Beiträge von Gaby

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Spannendes, gut gelungenes Debüt


    In der Nähe des Leuchtturmes Dahmeshöved wird unter einem Bootsrumpf die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Bjarne Petersen hat an diesem Boot zusammen mit seinem Vater gearbeitet. Nun ist er tot. Was wie ein Unfall aussah, stellt sich schnell als Mord heraus. Sein Bruder Ansgar wird beobachtet, wie er die Bootshalle fluchtartig verlässt. Aber hat er wirklich etwas mit dem Tod seines Bruders zu tun? Oder geht es gegen Vater Knut Petersen, der sich mit Grundstückskäufen an der ganzen Küste beileibe nicht nur Freunde gemacht hat. Aber es bleibt nicht bei dem einem Toten.

    Oberkommissarin Frida Beck und ihr Kollege Deniz Yilmaz der Mordkommission Lübeck beginnen mit den Ermittlungen und der Suche nach einem Motiv. Aber das Morden hört nicht auf. Warum geht es einem nach dem anderen Petersen an den Kragen? Hass? Neid? Rache? Eifersucht? Die Kommissare tun sich nicht leicht.



    Mit „Die Küstenkommissarin – Der Tote am Leuchtturm“ steigt Autor Jonas Brandt mit seiner neuen Ermittlerin Frida Beck und ihrem Kollegen Deniz Yilmaz in eine neue Krimireihe ein, deren erster Band mir sehr gut gefallen hat.


    Frida Beck ist mir mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Kopf, der immer durch die Wand will, von Anfang an sympathisch. Ihre Vorgeschichte – sie hat ihren Mann und ihren Sohn auf tragische Weise verloren – fügt sich in immer wiederkehrenden kleinen Sequenzen nahtlos in die Geschichte ein. Ich mag es sehr, wenn ich von den Kommissaren auch etwas aus ihrem Privatleben erfahre. So wie hier, in genau der richtigen Dosis.

    Mir gefallen, im Gegensatz zu Frida, bei Deniz Yilmaz sein eigenwilliger Humor, sein Witz und seine ausgefallenen, etwas unüblichen Ermittlungsansätze sehr gut. Ein Kollege, den ich Frida auch als Freund wünschen würde.


    Das Buch beginnt äußerst spannend im August 1977 mit der Flucht einer jungen Familie aus der DDR über die kalte Ostsee. Wie dies mit den Toten vom Leuchtturm zusammenhängt, erfährt man im Laufe der Geschichte noch näher.

    Ich finde es sehr gelungen, wie der Autor seine heutige Geschichte mit einem Stück deutsch-deutscher Vergangenheit verknüpft.

    Die Spannung setzt sich dann in der gesamten Geschichte fort. Es ist nicht nur der Fall bzw. die Fälle selbst. Ich finde auch die Familiengeschichten, die ich hier zu lesen bekomme echt spannend und sehr interessant. Egal ob von den Ortsansässigen oder von Fridas Mutter und ihrer Schwester.


    Ich habe mich an der Ostseeküste rund um den Dahmer Leuchtturm bei Meeresrauschen und den Spaziergängen, die ich mit den Protagonisten unternommen habe, sehr wohlgefühlt. Durch die bildhaften Beschreibungen hat sich mein Kopfkino leicht getan, alles in Bilder umzusetzen.


    Am Ende hat mich Jonas Brandt mit der Auflösung des Falles richtig überraschen können. Mein Verdächtiger kam aus einer ganz anderen Ecke.


    Mit dem ersten Band seiner neuen Krimireihe „Die Küstenkommissarin – Der Tote am Leuchtturm“ legt Autor Jonas Brandt einen Krimi vor, der mich von Anfang an gepackt hat, der spannend ist und mich gefesselt hat.


    5ratten

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    Absolut lesenswert


    An seinem 45. Geburtstag, der mangels Freunde nur mit Geschäftspartnern in einem Hotel gefeiert wird und etwas aus dem Ruder läuft, hat Rechtsanwalt Björn Diemel den Eindruck so langsam nähert er sich einer Midlifecrisis. Er beginnt über den Sinn seines Lebens zu sinnieren. Ein Fall für seinen Achtsamkeitstrainer Joschka Breitner, der ihm zu einer Pilgerreise auf dem klassischen Camino Francés von Saint-Jean-Pied-de Port nach Santiago de Compostela rät. Vier Wochen raus aus dem Alltagstrott, einfach wieder zu sich selbst finden, auf sein Inneres hören. Alles kann – nichts muss. Auf seiner Pilgerreise findet er sogar einen echten Freund. Allerdings nicht für lange. Ein Mitpilger trachtet Björn nach dem Leben, erwischt aber den kranken Staatsanwalt. Also muss Björn sich wehren – aber achtsam.


    Nachdem mir der 2. Band der Serie nicht so gut gefallen hat, habe ich überlegt, ob ich mir Band 3 „Achtsam morden am Rande der Welt“ überhaupt „antun“ soll. Jetzt muss ich sagen, die Entscheidung zugunsten des Buches war absolut richtig.


    Anfangs unterscheidet sich diese Geschichte nicht sonderlich von den ersten beiden Bänden. Denjenigen, die die ersten beiden Bücher nicht kennen, stellen sich Björn Diemel und sein Team, bestehend aus Sascha, Stanislav, Carla und Walter mit ihren „Gewerken“ bei der gemeinsamen Geburtstagsfeier vor. Dazu kommen zwei Chinesen mit extravaganten Wünschen ihren angeforderten Damen gegenüber. Daraus entstehen wieder Situationen, die Björns Achtsamkeit gehörig auf die Probe stellen. Und man merke sich: Bauschaum hat nichts in menschlichen Körperöffnungen zu suchen. Was es damit auf sich hat und was das alles nach sich zieht, das könnt ihr hier lesen.


    Karsten Dusse hat mich mit seinem angenehm leichten Schreibstil auch diesmal wieder schnell eingefangen. Ich habe seinen Hauptdarsteller Björn Diemel lieben gelernt und mich wieder auf neue Abenteuer der Achtsamkeit mit ihm gefreut.

    Auf seiner Wanderung auf einem Teilstück des Jakobsweges habe ich ihn nochmal neu kennengelernt. Durch einen Mitpilger entdeckt er für sich, was Todesangst heißt. Doch dank seiner Achtsamkeitsregeln, die er so verinnerlicht hat, gelingt es ihm auch hier ungeschoren davon zu kommen und sich immer wieder den Fragen des Lebens zu widmen.

    Seinem Mitpilger Roland wäre ich gerne noch länger gefolgt. Seine Geschichte hat mich stark berührt.


    Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen. Herrlich skurril, außerordentlich unterhaltsam mit viel schwarzem Humor, mit nicht vorhersehbaren Wendungen und einigen berührenden Stellen – ich hatte mit diesem 3. Buch über die Achtsamkeit des Björn Diemel großen Lesespaß.

    5ratten

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    Sehr abwechslungsreich und unterhaltsam


    Bov Bjerk, Thilo Bock, Horst Evers, Nils Heinrich, Günter Herlt, Karsten Lampe, U.S. Levin, Dr. Marco Moor, Lea Streisand, Peter Vollmer und Janine Wagner haben unter den Rubriken im Wartezimmer, die Diagnose, unterm Skalpell, bittere Medizin und Ärzte haben´s auch nocht leicht je eine oder auch mal zwei Geschichten zu diesem kleinen Buch beigesteuert. Die witzigen, aussagekräftigen Illustrationen kommen von Elizabeth Shaw.


    Ab einem gewissen Alter bleibt ein gelegentlicher Arztbesuch nicht aus. Da trifft man auf den Mann, der nach stundenlangem Warten selbst nicht mehr weiß, was ihm fehlt; ein anderer fragt sich, ob er in einer Arztpraxis oder in einem Schönheitsinstitut gelandet ist. Ein weiterer schleppt sich mit Bauchschmerzen in die Arztpraxis, um sie von Winden befreit wieder zu verlassen.


    Aber auch die Ärzte treffen auf die verschiedensten Patienten. Z.B. auf eine Frau (es ist wirklich eine Frau), die meint an ihrem Schnupfen zu sterben. Oder ein Mann, dessen Freund an seiner Stelle operiert wird. Und einer, der wegen Appendix nicht in den Himmel kommt.


    Man mag nicht glauben, was es hier alles gibt. Ich habe geschmunzelt und auch mal laut gelacht; mit dem Kopf geschüttelt und ungläubig weiter gelesen. Die Geschichten sind so unterschiedlich, eine gelungene Mischung, wie ich finde, bei der auch der schwarze Humor nicht zu kurz kommt. Einiges wird stark übertrieben dargestellt oder mit einem zwinkernden Auge. Aber alle bieten beste Unterhaltung.


    Ich würde dieses kleine Buch in jeder Arztpraxis auslegen. Denn Lachen ist die beste Medizin.

    5ratten

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    Hat mich nicht mitgerissen


    Als ich dieses Buch „Schwarzwälder Morde“ von Linda Graze gesehen habe, war mir klar: das Buch möchte ich unbedingt lesen.Leider hat es nicht gehalten, was ich mir versprochen hatte.


    Worum geht es:

    Postenleiter der Polizeidienststelle Bad Wildbach im schönen Schwarzwald Harald Scholz und Kommissar Justin Schmälzle, aus Karlsruhe hierher versetzt, langweilen sich und bauen Papierflieger. Nix ist los im Ort. Bis eine „Abgeordnete“ einer Seniorenwandergruppe die Dienststelle betritt und von einer Moorleiche berichtet, die sie gefunden haben. Außerdem soll Jemand die Grundstücksgrenzsteine zwischen einer seit langen Jahren existierenden Schnapsfabrik und einer geplanten Ferienfreizeitanlage versetzt haben.


    In diesem Buch gibt es zwei Zeitebenen. Einmal reise ich zurück ins Jahr 1869, wo ich die Gedanken der Moorleiche „Martha“ lese. Dann, in der Gegenwart, ist es Mai und ich kümmere mich zusammen mit den Kommissaren um die „Grenzsteinaffäre“, gespickt mit kleineren Delikten wie zerstochene Autoreifen, Drohbriefe oder tätlicher Angriff.

    Die Personen, die ich hier kennenlerne, sind alle sehr individuell gestaltet. Vor allem Justin Schmälzle kann ich mir mit seiner dunklen Hautfarbe dank seiner hawaiianischen Wurzeln und seinem Hang zu Reismilch-Macchiato sehr gut vorstellen. Er hat hier auch seine privaten Probleme. Er ist mir eigentlich noch am sympathischsten von allen, die ich hier kennenlerne. Ich finde die meisten Personen zu sehr mit Klischees behaftet und eigentlich auch nicht interessant. Bis auf Frau Meichle, die Reinigungskraft, die alles weiß und jeden kennt. Sie ist einfach ein schwäbisches Original.

    Insgesamt gewöhnungsbedürftig finde ich den Schreib- und Erzählstil. Mir kam es so vor, als wolle die Autorin einen besonders witzigen Krimi schreiben. Was ihr nach meinem Lesegeschmack leider nicht gelungen ist. Es ist in weiten Teilen einfach nicht mein Humor, den ich hier geboten bekomme.

    Interessant finde ich die Geschichte der Moorleiche mit eingeschlagenem Schädel. Von ihr erfahre ich in kurzen immer wieder eingestreuten Kapiteln, versehen mit Jahreszahl.

    Gut gefallen hat mir der hier eingeschobene schwäbische Dialekt. Ich hatte damit bis auf einige Worte, die sich aber aus dem Zusammenhang erklären lassen, keine Probleme die einzelnen Personen zu verstehen.

    Zum Schluss bekomme ich noch das Rezept einer veganen Schwarzwälder Kirschtorte, wie sie Mama Schmälzle backt.


    Ein amüsanter Krimi, der einen aktuellen Fall mit einem historischen gut verbindet, hat mich nicht überzeugt. Die Spannung schwächelt etwas, der Humor ist nicht meiner.


    3ratten

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    Wie aus einer kleine Welle eine „große“ wird


    „Die kleine Welle Wellerich“ ist eine Abenteuergeschichte in Reimen von Rolf Barth, bei dem ich mich herzlich für dieses tolle Buch bedanke. Die ganz besonderen Illustrationen hat Werner Brunner beigesteuert.


    Darum geht es in dieser Geschichte:

    Die Schwestern Anne und Nicola fahren jedes Jahr in den Sommerurlaub mit ihren Eltern zur Insel Rügen. In einem kleinen Sandeimer fangen sie die kleine Welle Wellerich und einen Krebs und nehmen die Beiden schließlich mit zu sich nachhause in die Badewanne. Aber Wellerich und der Krebs haben Heimweh nach Meer, Sonne, Sand und Wind. Also schwappen sie aus der Wanne und beginnen ihren Heimweg zum Meer. Was sie dabei alles erleben und wen und was sie alles kennenlernen, erzählen die vielen kleinen Reime.


    Unser kleiner Enkel und ich haben uns das Buch erst einmal angeschaut ohne es zu lesen. Die wie Kreidezeichnungen anmutenden sehr ausdrucksstarken Bilder, auf denen es so Vieles zu entdecken gibt, haben uns durchweg sehr gut gefallen. Zum Schluss kam natürlich gleich die Frage, ob auch wir mal eine Flaschenpost „ins Meer schmeißen“ wollen. Mal sehen, vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit. Dann werden wir bestimmt an die kleine Welle Wellerich, ihren Freund den Krebs und Anne und Nicola denken.

    Die vierzeiligen Reime, die sehr eingängig sind, sich leicht lesen lassen und eine schöne Klangfarbe haben, haben uns sehr gut gefallen. Sie erzählen eine wundervolle Geschichte von der kleinen Welle, die von ihren Artgenossen dauernd gehänselt wird. Aber als sie aus der Stadt von ihrer großen Reise zurück kommt und von ihren Abenteuern erzählt, plötzlich deren Respekt bekommt.


    Ein wunderbares Buch, das mir mit seiner tollen Ausdrucksweise in Reimform und inhaltlich sehr schönen Bildern genau so gut gefallen hat, wie unserem Kleinen. Das wir innerhalb von 2 Tagen schon 5 x angeschaut und gelesen haben und das einen Platz ganz vorne im Bücherregal bekommen hat.


    5ratten

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    Kriminelle Reise an den Gardasee


    Im Hotel „Magdalena“ in Limone am schönen Gardasee, wo ihre Freundin Greta Rinaldi in die Hoteliersfamilie eingeheiratet hat, regiert gerade das Chaos. Der Koch hat sich den Arm gebrochen und die Saison ist im vollen Gange. Gut, dass Greta eine gute Freundin hat: Doro Ritter, kochende Tochter des Münchner Fernseh- und Sternekochs Sasha Ritter. Doro, die mit ihrem Freund Vinc einen Urlaub geplant hatte, erklärt sich natürlich sofort bereit, die Küche des Familienhotels zu übernehmen und reist nach Italien. Noch bevor sie beginnt den Kochlöffel zu schwingen, findet sie einen Toten im Pool der Anlage. Der junge Mann aus Stuttgart war Gast im Hotel und nun sind dort alle in Aufruhr. Doros Spürsinn ist geweckt und neben dem täglichen Kochen macht sie sich auf die Suche nach einem Mörder. Nicht ahnend, was noch alles hinter diesem Fall steckt.


    Nach „Proseccolügen“ ist dies der 2. Band der Gardasee-Reihe von Gudrun Grägel. Ich kenne den ersten Band zwar noch nicht, hatte aber keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen. So lerne ich hier Doro Ritter, ihren Sternekochpapa Sasha, dem sie natürlich aus Italien neue Rezepte mitbringen soll, und ihren Freund Vinc neu kennen. Doro und Vinc sind für mich ein absolutes Dreamteam, die sich lieben und perfekt ergänzen.

    Toll finde ich das Personenregister auf den ersten Seiten. Da lerne ich die Menschen mit denen ich nun ein paar gesellige Stunden verbringen werde, und derer sind es einige, schon mal kennen. Genau so gut gefällt mir der Lageplan vom Gardasee. Und die immer wieder einfließenden italienischen Ausdrücke vermitteln das regionale Flair.


    Vor jedem Kapitel ist der Wochentag in italienisch und in (deutsch) angegeben. So weiß ich immer, wo ich wann bin. Das ist auch wichtig, denn die umtriebige Doro hat ja nicht nur in der Küche zu tun. Sie ist ja tagsüber auch in der wunderschönen Landschaft am Gardasee auf Tätersuche unterwegs. Gudrun Grägel setzt mir mit ihren Schilderungen und Beschreibungen nicht nur traumhaft schöne Ausblicke auf den Gardasee und seine Umgebung in den Kopf. Bei den kulinarischen Köstlichkeiten läuft mir immer wieder das Wasser im Mund zusammen. Aber ich bekomme ich Rezepte im Anschluss ja gratis mit dazu. Da werde ich mich beim Nachkochen immer mal wieder an Doro, Vinc und Gerda erinnern.

    Die Autorin schafft es perfekt, einen spannenden Kriminalfall, absolutes Urlaubsfeeling und den leichten italienischen Lebensstil ineinander zu verweben. Schon nach den ersten Seiten fühle ich mich rundum wohl im „Hotel Magdalena“.


    Der Fall an sich ist etwas verzwickt. Immer mehr Lügen kommen ans Tageslicht. Keiner will mit der Sprache richtig heraus. Doch Doro lässt sich nicht abhalten, allem, was ihr suspekt vorkommt, auf den Grund gehen zu wollen. Das passt aber weder den darin Verwickelten, noch der italienischen Polizia.


    Dann endlich hat sich alles aufgeklärt. Zufrieden mit der für mich doch überraschenden Auflösung lehne ich mich zurück und genieße einen letzten Blick auf den Gardasee.

    Ein spannender, mit viel Urlaubsgefühl und leckeren Rezepten gespickter Krimi, der mir allerbeste Unterhaltung geboten hat.

    5ratten

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    Stücklmord in Sassnitz auf Rügen


    Kriminalrätin Lydia Westphal hat ihren Lehrerposten an den Nagel gehängt und arbeitet nun wieder beim LKA, Sonderdezernat D1 in Schwerin.

    Im Hafen von Mukran taucht die entsetzlich zugerichtete Leiche eines jungen Mannes auf. Er wurde über Tage gefoltert, lebendig zerstückelt und ins Meer geworfen. In Zusammenarbeit mit der Mordkommission Stralsund übernimmt Lydia Westphal den Fall Da taucht nach ein paar Tagen die nächste Leiche nach dem gleichen Muster auf. Als dann auch noch der Freund ihrer Tochter Marija verschwindet, versetzt dies Lydia in allerhöchste Alarmbereitschaft.


    Der Prolog, bei dem ich auf zwei Menschen treffe, den Mörder und eines seiner Opfer, katapultiert mich sofort hinein in die Geschichte.

    So wie ich Lydia Westphal hier kennenlerne, ist sie mir sehr sympathisch. Ich mag ihre ruhige Art; wie sie als Mutter einer erwachsenen Tochter mir ihr umgeht. Vor allem aber mag ich ihre Art zu ermitteln. Jedes kleine Puzzleteilchen wird auf den Prüfstand gelegt, bis sich endlich ein vollständiges Bild ergibt. Mich hat diese Auflösung mit einer Person, an die ich absolut nicht gedacht hatte, überrascht.

    Aber Lydia ermittelt nicht allein. An ihrer Seite ist diesmal Oberkommissarin Nina Maak, eine junge Frau, die mit ganz anderen Ermittlungsansätze arbeitet. Auch sie habe ich bald ins Herz geschlossen. Beide zusammen ergeben ein Team, das sehr gut zusammen arbeitet, sich aber auch Freiräume lässt.


    Der Fall an sich besteht aus zwei Mordfällen und einer Entführung, wobei man noch nicht weiß, ob es vielleicht schon einen dritten Toten gibt. Bei den Bildern, die mir Birger Brand in den Kopf pflanzt, habe ich bei den Beschreibungen der Verletzungen mein Kopfkino kurz ausgeschaltet. Es ist schier unglaublich, was sich Menschen alles einfallen lassen um einem anderen weh zu tun. Als es um das „Warum“ geht, hat mir der Täter sogar ein bisserl leid getan. Aber gutheißen kann ich seine Taten absolut nicht.


    Ein sehr spannender und unterhaltsamer Krimi mit zumeist sympathischen Menschen, einem Fall, der mir ans Herz gegangen ist und mit einem Thema, das gerade jetzt in Coronazeiten hochkocht. Und das alles vor der wunderschönen Kulisse der Insel Rügen.


    5ratten

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    Sprachlich einmalig gut, ein bisserl wenig Krimi


    Safety International Security, die Sicherheitsfirma seines Bruders Hans, 58, erteilt Ex-Kriminalpolizist Robert Fallner, 53, den Auftrag einen islamistischen Attentäter dingfest zu machen, auf dessen Ergreifung ein Kopfgeld von zwei Millionen ausgesetzt sind. Dabei wird er gerade mit 1000 Fragen pro Minute von dem 14-jährigen Ossi-Girl Nadine bombardiert, die sie aus einer zerrütteten deutschen Familie „gerettet“ haben und die derzeit bei seiner Frau Jaqueline, 45, lebt. Mit Nadine geht er sogar in die Kirche, wo er ganz leise den Wunsch verspürt auch mal wieder zu beten. Dazu eines der Gebote „Du sollst nicht töten“ - aber bei zwei Millionen?



    Für mich war dies das erste Buch aus der Feder von Franz Dobler und anfangs habe ich mich mit seinem Schreibstil etwas schwer getan. Ellenlange Sätze, die ich teilweise 2 x lesen musste um zu merken, dass es auch fünf Worte getan hätten, die dann das Gesagte aber nicht hätten so speziell ausdrücken können. Dann wieder sehr kurz und knapp gehalten. Aber nach kurzer Zeit habe ich mich daran gewöhnt und finde es klasse, wie geschliffen und genau er sich ausdrückt. Über die Vergleiche, die er anstellt, habe ich manchmal schmunzeln müssen. So bildhafte und eindrückliche Beschreibungen habe ich selten gelesen. Franz Dobler versteht es, die deutsche Sprache in all ihren Facetten genau zu nutzen.

    Ich mag Fallner mit seinem trockenen, feinsinnigen Humor und folge seinen ganz speziellen Dialogen nur zu gerne.


    Es dauert seine Zeit bis die Geschichte, der eigentliche Fall, Fahrt aufnimmt. Erstmal lerne ich Nadine kennen, seine Frau Jaqueline und Bruder Hans, den Fallner nur „Chef“ nennt, mit Familie. Alle Menschen, und derer werden es noch viel mehr, die mir hier über den Weg laufen, haben ihre ganz eigene Art und scheinen auf ihre Weise unverwechselbar. Dann wird es hoch politisch und brisant. Ich musste hier sehr genau und aufmerksam lesen, da ich immer Angst hatte, etwas Entscheidendes zu verpassen. Dabei ist es nur die geschliffene Sprache, die ich im normalen Leben so nicht gewohnt bin.


    Erst zum Ende hin wird es rasant und richtig spannend. Davor kommen viele Themen auf den Tisch, die einfach nur gut unterhalten. Jetzt kann ich mitfiebern und mit rätseln und nach Wendungen, die mich dann doch etwas überrascht haben, steht die Lösung des Falles plötzlich vor der Tür. Mehr wird hier auch nicht verraten.


    Ich habe einen neuen Autor kennenlernen dürfen, der durch seine spitze Ausdrucksweise besticht. Der allein schon durch die Kapitelüberschriften Spannung und Neugier erzeugt. Der mich mit diesem Buch absolut von sich überzeugt hat.



    „Ein Schuss ins Blaue“ ist kein Buch für schnell mal zwischendurch. Ich habe mich darauf eingelassen und wurde sehr gut unterhalten.

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    Mein erster, aber bestimmt nicht letzter Fall für Calista Gates


    Nachdem Detective Sergeant Calista Gates von dem Überfall auf sie vor 2 Jahren wieder halbwegs genesen ist, wird sie zur Leitung des Polizeipostens nach St. Anthony, einem kleinen Ort an der Nordspitze Neufundland an den Nordatlantik versetzt. War ihr Vorgänger noch der Meinung hier sei eh nie was los, fällt sie bereits zwei Tage vor ihrem offiziellen Arbeitsbeginn über das erste Verbrechen: einen Jugendstreich, der einem Zwölfjährigen, nackt und gefesselt, das Leben hätte kosten können. Am Tag ihres Dienstbeginns versuchen 3 wagemutige Studenten einen Eisberg zu erklimmen und dort spektakuläre Fotos zu machen. Eine junge Frau verliert dabei ihr Leben. Außerdem lassen sie ein Schiffsunglück von vor 4 Jahren, ein bei einem Bootsausflug ertrunkenes Mädchen und Schmuggelgerüchte nicht los. Also viel zu tun für die Neue und ihr Team, die auch noch auf Geheimnisse aus der Vergangenheit stoßen, die ihre Auswirkungen bis ins Jetzt haben.



    Da DS Gates ihren Part der Geschichte in der Gegenwart und viele Abschnitte in der Ich-Form erzählt, fühle ich mich als Leserin noch ein Stückerl näher an ihr und dem Geschehen um sie herum dran. Die kurzen, knappen Sätze lassen die Seiten nur so dahin fliegen und machen die Geschichte unheimlich schnell. Schon nach den ersten Seiten fühle ich mich angekommen und mittendrin in St. Anthony.


    Ich lerne Calista Gates erst in diesem Buch kennen, aber durch die vielen kleinen Rückblicke ist sie mir bald schon nicht mehr fremd und äußerst sympathisch. Als „Fremde“ hat sie es hier in dem kleinen Ort nicht leicht, schlägt sich aber tapfer und schafft es, die Einwohner und vor allem ihr Team von sich zu überzeugen, indem sie sich von ihren Ermittlungen nicht abbringen lässt, immer auf der Seite der Opfer steht und sich auch nicht scheut, sich mit den Großen und Mächtigen anzulegen. Sie scheut sich auch nicht, sich ihren Schwächen nach der Kopfverletzung zu beugen, hier und da mal eine Pause einzulegen und vor allem zu delegieren. Was der Teamarbeit sehr gut tut.

    Ich kann mir auch die anderen Mitwirkenden hier, allen voran ihr Team mit den Constables Dustin und Heidy Wilson und David Pelletier, gut vorstellen. Auch die vier Studenten, und Gawin Keeping und seinen Vater Aquila habe ich recht klar vor Augen.

    Besonders gut gefallen mir auch hier die Beschreibungen von Land und Leuten, die wie zufällig in die Geschichte eingebaut werden. Ich kann das teils unwirtliche Wetter und das Tosen des zerberstenden Eisberges fast spüren.


    Mit ihrem eindringlichen und rasanten Schreib- und Erzählstil, der bis zum Schluss einiges im Nebel lässt, hat mich Bernadette Calonego absolut überzeugt. Sie schafft es spielend, die losen Fäden, die sich für Calista Gates auftun, zusammen zu knüpfen und verschiedene Wendungen kann ich gut nachvollziehen.

    Da ich sehr gerne Krimis lese, die mit wenig Blutvergießen auskommen, aber trotzdem richtig spannend sind, bin ich hier wieder voll auf meine Kosten gekommen.


    Es zeichnet sich hier schon ab, dass Calista Gates bald auch mehr über ihren Überfall erfahren wird und so freue ich mich schon darauf, bald wieder nach Neufundland bzw. Kanada reisen zu dürfen.


    Ein spannender, mitreißender und wendungsreicher Krimi mit interessanten Protagonisten hat mit sehr unterhaltsame Lesestunden geschenkt. Ich habe hier eine neue Autorin für mich entdeckt, der ich ab jetzt folgen werde.

    5ratten