Beiträge von Bina

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Jessie Burton - Das Geheinis der Muse


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Inspiriert von den vielen positiven Rezensionen zu dem Buch (hauptsächlich bei Amazon) habe ich mir das Buch zu einem der letzten Forenwichtel gewünscht und bekommen. Danke noch mal an meine liebe Wichtelmama! <3


    Es geht um ein Gemälde, das im Jahr 1967 in London von einem jungen Mann bei der Durchsicht des Nachlasses seiner kürzlich verstorbenen Mutter entdeckt wird.

    Erzählt wird die Geschichte des Gemäldes in zwei wechselnden Plots: In Spanien 1936 treffen verschiedene jüngere Leute aufeinander. Eine von ihnen malt total gerne und wird immer besser, als sie sich verliebt. In London 1967 lernt die Ich-Erzählerin Odelle nicht nur den Kulturschock einhergehend mit ihrer Einwanderung ins britische Mutterland zu verarbeiten. Die junge Frau aus Trinidad und Tobago schuftet sich als Schuhverkäuferin durch, obwohl sie eine studierte Kunstwissenschaftlerin ist. Sie erträgt die rassistischen Erniedrigungen und lernt auf einer Feier den attraktiven und charmanten Lawrie Scott kennen, irgendwann bekommt sie eine Anstellung als Empfangsdame im Sekretariat eines Museums. Sie verliebt sich in Lawrie, der versucht etwas über das Gemälde herauszufinden, das er geerbt hat.


    Ich finde die londoner Szenen immer viel interessanter, während mich die Personenvielfalt in Andalusien überfordern. Es gibt in Andalusien eine Teresa und eine Olive, einen Isaac, Sarah und Harold. Es sind zwar nur vier Leute dort, und in London gibt es auch noch mehr Personen, aber die Geschichte in London hat mich direkt mehr gefesselt.


    In London wird Odelle als Frau mit dunkler Haut von vielen Menschen schlecht behandelt. Sie erlebt täglich Erniedrigungen. Was mir besonders gut an Jessie Burtons Roman gefallen hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der sie mit Odelles Hautfarbe umgeht. Am Anfang wusste ich als Leserin nicht, dass sie anders aussieht, als die restlichen Londoner. Das wurde mir erst mit der Zeit beim Lesen klar, als Odelle es beschrieben hat. Dass eine dunkle Haut zu haben für Odelle alltäglich ist und sie nun optisch auffällt, weil sie sich von den anderen Leuten durch diesen Aspekt unterscheidet und sie deswegen diskriminiert wird, ist etwas, das mir lange im Kopf geblieben ist. Zwar weiß ich, dass es Diskriminierung und Rassismus gibt und dass es ein sehr großes Problem auch in der Zeit war, als das britische Empire noch eine Weltmacht war. Aber ich habe es noch nie so nachfühlbar für eine von Diskriminierung betroffene Person gelesen. Häufig liest man in Romanen immer wiederkehrende Hinweise auf das Aussehen der Figuren. Darauf verzichtet Jessie Burton, stattdessen fällt es einem beim Lesen auf, so ähnlich als würde eine Romanfigur einen verlorenen Gegenstand wiederfinden. An einer Stelle schreibt sie, dass "ich" mit dem Make-Up, das es in der Drogerie um die Ecke zu kaufen gibt, aussieht wie eine Marzipanverzierung. Sie schreibt aber nicht, dass die hellen Make-Up-Töne nicht zur dunkleren Haut passen, dass das Rouge, das hellhäutigen Frauen Farbe und permanente Errötung auf die Wangen zaubern soll bei ihr aufgrund der Hautfarbe unpassend ist, dass sie dunklere Nuancen benötigt oder irgendwas in der Richtung. Jessie Burton erklärt nicht, warum Odelle das Make-Up nicht mag. Sie setzt voraus, dass ich als Leserin nachempfinde, wieso "ich" als Odelle mit dem Make-Up unzufrieden bin. Wieso das für mich ein Fehlkauf ist und wieso das ärgerlich ist, bei dem bisschen Geld, das "ich" als Odelle in meinem Verkäuferinnenjob verdiene. Sie schreibt nicht: "Meine schokobraune Haut" oder sowas, sondern sie schreibt nur, dass das Make-Up falsch ist. Das finde ich erfrischend und wundervoll. Denn Odelle sieht sich nicht als "schokobraun" oder anders an, sie empfindet ihre Umgebung als andersartig. Weil sie als hochgebildete Frau aus einem Land kommt, in dem ich als Bina (also Leserin) optisch auffallen würde.

    Sogar in Romanen, die in Ghana oder anderen Ländern spielen, in denen die Mehrheit der Bevölkerung eine andere Hautfarbe als London-hell hat, wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Figur A dunklere Haut hat als Figur B, das nimmt man als Leserin immer wieder so hin. Aber erst durch Jessie Burtons selbstverständliche Darstellung der Wahrnehmung ihrer Hauptfigur Odelle habe ich bemerkt, was mich beim Lesen von Büchern mit Rassismusthemen (und sei es als Unterton oder in der Nebenhandlung) oft gestört hat: Dass das Herausstellen von optischen Merkmalen wie der Hautfarbe selbst bereits rassistische Züge haben kann. Das hat es bei Jessie Burton nicht. Sie beschreibt absolut genau und beim Lesen verletzend für mich, als mitfühlende Leserin, die Odelle total sympathisch findet, wie Odelle im Alltag immer wieder erniedrigt wird. Dennoch verzichtet sie selbst darauf Odelle zu erniedrigen, indem sie sie nicht als anders hinstellt, sondern nur als das was sie ist: Eine Figur in ihrem Roman.

    Es gibt einige Seiten weiter eine Party, auf der Odelle und andere Leute mit dunkler Haut sind. Wie selbstverständlich sind dort auch hellhäutige Gäste, unter anderem die ebenfalls wichtige Figur Lawrie Scott. Auch hier beschreibt Jessie Burton die verschiedenen Hautfarben nicht weiter.


    Was mir an "Das Geheimnis der Muse" momentan überhaupt nicht gefällt ist, dass es sich elendig hinzieht. Eigentlich passieren spannende Dinge: Teresa und Olive und ihr Verhältnis zu Isaac, im anderen Buchteil Odelle und ihre Erlebnisse.

    Aber ich muss mich echt aufraffen, um weiterzulesen. Eigentlich ist mir die Geschichte noch nicht so richtig eingängig. Vor allem das Leben auf dem andalusischen Landgut, auf dem Olive und Teresa sind und das besagte Gemälde entstehen könnte, gehen mir nicht so richtig nah.

    Zur Rechtfertigung von Liu, der tatsächlich einige physikalische und mathematische Prinzipien korrekt hingekriegt hat:


    aber man kriegt es nicht hin zu berechnen, wie lang der nächste trisolare Zeitraum noch entfernt ist und eine Wissensweitergabe an die folgenden Generationen ist auch irgendwie nur über altertümliche Erzählweisen gebräuchlich.

    Das zu berechnen, ist eine mathematische Unmöglichkeit. Das macht der Roman eigentlich auch klar. Das hat nichts mit irgendwelchen Fortschritten in Physik und Technik zu tun. Es geht einfach nicht, bzw. nur annäherungsweise.


    Das habe ich dann im Hörbuch nicht mitbekommen. Es fiel mir zugegeben manchmal auch schwer dem ganzen "Geplapper" immer gleichermaßen aufmerksam zu folgen. Für mich war das Buch eher was für nebenbei, aber ganz sicher kein packender Weltraumroman mit irgendeinem Nervenkitzel.

    Dieses Dehydrieren hat mich auch ein bisschen angeekelt, als ich versucht habe es mir vorzustellen, wie das mit organischen Substanzen die danach weiterleben funktionieren soll.

    Dass die ganzen Gesellschaften immer wieder auf gleiche Weise monarchische Hierarchien herausbilden, bevor sich weitere Regierungsformen ausbilden, fand ich sehr "chinesisch". In China gab es ja auch sehr lange eine kaiserliche Dynastie nach der nächsten, bevor sich eine Diktatur entwickelte, die heute als Volksrepublik verstanden wird (was sie nur nach eigenen Maßstäben ist).


    Um zu beamen musst du wissen WAS du WO hintun willst. Das kannst du aber nur, wenn du Ort und Zeit eines Teilchen kennst - geht nicht denken wir heute, aber mit dem Heisenbergkompensator geht es

    So etwas ist physikalischer Unsinn, und ich für meinen Teil würde das nicht als 'logisch' bezeichnen. Die Star-Trek-Autoren brauchten so etwas, damit die Story nicht ständig davon aufgehalten wurde, dass man Transportschiffe zu besteigen hätte. Liu ist, bei aller Kritik, physikalisch korrekter als Star Trek.

    Naja, darüber könnten wir uns streiten. Ich finde es eher logisch, einen Teil physikalischer Gesetzmäßigkeiten mithilfe einer kompensierenden Maschine zu übergehen, als einfach zu sagen: Wir wissen heute nicht, wie das gehen soll, also geht es nicht. Es ist ja auch Science Fiction und nicht Science Science.

    Ich bin aber eben auch von einer anderen Leserart, denke ich. Ich erwarte keine exakten mathematischen Berechnungen, die irgendwelchen bekannten Annahmen zugrundeliegen, die ich nicht nachvollziehen kann, ich erwarte aber eine Erklärung für Phänomene, die einem interessierten Fan bekannt sind. Meine physikalische Bildung ist ja auch nur auf Schulniveau.

    Was mich bei vielen Science Fiction Romanen stört ist zum Beispiel, dass sie zugunsten der Möglichkeit ihrer Geschichte die Relativitätstheorie ignorieren. Einstein sagte ja verkürzt ausgedrückt, dass Menschen, die hoher Gravitation ausgesetzt sind schneller altern müssten, als Menschen, die einer niedrigen Gravitation ausgesetzt sind. Für Reisen im Weltall bedeutet das, dass Menschen im Raumschiff bedeutend weniger schnell altern, als Menschen auf der Erde oder auf anderen Planeten mit noch höherer Gravitation.

    Was mir als Physiklaie zum Verständnis genüg, ist wie in Star Trek ein auf Raumschiffen standardisiert installiertes Gravitationsgitter, das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit für die Passagiere ungefährlich macht und das gleichzeitig die Relativitätstheorie bedient, indem die Leute an Bord nicht schneller altern, als auf einem Planeten. Da gibt es eine kompensierende Maschine, deren Technologie wird erforderlich sein für humanoide Raumfahrt, es ist Science Fiction und der Autor hat die Technologie in seine Erzählung eingebaut.


    Da muss ich Liu allerdings loben: Er geht davon aus, dass die Personen auf dem Raumschiff, das vom Dreisternsystem zur Erde fliegen, mehrere Generationen lang unterwegs sein werden. Zwar sagt er nichts über die künstliche Schwerkraft aus, die vorherrschen könnte, aber immerhin geht er nicht von einer Überlichtgeschwindigkeit aus. Das wäre mir dann auch zu viel, denn Überlichtgeschwindigkeit erreichen die Star Trek-Raumschiffe nur durch die autorisch erfundene Weltraumebene "Subraum", also einer Art Schicht, die erfunden wurde, damit man sie krümmen kann und damit die Warp-Theorie angewendet werden kann, die ohne die Subraumerklärung bei der Star Trek-Urserie unter Captain Kirk einfach eingeführt wurde. Ziemlich viele Sci Fi-Autoren ignorieren einfach, dass man irgendwas erklären müsste, damit Raumschiffe schnell von A nach B gelangen und setzen das einfach als möglich voraus. Das tut Liu nicht und das finde ich ganz gut.

    Kai Meyer - Die Krone der Sterne

    Auch hier: das Buch kenne ich noch nicht, aber von Kai Meyer habe ich bisher noch nichts Schlechtes gelesen. So unterschiedlich sind die Geschmäcker. :saint:

    Ich war auch sehr erstaunt, dass das Buch nix für mich war. Ich hatte bis dahin nur Gutes über Kai Meyers Bücher gehört und gelesen und war sehr gespannt, so eine Mischung aus Sci Fi und Verschwörung und Fantasy, das klang eigentlich ganz nett. Aber ich denke mein Hauptproblem waren die Namen der Figuren und wie der Leser (der übrigens eine sehr angenehme Stimme hat!) sie ausgesprochen hat.

    Da gab es einen Kranit (hört sich beim Zuhören an wie "gar nit"), eine Iniza (aus Ibiza?) und einen Glanis (statt "gar nit" mal "gar nix") und die Namen fand ich einfach doof. Ungewöhnliche Namen sind ja recht üblich in Fantasyromanen. Aber auch bei Romanautoren, die ich eigentlich wirklich zu schätzen weiß, wie Amélie Nothomb zum Beispiel, stören mich die komplizierten Namen. Wenn die Lebensgeschichte einer Figur schon total absurd ist und umständlich, damit eloquent erzählt wird, wieso kann die Figur dann nicht einfach "Anna" heißen, sondern heißt wie irgendein merkwürdiges Wort, willkürlich gefunden im Wörterbuch?


    Na und dann gab es einige Logiklücken, die mich sehr gestört haben. Aber irgendwann hör ich mir Band 2 von "Krone der Sterne" doch auch mal an. Ist ja eigentlich recht spannend gewesen, wenn auch das schlechteste Hörbuch im letzten Jahr.

    gagamaus

    Danke dass du nachfragst!
    Ich bin sicher dabei, aber ich kann mir das Buch auch gern kaufen. Ich gehe demnächst zu einer Lesung des Autors und erfahrungsgemäß bin ich nach solchen Lesungen sehr begeistert und lasse mir das Buch signieren.

    Aber wenn es genug Freiexemplare gibt, würde ich ein Print nehmen. Bin da völlig offen für beide Möglichkeiten :)

    Ich hab ein einziges Buch mit nicht waagerechtem Titel und das ist ziemlich dick ||

    Und es interessiert mich auch so gar nicht eigentlich. Meine Mutter hat es aber schon mal gelesen und fand es richtig gut. Darum habe ich Hoffnung, dass ich das Buch in Kürze angehen werde.

    Ohja... durch einige Flops hab ich mich auch gequält:


    Kai Meyer - Die Krone der Sterne

    Hörbuch: Gelesen hätte ich den Unfug nicht ausgehalten. So dudelte es nebenher.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Diane Brasseur - Der Preis der Treue

    Ein Buch über einen Typen, der seine Familie betrügt, weil eine jüngere Frau besser aussieht und deshalb der Sex mehr Spaß macht. Habe das Buch spaßeshalber Mama Bina zum Lesen ausgeliehen, wir waren entsetzt. Beim Bücherflohmarkt bin ich es losgeworden, die neue Besitzerin hat sich total darüber gefreut =O

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links



    Sarah Kuttner - 180° Meer

    Vielleicht unfair, aber ich hab es abgebrochen. Die Protagonistin kam mir so vor, als wäre sie eine selbstmitleidige Jammertante. Dazu muss ich aber sagen, dass ich das Buch im stressigen Hochsommer / Wohnungssanierung gelesen habe und überhaupt kein Nervenkostüm für Mitgefühl und Liebelei hatte. Daher könnte es sein, dass ich einfach hartherzig abgeurteilt habe. Allerdings habe ich in der gleichen Phase einige großartige Bücher gelesen. War jedenfalls zu dem Zeitpunkt nicht mein Ding.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Die anderen waren eigentlich nicht so schlecht, dass man sie Flop nennen könnte. Highlights hatte ich auch und zwar nicht zu knapp. In meiner Goodread-Liste habe ich 18 neue Lieblingsbücher aus 2018. Bei 50 gelesenen Bücher ist das doch echt nicht schlecht!

    HoldenCaulfield - ja, so zentrale Feuerwerke find ich auch toll. Ich glaube, in manchen Städten der Niederlande wird das wegen der Umweltverschmutzung auch so praktiziert.

    Ich weiß auch echt nicht, was so toll an Feuerwerken ist. Ja klar, so eine Rakete sieht toll aus. Aber Knaller? Was ist daran toll? Hab ich nie verstanden. Hier legen irgendwelche Vollidioten grade richtig los, es ist ja nicht einmal achtzehn Uhr. Haben bei den Wellis Licht an, zur Not machen wir noch Radio an, falls meine kleine Amy (die Junghenne) größere Angst hat und das Gezwitscher sie nicht ausreichend beruhigt...

    Nummer 24: Buch mit weniger als 280 Seiten

    Ich habe James Bowen - Bob, der Streuner zuende gelesen.

    Das Buch hat in meiner Ausgabe etwa 250 Seiten.

    Über eine Rezi muss ich mal nachdenken, da ich noch nicht so richtig weiß, wie ich das Buch finde.

    Ich habe dieses Jahr, das sehr anstrengend und aktiv verlief, 50 Bücher gelesen.

    Nächstes Jahr möchte ich verdoppeln auf 100 Bücher. Davon, wenn möglich, alle im SLW und in der Challenge angemeldeten (das wären allein 61 Bücher, aber 4 habe ich ja schon 2018 für die Challenge gelesen).

    Außerdem möchte ich weniger Bücher parallel lesen, sondern mich lieber immer auf eins konzentrieren und das schneller durchziehen. Momentan hatte ich 25 parallel gelesene Bücher, dank meiner aktuellen Disziplin sind es noch 19.