Beiträge von jehe

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Rezension


    Der Klappentext und das interessante Cover von Jerôme Colins kleiner Erzählung haben mich auf Anhieb neugierig gemacht. Eine Lektüre ließ sich also nicht vermeiden.

    Worum geht's?

    Die Ehe eines dreifachen Familienvaters, der als Taxifahrer in Brüssel arbeitet, ist eingeschlafen. Man funktioniert nur noch für die gemeinsamen Kinder. Infolge stürzt sich der frustrierte 38-Jährige in eine Affäre mit der viel jüngeren Marie, die ihm an seinem bisherigen Lebensentwurf (ver-)zweifeln lässt...

    Meinung
    Die Umsetzung dieser typischen Midlife-Crisis-Geschichte hat mich allerdings von Anfang an nicht mitreißen können. Dies lag zum einen an dem drögen und sich häufig selbst beweinenden wie hypochondrischen Hauptcharakter, der bis zum Schluss stets nur sich selbst und sein ach so verkorkstes Leben im Blick hatte. Diese monotone Endlosspirale aus männlichem Gezeter empfand ich weder originell noch realistisch, sondern nur ausnahmslos langweilig. Zum anderen nervte mich der oft recht ordinäre Sprachstil des Autors, der mir jegliche Freude an der Lektüre vergällte. Daher konnte ich mich weder inhaltlich noch sprachlich für Jerôme Colins Geschichte erwärmen. Bei aller persönlicher Dramatik wurde mir der 38-jährige Hauptprotagonist, dessen Name innerhalb des Plots nicht ein einziges erwähnt wird, zu eindimensional angelegt. Positive Wendungen bzw. eine zufriedenstellende Lösung seiner Lebenskrise suchte man vergebens. Zuversicht blitzte nur sporadisch am offenen Ende der Story auf, sonst dominierte Melancholie und Hypochondrie. Auch die kleine, kaum erwähnenswerte Affäre kurbelte den Spannungsbogen an.

    Fazit
    Eine alles in allem enttäuschende Lektüre, von der ich mir plottechnisch wie sprachlich mehr versprochen hatte.


    Bewertung: 1ratten

    Der spannende Klappentext zu Matthias Göritz' Roman "Parker" hat mich auf der Stelle neugierig gemacht und zur Lektüre verleidet. Doch auf die Begeisterung folgte bald Ernüchterung.


    INHALT

    Der Redenschreiber und Rhetorikprofi Matthew Parker soll dem schleswig-holsteinischem Politiker Mahler als Berater und Redenschreiber zum Wahlsieg verhelfen. Doch ehe sich der ambitionierte Karrierist um die 30 versieht, findet er sich in einem perfiden Spiel um Macht und Ansehen wieder.


    MEINUNG

    Was wie ein Politthriller angepriesen wurde, kam schlussendlich als laues Lüftchen daher. Mich hat Göritz' Geschichte um den Senkrechtstarter Matthew Parker, der ganz oben in den Zentren der Macht gewesen ist und dann tief fiel, leider nicht wirklich erreichen können. Denn zu häufig wurde innerhalb des Plots auf sein unstetes Leben, seine Rhetoriktipps und zu wenig auf die Politik abgehoben. Infolge schleppte sich die Story nur so dahin, was durch häufige Rückblenden in Matthews Vergangenheit nicht besser wurde. Im Gegenteil, mehr als einmal musste ich mit mir kämpfen, das Buch nicht abzubrechen. Obgleich die Abgründe der Politik angeschnitten wurden und sich eine Intrige um und mit Matthew entspann, konnte mich die Handlung nicht mitreißen, geschweige denn von sich überzeugen. Daran konnte auch der durchaus geistreiche Sprachstil nichts ändern. Einzig der Schlussteil mit der teils überraschenden Auflösung und der unausweichlichen Läuterung vom Saulus zum Paulus vermochte mich ein wenig für die insgesamt doch recht dröge Inszenierung mit einer blassen Hauptfigur zu entschädigen.


    FAZIT

    Viel heiße Luft um wenig Inhalt. Hier wurde viel Potenzial verschenkt


    Bewertung: 2ratten

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    INHALT
    Die Nachbarn Sahra und Mo, beide Anfang 20, können sich anfangs nicht ausstehen. Der drogenabhängige Nachwuchsliterat Mo, der in Bremen als Barkeeper jobbt, hält die zerbrechlich wirkende Sahra für einen verwöhnten Nerd. Doch Sahra ist alles andere als das. Seit dem Tod der Mutter und dem Verschwinden des Vaters kümmert sie sich um ihre blinde Schwester und verdient ihren Lebensunterhalt durch Auftragsmalereien.

    Erst als Sahra Mo eines Tages vor dem Drogentod bewahrt, kommt man sich näher und entdeckt Gemeinsamkeiten. Sie beide kämpfen sich ohne Eltern durch, lieben die Kunst und haben am eigentlichen Leben keine Freude mehr. Infolge halten sie sich beide aneinander fest und wollen einfach nur glücklich sein, doch Sahras Geheimnis stellt alles infrage...

    MEINUNG
    Mina Teicherts tragisch-schöne Liebesgeschichte hat sich spannend und flüssig gelesen. Beide Charaktere überzeugten durch Authentizität. Stärken und Schwächen wurden schonungslos dargeboten, d. h. emotional packend, abwechselnd aus beiderlei Perspektive (Mo und Sahra) erzählt. Vor allem die Verletzlichkeit beider Charaktere vermochte Teichert eindrucksvoll realistisch darzubieten. Romantisch wurde es dann aber auch, nämlich immer, wenn beide Charaktere zur Poesie und zu Metaphern griffen (vgl. Buchtitel). Kurzum, ernste und verspielte Szenen wechselten sich zu gleichen Teilen ab.

    Persönlich hat mich vor allem das letzte Drittel des 284-seitigen Buchs mitgerissen, in dem sich die ganze Tragik der kurzen Liaison offenbart und ein kleiner Hoffnungsschimmer aufblitzt.

    FAZIT
    Eine emotionale Achterbahnfahrt in Romanform, die den Leser nicht mehr loslässt.


    Bewertung: 5ratten:tipp:

    Liebe Dani,


    mein Buch hat mich mittlerweile erreicht.

    Da ich mir unglücklicherweise den rechten Ellenbogen gebrochen habe, kann die Lektüre und Rezi etwas länger dauern, aber ich versuche, beides so bald wie möglich zu schaffen. Muss einhändig und noch mit links schreiben.


    Beste Grüße

    Jennifer

    Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, weil hier zwei grundverschiedene Charaktere aufeinandertreffen, die sich augenscheinlich gegenseitig brauchen.

    Kurzum, ich würde das Buch in der Printversion sehr gern testlesen und rezensieren.


    Meine Rezension wird im Anschluss an die Lektüre natürlich auf Amazon, Lovelybooks und Wasliestdu veröffentlicht.

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    Rezension


    INHALT
    Die pummelige und wenig selbstbewusste Berliner Redakteurin Charlotte Mai verliert an einem Tag nicht nur ihren Job bei Kiez TV, sondern auch ihre große Liebe Oliver. Letzterer ist ihr Chef gewesen und hat innerhalb der Beziehung stets den Ton angegeben; Charlotte gar fremdbestimmt. Doch damit ist nun Schluss, denn Charlotte beschließt, sich neu zu erfinden. D. h., sie möchte abnehmen und sich endlich ihren Traum von der Karriere als Nachrichtensprecherin erfüllen. Doch ist die neue, perfekte Charlotte wirklich besser als die alte oder doch nur ein auf Leistung getrimmtes Duracellhäschen ohne Charme?

    MEINUNG
    Myriam Klatts Debütroman "Liebe geht immer" bot durchweg locker-leichte Unterhaltung und traf sofort mein Leserherz.

    Die Geschichte um Hauptprotagonistin Charlotte Mais Neuerfindung und ihr persönliches Scheitern wurde auf grandios humorige wie frisch-freche Weise erzählt. Die Stationen ihrer Reise zum eigenen Ich (Selbsthilfe-Ratgeber, Personal-Coaching, Fitness, Sprachkurs usw.) hatten hohes Comedypotenzial. Erst auf Umwege und durch mutige Entscheidungen wuchs die sympathische Ich-Erzählerin über sich hinaus. Doch vor allem den Menschen in ihrem Umfeld, wie z. B. die schrullige Freundin Matilda oder der attraktive Burgerrestaurantbesitzer Lars, ist es zu verdanken, dass Charlotte am Ende der Geschichte bei sich selbst gelandet ist. Dabei sollte auch nicht der orange, übergewichtige Kater vergessen werden, der ihr zugelaufen ist und sie fast überall hin verfolgt und damit ihre Entscheidungen beeinflusst hat - wirklich ein magisches Tier :-)Neben lieben Kollegen gibt es natürlich auch jene, die über Charlotte herziehen und ihren beruflichen Einfluss eindämmen wollen. Karrieristin Sandrine ist so ein Fall, der in bester J.R.-Ewing-Manier den Spannungsbogen dieser witzigen wie emotionalen Story konstant hochgehalten hat. Besonders für Charlottes ehrlichen wie selbstironischen Umgang mit den eigenen Schwächen konnte ich mich während der Lektüre erwärmen. Zudem habe ich mich herrlich über den Nebencharakter Matilde amüsieren können, die nicht nur überzeugte Astrologin ist, sondern auch Scharlatan-Guru Gerard blind vertraute. Normalokoch Lars flogen ebenso meine Sympathien zu, da er es ernst mit Charlotte meinte und sie trotz ihrer Ausraster nicht ändern wollte. Kurzum, dieser erste Roman aus der Feder von Myriam Klatt hat mich rundum bestens unterhalten und herrlich vom Alltag abschalten lassen. Als Redakteurin und ehemalige TV-Reporterin bringt sie darüber hinaus im Bereich Medien eine Menge Erfahrung mit, was man dem Roman auch deutlich anmerkt.

    FAZIT
    Eine locker-leichte Frauenlektüre, die sich bestens für zwischendurch oder den Urlaub eignet und die Botschaft "Es ist egal, was andere denken, Hauptsache ist, du bist glücklich" vertritt.


    Bewertung: 5ratten :tipp: