Beiträge von Gaby

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Ein absolut gelungenes Debüt


    Cymbeline William Iglu ist 9 Jahre alt, geht in die vierte Klasse und bekommt einen riesigen Schreck, als die Lehrerin verkündet „ Es geht ins Schwimmbad“. Denn er kann nicht schwimmen, markiert aber den großen Maxe und lässt sich auf ein Duell mit Billy Lee ein, was natürlich nicht gut gehen kann. Gut, dass seine Klassenkameradin Veronique Chang ihn wieder aus dem Becken raus fischt. Dann kommt die, wie er meint größte Blamage seines Lebens.

    Bei seiner Mutter, die jahrelang versucht hat, Cym mit den verschiedensten Ausreden von Wasser fern zu halten, löst dieses Ereignis eine Panikattacke aus. Was da wohl dahintersteckt?



    Ich schreibe sehr selten etwas zum Cover bzw. den Bucheinband. Aber hier muss ich es einfach tun. Als ich das Buch ausgepackt habe, dachte ich sofort: Mensch, ist das schön! Der gelbe Titel „Frei schwimmen“ scheint in dem türkis schimmernden Wasser zu schwimmen. Darin ein kleiner Junge und auf der Rückseite eine Schwimmbrille. Richtig toll gemacht und schon den ersten Blick wert.


    Auf den zweiten Blick lässt Adam Baron hier Cymbeline kurz Cym seine Geschichte in der Ich-Form und auf die Sprache eines 9-jährigen genau zugeschnitten, selbst erzählen. Da ich sonst meist Krimis oder Romane lese, war es für mich zuerst ungewohnt, was sich aber schnell legt. Cym spricht den Leser oft auch direkt an. Somit war ich an ihm, seinen Gedanken und seinen Emotionen noch näher dran. Von Anfang an ist klar, dass es da etwas gibt, was Mama Iglu ihrem Sohn verheimlicht. Und das hat mit Wasser zu tun. Vielleicht auch mit seinem Vater, der nur von einem Foto auf dem Kaminsims runter lächelt?


    Cym ist ein ganz normaler Junge, manchmal etwas altklug, manchmal etwas naiv und verträumt, der mit seiner alleinerziehenden Künstler-Mama Janet in einem kleinen Häuschen lebt. Er hat einen ganz normalen besten Freund, einen Klassenkameraden, der ihn wo immer es geht, ärgert und ein Mädchen, dass er toll findet, weil sie einfach alles kann. Von seinem Vater glaubt er, dass der kurz nach seiner Geburt verstorben ist. Er spielt gerne Fußball, malt gerne – aber er lernt nie schwimmen.


    Neben Cym gibt es aber auch noch andere Charaktere, die ich sehr gut gezeichnet finde. Da ist z.B. sein allerbester Freund Lance, der 4 Eltern hat und sich plötzlich nur noch Bradley nennt. Veronique Chang, die hochbegabt ist, die alles am besten kann und die um runter zu kommen zur Maltherapie geht um anschließend beim Lernen wieder Gas geben zu können. Oder auch Billy Lee, zuerst der erklärte Feind von Cym, später dann sein bester Freund. Sie alle haben ihre starken und schwachen Seiten, sind menschlich und gut vorstellbar skizziert.


    Der Roman liest sich sehr flüssig und leicht und beeindruckt mich durch seinen ganz eigenen Humor. Manchmal auch etwas überspitzt, habe ich immer wieder schmunzeln müssen. Aber gegen Schluss hin, wird die Geschichte dann auch sehr ernst und auch traurig. Aber nach den offenen Worten, die zumeist den Erwachsenen gelten, über Offenheit und Ehrlichkeit, die sogar Kinder vertragen, wenn man ihnen nur signalisiert, dass man sie liebt, lässt mich die Geschichte zwar etwas betroffen, aber auch absolut zufrieden zurück.


    Ich habe dieses Buch mit Ü60 genau so gerne gelesen, wie es wahrscheinlich ein 9- oder 10-jähriges Kind, egal ob Bub oder Mädchen, tun wird. Und ich kann diesen rundum gelungenen Debütroman nur jedem, ob Groß oder Klein, ans Herz legen. Lest ihn! Bitte!


    5ratten:tipp:

    Ich habe mich in diesen Wäldern sehr wohl gefühlt


    Für Nina Schwarz bricht eine Welt zusammen, als die die Nachricht vom Tod ihres ehemals besten Freundes Tim erhält. Vor kurzem hatte er versucht sie telefonisch zu erreichen, aber sie hat sich nicht zurück gemeldet. Und nun ist er tot. Als sie einige Tage später in ihrem Briefkasten einen Brief von Tim findet, in dem es um ein letztes Puzzlestück und das Verschwinden seiner Schwester Gloria geht, setzt Nina alles daran, Tims letzten Wunsch, Gloria zu finden, zu erfüllen.



    Melanie Raabe hat einen wie ich finde genialen Schreibstil, der sogar die banalsten Sätze vor Spannung vibrieren lässt, der mich direkt in die Geschichte hinein zieht und es mir sehr schwer macht, das Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen. Die sehr genau und treffend gesetzten Cliffhanger machen es auch nicht leichter das Buch wegzulegen. Außerdem kommt die Autorin ohne Blutvergießen aus, was meinem Lesegeschmack sehr entgegen kommt.


    Ihre Personen spielen zum einen als Kinder in der Vergangenheit und sind mit selbst gewähltes Pseudonymen ausgestattet. In der Gegenwart begegne ich den Vieren als Erwachsene mit ihren Klarnamen. Anfangs bin ich stark herausgefordert zu erkunden, wer nun wer ist. Nach ca. 150 Seiten wird das aufgeklärt und macht es mir leichter, die Personen zuzuordnen. Alle sind sehr detailliert, farbig und mit eigenen Fähigkeiten und Wesensmerkmale ausgestattet, dass ich schnell ein klares Bild von ihnen vor Augen habe. Die einen mag ich, die anderen weniger – genau wie im echten Leben. Melanie Raabe hat es geschafft, dass ich den meisten sehr nahe gekommen bin.


    Die beiden Handlungsstränge lassen sich durch verschiedene Schriftarten leicht auseinander halten So weiß ich immer genau, in welchem Zeitraum ich mich gerade befinde. Wobei mir die Geschichten aus der Vergangenheit noch besser gefallen haben, als die Jetzt-Zeit.


    Die Geschichte lässt sich für mich gut nachvollziehen. Wobei bei mir einige Fragen offen geblieben bzw. nicht deutlich genug beantwortet worden sind.

    Besonders der Schluss mit einer überraschenden Wendung, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie noch kommt, hat mich emotional sehr berührt und mitgenommen.


    Eine spannende, gut durchdachte, manchmal etwas verwirrende Geschichte ohne Blutvergießen in der die Themen Leben im Dorf, Fremdenhass, häusliche Gewalt, Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Rache, Pubertät und Homosexualität eingearbeitet sind, hat mich ab der ersten Seite gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

    4ratten

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    Auch in Münster wird gemordet


    Kriminalhauptkommissar Friedrich von Coes lebt seit dem Tod seiner Frau Felicitas mit seiner Tochter Annemarie, die er liebevoll Herzilein nennt zusammen. Vor 3 Monate hat er nach 27 Dienstjahren einen Menschen im Dienst erschossen. Nun ist er zurück im aktiven Dienst bei seiner alten Truppe. Noch nicht richtig zurück gibt es auch schon den ersten Toten für von Coes und sein Team, dem seit heute auch die junge Kriminalkommissarin Hannah Wolkenstein gehört.

    Im Läuterbottich der Brauerei Blankenburg liegt ein junger Mann. Jan Vosskamp, 28, studiert Brauwesen und arbeitete in den Semesterferien in der Brauerei, wo seine Mutter als Chefsekretärin arbeitet. Hat sein Tod etwas mit seinen Umweltaktivitäten zu tun?

    Aber es bleibt nicht bei dem einen Toten. Juniorchef Konstantin von Blankenburg wird auf einem Grundstück der Firma am Dortmund-Ems-Kanal, wo die Brauerei eine neue Betriebsstätte errichten will, gefunden.

    Eine harte Nuss, die KHK von Coes mit seinem Team zu knacken hat.



    Ich mag Friedrich von Coes sehr. Sowohl als Mann, als Kollegen bzw. Chef bei der Kripo, als Sohn seiner Eltern Karl-August und Elisabeth und auch als liebevoller Papa, der er für seine fünfzehnjährige Tochter Annemarie ist. Er ist so herzerfrischend natürlich, ohne zu viele negative Macken – einfach menschlich.

    Auch die anderen Teammitglieder, KOK Dirk Grimm, KOK „Superhirn“ Bernd Brockmann, genant BB und die Neue, KK Hannah Wolkenstein finde ich sehr sympathisch. Klar, haben auch sie ihre kleinen Macken, die ich aber bei ihnen sogar liebenswert finde.

    Im Gegensatz dazu steht die Brauereibesitzerfamilie von Blankenburg. Alter Münsteraner Adel, steif, eigensinnig und verbohrt. Bis auf die Dame des Hauses sind mir die Herren und auch die Schwiegertochter reichlich unsympathisch. Nur ganz zum Schluss zeigen Herr und Frau von Blankenburg, das auch sie ein Herz haben.


    Die Geschichte liest sich flüssig und leicht und baut von Anfang an Spannung auf, die sich bis zum Schluss immer weiter steigert. Trotzdem hätte ich mir ein bisserl mehr Spannung gewünscht. Aber Polizeiarbeit ist halt nicht immer nur spannend, sondern auch stupide Recherchearbeit.

    Ich habe es genossen, den Ermittlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen zu können. Konnte ihre Gedanken sehr gut verfolgen. Habe mit ermittelt und mit gerätselt. Auch wenn ich in einem Fall recht bald einen Verdacht hatte, finde ich es sehr spannend und interessant zu lesen, wie sich die Kommissare ganz langsam durch die Indizien kämpfen müssen. Der Schluss mit einem für mich sehr emotionalen Ende hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist damit sehr gut abgerundet und lässt mich zufrieden zurück.

    Arno Kerr zeigt mit seiner Geschichte, dass es auch ohne Gemetzel und viel Blutvergießen geht. Was meinem Lesegeschmack sehr zu gute kommt.


    Ein spannender Kriminalroman mit interessanten Personen und Fällen, die nicht einfach zu lösen sind. Nun freue ich mich auf die „Kreuzdame“, die ja bald schon erscheint.

    4ratten

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    Nicht nur zu Weihnachten ein wunderbares Winter-Wohlfühlbuch


    Sophie von Metten, die vor ein paar Jahren von Hamburg nach Wümmerscheid-Sollensbach an die Mosel gezogen ist, um Tante Dottis Erbe anzutreten, kann es nicht besser gehen. Sie ist glücklich mit ihrem Partner Peter Langen; das kleine Bistro/Café am Mühlenhof ist dank eines Fernsehbeitrages weit über die Grenzen bekannt geworden und täglich sehr gut besucht und sie hat mit SterneköchinHeidi Schwarzbeck, Bankangestellte Karin Mahler und „Rita“ Marita Gräfin von Fahrensbeck 3 gute Freundinnen an der Seite, auf die sich jederzeit verlassen kann. Aber ausgerechnet zu Weihnachten streiten zum einen die Wümmerscheider mit den Sollersbachern um den schönsten Weihnachtsmarkt. Und auch Sophie und Peter haben Streit, der sich wohl nicht so leicht beilegen lässt. Dabei hat Sophie doch für ihren Peter eine ganz süße Neuigkeit.



    Obwohl ich das kleine Cafe an der Mühle erst mit diesem 2. Band kennenlerne, hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Ich war sehr schnell drin in der Geschichte.Trotzdem werde ich mir auch das erste Buch der Reihe, die hoffentlich noch weiter geht, noch zulegen.


    Die Personen, mit denen ich es hier zu tun hatte, habe ich mir dank der liebevollen Beschreibungen sehr gut vorstellen. Sophie kann sich glücklich schätzen solche Freunde zu haben.


    Die Geschichte ist sehr leicht und flüssig erzählt. Ich weiß schnell in welche Richtung es gehen wird. Aber auch wenn Vieles sehr vorhersehbar ist, habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Im Gegenteil: Es war schön mal wieder eine richtig heile Welt vorgesetzt zu bekommen, bei der es auch mal Zoff gibt. Der sich aber genau so schnell wie er gekommen ist, auch wieder verflüchtigt. Ich habe es genossen, im Weihnachtsmarktdorf herum zu stromern, zu stöbern und dem Männerchor und den Bläsern bei ihren wenig weihnachtlichen Liedern zuzuhören. Den Geruch von Glühwein, Zimt und Anis habe ich immer noch in der Nase.


    Zum Schluss bekomme ich auch noch 6 leckere Rezepte für Weihnachtsplätzchen, die es sich auszuprobieren lohnt.


    Eine wunderbare Wohlfühlgeschichte. Ich hoffe, dass das Autorenduo hinter Barbara Erlenkamp noch weitere Geschichten von Sophie, Peter und ihren Freunden rund um das kleine Café in der Schublade hat.


    5ratten

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    Eine fantastische Geschichte zum Lesen und Erzählen


    Vincent, die kleine Fledermaus wohnt zusammen mit dem Geistermädchen Polly, das dauernd in irgendwelche Gegenstände schlüpft und sie so zum Leben erweckt auf dem Dachboden vom Radieschenweg Nummer 10. Er fühlt sich einsam und sucht einen Freund. So lernt er die Eule Beule,

    die weiße Ente Sir Reginald Schnatterton und den Eichhörnchenjunge Pepe kennen. Aber die passen einfach nicht zu ihm. Erst das Meerschweinchenmädchen Elfriede „Fritzi“ von Schnupperstein, das er zuerst gar nicht mag, wird seine gute Freundin.


    Wie das alles zustande kommt, müsst ihr schon selbst lesen.


    Die Geschichte von Vincent, der sprechenden Halbfledermaus, die einen Freund sucht, der halb Geist und halb Tier ist, hat uns Beiden beim Lesen sehr viel Spaß gebracht. Wuhaaah.

    Der übersichtliche Text und vor allem die Sprechblasen haben meiner kleinen Leseratte und auch mir sehr gut gefallen. Aber nicht nur das Lesen macht Spaß. Die wirklich tollen Illustrationen von Fréderic Bertrand bieten so Vieles zu entdecken.


    Einen kleinen Kritikpunkt habe ich noch: vor allem auf den dunklen Seiten lassen sich die Pünktchen bei ä, i, ö und ü sehr schlecht erkennen. Mein kleiner Freund hatte da beim Lesen so seine Schwierigkeiten.


    Ein spannendes und interessantes Buch über die fantastische Welt einer kleinen Fledermaus, das über das Lesen hinaus viel Anregungen zu Gesprächen bietet.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Sie liebt seine Kochbücher. Als Mensch findet sie ihn eher nicht so sympathisch.

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    Spannender Einstieg einer neuen Ermittlerin


    Bei der Auflösung ihres Band-Proberaumes in einem Siegener Bunker findet Nike Klafeld hinter den abgerissenen
    Eierkartons Seiten und Fetzen, die aus einem Tagebuch zu stammen scheinen. Ihre Neugier ist geweckt und sie versucht herauszufinden, von wem die Seiten stammen.

    In 1984 lerne ich die damals 19-jährige Michaela Wolff kennen, die sich mit dem Regime der DDR nicht anfreunden kann und will. Die unangepasste junge Frau lernt bei einem Besuch am Balaton einen jungen Westdeutschen kennen…



    Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite eingefangen. Es ist nicht die Spannung, die hier nur ganz leise und langsam daher kommt. Es ist die Geschichte an sich, die sich in zwei Zeitebenen abspielt und einen so interessanten Hintergrund hat, dass ich mich zwingen musste, das Buch auch mal aus der Hand zu legen. Man merkt, dass sich Melanie Lahmer intensiv mit der Geschichte der ehemaligen DDR auseinander gesetzt hat. Und sie versteht es, mir die Fakten und Hintergründe der Geschichte in einer leichten flüssigen Erzählweise nahe zu bringen. Ich fühle mich, als wäre ich teilweise dabei gewesen.


    Besonders die Zeit vor der Wende hat mich angesprochen. Ich kann Michaela sehr gut verstehen, die sich in dem System der DDR eingesperrt fühlt. Und sich langsam zu einem großen Schritt entschließt. Die Gefühle, Sorgen und Ängste ihrer Eltern Hanni und Rainer und ihrer Schwester Annett kann ich gut nachvollziehen. Wie schlimm muss es sein, wenn man nichts über den Verbleib eines geliebten Menschen weiß.


    Nike Klafeld und ihr Umfeld, ihren Mann Lukas, Sohn Malte, ihre Zwillingsschwester Victoria und ihre Eltern Brigitte und Hajo, lerne ich sehr detailliert kennen. Sie nehmen in der Geschichte einen großen Raum ein, der eigentlich für einen Krimi untypisch ist, mir aber sehr gut gefallen hat. So habe ich beim nächsten Fall für Nike Klafeld gleich Personen vor mir, die mir nicht fremd sind. Überhaupt sind alle Personen, die ich hier kennenlerne sehr menschlich und real dargestellt. Eine Familie, die man gerne zum Nachbarn hat.


    Eine interessante und sehr berührende Geschichte, die Vergangenheitsbewältigung auf beiden Seiten der ehemaligen Mauer zum Thema hat und die mich auch ein bisserl nachdenklich gemacht hat. Die Auflösung kam dann für mich von einer Seite, mit der ich gar nicht gerechnet hatte.


    Auch wenn ich die Geschichte nicht eindeutig als Krimi bezeichnen würde, kann ich das Buch trotzdem wirklich jedem empfehlen.


    5ratten

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    Der Kampf lohnt sich immer


    „Krebs ist zum Kotzen und kein Geschenk“ Zitat S. 174


    Mina ist gerade zu Besuch bei Anja und Beide wollen sich ein schönes Wochenende machen. Da erreicht Anja per Telefon die grausame Nachricht: Sie haben Krebs. Darmkrebs. Nur gut, dass Mina ihr da zur Seite stehen kann. Sie weiß, was diese Nachricht bedeutet, denn sie selbst hatte vor einigen Jahren Gebärmutterhalskrebs. Und ab jetzt ist sie für Anja da.


    Auf jeder Doppelseite unter der Seitenzahl steht jeweils der Zeitpunkt über den gerade gesprochen wird, bzw. wer hier erzählt. Diese Orientierung hat mir beim Lesen hier und da schon geholfen mich zurecht zu finden.


    Ungeschönt, ungeschminkt und mit herzzerreißender Ehrlichkeit erzählen Anja Koeseling und Mina Teichert von der schlimmsten Zeit ihres bisherigen Lebens, die sie aber auch total zusammengeschweißt hat. Es hat mich traurig gemacht und deprimiert zu lesen, wie Anja gelitten hat. Nicht nur unter ihrer Krankheit, die ihr so viel abverlangt und ihre ganze Kraft kostet. Mehr noch unter einigen Ärzte, Schwestern und Pflegern, die ihr in ihrer ersten Zeit im Krankenhaus einfach nur grob und gefühllos entgegen gekommen sind. Gottlob hat sie dann auch die andere Seite des Pflegepersonals kennenlernen dürfen.


    Dieses Buch ist mir sehr nahe gegangen, da ich immer wieder Parallelen zu meiner eigenen Erkrankung finde, die nun auch schon einige Jahre zurück liegt. Ich kann mich so gut in Anja hinein versetzen und erlebe ihren Kampf fast körperlich mit. Auch Mina verstehe ich sehr gut und finde es so toll, wie sie sich total auf ihre Freundin einlässt. Meine Freundin, die ich auf ihrem Weg durch die Krankheit begleitet habe, hat den Kampf leider im vergangenen Jahr verloren.


    Aber es gibt nicht nur die leidvollen Geschichten. Immer wieder kommt auch eine Prise Humor bei den Beiden auf, die der Krankheit ein kleines Stück des Schreckens nehmen. Es zeigt außerdem, wie wichtig Familie und ein positives Umfeld sind. Anjas zwei Hunde finde ich in dieser Zeit so


    Total lebensbejahend und gut gelaunt erscheinen die beiden Frauen auf den Bildern am Cover und auf den Innenseiten des Covers. Und ich freue mich, dass die beiden Krebskriegerinnen ihre Erkrankungen gemeistert und besiegt haben.


    Ich hoffe sehr, dass viele Menschen, egal ob Mann oder Frau, dieses Buch lesen und sich dann entschließen, zur Vorsorge zu gehen. Die Diagnose Krebs stürzt einen erst mal in ein tiefes Loch. Aber man kann aus diesem Loch auch wieder heraus kommen. Das zeigt diese Geschichte zweier sehr starker Frauen sehr gut. Ihr Kampf zu leben hat sich gelohnt.


    5ratten

    Die Tücken einer romantischen Waldweihnacht


    Familienweihnacht? Mit 10 Erwachsenen und 3 Kindern irgendwo in der thüringischen Einöde? In einem Hotel?

    Dazu hat Kerstin absolut keine Lust. Aber vielleicht ist dort genau der richtige Zeitpunkt und Platz um ihrem Mann beizubringen, dass sie die Scheidung anstrebt. Auf dem Hinweg beginnt es kräftig zu schneien an und wie sich bei der Ankunft herausstellt, ist das Hotel seit dem 21. Dezember geschlossen. Als dann Hotelchefin Nicole Winter (was für ein passender Name) auftaucht, sie in ihrem Hotel bei freier Zimmerwahl übernachten lässt und auch die Kühlkammer und der Weinkeller benutzt werden darf, scheint alles gut. Doch dann häufen sich Zwischenfälle, bei denen Katrin immer gerade noch unbeschadet bleibt. Bis sie es zum Schluss fast doch noch erwischt.


    Mit ihrer spritzigen, leicht zu lesenden Schreibweise versteht es Ella Danz mich ganz schnell in die frostige Winterhölle hinein zu ziehen.


    Besonders gelungen finde ich die so derart verschiedenen Protagonisten. Allen voran Anke, die kleine Schwester von Kerstin, die sich nicht immer im Griff hat und gerne dem Alkohol zuspricht. Kerstins Ehemann, der auch mich mit dem Kosenamen „Schneckchen“ derart nervt. Und Papas neue Gefährtin Lilo, die ihren Schnabel einfach nicht halten kann. Richtig sympathisch sind mir Pamela, die Freundin von Kerstins Bruder Jörg, und Kerstins Ex Burkhard mit dem gemeinsamen Sohn Lukas. Aber auch alle Anderen haben ihre Macken, kommen sehr menschlich und nahbar rüber. Trotzdem bin ich mit ihnen nicht warm geworden.


    Es muss nicht immer eine vor Spannung triefende Geschichte sein. Hier in der Winterlandschaft ist die Spannung ganz leise, aber hintergründig immer da. Und der Schluss wartet dann noch mit einem ganz besonderen Knaller auf.


    Eine winterliche Weihnachtsgeschichte mit interessanten Protagonisten und einer Geschichte, die ich sehr gut nachvollziehen konnte. Die aber auch sehr vorhersehbar ist. Ein genau in die Jahreszeit passendes und unterhaltendes Buch.

    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Geschichten aus dem Winterweihnachtswunderland


    Dass die Autorin ein glühender und bekennender Weihnachtsfan ist, merkt man auf jeder Seite des kleinen Buches.


    Egal, ob Fredericks großer Weihnachtswunsch in Erfüllung geht; das Weihnachtsfest von Familie „Bullerbü“ ganz anders vonstatten geht als geplant; die Weihnachtsgans in diesem Jahr aus Tofu besteht; man mich in die Widrigkeiten beim Schmücken des Adventskranzes einweiht; man wie Margarete den Weihnachtstrubel genießt; ich mit Louis im Traum zum Weihnachtsland fliege oder wie die kleine ausgesetzte Katze zur Weihnachtskatze wird – jede Geschichte beinhaltet in irgendeiner Weise den Geist der Weihnacht. Zum Schluss bekomme ich nach jeder Geschichte noch eine kleine Zeichnung.


    Außer den Geschichten enthält dieses wunderbare Buch kleine Gedichte und verschiedene Rezepte aus der Weihnachtsbäckerei.


    Besonders gefallen mir auch die kleinen Päckchen und Wintermützen neben jeder Seitenzahl.


    Ein sehr liebevoll gestaltetes Buch, das mir die Zeit bis zum Weihnachtsfest verschönert hat.


    5ratten

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    Ein Vorleseabenteuer rund um Insektenhotels, Schneckenbeete, und kunterbunte Gummistiefel!


    Käthe und ihr Wichtigkoffer, in dem alles Wichtige drin ist, das sie an ihr altes Zuhause erinnert, ziehen um. Von dem kleinen Dorf Pommeranzen in die riesengroße Stadt Berlin. Schnell lernt sie erste neue Freunde kennen. Von dem kleinen Ziegelsteinhäuschen im Hinterhof eines großen Hauses aus beginnen ihre Erkundungen der Gegend. Mit ihrem Schulfreund Theo sucht sie nach ihrem neuen Lieblingsort und landet so bei Bernadette und ihrem Guerilla-Garten. In diesem Gorilla-Gärten ohne Gorillas fühlt sich Käthe richtig wohl. Und schon bald fühlt sie sich in ihrer neuen Stadt auch richtig zuhause.


    Käthe ist ein ganz besonderes kleines Mädchen. Nicht nur, weil sie so viele Apfelnamen hat, wie auf dem Apfelhof ihrer Oma Apfelarten wachsen. Sie liebt die Natur, scheint eine ganz spezielle Gabe zu haben und ist einfach ein herzerfrischendes kleines Mädel.

    Auch Theo, der ein Insektenhotel gebaut und eine Bewässerungsmaschine erfunden hat, interessiert sich sehr für die Natur, für Pflanzen, Blumen, Bäume, Früchte und Tiere und wird nicht nur Käthes Klassenpate, sondern auch ein richtig guter Freund.


    Käthes Oma, die für jede Situation klasse Sprüche hat, die sie immer in Reimform von sich gibt, mag ich sehr. Es gibt in diesem Buch keinen Menschen, den ich unsympathisch finde. Außer vielleicht Herrn „Griesgram“. Aber den wird Käthe mit ihrer herzlichen Art bestimmt auch noch knacken. Da bin ich mir sicher.


    Eine ansprechende große Schrift, eine kindgerechte Erzählform und farbenfrohe, aussagekräftige Bilder, die ihre eigene Geschichte erzählen und auf denen es so Vieles zu entdecken gibt, machen das Buch zu etwas ganz Besonderem. Die Idee am Schluss des Buches, Blumen in Gummistiefel zu pflanzen gefällt uns so gut, dass wir das auch mal probieren werden, wenn wir ausrangierte Gummistiefel finden.


    Mein kleiner Nachbar und ich hatten beim Lesen und Vorlesen richtig viel Spaß. Und da es sich hier um Band 1 handelt, steigt die Hoffnung, dass es bald weitergeht mit Käthe Theo und dem Gorilla-Garten.

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    Gute, sehr solide kriminelle Unterhaltung


    Seit ich im vergangenen Sommer eine Woche auf der Insel der Reichen und Schönen ganz im Norden unseres Landes verbringen durfte, springen mich die Krimis, die auf dieser Insel gesettet sind förmlich an. So war es auch mit „Tödliches Sylt“. Ein interessantes Cover und


    Kriminalkommissarin Jenny Arens ist kaum von Rostock zur Dienststelle Niebüll versetzt worden, bekommt sie schon den ersten Mordfall zugeteilt. Eine junge Frau wird im Hotel Arosa von einer Putzfrau mit einem Stich ins Herz aufgefunden. Wer ist diese Frau?

    Ihr Kollege Oberkommissar Horst Böckler lässt keine Gelegenheit aus, um Jenny zu provozieren. In das gleiche Horn stößt ihr Chef Otto Spengler. Nur gut, dass Jenny gute Nerven und eine so ruhige und besonnene Art hat und sich nicht provozieren lässt.

    Je mehr Jenny Arens und ihr neuer Kollege Kriminalkommissar Simon Kaarst ermitteln, desto mehr kommen neue scheußliche Verbrechen auf, die ebenfalls geklärt werden müssen. Hängen diese Fälle alle zusammen?



    Mit seiner flotten, eingängigen Schreibweise zieht mich Birger Brand sehr schnell in diesen Nordseekrimi hinein. Neben der kriminellen Handlung, die sehr schnell an Spannung gewinnt und vorwiegend aus den Recherchen und Ermittlungen der Kripo besteht, ziehen mich die bildhaften, farbigen Beschreibungen der Insel magisch an. Ich kann mir alles sehr gut vorstellen, die Wellen rauschen hören und sehe vor meinem geistigen Auge, wie sich das Seegras im Wind biegt.


    Jenny Arens ist mir sofort sehr sympathisch. Von ihr erfahre ich, was sie aus Rostock nach Niebüll verschlagen hat und bekomme noch weitere private Einblicke in ihre Vergangenheit und Gegenwart. Der krasse Gegensatz ist ihr Kollege Horst Böckler, Mitte 40, geschwätzig, ein ätzender Typ, ein arrogantes, selbstgefälliges A… Wer einen solchen Kollegen hat, der braucht keine Feinde. Gut, dass Jenny ziemlich bald einen anderen Kollegen zugeteilt bekommt. Alle anderen Protagonisten haben ihre Ecken und Kanten und sich so menschlich beschrieben, dass sie Menschen aus meiner Nachbarschaft sein könnten.

    Sehr gut gefällt mir der Anhang zum Personal des Krimis. Hier werden mir die Haupt- und Nebendarsteller noch einmal näher vorgestellt.


    Ein spannender, interessanter Nordseekrimi, der mir bis auf einige Längen im Mittelteil sehr gut gefallen hat. Ich würde mich freuen, wenn mir Jenny Arens bald wieder mit einem neuen Fall begegnen würde.

    4ratten

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    Eine winterlich-weihnachtliche Liebesgeschichte – einfach zauberhaft


    Für Sarah Hall waren es immer die schönsten, zuletzt die schlimmsten Weihnachtsferientage im Shooting Star Mountain Resort im verschneiten Kanada. Das soll nun vorbei sein? In ihrer Reiseagentur Making Memories hagelt es schlechte Kritiken. Ein Kunde verlangt sogar eine kräftige Entschädigung. Der Besitzer Will Armstrong reagiert auf Sarahs Emails entweder gar nicht oder so herablassend, dass Sarah beschließt, sich selbst ein Bild der Lage zu machen. Sie packt ihre Koffer und macht sich auf nach Kanada. Wird es Sarah gelingen, das Resort wieder zu dem zu machen, was es mal war – ein malerisches, magisches, einfach wunderschönes Feriendomizil? Wird sie sich ihrer Vergangenheit stellen und die bösen Erinnerungen fallen lassen können?


    „Wenn Weihnachten so einfach wär“ ist das erste Buch das ich von Zara Stoneley gelesen habe. Und ich fand es, bis auf einige Kleinigkeiten, einfach wunderschön.
    Der leichte, flüssige und sehr unterhaltsame Schreibstil, die bildhaften Erklärungen der traumhaften kanadischen Landschaft, der verschiedensten Gefühle, die sehr gut ausgearbeiteten Charaktere – das alles hat das Lesen für mich zu einem Weihnachtsgenuss gemacht.


    Sarah und Will könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch kann man hier lesen, wie sich diese beiden konträren Individuen langsam aber sicher annähern. Obwohl ich schon von Anfang an weiß, in welche Richtung die Geschichte die Beiden bringen wird, war es doch sehr unterhaltsam zu lesen, mit welchen Schwierigkeiten und Balken im Kopf sie zu kämpfen haben. Waren Beide mir anfangs nicht sonderlich sympathisch, hat sich das immer mehr gewandelt, je besser ich siekennen lernen durfte und hinter die Kulissen geblickt habe.


    Der britische Humor, mit dem ich bei Sarah, Sam und Tante Lynn zu kämpfen hatte, ist halt nicht so meins. Aber denjenigen, die diese Art Humor zu schätzen wissen, bleibt ein Dauergrinsen im Gesicht gemeißelt.


    Ein wunderbar leichter, romantischer und humorvoller Winterroman der mit einigen Überraschungen aufwartet. Ich habe ihn sehr gerne gelesen. Passt hervorragend zur Winter- und Weihnachtszeit.

    4ratten