Beiträge von Gaby

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Kann es wirklich nicht mehr so weitergehen?


    Judith Rogge ist fast fünfzig Jahre alt und steht an einem Scheideweg:
    Ihre Ehe mit einem Mann, den sie eigentlich nicht wollte, scheint am Ende; ihre drei erwachsenen Kinder brauchen sie nicht mehr; sie ist mit sich selbst total unzufrieden. Und dann stirbt auch noch ihre Mutter. Nun ist sie die Nächste. Kann das alles gewesen sein?
    Die Fahrt zur Beerdigung ihrer Mutter führt sie aus Hamburg-Wedel nach Jülich im Rheinland, wo sie auch ihre frühere beste Freundin Anne, deren Leben gerade durch eine Krankheit auf der Kippe steht, und ihre große Liebe Heiko wiedersieht. Hier nimmt sie sich eine Auszeit und überdenkt ihr bisheriges und ihr vielleicht zukünftiges Leben.



    Ich bin zwar schon etwas älter als Judith, habe mich aber beim Lesen immer wieder an die Zeit erinnert, als ich mit mir selbst immer wieder gehadert habe. Ich denke, diese Phase macht jede Frau mehr oder weniger mal durch. Schon daher hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Die eingestreuten Songtexte aus Judiths Jugendzeit haben mich auch immer wieder an mich selbst in dieser Zeit erinnert.
    Da die Geschichte von Judith selbst erzählt wird, kann ich ihr Handeln und ihre Gedanken noch besser verstehen. Bin viel näher an ihr dran. Sie ist mir mit ihrer lieben, herzlichen und hilfsbereiten Art sofort sympathisch. Aber auch die anderen Menschen, in deren Umfeld ich mich hier bewege, werden sehr realitätsnah, menschlich und gut vorstellbar beschrieben.


    Es geht um verschiedene menschliche Schicksale, um Fragen, die in einem bestimmten Alter fast von alleine kommen, von einer Krise, die bewältigt werden will. Obwohl es um viele ernste Themen geht, driftet die Geschichte zu keinem Zeitpunkt ins deprimierende ab. Die kleinen humorvollen Spitzen, die immer wieder eingestreut werden, aber auch die lebensbejahende Art von Judith lässt für ein Schmunzeln immer wieder Raum.


    Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen. Was sich aber nun nach „Es wird Zeit“ ändern wird. Mir hat der eingängige, leicht zu lesende und zu verstehende und sehr realitätsnah geschriebene Roman sehr gut gefallen. Eine so warmherzige Geschichte mit viel Humor, mit traurigen Momenten, jeder Menge Emotionen und viel Gefühl, der mich nachdenklich gemacht hat. Der aber auch zeigt, wie viel das Leben zu bieten hat. Man muss es nur annehmen.


    Wunderschöne Zeichnungen von Peter Pichler runden den Roman ab.


    Ich habe es nicht bedauert, einen kleinen Teil ihres Lebens mit Judith gemeinsam gegangen zu sein. Nein, ich habe es richtig genossen.


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    Schlechten Menschen Gutes tun


    Björn Diemel, 42, ist erfolgreicher Anwalt für Strafrecht und Wirtschaft, hat gerade nur einen Klienten, den großkriminellen Chef eines Mafia-Imperiums Dragan Sergowicz. Björns Frau Katharina gefällt es gar nicht, womit ihr Mann sein Geld für das gemeinsame Leben verdient. Björn soll sich ändern und besucht Achtsamkeitsstunden bei Achtsamkeitscoach Joschka Breitner um seine Work-Life-Balance wieder herzustellen. Björn lernt schnell und legt die Achtsamkeitsregeln so aus wie er sie brauchen kann. Und schon läuft´s im Job und mit der Familie…



    Die Geschichte ist schon sehr speziell. Grandioser schwarzer Humor gepaart mit leiser Spannung, der mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat. Leider flacht dieser Humor ab der Mitte der Geschichte immer weiter ab. Die Szenen, in denen es um Folter, Mord usw. geht, sind mir persönlich hier einfach zu drastisch beschrieben. Da hätte ich mir mehr Achtsamkeit gewünscht.


    Ich lerne viele dubiose, kriminelle Typen aus den verschiedensten Sparten kennen. Von Sympathie kann ich nur bei einem jungen Mann sprechen – Sascha. Der hat etwas mehr Grips im Kopf wie die anderen Dumpfbacken.
    Björn kann ich mir nicht als Freund vorstellen, genau so wenig wie seine Frau Katharina. Nur fordern und selbst nichts an sich ändern, geht für mich in einer Beziehung gar nicht. Töchterchen Emily mit ihrem Kindermund dagegen mag ich sehr.
    Gut gefallen mir auch die kleinen Spitzen gegen unsere Gesellschaft. Sei es wegen dem „Ruthlessphone“, der Internet-Plattform „KOTZ“, den Autoreifenschlappen, den Teakholz-Möbeln oder einem Kindercafé – alles wird wie nebenbei behandelt und ist doch sehr präsent.
    Karsten Dusse schafft es perfekt, die einfachsten Dinge auf den Punkt zu bringen. Und das gewürzt mit einer großen Prise Humor, Schlagfertigkeit und Sarkasmus.


    Vor jeden der 38 Kapitel bekomme ich eine neue Achtsamkeitsregel präsentiert, die genau zu dem passt, was im Kapitel behandelt wird. Es geht um Achtsamkeit, Freiheit, Zeitinseln, Glück, Angst, Ungeduld, Vergebung, Minimalismus, Tod und einiges andere mehr.


    Eine mal ganz andere Art von Krimi mit viel schwarzem Humor, spannend und vor allem gut unterhaltend.


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    Spuren im Wald


    Lindinger, der Wirt von Leonhard Kreuthners Stammkneipe, schneidet sich aus„Versehen“ seine rechte Hand ab. Beim Versuch, diese in der Nähe einer Kapelle zu beerdigen stößt Kreuthner mit seinen zwielichtigen Kumpels auf eine Leiche. Und schon hat die Kripo Tegernsee einen neuen Fall.


    Die beiden in ihren Ansichten von Polizeiarbeit so grundverschiedenen Polizisten, Kommissar Clemens Wallner und Leonhard Kreuthner bilden auch in diesem Fall wieder ein unschlagbares Team. Besonders Kreuthner ermittelt sich in diesem Fall einige Pluspunkte, die er vor den Augen seines Chefs auch dringend braucht.



    Häusliche Gewalt, Zwangsheirat, Eifersucht, Besitzansprüche, Vergewaltigung, falsch verstandene Loyalität sind die Themen, die hier mehr oder weniger zur diesmal sehr vielschichtigen Handlung beitragen. Und obwohl alles anfangs sehr verworren scheint, löst sich alles nach und nach nachvollziehbar und schlüssig auf.

    Auch wenn die hier behandelten Themen nicht sehr humorvoll erscheinen, schafft es Andreas Föhr doch immer wieder, mir ein Schmunzeln zu entlocken und auch schon mal herzhaft zu lachen. Und genau das macht für mich einen guten Krimi aus.


    Genauso vielschichtig wie der Kriminalfall sind auch die darin verwickelten Personen. Auch sie sind so detailliert gezeichnet, kommen menschlich und echt rüber, dass ich keine Mühe hatte, sie mir bildlich vorzustellen und meine Sympathien zu verteilen. Wobei ich nicht alle Menschen mag, die ich hier kennengelernt habe.


    Bei einem Krimi interessiert mich aber auch das Privatleben der Ermittler. Und so erfahre ich hier wieder einiges Neues von Opa Manfred und dem Rest von Wallners Familie. Ich sehe den Häuptling Manfred jetzt noch im Schneidersitz vor mir sitzen. Er ist halt trotz seines hohen Alters immer noch für eine Überraschung gut.


    Andreas Föhr hat es auch mit seinem 8. Fall für Wallner und Kreuthner geschafft mir mit Kreuthners eigenwilligem Humor, seinen unkonventionellen, manchmal etwas übertriebenen Aktionen und Wallners über korrekter Arbeitsweise, einige unterhaltsame Stunden zu bescheren, wobei die Spannung teilweise weit oben angesetzt war. Und auch nach diesem Fall freue ich mich auf ein Wiederlesen mit den Beiden.


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    Spannend – interessant – unterhaltsam – einfach sehr gut!


    Lennard Feddersen, der nach vielen Jahren auf seine Heimatinsel Sylt zurück gekehrt ist, wird erschlagen am Strand vom Ellenbogen, der nördlichsten Spitze der Insel gefunden. Hier auf Sylt ist er kein Unbekannter. Bevor er damals die Insel verließ, bekam er große Probleme wegen einer Frau, der bekannten Autorin Marete de Buhr, der er dauerhaft nachstellte, sie stalkte. Ein Näherungsverbot sollte ihn stoppen. Aber seine Liebe ist auch nach Jahren nicht erloschen und so ist er zurück um in ihrer Nähe zu sein.
    Nun ist er tot und Kuno Knudsen und Arne Zander mit ihrem Team von der Kripo Wattenmeer haben einen neuen, sehr kniffligen Fall.



    Ich als bekennende Serienleserin freue mich immer, wenn ich alte Bekannte wiederlese, die schon zu imaginären Freunden geworden sind. Mit diesen Freunden wollte ich den 7. Fall der Kripo Wattenmeer lösen. Und ich lerne auch wieder neue Menschen mit ihren Ängsten und Träumen, mit ihren Ecken und Kanten kennen. Alle sehr liebevoll gezeichnet und gut vorstellbar, wenn auch nicht alle sehr sympathisch rüberkommen.


    In diesem Fall werde ich mit Stalking konfrontiert. Einer Art der Bedrängung, von der man ja immer wieder mal liest oder hört.
    Ulrike Busch hat es geschafft mir sehr gut zu vermitteln, wie sich Marete de Buhr und auch ihr früherer Partner gefühlt haben müssen. Nicht nur während der Zeit des Stalkings, sondern auch noch, was ich noch viel schlimmer finde, viele Jahre danach. Ich finde es so schlimm, dass man das Gefühl beobachtet zu werden einfach nicht los wird. Es sind auch nicht nur Männer, die meinen, ihre Liebe mit dauernder Präsenz einfordern zu können. Wie ich hier gelesen habe, gibt es auch Frauen, die meinen so ihrer Liebe näher zu kommen.


    Was mir immer sehr gut gefällt: wenn ich den Ermittlern auch privat näher komme und an ihrem Privatleben als Zaungast teilnehmen kann. Dadurch, dass dieser Fall sehr viel Zeit beansprucht, kommt das Privatleben in diesem Fall leider etwas zu kurz. Dass die Frauen der Kommissare dafür Verständnis zeigen und nicht aufmucken, finde ich richtig toll.


    In diesem Fall tun sich immer mehr Fragen auf, immer mehr Verdächtige tauchen auf. Es ist ein verzwickter Fall. Aber Arne und Kuno schaffen es auch diesmal den Täter dingfest zu machen.


    Dieser Fall war für mich auch aus lokaler Perspektive etwas ganz besonderes. Ich war in diesem Jahr das erste Mal auf Sylt und konnte mir daher Vieles, was ich hier gelesen habe, sehr gut bildlich vorstellen. Gerade das Sitzen im Strandkorb bei Gosch habe ich sehr genossen und auch „meinen“ Süßigkeitenstand voller Lakritz habe ich hier wiedergetroffen. Ich spüre beim Lesen den Sand zwischen meinen Zehen, rieche die salzige Luft und lausche, wie sich das Dünengras im Wind wiegt.


    Alles in allem ein sehr interessanter, gut nachzuvollziehender Fall, bei dem ich mitgerätselt und mitgefiebert habe und der mir über einige Stunden hin ein spannendes Lesevergnügen beschert hat.


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    Ein besonders verzwickter Fall


    Matteo Basso, ehemaliger Polizeipsychologe in Mailand, zieht es mal wieder auf einen seiner Lieblingsberge im Nationalpark Val Grande am Lago Maggiore um über sein Verhältnis zu seiner Freundin Nina Zanetti nachzudenken. Außerdem sind seine drei alten Freunde Flavio, Luiggi und Beppo gerade dabei an seiner Marcelleria in Cannobio ein Zimmer anzubauen, was ihn ebenfalls aus dem Haus getrieben hat. Auf dem Gipfel angekommen entdeckt er weit unter sich auf einem Felsvorsprung einen Mann, der abgestürzt ist. Ist er tot? Oder nur bewusstlos? Vor dem aufziehenden Gewitter flüchtet er in eine unbewirtschaftete Berghütte und trifft hier auf 15 Leute, die ihm sehr esoterisch bzw. verschlossen vorkommen. Die Fremden wollen sie sich am kommenden Tag um den Mann auf dem Felsen kümmern. Bei seinem Abstieg macht Matteo dann noch eine viel grausamere Entdeckung…



    Dies ist der dritte Fall für den sich immer und überall gerne einmischenden Matteo Basso und seine Freundin, die Kommissarin Nina Zanetti. Diesen Fall aber betreuen hauptsächlich Commissario Umberto Settignano und sein Kollege Inspettore Stefano Ferro aus dem Nachbarkommissariat, da der Nationalpark Val Grande nicht zu Ninas Einsatzbereich gehört. Matteo gehen die Ermittlungen wieder mal nicht schnell genug voran, bzw. der Commissario hat sich seiner Ansicht nach zu schnell auf eine spezielle Gruppe von Menschen eingeschossen, dass er es gegen den Rat seiner Freundin nicht lassen kann, selbst zu ermitteln.


    Bruno Varese nimmt mich in diesem Buch nicht nur mit an den Lago Maggiore, eine wunderschöne Landschaft und seine imposanten Berge. Ich reise mit Matteo auch nach Turin und Marseille, ermittle im Rotlichtmilieu und bin einer Sekte auf der Spur.


    Neben den Ermittlungen, die sich in diesem Fall recht schwierig gestalten und immer neue Wendungen bringen, haben mich hier die manchmal sehr speziellen und eigenwilligen Personen fasziniert. Die drei Alten habe ich ja schon bei den vorherigen Fällen kennen und lieben gelernt. Genauso wie Nina Zarettei und den Hund Gustavo.
    Hier nun werde ich mit Zuhältern, ihren Mädchen, einigen Sektenmitgliedern und vor allem zwei neuen Commissaren bekannt gemacht. Alle haben ihre Eigenheiten und fallen etwas aus dem täglichen Leben heraus, was ich sehr spannend und interessant finde.


    Vielleicht, weil es in diesem Fall um recht ausschweifende Ermittlungen geht, um verschiedene Fälle, die miteinander verbunden werden müssen, gab es hier immer wieder Längen, bei denen ich abgeschweift bin und die Seiten einfach überlesen habe. Ansonsten konnte ich auch bei diesem Fall mit rätseln und wurde wieder richtig gut unterhalten.


    Matteo Basso ist halt ein Fall für sich und ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn ich mit ihn wieder an den Lago Maggiore begleiten darf.


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    Veronika Peters - Die Dame hinter dem Vorhang

    Peter Märkert - Janina tot

    Karsten Dusse - Achtsam morden

    Leonie Haubrich - Die Totenkünstlerin

    Ulrike Busch - Der Stalker von List

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    Fürjede Lebenslage eine Geschichte


    Ingrid Werner hat in dieser Anthologie 13 kleine Kriminalgeschichten für Jeden und jede Lebenslage zusammengefasst. Bis auf eine Geschichte, die Peter Goldner beigesteuert hat, stammen alle Geschichten aus ihrer Feder und wurden schon in anderen Anthologien veröffentlicht und z.T. auch mit Preisen bedacht.


    Schon vor der ersten Geschichte weiß ich genau, worauf ich mich hier einlasse. Ich werde empfangen mit der Zeichnung eines halboffenen Sarges, davor ein Kranz mit Kondolenzschleife. Im Inhaltsverzeichnis erfahre ich gleich, welche Geschichte für wen steht. Und genau so werde ich mit einem Bild vor jeder Geschichte empfangen.


    Ich hatte mir vorgenommen jeden Abend eine Geschichte zu lesen, habe dieses Vorhaben aber nach der zweiten Geschichte schon wieder aufgegeben. Ich konnte mich dem Sog der einzelnen Geschichten einfach nicht entziehen.


    Dabei ist es absolut kein Einerlei, das ich hier vorgesetzt bekomme. Es gibt Geschichten, die mich traurig zurückgelassen haben; bei anderen habe ich schmunzeln müssen. Es gibt absolut spannende Geschichten, aber auch welche, die eine ganz leise, hintergründige Spannung verbreiten. Langeweile kommt beim Lesen der Geschichten jedenfalls nicht auf.
    Insgesamt gesehen haben mich alle Geschichten, bis auf eine, absolut überzeugt und sehr gut unterhalten.


    Mir gefällt diese gemeinsame Heimat, die die Autorin hier den unterschiedlichsten Kurzgeschichten gegeben hat, sehr gut.


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    Kommissar Franz Eberhofer feiert sein 10jähriges Dienstjubiläum. Nein, er will eigentlich nicht. Der Bürgermeister will feiern. Aber genau in dem Augenblick, wo geplant werden soll, tut sich ein neuer Fall auf. Oscar Feistl genannt Lotto-Otto hat Probleme mit Geldeintreibern. Seine Spielsucht ist ihm zum Verhängnis geworden. Und natürlich muss da der Eberhofer ran…


    Wie schon in den vorherigen Geschichten um den Franz Eberhofer aus Kaltenkirchen geht es in Rita Falks Büchern in erster Linie nicht um den neuen Kriminalfall. Eher stehen die skurrilen Figuren im Mittelpunkt. Langsam habe ich den Eindruck, dass Franz, sein Vater, die Oma, seine Susi, der Birkenberger Rudi und all die anderen Figuren, die mir in den letzten Jahren so ans Herz gewachsen sind, einfach nichts mehr hergeben. Die letzten beiden Tage habe ich mich mit ihnen fast gelangweilt. Immer die gleichen Sprüche, die ich nicht mehr witzig finde; immer die gleichen Gesten. Mir fehlt einfach das Unvorhergesehene. Auch bei den vielen kleinen Randgeschichten – Nazis auf dem Sportplatz, das Brennen der alten Laternen vom Dachboden, die Namensgebung des Kreisverkehrs, Flötzingers Liebeskummer wegen seiner Mary und die kleinen Querelen im Kindergarten oder in der Metzgerei – nicht mal ein Schmunzeln ist mir hier ausgekommen.
    Ich habe zwar auch hier wieder mit neuen Figuren Bekanntschaft gemacht. Nur blieben die meisten für mich nicht greifbar, hatten keinen Charme. Mit einer Ausnahme: Fräulein Barbi mit ihrem Knicks-Tick.


    Den Kriminalfall dagegen fand ich hier sehr interessant und ausbaufähig. Auch dass der Birkenberger Rudi sich endlich mal gegen seinen Kumpan und Freund auflehnt, sich sogar gegenüber der holden Weiblichkeit aufgeschlossen zeigt, fand ich erfreulich.


    Zum Abschluss gibt es auch wieder fünf Rezepte aus dem Kochbuch der Oma anno 1937 zum Nachkochen. Ich bin gespannt, ob ich den Guglhupf genau so gut hinbekomme wie die Oma.


    „Guglhupfgeschwader“ ist der 10. Fall für den Niederkaltenkirchener Kommissar Franz Eberhofer. Und obwohl ich diesmal nicht so überzeugt von ihm und seinen Freunden war – ich werde auch dem 11. Fall als sein Fan treu bleiben. Einmal Eberhofer – immer Eberhofer!


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    Ksenia Konrad kommt aus Russland, hat Germanistik studiert und nimmt sich in ihrer neuen österreichischen Heimat Menschen an, die Deutsch lernen wollen. Aber ihre Trainingskurse bieten so viel mehr als nur Grammatik und Vokabeln pauken. Und auch ich, der mir die Sprache praktisch in die Wiege gelegt wurde, habe bei den Grammatikregeln gemerkt, wie schwierig es für einen Außenstehenden sein muss, sich in diese für ihn ganz neue Sprache hinein denken zu müssen. Aber senia Konrad bringt ihren Kursteilnehmern nicht nur die Sprache bei, sondern versucht auch eine menschliche Komponente in ihren Unterricht mit einfließen zu lassen.


    Bei mir hat es schon so bis nach dem ersten Drittel gedauert, bis mir die Lektüre Spaß gemacht hat. Bis dahin war ich einfach nur genervt von den vielen Grammatikregeln. Ich kam mir vor, als sitze ich selbst in der Schule und muss meine Muttersprache neu erlernen. Aber dann kommt Bewegung in das Lernen und die Geschichte.
    Ich lerne Ksenia in ihrer Vergangenheit kennen, kann gut nachvollziehen, dass sie genau wie ich den Handarbeits- oder Werksunterricht gehasst hat. Das Theaterspielen habe ich genau wie sie geliebt. Diese kleinen Anekdoten machen die Geschichte rund und lenken ein wenig von Perfekt und Plusquamperfekt ab. Sehr schön finde ich auch hier zu lesen, wie sich die „Schüler“ immer besser in die deutsche Sprache einfinden und dadurch Freunde und auch Arbeit finden.


    Mit diesem Buch ist mir als Muttersprachlerin mal wieder klar geworden, wie schwer es für Migranten ist, unsere Sprache zu lernen. Ich wünsche allen, die dies tun wollen/müssen eine solch engagierte und empathische Trainerin wie Ksenia Konrad.


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    Eine humorvolle, lebendige, kindgerechte Kriminalgeschichte


    Seit dem Tod ihrer Eltern vor 8 Jahren leben Jonas und Fabian nun schon bei ihrer etwas verrückt-chaotischen Tante Erdmute. Die dritte bzw. 5 Klasse der Schule haben die Beiden geschafft und nun stehen die Sommerferien vor der Tür. Aber nix ist es mit Ruhe und Erholung, denn Tante Erdmute, die dauerhaft an Geldnöten knabbert, überfällt in ihrem roten Kleid und ihren Highheels einfach so mal eine Bank. Um erst einmal aus dem Visier der Polizei zu verschwinden, verstecken sich die Drei im Waldhotel. Doch auch hier hören die Schwierigkeiten nicht auf…



    Ich habe dieses Buch mit meinem fast neunjährigen Nachbarsbuben gelesen.


    Als erstes ist uns das kunterbunte Cover aufgefallen, dass sofort ins Auge fällt und schon erahnen lässt, was auf Jonas, Fabian und Tante Erdmute zukommt.


    Die schön große Schrift der Geschichte lässt sich sowohl vom Vorleser, als auch vom Erstleser sehr gut lesen. Da Jonas die Geschichte erzählt ist man noch näher an dem Geschehen dran bzw. wird richtig hinein gezogen.


    Jedes neue Kapitel wird nicht nur durch eine eigene Überschrift, sondern auch durch eine kleine Illustration eingeleitet. Auch die gibt Stoff um die Gedanken kreisen zu lassen.


    Durch die sehr bildhafte und kindgerechte Schreib- und Erzählweise haben wir nach jedem Kapitel, die nicht zu lang gehalten sind, eine kleine Pause gemacht und das Gelesene Revue passieren lassen. Dadurch wird die Fantasie noch weiter angeregt und das Lesen hat uns noch mehr Spaß gemacht.

    Da Tante Erdmute sehr gerne und laut singt, haben wir ihr es nachgemacht, uns kleine Reime ausgedacht und diese dann laut gesungen. Hat uns Beiden riesigen Spaß gemacht.

    Obwohl die Tantenretter zwei Jungs sind, finde ich die Geschichte genau so gut für Mädchen geeignet.


    Aber nicht nur die Figuren der Tante Erdmute, von Jonas und Fabian sind sehr gut ausgearbeitet. Auch andere Charaktere, wie die kleine Johanna, Herr Hartenbein, die Stinktierfrau, der Penner oder Kommissar Wuttke konnten wir uns gut vorstellen.


    Eine wunderbar kindgerechte, lebendige Kriminalgeschichte, die mir als Erwachsene aber auch Spaß gemacht hat zum Lesen, drüber reden und zum Anregen der Fantasie.
    Meinem kleinen Nachbarn und mir hat diese Geschichte mit den kleinen Illustrationen sehr gut gefallen.


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