Beiträge von Mine_Bue

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Mit dem historischen Roman „Teufelskrone“ ist das neuste Werk von Rebecca Gable auf dem Büchermarkt veröffentlich wurden. In diesem Buch wird die Geschichte der Waringham- Familie weitererzählt. Wobei dies nicht ganz korrekt ist. Ihr neustes Werk spielt zeitlich noch vor „Das Lächeln der Fortuna“ und kann somit auch gut ohne Vorkenntnisse aus den bisher erschienenen historischen Romanen rund um die Familie Waringham gelesen werden.

    Klappentext:

    England 1193: Als der junge Yvain of Waringham in den Dienst von John Plantagenet tritt, ahnt er nicht, was sie verbindet: Beide stehen in Schatten ihrer ruhmreichen älteren Brüder. Doch während Yvain und Guillaume of Waringham mehr als die Liebe zur selben Frau gemeinsam haben, stehen die Brüder John Plantagenet und Richard Löwenherz auf verschiedenen Seiten - auch dann noch, als John nach Richards Tod die Krone erbt. Denn Richards Schatten scheint so groß, dass er John schon bald zum Fluch zu werden droht...

    Rebecca Gable hat sich im Bereich der historischen Romane bereits einen Namen gemacht. Auch ich habe ihre bisherigen Bücher immer mit großer Freude gelesen, sie hat es bisher immer geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen und in eine fremde, längst vergangene Zeit zu entführen. Als ich dann gelesen habe, dass Gable ihr nächstes Werk wieder von der Familie Waringhams handeln wird, war meine Vorfreude groß. Meine Erwartungen waren groß und ich wurde auch diesmal nicht von Rebecca Gable enttäuscht.

    Der Schreibstil von Gable ist wie gewohnt flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Als Leser wird man in eine vergangene Zeit entführt, hierbei ist man mittendrin, kann sich alles sehr gut vorstellen und erlebt zusammen mit den Charakteren Abenteuer. Der Spannungsbogen wird über die komplette Seitenanzahl hoch gehalten. Auf sehr vielseitige Art und Weise wird Spannung aufgebaut, viele unverhofften Wendungen werden eingebaut und nicht selten habe ich mitgelitten, wurde von meinen Emotionen während des Lesens überwältigt oder habe auflachen müssen. Gekonnt werden historische Gegebenheiten oder auch Anekdoten in die Handlung mit eingebaut. Auch viele historische Personen sind Teil der Handlung und werden vielseitig dargestellt. Man merkt auf jeder Seite des Buches die umfangreiche und tiefgründige Recherchearbeit der Autorin, welche im Vorfeld von ihr geleistet wurde. Die englische Geschichte im 12. und 13. Jahrhundert wird lebendig erzählt und ganz nebenbei lernt man noch einiges über die damaligen Gegebenheiten und auch die Probleme des Adels aber auch des einfachen Volkes. Man erlebt die englische Geschichte hautnah und dies auf so facettenreiche und spannende Art und Weise, dass es einfach Spaß macht die Handlung gebannt zu verfolgen und in die damalige Zeit abzutauchen, welche ganz anders als die heute ist. Hierzu möchte ich auch nochmal das Nachwort erwähnen. Wie man es bereits von ihren vorherigen Büchern kennt, geht Gable in diesem nochmal auf die Fakten ein und was Fiktion ist, was aus ihrer Feder stammt und was sie hier aus diversen Quellen zur damaligen Zeit zusammengetragen hat. Dies gefällt mir immer recht gut, lernt man die damalige Zeit nochmal aus einer anderen Sicht kennen – oftmals sind die unglaubwürdigsten Anekdoten höchstwahrscheinlich doch genau so geschehen.

    Auch wenn dies der sechste Teil der Waringham- Reihe ist, erzählt er quasi die Vorgeschichte von „Das Lächeln der Fortuna“. Der Leser wird in das 12. Jahrhundert zu Zeiten von Richard Löwenherz und John Ohneland versetzt. In diesem Buch erfährt man einige interessante Aspekte aus der Geschichte dieser fiktiven Familie. Bekannte Elemente wie die Seekrankheit werden eingebaut oder auch die enge Bindung zu den Pferden. Auch einiges über ihre Abstammung erfährt man. Diese Darstellung hat mir gut gefallen. Dadurch, dass „Teufelskrone“ zeitlich noch vor den bisher veröffentlichten Büchern angesetzt ist, kann man diesen historischen Roman auch ohne Probleme lesen, wenn man bisher noch kein Waringham- Fan ist. Doch auch für Liebhaber dieser Reihe ist es ein voller Genuss. Eine interessante Epoche der englischen Geschichte wird thematisiert und das auf sehr vielseitige Art, sodass man noch das ein oder andere aus dieser Zeit lernt.

    Sehr überzeugend fand ich in diesem Buch die charakterlichen Darstellungen. Sowohl die fiktiven als auch die historisch belegten Persönlichkeiten konnten mich überzeugen. Die wesentlichen historischen Charaktere sind König Richard Löwenherz und sein jüngerer Bruder John. Beide werden differenziert dargestellt. Hierbei ist Richard Löwenherz nicht nur der König in der glänzenden Rüstung. Auch seine Schattenseiten werden dargestellt, seine Verfehlungen und auch seine schlimmen Taten sind hier wiederzufinden. Aber besonders hat mir die Darstellung von Prinz John, später König John Ohneland überzeugt. Er wird so differenziert dargestellt, wie ich es bisher noch nicht gelesen hatte. Er wird als ein Mensch mit Fehlern und Schwächen dargestellt, der aber auch seine guten Seiten hat. Der diplomatisch handeln kann, aber auch auf Grund von zu viel Alkohol unbedacht handelt, der mit sich hadert oder auch mal auf seine Berater hört. Mit dieser Darstellung hat Gable brilliert. Gebannt habe ich seine charakterliche Entwicklung verfolgt, habe Sympathien für ihn entwickelt, diese wieder verworfen – ich habe Mitgefühl entwickelt, nur um ein paar Seiten ihn wieder zu verfluchen. Es war ein auf und ab mit ihm, aber dies hat es einfach so spannend gemacht. Zusammen mit dem Protagonisten Yvain habe ich ein Wechselbad der Gefühle in Bezug auf John erlebt, war immer gebannt, was John sich neues einfallen lässt, welche Laune er wohl an dem heutigen Tag hatte. Aber auch der fiktive Protagonist Yvain Waringham konnte mich überzeugen. Er ist ritterlich, hat ein ausgeprägtes moralisches Wesen und folgt seinen Prinzipien. Er hat ein loses Mundwerk und gibt auch mal eine Äußerung von sich, die einfach nur unbedacht war und ihn oftmals auch in Schwierigkeiten bringt. Einzig sein Umgang mit den Frauen ist nicht immer ganz so moralisch, aber auch ein ritterlicher Yvain muss schließlich seine Schwächen haben. Gut gefallen hat mir auch, dass er für seine Freunde einige Risiken eingegangen ist und dies nicht immer gut für ihn ausgegangen ist. Nicht immer hat König John ein Auge zugedrückt, auch er musste einige Tiefen überleben. Diese Seiten haben ihn nur menschlicher wirken lassen, dadurch hat sein Charakter einfach noch mehr Tiefe bekommen. Besonders seine Knappenzeit ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Eine Ausbildung als Ritter unter Prinz John war nicht immer einfach, einige Hürden mussten gemeistert werden. Dies hat dazu geführt, dass ein enges Band zwischen den Knappen geknüpft wurde. Diese tiefe Freundschaft hat auch noch angehalten, als aus den Knappen Rittern wurden und es hat große Freude gemacht die Anekdoten zwischen den Freunden mitzuverfolgen.

    Etwas enttäuscht war ich von den letzten paar Seiten des Buches. Die Entwicklung von Yvain hat mir leider nicht vollkommen gefallen, ist aber Geschmackssache. Dennoch wird hier Raum für Eigeninterpretationen gelassen, sodass ich dann doch wieder ganz gut mit dieser Lösung leben konnte. Tiefer werde ich nicht ins Detail gehen, es wäre einfach ein zu großer Spoiler.

    Alles in allem konnte mich Rebecca Gable mit ihrem historischen Roman „Teufelskrone“ wieder von ihrem Erzähltalent überzeugen. Ihr ist es geschickt gelungen, mich in eine vergangene Zeit zu entführen, ich habe mit den Charakteren mitgelitten und dabei einiges über das 12. und 13. Jahrhundert gelernt. Besonders die Darstellung von John Ohneland konnte mich begeistern. Dieser historische Roman hat aufs Neue bewiesen, dass die Autorin eine Meisterin ihres Faches ist. Und somit bleibt mir nichts anderes übrig, als gebannt auf das nächste Werk aus ihrer Feder zu warten. Für „Teufelskrone“ möchte ich wohlverdiente 4,5 Sterne vergeben.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    „Secret Keepers – Zeit der Späher“ stammt aus der Feder von Trenton Lee Stewart und ist der Auftakt einer fantastischen Kinderbuchreihe, welche ab zehn Jahre empfohlen wird.

    Ausnahmsweise gebe ich diesmal nicht den Klappentext wieder. Denn wenn man diesen gelesen hat, braucht man das Buch nicht mehr zu lesen, weil dieser einfach alles verrät. Was sich der Verlag bei diesem Klappentext gedacht hat, bleibt mir ein Rätsel, denn er nimmt einfach die ganze Geschichte vorweg.

    Bisher habe ich noch kein Buch von dem Autor gelesen, aber die Inhaltsangabe konnte mein Interesse wecken. Ein fantastisches Kinderbuch, indem ein Junge dem Rätsel einer magischen Uhr auf der Spur ist und dabei einige Hürden meistern muss. Doch leider konnte dieses Buch meine Erwartungen und Hoffnungen in dieses Werk nicht erfüllen.

    Der Schreibstil ist teilweise recht kindgerecht, manche Seiten fliegen nur so dahin. Aber dann gibt es auch Seiten, da ist der Erzählstil recht holprig und abgehackt. Manche Sätze musste ich mehrmals lesen. Dies tut der Geschichte manchmal einen Abbruch, sodass ich dieses erst einmal wieder zur Seite lesen musste. Auch hatte ich meine Schwierigkeiten in das Buch herein zu finden. Man erfährt eigentlich nur das Wesentlichste von der Welt, in dem die Geschichte spielt. Dass ein böser Mann, der Schatten diese Welt regiert und seine Angestellten, die Späher überall ihre Augen und Ohren haben. Hintergrundinformationen oder auch unterhaltsame Anekdoten, die dieser Geschichte etwas Lebendiges geben würden, sucht man hier vergebens. Man wird einfach in diese Welt hineingestoßen und muss als Leser sehen, wie man sich in dieser zurechtfindet. Besonders zu Beginn des Buches plätschert die Geschichte meiner Meinung nach nur so dahin. Richtige Spannung kommt erst ziemlich am Ende des Buches auf. Teilweise wird zu viel drumherum erzählt, welches nicht immer spannend erzählt wird und eher dazu führt, dass der Lesefluss unterbrochen wird, die Spannung bricht ab. Nicht immer ist ein roter Faden erkennbar und manchmal habe ich mich als Leser gefragt, wo diese Geschichte noch hinführen soll.

    Auf den ersten Seiten lernt man den jungen Protagonisten namens Ruben kennen. Er hat nur seine Mutter als Familienmitglied, zusammen leben sie eher in ärmlichen Verhältnissen. In seiner Freizeit durchstreift Ruben gerne die Gegend und ist eher ein Einzelgänger. Leider wurde mir der Junge innerhalb der ganzen Geschichte nicht wirklich sympathisch. Er ist mir nicht ans Herz gewachsen und ich habe sein Abenteuer eher mit mittelmäßigem Interesse verfolgt. Seine Mitmenschen sind ihm teilweise recht egal. Auf mich wirkte er eher blass und eindimensional. Allgemein ist die Darstellung der Charaktere recht oberflächlich gehalten und sie besitzen meist eine typische Eigenschaft, mehr macht sie meist nicht aus.

    Das Ende des Buches ist anders, als ich zu Beginn erwartet hätte. Die letzten Seiten sind recht temporeich gestaltet und irgendwie ganz anders, als das bisherige Buch. Am Ende überschlägt sich alles und man kommt dem Geheimnis der Uhr endlich näher und erfährt das ein oder andere. Leider finde ich das ganze Drumherum – auch die Familiengeschichte – nicht hundertprozentig glaubwürdig.

    Meiner Meinung nach hätte man das Buch zu Beginn deutlich straffen können, dafür hätte man mehr über die Welt erzählen können oder auch die Charaktere besser ausbauen können. Hier wird meiner Ansicht nach viel Potential verschenkt. Spannung kommt nur begrenzt auf. Ich denke, auch für 10 jährige Kinder ist das erzählte Abenteuer nicht immer nachvollziehbar oder fesselnd.

    Leider konnte mich der Autor Trenton Lee Stewart mit „Secret Keepers – Zeit der Späher“ nicht wirklich überzeugen. Das Buch konnte mich nicht fesseln, teilweise wirkte es nicht ausgereift – viel Potential wurde verschenkt. Die Grundidee hat mir durchaus gefallen, nur die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Es gab einige nette Ansätze, welche leider nicht genutzt wurden. Daher vergebe ich drei Sterne und bin mir unsicher, ob ich erfahren möchte, wie es mit Ruben und dem Geheimnis der gefundenen Uhr weitergeht.


    3ratten

    Das neuste Werk von der Autorin Cornelia Funke „Das Labyrinth des Fauns“ konnte sofort mein Interesse wecken, habe ich doch unter anderem ihre Tintenwelt- Reihe geliebt. Es ist ohne Vorkenntnisse gut und verständlich lesbar, auch wenn man die Filmvorlage nicht kennt.


    Klappentext:

    Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen. Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?


    Auf der einen Seite war ich total neugierig auf dieses Buch. Zum einen, weil mir der Name Cornelia Funke durchaus etwas sagt. Vor allem ihre Tintenwelt- Reihe finde ich großartig, aber auch andere Werke aus ihrer Feder finde ich sehr gelungen. Zum anderen kenne ich die Filmvorlage „Pans Labyrinth“ und war sehr auf die Buchumsetzung gespannt. Auf der anderen Seite war ich voller Bedenken, kenne ich doch die Atmosphäre und die Geschichte des Films dazu. Ich konnte mir leider nicht richtig vorstellen, dass dies ein typischer Funke- Roman werden konnte, dass dies zu ihrer Art des Geschichtenerzählens passen könnte. Daher war ich voller Bangen und Vorfreude auf dieses Buch.

    Aufgewertet wird dieses Buch noch durch die aufwendige Gestaltung. Die Schwarz- Weiß- Zeichnungen lassen einen nochmal tiefer in die Geschichte hinab tauchen.

    Funke konnte mich auch diesmal wieder mit ihrem bildhaften, teilweise recht poetischen Schreibstil überzeugen. Dieser passt sehr gut zu den fantastischen Elementen des Buches. Er hat Bilder in meinem Kopf entstehen lassen und mich die eine oder andere Szene aus dem Film nochmal anders sehen lassen. Die Atmosphäre ist düster gehalten. Man steigt in eine Welt voller Gräueltaten und Gewalt ein. Hier wird nichts schöngezeichnet. Man befindet sich im Krieg, in einer Welt voller Soldaten, die Blut sehen wollen. Mir hat es zugesagt, dass Funke hier nichts beschönigt hat, dass sie die Brutalität des Krieges und auch die blutigen und gewaltvollen Seiten dargestellt hat, ohne diese zu überspitzen. Dadurch wird eine beklemmende Atmosphäre erschaffen, die trostlos und auch hoffnungslos wirkt. Gut gefallen hat mir auch der gekonnte Spagat zwischen Realität und den fantastischen Elementen. Diese werden gekonnt miteinander verwoben, zusammen ergeben sie ein rundes Bild. Die eine Seite könnte nicht ohne die andere erzählt werden, sie ergänzen sich und machen somit das Gesamtbild komplett.

    Funke hält sich im Buch recht nah an die Filmvorlage. Es gibt wenige Abwandlungen, zumindest sind mir persönlich kaum welche aufgefallen, aber bei mir liegt das Sehen des Filmes auch schon etwas zurück. Ergänzt wird die Handlung durch kleine Erzählungen an den Kapitelanfängen. Diese sind sowohl für die fantastischen Elemente als auch für die Realität relevant. Ich finde, dass in diesen kleinen Geschichten das Erzähltalent von Funke erst richtig zur Geltung kommt. Sie sind poetisch geschrieben und mit dessen Hilfe wird gekonnt der Bogen gespannt. Gewisse Elemente aus der Handlung ergeben dadurch mehr Sinn, manche Situationen lassen sich besser bewerten. Mir haben sie gut gefallen und ich hätte mir hiervon sogar noch etwas mehr gewünscht.

    Auch die Charakterdarstellungen fand ich gekonnt. Besonders Hauptmann Vidal kommt meiner Meinung gut rüber. Er ist gekonnt als Gegenpart dargestellt, ohne zu klischeehaft zu wirken. Er ist vielschichtig gezeichnet, klug und grausam. Seine brutale Ader wird gut dargestellt. Als Bösewicht der Geschichte konnte er mich überzeugen. Ofelia hat mir auch gut gefallen, wobei sie mir teilweise etwas naiv rüberkam. Sie ist zwar noch ein Kind, welches an das Fantastische glaubt, sollte sich aber dennoch der Tragweite der Aufgaben bewusst sein. Mir hat manchmal eine gewisse Ernsthaftigkeit gefehlt oder auch ein bisschen mehr Bedacht von Ofelias Seite.

    Manchmal hätte ich mir mehr Details oder auch Tiefe gewünscht. Vielleicht auch mal eine kleine Abänderung zum Film, wobei ich nicht weiß, wie die Vereinbarungen zwischen Guillermo del Toro und Cornelia Funke waren. Ich hätte mir einfach ein bisschen mehr gewünscht als nur eine schriftliche Form des Filmes.

    Insgesamt hat mir „Das Labyrinth des Fauns“ gut gefallen. Auch wenn ich leider nicht vollständig in diese düstere Welt abtauchen konnte und meiner Meinung nach hat das gewisse Etwas gefehlt. Aufgrund kleinerer Anmerkungen von meiner Seite möchte ich 4 Sterne vergeben.


    4ratten

    Das Fantasy- Abenteuer „Herzenmacher“ ist das neue Buch aus der Feder von Akram El- Bahay und lässt sich ohne Vorkenntnisse aus seinen bisherigen Büchern lesen.

    Von dem Autor Akram El- Bahay habe ich bereits das ein oder andere Werk gelesen. Bisher konnte er mich immer mit seinen Büchern überzeugen, sein Erzählstil ist einfach ein Genuss. Als ich sein neustes Buch entdeckt habe, wollte ich dieses sofort lesen und erneut mit ihm in ein fantastisches Abenteuer abtauchen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

    Zunächst möchte ich das wunderschöne Cover loben. Ich empfand als sehr ansprechend, dieses ist liebevoll gestaltet, es wirkt vielversprechend und mystisch mysteriös. Auch passt es recht gut zum Inhalt des Buches.

    Auch dieses Mal konnte mich der Schreibstil von Akram El- Bahay aufs Neue überzeugen. Er ist ein wahrer Künstler seines Faches, ein richtiger Märchenerzähler. Immer wieder konnte er mich in seinen Bann ziehen. Er schreibt einfach wunderbar poetisch und bildhaft, sodass man seinen Erzählungen nur zu gerne folgt und tief in eine andere Welt abtauchen kann. Bereits in seinen vorherigen Büchern habe ich seinen Stil schätzen gelernt, dieser ist einmalig. Und auch in „Herzenmacher“ beweist er auf ein Neues, dass er sich zu Recht als professioneller Märchenerzähler betiteln kann. Sein wiedererkennbarer Stil führt dazu, dass die Seiten nur so dahinfliegen und dass man dabei alles um sich herum vergisst. Die Welt, welche in diesem Fantasyabenteuer dargestellt wird und in welche ich mich so richtig fallen lassen konnte, ist unserer nicht ganz unähnlich, jedoch werden fantastische Elemente eingebaut, wie zum Beispiel Zwerge, Hexen und die Krähen, welche ihre Diener sind. Sie ist ideenreich und mit zahlreichen liebevollen Details versehen wurden. Es hat Spaß gemacht, diese Welt zusammen mit dem Protagnisten Leo kennen zu lernen, diese zu erkunden und immer neue Facetten zu entdecken. Mir hat es gut gefallen, wie der Autor Elemente unserer Welt in etwas Fantastisches verwandelt hat, sodass man diese nun aus einer anderen Perspektive sieht.

    „Herzenmacher“ unterscheidet sich etwas von den bisherigen Büchern, welche ich bisher aus der Feder dieses Autors gelesen habe. Er wirkte auf mich düsterer und nachdenklicher. Es wirkte auf mich auf seine ganz eigene Art reifer und trotzdem jugendlich frisch. Mit seiner dichten Atmosphäre transportiert El- Bahay eine Botschaft, welche zum nachdenken anregt. Die düsteren Elemente tragen noch dazu bei, dass die Bedrohung greifbar ist. Die Bedrohung durch die Hexe ist auf jeder Seite bemerkbar, wird hierbei aber nie zu aufdringlich. Langsam formt sich ein roter Faden, eine Botschaft, welche auch auf unsere Welt übertragbar ist. Diese Ebene hat mir gut gefallen und hat dem Buch eine tiefere Bedeutung verliehen.

    Spannend und voller Wendungen, gespickt mit Abenteuern, die die Charaktere meistern müssen, wir die Geschichte erzählt. Temporeich und vielseitig ist hierbei der Weg. Man lernt die parallel Welt und die darin lebenden Personen immer besser kennen. Neue Gegebenheiten, in denen sie sich von unserer Welt unterscheidet, werden stetig eingeführt und gekonnt in die Handlung mit eingebaut. Mystische Elemente werden ebenso wie abenteuerreiche und actionreiche Passagen gekonnt in Szene gesetzt. Dabei geht nie der rote Faden verloren und es hat mir großen Spaß gemacht, den Verlauf der Handlung mitzuverfolgen. Auf keiner Seite kam Langeweile auf und gebannt habe ich in dem Buch gelesen und dabei die Zeit vergessen.

    Leo ist ein sympathischer Protagonist. Man lernt ihn immer besser kennen und erfährt dabei einiges über seine Geschichte und den ein oder anderen Schicksalsschlag. Dabei wird Leos Vergangenheit gekonnt in die Geschichte mit eingebaut und spielt einen wesentlichen Bestandteil für den Verlauf der Handlung, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft. Leos Entwicklung empfand ich als glaubhaft, er ist mit seinen Aufgaben gewachsen und hat sich immer mehr zu dem jungen Mann entwickelt, der er am Ende des Buches war. Sie war stetig und trotzdem permanent erkennbar. Dennoch hat mir bei ihm noch das gewisse Etwas gefehlt. Ich will es nicht runter reden – ich habe mit ihn mitgelitten und habe gebannt seine Abenteuer verfolgt, habe ihm nur das Beste gewünscht. Dennoch hat mir bei ihm noch der letzte Funke gefehlt.

    Insgesamt konnte mich der Fantasy- Autor Akram El- Bahay mit seinem neusten Werk „Herzenmacher“ wieder von sich und vor allem seinen Erzähltalent überzeugen. Aber auch die gezeichnete Welt und die Atmosphäre konnten mich in ihren Bann ziehen. Ich habe jede Seite des Buches genossen und gebannt warte ich auf das nächste Werk von Akram El- Bahay. Auf seinen Ideenreichtum und seinen Erzählstil ist einfach Verlass. Für „Herzenmacher“ möchte ich 4,5 Sterne vergeben.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Der Debütroman „Witchmark – Die Spur der Toten“ von der Autorin C.L. Polk lässt sich in das Genre Fantasy einordnen und ist der Auftakt einer mehrteiligen Reihe.

    Auf dieses Buch wurde ich hauptsächlich auf Grund des Covers. Es konnte mein Interesse wecken und mir stellte sich die Frage, welche Geschichte wohl hinter diesem grünen Fahrrad- Cover stecken konnte. Und auch der Klappentext klang vielversprechend, sodass ich dieses Werk nur zu gerne lesen wollte, um mir ein eigenes Urteil zu bilden.

    Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und hat sich flüssig lesen lassen. Jedoch empfand ich den Einstieg in das Fantasybuch etwas schwierig. Man wird mitten in die Geschichte hineingeworfen, kurze Erläuterungen zu den Personen oder auch der Welt sucht man vergebens. Dies ist an sich kein Problem für mich, bei diversen Fantasy- Büchern wird man quasi in die Geschichte hinein katapultiert. Dennoch empfand ich die ersten Seiten als holprig. Ich hatte Schwierigkeiten, den Protagonisten so richtig einzuordnen, ich hatte kein wirkliches Bild von dem Charakter vor Augen. Auch muss man sich die wesentlichen Informationen selber zusammensuchen. Mühselig muss man sehr aufmerksam lesen, alles könnte wichtig sein, diverse Details könnten für den weiteren Verlauf der Handlung relevant sein und so versuchte ich, mir alle Details zu merken und wusste dabei nicht recht, worauf ich achten musste. Die empfand ich als recht mühselig und hat mir den Einstieg in das Buch nicht einfach gemacht. Die ersten Seiten empfand ich als recht steif.

    Nachdem ich mich durch die ersten Seiten hindurch gekämpft hatte, bin ich langsam aber stetig besser mit der Geschichte und auch mit den Charakteren zurechtgekommen. Langsam fand ich mich in dieser Welt zurecht und lernte dabei eine interessante Welt mit einem guten Magiekonzept kennen. Die Grundideen dieser fiktiven Welt haben mir gut gefallen, sie konnten mich überzeugen und besonders die Details empfand ich als faszinierend. Dennoch hätte ich mir an gewissen Stellen mehr Hintergrundinformationen gewünscht- Besonders am Ende dieses Buches hat mir etwas gefehlt. Man lernt nur oberflächlich etwas über die Geschichte. Es gab einen Krieg zwischen den beiden erwähnten Ländern, Andeutungen werden gemacht, warum dieser geführt wurde und auch, welche Konsequenzen dies für die Soldaten hat. Hier haben mir ausführlichere Ausführungen gefehlt. Diese hätten es plastischer wirken lassen. So wirkte es auf mich wie ein unausgereiftes Konzept. Auch in Bezug auf das Magiekonzept fehlten mir ein paar ausführliche Erklärungen. Diverse Andeutungen wurden gemacht und auch Fachbegriffe wurden eingeführt. Aber wirkliche Erklärungen und Ausführungen habe ich vergebens gesucht. Dies wirkte auf mich etwas unreif, als ob das Konzept noch nicht vollständig ausgearbeitet sei.

    „Witchmark“ ist eine Mischung aus Fantasy und Kriminalroman. Diese Mischung hat mir gut gefallen. Der Kriminalaspekt hat dazu geführt, dass das Buch recht temporeich gestaltet ist. Auch schlägt dieses Werk im Verlauf der Handlung einen Weg ein, mit dem ich zu Beginn nie gerechnet hätte. Die Zusammenhänge haben mir hierbei gut gefallen und konnten mich davon überzeugen, dass diese durchdacht war, ein roter Faden war erkennbar. Immer tiefer kommt man in einen Strudel, welcher Geheimnisse und Machtintrige aufdecken, die für mich vollkommen unerwartet waren.

    Gut gefallen hat mir hierbei auch das Ermittlerteam Miles und Tristan. Die beiden sind sehr unterschiedlich – sowohl von ihrem Äußeren, ihrem Charakter, ihrer Erziehung als auch in ihren Ansichten. Zwei Gegensätze, die wirklich gut zusammenarbeiten. Sie geben ein gutes Team, wie eine gut geölte Maschine, wo ein Zahnrad in das andere greift. Besonders gut haben mir die ruhigen Momente zwischen den beiden gefallen - ihre Gespräche und der Austausch ihrer Gedankengänge. Man erfährt immer mehr über die Hintergründe der beiden, welche Hürden sie meistern mussten, welches Paket sie mit sich tragen. Ihre Geschichten haben mir gefallen und haben das Buch vorangebracht.

    Gekrönt wird das Buch durch einen actionreichen Showdown, indem diverse Erklärungen eingebaut werden und nochmal der Spannungslevel nach oben getrieben wird. Das Interesse an der Fortführung der Geschichte wird geweckt, sodass man als Leser nur zu gerne wissen möchte, wie es mit dieser Welt und seinen Bewohnern weitergeht.

    Insgesamt konnte mich die Autorin C.L. Polk mit ihrem Debütroman „Witchmark – Die Spur der Toten“ nicht vollständig überzeugen. Die Mischung aus Fantasy und Krimi hat mir gefallen und auch das Ermittlerteam fand ich gelungen. Nach einem holprigen Einstieg bin ich langsam in diese Welt abgetaucht, wobei ich mir ein paar zusätzliche Details gewünscht hätte. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Der Kriminalroman „Nordlicht – Die Tote am Strand“ war mein erstes Buch von der Autorin Anette Hinrichs. In diesem Buch, welches sowohl in Deutschland als auch in Dänemark spielt, lernt man die Ermittler Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg kennen und ermittelt mit ihnen zusammen in dem Mordfall.

    Zunächst möchte ich die Gestaltung des Buches loben. Diese ist mir positiv aufgefallen, das Buch ist liebevoll gestaltet. Die Karte, die Bilder der wesentlichen Orte und auch die Beschreibungen der beiden Hauptermittler haben mir gut gefallen und haben dabei geholfen, dass ich gut in das Buch hereingekommen bin.

    Der Schreibstil von Anette Hinrichs ist angenehm zu lesen. Dieser ist leicht und lässt sich flüssig lesen. Man wird gut in das Buch eingeführt, ich hatte keine Problem in die Geschichte hineinzukommen und fühlte mich sofort wohl im Geschehen. Innerhalb der Geschichte lernt man etwas über die dänische Kultur und dessen Traditionen, dies hat mir gut gefallen und diese kleinen Informationshappen haben mir gut gefallen. Davon hätte ich mir definitiv mehr gewünscht. Trotzdem ist „Nordlicht“ ein gelungener Regionalkrimi. Obwohl dieser in Deutschland und Dänemark spielt, wird die Atmosphäre dieser Regionen gut aufgefasst und vermittelt. Sie wird gekonnt aufgegriffen und in die Handlung des Werkes mit eingebaut. Der Krimi ist spannend geschrieben. Diverse Wendungen und falsche Fährten werden eingebaut und führen dabei nicht nur den Leser auf einen irreführenden Weg. Die Spannung wird dabei aufrechterhalten, wobei die Seiten leider meiner Meinung nach nicht aufgrund der Spannung knistern. Manchmal hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, aber irgendwie passt dieser Stil auch zur regionalen Kultur. Mit einigen Entwicklungen hätte ich so nicht gerechnet, oftmals konnte mich Hinrichs überraschen. Andere Situationen waren leicht vorhersehbar, haben aber der Spannung des Buches keinen Abbruch bereitet.

    „Nordlicht – Die Tote am Strand“ ist der erste gemeinsame Fall der beiden Ermittler Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg. Boisen ist die Leiterin der Flensburger Mordkommission, Nyborg ein dänischer Polizist. Zusammen ermitteln sie in einem Mordfall. Der Leichenfund einer jungen Frau erweist sich als verzwickter und verworrener als zunächst angenommen. Immer neue Erkenntnisse kommen ans Licht, neue Zusammenhänge werden herausgefunden und Intrige und Lügen werden aufgedeckt. Dabei gilt es, die Zusammenhänge zu erkennen und nicht alle sind dabei taufrisch. Oftmals müssen die Ermittler in der Vergangenheit wühlen und ein längst vergangenes Ereignis spielt dabei eine zentrale Rolle. Vibeke und Rasmus sind von ihrer Art recht unterschiedlich, sie müssen erst lernen, mit dem anderen zusammenzuarbeiten, mit den anderen Ermittlungsmethoden klarkommen. Dabei raufen sie sich immer mehr zusammen und am Ende sind die beiden ein gutes Team, sie ergänzen sich gegenseitig und arbeiten gut zusammen. Dabei hat jeder seine eigene Geschichte, muss sein eigenes Paket an privaten Problemen tragen. Man lernt die beiden Ermittler und auch das Team um die beiden immer besser kennen. Die Art, wie diese Informationen in die Handlung eingebaut wird, hat mir gut gefallen und hat der Spannung dabei keinen Abbruch getan.

    Auch der Abschluss des Buches ist gelungen, wobei nicht alles für mich überraschend kam. Diverse Zusammenhänge habe ich bereits geahnt, die genauen Details konnten mich aber dennoch überraschen und konnten mich auch überzeugen.

    Trotz all dieser positiven Eigenschaften des regionalen Kriminalromans konnte mich dieser nicht hundertprozentig beeindrucken. Manchmal hätte ich mir mehr Tempo, mehr Spannung oder auch mehr falsche Fährten, eine komplexere Handlung gewünscht. Oder auch ein bisschen mehr Hintergrund zu den beiden Ermittlern oder auch zu dem Team, welches hinter den beiden steht und diverse Aufgaben übernimmt.

    Insgesamt hat die Autorin Anette Hinrichs mit „Nordlicht – Die Tote am Strand“ einen gelungenen Kriminalroman geschrieben. Dieser beinhaltet ein interessantes Ermittlerteam, von dem ich gerne noch mehr lesen würde und auch der Fall ist spannend und vielseitig gestaltet. Dennoch fehlt meiner Meinung nach noch das i- Tüpfelchen. Daher möchte ich 4 wohlverdiente Sterne vergeben und hoffe, dass noch weitere Bücher an der deutsch- dänischen Grenze von Vibeke und Rasmus folgen.

    Die Autorin Kira Licht hat mit “Gold und Schatten – Das erste Buch der Götter“ den Auftakt einer Dilogie geschrieben. In dieser Fantasy- Reihe wird die griechische Götterwelt in die heutige Zeit versetzt, wodurch sich das ein oder andere Problem ergibt.

    Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Ein Buch über die griechische Götterwelt, welches in Paris spielt. Ich hatte mir vielseitige Geschichten über diese Götter erhofft und spannende Fehden, doch leider wurden meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt.

    Der Schreibstil ist bildhaft und recht einfach gehalten, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Auch gibt es diverse humorvolle Stellen, welche die Situationskomik nutzen und mich manchmal zum schmunzeln gebracht haben. Die Geschichte wird aus der Sicht der weiblichen Protagonistin Livia erzählt, sodass man einen vielseitigen Einblick auf ihre Gedankengänge erhält.

    Die Grundidee hat mir persönlich gefallen. Eine spannende Geschichte aus der griechischen Götterwelt, in der diverse bekannte Götternamen verwickelt sind, ist der rote Faden, um den sich alles rankt. Er ist glaubhaft und tragisch zugleich. Die Art und Weise, wie dieser dramatische Zwist in die heutige Welt eingebaut wurde und auch, wie dessen Geschichte und dem damit verbundenen Wandel im Laufe der Zeit vermittelt wird, konnten mich überzeugen. Auch die möglichen Konsequenzen auf die Götterwelt und ihre Schar von Kindern fand ich interessant dargestellt und haben mein Interesse geweckt. Dennoch war dies, sehr zu meinem Bedauern, nicht der eigentliche Schwerpunkt des Buches. Die Umsetzung war daher meiner Meinung nach mangelhaft. Hätte man sich auf diesen Aspekt der Geschichte gestützt, dann hätte mir „Gold&Schatten“ bestimmt besser gefallen. Doch im Mittelpunkt stand die Entwicklung der Beziehung zwischen Livia und Mael. Mir persönlich war es einfach zu viel Teeniedrama. Besonders zu Beginn des Buches. Die Geschichte braucht recht lange, um in Fahrt zu kommen. Die Spannung baut sich recht langsam auf, auf wirklich spannende Szenen muss man recht lange warten. Am Anfang wird das Leben von Livia, welche mit ihren Eltern erst vor Kurzem nach Paris gezogen ist, thematisiert. Sie lernt einen Jungen kennen, den sie sofort anziehend findet. Auch der Junge namens Mael scheint ihre Nähe zu suchen. Oftmals wird das Gedankenkarussell von Livia recht ausgiebig in den Fokus gerückt. Ihre Selbstzweifel in Bezug auf Mael und auch, was es mit ihrer neuen Fähigkeit auf sich haben könnte. Livia ist eine liebenswerte und tollpatschige Person. Dennoch wirkte sie auf mich oftmals recht unreif für ihre sechzehn Jahre, sie gibt sich ganz ihren überspitzten Teenieproblemen hin und vergisst dabei das Wesentliche. Nur um dann, ein paar Seiten weiter, eine viel schwierigere Situation gekonnt zu meistern. Mael ist dagegen reifer und eher Herr über die Situation. Er gibt sich geheimnisvoll und oftmals wird man nicht schlau aus ihm. Am Ende des Buches gibt es eine Erklärung des Buches, die im Nachhinein sein Verhalten ganz gut auflöst.

    Besonders überzeugen konnten mich in „Gold&Schatten“ eigentlich die Nebencharaktere. Sie bestechen oftmals durch ihre Art oder auch durch ihren Humor oder Einzigartigkeit. Sie haben das Buch in meinen Augen erst richtig lebendig und vielseitig gemacht. Die Nebencharaktere konnten mich viel leichter in ihren Bann ziehen als die Protagonisten. Vielleicht auch einfach, weil kein ewiges Hin und Her thematisiert werden musste. Man hat sie gleich gut kennengelernt und konnte ihre Eigenarten wertschätzen.

    Die Darstellung der Götterwelt hat mir ganz gut gefallen. Wie sie ihren Alltag bewältigen und sich der heutigen Welt angepasst haben, aber dennoch so ihre ganz typischen Probleme haben. Diverse Anekdoten werden in die Handlung mit eingebunden und der ein oder andere lernt dabei vielleicht noch etwas über die griechische Mythologie.

    Das Ende fand ich recht gelungen. Dies hat für mich eigentlich den wesentlichen positiven Aspekt des Buches ausgemacht. Er war spannend und dramatisch, actionreich und unvorhersehbar. Erst die letzten Seiten konnten mein Interesse so richtig wecken, sodass ich gerne wissen möchte, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass im zweiten Band der Schwerpunkt eher auf der Weiterführung der Handlung liegt und nicht auf der tragischen Liebesgeschichte. Denn die Lovestory konnte mich leider nicht vollständig überzeugen.

    Insgesamt konnte Kira Licht mit „Gold und Schatten – Das erste Buch der Götter“ nicht vollständig überzeugen. Meine Erwartungen waren einfach andere – ich hätte mir weniger Teeniedrama gewünscht und dafür mehr griechische Mythologie. Dennoch hat es sich leicht lesen lassen und hatte interessante Aspekte. Dafür möchte ich 3 Sterne vergeben.

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    Das neue Buch von der Autorin Jenny- Mai Nuyen trägt den Titel „Die Töchter von Ilian“ und ist wieder mal ein Fantasy- Roman aus ihrer Feder, auf den ich mich sehr gefreut habe. Ich war sehr auf ein weiteres Fantasy- Werk von Nuyen gespannt, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

    Klappentext:

    Vier magische Artefakte bestimmen das Schicksal der Welt: Ein Becher, um die Vergangenheit zu bewahren. Eine Flöte, um mit Tieren zu sprechen. Ein Spiegel, um sich selbst zu erkennen. Eine Sternenscheibe, um die Zukunft zu sehen. Werden sie verschenkt, steigert sich die Macht der Artefakte, werden sie behalten, nimmt diese ab. Doch die magischen Artefakte sind verschollen. Die Weisen Frauen, die einst friedvoll mit ihnen regierten, sind in die Wälder geflohen, und Kriegsfürsten herrschen über Menschen, Zwerge und Elfen. Die Zeit ist gekommen, dass die Töchter aller Völker sich erheben, um die Macht zurückzugewinnen.

    Ihre früheren Fantasybücher wie z.B. Nijura oder Nocturna habe ich damals verschlungen. Als ich gelesen habe, dass Nuyen ein weiteres High- Fantasy- Werk veröffentlicht, habe ich mich darauf gefreut und konnte es kaum erwarten. Meine Erwartungen waren recht hoch. Und leider muss ich gestehen, dass diese nicht vollständig erfüllt wurden.

    Positiv möchte ich den poetischen und bildhaften Schreibstil von Nuyen hervorheben. Dieser ist wortgewaltig und hat mich in eine fantastische Welt katapultiert. Ich hatte das Gefühl, mit den Charakteren zusammen ein Abenteuer zu erleben und konnte mich in diesem Erzählstil richtig fallen lassen. „Die Töchter von Ilian“ hat viele spannende Passagen und recht unvorhersehbar. Einige Wendungen werden in die Geschichte eingebaut, die ich so nie erwartet hätte – oftmals wurde ich überrascht und die Geschichte entwickelte sich in eine ganz andere Richtung als ich vermutet hätte, wirkte dabei aber dennoch stimmig. Dies muss man Nuyen lassen, eine Geschichte spannend und vielschichtig aufbauen, kann sie. Die Grundidee konnte mich ebenfalls überzeugen. Die Geschichte rund um die vier Iliaden empfand ich fesselnd und überzeugend, welches ein solides Konzept abgegeben hat. Auch das Worldbuilding fand ich ansprechend. Eine vielseitige Welt mit einer eigenen Geschichte und unterschiedlichen Völkern und Traditionen wird erschaffen, sie besticht durch individuelle Ideen, die mit klassischen Ansätzen kombiniert werden. Die einzelnen Völker, welche diese Welt besiedeln, werden gut und umfangreich beleuchtet, sodass man einen guten Einblick in ihre Kultur erhält. Im Buch sind auch ein Personenregister und eine Landkarte beigefügt wurden. Besonders zu Beginn fand ich diese recht hilfreich und habe sie gerne zu Rate gezogen.

    Die Charaktere sind vielschichtig und haben ihre Ecken und Kanten. Die wichtigen Personen haben ihre eigene Geschichte, welche sie zu ihrem Handeln antreibt und dieses auch nachvollziehbar macht. Walgreta ist eine noch recht junge Zwergin, die bei den Weisen Frauen gelernt hat. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ist willensstark. Walgreta ist bereit, für ihre Meinung einzutreten und vertritt diese auch, auch wenn es manchmal sinnvoll gewesen wäre, diese nicht immer laut kundzutun. Fayanu ist ein Waldelf in Begleitung einer Gans. Von seinem Volk hat er eine schicksalsschwere Aufgabe übertragen bekommen, mit dessen er hadert. Er sucht seine Aufgabe in dieser Welt, will diese aber auch zu einer besseren machen. Rianon ist ein Fürst der Urier, er strebt nach Macht, ist aber im Vergleich zu anderen Männern seines Volkes noch recht human. Leider muss ich gestehen, dass ich trotz der Vielseitigkeit der Charaktere keine richtige Bindung zu diesen aufbauen konnte. Ich habe ihre Entwicklungen mit verfolgt und war auch gespannt, was sie noch alles erleben werden, welche Aufgaben sie meistern müssen – aber einen Zugang zu ihnen habe ich leider nicht gehabt. Mit Walgreta bin ich bis zum Ende des Buches leider nicht warm geworden- Fayanu ist mir da schon eher sympathisch geworden, wobei es auch bei ihm Passagen gab, da hätte ich ihn gerne voran gestoßen. Allgemein waren mir die Urier viel zu präsent. Dieses Volk ist recht rau und kämpferisch. Hier hätte ich mir ein paar Kürzungen gewünscht. Diverse kriegerische Auseinandersetzungen werden ausgefochten - nicht immer habe ich diese als spannend empfunden. Bei anderen Szenen hätte ich mir mehr Infos gewünscht – z.B. über das Volk der Elfen oder vielleicht auch über die Iliaden.

    Jenny- Mai Nuyen hat mit „Die Töchter von Ilian“ ein vielschichtiges, komplexes High- Fantasy- Werk mit einem überzeugendem Worldbuilding erschaffen. Doch leider habe ich keinen Zugang zu den Protagonisten gefunden. Die Grundidee konnte mich aber dennoch überzeugen. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben. 4ratten

    Ob ich hier meine Rezi zum dritten Teil "Sturmluft" posten darf? Ich wollte keinen extra Thread aufmachen.


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    Die deutsche Autorin Julia Dippel hat mit dem Fantasy- Werk „Sturmluft“ den dritten Teil zu ihrer Izara- Reihe veröffentlicht. Mit Spannung habe ich auf die Weiterführung der Geschichte rund um Ari und Lucian gewartet. Meine Anforderungen und Hoffnungen an dieses Werk waren wirklich groß – konnten mich doch die beiden Vorgänger „Das ewige Feuer“ und „Stille Wasser“ vollkommen in ihren Bann ziehen. Umso überraschter war ich, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Hierbei möchte ich auch empfehlen, dass man vorher die ersten beiden Bücher aus dieser Reihe gelesen haben sollte, ohne diese kann man der Handlung von „Sturmluft“ sonst nicht folgen.

    Klappentext:

    Ari glaubt, ihre große Liebe Lucian für immer verloren zu haben, und begibt sich auf die verzweifelte Suche nach seinem Mörder. Vor allem Lucians Vater rückt ins Fadenkreuz. Der mächtige Dämon fühlt sich in die Ecke gedrängt und setzt einen tödlichen Brachion auf Ari an. Doch der ist kein Unbekannter und stellt Aris Welt auf den Kopf …

    Nachdem der zweite Teil „Stille Wasser“ mit einem bösen Cliffhanger geendet hat, konnte ich es kaum erwarten, dass die Geschichte endlich weitergeführt wird. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht und habe daher den dritten Band mit Spannung erwartet.

    Dank dem sehr angenehmen Schreibstil von Julia Dippel bin ich gut in das Buch reingekommen. Dass ich den vorherigen Band gelesen habe, war schon einige Zeit her, dennoch bin ich sofort mitten in der Handlung gewesen, was auch daran lag, dass der Inhalt von „Stille Wasser“ noch sehr präsent war. Wesentliche Handlungsstränge werden zu Beginn nochmal kurz in die Story mit eingebunden, sodass man das Wichtigste wieder in Erinnerung gerufen bekommt. Aber auch der bildgewaltige und humorvolle Stil haben dazu geführt, dass ich mich gleich wieder wie zu Hause gefühlt habe, sodass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Dippel schreibt mit einer mitfühlenden Art, sodass die Emotionen der Charaktere gut transportiert werden und dabei geschickt mit der Handlung im Einklang stehen. „Sturmluft“ ist rasant, tempo- und actionreich. Man kommt von einer spannenden Szene in die nächste, als Leser kommt man kaum zu Luft. Viele unverhoffte Wendungen und Richtungswechsel werden eingebaut und man klebt quasi an den Seiten. Der Spannungsbogen wird permanent aufrechterhalten. Aber es gibt auch ruhige Sequenzen, in denen der Leser und auch die Protagonisten Luft holen können. Gut gefallen haben mir in diesen Passagen die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren. Man konnte sie dadurch besser verstehen und ihre Beweggründe nachvollziehen. Dippel schafft es auch in diesem Band wieder gekonnt, eine vielschichte Geschichte zu weben. Die einzelnen Handlungen sind miteinander verwoben, es erfolgt der Grundsatz, dass jeder Aktion auch eine Reaktion folgt. Man muss manchmal hinter die Fassade schauen, die einzelnen Charaktere und ihre Handlungen sind miteinander verwoben. Gekonnt werden sie verknüpft – dies steigert die Spannung, denn man wartet sehnsüchtig auf die Reaktion des Gegenpart und lauert, was hier wohl kommen mag.

    Überzeugen konnten mich auch dieses Mal wieder die Charaktere. Wobei ich als kleinen Kritikpunkt anbringen möchte, dass mir die Freunde von Ari in diesem Buch etwas zu kurz gekommen sind. Gerne hätte ich mehr über ihr Leben erfahren, während Ari ihren Weg geht. Mir hat hier einfach etwas gefehlt – dieses harmonische und freundschaftliche Miteinander. Eine taffe Gruppe, die sich gegenseitig unterstützt – mir war hier Ari viel zu präsent. Im Mittelpunkt stand eindeutig, wie sie mit ihren Problemen umgeht, wie sie versucht, mit dem Verlust von Lucian klarzukommen. Wobei mich Ari auch hier wieder überzeugen konnte, das will ich mit diesen Sätzen gar nicht schlecht reden. Mir war nur manchmal zu viel der Fokus auf Ari gelegt wurden. Besonders positiv hervorheben möchte ich Tristan. Dieser Charakter hat diverse Emotionen in mir hervorgerufen. Kleine Einblicke hinter seine Fassade, seine Maske haben mir hier besonders gefallen. Viele Charaktere bestechen durch ihre Vielschichtigkeit und konnten nicht vollkommen überzeugen. Auf Lucian möchte ich hier nicht weiter eingehen, da dies zu sehr spoilern würde.

    Auch sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein, dass auch diesmal wieder ein gewisser Aspekt auf den Emotionen und auch auf der Liebesgeschichte zwischen Ari und Lucian liegt. Die Geschichte zwischen den beiden nimmt einen gewissen Raum ein, ist aber nicht der Mittelpunkt der Handlung.

    Auch diesmal konnte mich Julia Dippel wieder vollkommen überzeugen – sowohl von ihrem Schreibstil, der Handlung als auch den Charakteren. Das Gesamtkonzept hat mich erneut überzeugt und bis auf ein paar Kleinigkeiten war ich rundum mit dem Fantasy- Buch begeistert. Daher möchte ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung vergeben.

    Gesa Schwartz hat mit „Emily Bones – Die Stadt der Geister“ eine schaurig- schöne Geistergeschichte geschrieben, welche ab 10 Jahren empfohlen wird.


    Klappentext:

    Emily glaubt zu träumen, als sie sich eines Nachts in einem Grab wiederfindet. Aber es ist kein Traum. Entsetzt stellt sie fest, dass sie gestorben ist und nun als Geist auf dem Friedhof Père Lachaise herumspuken muss. Aber sie denkt gar nicht daran, sich damit abzufinden. Denn sie ist keines natürlichen Todes gestorben, und fortan hat Emily nur noch ein Ziel: Sie will ihren Mörder finden und sich das Leben zurückholen, das er ihr gestohlen hat. Doch das ist selbst für einen Geist viel gefährlicher, als Emily es je für möglich gehalten hätte...


    Von der Autorin Gesa Schwartz kannte ich bereits andere Fantasy- Bücher für Erwachsene und war daher sehr auf ihr Kinderbuch gespannt. Der Schreibstil von ihr ist ja doch recht speziell und daher war ich sehr auf die Umsetzung gespannt.

    Zuerst ist mir die liebevolle Gestaltung positiv aufgefallen. Sie hat mich sofort überzeugen können und hat meine Neugier auf den Inhalt des Buches noch gesteigert. Der Schreibstil von Schwartz ist angenehm, phantasievoll und poetisch. Jedoch war ich positiv überrascht, dass der typische Erzählstil von der Autorin hier nicht so zum tragen kommt. Geschickt werden Bilder gemalt, in der poetischen Weise von Schwartz, bloß nicht so intensiv, wie ich es bisher von ihren bisherigen Büchern gewohnt war. Dies hat mir gut gefallen, es hat besser zu einem Kinder- /Jugendbuch gepasst. Schwartz zeichnet in „Emily Bones“ gekonnt ein ansprechendes Setting, man lernt Paris und seine schaurig- schöne Seite besser kennen. Das Setting wird gekonnt in die Handlung eingebunden und verstärkt die Atmosphäre. Auch dieses gekonnte Miteinander hat mich wieder vom Stil der Autorin überzeugen können.

    Gut gefallen haben mir auch die Charaktere. Diese sind gut ausgearbeitet, vielseitig und wirklich liebevoll gestaltet. Sie passen einfach zur Handlung und auch zur Atmosphäre und transportieren die Geschichte wunderbar. Allein die ganzen Wesen auf dem Friedhof fand ich wunderbar. Wie sie Emily aufnehmen und in ihren Kreis einführen, als sie als Geist auf diesem Friedhof erwacht. Klar, gibt es Anfangsschwierigkeiten – aber man muss ja auch erst mal überwinden, dass man als Geist wiedergeboren wurde. Protagonistin in das Mädchen Emily. Recht schnell erfährt man, wie sie gestorben ist und warum sie als Geist jetzt ihr Unwesen treibt. Sie hat ihr Herz am richtigen Fleck. Besonders ihre enge Bindung zu ihrer Schwester hat mir gut gefallen. Auch ist Emily mutig und kämpferisch, sie lässt sich nicht so schnell von ihrem Vorhaben abbringen und kämpft für ihre Sache. Ihre liebevolle und dennoch gewitzte Art konnten mich überzeugen. Emily ist ein Mädchen, welches Mut spendet und war mir sofort sympathisch, auch wenn sie manchmal flucht wie ein junger Kesselflicker. Dies hat die Situation gekonnt aufgelockert und ich mochte ihre Art einfach. Aber auch die anderen Charaktere waren liebevoll ausgearbeitet und haben die Geschichte bereichert.

    Trotz all dieser positiven Aufzählungen hatte ich leider so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Irgendwie konnte es mich nicht immer in seinen Bann ziehen – teilweise gab es langatmige Passagen, welche die Spannung des Buches deutlich gedämpft haben. Der Spannungsbogen konnte meiner Meinung nach nicht immer aufrechterhalten werden, ein paar Kürzungen hätten dem Buch gutgetan. Auch das eigentlich spannende Finale konnte mich nicht vollständig in seinen Bann ziehen. Es war gut umgesetzt, die Lösung hat mir gefallen, dennoch musste ich mich zwingen, die letzten Seiten nicht nur zu überfliegen. Die Geschichte und dessen Umsetzung konnten mich leider nicht vollständig überzeugen.


    Mit „Emily Bones- Die Stadt der Geister“ hat Gesa Schwartz ein schaurig- schönes Jugendbuch auf den Markt gebracht, welches mich leider nicht komplett überzeugen konnte. Ein wundervolles Setting mit einer ansprechenden Atmosphäre und liebevollen Charakteren, dennoch konnte mich die Geschichte nicht hundertprozentig fesseln. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    „The Crown’s Game“ aus der Feder von Evelyn Skye ist der Auftakt einer fantastischen Reihe, welche im alten Russland spielt - der erste Band ist an das frühe 19. Jahrhundert angelehnt.


    Klappentext:

    Die talentierte Vika kann den Schnee beschwören und Asche in Gold verwandeln. Der Einzelgänger Nikolai kann durch Wände sehen und Brücken aus dünner Luft zaubern. Sie sind Magier – die beiden einzigen in Russland. Und erbitterte Gegner, denn nur einer von ihnen kann der neue Magier des Zaren werden. Der Verlierer muss sterben. Und so treten Vika und Nikolai im 'Spiel der Krone' gegeneinander an, in dessen Verlauf sie sich gefährlich nahe kommen. Kann ihre Liebe den Verlauf des Spiels verändern und den Tod verhindern?


    Sowohl Cover als auch Klappentext und eine Leseprobe haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Es hat sich gut anlesen lassen und hat einen spannenden Kampf im Spiel der Krone versprochen. Jedoch wurden meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt.

    Zuerst möchte ich den angenehmen Schreibstil von Skye loben. Ich habe dank ihrer Beschreibungen gut in das Buch herein gefunden und besonders das Setting und die damit verbundene Atmosphäre haben mir sehr gefallen. Ich bin quasi im alten Russland spazieren gewesen, habe dieses Land ein bisschen besser kennen gelernt und habe es einfach genossen, eine Geschichte in diesem Setting zu lesen. Die Landschaftsbeschreibungen, welche gekonnt in die Handlung eingebunden wurden, habe ich genossen und hatte so ein Bild von der damaligen Zeit vor meinem Auge. Auch die Grundidee konnte mich begeistern. Zwei starke Magier gibt es in Russland, jedoch darf es nur einen geben, damit dieser vollständig auf die Magie zugreifen darf. Daher wird das Spiel der Krone ausgerufen. Die beiden Magier müssen ihr Können unter Beweis stellen und den Zar von ihrem Talent und ihrer Kraft überzeugen. Für einen von beiden geht dieses Spiel tödlich aus. Ich hatte mir in diesem Rahmen ein spannendes und dramatisches Spiel vorgestellt, indem die beiden Kontrahenten verbissen gegeneinander kämpfen und versuchen, den anderen zu übertrumpfen. Schließlich ist es ein Spiel um Leben und Tod. Sie müssen dem Zar beweisen, dass sie das Reich besser verteidigen können. Jedoch empfand ich die Umsetzung als mangelhaft. Es hat an Spannung und Dramatik gefehlt. Thema vom Spiel der Krone war der anstehende Geburtstag vom Zarensohn Pascha. Die Stadt wurde dekoriert oder Sachen zur Belustigung erfunden. Unterschwellig wurde versucht, dem anderen zu schaden, aber ohne es wirklich zu wollen. Aus dieser Grundidee hätte man viel mehr machen können und das Potential wurde einfach nicht genutzt, was wirklich schade ist. So wird daraus eher ein langweiliges Spiel, welches der Verschönerung der Stadt dient. Dramatik habe ich hier vergebens gesucht. Aus dem Spiel der Krone hätte man so viel machen können. Der allgemeine Aufbau und dessen Ablauf wurden mangelhaft umgesetzt und auch die Aufgaben innerhalb dessen hätte man besser darstellen können.

    Erzählt wird das Buch aus mehreren Perspektiven. Hierbei erfährt man abwechselnd die Geschichte aus der Sicht der beiden Magier Vika und Nikolai, welche gegensätzlicher nicht sein könnten. Vika ist ein wildes Mädchen, sie ist mit ihrem Vater auf einer kleinen Insel relativ isoliert aufgewachsen. Sie beweist im Verlauf des Buches öfters ihren Mut und Tatendrang, kann aber auch recht naiv reagieren. Nikolai ist dagegen ein zivilisierter junger Mann, welcher direkt in St. Petersburg in edlen Kreisen aufgewachsen ist. Er ist eher still und bedacht, im Verlauf des Buches ist er mir ans Herz gewachsen. Zwischen den beiden Protagonisten entwickelt sich natürlich immer mehr eine Bindung. Sie interessieren sich für den anderen Magier und eine Zuneigung ist absehbar. Mich hat die Beziehung zwischen den beiden nicht überzeugen können. Sie wirkte auf mich recht konstruiert. Diverse Nebencharaktere werden in die Handlung mit eingebaut, wobei hier besonders Pasche, der Sohn vom Zar, hervorsticht. Auch seine Person wurde interessant gestaltet und konnte mich begeistern. Von einem anderen Nebencharakter, welcher sogar einen einzelnen Erzählstrang bekam, hatte ich mir mehr erhofft. Diese Person war irgendwie nur Mittel zum Zweck. Mehr verrate ich hier nicht, dies würde zu sehr spoilern.


    Evelyn Skye hatte mit „The Crown’s Game“ eine tolle Grundidee, welche leider nur mangelhaft umgesetzt wurde. Meiner Meinung nach wurde hier viel Potential verschenkt, mehr Spannung und Dramatik hätte dem Buch gut getan. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Der Autor Oliver Pötzsch hat mit „Der Spielmann“ den Auftakt seiner Faustus- Reihe geschrieben, welche man in das Genre der historischen Romane einordnen kann.


    Klappentext:

    1486: Knittlingen ist ein ruhiger Ort im Kraichgau. Bis zu dem Tag, als die Gaukler in die Stadt kommen – und plötzlich Kinder verschwinden. Johann Georg, genannt „Faustus“, der Glückliche, kümmert das nicht. Ihn interessiert nur der Spielmann und Magier Tonio del Moravia: Von dem blassen Mann mit den stechend schwarzen Augen, der Johann eine große Zukunft als Gelehrter voraussagt, geht eine seltsame Faszination aus. Johann schließt sich ihm an, gemeinsam ziehen sie durch die deutschen Lande. Der junge Mann saugt alles auf, was Tonio ihm beibringt. Doch von Tonios Lehren geht eine ungeahnte Gefahr aus, und schon bald beschleicht Johann das Gefühl, dass sein Meister mit dunklen Mächten im Bunde steht. Mächte, die Johanns ganzes weiteres Leben bestimmen werden …


    Ich habe bereits andere Werke aus der Feder von Oliver Pötzsch gelesen, welche mich bisher alle in ihren Bann gezogen haben. Thematisch hat mich auch sein neustes Werk angesprochen. Ein Buch über die historische Persönlichkeit Johann Georg Faustus. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Werk und auch diesmal konnte mich Pötzsch von seinem Schreibtalent überzeugen.

    Der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil, dieser ist bildreich und packend. Dieser fesselnde Stil schafft es, dass die Seiten des umfangreichen historischen Werkes nur so dahinfliegen und man in eine längst vergangene Zeit hineingezogen wird. Dabei habe ich den Alltag vergessen können und habe zusammen mit Johann Georg Faustus einige Abenteuer bestreiten dürfen. Pötzsch gestaltet dieses Buch durchweg spannend. Einige interessante Wendungen, welche ich so nicht erwartet hätte, wurden eingebaut. Immer neue Aspekte wurden in die Geschichte eingeflochten und haben dazu geführt, dass man sowohl den Protagonisten als auch die damalige Zeit besser kennen gelernt hat. Jeder Seite merkt man an, dass eine umfangreiche Recherche zugrunde liegt. Gut gefallen hat mir hierbei die Mischung aus Fakten und Fiktion. Nicht immer ist erkennbar, ob hier ein wirkliches Geschehnis vorliegt, aber bei vielen Passagen kann man die vielseitigen Ausschmückungen und Erfindungen des Autors bewundern. Der Autor hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und hat dabei einiges an Herzblut in dieses Projekt einfließen lassen. Diverse Zitate wurden in die Handlung eingebunden und es hat mir große Freude bereitet, wenn ich eins entdeckt habe. Ansprechend empfand ich auch die beigefügte Karte, welche ich gerne als Orientierungshilfe genutzt habe, oder auch das Nachwort des Autors.

    Man lernt den Protagonisten Johann Georg, welcher von seiner Mutter liebevoll Faustus genannt wird, bereits in jungen Jahren kennen. Man erfährt das ein oder andere über seine nicht immer schöne Kindheit und wird mit ihm zusammen reifer und lernt immer mehr dazu. Faustus ist bereits in seiner Kindheit ein wissbegieriger und zielstrebiger Junge, diese Eigenschaften legt er auch mit fortschreitendem Alter nicht ab. Er strebt nach immer größerem Wissen und will die Geheimnisse der Welt erkundigen. Dabei merkt er recht oft nicht, was das für sein Umfeld oder seine Freunde bedeutet. Ein wichtiger Wegbegleiter ist der Magier Tonio del Moravia, er nimmt ihn nach einem Schicksalsschlag auf und wird sein Lehrmeister. Doch nicht alles ist immer so, wie es zunächst scheint. Tonio hat auch seine Schattenseiten und mit diesen wird Faustus konfrontiert. Ich muss leider gestehen, dass mir Johann Georg über die gesamte Anzahl an Seiten nicht wirklich sympathisch geworden ist. Leider ist er mir nie wirklich ans Herz gewachsen. Es war spannend und interessant, über ihn zu lesen, aber sein Umgang mit seinen Mitmenschen hat mich wohl davon abgehalten, dass er mir sympathisch wurde. Dennoch wurde er vielseitig gezeichnet und ich fand es gut, dass Faustus nicht als schillernde Persönlichkeit dargestellt wurde, dass auch Schattenseiten aufgezeigt wurden. Auch gut gefallen haben mir diverse Nebencharaktere, welche mir teilweise schon eher ans Herz gewachsen sind. Ihre Geschichten habe ich ebenfalls mit großem Interesse verfolgt.

    Pötzsch hat diverse interessante Ausführungen in die Handlung einfließen lassen. Zum Beispiel die Erstellung von Horoskopen oder auch das Leben als Gaukler, wie es damals gewesen sein könnte, konnten mich in ihren Bann ziehen. Sie haben das Buch vielseitiger gemacht, viele kleine Informationshappen wurden eingebaut und so hat man noch einiges über diese Zeit gelernt. Die Darstellung des Okkulten hat mir auch gefallen. Wobei ich mir an manchen Stellen nicht ganz sicher bin, ob hier fantastische Elemente mit eingebunden wurden oder ob der Autor uns nur die damaligen abergläubischen Denkweisen und Ansichten näher bringen wollte. Hier hoffe ich auf eine Erklärung im nächsten Band.


    Insgesamt konnte mich Oliver Pötzsch mit „Der Spielmann“ wieder von seiner Art, Geschichten zu erzählen, überzeugen. Leider bin ich mit dem Protagonisten Faustus nicht richtig warm geworden, was dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan hat. Jedoch ist meiner Meinung nach noch ein bisschen Luft nach oben, sodass ich 4 Sterne vergeben möchte.


    4ratten

    Der Autor Stephan M. Rother hat mit „Die Prophezeiung des magischen Steins“ ein Fantasy- Buch für Jugendliche geschrieben. Bisher ist es ein eigenständiges Werk und lässt sich somit ohne Vorkenntnisse lesen.


    Klappentext:

    Er ist ein Meisterwerk der alten Elben, eine der mächtigsten Schöpfungen ihrer Magie: der singende Stein. Dass ausgerechnet Dafydd, Lehrling des Barden Palatin, der Träger des magischen Steins sein soll, um dessen Besitz Kriege geführt wurden, vermag er kaum zu glauben. Und doch findet er sich bald mit Palatin, Prinzessin Livia, einem Gnom, einem Zwerg und der schrulligen Hexe Morgat im größten Abenteuer seines Lebens wieder. Können die Gefährten verhindern, dass das Land, wie sie es kennen, vergeht? Und kann die Magie des Steins auch Dafydds persönliches Glück beeinflussen? Denn trotz aller Standesunterschiede schlägt sein Herz für Prinzessin Livia…


    Als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, war sofort mein Interesse geweckt wurden. Und als ich dann auch noch gesehen habe, dass dieses Werk von Stephan M. Rother geschrieben wurde, wollte ich dieses nur zu gerne lesen. Hatte ich bereits einen Thriller und Fantasy für Erwachsenen von Rother gelesen, welche mir gut gefallen haben. Daher war ich sehr gespannt, ob der Autor auch Bücher für Jugendliche schreiben kann.

    Der Schreibstil ist, wie bereits aus seinen anderen Werken gewohnt, bildlich gehalten. Hat man sich erst einmal an diesen blumigen und teilweise etwas ausschweifenden Stil gewohnt, dann lässt sich das Buch sehr flüssig lesen, man kann in eine fremde Welt vollständig eintauchen und den Alltag dabei vergessen. Auch gibt es einige humorvolle Stellen, welche gut platziert wurden. Gut gefallen haben mir auch die Lieder und Gedichte, welche in die Handlung eingebaut wurden. „Die Prophezeiung des magischen Steins“ wird aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt, sodass man in die jeweiligen Charaktere einen guten Einblick bekommt. Auch erhält man dadurch einen besseren Überblick in die parallel verlaufenden Handlungen. Diese vielseitige Beleuchtung hat mir gut gefallen und hat die Geschichte dreidimensionaler und interessanter gemacht.

    Das Worldbuilding hat mir auch gut gefallen. Diese ist an eine mittelalterliche Welt, bevölkert mit fantastischen Wesen angelehnt. Es gibt Burgen und Schlösser mit Königen und Prinzen. Die Wesen sind hauptsächlich – neben den Menschen – Zwerge, Elfen, Gnome, Trolle oder auch Magier. Das Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden, es wird auf Altbewährtes zurückgegriffen. Mir hat hier so ein bisschen die Individualität gefehlt. Man muss nicht immer etwas komplett Neues erfinden – aber so ein spezielles Wiedererkennungszeichen, welches ich hier leider vergebens gesucht habe. Auch die Story an sich ist nichts Neuwertiges. Ein Junge aus der Unterschicht, der am Hof lebt und sich in die Prinzessin verliebt. Ein magisches Artefakt, welches zur Bedrohung der Welt werden könnte, gelangt es in die falschen Hände – und eine Reisegruppe, die diese Welt retten soll. Auch ist die Geschichte recht schwarz- weiß. Es gibt entweder gut oder böse. Klar, dies ist ein Jugendbuch, welches ab zwölf Jahre empfohlen wird. Aber ich hätte mir ein bisschen mehr Komplexität gewünscht. Manchmal hat mir einfach das Besondere gefehlt, der Spannungsbogen bleibt permanent hoch – viele spannende Wendungen oder Passagen werden eingebaut. Neue Situationen werden entworfen, aber so einen Spannungsverlauf habe ich leider nicht entdeckt. Am Ende kam es zur entscheidenden Schlacht, welche wohl der Höhepunkt des Buches sein soll.

    Die Charaktere haben mir gut gefallen. Dafydd, der männliche Protagonist, ist ein sympathischer Junge, welcher mir recht schnell ans Herz gewachsen ist. Seine Weiterentwicklung im Verlauf des Buches konnte mich überzeugen, er ist mit seinen Aufgaben gewachsen. Auch wie er mit dem Stein agiert, hat mir gefallen. Auch die Prinzessin wurde gut gezeichnet. Aber auch hier verläuft alles recht linear, was ich persönlich ein bisschen schade finde.


    Insgesamt hat mir das Fantasy- Jugendbuch „Die Prophezeiung des magsichen Steins“ von Stephan M. Rother gut gefallen. Eine interessante, vielseitige und spannende Handlung mit sympathischen Charakteren. Jedoch hat mir hier das besondere Etwas gefehlt, sodass der Funke nicht komplett übergesprungen ist. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Der skandinavische Autor Arne Dahl hat mit seinem Kriminalroma „Fünf plus drei“ einen neuen Fall von Berger und Blom auf den Markt gebracht. Die Vorgänger heißen „Sieben minus eins“ und „Sechs mal zwei“. Dies war mein erstes Buch von Arne Dahl, ich würde empfehlen, dass man die vorherigen Bände aus der Reihe bereits gelesen hat, einfach damit die Zusammenhänge besser verständlich sind und somit besser in die Geschichte findet. Es ist zwar auch möglich, dass man dieses Buch ohne Vorkenntnisse liest, aber für einen größeren Lesegenuss empfehle ich, dass man bereits die ersten beiden Bände dieser Reihe kennt.


    Klappentext:

    Sam Berger ist auf der Flucht. Nach einem Mord, den er nicht begangen hat, versteckt sich der ehemalige Polizist auf einer Insel im Stockholmer Schärengarten. Doch dann braucht der Schwedische Geheimdienst seine Hilfe: Der unter dem Tarnnamen Carsten operierende Ex- Geheimdienstler hält die siebzehnjährige Aisha in seiner Gewalt – und Sam Berger ist der Einzige, der sie finden kann.

    Wird es Berger gelingen, das Mädchen zu retten? Überlebt Molly Blom, Bergers letzte Vertraute, die nach einer Geiselnahme im Koma liegt? Als Carsten zuschlägt, sind nicht nur Berger und Blom in Gefahr. Der Spion unterhält beste Kontakte zum IS und verfolgt einen perfiden Plan: Er will, dass Berger das Mädchen findet. Sie ist der Schlüssel zu einem terroristischen Verbrechen, das ganz Schweden bedroht.


    Bisher hatte ich viele positive Stimmen zu den Büchern von dem skandinavischen Autor Arne Dahl gehört. Daher wollte ich mir ein eigenes Bild machen und wagte einen Quereinstieg in seine Reihe rund um das Ermittlerteam Sam Berger und Molly Blom. Doch leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt, dies hatte verschiedene Ursachen.

    Zum einen konnte mich der Erzählstil von Dahl nicht wirklich mitreisen. Er hat einen trockenen, teilweise recht sachlichen Stil. Oftmals wurden Andeutungen auf das spätere Geschehen gemacht. Mir persönlich fehlten so ein bisschen die Emotionen. Ich hatte das Gefühl, dass ich als neutraler Beobachter in das Geschehen geworfen wurde, welcher jedoch nur geduldet, aber nicht erwünscht war. So ein richtiger Bezug zu dem Buch wollte sich nicht einstellen, ich bekam keine Verbindung zur Geschichte und habe daher auch nicht wirklich mitfiebern können. Positiv möchte ich aber die tollen Landschaftsbeschreibungen erwähnen. Die Atmosphäre von Schweden wurde gekonnt in das Geschehen mit eingebunden. Allgemein hat mir das Setting ganz gut gefallen. Die Umgebungen wurden gut beschrieben und es hat irgendwie perfekt zur Geschichte gepasst. Dieses raue und winterliche Klima hat sich den Fall und auch das Ermittlerteam ergänzt. Manche Wendungen waren unerwartet, andere eher vorhersehbar. Beziehungsweise konnte man erahnen, in welche Richtung die Handlung gehen wird und das in manchen Situationen einfach noch etwas kommt, das dieser Faden noch nicht zu Ende erzählt wurde.

    Der Einstieg in das Buch ist mir relativ schwer gefallen. Die ersten Seiten habe ich als rätselhaft empfunden. Manche Zusammenhänge haben sich mir nicht erschlossen, waren für mich nicht nachvollziehbar. Ob dies daran liegt, dass ich die Vorgänger nicht gelesen habe oder ob dies die Absicht des Autors war – ob er damit zusätzliche Spannung erzeugen wollte – kann ich leider nicht nachvollziehen. Auch konnte ich leider keinen Bezug zu den Charakteren aufbauen. Sie wurden mir auch im späteren Verlauf der Handlung leider nicht sympathischer. Jeder scheint sein eigenes Süppchen zu kochen und spinnt seine eigenen Intrigen, verfolgt seine eigenen Ziele. Jeder misstraut jedem, vertraut sich niemanden wirklich an. Verlangt im Gegenzug aber von seinem Gegenüber, dass dieser ihm vertraut. Manchmal wirkten die Vergangenheit und der jeweilige Hintergrund diverser Charaktere für mich recht konstruiert. Als wurde es speziell für diese Story so eingerichtet, dass es passt, es wirkte auf mich leider nicht stimmig – zu stark in die Handlung reingepresst.

    Leider musste ich mich teilweise ein bisschen durch das Buch durchbeißen. Weder die Story an sich noch die Charaktere konnten mich vollkommen überzeugen. Es gab aber auch Passagen, die mir wieder gut gefallen haben, auch wenn dies nicht die Mehrheit war.


    Insgesamt konnte mich Arne Dahl mit „Fünf plus drei“ leider nicht in den Bann ziehen. Ich empfand dieses Buch als recht zäh und auch mit den Charakteren bin ich nicht wirklich warm geworden. Dies kann aber auch daran liegen, dass dies mein erstes Buch aus seiner Feder war. Daher würde ich es nicht für Quereinsteiger empfehlen. Leider kann ich dem Buch nur 2,5 Sterne vergeben. Ob ich ein weiteres Buch von Dahl lesen werde, bleibt ungewiss.


    2ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Das Jugendbuch „Vollendet – Die Flucht“ von Neal Shusterman ist der Auftakt einer dystopischen Reihe, welches mir persönlich echt gut gefallen hat. Ich würde dieses Buch aber nicht für zartbesaitete Leser empfehlen, besonders für manche Jugendliche sollte das zentrale Thema nicht immer leicht zu verarbeiten sein.


    Klappentext:

    Sie sagen, dass du weiterlebst. Sie lügen.

    Connor, 16 Jahre alt und ständiger Unruhestifter, hat es längst geahnt, doch nun steht es fest: Er soll umgewandelt werden. Seine Eltern haben seinen Körper vollständig zur Organspende freigegeben. Und zwar nicht erst nach seinem Tod. Sondern sofort. Risa ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und darf nicht länger auf Kosten des Staates leben. Auch sie soll umgewandelt werden. Als ihre Wege sich unerwartet treffen, müssen Connor und Risa sich blitzschnell entscheiden – Flucht oder Umwandlung? Können sie dem System entkommen, das Jagd auf Menschen wie sie macht?


    Allein der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Das zentrale Thema dieser Dystopie ist schockierend, faszinierend und genial zugleich. Allein der Gedanke, dass solch eine Welt, in der Abtreibung per Gesetz verboten ist und auch, dass man seine Kinder bis zu einem gewissen Alter einfach zur vollständigen Organspende freigeben kann, existiert – finde ich bestürzend. Ein wirklich faszinierender Gedanke, der mich in seinen Bann gezogen hat und ich war schon sehr auf die Umsetzung gespannt. Wie wird der Autor diesen Gedanken weiterspinnen, welche Welt wird er kreieren und wie wird er all dies in Szene setzen, wie ist der Handlungsverlauf. Daher war ich sehr neugierig auf dieses Werk und ich wurde nicht enttäuscht.

    Zu Beginn des Buches brauchte ich ein paar Seiten länger als gewöhnlich, um einen Zugang zu diesem Werk zu erhalten. Ich musste mich erst einmal in dieser fremdartigen Welt zurechtfinden, musste mich darauf einlassen und die Informationen verarbeiten. Eltern können ihr Kind, wenn dieses die Erwartungen nicht erfüllt oder Probleme macht, bis zu einem gewissen Alter, welches auf siebzehn Jahre fest gesetzt wurde, als Organspender freigegeben, ohne eine Zustimmung von Seiten des Kindes natürlich. Quasi eine rückwirkende Abtreibung. Dabei werden alle Körperteile verwertet. Darauf musste ich mich erst einmal gedanklich einlassen. Auch an die Protagonisten musste ich mich auch erst gewöhnen. Diese sind recht unterschiedlich, haben alle ihre eigene ganz persönliche Geschichte. Connor ist ein rebellischer Jugendlicher, der manchmal erst handelt und dann darüber nachdenkt. Er hat quasi eine kurze Zündschnur. Daher lassen ihn seine Eltern umwandeln. Risa kommt aus einem Waisenhaus. Da sie keine besonderen Qualifikationen vorweisen kann und Platz und Geld in solch einer Einrichtung knapp sind, soll auch sie umgewandelt werden. Und dann ist da noch Lev, welcher aus einer religiösen Familie kommt. Aus Gründen der Religion, dass man den zehnten Teil seines Eigentums abgeben soll, soll auch er umgewandelt werden. Drei Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen umgewandelt werden sollen, also komplett als Organspender freigegeben wurden sind. Dies bringt ein gewisses Konfliktpotential mit sich, haben sie doch unterschiedliches erlebt und sehen gewisse Dinge einfach anders. Insgesamt wirken die Protagonisten auf mich sehr plastisch, sie haben ihre eigene Hintergrundgeschichte, die mich überzeugen konnte. Sie entwickeln sich im Verlauf der Handlung. Wachsen mit ihren Aufgaben und der gegenwärtigen Situation mit. Man fiebert mit ihnen mit und bangt um sie, wünscht ihnen nur das Beste und hofft. Aber auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen. Manche haben mehr Raum erhalten, als ich zuerst vermutet hätte und konnten mich von ihrer Art und auch von dem Talent des Autors überzeugen.

    Shusterman konnte mich mit seinem interessanten Setting überzeugen, aber auch mit seiner Art, diese Geschichte zu erzählen. Ein spannendes und schockierendes Thema, welches erschreckend glaubhaft dargestellt wurde und welches fesselnd umgesetzt wurde. Viele überraschende Wendungen sind eingebaut wurden und nicht alles verlauft so, wie gewünscht oder auch geradlinig. Der Autor konnte mich begeistern und ich hing an quasi an seinen Lippen. Viele Ideen zum Thema Abtreibung oder auch Organspende wurden in die Handlung mit eingebaut, welche mich gebannt und zeitgleich erschüttert haben.


    Insgesamt hat mir der Reihenauftakt „Vollendet – Die Flucht“ zu der Dystopie aus der Feder von Neal Shusterman überzeugen können. Er war spannend, mit einem tollen Setting und überzeugenden Charakteren. Da mir der Einstieg in die Geschichte leider ein bisschen schwer gefallen ist, möchte ich 4 Sterne vergeben. Ich bin schon sehr auf die Weiterführung gespannt und werde diese Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.


    4ratten

    Das neuste Buch aus der Feder von Ulf Schiewe trägt den Titel „Land in Sturm“. Dies ist kein typischer historischer Roman, welcher sich auf einen einzelnen Zeitabschnitt fokussiert, umspannt dieses Werk doch fast 1000 Jahre deutscher Geschichte.


    Klappentext:

    Bayern, AD 995: Weil er zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt wird, flieht der junge Schmied Arnulf vor seinen Verfolgern über die Berge. Mitten im Wald trifft er auf Hedwig, die von feindlichen Ungarn verschleppt wurde, aber entkommen konnte. Gemeinsam wandern sie nach Augsburg, wo sie in die Ereignisse um die große Ungarnschlacht König Ottos verwickelt werden. Dabei verlieben sie sich - und legen den Grundstein einer Familie, deren Nachkommen durch manchen Sturm gehen müssen, bevor sie fast tausend Jahre später die Deutsche Revolution miterleben.


    Als ich die Beschreibung zu dem neuen Werk von Ulf Schiewe gelesen habe, war ich sofort an diesem Werk interessiert. Von Schiewe habe ich schon diverse Bücher gelesen, welche mich allesamt begeistern konnten. Und sein neustes Werk machte einen besonderen Eindruck auf mich. Dieses umfangreiche Buch beginnt seine Erzählungen im Jahre 955 und endet im Jahre 1848. Wie möchte man fast eintausend Jahre Geschichte in ein einziges Buch bringen und dieses spannend, informativ und fesselnd zugleich gestalten? Dem Autor ist dies auf eine bemerkenswerte Weise gelungen.

    Der Schreibstil von Schiewe ist, wie ich es bereits aus seinen anderen Werken gewohnt war, angenehm und bildhaft. Die Seiten fliegen nur so dahin und er meistert es gekonnt, dem geneigten Leser ein Bild zu zeichnen, sodass sich dieser selber einen Eindruck machen kann, wie es damals gewesen sein könnte. Immer wieder gestaltet er aufs Neue einen ansprechenden und vielseitig historischen Rahmen und verpackt deutsche Geschichte informativ und interessant zugleich.

    Das Buch ist in fünf Abschnitte eingeteilt. Diese thematisieren, mit Ausnahme der letzten beiden Abschnitte, jeweils eine andere Zeitepoche. Dadurch bekommt man einen Einblick in die unterschiedlichen wichtigen Ereignisse der deutschen Geschichte. Die Auswahl der entsprechenden Epochen und dem wichtigen Ereignis ist meiner Meinung nach gut gewählt. Wesentliche Ereignisse werden erzählt, verschiedene Protagonisten werden eingeführt und vorgestellt. An diesen Aspekt des Buches musste ich mich erst gewöhnen. Auch werden manchmal dieselben Namen innerhalb einer Familie verwendet. Zum einen hat es den positiven Effekt, dass man diese besser einordnen kann und sich auch nicht zu viele Namen merken muss. Aber auf der anderen Seite hat es den negativen Effekt, dass man manchmal mit diesem Namen einfach den anderen Protagonisten aus einem anderen Zeitstrang damit verbindet. Dadurch, dass jeder Abschnitt etwa 200 Seiten stark ist, fehlte mir manchmal einfach die charakterliche Tiefe. Auch ist es mit besonders zu Beginn des Buches schwer gefallen, mich wieder von einem liebgewonnenen Charakter zu verabschieden. Mir fiel es schwer, mich auf den neuen Abschnitt und somit auch auf eine neue Zeit einzulassen. Dieser historische Roman verfolgt ein interessantes Konzept, an welches ich mich jedoch erst gewöhnen musste. Im Verlaufe ist mir dies leichter gefallen, die Protagonisten loszulassen. Gut gefallen hat mir, dass die Unterschiede der Zeiten gut dargestellt wurde. Da diverse Zeitsprünge nicht vermeidbar sind bei solch einem Buch, kann man den Wandel der Zeit gut erkennen. Allein von Abschnitt zu Abschnitt sind diese schon gut bemerkbar – vergleicht man den ersten und den letzten Abschnitt miteinander, sind diese Unterschiede schon immens. Mir gefällt diese Darstellung, auch sind die Abschnitte jeweils mit unzähligen liebevollen Details versehen. Jeder Seite merkt man die umfangreiche Recherchearbeit an. Für jede Zeitepoche eine umfangreiche Recherche zu betreiben, war ein mühseliges Unterfangen und Schiewe ist es gekonnt gelungen, den richtigen Ton zu treffen und ein Feeling der entsprechenden Epoche zu vermitteln. Auch hat er die einzelnen Geschichten mit einem Gegenstand verknüpft, der sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Abschnitte zieht, welcher manchmal sogar ein wichtiges Element der einzelnen Geschichte darstellt.

    Gefallen hat mir auch, dass der Fokus auf der einfachen Bevölkerung liegt. Man bekommt mit, wie das Volk unter den jeweiligen kriegerischen Auseinandersetzungen zu leiden hat, was es von diesen denkt und wie sich Informationen verbreiten. Auch was sie von der Obrigkeit denken oder auch, welchen Einfluss diese auf das einfache Volk hat.

    An manchen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Dadurch, dass mehrere wesentliche Epochen thematisiert werden, sind die Abschnitte nicht so lang, wie ich es von einem historischen Roman gewöhnt bin. Dadurch werden manche Ereignisse nur kurz angekratzt. Das fand ich manchmal etwas schade, hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass der Autor tiefer in die Materie eingedrungen wäre und vielleicht weniger Zeitepochen behandelt hätte. Aber trotzdem bekommt man viele Informationen geliefert. Dies ist einfach nur ein persönliches Empfinden.


    Insgesamt hat Ulf Schiewe mit „Land im Sturm“ ein vielseitiges historisches Werk geschaffen, welches einen interessanten Einblick in den Abriss der deutschen Geschichte behandelt. Man lernt etwas über den Wandel der Zeit und welche Ereignisse prägend waren, wie sich die Bevölkerung entwickelt hat und wie es unter den Kriegen zu leiden hatte, aber auch welche Fortschritte es gemacht hat. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.


    4ratten

    Die junge Autorin Kaja Bergmann hat mit dem Jugenbuch „Gabriel – Duell der Engel“ ein Werk erschaffen, welches inhaltlich betrachtet mehr ist, als man zunächst vielleicht vermuten würde.


    Klappentext:

    Der 17-jährige Gabriel spürt, dass er ein Engel ist. Und er hat einen Auftrag, den nur er erfüllen kann: er muss Seraphin stoppen, einen Todesengel, der ihn bedroht und wahllos Menschen tötet. Als Seraphin ankündigt, auch Gabriels Freundin Sonja zu ermorden, sieht Gabriel nur noch eine Chance … oder ist es schon zu spät?


    „Gabriel – Duell der Engel“ war mein erstes Buch aus der Feder von Kaja Bergmann. Leider konnte mich ihr Jugendbuch nicht überzeugen, welches unterschiedliche Gründe hat.

    Zuerst war der Erzählstil recht gewöhnungsbedürftig. Auf den ersten Seiten dachte ich noch, dass ich mich im Verlauf des Buches daran gewöhnen würde. Doch leider war dies nicht so. Auf mich wirkte der Stil noch recht unreif und teilweise auch unausgeglichen. Ich empfand ihn als flapsig und teilweise zu gewollt jugendlich. Mit fortschreitender Seitenzahl hat mich dieser Erzählstil immer mehr genervt und ich war froh, dass dieses Buch nur einen geringen Umfang vorzuweisen hat.

    Auch empfand ich das Buch nicht wirklich als spannend. Es konnte mich einfach nicht fesseln. Auf den ersten Seiten passiert inhaltlich nicht viel. Gabriel kommt mit Sonja zusammen und die beiden genießen ihre gemeinsame Zeit. Dazwischen wird kurz thematisiert, dass Gabriel entdeckt, dass er ein Engel ist. Auch wird angerissen, wie er die daraus resultierenden Vorteile genießt und abends seine Flugrunden dreht. Erst als ein neuer Schulkamerad namens Seraphin die Bühne betritt wird ein gewisses Konfliktpotential aufgebaut. Aber dies empfand ich als recht vorhersehbar, meist war schon vorher klar, wie die Geschichte weitergeführt wird. Daher konnte mich auch diese mögliche Spannungsquelle nicht wirklich an die Seiten fesseln.

    Schade fand ich auch, dass das Potential dieser Geschichte nicht genutzt wird. Vieles wird nur oberflächlich behandelt. Diverse Gedankengänge oder auch Handlungsstränge werden kurz angerissen. Nur um kurz darauf die Handlung weitervoranzutreiben. Etwas mehr Tiefe habe ich hier leider vergeblich gesucht. Erst am Ende konnte dies besser umgesetzt werden. Die Grundidee ist wirklich nicht schlecht. Doch leider ist dessen Umsetzung mangelhaft, das Potential wurde meiner Meinung nach nicht genutzt. Auch hatte ich etwas vollkommen anderes erwartet. Der Titel weckt meiner Meinung nach falsche Hoffnungen. Werden diese dann nicht erfüllt, ist man vielleicht von diesem Buch enttäuscht.

    Auch muss ich leider sagen, dass mir der Protagonist über das Buch hinweg nicht ans Herz gewachsen ist. Ich konnte leider keine Bindung zu ihm aufbauen, er wirkte auf mich einfach zu unreif und auch naiv und irgendwie ist der Funke einfach nicht übergesprungen.

    Das Ende empfand ich als positiv, obwohl ich irgendwie etwas anderes erwartet hätte. Es lässt den Inhalt noch einmal in einem anderen Licht erscheinen. Rückblickend verändert es inhaltlich einiges, sodass man dieses Buch nochmal in Bezug auf den Inhalt überdenkt. Auch lässt es das Buch nochmal nachklingen. Dennoch konnte es meine Meinung zu diesem Buch nicht im Wesentlichen ändern.


    Allgemein konnte mich Kaja Bergmann mit „Gabriel – Duell der Engel“ nicht überzeugen. Ich hatte einfach etwas total anderes erwartet und hatte mir auch mehr davon erhofft. Ich war froh, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Auch das positivere Ende konnte meine eher negative Meinung zu diesem Werk nicht signifikant verbessern. Daher kann ich leider nur 2 Sterne vergeben.


    2ratten

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    Der Autor Elias Haller hat mit dem Thriller „Tod und tiefer Fall“ den Auftakt seiner Reihe rund um den Ermittler Erik Donner geschrieben. Weitere Werke mit Erik Donner in der zentralen Rolle sind bereits veröffentlicht wurden.


    Klappentext:

    Kann ein Kommissar zum Monster werden? Und was tut ein Mann, dem alles genommen wurde?

    Seine Tochter ist tot, seine Frau verschwunden. Kriminalhauptkommissar Erik Donner ist nicht nur seelisch gebrochen, sondern nach einem Dachsturz auch körperlich entstellt. Den ehemals besten Ermittler der Mordkommission hat man an den Schreibtisch verbannt, beruflich bedeutet das sein Ende. Doch dann erhält er eine Nachricht von seinem toten Partner – von dem Mann, der für den Verlust von Donners Familie verantwortlich ist. Eine gnadenlose Jagd beginnt, bei der ein Verbrechen aus der Vergangenheit tödliche Folgen hat.


    Ich habe schon viel Positives über die Bücher von Elias Haller gehört und daher waren meine Erwartungen an diese Reihe auch recht hoch. Gespannt war ich auf den ersten Band dieser Reihe und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

    Der Schreibstil von Haller ist sehr angenehm. Auch gestaltet er diesen Thriller ziemlich temporeich. Kurze Kapitel erhöhen zusätzlich noch das Tempo und die Spannung, welche konsequent hoch gehalten wird. Eine spannende und actionreiche Jagd wird aufgebaut und erreicht am Ende ihren Höhepunkt. Die Seiten fliegen nur so dahin. Weder Leser noch der Protagonist bekommt eine große Verschnaufpause. Permanent werden neue Wendungen oder Erkenntnisse eingebaut, einen Stillstand gibt es nicht. Auch schafft es der Autor, dass man als Leser seine eigenen Vermutungen anstellt, was hinter all dem stecken könnte. Man entwickelt eigene Theorien und verwirft diese wieder. Gut gefallen hat mir auch, dass Rückblenden eingebaut werden. Diese sind relevant für die Gegenwart. Immer mehr erkennt man, welchen Einfluss das damalige Geschehen auf die aktuellen Ereignisse hat. Wie Puzzlestücke setzen sich diese langsam aber stetig zusammen, sodass am Ende ein stimmiges Bild entsteht. Dadurch lernt man den Ermittler Erik Donner auch besser kennen. Man erfährt, welch tragisches Schicksal er erleiden musste und welches ihn geprägt hat. Donner musste in der Vergangenheit einiges erleben. Seine Frau ist verschwunden, ohne dass es eine Erklärung dafür gibt. Auch seine Tochter ist verstorben. Sie wurde von seinem ehemaligen Partner Jeff Balthasar ermordet. Dies hat ihn gezeichnet. Donner ist kantig, ein typischer Eigenbrötler, der von seinen Mitmenschen am liebsten in Ruhe gelassen werden möchte. Er ist nicht wirklich freundlich zu seinem Umfeld. Dennoch hat er sein Herz am richtigen Fleck und muss erkennen, dass ihm an gewissen Menschen doch noch etwas liegt, dass es Menschen gibt, die ihm wichtig sind. Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Ermittler. Ich musste mich erst an seine ruppige Art gewöhnen. Ganz sympathisch ist er mir bis zum Ende zwar auch noch nicht geworden, aber unsympathisch ist er mir eigentlich auch nicht.

    Am Anfang des Buches musste ich mich erst einmal in dieses herein finden. Es wurden Andeutungen bezüglich Donners Vergangenheit gemacht, auch in Verbindung mit seinem ehemaligen Partner. Oftmals hatte ich daher das Gefühl, dass ich etwas Wichtiges überlesen hätte. Aber dies legt sich mit der Zeit und ich habe mich immer besser in die bestehende Situation einfinden können.

    Positiv möchte ich auch die Auflösung erwähnen. Diese konnte mich überraschen. Bis zum Ende habe ich über die genauen Zusammenhänge gerätselt. Auch hat es mir gefallen, dass der Fall abgeschlossen wurde und keine wichtigen Fragen offen geblieben sind.


    Insgesamt konnte mich Elias Haller mit seinem Thriller „Tod und tiefer Fall“ von seinem Erzähltalent überzeugen. Gerne würde ich mehr über Erik Donner lesen. Für dieses Buch möchte ich 4 Sterne vergeben.



    4ratten

    Das fantastische Jugendbuch „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ aus der Feder von Tracy Banghart ist ein Reihenauftakt, welcher bereits existierende Elemente aus recht bekannten Büchern dieses Genres aufgreift und dennoch eine ganz eigene Geschichte daraus macht.


    Klappentext:

    Sie haben keine Rechte. Sie mussten ihre Träume aufgeben. Doch sie kämpfen eisern für Freiheit und Liebe.

    Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinandergerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.


    Der Klappentext hat mich auf den Inhalt des Buches neugierig gemacht, sodass ich dieses Werk gerne lesen wollte, ohne dass ich von diesem Hype um „Iron Flowers“ etwas mitbekommen habe. Nachdem ich den Reihenauftakt gelesen habe, kann ich diese Menge an positivem Feedback nicht ganz nachvollziehen. Es lässt sich ganz gut lesen, aber vollkommen begeistert bin ich leider nicht von diesem Buch.

    Der Schreibstil von Tracy Banghart ist recht einfach und leicht gehalten. Dadurch lässt sich das Buch flüssig lesen, teilweise fliegen die Seiten nur so dahin. Interessant fand ich auch die Welt, welche die Autorin geschaffen hat. Frauen werden unterdrückt und Bildung wird ihnen eigentlich untersagt. Sie dienen als günstige Arbeitskraft oder auch als hübsches Anschauungsobjekt für den Regenten und dessen reichere Gesellschaft. Nicht wirklich eine neue Erfindung, über solch eine Welt zu schreiben, aber trotzdem wurde mein Interesse geweckt und gerne wollte ich lesen, was Banghart aus dieser Idee macht. Auch der Titel „Die Rebellinnen“ hat mein Interesse geweckt und so war ich recht gespannt auf die Geschichte. Leider wurde meiner Meinung nach das Potential nicht vollständig ausgeschöpft. Allein die gezeichnete Welt erscheint noch recht blass. Erste Andeutungen werden gemacht, man bekommt als Leser auch ein bisschen was über die Vergangenheit dieser Welt erzählt. Aber dies sind wirklich nur kleine Häppchen, welche ködern sollen. Man erfährt recht wenig über diese erfundene Welt. Ich hoffe, dass im Verlauf der Reihe noch intensiver darüber berichtet wird.

    Der Perspektivenwechsel wird gut eingesetzt, die Spannung wird dadurch gesteigert. „Iron Flowers“ wird abwechselnd aus der Sicht der beiden sehr unterschiedlichen Schwestern erzählt. Auch wird eine geschickt eingesetzte Wendung zu Beginn des Buches eingebaut, welche ich so nicht erwartet hätte. Dadurch kommt zusätzliche Spannung auf und im späteren Verlauf des Buches müssen die beiden Schwestern alleine – ohne die bekannte Unterstützung der anderen – überleben. Sie werden aus ihrem bekannten Umfeld gerissen und somit auch aus ihrem gewohnten Leben – müssen sich neuen Aufgaben stellen und an diesen wachsen. Die unterschiedlichen Ansichten und Herangehensweisen wurden gut herausgearbeitet. Mir hat es gefallen, dass die beiden so unterschiedlich sind, aber dennoch eigentlich auf die andere angewiesen sind. Erst als sie getrennt werden, müssen sie die Erfahrung machen, was es bedeutet, auf die Hilfe der Schwester verzichten zu müssen. Zu Beginn fand ich Nomi sympathischer. Sie war rebellischer veranlagt und gebrauchte ihren Kopf, hinterfragte Altbekanntes und wollte nicht alles einfach so hinnehmen. Serina widersetzte sich den Traditionen nicht, sie ging darin auf, sah vielleicht sogar einen Sinn darin. Aber in späteren Verlauf des Buches änderte sich meine Sympathie drastisch. Nomi wirkte teilweise recht naiv und unbeholfen, klammerste sich an jedem Strohhalm, was ich sehr schade fand. Sie wurde immer blasser. Und auch die Wendung in ihrer Erzählperspektive empfand ich nicht als überraschend, im Gegenteil sie war eigentlich recht vorhersehbar. Umso enttäuschter war ich, als Banghart mir diese Wendung als überraschend unterschmuggeln wollte. Serina dagegen macht eine tolle Wandlung durch. Ihre Charakterentwicklung fand ich richtig gut, wobei ich mich dann schon fragte, in wie weit dies realistisch ist. Aber wie sie sich in die neue Umgebung einfügt und langsam die Traditionen und somit auch die Folgen durchdenkt, fand ich echt gut und auch wurden meiner Meinung nach auch ansprechend umgesetzt.

    Schade fand ich auch, dass die Nebencharaktere recht blass blieben, auch hier wurde definitiv Potential verschenkt. Meine Hoffnung ist, dass diese im Verlauf der Reihe noch besser ausgebaut werden und der Schwerpunkt nicht nur auf den beiden Schwestern und dessen charakterliche Wandlung liegen wird.

    „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ endet mit einem Cliffhanger, sodass man als Leser gerne erfahren möchte, wie es mit Nomi und Serina weitergeht. Welche Folgen ihre Handlungen haben werden und wie sie diese neuen Aufgaben meistern werden.


    Insgesamt konnte mich Tracy Banghart mit ihrem Jugendbuch „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ nicht vollständig überzeugen. Es gibt ein paar nette Ansätze, dennoch wurde recht viel Potential verschenkt. Dafür möchte ich 3,5 Sterne vergeben.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Mit dem Fantasy- Buch „Nevernight – Das Spiel“ hat der Autor Jay Kristoff die Fortsetzung seiner Nevernight- Reihe veröffentlicht, in dieser erzählt er von dem abenteuerreichen Leben der Klinge Mia Corvere. Damit man dem Buch inhaltlich folgen kann, würde ich dringendst empfehlen, dass man den Vorgänger „Nevernight – Die Prüfung“ bereits gelesen hat, da diese Bücher recht dicht und gehaltvoll geschrieben sind.


    Klappentext:

    Die epische Rachegeschichte geht weiter. Nachdem Mia einen der Männer umgebracht hat, die für die Zerstörung ihrer Familie verantwortlich sind, bleiben noch zwei übrig: Kardinal Duomo und Konsul Scaeva. Beide sind jedoch vor der Öffentlichkeit abgeschirmt und für Mia unerreichbar. Schlimmer noch: Die Rote Kirche selbst scheint Scaeva zu schützen und allmählich beschleicht Mia ein furchtbarer Verdacht…

    Um an Scaeva heranzukommen, geht Mia ein großes Risiko ein: Sie kehrt der Kirche den Rücken und begibt sich selbst in die Sklaverei, um als Gladiatorin an den Großen Spielen in Gottesgrab teilzunehmen. Denn dem Gewinner, so heißt es, wird eine private Audienz beim Konsul gewährt. Doch Mia merkt schnell, dass sie diesmal zu weit gegangen ist, denn auf dem blutigen Sand der Arena gibt es keine Gnade und nur eine Regel: Ruhm und Ehre – oder Tod.


    Der erste Teil der Nevernight- Reihe war letztes Jahr eins meiner Jahreshighlights gewesen und wie habe ich der Fortsetzung dieser Reihe entgegengefiebert. Ich konnte es nicht erwarten, endlich zu lese, wie es mit Mia weitergeht. Und wie geht es mir jetzt, nachdem ich den zweiten Teil gelesen habe? Ich will einfach wissen, wie es weitergeht. Jay Kristoff schafft es, dass man süchtig nach seinen Büchern wird und dessen Erscheinungsdatum entgegenfiebert.

    Auch hier hat mir die Gestaltung wieder ausgesprochen gut gefallen. Die beigefügten Karten sind liebevoll gestaltet und helfen einem, sich in dieser detailreichen Welt zurechtzufinden. Zu Beginn des Buches ist ein Personenregister angeführt, welches nochmal die wichtigsten Personen auf eine spezielle und humorvolle Weise vorstellt. Allein dieses hat mir das Gefühl gegeben, alte Freunde endlich wieder zu treffen.

    Auch diesmal konnte mich der Autor Kristoff wieder von seinem Schreibstil und seinem Talent, eine Geschichte zu erzählen, überzeugen. Er hat einen bildhaften und poetischen Stil, wobei er auch actionreich und brutal kann. Kristoff schafft es meisterhaft eine Atmosphäre aufzubauen und diese zu seinen Gunsten auszunutzen, diese auszubauen und zu verdichten. Ich war so in diesem Buch gefangen, abgeschottet von der Außenwelt und bin voll in den Seiten des Buches versunken. Selbst wenn es eigentlich gerade nicht viel zu erzählen gibt, schafft es der Autor, dass man als Leser an den Seiten klebt. Und das in einem Buch, welches voller unerwarteter Wendungen und spannender Szenen ist, sodass weder Leser noch Charaktere zu Atem kommen können. Auch diesmal ist er wieder schonungslos zu seinen Lesern, pikante Szenen werden detailreich und ungeschönt erzählt. Kristoff geht schonungslos mit seinen Lesern und, sodass es auch diesmal nichts für schwache Nerven ist. Gut gefallen hat mir auch diesmal wieder der schwarze Humor, oftmals wurde ich zum Lachen gebracht. Und auch die Fußnoten werden wieder in diesem Teil der Fantasy- Reihe eingesetzt, was mir persönlich sehr gefallen hat. Fand ich sie schon im ersten Band als sehr informativ, humorvoll und auch ansprechend, so konnten sie mich auch diesmal wieder überzeugen. Wenn man erst einmal sein Tempo gefunden hat, wann man diese liest, dann stören sie auch nicht den Lesefluss und sind eine wahre Bereicherung. Ein großer Pluspunkt ist in meinen Augen die detailreiche und ausgebaute Welt. Kristoff versetzt mich immer wieder ins Staunen, mit wieviel Liebe zum Detail er diese gestaltet hat und dabei ist diese vielseitig und besticht durch wundervolle und neuwertige Ideen.

    Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt, wobei einer in der Gegenwart spielt und der andere ein paar Monate davor, sodass man erfährt, wie es zu den Ereignissen in der Gegenwart kommen konnte. Dieser Aufbau hat mir gut gefallen und konnte mich erneut vom erzählerischen Talent überzeugen. Im zweiten Band ist die Handlung eine ganz andere, so etwas hätte ich nicht erwartet und dennoch konnte mich diese auch diesmal vollkommen überzeugen. Sie ist blutig und brutal und Mia muss sich hier einigen Herausforderungen stellen, auch hat sie die Situation etwas unterschätzt und muss sich in dieser misslichen Lage zurechtfinden. Positiv möchte ich auch die Entwicklung von Mia hervorheben. In diesem Buch hinterfragt sie viel mehr gewisse Umstände, auch ihr näheres Umfeld oder die politischen Gegebenheiten ihrer Welt. Sie sieht manches nicht mehr so einseitig und betrachtet es auch aus einer anderen Perspektive. Dadurch wirkte sie auf mich reifer.

    Als ganz besonderes Highlight möchte ich auch die Auseinandersetzungen von Mias Begleitern betonen. Diese Zwischenspiele zwischen den beiden Schattenwesen haben mir immer sehr gut gefallen. Ebenfalls hat es mir gefallen, dass wir ein paar – und wirklich nur wenige – Informationen zum Thema Dunkelinn bekommen. Ich hoffe sehr, dass wir im folgenden Band diesbezüglich noch mehr erfahren werden und nicht unwissend sterben müssen.

    Am Ende wartet ein ganz böser Cliffhanger auf den Leser, gekrönt von einer humorvollen Bemerkung des Erzählers. Am liebsten würde ich sofort weiterlesen, ich hätte am Ende ins Buch beißen können vor lauter Spannung.


    Wie man nur unschwer an meiner Lobeshymne erkennen kann, hat mich auch diesmal Jay Kristoff mit „Nevernight – Das Spiel“ vollkommen in seinen Bann ziehen können. Dieser Autor hat mich in seiner Hand und ich reihe mich bei denjenigen ein, die süchtig nach seinen Büchern sind. Ich vergebe wohlverdiente 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für Fantasy- Leser, welche einem schwarzhumoristischen, schonungslosen und detailreichen Buch etwas abgewinnen können.

    5ratten:tipp: