Beiträge von Bina

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Feuerwerk stehe ich mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Schön anzuschauen ist es ja, aber alles drumherum spricht dagegen. Die Gefahren, der eklige Rauch, der Lärm, der Müll. Für Tiere und Umwelt ist das einfach der Horror. Wir haben nie selbst Feuerwerk gemacht, sondern schauen nur bei anderen.

    Hier knallt es schon seit Tagen. Mein Schwarm leidet fürchterlich.

    Wir haben im August vier Tierheim-Wellis aufgenommen, davon eine Junghenne, die noch nichts im Leben kennt und vermutlich nur schlechte Erfahrungen gemacht hat bis sie zu uns kam.

    Sie ist ein reines Nervenbündel. Wenn sie gestresst ist, schlägt sie zum Stressabbau mit den Flügeln. Das ist eine normale Übersprungshandlung. Allerdings nachts, wenn die nachtblinden Vögel schlafen sollten, ist es gefährlich. Dann erschrecken sich weitere Vögel und können sich böse verletzen. Darum haben wir die letzten Nächte oft nachts ein Nachtlicht leuchten. Zum Glück ist die Brutphase wieder vorüber (Wellensittiche balzen und brüten hormonell bedingt im Spätherbst). Künstlich verlängerte Tage durch Lampen begünstigt Brutigkeit. Aber wir wissen ja, was auf uns zukommt und passen das Futter an und regulieren die Hormone dadurch runter.
    Da wir das Vogelzimmer dick einstreuen, sind auch Bruchpiloten bisher ohne Verletzungen davongekommen.


    Diese bescheuerten Jugendlichen, die draußen auf den Wegen mit Böllern werfen, sollten mir allerdings nicht zu nahe kommen. Herr Bina passt immer gut auf, die Hunde dürfen seit Tagen auch nicht mehr ohne Leine laufen, das ziehen wir auch noch bis Mitte Januar durch, bis wirklich nicht mehr geböllert wird.


    Es stinkt total ekelhaft. Morgen werden wir wieder den halben Tag nicht lüften können.


    Wenn ich einen Weihnachtswunsch hätte?

    Regen und Sturm zu Silvester. Das wär so geil. Aber heute ist es windstill und trocken. Naaaja, ich hab ja auch andere Geschenke gehabt, dann ist's ja ausgeglichen 8o



    Meinen Roman "Antonias Tochter" von Nora Elias hab ich ausgelesen. Wundervoll, ich fand das Buch richtig toll.

    Sitze schon am nächsten: "Bob der Streuner" von James Bowen, hab ich auch fast durch. Ist ja so eins von den Büchern, das irgendwie jeder mal gelesen hat...:)

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs liegt auch die Großstadt Köln in Trümmern. Zahllose Menschen suchen nach allem, was ihnen nützlich erscheint, Unterkunft, Lebensmittel, Brennmaterial, Tauschwaren für den Schwarzmarkt. Diese Menschen stammen von überall, aus Preußen, Köln, dem Umland oder ganz anderen Teilen des besiegten Nazideutschlands.

    Auch Antonia musste aus dem preußischen Landsitz fliehen, der seit Generationen der Familie ihres Mannes gehörte. Ihr Mann wird seit dem Krieg vermisst, er gilt als verschollen. Ungewiss, ob er noch lebt oder gefangen genommen wurde, erreicht Antonia mit ihrer kleinen Tochter Marie das ehemals prächtige Stadthaus ihres Mannes in Köln. Vom Haus ist das meiste erhalten, wenngleich es mehrmals geplündert wurde und die Angestellten über alle Berge sind.

    Mit ihrem gewaltbereiten Schwager Richard beginnt Antonia, die möblierten Zimmer des Hauses an alleinstehende Erwachsene zu vermieten. Krankenschwester Katharina zieht ein, ebenso die erfolglose Schauspielerin und Bauerntochter Elisabeth und Gynäkologe Georg.

    Freundschaften entstehen aus der ungewöhnlichen WG und das gemeinsame Dach über dem Kopf schweißt zusammen. Als das Haus eines Tages von zwei Dieben heimgesucht wird, greifen Richard und Georg zusammen durch und gemeinsam übersteht man auch die anschließende Untersuchungshaft. Jede der Romanfiguren ist ein gänzlich eigener Charakter, der durch eigene Stärke und Zusammenhalt in der Gruppe genügend Stoff für eigene Geschichten bieten würde.

    Da Nora Elias aber darauf verzichtet die einzelnen Schicksale zu sehr auszuschlachten und stattdessen in kurzen, teilweise atemlosen und emotionalen Episoden von den Erlebnissen aus dem Jetzt des Romans und den Erinnerungen der Figuren ein gemeinsames Bild zeichnet, liest sich Antonias Tochter schnell und einfach. Die ersten Kapitel kamen auch mir eher langatmig und belanglos vor, obwohl die Beschreibungen über die Not der Menschen jener Zeit sehr bildhaft sind. Erst die zweite Hälfte des Romans kann man wirklich spannend nennen und vor allem im letzten Drittel konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, sondern wollte es unbedingt zuende lesen.


    Selten hat mich ein Roman so überrascht. Ich hatte damals von der Leserunde im Forum erfahren, mir das Buch aber lieber selbst gekauft und es stand viele Monate im Regal, bis ich es endlich gelesen habe. Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und ich habe es bereits anderen Leseratten empfohlen, weil es einfach toll ist. Sogar all die Wendungen in der Geschichte wirken durchdacht. An manchen Stellen fragte ich mich beim Lesen: Geht denn das? Oder: Gab es das damals schon? Und eine kurze Google-Recherche später wusste ich, dass Nora Elias wirklich supergut recherchiert hat. Weiter noch, sie hat mich mitgenommen in eine Zeit, in der meine älteren Verwandten jung waren und aus der ich nur Familiengeschichten kenne, kurz und zusammenfassend erzählt. Jetzt habe ich ein viel besseres Bild von dem, was die Leute damals durchgemacht habe und saß nach den letzten Seiten noch lange in Gedanken hängend, voller Bewunderung wie stark viele Menschen damals gewesen sind und wie sie es schaffen konnten, wie Antonia im Buch, ihre kleinen Kinder durch die Hungers- und Wohnungsnot nach dem Krieg zu bringen.

    Ein wirklich toller Roman.


    5ratten

    Das Buch hätte ich auch mal lesen sollen :D

    Ich hab immer nur Tierbücher gelesen als Kind, zum Beispiel das Tierlexikon mit 120.000 Tierarten. Dafür weiß ich bei Quizsendungen jetzt immer irgendwelche undenkbaren Tiersachen aus dem Effeff.


    Bin gleich beim nächsten gelesenen Buch für diese Challenge. :buecherstapel:

    Muss ja meine 50 gelesenen Bücher dieses Jahr noch vollkriegen :buchalarm:

    Na, wie würdest du denn dann das Kind von deinem Cousin nennen? Großgroßcousin?

    Ist ja irgendwie auch doof.

    Ich bin aber kein Familienexperte und weiß sowas auch nicht so genau, nur dass es eben ein Verwandtschaftsverhältnis gibt.

    Der Einfachheit halber haben meine Großcousinen und ich auch eher immer Cousine zu-/übereinander gesagt. Sonst steigt ja auch keiner mehr durch und wirklich wichtig ist es auch nicht.

    Meine Tante hat eine Tochter im Alter meiner Mutter, die eine Tochter in meinem Alter hat, die eine Tochter namens Antonia hat.


    Meine Mutter ist ungefähr 23 Jahre jünger als meine Tante.

    Das liegt daran, dass meine Tante sehr früh gebaut wurde, während Papa Bina sehr spät gebaut wurde, meine Mama nochmal jünger ist und ich als Ü-Ei ziemlich spät und überraschend noch kam, als niemand mehr dachte, dass meine Eltern nochmal Eltern werden. Darum sind meine gleichaltrigen Cousinen & Cousins allesamt Großcousinen und Großcousins, während meine richtigen Cousinen und Cousins im Alter meiner Eltern sind.

    Auch wenn die direkte Blutverwandtschaft nun aber nicht mehr so dickflüssig ist, wie die bei einer direkt verwandten Generation, ist die kleine Antonia meine Verwandte. Darum hab ich mich für dieses Buch in der Kategorie entschieden.

    Ich bin auch nicht sonderlich religiös. Aber ich find es einfach albern zu erwarten, dass man Kindern dicke Geschenke macht, vor allem nicht grundlos - und wem Weihnachten nur aus materiellen Gründen wichtig ist und damit die Kinder bespaßt werden, da kann ich halt nicht mitfühlen. Und mehr wollte ich die ganze Zeit auch nicht sagen.

    Aber zum Werte vermitteln und zur Tradition gehört meiner Meinung nach auch, dass Kinder in der Lage sind sich einen Plan zu machen und sich auf einen Termin vorzubereiten. Ab einem gewissen Alter kann ein Kind sowas auch locker alleine schaffen. Und wenn so ein Termin es erfordert sich die Schultasche zu packen, dann sollen sie das tun. Und wenn so ein Termin es erfordert, sich Gedanken über ein Geschenk zu machen, dann sollen sie das eben auch machen. Ich hab das jedenfalls so vermittelt bekommen und finde das auch schön, wenn sich andere über meine Geschenke freuen.

    Nur Kinder mit Materialschlachten zuzuschütten, damit sie nicht leiden, wie oben beschrieben, ist einfach absurd.


    Einen Tannenbaum hatten wir hier bisher nie, weil immer was dazwischenkam oder weil wir Weihnachten nicht zuhause verbracht haben. Das ändert sich mit Babybina sicherlich und darauf freue ich mich auch schon. Die anderen Weihnachtstraditionen sind mir aber auch wichtig.


    Zank

    Die "Rabenmutter" bezog sich eher darauf, dass die liebe Hafermilch mich mal wieder in einem ihrer liebreizenden Beiträge angezickt hat und ich mir dann durchlesen durfte, wie sehr ich Kinder leiden lasse ;)

    Von mir aus, dann sind mein Rabenküken und wir, die Rabeneltern, halt die einzigen, die allesamt Gedanken übereinander gemacht haben und die sich dann gegenseitig auch was schenken. Ich glaube, dass wir das alle ganz schön finden werden.


    Hanni

    Wir haben hier auch noch nie die Kirche aufgesucht. Wir spielen auch keine Flötenlieder und Gedichte sagt auch keiner auf. Aber es gibt sehr schöne Weihnachtstraditionen, die jeder für sich festlegen sollte und die einem guttun und gefallen.

    Meine Rezi bezieht sich auf die Gesamtausgabe des ersten Bandes als Print, sprich auf die Kapitel 1-5.


    Die Menschen in Silo leben nicht frei beweglich, sie sind in Arbeitseinheiten und Gruppen eingeteilt und wohnen, arbeiten und verbringen ihr gesamtes Leben in einem unterirdischen Bau, der Silo genannt wird. Das Silo ist riesig und es sind hunderte Menschen. Wie viele genau bleibt unklar, aber es muss mindestens Kleinstadtformat haben. Geburten, Hochzeiten und Beziehungen sind genauso reglementiert wie der berufliche Werdegang der einzelnen Menschen. Dabei gibt es strenge Hierarchien: Jede ausgebildete Person hat einen Schatten, also eine Person, die sich als Lehrling oder Hilfskraft ein Bild von der bevorstehenden Arbeit machen wird.

    Lebensmittel, Rohstoffe, Bedarfsgüter - alles wird im Silo hergestellt und es scheint keinen Kontakt zur Außenwelt zu geben. Außerhalb des Silos herrschen menschenunwürdige Bedingungen. Aus einem unbekannten Grund, möglicherweise einem Krieg, gibt es außerhalb des Silos giftige Luft oder giftige Strahlung. Nach draußen gehen heißt sterben, aber nicht jeder Sterbende wird nach draußen geschickt. Rausgeschickt zu werden ist gleichzusetzen mit der Todesstrafe, denn es gibt offiziell keinen ausreichenden Schutz.


    In den ersten beiden Teilen des fünfbändigen Werks Silo erlebt man den Auf- und Abstieg der Ordnungshütenden in der Gemeinschaft mit. Die Exekutive wird geleitet vom Sheriff, der oder die weitreichende Einblicke und Bewegungsfreiheiten genießt. Dabei stoßen die Personen immer wieder auf heikle Informationen, denn längst nicht alle Gedanken dürfen in der Gemeinschaft offen besprochen werden. Die Gründe für die Verseuchung der Umgebung des unterirdischen Gebäudes etwa sind nicht zu diskutieren, es gibt auch nur wenige legale Bücher, da bereits das Naturstudium Sehnsüchte nach Freiheit wecken kann. Private und berufliche Kommunikation werden auf Verdacht überwacht. Herrschende Klasse im Silo ist die sogenannte "IT", also diejenigen, die die Computer bedienen und für die Luftregulierung im Silo sorgen. Sie werden angeführt vom Bürgermeister, der sein umfassendes Wissen nicht mit den anderen Mitgliedern der Gemeinschaft teilt und selbst ebenfalls an strenge Regeln gebunden ist.

    So leben die Menschen schon seit Generationen. Die in der Mechanik beschäftigten sind dabei eine der größten Gruppen, aber gleichzeitig auch welche, die nur für ihren Fachbereich ausgebildet werden.


    Es ist nun schwierig den Inhalt wiederzugeben, ohne zuviel zu verraten.

    Wer sich aber durch die eher zähen und großteils nicht nachvollziehbaren Zwänge der Figuren auf den ersten 200 Seiten geblättert hat, den erwartet ab Teil drei ein fulminantes und an Spannung kontinuierlich zunehmendes Spektakel aus Ereignissen. Die lange Einführung ist dabei sehr wichtig, wurde mir beim Lesen klar, um später nachzuvollziehen was in den Figuren vor sich geht und auch um die kommenden Kettenreaktionen und Folgen mitzuerleben.


    Mit leichter Sprache, angenehmem Satzbau und nur wenig Cowboy-haftem Getue der Figuren zu Anfang konnte ich Hugh Howeys Silo trotz des langweiligen Einstiegs eine Chance geben. Am Ende mutierte das Buch zu einem Pageturner, aber dennoch zu keinem, den man unbedingt gelesen haben muss.

    Was mir als Technikfreundin wieder einmal gefehlt hat ist die Ausgereiftheit der Technologien. Wie ist es möglich, dass ein geschlossenes Gebäude, wie ein Silo, unterirdisch ausreichend Strom durch Ölverbrennung erzeugt, um Sauerstoff zu recyclen, Vieh zu züchten, um sauberes Wasser von Abfällen zu trennen, um Lebensmittel zu garen und Metalle zu verarbeiten, während die Umgebungstemperatur für Menschen erträglich bleibt. Mir fehlen auch Hinweise darauf, woher benötigte nicht recyclebare Rohstoffe kommen, auch wenn an einer Stelle von Ölbohrungen die Rede ist. Aber auch solche Bohrungen erzeugen massive Hitze und ich halte es für unwahrscheinlich, dass so eine Hitze ohne Abluftsysteme in der Nähe vom Wohnsilo möglich ist.

    Was mir beim Lesen außerdem in den Sinn kam, war die Unmöglichkeit mehrere Dutzend Silos zu bauen, die alle nichts miteinander zu tun haben dürfen. Sicherlich vermeidet man auf diese Weise die Weitergabe von Konflikten, sollte es in einem der Silos zum Aufstand kommen. Dennoch wäre doch ein Netzwerk sehr nützlich, vor allem weil nicht alle die selben Ausgangssituationen haben dürften. Die Umstände zu Bau und Logistik bleiben bis zum Ende unklar.

    Auf mich wirkten die Menschen im Silo wie Ameisen in einem Ameisenstaat, wobei die Königin das Regelwerk rund um das Leben im Silo ist. Der Einzelne mit seinen Träumen, Gedanken und Mühen ist nur ein Rädchen im Getriebe der Gemeinschaft. Wer frei und kritisch denkt, wird in der Reinigung ("Rausgehen") aussortiert. Vielleicht ist es das, was die Menschheit vor der Umweltverseuchung retten soll: Lange genug abgewartet hat die Natur im Freien die Gifte abgebaut und die Menschen können wieder aus ihren Silos kommen. So weit sind die Personen im Buch aber noch nicht. Sie leben in ihren Gruppen. Aber wenn es zu einem Bürgerkrieg kommt, dann sind die schützenden Wände des Silos genauso Begrenzung für Fliehende, wie sie auch sonst in ihrem Leben die Freiheit der Menschlichkeit begrenzen.

    Wenn Siloeine Kritik an Umweltverschmutzung und Warnung vor einem Extremfall, etwa einem nuklearen Kollaps, sein soll, dann fehlt mir am Ende noch die Frage in welchem Fall wir als Spezies weiterexistieren müssen. Ist das Leben noch ein Leben, wenn wir uns selbst in große Gruppenkäfige sperren, uns in Hierarchien und Aufgaben kategorisieren und unsere freien Gedanken, den freien Willen, aufgeben, um die Spezies am Leben zu erhalten? Sind wir verpflichtet für Nachkommen und Überleben das aufzugeben, das wir zu Lebzeiten des Autors als größtmögliche Freude und Lebenslust kennen?

    Diese Fragen stellt Hugh Howey nicht. Stattdessen erfahren wir, wie es ist fast zu ertrinken, wie es für uns ist fast von Strahlung und vor Einsamkeit umzukommen. Wir erfahren, wie lesen uns zum kritischen Denken anregt, aber kritische Fragen bezogen auf des Lesers Leben werden auch indirekt nicht gestellt. Wer aber nach den letzten Seiten ins Grübeln kommt, der fragt sich: "Würde ich dort unterirdisch leben wollen?"

    Und noch ein keiner Veganerwitz am Ende: "Wie supplementieren die da eigentlich die Vitamine B und D ohne Sonnenlicht?" ;)


    3ratten+:marypipeshalbeprivatmaus:

    Zank

    Ach, dann bin ich hier halt die gefühlskalte, habgierige Rabenmutter. Aber ich find eben, dass entweder alle was kriegen, oder keiner. Aber wenn die Erwartung von vornherein klar ist, dann fällt es ja allgemein auch leichter sich daran zu halten. Wer nichts schenkt, aber auch sonst kein aktiver Christ ist, braucht mit mir zu Weihnachten auch nicht zu rechnen. Ich finde das scheinheilig. Dann kann man sich ja auch sonst jederzeit treffen.

    Mit Freunden schenken wir auch schon viele Jahre: Dieses Jahr haben wir alle nicht so den Bedarf an Dingen. Darum schenken wir uns gemeinsame Zeit, das haben wir so vereinbart. Mit der künftigen Patentante geh ich Kaffee trinken und wir bezahlen einander Getränk & Kuchenstück. Gleichzeitig wird uns das auch mal wieder in eins unserer Lieblingscafés führen.

    Eine andere Freundin kommt in den nächsten Tagen vorbei. Für die habe ich dieses Jahr nix, aber das macht nix. Da plane ich ein aufwendigeres Päckchen (so ungefähr vom Umfang unserer Wichtelpäckchen), das nach den Feiertagen (und nach ihrem Skiurlaub) bei ihr eintrudeln wird. Von ihr bekommen wir meistens Brettspiele, die wir am selben Abend zusammen ausprobieren. So schenkt man sich im Grunde auch gemeinsame Zeit.

    Und so weiter.


    Ich hab heute richtig viel geschafft, aber gar nix gelesen. Wir haben damit begonnen das Babyzimmer zu gestalten. Dafür müssen wir erstmal die gesamte Wohnung umräumen. Donnerstag fahren wir los und kaufen Babyzimmertapete. Wir hoffen irgendwas zu finden, das nicht allzu bunt und nicht allzu irre ist. So lauter Clowns oder Elefanten mit Herzchenballons wollten wir nicht nehmen, aber vielleicht wird es auch was Neutrales plus einer schönen Fototapete mit unaufdringlichem Waldmotiv. Unser Baby wird ja viel im Wald sein, da mag es das ja vielleicht.


    Und ich habe meinen SLW in ein Regal geräumt, schön sortiert und jetzt bin ich total grantig mit dem Kalender, weil ich noch sechs Tage warten muss, bis ich loslesen darf. Im Gegensatz zum letzten Jahr habe ich dieses Jahr nur Bücher ausgewählt, die ich sofort gerne lesen würde. Hoffentlich motiviert mich das und ich schaffe mal ein bisschen mehr. Denn ehrlich gesagt sind hier in der Wohnung zu viele Bücher für die Regalflächen und ich muss dringend aussortieren, um dem Baby seine Kinderbuchbibliothek einzurichten.


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    In Nora Elias' Antonias Tochter bin ich gestern Abend noch rund 30 Seiten vorangekommen. Die Geschichte ist ziemlich öde, sofern man Action erwartet. Gut, mittlerweile gab es Todesfälle, aber auch das lief irgendwie unspektakulär ab. Auch wenn die Figuren nachvollziehbarerweise sehr aufgeregt sind über die Tode.

    Manchmal mag ich Familiengeschichten und Dramen, aber meistens eher nicht. Ich versuche es trotzdem immer wieder, weil ich schon sehr positiv überrascht wurde.

    Besonders tolle Bücher aus der Kategorie Drama bzw. Familiengeschichte waren für mich


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    Über weitere Beispiele müsste ich erstmal nachdenken. Erst fiel mir Das Hotel New Hampshire von John Irving ein, aber das ist ja eigentlich kein Drama in dem Sinne. Aber ich hab es unfassbar gerne gelesen.

    Danach haben wir Spiele gespielt und und was erzählt, und als es dunkel wurde mussten die Kinder nach oben, und wir haben die Geschenke unter den Baum gelegt. Dann war am späten Nachmittag Bescherung. Die Kinder haben sich über alles gefreut, selbst "langweilige" Dinge, die ich selber als Kind zu Weihnachten immer eher doof fand. Unterhosen zum Beispiel. Aber mein Neffe gleich: "Kuckt mal, da sind Dinos drauf!!!!" Weihnachtslieder wurden auch gesungen, und die Kinder waren total aus dem Häuschen, dass wir Großen auch noch die Texte zu den Rolf Zuckowski Liedern kannten, die sie gerade in der Grundschule gelernt haben.

    Das klingt absolut zauberhaft!

    Ich glaube an solche schönen Abende erinnert man sich noch das ganze Leben. Toll :)

    Wenn die Erwachsenen untereinander Probleme haben und nicht gelöst bekommen, fände ich es schade, die Kinder drunter leiden zu lassen. Die können ja am allerwenigsten dafür.

    ähhh ja... davon hab ich ja auch nix geschrieben, sofern sich deine Antwort auf mich bezieht. Da ich mit dem Thema bisher die einzige war, kann es ja nur eine Reaktion auf mein Posting sein.

    Zumal ich auch grad bitter lachen musste: Wenn ein Kind darunter leidet, weil es nicht genug Geschenke gab, dann muss das schon ein ziemlich trauriges Leben haben.

    Hier hat niemand untereinander ein Problem und garantiert leiden hier keine Kinder. Ich find es einfach nur dreist davon auszugehen, dass weil man keinen gesetzlichen Vormund mehr hat, keine Geschenke mehr bekommen zu müssen oder zu wollen. Ich finde das lieblos, herzlos und ehrlich gesagt auch ziemlich traurig denen gegenüber, die sich für die zu beschenkenden Mühe machen sollen und dann selbst leer ausgehen. Wenn das freiwillig passiert, ist es ja in Ordnung. Aber vorauszusetzen, nur weil die Eltern selbst keine Lust haben Geschenke zu machen, dass deren Kinder aber beschenkt werden, das find ich ziemlich dreist.

    Und so war es zumindest bisher jedes Jahr bei meiner Freundin - sie bekommt halt eine Einkaufsliste für die Nichten. Und das sind keine Kleinigkeiten, wie ein bisschen Bodylotion von Bebe, das darf dann schon hochpreisig sein.

    Wir schenken nur untereinander und gegenseitig, sprich: Wenn sich unsere Nichte von uns was wünscht, dann wünschen wir uns auch was von ihr. Kommt dann nix, wären wir sehr enttäuscht. Das mussten wir aber noch nie sein, weil wir das ja vorher absprechen und zwar mit den Kindern selber. Die Eltern entscheiden da gar nix - nur wenn sonderbare Wünsche geäußert werden, dann besprechen wir uns mit den Erwachsenen. Mein Neffe wollte mal eine Puppenstubeneinrichtung, das war etwas merkwürdig, weil ich von diesem Interesse nix wusste. Ich hatte es aber richtig verstanden und sein Geschenk hat ihn sehr happy gemacht.


    Wir machen das mit denen, mit denen wir uns da einig sind so: Alle bekommen was. Oder eben keiner, aber dann nehmen Herr Bina und ich auch nicht teil. Herr Bina ist kein Christ, wieso soll er also an einem christlichen Fest teilnehmen? Wir haben das mit allen Erwachsenen diskutiert und wollen ab dem kommenden Jahr alle gemeinsam wieder schenken, nach Möglichkeit aber gemeinsame Zeit und keine Dinge.

    Große Geschenkeschlachten gibt es bei uns nicht. Aber man bringt einander was mit. Das gehört sich einfach so und ist für mich auch ein Zeichen von Aufmerksamkeit. "Einfach so"-Besuche machen wir sowieso 2-3x pro Woche.

    Zum Beispiel hat meine Mutter von uns letztes Jahr eine Eulenfigur aus gegossenem Beton bekommen, Handarbeit von einer Kunsthandwerkerin und sehr filigran gearbeitet. Die kann sie auf ihre schöne Terrasse oder in ihren Wintergarten stellen. Und da sie Eulen sehr toll findet und in ihrer Scheune nebenan eine Eule ein- und ausfliegt, haben wir damit für eine schöne Überraschung gesorgt.

    Papa hatte für Herrn Bina einen Fleecepullover besorgt, den er sich auch sehr gewünscht hatte. Es war tatsächlich das gleiche Modell wie Papas eigener Fleecepullover. Kein Markenpulli, aber dafür praktisch unkaputtbar und genau das Richtige für einen Gartenfreund/Hundeplatzbesucher usw.

    Für Papa haben wir Kekse gebacken, denn er mag keine Geschenke, die rumstehen. Aber er ist sehr süchtig nach unseren Plätzchen.

    Für Herrn Bina und mich gab es zwei Bassetti Sofakissen, die sind wunderschön, ich liebe die Stoffe von Basseti sehr und sie passen gut in unser Wohnzimmer (sind dunkel, man sieht nicht gleich jedes Hundehaar darauf). Und für mich gab es auch irgendwas, ich erinnere mich gar nicht mehr. Ich glaube eine Porzellanfigur, die ich sehr schön finde und die ich immer in der Vitrine meiner Eltern bewundert habe. Also nix mit Shoppingwahn oder so...

    Alle bekommen von Mama die obligatorischen selbstgestrickten Socken, darauf hoffen wir immer das ganze Jahr über, denn die sind einfach toll.

    Ich schreib das, weil ich zeigen will, dass wir keine "große" Bescherung machen. Aber wir denken durch das Schenken übereinander nach und haben Anteil am Leben der anderen, auch an den Leben der Erwachsenen.

    Die Kinder in unserer Familie bekommen von uns seit diesem Jahr nichts mehr, da sie uns auch nichts schenken. Wenn sie uns mitteilen, dass sie das wieder ändern wollen, schenken wir auch direkt wieder was. Bisher waren die Highlights von Onkel&Tante und den Großeltern. Das fällt dann eben aus, wenn die Kinder selbst keine Lust haben nicht mal wenigstens ein Bild für uns zu malen. Ein Jahr haben sie zu dritt für uns ein Lebkuchenhaus gebaut. Das war so toll, auch wenn man nicht alles davon essen konnte (es war einfach zu viel).

    Mit unseren Geschwistern machen wir das eher so nach Laune. Meine Schwägerin und ich haben uns eigentlich immer etwas geschenkt, weil wir jedes Jahr eine gute Idee füreinander hatten. Dieses Jahr ist das erste ohne so eine Idee, aber ich denke das ist alles nicht so wichtig. WIr hatten beide andere Dinge im Kopf.


    Dieses Jahr haben wir ja noch keine Bescherung gehabt, weil wir daheim bleiben. Herr Bina erfüllt sich grade einen Wunsch, indem er ein Computerspiel spielt, für das man recht lange braucht und wofür er sonst nur wenig Zeit hat. Ich hab mein Buch fast durch, das ich grad lese. Was für ein schöner Abend.

    Ich bestellte eben grade Vogelfutter, neue Vogelschaukeln und so weiter... ist auch ein bisschen wie Weihnachten, weil die beiden Lieblingsshops ganz tolle neue Sachen im Angebot haben.

    Boah ist das ein verrücktes Weihnachten.

    Wir sind hier alle krank - Herr Bina ist krankgeschrieben und ich liege mit einer Erkältung flach. Allerdings schleichen sich bei Herrn Bina jetzt auch langsam die Erkältungssymptome an. Mir geht es schon etwas besser, aber ich werd noch einige Tage damit zu tun haben. Auch weil ich wegen der Schwangerschaft keine Medikamente nehme und nicht sicher bin, was ich überhaupt nehmen darf. Da kuriere ich es lieber mit Schlaf und viel trinken aus.

    Darum haben wir alles Weihnachtliche abgesagt. Wir treffen niemanden. Aber irgendwie habe ich dazu auch überhaupt keine Lust. Die Feierei ist mir irgendwie zu aufgesetzt nach den Ereignissen des Jahres. Ich hoffe, dass 2019 besser startet und freue mich, dass alle sich bemühen, es anders angehen zu lassen. Weniger Lästerei seitens Herr Binas Familie (glauben wir, wir wissen es nicht sicher), weniger Drama bei meiner Familie und insgesamt alle ein bisschen ruhiger.

    Aber was mich schon nervt ist die Haltung zu Geschenken. Allgemein hört man das ja immer wieder: "Wir schenken nur was für die Kinder."

    Wieso eigentlich? Wenn ich nix kriege, wieso soll ich was schenken?

    Das mache ich grundsätzlich nicht. Ich finde, dass wenn man schenkt, dann allen gleichermaßen und gerne. Oder man lässt es ganz. Oder man wichtelt. Aber nicht nur für eine Zielgruppe, die dadurch völlig konsumorientierte Werte mit Weihnachten verbindet.

    Darüber regt sich eine Freundin sehr auf, die selbst keine Kinder hat, aber Tante von zwei Nichten ist und von der sehr hochpreisige Geschenke erwartet werden. Da kommen dann in der Adventszeit Anrufe mit Bestellungen im mittleren dreistelligen Bereich. Gleichzeitig kriegen die kinderlosen Erwartungserfüller aber überhaupt nichts, im Gegenteil: Sie isst vegetarisch und muss sich ihr Essen in der Regel sogar zum gemeinsamen Weihnachtsabendessen mitbringen, weil "so viele Platten hat der Herd ja dann auch nicht".

    Ein Ärgernis, das ich sehr gut nachvollziehen kann. Wir bekommen jetzt zwar auch ein Kind, aber deswegen hat sich unsere Einstellung nicht geändert. Noch blödsinniger finde ich es, wenn man für die Mutter nur noch Babysachen schenkt.

    "Was soll ich denn einpacken, du brauchst doch jetzt Windeln", war so ein Satz, den eine Freundin mal zu hören bekommen hat, als sie schwanger war. Dass die Windeln eher für ihr Baby waren und das Geschenk keine Windeln enthielt, sondern irgendwelches anderes Babygedöns, das hat sie dann nicht weiter kommentiert.


    Eigentlich liebe ich Weihnachten sehr. Aber ich finde, entweder haben alle einen Grund zu feiern oder keiner. Zum Glück sehen Herr Bina und ich das gleich: Jeder freut sich über ein Geschenk.

    Also werden wir es auch so weiterführen, dass wir einander was schenken, aber nicht nur dem Kind, sondern das Kind uns auch. Da müssen wir anfangs sicher viel helfen, aber ich freue mich schon auf gemeinsame Ideen, vielleicht einen schönen Ausflug zu planen oder sowas. Denn Krimskrams haben wir genug...