weil es sich nicht passt, ihn sofort zu verjagen.


    Dieser Abschnitt hat mich überwiegend gelangweilt. Fishers Leben ist gewöhnlich und normal, der Schreibstil ist weder besonders gut, noch witzig und auch die Gespräche sind es nicht wert, niedergeschrieben zu werden. Aber gut, als Hörbuch geht es, ich habe noch ein paar Fenstern zu putzen.

    Zitat

    Els Schicksal nimmt mich mehr und mehr gefangen. Die Sache mit der Patientenverfügung war für Fisher sicher ein harter Schlag. Für El ist diese Verfügung wohl eher als art erlösung zu werten, so hart es auch klingen mag.


    Ist das auch im Hörbuch? Ich habe das verpasst.


    Es ist ein bisschen so, als ob Ivy sich Kinder gewünscht hätte und Fisher als Notwendigkeit dazunimmt. Sie freut sich über ihre Schwangerschaft, auch über die Zwillinge, aber ab diesem Moment ist sie weniger an Fisher interessiert. Vielleicht unterstelle ich ihr auch etwas, immerhin ist ihr jeden Morgen schlecht und das schlaucht bestimmt ganz schön.


    Ein paar Szenen haben mir gar nicht gefallen, die fand ich zu peinlich. Der Schlüssel im Ringetui, das musste ja schief gehen. Entweder sie wünscht eine Heirat und ist enttäuscht, wenn nur der Schlüssel drin ist, oder sie wünscht nicht zu heiraten und bekommt einen Anfall beim Anblick des Etuis.
    Der Anruf mit der ganzen Familie war genauso peinlich, diese Seiten hätte ich bei einem Buch übersprungen. Peinlich kann ich nicht ausstehen und auch nicht witzig finden.

    Dieses Buch ist ein bisschen anders, bisher kann ich mich nicht an eine Liebesgeschichte aus der Sicht eines Mannes erinnern. Witzig fand ich die Benerkung auf dem CD-Cover, dass es ein richtiges Männerbuch werden sollte, und dann komischerweise eine Liebesgeschichte herauskam.


    Ich mag den Sprecher und ich mag den Humor des Buches


    Ob die beiden als richtiges Liebespaarbdurchgehen können, bezweifle ich ein bisschen. Das sieht anfangs eher nach einem verlängerten One-Night-Stand aus. Sie wissen gar nichts übereinander und die Idee , Ivy zu sich nach Hause mitzunehmen war wohl eher eine Schnapsidee. Bei einer solchen Familie hätte er es sich schon ein bisschen länger überlegen können und Ivy ein bisschen auf den Abend vorbereiten können. Aber Überlegen scheint nicht seine Stärke zu sein, sonst wäre ihm vielleicht auch die Idee gekommen, dass es ratsam ist, mit einer komplett fremden Person zu verhüten.

    Am Sterbebett seiner Großmutter steht plötzlich neben Martin ein schwarz gekleideter Mann, der Tod. Der Tod ist erfreut, dass der kleine Junge ihn sehen kann und zwischen den beiden entsteht eine Art Freundschaft. Immer wieder taucht Tod auf, wenn er gerade in der Gegend zu tun hatte, wenn er Lust auf eine Partie Schach hat oder einfach nur reden möchte.


    Den Anfang des Buches fand ich sehr witzig und ich musste mehrmals laut lachen. Leider wendet sich die Geschichte danach komplett, Tod ist gar nicht mehr der coole Typ mit der dunklen Stimme, sondern erschien mir eher nachtragend und nicht cool. Auch Martin war mir als Kind sympathischer, weniger zickig und aufbrausend.


    Der Tod begleitet Martin durch sein Leben, auch der Leser bekommt die verschiedenen Etappen mit, Schule, erste Liebesgeschichten, Probleme, Beruf, Krankheiten von Familienmitgliedern. Dabei bleibt der Humor immer mehr im Hintergrund je älter Martin wird. Die Geschichte wird nachdenklich, romantisch und auch schon mal kitschig. Manche Etappen waren mir zu lang, eher peinlich und ich habe sie nur ungern gehört.


    Der Schreibstil ist leicht verständlich und flüssig. Der Sprecher hat eine angenehmen Stimme und ich fand den Wechsel zwischen der dunklen Stimme von Tod und der von Martin gelungen. Dadurch wusste ich immer, wer gerade redete.


    Insgesamt fand ich "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" mittelmäßig. Ich hätte lieber ein komplett humorvolles Buch gelesen und auf die ernsten, traurigen und romantischen Passagen verzichtet. Für mich passten die verschiedenen Teile nicht zusammen.


    3ratten

    Aron wird gezwungen, mit seiner Familie umzuziehen, als alle Juden in ein Ghetto umgesiedelt werden. Er lebt sich schnell ein, findet Freunde, die wie er stehlen und schmuggeln, um ihre Familien zu unterstützen. Jeden Tag treffen sie sich, diskutieren ihre besten Möglichkeiten den Tag zu verbringen und welche Ware wohin geliefert werden wird.


    Am Anfang hat mir diese Leichtigkeit nicht gefallen, denn die Kinder scheinen das Ghetto als Abenteuer anzusehen, obwohl Menschen, selbst Kinder vor ihren Augen erschossen werden.
    Doch die Stimmung schlägt schnell auch bei den Kindern um. Aron muss zusehen, wie sein Vater vor einem Deutschen auf dem Boden liegt und mit Stiefeln misshandelt wird. Er ist unfähig zu handeln, schaut nur zu und kann später nicht aufhören, sich Vorwürfe zu machen. Nach und nach verschwinden und sterben Arons Familienmitglieder. Aron findet halb erfroren ein neues Zuhause im Kinderheim. Hier lernt der Leser Janusz Korczak kennen.
    Herr Korczak ist ein angesehener Kinderarzt, der alles gibt, um seinen Kindern im Heim das Leben zu erleichtern. Er ist ein großer Mann, der an diesem grausamen Ort nie an sich selbst denkt und sein Leben täglich für die Kinder aufs Spiel setzt. Seine Biografie kann hier nachgelesen werden:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Janusz_Korczak
    Hilfe bekommt er von einer Lehrerin, Stefania Wilczyńska, die das Kinderheim an seiner Stelle leitete während Herr Korczak in der ersten Weltkrieg eingezogen wurde. Ihre bemerkenswerte Biografie:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Stefania_Wilczyńska


    "Aron und der König der Kinder" ist ein furchtbares Buch, es ist nur schwer zu ertragen und sollte auf keinen Fall zur Unterhaltung gekauft werden. Dass dieses Buch mir gefallen hat, kann ich nun wirklich nicht behaupten, aber ganz sicher hat es die Höchstwertung verdient. Janusz Korczak, Stefania Wilczyńska und alle Menschen, die im Warschauer Ghetto leiden mussten, sollten nie vergessen werden.


    5ratten

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    Klappentext
    Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.


    Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.


    Meine Meinung
    Vera flüchtet mit ihrer Mutter aus Ostpreußen zu Ida auf einen alten Bauernhof auf dem Vera ihr ganzes Leben verbringen wird. Nie wird sie vergessen, was sie auf dieser Flucht erlebt hat.


    Ihre Nichte Anne lebt mit ihrem Sohn in Hamburg, zwischen perfekten Müttern, die
    "wie gutmütige Familienhunde, die Schnuller und Trinkflaschen apportierten, die ihre Kleinkinder aus den Buggys warfen". Als ihre Ehe in die Brüche geht, bekommt auch sie Obdach im alten Bauernhof bei Vera.
    "Flüchtlinge suchte man nicht aus, man lud sie auch nicht ein, sie kamen einfach angeschneit mit leeren Händen und wirren Plänen, sie brachten alles durcheinander."
    Der Schreibstil des Buches ist einfach nur genial, der Einfallsreichtum von Dörte Hansen bei der Wortwahl ist in jeder Hinsicht bewundernswert. "Die Vögel weckten sie am Morgen, sie hörten sich hysterisch an, sie drehten durch, es war Frühling."


    Immer wieder ändert die Perspektive, springt von Vera, zu Anne, zum Nachbarn, zum Bauern oder zum Journalisten, einem von den "Sinnsucher aus der Stadt, die planlos durch die Gegend liefen" und von den Einwohner nicht immer mit offenen Armen empfangen werden. "Dirk zum Felde hatte die Schnauze voll von Idioten in teuren Gummistiefel, die unbedingt aufs Land ziehen mussten". Dörte Hansen teilt ironische und humorvolle Seitenhiebe in alle Richtungen aus. Jeder wird auf die Schippe genommen, um kurz darauf aus einer anderen Perspektive doch wieder ganz anders dargestellt zu werden.


    Zwischendurch erfährt der Leser viel über das mühsame Leben auf dem Land, über die Stille im Winter, die wohltuend, aber auch deprimierend sein kann, über Streit in Familien, der aus starken Männern einsame Alte macht. Viele Sätze werden auf plattdeutsch eingeschoben und geben der Geschichte noch mehr Intensität, "allens schön schier".


    "Altes Land" ist ein ruhiges, wunderbares Buch, für das man sich als Leser Zeit nehmen und auf das man sich einlassen sollte. Es ist ungewöhnlich und außergewöhnlich gut, ein Buch zum Genießen.


    5ratten