Beiträge von Sara

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Der Einsatz von Streikbrechern war mir so irgendwie noch gar nicht bekannt. Entweder habe ich das immer verdrängt oder nicht aufgepasst, aber ich war total entsetzt zu lesen, dass da Leute dafür bezahlt werden, dass sie gegen die Streikenden vorgehen. Und dann auch dieser Irrsinn der Polizei, dass sie die Streikenden festnehmen, obwohl sie ganz genau wissen, dass die nicht gewalttätig werden... Oh man! :grmpf:


    Ja von Streikbrecher hatte ich vorher auch noch nichts gewusst. Einerseits macht sowas aus der pragmatischen Sicht von Unternehmern Sinn, allerdings ist das schon wirklich sehr mies. Aber auch hier hat man wieder mal gesehen wie Menschen und Presse aufeinander losgehen und das durch feinste Manipulation.




    Was mit Teresa passiert, finde ich ganz schrecklich! Gut die Beschreibungen von dieser Anstalt waren schon schlimm genug, aber dass Teresa da eine Woche lang festgehalten und dann auch noch zwangsoperiert wird, fand ich einfach nur grausam. Klar sterilisieren sie die Frauen, damit sich die Wärter dann ohne Gefahr an ihnen vergehen können. Schrecklich! :grmpf: Teresa war ja schon vorher wirklich kaputt und jetzt wird ihr auch noch so etwas angetan. Oh man!


    Genau das hab ich mir auch gedacht, diese Sterilisation ist in erster Linie für die Wärter und das Sanatorium gut, damit man sich dann nicht mit Schwangerschaften auseinandersetzen muss :grmpf:



    Was Teresa in der Irrenanstalt mitmacht, ist sicher auch furchtbar für Lucia. Trotz allem ist sie immer noch ihre Mutter, deren Bindung auch dadurch nicht zerstört werden kann.


    Naja ob Teresa wirklich so große Muttergefühle gegenüber Lucia hat. Natürlich ist es verständlich, dass Teresa viel durchgemacht hat, aber gegenüber Lucia war sie -zumindest hätte ich das so aufgefasst- nie sonderlich herzlich oder mütterlich.
    Auch vor dem Sanatoriumsvorfall hatte sie sich ja teilweise bei Giovanna wohler gefühlt als bei ihrer eigenen Tochter.


    Wirklich der Aufpasser-Drachen. Da hilf nur eins: Feuer spucken. Aber der war Lucia nicht gewachsen.


    Ja ich hätte mich an Lucias Stelle auch so aufgeregt, bei so einer Ungerechtigkeit fühlt man sich einfach so hilflos.. aber zum Glück war Henryk dabei, der einen kühlen Kopf behalten konnte und genau gewusst hat wie man mit dem Drachen umgehen muss!

    Mit dem letzten Abschnitt war ich nun sehr schnell durch.. Teresa geht es nach der Operation schlechter als vorher und Lucia ist so verzweifelt, dass sie über Selbstmord nachdenkt. Ich finde es eh bemerkenswert wie stark Lucia ist, nicht jeder hätte die Kraft, die sie an den Tag legt und ich weiß nicht, wie ich das meistern würde?!


    Sie haben den Streik offiziell verloren, aber trotzdem haben sich die Arbeitsbedingungen verbessert, also waren die Einsparungen nicht umsonst. Es war so traurig als Enrico gestorben ist.. ich hatte erst ein schlechtes Gefühl, als die Menge immer unruhiger wurde. Das war einfach so traurig :heul:


    Zwischen Henryk und Miriam ist es aus, aber trotzdem dauert es noch eine Weile bis alles zwischen Henryk und Lucia geklärt ist. Nachdem das ganze Buch doch sehr an den Nerven gezehrt hat, durch all die Einbußen, die Lucia erlebt hat, gibt einem das Ende seinen inneren Frieden zurück. Nachdem die Gräfin und Paolo gekommen sind und angeboten haben für Teresa zu sorgen, entsteht für Lucia die Möglichkeit ihr eigenes Leben zu führen.
    Die Gräfin erzählt von der Vergewaltigung und es macht den Anschein als ob der Graf Lucias Vater war! Der Graf war mir ja vorher schon nicht sympathisch, aber nach der Hintergrundgeschichte aus deren Ehe und dem Vorfall mit Teresa ist er mir einfach nur zuwider! Die Vergewaltigung war wohl auch der Grund, der bei Teresa die Krankheit ausgelöst hat und welche sich von Jahr zu Jahr verschlimmert hat :(
    Man hofft für sie auch einfach, dass sie in Neapel ihren Frieden findet, schön fand ich auch, dass sie bei der Verabschiedung am Bahnhof nochmal für Lucia gesungen hat.


    Mir hat das Ende auch richtig gut gefallen. Lucia und Henryk haben geheiratet sie muss sich aber nicht verbiegen und kann trotzdem das machen was sie will und die Gewerkschaften bei den Streiks unterstützen :)

    Diese Pfuscher im Sanatorium, das ist einfach unvorstellbar. Teresa wird verhaftet und sofort in die Irrenanstalt abgeschoben. Ich verstehe auch einfach nicht warum sie keinen Besuch von der Familie empfangen darf. Für mich war das schon mehr als gegen jedes Gesetz und wenn mir sowas heutzutage passieren würde, würde ich mir einen Anwalt und die Anstalt verklagen, nachdem was sie Teresa angetan haben erst Recht. Die Patienten vertauschen ist doch die Höhe?!!!! :grmpf: :grmpf:
    ..und dann auch noch wie hochnäsig und verständnislos die Schwester gegenüber Lucia war!!


    Ich fand es aber so nett von Henryk, dass er für Lucia so selbstverständlich da war und mit ihr in das Sanatorium gegangen ist. Vor allem weil sonst keiner bereit war sie zu begleiten.
    Schon allein, dass sie eine männliche Begleitperson gebraucht hat.. da könnte ich mich schon wieder aufregen! Aber das waren wohl einfach andere Zeiten, die man heute einfach nicht mehr ganz verstehen kann.


    Lucia hat es immer noch nicht leicht und nach dem Vorfall im Sanatorium wird es sicher noch schlimmer. Aber Lulas Bemerkung "Lucia wolle zu viel!" kann ich nicht zustimmen. Gut sie hat viele Wünsche, aber wer hat das nicht? Und im Gegensatz zu den Wünschen anderer, gehen ihre nicht in Erfüllung! Sie konnte nicht auf die Universität und Henryk ist auch vergeben.

    Es hört sich alles so vage an, so nach "ich habe zwar keinen Schimmer, aber ich muss ja was sagen, weil ich der Fachmann bin". Die Sache mit dem verkeimten Blut ist doch sehr merkwürdig.


    Also ich finde, dass er sehr hilfreich ist und doch etwas Trost spendet. Und Dr. Ricci sagt ja gerade nichts von "verkeimten Blut", das ist ja die Meinung mancher Amerikaner gegenüber den Einwanderern aus Europa. Er stellt ja ganz klar fest, dass Teresas Geist krank ist, so wie jedes andere Organ krank werden kann. Und ich denke Teresa hat schon sehr viele Symptome, sodass man die Geisteskrankheit gar nicht so genau bestimmen kann. Auf mich wirkt er sowieso mehr wie ein Psychiater.


    Ich finde es toll von Lucia, dass sie von sich aus Abstand hält und sich stattdessen auf andere "Baustellen" konzentriert. Vielleicht zahlt es sich ja am Ende doch aus, dass sie nicht versucht, Henryk von Miriam abzubringen, und er entscheidet sich doch für sie.


    Ich muss zugeben die Hoffnung habe ich auch, ich würde es Lucia auch wünschen, dass sie in dieser Hinsicht mal etwas Glück hat, gerade weil sie sich so anstrengt und für andere aufopfert.



    eigentlich ist das Buch ja schon interessant, aber trotzdem brauche ich für die einzelnen Kapitel unglaublich lange. Geht euch das auch so? :gruebel:


    Teilweise ja. Die Kapitel sind hald wirklich sehr lang, was nicht unbedingt allzu motivationsfördernd ist :rollen: Mit diesem Abschnitt war ich dann einigermaßen schnell durch, weil ich grad viel Zeit hatte. aber der nächste Abschnitt an sich ist schon ganz schön lang und da knabber ich jetzt auch grad rum ;)



    Die Beschreibungen der Zustände der Arbeiterinnen finde ich schon heftig und richtig übel, wie die ausgebeutet werden. Schlimm ist nur, dass man dabei irgendwie so an die Zustände erinnert wird, die heute zwar nicht mehr in den Firmen in USA herrschen, aber dafür in anderen ärmeren Ländern, wo die Klamottenindustrie auch unter unglaublich menschenunwürdigen Bedingungen die Frauen für sich schuften lässt. Ich werde hier auch total wütend, wenn ich so Dinge lese, dass die Frauen die Geräte und Utensilien selber bezahlen müssen und ihnen immer gleich wegen irgendwelcher Strafen das Geld abgezogen wird. Dann noch diese komplett unterschiedlichen Löhne dazu... Einfach unglaublich und einige der Dinge gibt es sogar noch heute :grmpf: :grmpf: :grmpf:


    Da hast du Recht, da sieht man mal wieder, dass auch bei uns heute noch immer nicht alles wirklich gerecht ist! :(
    Aber dass man früher Maschinen leasen und Stoff, Nadeln usw. noch selber zahlen musste habe ich nicht gewusst! Da war ich auch richtig schockiert!! Das ist doch einfach eine Unverschämtheit!

    Meine Rezension habe ich jetzt auch schon geschrieben und ich hatte, wie schon einige andere, auch so meine Probleme mit dem Buch. Ich habe mich wirklich sehr darauf gefreut und wurde dann doch etwas enttäuscht. Es war trotzdem schön dieses Buch in einer Runde gelesen zu haben, weil man dadurch in seinem Kummer nicht ganz so alleine war, deswegen Vielen Dank an alle MitleserInnen für den Austausch :winken:


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    Meine Meinung:


    Val McDermid hält sich beim Inhalt sehr nah an die Vorlage von Jane Austen. Die Adaption weicht dabei so gut wie gar nicht von den groben Inhalten Austen's Original ab. Das Buch soll eine moderne Version des Klassikers darstellen, in dem die Geschichte rund um das Gruselkloster in die heutige Zeit des 21. Jahrhunderts versetzt wird. Val McDermid versucht dies, indem sie heutige Medien (Facebook, Twitter etc.) und Jugendsprache in die Geschichte einwirft. Diese Kombination funktioniert allerdings nicht sehr.


    Ich werde gar nicht allzu sehr auf den Inhalt eingehen, möchte aber bei meiner Rezension einige inhaltliche Punkte ansprechen, mit denen ich Probleme hatte. Mir gefällt Austen's Northanger sehr gut, und weil ich grundsätzlich ein Fan von modernisierten Klassikern bin, habe ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut. Ich hatte im Vorfeld auch schon bestimmte Vorstellungen. Das Cover hat mir eine düstere Grundstimmung vermittelt, die vielleicht auch in eine gewisse "Ghetto"-Richtung gehen könnte?! Beim Lesen merkt man aber schnell, dass es in eine andere Richtung schlägt. Es ist nicht sonderlich düster und auch den Aufenthalt der Hauptfigur Cat im Northanger Kloster, fand ich nicht gruselig. Cat liest sehr gerne und hat dabei eine Vorliebe für gruselige Fantasybüchern, speziell welche mit Vampiren. Aufgrund ihrer enormen Vorstellungskraft reimt sie sich dann auf verschiedenste Tatsachen zusammen, dass die Tilneys Vampire sein könnten. Für die heutige Zeit ist sowas allerdings unglaubwürdig, auch mit viel Fantasie finde ich es unrealistisch von der Existenz von Vampiren wirklich überzeugt zu sein.
    Der Sprachstil wechselt zwischen Hoch- und Jugendsprache. Es gibt einige Figuren wie Erwachsene oder "vornehmere" Leute, die dabei durchgehend Hochsprache verwenden. Im Gegensatz dazu springen aber auch manche Personen (Cat) zwischen Hochsprache und Jugendjargon hin und her. Das führt dazu, dass man Cat schwer einschätzen kann. Cat wurde zu Hause unterrichtet und ist deswegen etwas weltfremd und gutmütig anderen Menschen gegenüber. Alles in allem ist sie als Hauptfigur 'okay', ich konnte mich aber nicht sonderlich für sie erwärmen. Sie redet zwar auch immer wieder davon wie toll sie Henry Tilney findet, und dass sie in ihn verliebt ist, von dieser Magie spürt man beim Lesen von Gesprächen oder Treffen zwischen den beiden aber herzlich wenig. Gerade weil die Geschichte nun ins moderne 21. Jahrhundert versetzt wurde, hätte man die gesellschaftliche Entwicklung, die es seit der Austen-Zeit gab nutzen und etwas dicker auftragen können.
    Da der Inhalt nicht stark von dem schon bekannten Klassiker abweicht, wird es irgendwann etwas langweilig und meine Begeisterung hat im Laufe des Buches immer mehr abgenommen. Das Ende (der Epilog) hat dem ganzen dann noch die Krone aufgesetzt. Von Modernität und heutigem Zeitgeist keine Spur!



    Fazit:
    Jemandem, der Austens Original kennt und liebt, würde ich von dieser Adaption abraten. Die Handlung unterscheidet sich in keiner Weise, wodurch es etwas langweilig ist. Außerdem gelingt es Val McDermid nicht ganz die Geschichte durch moderne Elemente genug "aufzupeppen", um die Geschichte interessant zu machen. Ich konnte auch nicht verstehen, was die Moral des Buches sein sollte? Dass sich seit dem 18. Jahrhundert nichts geändert hat und die Emanzipationsbewegung nie stattgefunden hat?



    Meine Bewertung:
    2ratten


    Doch Teresa wurde im Varieté gefeuert und dann kam der Zusammenbruch. So muss Lucia sich um Teresa kümmern. Das ist schon nicht einfach, daneben muss sie noch arbeiten. Die Diagnose des Doktors hört sich sehr merkwürdig an.


    Warum hört sich für dich die Diagnose merkwürdig an?



    Miss Miller, die jetzt verheiratet ist, hat sich in der Ehe auch verändert. Aus der selbstbewussten, selbständigen Frau ist jemand geworden, der ziemlich angepasst ist und noch lange nicht mehr tun kann, was ihr richtig erscheint.


    Ja das stimmt, die Veränderung von Mrs Miller ist schon etwas erschrecken, dass sie sich nicht mal in ihrem eigenen Haus frei bewegen und reden kann. Allerdings zu ihrer Verteidigung hängt ihre massive Verhaltensänderung nur indirekt mit der Ehe zusammen, da es ja vielmehr am Schwiegervater liegt.



    Sie hält immer noch Distanz zu Henryk, dabei glaube ich nicht, dass der wirklich Interesse an Miriam hat.


    Ja das Gefühl hatte ich auch, ich denke, dass die Verbindung auch in erster Linie durch die Eltern gefördert wird.

    Zum Inhalt:


    Fye lebt in einer Welt, in der Menschen und Elfen friedlich nebeneinander leben. Als Halbelfe wird sie allerdings als Mischwesen oder Hexe verschrien, wodurch sie zurückgezogen und allein in einer Waldhütte lebt. Als sie in einem Dorfbesuch als Halbelfe enttarnt und festgenommen wird, weiß sie, dass dies ihr Todesurteil bedeutet. Nachdem ein Unbekannter ihr hilft zu fliehen, versucht sie nichts als wieder in ihr altbekanntes Leben zurückzufinden. Hin und her gerissen zwischen Liebe zu einem verfluchten Prinz, einem charmanten Ritter und ihren bisherigen Gewohnheiten, beginnt für Fye ein Abenteuer, durch das sie alles was sie bisher kannte und geglaubt hat zu wissen, in Frage stellen muss.



    Meine Meinung:


    Vielleicht zuerst ein paar Worte zum Cover: das finde ich wirklich wunderschön und ich muss auch gestehen, dass das der Grund war, warum ich in auf das Buch aufmerksam wurde. Das Titelbild passt meiner Meinung nach auch super zu der Geschichte.
    Zu Beginn habe ich etwas gebraucht, um mich in die Ich-Perspektive und den durch Fye's Ängste anfänglich etwas "gehetzt" wirkenden Schreibstil. Das dauerte aber nicht lange und dadurch ist es möglich besser in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten einzutauchen. Ich finde "Divinitas" unglaublich spannend und die Geschichte sehr interessant. Das Buch hält für den Leser viele Ereignisse und Wendungen bereit, die man so nicht vorhergesehen hätte, wodurch aber das Buch gleich noch viel mehr Spaß macht. Auch steht oft sehr viel Witz oder Liebe zum Detail in den einzelnen Dialogen oder Szenen.
    Das Buch wird dabei sowohl aus der Perspektive von Fye als auch von Vaan erzählt. Man lernt beide Figuren kennen und lieben. Auch bemerkenswert ist die Charakterwandlung bzw. Entwicklung, die Fye im Laufe des Buches durchmacht. So wirkt sie anfangs etwas eingeschüchtert, findet aber später Selbstbewusstsein und Kampfgeist.



    Fazit:
    Eine sehr spannende Geschichte, die gut erzählt ist und vor allem die Idee dahinter gefällt mir wirklich richtig gut. Im Rahmen dieser Geschichte ist ein weiterer Band ("Falkenmädchen") für Juni 2016 geplant, in dem die Vorgeschichte zu "Divinitas" erzählt wird. Mir hat diese Buch hier sehr gut gefallen, weswegen ich auch schon unglaublich gespannt auf den nächsten Band bin.



    Meine Bewertung:
    5ratten