Beiträge von Mine_Bue

Literaturschock & das Forum machen eine (Sommer)Pause! Deaktivierung der Seiten vom 01.07. bis mindestens 30.09.!

    Der historische Roman von Oliver Pötzsch „Die Burg der Könige“ spielt im 16. Jahrhundert und handelt von legendären Burgen wie die Trifels. Es ist ein eigenständiges Werk.


    Wir befinden uns im Jahre 1524 auf der Burg Trifels im Pfälzer Wald. Die Zeit ist durch Bauernaufstände und Missgunst gegenüber den Adligen und Rittern geprägt. Auf der Burg Trifels lebt Agnes zusammen mit ihrem Vater. Leider hat die Burg ihre besten Zeiten schon hinter sich und so muss der Burgvoigt um seine Stellung und Macht kämpfen. Von dem damaligen Einfluss zu Zeiten der Staufer ist leider nicht mehr viel erkennbar. Dessen Tochter Agnes benimmt sich leider gar nicht wie eine junge Burgherrin. Sie zieht Beinlinge an und geht mit ihrem Falken auf die Jagd. Ihr bester Freund ist Mathis, der Sohn des Burgschmieds. Zusammen erleben sie Abenteuer, bis sie in einen gefährlichen Strudel gelangen und um ihr Überleben kämpfen müssen – dabei kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, welches über die Zukunft des Reiches entscheiden wird.


    Als erstes ist mir die Gestaltung des Buches positiv aufgefallen. Die Gestaltung ist mit vielen liebevollen Details versehen und ist sehr ansprechend. Kapitelanfänge sind farbig und mit Einordung in Zeit und Ort versehen. Auch die Karte im Buch hat mir sehr gut gefallen. Ein Personenverzeichnis fehlt auch nicht und ist auch sehr ausführlich gehalten.Sehr gut hat mir auch der Schreibstil von Oliver Pötzsch gefallen. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und innerhalb des doch recht umfangreichen Buches wurde die Spannung permanent aufrecht erhalten. Es passierten unvorhersehbare Wendungen, die Abwechslung und Spannung brachten. Der historische Rahmen wird gekonnt in die Geschichte eingeflochten. Mit der ersten Seite war ich von dem Buch gefangen genommen – ich konnte mir alles sehr gut bildlich vorstellen und hatte das Gefühl, mittendrinne statt nur dabei zu sein. Auch die Weiterführung der Geschichte und schließlich die Auflösung konnten mich von dem Buch und dem Autor überzeugen. Das Ende war fulminant und sehr gut geschrieben. Richtig gut gefallen hat mir auch die Gestaltung der Charaktere gefallen. Jede Person hatte ihre Eigenarten und handelte aus seinen eigenen Beweggründen, hat sich aber dennoch weiterentwickelt. Mit den Hauptcharakteren konnte ich mich identifizieren und habe mitgefiebert. Es war nicht immer alles heile Welt, die Charaktere mussten dramatische Wendungen über sich ergehen lassen, das hat mir sehr gut gefallen. Ich kann gar nicht sagen, welcher Charakter mich am meisten überzeugt hat, da mir im Verlauf des Buches mehrere ans Herz gewachsen sind. Interessant fand ich auf jeden Fall den Barden von Tanningen.
    Sehr aufmerksam fand ich auch den kleinen Burgen- und Reiseführer am Ende des Buches. Eine wirklich tolle Idee.


    Mein Fazit: Dies war mein erstes Buch von Oliver Pötzsch – wird aber definitiv nicht mein letztes sein. Das Buch hat mich vollkommen überzeugt – dafür gibt es eine absolute Leseempfehlung – für Liebhaber von historischen Romanen. Das Buch bekommt von mir volle 5 Sterne.

    Der historische Roman „Das Reich des Teufelsfürsten“ – geschrieben von Silvia Stolzenburg- ist der zweite und abschließende Teil, welcher von der historischen Persönlichkeit Vlad Draculea handelt. Es ist sinnvoll, den ersten Teil bereits gelesen zu haben, da man so die Charakterentwicklung besser nachvollziehen kann.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Fürstentum der Walachei, Anno Domini 1456
    Acht Jahre sind vergangen, seit Vlad Draculea seine Geliebte Zehra von Katzenstein in der Walachei zurücklassen musste. In einem Kloster in den Karpaten harrt die junge Frau zusammen mit Vlads Sohn Carol auf die Rückkehr des Vertriebenen. Doch Vlad muss zuerst seinen Thron zurückerobern, den ihm einer seiner erbittertsten Feinde entrissen hat.
    Unterdessen wird in Ulm Zehras Bruder Utz von der Gefühlskälte seiner Gemahlin Sophia aus dem Haus getrieben. Immer häufiger begibt er sich auf lange Handelsreisen und lässt Sophia und seine beiden Söhne in Ulm zurück. Doch dann trifft er eine Entscheidung, die das Schicksal seiner gesamten Familie für immer verändern könnte.


    Mit „Das Reich des Teufelsfürsten“ hat Silvia Stolzenburg eine gekonnte Fortsetzung zu „Der Teufelsfürst“ und gleichzeitig einen gelungenen Abschluss geschrieben. Hierbei würde ich jedoch empfehlen, dass man im Vorfeld den ersten Teil gelesen hat, obwohl der zweite Teil nicht nahtlos an den ersten Band anschließt, ist dies für die Entwicklung der Charaktere sinnvoll. Der Schreibstil von Silvia Stolzenburg ist wie gewohnt sehr angenehm, das Buch lässt sich flüssig lesen und entführt einen in eine längst vergangene Zeit. Auch wird alles sehr bildhaft beschrieben, sodass ich immer ein Bild vor meinem geistigen Auge hatte. Während des Lesens bekommt man einen guten Einblick in die historische Person Vlad Draculea und fragt sich nicht selten, ob diese Person wirklich so grausam war – in wie weit die Überlieferungen stimmen. In „Das Reich des Teufelsfürsten“ wird die ein oder andere grausame Szene geschildert, wie z.B. das Pfählen, für das Vlad Draculea so bekannt wurde. Daher ist es nicht empfehlenswert, dieses Buch zu lesen, wenn man solch brutale Beschreibungen nicht verkraften kann und eher zartbesaitet ist, denn es gibt einige Passagen, in denen z.B. das Pfählen bildhaft beschrieben wird. Auch die anderen Charaktere werden gut beschrieben und durch den Perspektivenwechsel kommt weiterer Schwung und auch Spannung in die Geschichte. Man fiebert mit den einzelnen Personen mit und liest gespannt, wie ihr Schicksal ist. Auch das Leben von Radu, dem Bruder Vlads, wird wieder beleuchtet. Diesen Erzählstrang fand ich auch sehr interessant, wobei ich mir nicht immer einig war, wie ich Radu fand. Er hatte es bestimmt nicht einfach, aber das entschuldigt nicht alles. Man bekommt auch einen guten Einblick für das Leben am Hofe des Sultans, wie grausam es dort gewesen sein mag und welche Machtspiele dort herrschten. Auch Carol, der gemeinsame Sohn von Vlad und Zehra, hat mir sehr gut gefallen. Er wurde gekonnt beschrieben und man konnte gut nachvollziehen, welche Folgen die Entwicklungsmethoden von Vlad hatten. Mit Carol habe ich öfters mitgelitten.
    Auch eine Karte und ein Namensverzeichnis sind in dem Buch enthalten, dies hilft dem Leser, einen guten Überblick zu bewahren, wobei die Anzahl der Charaktere noch recht übersichtlich ist. Auch das Nachwort ist sehr aufschlussreich und gibt noch mal einen guten Überblick über die Quellen und die historischen Fakten.


    Ein glaubwürdiger, brutaler und spannender historischer Roman, der die historische Persönlichkeit Vlad Draculea thematisiert. Ich habe die eine oder andere Information über diese Person hinzugewonnen und wurde dabei sehr gut unterhalten.

    Der historische Roman „Die Tochter des letzten Königs“ von Sabrina Qunaj beginnt im 11. Jahrhundert und die zentrale Rolle nimmt die Fürstentochter Nesta ein, eine – wie ich finde – ganz besondere historische Persönlichkeit.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Wales 1093: Als die Normannen in ihre Heimat einfallen, gerät die junge Fürstentochter Nesta in Gefangenschaft. Ihr königliches Blut macht sie zu einer wertvollen Geisel, und so bringt man sie an den englischen Hof. Ihre unvergleichliche Schönheit bleibt auch Henry, dem zukünftigen König von England, nicht verborgen. Doch Nesta ist der Schlüssel zur Macht in Wales und wird schließlich gegen ihren Willen an den dortigen Kommandanten, Gerald de Windsor, verheiratet. Was als Zwang beginnt, entwickelt sich langsam zu einer großen Liebe. aber auch die walisischen Rebellen haben nicht vergessen, wer Nesta ist...


    Der Schreibstil von Sabrina Qunaj ist immer wieder ein Genuss. Bereits bei ihren fantastischen Romanen habe ich ihren Schreibstil geliebt und auch bei ihren historischen Romanen schafft sie es, in eine bereits vergangene Zeit zu locken und darin zu fesseln. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und man bekommt einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit, in die darin wandelnden Persönlichkeiten und ihre bestehenden Machtkämpfe in England und Wales. Gleich zu Beginn des Buches ist man in der erzählten Geschichte gefangen und fiebert mit den Charakteren mit. Die Skizzierung der Personen ist allesamt sehr liebevoll, auch die Nebencharaktere sind detailliert beschrieben. Die Hauptcharaktere entwickeln sich im Verlauf der Geschichte und wachsen an ihren Aufgaben. Für mich war es ein Genuss, mit ihnen ihre Abenteuer zu bestreiten oder bei ihren Dialogen zu lauschen.
    Im Mittelpunkt dieses historischen Romans steht Nesta ferch Rhys. Über diese historisch bedeutsame Persönlichkeit habe ich bisher kein Buch gelesen oder ist mir bewusst in einem Roman aufgefallen. Umso verwunderlicher ist diese Tatsache, wenn man in „Die Tochter des letzten Königs“ liest, wie wichtig sie für die Geschichte von Wales und auch England war. Ihre Charakterisierung hat mir sehr gut gefallen und so durfte ich mit ihr mit fiebern, habe mit ihr gelitten oder mit ihr Freude empfunden. Im Verlauf ihres Lebens musste sie viele Niederlagen einstecken und sich in einer politischen Welt zurechtfinden, die sie in ihrer Heimat so nicht kennen gelernt hat. Auch ihre Wünsche und ihre ausgeprägte Gefühlswelt und die resultierenden Probleme werden thematisiert. Als Leser bekommt man dadurch einen guten Einblick in das damalige politische Ränkespiel und die Kämpfe für die Eroberung von Wales. Jedoch kann man dabei immer einen guten Überblick behalten.
    In dem Buch sind ein Personenverzeichnis und eine Karte enthalten, die zum besseren Verständnis beitragen. Und auch das Nachwort ist aufschlussreich, in dem Sabrina Qunaj über die Verflechtung von Wahrheit und Fiktion aufklärt.


    Mein Fazit: ein gelungener historischer Roman, der mit viele tolle Lesestunden bereitet hat. Im Mittelpunkt steht hierbei die besondere Persönlichkeit Nesta ferch Rhys. Ihre Geschichte ist es auf jeden Fall wert, dass man sie liest. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

    In dem Buch von Sabine Weiß „Das Geheimnis von Stralsund“ wird man in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges katapultiert. Der wesentliche Schwerpunkt liegt hierbei – wie es der Titel schon vermuten lässt - auf den Geschehnissen rund um Raum Stralsund.


    Inhaltangabe (Quelle: Klappentext):
    Norddeutschland, 1628. In der Geborgenheit ihrer Familie und ihrer Freunde verlebt die Kapitänstochter Sina eine glückliche Kindheit - bis eines Tages das Unheil über ihr Dorf hereinbricht und ihre Familie auf entsetzliche Weise auseinanderreißt. Sina selbst kann im letzten Augenblick nach Stralsund fliehen. Doch auch Stralsund bereitet sich bereits auf eine Belagerung durch die kaiserlichen Truppen vor, und inmitten der Kriegswirren fällt es Sina schwer, das Geheimnis des Rings zu lösen, den ihre sterbende Mutter ihr kurz vor ihrer Flucht gab. Nur Leif, ein junger schwedischer Schiffer, steht ihr bei. Doch kann Sina ihm wirklich trauen?


    Das Cover zu „Das Geheimnis von Stralsund“ ist für einen historischen Roman recht typisch. Mir gefallen hierbei jedoch eher die Stadtansicht und auch der Auszug, welcher die Gegend darstellen soll. Die weibliche Person hingegen, die auf der linken Seite abgebildet ist, trifft nicht meinen Geschmack.
    Positiv möchte ich die Karte, das Glossar und auch das Personenregister hervorheben. Die Karte ist farbig und aufwendig gestaltet. Ich habe sie, während ich das Buch gelesen habe, gerne zu Rate gezogen und konnte mich mit dessen Hilfe gut orientieren. Interessant fand ich auch das Nachwort. Hier wird nochmal auf die Vermengung von Fakten und Fiktion eingegangen. Auch Quellen über die damalige Zeit werden genannt.
    Der Schreibstil von Sabine Weiß ist angenehm. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Und besonders am Ende konnte ich das Buch nur noch sehr schwer zu Seite legen, da ich gefesselt war und wissen wollte, wie es mit den Charakteren weiter geht. In der wörtlichen Rede wird auch der Dialekt der Gegend mit verwendet – das hat mir gut gefallen und macht das Buch authentischer. Die Geschehnisse des Dreißigjährigen Krieges werden gut in die Geschichte eingeflochten. Dabei bekommt man einen guten Einblick in die Zustände von damals. Das Elend, dass durch den Krieg herbeigeführt wurde, wird gut und bildhaft beschrieben. Die herrschende Atmosphäre wird bildhaft vermittelt, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Man merkt, wie viel Mühe sich Sabine Weiß mit der Recherche gemacht hat und hat permanent den Eindruck, dass die erzählte Geschichte auch so stattgefunden haben könnte. Die Charaktere werden gut in die Geschichte eingeführt und wirken durchaus real. Ich fand es auch sehr gut, wie die Nebencharaktere in die Handlung mit einbezogen wurden und diese ihr eigenes Leben führten und zur Handlung einen gewissen Beitrag geleistet haben.
    Ich muss gestehen, dass mir das Ende ein bisschen zu viel Happy End war. Einerseits gönne ich es den Charakteren, denn sie mussten innerhalb der Geschichte einiges durchmachen. Aber andererseits habe ich mich gefragt, ob dies wirklich so sein könnte. Die Genesungsprozesse einiger Personen waren am seidenen Faden. Ich möchte jedoch nicht allzu viel über das Ende und über das Geheimnis erzählen. Zwischendurch hatte ich manchmal die Befürchtung, dass die Liebesgeschichte zu viel Raum bekommt und somit ins kitschige abdriftet könnte. Doch Sabine Weiß hat diese Liebesszenen gut portioniert.


    Mein Fazit: Das Buch konnte mich gut unterhalten und mir haben besonders die Schilderungen des Dreißigjährigen Krieges in der Gegend rund um Stralsund gefallen. Auch die Geschichte rund um Sina und Leif war interessant und hatte ihre Höhen und Tiefen. Dafür vergebe ich gute 4 Sterne.
    Gerne werde ich auch noch weiter Bücher von Sabine Weiß lesen.

    „Der Palast der Borgia“ von Sarah Dunant ist ein historischer Roman, welcher von den Familiengeschichten der Borgias und auch dessen Intrigen berichtet.


    Inhaltsangabe (Quelle: Inhaltsbeschreibung Buchinnenseite):
    Rom im August, es ist das Jahr 1492. Schon am frühen Morgen ächzt die Stadt unter der Gluthitze des Sommers. Der Lärm in der engen Gasse unter ihrem Fenster lässt Lukrezia aus dem Schlaf fahren. Kann es wahr sein, was der Bote schreit? Ihr Vater, Rodrigo Borgia, der neue Papst? Die Nachricht stellt Lukrezias Leben und das ihrer drei Brüder auf den Kopf: Plötzlich sind sie die mächtigste Familie der Stadt, und das zwölfjährige Mädchen muss in Windeseile erwachsen werden. Denn ihr ehrgeiziger Vater weiß nur zu genau, dass die Hand seiner Tochter mehr wert ist als alle italienischen Ländereien zusammen, und dann ist da noch ihr Bruder Cesare, der seine schöne Schwester etwas zu sehr liebt …


    Mit „Der Palast der Borgia“ hat Sarah Dunant ein fulminantes und auch umfangreiches Werk über die Familie Borgia und auch dessen Machenschaften geschaffen. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase an den Schreibstil, der mir persönlich ziemlich gut gefallen hat, wird man mitten in die Familiengeschichte der Borgias hinein katapultiert. Zu Beginn muss man sich an die familiären Gegebenheiten und auch die einzelnen Personen gewöhnen, wenn man diese Hürde aber gemeistert hat, steht dem Lesevergnügen nichts mehr im Wege. Bei diesem historischen Roman wird sehr viel Wert auf die historischen Gegebenheiten, Fakten und auch die Details gelegt. Wer denkt, dass er mit „Der Palast der Borgias“ einen einfachen, vielleicht auch seichten Roman lesen wird, der hat sich leider gründlich geirrt. Denn dieses Buch ist recht anspruchsvoll und erfordert höchste Konzentration, damit man auch die ganzen Zusammenhänge oder auch die Entwicklung der Geschichte allgemein vollständig verstehen kann. Mir persönlich hat dies ganz gut gefallen, auch wenn man sich manchmal etwas von den Fakten erschlagen fühlt. Aber dadurch habe ich ein richtig gutes Bild über die damalige Zeit bekommen und auch über das Leben im Vatikan. Auch die jeweiligen Charaktere wirken durchaus real und vielseitig, sie machen eine Entwicklung innerhalb der Geschichte durch. Die einzelnen Personen wirken auf den Leser am Ende ganz anders als noch zu Beginn der Erzählung. Auch dadurch hat man das Gefühl, dass man eher ein historisches Werk als einen Roman liest. Auf die Gefühle der einzelnen Charaktere wird nicht detailliert Bezug genommen, diese kann man sich jedoch aus dem Kontext heraus erkennen. Der Schreibstil ist eher nüchtern und legt seinen Schwerpunkt nicht auf die Gefühlswelt.
    Die Geschichte ist durchweg spannend geschrieben. Durch die einzelnen Intrige und auch die Machtspiele kommen immer neue, unerwartete Wendungen vor, sodass das Buch an keiner Stelle langweilig ist. Man fiebert mit den einzelnen Personen mit und fragt sich, wie ihr jeweiliges Schicksal wohl aussehen wird – welche Position sie in dem ganzen Machtspiel einnehmen werden, auf wessen Seite sie stehen und welche gefährlichen Gegner sie wohl haben oder haben werden.
    Manche Passagen waren mir persönlich etwas zu politisch und auch strategisch.


    Mir hat dieses historische Epos gut gefallen, man sollte aber keine leichte Lektüre erwarten. Auch ist der Schreibstil nicht jedermanns Geschmack. Ich habe noch viel über die Familie Borgia lernen können und vergebe für dieses detailreiche Werk wohlverdiente 4,5 Sterne.

    Mit „Kinder des Meeres“ hat Charlotte Lyne ein historisches Buch geschrieben, welches im 16. Jahrhundert spielt. Der rote Faden ist eigentlich ein Schiff – die Mary Rose – welche sich durch die Handlung hindurch zieht und diese nicht unwesentlich bestimmt.


    Inhaltsangabe (Quellenangabe: Klappentext):
    Von den Stürmen der See und den Stürmen des Lebens
    England 1509. Die Werftkinder Fenella, Anthony und Sylvester wachsen gemeinsam in Portsmouth auf. Es ist die Zeit der Regentschaft Henrys VIII, eine Zeit des Umbruches und der großen Hoffnungen. Während Sylvester in den Verheißungen der neuen Zeit aufblüht, gerät der hochbegabte Anthony immer wieder in Schwierigkeiten. Freunde bleiben sie dennoch – bis ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird, weil sie erkennen, dass sie beide Fenella innig lieben. Die Ereignisse spitzen sich zu, als die Franzosen den Hafen angreifen. Anthony und Sylvester befinden sich beide an Bord der Mary Rose, des Lieblingsschiffes des Königs. Es wird in dieser Schlacht untergehen, zusammen mit 700 Menschen…


    Zuerst möchte ich auf das Cover eingehen. Ich persönlich hätte dieses besser gefunden, wenn due abgebildete Frau weggelassen wurden wäre. Das Schiff auf der rauen See finde ich viel passender. Auch die inneren Klappenseiten des Buches passen sehr gut zum Inhalt des Buches – auch hier ist die stürmische See abgebildet.
    Ich finde auch, dass der Klappentext zu viel vom Inhalt verrät bzw. zu viel vorweg nimmt.
    Der Schreibstil von Charlotte Lyne hat einen gewissen melodiösen Klang. Er ist unverwechselbar und nach einer kleinen Eingewöhnungsphase habe ich diesen als sehr angenehm empfunden. Ich habe dabei jeden Satz genossen der Schreibstil hat eine ganz besondere eigene Melodie. Die Dialoge sind sehr ideenreich und ansprechend, sodass man diese gerne verfolgt. Besonders habe ich auch die Dialoge zwischen Sylvester und Anne Boleyn genossen.
    Wie bereits erwähnt, zieht sich das Schiff Mary Rose wie ein roter Faden durch das Buch. Es hat eine zentrale Bedeutung und ist oftmals mit einem schicksalshaften Ereignis für die drei Werftkinder Anthony, Sylvester und Fenella verbunden. In „Kinder des Meeres“ lernt man auch ein paar interessante Details über die Kunst des Schiffsbaus im 16. Jahrhundert.
    Der historische Roman berichtet aus dem Leben der fiktionalen Charaktere Anthony, Fenella und Sylvester. Schnell erkennt man, dass diese drei Personen eine ganz besondere enge Verbundenheit ausmacht. Sie durchstehen und bewältigen oftmals schwierige Zeiten und halten dabei zusammen. Sie stehen für den anderen ein. Besonders Anthony mit seiner Hochbegabung für den Schiffsbau ist ein komplizierter Charakter. Als Leser muss man ihn erst kennen lernen, um ihn besser verstehen zu können. Nicht selten habe ich mich gefragt, ob er eigentlich ahnt, was er mit seinem Handeln seinen Freunden Sylvester und Fenella alles zufügt – welche Lasten er den beiden aufbürdet. Sylvester ist der Optimist der drei Charaktere, er ist wie ein heller Schein am Firmament. Er ist wichtig für den Zusammenhalt dieser Freundschaft. Auch ist er ein Verfechter der damals aufblühenden Reformation. Ich fand den Vergleich dieser außergewöhnlichen Freundschaft mit der König-Artus- Legende sehr passend. Auch sind die Charaktere sehr realistisch gehalten. Sie haben ihre Ecken und Kanten. Nicht immer lassen sich ihre Beweggründe sofort nachvollziehen. Auch müssen sie für ihre Fehler gerade stehen und werden dafür nicht immer milde bestraft. Man leidet mit den Charakteren mit und bangt mit ihnen, ob sie die Blessuren ohne große Folgen überstehen werden.
    Charlotte Lyne lässt in „Kinder des Meeres“ auch einige historische Persönlichkeiten einfließen, die in der Geschichte der damaligen Zeit eine zentrale Rolle gespielt haben. Besonders interessant fand ich hierbei die Darstellung von Anne Boleyn. Sie wurde intelligent und herzensgut dargestellt. Ihre Dialoge mit anderen Persönlichkeiten fand ich immer sehr anregend. Auch Henry VIII ist gut dargestellt wurden. Man merkt, wie er Schiffe liebt – wie er die Flotte verstärkt und sich für den Schiffsbau interessiert. Auch ist seine Sehnsucht, einen männlichen Thronfolger zu zeugen, sehr gut spürbar. Auch die Folgen für das Volk sind greifbar. Charlotte Lyne schafft es in „Kinder des Meeres“ die Fakten gekonnt mit der Fiktion zu verweben, sodass eine spannende und interessante Geschichte entsteht, die neben Freundschaft und Liebe bzw. dessen Grenzen auch vom Schiffsbau handelt. Diese Geschichte wird mit realistischen und liebenswürdigen Charakteren gefüllt. Sodass dieser historische Roman aus der teils grauen Masse an historischen Büchern herausragt. Die Welt des Umdenkens ist sehr gut dargestellt wurden, man bekommt einen guten Einblick in die Anfänge der Reformation in England und in die Welt des Renaissance-Menschen.
    Für dieses außergewöhnliche Buch möchte ich 4,5 Sterne vergeben.

    „Das Blut der Rebellin“ ist der zweite historische Roman aus der Feder von Sabrina Quanj, welche die Geschichte von Wales – vor allem die Freiheitskriege – thematisiert. Dieses Buch ist der zweite Teil, wobei „Die Tochter des letzten Königs“ der Vorgänger ist.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Sie ist einem Normannen versprochen, doch ihr Herz gehört der walisischen Rebellion…
    Wales im 12. Jahrhundert: Während in England ein Bürgerkrieg tobt, rebellieren die Waliser unermüdlich gegen die neuen Machthaber. Um die Position der Normannen zu stärken, soll die junge Isabel, Tochter des mächtigen walisischen Tudor-Geschlechts, den grausamen Sheriff von Pembroke heiraten. Doch am Vorabend der Hochzeit greifen die Rebellen an und entführen die junge Braut. Findet unter den Walisern schnell ein neues Zuhause und wird selbst zur Freiheitskämpferin. Allein der Sheriff hat nicht vor, sie seinen Feinden widerstandslos zu überlassen, und so wird Ralph le Walleys, ein walisischer Prinz und Freund aus Isabels Kindheit, entsandt, um sie zurückzuholen…


    Zuerst möchte ich die Gestaltung des Buches positiv hervorheben. Diese ist wirklich umfangreich und dementsprechend informativ. Das Nachwort hat mir gut gefallen und gibt nochmal einen Einblick in die hervorragende Recherchearbeit von Sabrina Qunaj. Man merkt, wie intensiv sich die Autorin mit diesem Thema auseinandergesetzt hat und auch ihre Begeisterung für diese Zeit ist deutlich spürbar. Zu Beginn des Buches sind auch ein hilfreiches Personenverzeichnis, ein Stammbaum und eine Karte angeführt. Im Vergleich zu anderen historischen Romanen finde ich die Anzahl an handelnden und erwähnten Charakteren noch recht übersichtlich. Trotzdem fand ich das Personenregister hilfreich, auch bei der Einordnung, ob es sich um eine historische oder fiktive Persönlichkeit handelt.
    Der Schreibstil von Sabrina Qunaj gefällt mir immer wieder aufs Neue sehr gut. Sie schafft es immer, mich in ihren Bann zu ziehen und mich für ihre Erzählungen zu begeistern. Der Stil ist leicht und flüssig. Auch vermag Qunaj es, mit Worten Bilder zu malen, sodass man sich die Personen und die Umgebung wunderbar vorstellen kann.
    In „Das Blut der Rebellin“ steht Isabel, die Enkelin von Nesta, im Fokus. Vielen wird Nesta bereits aus dem ersten Teil „Die Tochter des letzten Königs“ bekannt sein. Nesta hat in diesem Buch auch mehrere kleine Auftritte, was mich sehr gefreut hat. Man kann den zweiten Teil auch Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen, jedoch versteht man dann vielleicht nicht immer den ganzen Zusammenhang – auch manche verwandtschaftlichen Verhältnisse werden nicht sofort erkennbar sein. Auch ist es interessanter, wenn man die Entwicklung mancher Charaktere somit verfolgen kann.
    In diesem Buch wird die Geschichte von Wales im 12. Jahrhundert thematisiert. Es geht um die Kämpfe um die Freiheit beziehungsweise um die Unabhängigkeit. Im Verlauf der Geschichte wird man erkennen, dass nicht immer alles schwarz oder weiß ist. Manche Charaktere erwecken einen ersten falschen Eindruck. Wenn man aber diese näher kennenlernt, ihre Geschichte, Perspektive oder auch Ansichten kennenlernt, dann kann man sie besser verstehen – wirken sogar sympathisch. So z.B. Lady Hayt. Sie hat eine raue Schale, aber einen wirklich weichen Kern. Es ist wirklich nicht leicht, sich für eine Seite der Widersacher zu entscheiden. Auch das muss Isabel erfahren. Sie ist die Protagonistin in dem Buch und steht quasi zwischen den Stühlen, da sowohl normannisches als auch walisisches Blut in ihren Adern fließt. Ihre Charakterentwicklung hat mir auch gut gefallen. Zu Beginn lebt sie in einer für sie perfekten Welt. Um sich herum ihre Familie, ihr Zuhause scheint eine Idylle zu sein und sie liebt es, den Geschichten ihrer Großmutter Nesta zu lauschen. Sie war schon immer temperamentvoll und ist nicht auf den Kopf gefallen. Als ihr Zuhause überfallen wird, zerbricht diese Seifenblase. Sie wird in die Realität geschleudert und muss sich mit einer Zweckehe arrangieren. Ihr Ehemann soll der Sheriff von Pembroke William Hayt werden. Dieser Mann ist quasi der Bösewicht der Geschichte, er ist ein richtiges Monster voller Machthunger. Zum Glück wird Isabel vor ihm gerettet – wenn auch eher unfreiwillig. Durch diesen Schicksalsschlag landet sie bei den Rebellen und fühlt sich immer mehr mit ihnen verbunden, sodass sie schon bald an der Seite der Briten kämpft. Isabels Gewissenkonflikte finde ich sehr gut dargestellt. Einerseits hängt ihr Herz an der Rebellion, andererseits hat sie Verwandtschaft auf der Seite der Normannen.
    Mein persönlicher Lieblingscharakter war jedoch Ralph de Walleys- der Jugendfreund von Isabel, der ihr zur Seite steht und sie unterstützt. Ich mochte einfach seine Art, wie er es in seiner Jugend immer wieder geschafft hat, sich in Schwierigkeiten mit seinem jugendlichen Leichtsinn zu bringen. Auch seine Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, sodass ich ihn in manchen Passagen genauso schmerzhaft vermisst habe wie Isabel.
    Das Buch ist durchweg spannend gestaltet, auf keiner Seite tritt Langeweile auf. Die Geschichte ist ergreifend erzählt, leider muss man sich auch von manchen liebgewonnenen Charakteren verabschieden. Innerhalb von „Das Blut der Rebellin“ ist auch eine zarte, nicht allzu dominante oder kitschige Liebesgeschichte eingeflochten. Der Fokus in diesem Buch liegt auf Isabel. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass mehr Details zur historischen Rahmenhandlung in die Geschichte mit integriert wird.


    Mein Fazit ist, dass dieses Buch meine Erwartung vollkommen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen hat. Der Schreibstil von Sabrina Qunaj fesselt mich jedes Mal aufs Neue. Die Geschichte ist durchweg spannend, mit authentischen, sehr real wirkenden Charakteren erfüllt. Auch der historische Rahmen konnte mich durchweg überzeugen. Hierfür vergebe ich 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

    Mit „Gold des Südens“ hat der Autor Ulf Schiewe mal einen etwas anderen historischen Roman erschaffen, welcher eher an einen Abenteuer-Roman mit Karibik- Flair erinnert.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Karibik 1635: In den spanischen Kolonien hat der Schwarzhandel überhand genommen. Der neue Gouverneur von Hispaniola schwört, jeden Schmuggler, den er erwischt, eigenhändig aufzuhängen. Die schöne Doña Maria zittert um ihren Gemahl, einem reichen Pflanzer und heimlichen Drahtzieher des verbotenen Handels. Im fernen Bremen hat der junge Handelsherr Jan van Hagen nur die Wahl zwischen Schuldturm und Flucht in die Neue Welt, um als Schmuggler das verlorene Familienvermögen wieder herzustellen. Noch in der Nacht entkommt er den Schergen und nimmt Kurs auf Westindien. Seine Suche nach dem Gold des Südens hat begonnen. "Die Flucht" ist der erste Teil des großartigen fünfteiligen historischen eBook-Serials "Gold des Südens". Von Ulf Schiewe sind außerdem bereits folgende Titel bei Knaur eBook erschienen: »Die Comtessa«, »Der Bastard von Tolosa«, »Die Hure Babylon«, »Das Schwert des Normannen« und »Die Rache des Normannen«.


    „Gold des Südens“ ist wie ein historischer Abenteuer-Roman, wobei das Setting im Verlauf des Romans immer mehr auf der karibischen Insel Hispaniola spielt Das Cover passt auch recht gut zum Inhalt des Buches, da die Seefahrt auch eine wichtige Rolle spielt und der Autor wissenswerte Details zur Kunst der Seefahrt in das Buch integriert hat.
    Der Schreibstil von Ulf Schiewe ist sehr angenehm. Dieser lässt sich flüssig lesen und ist sehr packend. Die Geschichte wird spannend erzählt, sodass man einfach nur weiterlesen will, um zu erfahren, wie das Abenteuer weitergeht. Auch hat „Gold des Südens“ wunderbare Landschaftsbeschreibungen zu bieten. Man wird quasi mitten in die Karibik entführt und kann die Hitze und die tropischen Früchte quasi selber spüren. Das tolle an diesem Abenteuer- Roman sind auch die wissenswerten und interessanten Details, die Ulf Schiewe in den Roman streut. Man erhält zum Beispiel Informationen über den Anbau und die Ernte von Zuckerrohr. Auch hat dieses Buch ergreifende Beschreibungen in Bezug auf den Sklavenhandel zu bieten bzw. wie das Leben als Sklave in der damaligen Zeit sein könnte. Die unterschiedlichen Ansichten auf den Sklavenhandel, der Umgang mit den Sklaven oder auch die Fragen, ob die Sklaven eigentlich eine Seele besitzen. Man hat rundherum das Gefühl, dass Ulf Schiewe sehr gut recherchiert hat und sich umfangreich mit dieser Zeit, der beschriebenen Region und den damaligen Lebensumständen auseinandergesetzt hat.
    Auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Es gab viele interessante Personen, die alle sehr authentisch gewirkt haben – sie hatten ihre Ecken und Kanten und man hatte das Gefühl, dass man von realen Personen liest. Gut gefallen hat mir z.B. Dona Maria, welche mit ihrem Mann Don Miguel auf der Insel Hispaniola lebte. Interessant ist auch der junge Kapitän Jan van Hagen. Ihn lernt man zu erst kennen und sofort landet man in einer spektakulären Fluchtsituation. Man fiebert mit und hofft, dass die Situation für ihn gut ausgehen wird, denn er trägt sein Herz am richtigen Fleck. Allgemein ist dieser Roman voll gepackt mit Abenteuern und Action, wunderbaren und unverhofften Wendungen und liebevollen Charaktere.


    Mein Fazit ist, dass „Gold des Südens“ ein gelungener Auftakt zu einer bestimmt spannungsgeladenen Reihe ist, welcher Lust auf mehr macht. Dafür bekommt der historische Abenteuer- Roman mit karibischem Flair wohlverdiente 4,5 Sterne von mir und eine klare Leseempfehlung.

    „Der Thron der Welt“ aus der Feder von Robert Lyndon ist ein historischer Roman, welcher im 11. Jahrhundert spielt. Mit „Der Thron der Welt“ hat Lyndon den Auftakt einer Reihe geschrieben, welche von dem fränkischen Abenteurer Vallon berichtet.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Man schreibt das Jahr 1072 nach Christi Geburt. Der fränkische Krieger Vallon hat nichts mehr zu verlieren. In den Alpen begegnet er dem jungen Gelehrten Hero, unterwegs mit seinem Meister. Als dieser stirbt, bittet Hero Vallon um seine Begleitung nach England, wo er einem normannischen Ritter die Lösegeldforderung des türkischen Sultans für seinen Sohn überbringen soll. Doch der Preis für die Freiheit des jungen Sir Walter Olbec ist unermesslich hoch: vier weiße Gerfalken, kostbare Vögel, die überaus selten sind. Nur hoch im Norden, im ewigen Eis, hat man schon Exemplare davon gesehen. Für Vallon, Hero und ihre Gefährten beginnt eine atemberaubende Odyssee durch die entlegensten Länder der Welt - von Grönland über Russland bis nach Konstantinopel, über das tobende Nordmeer und blutgetränkte Schlachtfelder. Grausame Wikingerkrieger und rachsüchtige Normannen stellen sich ihnen in den Weg, wilde Flüsse und unweg¬same Pfade gilt es zu überwinden, bis sie endlich ans Ziel kommen - und die Welt plötzlich nicht mehr so ist, wie sie einmal war…


    Das Cover zu „Der Thron der Welt“ ist recht ansprechend und hat auch einen direkten Bezug zum Inhalt des historischen Romans. Es sind weiße Falken abgebildet, die in diesem Buch eine zentrale Rolle einnehmen. Das Buch wird mit einer kurzen Chronologie eingeführt, die sehr gut auf die thematisierte Zeit vorbereitet und auch die Landkarte ist sehr hilfreich und ansprechend zugleich.
    Der Schreibstil von Robert Lyndon ist sehr angenehm und er schafft es, mit kurzen Sätzen eine authentische Atmosphäre zu schaffen, die einen sofort in seinen Bann zieht. Man kann sie die Schauplätze sehr gut vorstellen und bekommt ein Gefühl für die damalige Zeit und die vorherrschenden Sitten. Die jeweiligen Charaktere werden gut eingeführt. Oftmals werden auch Nebenfiguren eingeführt, welche im Verlauf des Buches auch wieder verschwinden. Diese wirken jedoch keinerlei blass oder eindimensional – auch sie weisen eine gewisse Tiefe auf. Man entwickelt hierbei Sympathien, aber auch Antipathien. Auch fiebert man mit den jeweiligen Charakteren mit und begibt sich mit ihnen zusammen auf ein Abenteuer, dass seine Hochs hat, aber auch viele Niederlagen zu bieten hat, die gemeistert werden müssen. Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und dann auch aufrecht erhalten – ich hatte zu keinen Zeitpunkt der Geschichte eine Situation, in der ich mir gewünscht habe, dass diese schnell vorbeigeht, da sie mich langweilte. Die Geschichte der Gerfalken wird genau und historisch korrekt erzählt – ich fand dies sehr interessant, dass diese Thematik so ausführlich behandelt wurde und trotzdem geschickt in die Geschichte mit eingeflochten wurde.


    Für mich ist dies ein gelungenes historisches Werk, das durch seine gute Recherche besticht. Auf jeden Fall hat Robert Lyndon mit „Der Thron der Welt“ einen gelungenen historischen Roman geschaffen, der Lust auf mehr macht. Ich würde dieses Buch Liebhabern von historischen Romanen empfehlen, die sich durch den Umfang des Werkes nicht abschrecken lassen und eher historisch korrekte Werke bevorzugen. Man sollte auch gerne mal ein paar Landschaftsbeschreibungen lesen. Ich gebe dem Buch wohlverdiente 4 Sterne und bin schon sehr auf den Nachfolgeband gespannt.

    Mit dem historischen Roman „Der Schwur des Normannen“ hat der Autor Ulf Schiewe den dritten Teil der Normannen- Saga veröffentlicht. Man kann diesen Band auch ohne Vorkenntnisse aus „Das Schwert des Normannen“ und „Die Rache des Normannen“ lesen, jedoch finde ich, dass man dann einiges verpasst, denn diese Bücher sind wirklich lesenswert.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Süditalien 1054: Gerlaine, die Geliebte des jungen Normannen Gilbert, ist von Sklavenjägern entführt wurden. Die einzige Spur führt mitten in Feindesland - nach Sizilien, dem Reich der Sarazenen. Nur zwei seiner Gefährten sind bereit, Gilbert zu folgen. Bald schon geraten sie in höchste Gefahr: Machtkämpfe zwischen Berberfürsten, tödliche Anschläge arabischer Gotteskrieger, die Heimtücke des berüchtigten schwarzen Emirs bedrohen sie.


    Wie bereits erwähnt, ist „Der Schwur des Normannen“ der dritte Teil der Normannen-Sage von Ulf Schiewe. Auch in diesem Buch sind wieder eine hilfreiche Karte und ein ebenso hilfreiches und umfangreiches Personenregister beigefügt.
    Der Schreibstil von dem Autor Ulf Schiewe ist wie gewohnt sehr angenehm, das Buch lässt sich flüssig lesen und während des Lesens entstehen Bilder – man kann sich die beschriebenen Gegenden und auch die eingeführten Charaktere sehr gut vorstellen. Der Schreibstil ist bildhaft, sodass man von Schiewe in ein historisches Sizilien entführt wird. Auch schafft es der Autor gekonnt, historische Gegebenheiten mit Fiktion zu vermischen. Nicht selten fragt man sich, ob das damals wirklich so geschehen ist oder ob dies jetzt den Gedanken von Ulf Schiewe entsprungen ist. Im Nachwort wird diesbezüglich nochmal darauf eingegangen. Man merkt sofort, welche vielseitige und intensive Recherche betrieben wurden ist und auch wird dieses Wissen wohldosiert in die Geschichte eingeflochten – man lernt bei diesem Buch mit Freude dazu. „Der Schwur des Normannen“ ist durchweg spannend geschrieben – es passieren unverhoffte Wendungen oder plötzlich tauchen Charaktere auf, mit denen man so nicht gerechnet hat. Zusammen mit den Charakteren erlebt man ein Abenteuer nach dem nächsten und muss dabei schwierige und nicht selten auch bedrohliche Situationen meistern. So entsteht ein authentischer Abenteuer-Roman im historischen Sizilien, der die damalige Zeit ohne Verschönung darstellt. Das Thema Sklavenhandlung wird gut dargestellt und man bekommt als Leser auch in dieses Thema der Menschengeschichte einen gekonnten Einblick – welche Folgen das für beide Seiten hatte.
    Was mir auch wunderbar gefallen hat – man schlägt dieses Buch auf und es ist, als würde man alte, liebgewonnene Freunde wiedertreffen. Man freut sich sofort, mit den Normannen wieder Abenteuer zu bestreiten. Ulf Schiewe hat in seiner Normannen- Sage einfach wunderbare, sympathische und authentische Charaktere geschaffen, die einem mit jedem Buch mehr ans Herz wachsen. Hierbei begegnet man den bereits bekannten Protagonisten, aber auch neue werden vorgestellt. Besonders gefallen hat mir der kleinwüchsige Gaukler namens Aristoteles. Ein gewandter Mann, der viel herumkommt und mehr ist, als man auf den ersten Blick vermuten lässt. Aber auch Loki, der Hund von Gilbert, hat es mir angetan. Er ist so ein liebenswürdiger und treuer Gefährte. Auch Gilbert wirkt in diesem Teil reifer, er scheut sich auch nicht, Fragen zu stellen, wenn er etwas nicht z.B. in Bezug auf den Islam versteht und nimmt nicht alles als gegeben hin – außerdem hat er sein Herz am rechten Fleck und ist ein wirklich guter Kerl – nicht nur für die damalige Zeit. Aber auch andere Charaktere konnten mich vollständig überzeugen – nicht nur die Guten. Auch die Bösewichter sind gekonnt beschrieben, sodass man um seine Freunde bangen muss.


    Alles in Allem ist dies eine wirklich gekonnte Fortsetzung, die einen einfach in die damalige Zeit entführt. Ulf Schiewe versteht es, wie man mit einem historischen Roman seine Leser fesselt. Dafür möchte ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung vergeben.

    Rainer Wekwerth hat mit „Blink of Time” wieder ein gelungenes jugendliches Fantasy- Buch verfasst. Bisher ist dieses Werk als Einzeltitel vorgesehen.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Sarah Layken flieht vor der Realität - doch vor welcher? Ein Junge will ihr helfen - doch woher weiß er von ihrem Problem? Kein Leben ist wie das andere - doch welches ist das richtige? Um das richtige Leben zu finden, um ihre Liebe wiederzutreffen, um ihren Bruder vor einem Unglück zu bewahren, muss Sarah Layken die gleiche Situation wieder und wieder durchleben. Sie kann sich immer wieder für ein neues Leben entscheiden, aber sie kennt vorher niemals den Preis, den sie dafür bezahlen muss.


    Der Autor Rainer Wekwerth hat einen wunderbaren Schreibstil – ich finde es jedes Mal wieder faszinierend, wie er mit der deutschen Sprache umgeht und mit einfachen und gut gesetzten und gewählten Worten ein Bild erschaffen kann. Das Buch lässt sich flüssig lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Man ist mitten in der Geschichte drin und wird sofort in ihren Bann gezogen. Zunächst beginnt das Buch recht geheimnisvoll. Anschließend wird man immer mehr in die Geschehnisse eingeweiht und was es damit auf sich hat und wie man diese beeinflussen kann. Die Idee, die hinter dem Buch steht, gefällt mir sehr gut. Ein Werk dieser Art habe ich persönlich noch nicht so direkt in diesem Zusammenhang gelesen – auch wenn die Grundidee keine neue ist. Der Klappentext deutet es bereits an: „Blink of Time“ thematisiert Realitätssprünge. Diese verschiedenen Realitäten, die wir im Verlauf des Buches kennen lernen, unterscheiden sich in Kleinigkeiten, wie z.B. der Kaffeeautomat von Sarahs Eltern. Aber auch größere Unterschiede sind möglich. Als Leser selber habe ich mich erwischt, wie ich es zu Beginn einer neuen Realität geliebt habe, auf die kleinen aber feinen Unterschiede zu achten. Wie es selber Sarah nicht sofort aufgefallen ist, aber ich als Leser sofort erkannt habe. Auch wird versucht, die Realitätssprünge kurz zu erklären bzw. wird recht vage auf die verschiedenen Spekulationen der theoretischen Physik eingegangen. Ich selber hätte mir manchmal mehr Input gewünscht. Ein paar mehr Erklärungen – sei es zur Theorie dieser Realitätssprünge, wie es ist, einen zu haben oder auch Erklärungen zu den neuen Gegebenheiten in der Welt.
    Die Charaktere dieses Buches haben mir sehr gut gefallen und haben sehr gut in die beschriebene Geschichte gepasst. Im Prolog ist von einem Jungen die Rede, welcher auf der Suche ist. Dabei genießt er den Duft einer blauen Wüstenblume, nur um darauf zu springen. Später wird einem dann bewusst, dass es sich bei diesem Jungen um Josh handelt. Danach lernen wir Sarah – eine der Protagonisten von „Blink of Time“ – kennen. Auf den ersten Blick scheint sie ein normaler Teenager zu sein, sie streitet sich gerne mit ihrer Familie und ist allgemein mit der Situation nicht immer zufrieden. Sie geht auf die Schule, hat dort eine beste Freundin und scheint ein alltägliches Leben zu führen. Interessant war dann auf jeden Fall der erste Realitätssprung – wie sie in dieser versucht, zurecht zu kommen. Und auch die Erklärungen von Josh bzw. wie Sarah damit umgeht ist sehr gut umgesetzt. Josh hat bereits mehrerer solcher Sprünge hinter sich und hat demzufolge etwas mehr Erfahrungen damit, auch hat er sich mit diesem Thema schon intensiver auseinandergesetzt. Er kommt mir immer recht geheimnisvoll vor – nach und nach erfahren wir mehr über seine Vergangenheit und können ihn besser verstehen, was ihn zu diesen Sprüngen bewegt – wonach er eigentlich genau sucht.
    Das Ende des Buches hat mich leider nicht hundertprozentig überzeugen können – es hat mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurückgelassen. An sich ist es schon realistischer, als das vielleicht erhoffte Ende. Dennoch hätte ich mir für Sarah und Josh eine andere Zukunft gewünscht. Näher werde ich darauf jedoch nicht eingehen, da ich Spoiler vermeiden möchte. Aber bildet euch doch einfach selber ein Urteil über das Ende ;)


    Mein Fazit ist, dass es Rainer Wekwerth wieder geschafft hat, ein bewegendes und zugleich fesselndes Buch zu schreiben. Seinen Schreibstil kann man einfach nur loben und mich lässt die Geschichte wohl so schnell nicht wieder los. Hierfür möchte ich gute 4 Sterne vergeben, da ich doch ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln habe – dennoch möchte ich eine klare Leseempfehlung aussprechen.

    Der Debütroman, welcher in dem Genre Fantasy eingeordnet werden kann, von Caroline G. Brinkmann mit dem Titel „Kobrin – Die schwarzen Türme“ ist der Auftakt zu einer Serie, welche von der jungen Elfe namens Kobrin erzählt.


    Inhalt(Quelle: Klappentext auf Buchinnenseite):
    Kobrin hat keinen Zugang zur Magie, wie andere Elfen in ihrem Alter, denn sie kann sie weder sehen noch lenken. Als ihre Heimat Argorn, das friedliche Lichtbaumreich, von einem unbekannten Feind angegriffen wird, muss ausgerechnet sie den Gegenstand behüten, der ihre Welt retten soll. Zur gleichen Zeit infiltriert der Mensch Daidalor das Heer des Feindes. Seine Mission führt ihn nach Argorn, wo die Schatten unheilvolle Türme errichten und mit dunkler Magie experimentieren. Um sie aufzuhalten, muss er mehr als nur sein Leben riskieren.


    Der Schreibstil von Caroline G. Brinkmann ist recht angenehm. Man kann sich die fantastische Welt gut vorstellen – sie wird gut beschrieben und auch die Karte im Buch ist eine gute Orientierungshilfe. Man bekommt einen guten Einblick in die wichtigen Personen, sie werden bereits am Anfang vorgestellt. Zu Beginn des Buches lernt man Kobrin kennen, welche leider in ihrem Alter noch keinen Zugang zur Magie gefunden hat. Daher muss sie sich bei den jungen Elfen aus Immerblau bewähren. Der Erzählstil in diesem Handlungsstrang passt sehr gut zu der noch recht jungen und naiven Kobrin. In einem anderen Erzählstrang wird die Geschichte aus der Perspektive von Daidalor, ein Zauberer und ein begabter Gestaltenwanderer, erzählt. Dieser Strang gibt einen Einblick in die kriegerischen Geschehnisse innerhalb der Welt. Daher wirkt diese Erzählperspektive deutlich reifer im Vergleich zu dem Strang rund um Kobrin. Innerhalb des Buches werden weitere interessante Charaktere und auch fantastische Wesen eingeführt, die die Geschichte interessanter und vielseitiger machen. Kobrin erhält eine gerissene Person als Partnerin namens Bluma, die sie durchaus auch nötig hat. Bluma ist quasi eine Schlange, die jedoch die menschliche Gestalt annehmen kann.
    Das besonders Kobrin, diese naive junge Elfe ohne Zugang zur Magie ein Geheimnis hütet und die Welt vor dem Bösen in der Welt beschützen soll, ist keine neue Idee. Aber durchaus interessant umgesetzt. Besonders haben mir jedoch die anderen Wesen, welche innerhalb dieser Welt wandern, gefallen. Zu Kobrin habe ich persönlich nie eine direkte Verbindung aufbauen können – vielleicht lag dies an ihrer doch recht jung gehaltenen Art, wie sie die Dinge sieht.
    Der Spannungsbogen steigert sich im Verlauf des Buches. Man bekommt als Leser immer deutlicher mit, wie das Bedrohliche steigt und die Welt bedroht. Zu Beginn des Buches ist die Welt für Kobrin noch in Ordnung, doch im Verlauf des Buches muss sie lernen, mit Verlusten und Verantwortung umzugehen – auch wenn sie dies nicht immer meistert.
    Das Ende fand ich persönlich leider nicht so überzeugend. Es werden einige Fragen nicht beantwortet – die aber die Spannung für den nächsten Band aufrecht erhalten.


    Mein Fazit: das Buch lässt sich flüssig lesen und hat durchaus Potential. Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. Dafür vergebe ich 3,5 Sterne.

    Mit „Die Buchspringer“ hat Mechthild Gläser einen wunderschönen jugendlichen Fantasy-Roman geschrieben. Die „Buchspringer“ ist ein eigenständiges Werk und ist quasi ein Buch über die fesselnde Welt der Bücher und der Literatur.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Während ihres Sommerurlaubs auf einer vergessenen Shetlandinsel erfährt Amy, dass sie als Mitglied der Familie Lennox of Stormsay über die Fähigkeit verfügt, in Bücher zu reisen und dort Einfluss auf die Geschichten zu nehmen. Schnell findet Amy Freunde in der Buchwelt: Schir Khan, der Tiger aus dem Dschungelbuch, hat stets wertvolle Ratschläge für sie, während Goethes Werther zwar seinen Liebeskummer in tintenhaltigen Cocktails ertränkt, Amy aber auch ein treuer Freund ist, seit sie ihn vor den Annäherungsversuchen der Hexen aus Macbeth gerettet hat. Lediglich die Idee, Oliver Twist Kaugummi zu schenken, war nicht die beste … Doch bald merkt Amy, dass die Buchwelt nicht so friedlich ist, wie sie zunächst scheint. Erst verschwindet Geld aus den Schatzkammern von Ali Baba, dann verletzt sich Elizabeth Bennet auf dem Weg zum Ball mit Mr Darcy, sodass eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur im Keim erstickt wird, und Sherlock Holmes wird tot an den Strand gespült. Für Amy ist klar: Sie muss den Störenfried stellen!


    Zuerst möchte ich auf das Cover von „die Buchspringer“ eingehen. Auf diesem ist eim Mädchen abgebildet, welches ein Buch wie einen Drachen an der Leine fliegen lässt. Auch sind bekannte Buchfiguren abgebildet, die auch in dem Buch eine Rolle spielen. Es gefällt mir sehr gut, wie das Cover auf den Inhalt abgestimmt wurde.
    Der Schreibstil von Mechthild Gläser ist recht einfach gehalten, er ist auch recht bildhaft, sodass man immer ein Bild vor seinem geistigen Auge hat. Es werden einfach Wörter verwendet, sodass auch Jugendliche durchaus dieses Buch lesen können. In „Die Buchspringer“ wird eine wunderbare Idee aufgegriffen und eine fantastische Geschichte erzählt. Welcher Bücherwurm wünscht es sich nicht mal, in die Welt der Bücher eintauchen zu können und mit seinen Lieblingscharakteren dessen Welt unsicher zu machen. Mit ihnen gemeinsame Abenteuer zu erleben. Die Idee gefällt mir ausgesprochen gut und zusammen mit dem Hauptcharakter Amy erlebt man das ein oder andere Abenteuer. Die Gestaltung der Buchwelt fand ich sehr gelungen. Was machen die Charaktere in dem Buch, wenn sie nicht gerade einen Auftritt haben – wo treffen sie sich und können sie auch mit Charakteren aus anderen Büchern Konversation betreiben? Allgemein hat mir die Darstellung der Charaktere sehr gut gefallen, wobei ich mir manchmal etwas mehr Tiefgang gewünscht hätte. Das Buch ist recht kurzweilig gehalten. Dennoch bietet es auf jeden Fall ein paar wunderbare Lesestunden. Amy hat auf mich von Anfang an recht sympathisch gewirkt. Sie führt ein recht alltägliches Leben und muss sich mit den typischen Problemen eines Teenagers rumärgern. Ihre Mutter hat auch mich etwas chaotischer und auch impulsiver gewirkt. Besonders gut hat mir Werther, aus dem Werk von Goethe gefallen. Er ist quasi Amys Reisebegleiter in der Buchwelt und führt sie durch diese und hilft ihr bei der Suche. Denn in diesem Buch hält der Frieden natürlich nicht für immer an. Die ausschlaggebenden Ideen – sogenannte Rudimente – werden aus zahlreichen Werken gestohlen. Dadurch verliert das entsprechende Buch seine Bedeutung und die Geschichte nimmt einen anderen Verlauf an. Amy, Werther und Will machen sich auf die Suche nach dem Dieb. Es entsteht eine spannende Verfolgungsjagd, bei der der Leser nur zu gerne mit rätselt, was hinter dieser Tat steht.
    An den Kapitelanfängen werden Textstellen angeführt, welche in einer anderen Schrift gehalten sind. Diese Auszüge ähneln einem Märchen mit einer Prinzessin, ihrem Ritter und einem Ungeheuer. Im Verlaufe des Buches erkennt man den Zusammenhang zum hauptsächlichen Erzählstrang. Auch diese Idee hat mir gut gefallen.
    In der Geschichte ist eine zarte Liebesgeschichte zwischen Amy und Will eingewebt wurden, welche jedoch nicht zu aufdringlich wirkt.
    Das Ende an sich ist rund und irgendwann im Verlauf der Handlung hatte man die Erkenntnis, dass es so und nicht anders aufgelöst werden kann. Es ist spannend und fulminant – es nimmt einen mit. Jedoch hat es mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückgelassen.


    Insgesamt hat mich das Buch „Die Buchspringer“ gut unterhalten. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben. Da ich mir manchmal etwas mehr Tiefgang gewünscht hätte und ich finde, dass ein paar Seiten mehr dem Buch nicht geschadet hätten.

    Mit „Grauwacht“ hat der Robert Corvus eine einzigartige Welt namens Bisola geschaffen, in der nicht nur die Menschen, sonder auch Echsenwesen – genannt Sasseks - leben. Bisher ist „Grauwacht“ ein eigenständiges Werk, das ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Sie sind die Wächter der Dämmerung.
    Das Leben der Menschen Bisolas wird durch den Wechsel von Tag und Nacht bestimmt. Jahrzehnte lang herrscht Nacht, bis die Morgendämmerung hereinbricht, und weitere Jahrzehnte vergehen bis zum Abendrot. Ein alter Pakt zwingt die Menschen dazu, mit der Nacht zu wandern und ihr Dasein in kalter Dunkelheit zu fristen. Denn wenn der Tag kommt, kommen die Sasseks – fremdartige Wesen, die nur in der Wärme leben können. Allein dieses Abkommen garantiert den Frieden zwischen den Völkern sowie die Grauwacht, die den Abzug der Menschen überwacht. Doch mysteriöse Ereignisse gefährden den Pakt. Die Monde verändern ihre Farbe. Die Dämmerung schwindet nicht. Kann der Krieg noch aufgehalten werden?


    Zuerst möchte ich die Gestaltung des Buches loben. „Grauwacht“ verfügt über ein umfangreiches Glossar und ein ausführliches Personenregister. Auch die beigefügte Karte von Bisola finde ich wunderschön. Diese Karte kann man sich auf der Homepage von Robert Corvus auch in Farbe anschauen.
    Der Schreibstil von Corvus gefällt mir immer wieder aufs Neue sehr gut. Der Stil ist sehr bildhaft und lässt sich flüssig lesen. „Grauwacht“ ist wohl eins seiner Bücher, welches nicht ganz so düster und brutal ist. Dennoch muss man durchaus mit seinen Charakteren mit fiebern und um diese bangen, ob sie den Roman heil überleben werden. Die Hauptcharaktere sind wohl Remon – ein abtrünniges Mitglied der Grauwacht, welches sich vor Jahren für seine Familie entschieden hat, nämlich seine Frau Nata und das gemeinsame Kind Enna. Diese bildet eine harmonische Familie, welche den schweren Bedingungen der Natur Bisolas in der Nacht trotzt. Im Roman ist diese harmonische Welt natürlich nicht von Ewigkeit. Das Schicksal nimmt u.a. seinen Lauf, als Vorena – auch ein Grauwacht-Mitglied – Remon auffindet und diesen mitnimmt, damit er für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird. Vorena ist eine starke Frau, welche hohen Wert auf Ehre und den Verpflichtungen gegenüber der Grauwacht legt. Remon und seine Familie ist einen von Beginn sympathisch und es dauert nicht lange, da bangt man um das Wohl der einzelnen Familienmitglieder. Bei Vorena hat es etwas gedauert, aber nach und nach lernt man sie besser kennen. Man erkennt ihre raue Schale, aber auch ihren weichen Kern und kann sie dadurch besser verstehen. Auf Bisola leben auch echsenartige Wesen, genannt Sasseks. Zunächst ist ihre Schilderung – bedingt durch die Perspektive der Menschen – recht einseitig. Das Bild das von diesen Lebewesen gezeichnet wird, ist nicht immer positiv. Als die Sasseks jedoch ihren ersten Auftritt haben, erkennt man, dass die Schilderungen nicht immer der Wahrheit entsprochen haben. Man lernt z.B. Ssarronn kennen. Die Gestaltung der Sasseks hat mir sehr gut gefallen – man bekommt einen guten Einblick in ihre Kultur und ihre Hierarchie.
    Gut hat mir auch die Welt Bisola an sich gefallen. Es ist eine interessante Welt, die unserer nicht komplett unähnlich ist – aber trotzdem sehr viele Unterschiede aufweist. Der Tag-und-Nacht- Zyklus ist ein ganz anderer. Dieser Zyklus dauert mehrere Jahrzehnte. Die Beschreibungen haben mir gut gefallen und auch die darauf lebenden Wesen fand ich sehr interessant.
    „Grauwacht“ ist wie eine Rätselgeschichte aufgebaut. Etwas Ungewöhnliches passiert auf Bisola. Alles beginnt mit dem blauen Licht. Und stückchenweise werden Informationen gestreut, was es damit auf sich haben könnte, was die Zusammenhänge sein könnte. Das Ende dieser Rätselgeschichte ist meiner Meinung nach wirklich gelungen und kam für mich überraschend.
    Zu Beginn des Buches musste ich mich erst mal an die vorherrschende Situation gewöhnen und mich auf das Rätsel einlassen. Wenn dies aber erst mal geschehen ist, dann kann man „Grauwacht“ nur noch schwer aus den Händen legen.
    Für mich ist „Grauwacht“ ein durchaus gelungenes Werk, welches mich in eine wunderbare Welt katapultiert hat. Es hat Spaß gemacht, das Rätsel zusammen mit den Charakteren zu lösen und zu gerne würde ich mehr über Bisola lesen. Hierfür vergebe ich 4 von 5 möglichen Sternen.

    Mit dem Fantasy-Buch „Kalypto – Die Herren der Wälder“ hat der Autor Tom Jacuba einen gelungenen Auftakt zu einer wundervollen Reihe geschaffen. Bisher hatte ich von Tom Jacuba, der unter dem Namen Thomas Ziebula historische Romane schreibt, schon „Der Gaukler“ gelesen und war somit sehr auf sein neues Werk gespannt – und wurde dabei nicht enttäuscht.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Der junge und impulsive Lasnic, Angehöriger des Waldvolks, kann es nicht glauben: Ausgerechnet er wurde von der Ratsversammlung zum Waldfürsten berufen! Kurzentschlossen packt er seine Sachen und flüchtet vor der Verantwortung, ohne zu ahnen, dass er in ein viel größeres Abenteuer hineinstolpert. Denn im Verborgenen naht eine Gefahr, die alle freien Völker bedroht: Die Magier des vor Jahrtausenden untergegangenen Reichs Kalypto sind wieder erwacht - und sie schicken vier Späher aus, um das Volk zu finden, das sich am besten zur Versklavung eignet.


    Zuerst möchte ich das Cover von „Kalypto“ loben. Dieses ist mir sofort aufgefallen und hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Ich finde die Gestaltung sehr ansprechend. Auch die beigefügte Karte hat mir gut gefallen und ich habe so öfters zur Orientierung benutzt. Besonders zu Beginn des Buches hätte ich mir ein Personenregister gewünscht. Am Anfang werden doch recht viele Personen mit teils außergewöhnlichen Namen eingeführt, an die man sich erst mal gewöhnen muss. Doch im Verlauf der Geschichte habe ich die einzelnen Charaktere auch auseinander halten können.
    Der Schreibstil von Tom Jacuba hat mir gut gefallen. Er hat einen klaren und einfachen Stil und Jacuba versteht es, mit wenigen Worten sehr viel auszudrücken. Auch ist eine hohe Bildgewalt erkennbar. Mit wenigen Worten wurden Landschaften oder auch Lebewesen beschrieben, sodass ich ein genaues Bild vor meinem geistigen Auge hatte. Jacuba schafft es auch, seinen Schreibstil an die verschiedenen Eigenarten der unterschiedlichen Völker oder auch Charakteren anzupassen. Dadurch wird der Eindruck der Unterschiede nochmal verstärkt. Der Spannungsbogen wird innerhalb des umfangreichen Buches permanent aufrecht erhalten. Es passieren unvorhersehbare Wendungen und man fiebert mit den einzelnen Charakteren mit, so packend ist der Verlauf der Geschichte.
    Der Buch „Kalypto – Die Herren der Wälder“ ist wunderbar vielseitig und komplex. Zu Beginn des Buches verlaufen drei Handlungsstränge parallel zueinander, die im Verlauf des Buches zueinander führen. So lernt man die einzelnen Völker und auch die Welt an sich kennen. Die Gestaltung der Welt hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sie ist vielseitig und hat viele verschiedene Schichten, die man im Verlauf des Buches kennen lernt. Die Idee, die hinter diesem Buch steht, hat mir persönlich sehr gut gefallen und auch die Umsetzung ist gekonnt. Man fragt sich, was eigentlich hinter diesem Reich Kalypto steht – was es mit dem Prolog und somit auch mit den Magiern auf sich hat. Wie werden die einzelnen Völker darauf reagieren? Man lernt in diesem Buch die einzelnen Völker recht gut kennen – auch ihre Unterschiede zueinander. Da ist einerseits das Waldvolk, dieses ist ziemlich naturverbunden, hat seine eigenen Traditionen und Sitten. Auf der anderen Seite ist Garona – ein Volk, welches in den Bergen wohnt. Dort haben Frauen die stärkere und führende Position. Und nicht zu vergessen: das Volk der Tausend Inseln, unter denen Catolis – eine Magierin – lebt. Ein recht kriegerisches und machtdominantes Volk. Auch die Darstellung der Völker und ihrer Bewohner haben mir sehr gut gefallen. Sie sind beeindruckend beschrieben. Die Charaktere wirken vielseitig und realistisch. Sie sind komplex gehalten, haben ihre Stärken und Schwächen und auch sind sie nicht nur schwarz oder weiß gestaltet. In die Geschichte werden wunderbare fantastische Wesen eingearbeitet, die man so aus keinem anderen Fantasy- Buch kennt. Eine wirklich wunderbare Welt, die sich Tom Jacuba hier ausgedacht hat. Auf Grund der Komplexität und auch der Namen hatte ich zu Beginn meine Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Doch dies hat sich recht schnell wieder gegeben, sodass ich das Buch nur noch schwer aus der Hand legen konnte. Ich wurde von dieser für mich fremden Welt in einen Bann gezogen und wollte einfach nur noch wissen, wie es weitergeht. Auch die liebevoll dargestellten Nebencharaktere haben dazu beigetragen, dass ich das Buch lieben lernte. Sie haben dem Buch nochmal zusätzlich Leben eingehaucht.


    Mein Fazit ist, dass ich dieses Buch „Kalypto – Die Herren der Wälder“ trotz bestehender Anfangsschwierigkeiten dann nur noch schwer aus der Hand legen konnte. Dieses Buch ist ein vielseitiges und komplexes Fantasy-Werk, mit wundervollen Charakteren und einer gelungenen Umsetzung der Grundidee. Auf Grund der Startschwierigkeiten meinerseits vergebe ich wohlverdiente 4 Sterne. Auf die Fortsetzung, die für Januar 2016 angekündigt wurde, warte ich schon sehnsüchtig – ich muss einfach wissen, wie es weitergeht.

    Mit „Das vergessene Reich“ hat die Autorin Aileen P. Roberts einen gelungenen zweiten Teil der Weltenmagie- Trilogie geschaffen. Hierbei würde ich dringend empfehlen, dass man im Vorfeld „Der letzte Drache“ – den ersten Teil der Trilogie – gelesen haben sollte.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Wenn die Magie versiegt, stirbt ihre Heimat - und ihre große Liebe...
    Zusammen mit ihrem Freund Kayne und dem Drachen Robaryon macht sich Leána durch ein Magisches Portal auf in die Elfenwelt Sharevyon. Dies scheint der einzige Weg, die Elfen Albanys vor dem Aussterben zu bewahren. Aber in der Elfenwelt selbst sind die Paläste der einst Mächtigen verfallen, deren Bewohner nur noch ein Schatten ihrer selbst. Von der Elfenherrin erfährt Leána, dass in Sharevyon schon lange fast alle Magie erloschen ist. Nur, wenn es den Freunden gelingt, durch das Portal Drachen und andere magische Wesen in die Elfenwelt zu holen, kann diese gerettet werden. Doch was als einfache Rettungsaktion beginnt, wird zur tödlichen Falle und bedroht bald die Zukunft ganz Albanys ...


    Zuerst möchte ich die Gestaltung des Buches loben. Diese konnte mich wieder vollständig überzeugen und hat eigentlich alles, was das Fantasy- Leser-Herz höher schlagen lässt. Eine wunderschöne Karte von Sharevyon, ein Personenregister und als das i-Tüpfelchen die Gestaltung der Innenseite der Buchdeckel.
    Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und leicht, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Auch wird der Spannungsbogen permanent aufrecht erhalten. Desweiteren werden humoristische Passagen in die Geschichte eingeflochten, die sehr gut hineinpassen und das Ganze etwas auflockern. Auch haben mir die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren sehr gut gefallen.
    Im zweiten Teil der Weltenmagie- Trilogie knüpft Aileen P. Robert unvermittelt an „Der letzte Drache“ an. Dies hat zur Folge, dass man wieder direkt in die Geschichte hinein katapultiert wird und sich mitten in der Story befindet. Schon zu Beginn des Buches merkt man, dass es in Albany an allen Ecken brodelt – man spürt quasi, wie sich etwas zusammenbraut. Man kann die Gefahr, die für die Welt entstehen könnte, förmlich spüren. Im Volk gibt es immer mehr Stimmen, die sich gegen die Nebelhexen aussprechen, es werden Intrige gesponnen und auch das Zwergenvolk ist sich nicht einig – es könnte ein Krieg ausbrechen. Und dann natürlich noch die Reise nach Sharevyon – diese geheimnisvolle Welt, die so fremdartig auf unsere Abenteurer wirkt. Diese Welt scheint voller Rätsel zu sein. Auch ist wohl nicht alles so, wie man es auf den ersten Blick vermuten könnte.
    Die Charaktere haben mir auch im zweiten Teil wieder sehr gefallen. Diese haben sich weiterentwickelt. Dennoch fühlt man sich, als ob man alte Freunde wiederbesuchen würde. Diese liebevoll gestalteten Charaktere hat man einfach in sein Herz geschlossen. Man fiebert auch in „Das vergessene Reich“ mit ihnen mit und begibt sich zusammen mit ihnen in Gefahr. Vor allem Toran und auch Leána haben sich verändert, da sie um eine liebgewonnene Person trauern und versuchen, den Verlust zu bewältigen. Die beiden gehen auf sehr unterschiedliche Art mit ihrer Trauer um. Nicht selten hat man als Leser Angst, dass Toran sich in seinen Rachegelüsten verlieren könnte. Auch Leána wirkt nun reifer und ist nicht mehr ganz so impulsiv, wie vielleicht noch im vorangegangen Teil. Gut fand ich auch, dass man mehr über die Vergangenheit von Rob erfährt und dieses Mal auch aus einer anderen Perspektive. Rob ist einer jener Charaktere, der nicht nur schwarz oder weiß ist. Er ist nicht immer leicht durchschaubar und hat gerne noch ein Geheimnis parat. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Zusammenarbeit von Rob und Kayne. Wie sie sich zusammenraufen und versuchen, miteinander auszukommen.
    Die Frage, wer sich hinter dem Bärtigen versteckt, wird auch in diesem Buch nicht gelüftet. Es werden einige Brotkrümel gestreut, sodass man miträtseln kann und man sich wunderbar unsicher ist, wer er denn nun eigentlich ist. Man kann den Verdächtigenkreis einengen, es stehen jedoch immer noch ein paar mögliche Kandidaten im Gespräch.
    Das Ende lässt relativ viele ungelöste Fragen offen, sodass man sehnsüchtig auf den finalen Band warten muss.


    Mein Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die einen in die fremdartige Welt Sharevyon entführt, sodass man um seine Freunde bangen muss. Auch in Albany bleibt es nicht ruhig, sodass das Buch permanent spannend ist und durch den flüssigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Von mir bekommt das Buch eine klare Leseempfehlung und 4,5 Sterne.

    Mit „Naris – Die Legenden von Mond und Sonne“ hat Lucy Hounsom einen gelungenen ersten Roman geschrieben, der gleichzeitig auch der Auftakt zu einer Fantasy- Reihe darstellt.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext)
    Wie rettet man eine verlorene Welt? Stürme peitschen das Land und die Geister der Menschen vergehen in einem Wahnsinn, der sich wie eine Seuche verbreitet. Alte Kräfte, derer sich niemand erinnert, werden plötzlich wieder gewirkt. Und tief in den Ruinen einer versunkenen Festung regt sich Widerstand gegen die Herrschaft eines Ordens, den man längst ins Reich der Legenden verbannt hatte. Dass die verborgenen Fähigkeiten der jungen Kyndra Vale der Schlüssel zur Zerstörung und gleichzeitig zur Rettung einer ganzen Welt sein könnten, ahnt derweil noch niemand… Bei der Zeremonie zum Eintritt in die Gesellschaft der Erwachsenen geschieht etwas Unvorstellbares: Ein heiliges Artefakt zerbricht unter der Berührung der jungen Kyndra. Kurz darauf verwüstet ein Sturm ihr Dorf. Die Bewohner schließen sich zu einem wütenden Mob zusammen und geben dem Mädchen die Schuld an all dem Unglück. Die Situation droht zu eskalieren – bis zwei Fremde auftauchen und Kyndra mit Kräften, die seit Jahrhunderten nicht mehr gewirkt worden waren, in Sicherheit bringen. Gemeinsam fliehen sie zu der versunkenen Festung Naris, doch hier erwarten sie Intrigen, Fanatiker und Rebellen. In den unterirdischen Hallen findet Kyndra aber auch ihr wahres Ziel, und sie muss Verrat und Wahnsinn bekämpfen, um sich letztlich ihrem Schicksal zu stellen – ein Schicksal, das die bekannte Welt für immer verändern wird.


    An erster Stelle möchte ich das Cover und auch die enthaltene Karte loben. Das Cover finde ich sehr ansprechend und hat mich sofort neugierig auf dieses Buch gemacht. Es ist sowohl von den Farben als auch von dem Dargestellten recht ansprechend und macht Lust auf den Inhalt. Auch die Karte ist ansprechend und man erhält einen guten Einblick in die erfundene Welt, in die man in diesem Buch reist. Sie hilft auch während der Reise durch den Kontinent Marias als Orientierung.
    Der Schreibstil von der Autorin Lucy Hounsom ist sehr angenehm. Er ist bildhaft und wortgewandt, sodass man sich die gezeichnete Welt gut vorstellen kann und langsam ein Gespür für diese bekommt. Auch allgemein hat mir ihre Welt gut gefallen und auch das Magiesystem konnte mich überzeugen. Nur allzu gerne hätte ich mehr über diese Welt gelesen und mehr über diese erfahren. Ich empfand das Buch als permanent spannend, es war ansprechend und zusammen mit der Protagonistin Kyndra Vale hat man die Welt und auch Naris besser kennen gelernt. Nicht immer versteht man sofort die Zusammenhänge, vieles bleibt zu Beginn noch recht rätselhaft und man muss sich erst mal orientieren und in dem neuen Umfeld zurechtfinden. Die gesellschaftlichen Gegebenheiten in Naris sind nicht immer angenehm oder geben für Außenstehende einen Sinn.
    Wie bereits erwähnt, ist dieses Buch der Auftakt zu einer Fantasy- Reihe. Man begleitet im ersten Teil nicht nur die Protagonistin Kyndra Vale, sondern lernt auch noch andere wesentliche Charaktere kennen und wird in die Welt von Naris eingeführt. In „Naris- Die Legenden von Mond und Sonne“ wird der Hauptaugenmerk auf Kyndra Vale gelegt. Man erfährt viel über ihre Situation und auch ihr bisheriges Leben. Ihre Ängste und Befürchtungen, wie sie sich in Naris fühlt und wie sie versucht, sich mit ihrer Situation abzufinden. Zunächst wirkt Kyndra noch eher naiv und ist nicht selten auch mit der aktuellen Situation überfordert, weiß sich keinen Rat oder verhält sich nicht immer klug. Aber ich finde dies eigentlich durchaus realistisch. Schließlich ist sie eigentlich nur ein junges Mädchen aus einem Dorf, welches vorher noch nie die Welt gesehen hat. Sie weiß nicht, wem sie in Naris vertrauen kann und nicht selten vertraut sie auch mal den falschen Personen oder ist einfach nur zu gutgläubig. Sie muss erst an ihren Aufgaben wachsen und im Verlauf der Geschichte entwickelt sie sich durchaus zum Positiven. Dann sind da noch Brégenne und Nediah. Die beiden haben Kyndra aus ihrem Dorf befreit und führen sie nach Naris, beide sind Wirker. Besonders die beiden haben mir auch gut gefallen – vor allem Brégenne scheint eine dramatische Vergangenheit zu haben. Leider erfährt man über die beiden nur bruchstückhaft etwas. Auch manch andere Charaktere bleiben eher im Hintergrund, wobei diese durchaus interessant sind – wie z.B. Medavle, auf dem im späteren Verlauf des Buches etwas näher eingegangen wird. Ich fand es echt schade, dass auf viele Charaktere nur sehr wenig eingegangen wurde und empfinde das etwas als verschenktes Potential, da man sich doch sehr stark auf den Charakter Kyndra Vale beschränkt.
    Die Visionen, die Kyndra im Verlauf der Geschichte hat, sind zunächst sehr rätselhaft und man kann sich nur wenig daraus zusammenreimen. Aber im Verlauf der Geschichte wird der Zusammenhang geklärt.
    Auch das Ende hat mir persönlich ganz gut gefallen – es war temporeich und dramatisch, fesselnd und packend. Am Ende des Buches ist kein allzu böser Cliffhanger, viele Zusammenhänge werden gelöst und es steht ein weiteres Abenteuer an, sodass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass man auch im zweiten Band auf seine Kosten kommt.


    Alles in allem hat mir das Buch von Lucy Hounsom „Naris – Die Legenden von Mond und Sonne“ gut gefallen. Es ist ein gelungener Auftakt mit Potential und einer interessanten Welt und ebensolchen Charakteren. Dafür vergebe ich wohlverdiente 4 Sterne.

    Mit „Imperium der Drachen – Das Blut des Schwarzen Löwen“ hat Bernd Perplies den gelungenen Auftakt zu einer High- Fantasy- Reihe veröffentlicht. Mit diesem Roman wird einem ein Buch mit großem fantastischen Potential geboten.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Iolan ist ein Findelkind und wächst gemeinsam mit seinem Ziehbruder Marcos als Sohn eines einfachen Fischers auf. Doch als er das Mannesalter erreicht hat, wird sein Dorf von kaiserlichen Soldaten in Schutt und Asche gelegt, die Einwohner fallen den Schwertern der Eindringlinge zum Opfer. Iolan entkommt mithilfe des geheimnisvollen Arastoth, der ihm eröffnet, dass auch seine echten Eltern durch den Kaiser ermordet wurden. Von Rachegelüsten getrieben, folgt Iolan seinem Retter in die Hauptstadt des Imperiums, nur um festzustellen, dass die Wahrheit deutlich komplizierter – und schrecklicher – ist als alles, was der alte Mann ihm erzählt hat.


    Zuerst möchte ich die Gestaltung des Buches loben. Schon beim Aufschlagen ist man von der bunten Karte begeistert und auch das Personenverzeichnis ist recht hilfreich. Auch das Cover ist ansprechend und hat mich auf den ersten Blick neugierig gemacht.
    Der Schreibstil von Bernd Perplies ist sehr angenehm, das Buch lässt sich flüssig lesen und ist durchweg spannend. Der Stil ist sehr bildhaft und man kommt sich oftmals wie bei einem actionreichen Film vor, das Kopfkino ist an vielen Stellen vorprogrammiert. Zu Beginn muss man sich erstmal an die doch sehr ungewöhnlichen Namen gewöhnen, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist auch diese erste Hürde gemeistert. Inhaltlich hat „Imperium der Drachen“ viel zu bieten. Es wird aus verschiedenen Handlungsperspektiven erzählt, sodass noch mehr Spannung und Schwung in die Geschichte kommt. Im Verlauf der Geschichte werden diese teilweise zusammengeführt und andere führen einen auf die andere Seite des Meers, sodass man auch über diese Region etwas lesen und dabei über dessen Traditionen und Sitten lernen kann.
    Auch das Setting allgemein ist sehr interessant und gefällt mir recht gut. Es ist von der Antike inspiriert und besticht durch seine Atmosphäre.
    Die Charaktere wirken allesamt sehr real und scheinen ein Eigenleben zu haben. Auch die Nebencharaktere sind detailreich gestaltet und hauchen dem Buch noch zusätzlich Leben ein. Bei manchen ist man sich nicht sicher, ob man für diese Sympathie empfinden soll. Die vielen kleinen Nebencharaktere wirken alle recht echt und sind interessant gestaltet. Aber auch die Hauptpersonen sind durchweg spannend beschrieben, sodass man mit ihnen mitfiebert. So lernt man mit Markos einen ganz anderen Teil des Landes kennen, als z.B. mit Iolan. Mit diesem lernt man die bessere Gesellschaft kennen und erkundet sein Geheimnis. Auch fragt man sich, was Arastoth eigentlich für Beweggründe hat, warum er sich so viel Mühe mit Iolan macht. Und so befindet man sich selber mitten in einer Welt voller Intrige und Geheimnisse.
    Leider ist das Buch an sich nicht richtig abgeschlossen. Es gibt gewisse Etappenlösungen, die einen geringfügig Befriedigung verschaffen, jedoch will man unbedingt wissen, wie es denn nun eigentlich weiter geht. Schade finde ich es, dass die Drachen meiner Meinung nach etwas zu kurz kommen. Bei einem Blick auf das Cover denkt man doch, dass das Buch im Wesentlichen von Drachen handelt – dem ist leider nicht so. Auch etwas schade finde ich es, dass man über gewisse Kulturen und auch Völker leider nicht so viel zu lesen bekommt. So werden zwar ein paar Eigenheiten der Quano erwähnt, aber im Detail wird darüber nicht berichtet.


    Dies war wirklich ein gelungener Auftakt zu einer Fantasy- Reihe. „Imperium der Drachen“ war mein erstes Buch von Bernd Perplies gewesen, aber wird definitiv nicht mein letztes sein. Auch warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung und bin schon sehr gespannt, wie es mit Iolan, Mirene und auch Markos weitergehen wird.

    Mit „Sternenpfad“ hat die Autorin Ann-Kathrin Karschnick ein fantastisches Buch im heutigen Berlin geschrieben – gepaart mit einer spannenden Schnitzeljagd.



    Inhaltsangabe (Quelle: Amazon)


    Berlin. Ein Denkmal explodiert. Wo einst die Siegessäule stand, klafft nun nur noch ein Abgrund. Wie jeder andere vermutet die Fantasyautorin Stefanie dahinter einen terroristischen Anschlag. Der Alptraum ist für sie jedoch nicht vorbei. Wenige Tage nach der Katastrophe wird Stefanie entführt - von einer Elfe! Noch bevor sie sich von dem Schock erholen kann, wird ihr klar, dass all die mystischen Legenden und Geschichten über Elfen wahr sind, die sie für ihre Romane recherchiert hat. Mit ihrem Wissen muss sie der Elfe Arvariél helfen, die drohende Gefahr von der Erde abzuwenden. Denn Dunkelelfen wollen, auf Kosten der Menschheit, aus ihrem magielosen Exil ausbrechen und töten jeden, der sich ihnen in den Weg stellt...



    Der Schreibstil von Ann- Kathrin Karschnick ist sehr angenehm, das Buch lässt sich flott lesen. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist der Humor, der in diesem Werk permanent mitschwingt. Die Autorin nimmt sich hierbei selber nicht allzu ernst und auch die Charaktere verhalten sich nicht immer allzu ernst – ohne jedoch ins Lächerliche gezogen zu werden. Auch werden viele Anspielungen im Bereich Film und Serien gemacht, sodass man sich als Leser freut, wenn einem bekannte Namen begegnen – aber auch wenn man diese Anspielungen nicht immer versteht, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch.


    In Sternenpfad müssen ein paar Rätsel gelöst werden und so kommt es, dass quasi eine Schnitzeljagd durch die Stadt Berlin durchgeführt wird. Diese Rätsel sind nicht immer leicht zu lösen. Die Beschreibungen der Berliner Örtlichkeiten hat mir hierbei auch gut gefallen, sodass man auch als Nichtberliner ein gutes Bild vor Augen hat und die Stadt mit anderen Augen sieht.


    Auch die Charaktere haben mir gut gefallen – sie sind allesamt sehr gut gelungen und wirkten auf mich durchaus real. Sie hatten ihre Ecken und Kanten und wirkten auf mich, als ob sie ein eigenes Leben führen. Stefanie ist eine bekannte Fantasy- Autorin, die sich daher mit der Welt der Elfen intensiv auseinander gesetzt hat. Sie ist ziemlich erfolgreich und hatte vorher einige schwierige Erfahrungen mit ihrem Ex-Mann zu durchleben. Als Autorin ist sie von Geburt an neugierig und lässt sich natürlich doch recht leicht ködern, als ihr Gegenüber behauptet, eine Elfe zu sein. Stefanie wirkt sympathisch und ich mochte ihre Art und Weise eigentlich sehr gerne. Dann ist da noch Tobias – ein Mathematikstudent und in der Gegenwart von Frauen eher schüchtern. Er ist ein kleiner Nerd und kennt sich gut mit Technik aus, auch ist er – wie Stefanie – ein großer Fan von Rätseln jeglicher Art. Tobias fand ich besonders sympathisch, mit seiner warmherzigen Art ist er mir sofort ans Herz gewachsen. Arvariel, die Elfe, vervollständigt das Trio. Sie ist eine starke Elfenfrau, die doch recht wortkarg ist und so ihre Probleme hat, sich anderen anzuvertrauen. Sie hält gerne auch mal ein paar Informationen zurück und durch ihre Art und Weise hat sie bei mir eher Misstrauen gesät. Als tierischer Begleiter stößt zu Beginn der Geschichte ein kleiner Koboldmaki namens Anju dazu, hinter dem mehr steckt, als man zunächst vermuten könnte. Gut finde ich auch, wie sich das Dreierteam erst zusammenraufen muss und so mit den Eigenarten der anderen klar kommen muss – sie sind nicht sofort dickste Freunde, sondern müssen sich erst mal miteinander anfreunden. Sie wächsen im Verlauf der Geschichte zusammen und dieser Zusammenhalt ist auch nicht irrelevant für den Ausgang der Geschichte.


    Als böser Gegenpart tritt in „Sternenpfad“ Tharanel auf. Er ist ein Dunkelelfe und will verhindern, dass das Trio die Rätsel löst und somit auch den Erfolg von Arvariels Mission. Ich finde seine Anspielung auf unsere Gesellschaft jedoch ziemlich interessant und sie regen einem zum Nachdenken an.


    Der Showdown hat mir ebenfalls gut gefallen. Er war spannend geschrieben und konnte mich nochmal so richtig mitreisen.



    Insgesamt ein sehr unterhaltsames und wirklich gut geschriebenes Fantasy- Buch, welches im heutigen Berlin spielt. Die Charaktere und auch die Schnitzeljagd haben mir gut gefallen.

    Mit „Elias& Laia – Die Herrschaft der Masken“ hat die Autorin Sabaa Tahir einen gelungenen Debütroman geschrieben, der definitiv Suchpotential hat.


    Inhaltsangabe (Quelle: Bastei Lübbe ):
    Wie überlebt man in einer Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen? Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft.
    Während Elias in der berühmten Militärakademie von Schwarzkliff dazu ausgebildet wird, als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste von Schwarzkliff vor. Dort trifft sie auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste...
    Eine mitreißende Geschichte, in der es buchstäblich um Leben und Tod geht


    Als erstes möchte ich die Gestaltung des Covers loben. Dieses hat mir persönlich ganz gut gefallen, es ist ansprechend und hat einen Bezug zum Inhalt des Buches.
    Der Schreibstil von Tahir hat mir persönlich ebenfalls gut gefallen. Dieser ist angenehm und anschaulich, die Seiten fliegen nur so dahin und ich hatte keinerlei Probleme, in die Geschichte hereinzukommen. Die Beschreibungen sind bildhaft, sodass ich mir sowohl die einzelnen Szenarien als auch die jeweiligen Charaktere gut vorstellen konnte und ich ein geistiges Bild vor meinen Augen hatte. Die Geschichte fand ich durchweg spannend geschrieben, an keiner Stelle kam Langeweile auf, sodass ich Probleme hatte, dass Buch aus der Hand zu legen – ich wollte einfach wissen, wie es mit der Story weitergeht.
    Die fantastische Welt, welche die Autorin Tahir in „Elias& Laia“ schafft, fand ich sehr ansprechend – es gibt interessante Ansätze, welche auch gut umgesetzt wurden sind – innerhalb dieses Buches lernt man einiges über das Machtgefüge. Auch bevölkern fantastische Wesen diese Welt, wie z.B. Ghule, Dschinns, Ifrits oder auch Auguren. Die letztgenannten Wesen sind unsterblich und können quasi die Gedanken ihrer Mitmenschen lesen. Auch erfährt man, dass sich das Imperium die Macht über die anderen Völker erkämpft hat. Dass diese in Schwarzkliff Soldaten ausbilden. Es ist ein Regime, indem Macht, Unbarmherzigkeit, Opferbereitschaft und auch Folter die Oberhand hat. Fehler oder Ungehorsam werden bestraft – nicht selten mit dem Tod. Es ist daher nur authentisch, dass dieses Buch an manchen Passagen eine gewisse Brutalität beinhaltet und auch Gewaltszenen werden in die Geschichte eingebunden. Mir persönlich hat dies gut gefallen, da alles andere wohl unglaubwürdig gewesen wäre – man bekommt dadurch einen besseren Einblick in die Brutalität dieser Welt, wie rau und grob sie doch ist – dass viele Situationen nicht einfach sind.
    Mitten in dieser Welt leben Elias und auch Laia. Zwei unterschiedliche Charaktere. Elias ist eine Maske, wird in Schwarzkliff ausgebildet und möchte am liebsten dieser Ausbildung entfliehen. Er ist anders als die restlichen Masken, wirkt nicht ganz so oberflächlich und scheint auch nicht zu denken, dass er etwas Besseres ist. Er ist der Sohn der Kommandantin Keris – man kann schon erahnen, dass die beiden kein inniges Verhältnis zueinander haben. Die Kommandantin ist ein kaltherziger Mensch, der nicht nur ihre Sklaven grob behandelt. Auch sieht sie die Geburt ihres Sohnes Elias wohl als ihren größten Fehler an. Mir persönlich hat Elias in dem Buch am besten gefallen – seine innere Zerrissenheit, wie er mit sich selber hadert und eigentlich in eine Welt hineingeboren wurde, die gar nicht zu ihm passt. Wie er von sich selber und auch seiner Kindheit erzählt, ist berührend und trotzdem bewältigt er schwierige Situationen – und dabei geht er nicht immer leichtfertig mit sich selber ins Gericht.
    Im Kontrast dazu ist Laia. Zu Beginn kann man lesen, wie die Masken ihre Familie überfallen. Laia flieht und wendet sich an den Widerstand, um ihren Bruder aus der Gefangenschaft zu befreien. Zu Beginn ist sie ein armes hilfloses Mädchen, welches mit der Situation vollkommen überfordert ist. Doch sie lernt im Verlauf der Geschichte, wie man sich durchbeißt und ist auch zu Opfern bereit. Ständig hat sie die Stimme ihres Bruders in Gedanken, wie er ihr Ratschläge gibt und sie ermutigt, als sie sich als Sklavin bei der Kommandantin behaupten und durchkämpfen muss.
    Auch die Nebencharaktere wirken alle durchaus real und haben ihre eigenen Liebenswürdigkeiten. Mit vielen empfindet man Sympathie, bei anderen Charakteren Antipathie und bei manchen ist man sich nicht sicher, was man von ihnen halten soll. Nicht alles ist nur schwarz oder weiß. Gut gefallen hat mir bei den Nebencharakteren z.B. Helena – sie ist eine weibliche Maske und die beste Freundin von Elias. Auch sie hat einen gewissen dramatischen Aspekt. Oder auch Izzy und die Köchin, zwei weitere Sklaven bei der Kommandantin, die Laia nicht nur in einer Situation geholfen haben. Sie wirken allesamt so durchaus real und lebendig – sie haben ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Probleme und Sorgen.
    Dieses Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt- zum einen aus der Sicht von Laia und dann noch aus der Perspektive von Elias. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der beiden Protagonisten. Man kann sich sehr gut in die beiden hineinversetzten und fiebert mit ihnen mit – erlebt mit ihnen schwierige Situationen und steht ihnen dabei zur Seite.
    Positiv möchte ich auch hervorheben, dass der Schwerpunkt von „Elias& Laia – Die Herrschaft der Masken“ nicht auf der Liebesgeschichte liegt. Viel mehr wird das Regime in dieser fantastischen Welt und auch der Widerstand gegen diesen thematisiert. Die Liebesgeschichte nimmt zwar einen gewissen Raum ein, ist jedoch nicht im Mittelpunkt.
    Das Ende schreit quasi nach einer Fortsetzung. Es wird quasi eine Etappenlösung erreicht, die jedoch nicht alle Fragen befriedigen kann. Es ist doch recht offen gehalten. Dieses Ende macht Lust auf mehr, man will einfach wissen, wie es weitergeht. Daher habe ich mich sehr gefreut, als bestätigt wurde, dass eine Fortsetzung geplant ist.


    Mein Fazit ist, dass „Elias& Laia – Die Herrschaft der Masken“ eine wirklich gelungener fantastischer Debütroman ist, der mehr als nur eine Liebesgeschichte zu bieten hat. Dieses Buch besticht durch seine wirklich fesselnde Story und durch seine Charaktere, mit denen man einfach mitfiebern muss. Ich kann es gar nicht erwarten, bis die Fortsetzung erscheint. Daher vergebe ich 4,5 Sterne – in der Hoffnung, dass der zweite Teil noch eine kleine Steigerung zu bieten hat.