Beiträge von Gaby

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Aus dem wahren Leben


    Ralf Romahn war Oberstleutnant bei der Volkspolizei und ab 1990 Kriminaloberrat bei der Berliner Polizei. Bevor es zu den Kriminalfällen geht, lerne ich seinen Lebensweg, der sehr interessant ist, kennen. Anschließend sehe ich ihn vor meinem inneren Auge in einem bequemen Sessel sitzen, eine Zigarette in der Hand und von drei aufregenden Fällen erzählen, die er bearbeitet hat.


    In seinem ersten Fall, den er hier behandelt, geht es um einen freundlichen Hochstapler. Einen jungen Mann, der sich mit geklauten Briefbögen und Stempeln verschiedener staatlicher Institutionen, sowie Blanko-Rezepten, seinen Lebensweg erleichtern bzw. seinem Traum von einem Studium näher kommen will. Er wird verurteilt und nach seiner Entlassung verhilft Romahn ihm zu einer neuen Anstellung. Als sie sich nach Jahren zufällig wiedersehen, scheint der Mann auf den richtigen Weg gefunden zu haben.


    Vom Fall der in ihrem Bett erdrosselten Frau muss sich Ralf Romahn zurückziehen, da er die Tote kannte und somit als befangen gilt. Ist hier ein Liebesspiel mit Fesseln aus dem Ruder gelaufen?


    Im 3. Fall ruft eine junge Frau ausgerechnet am Tag des 750. Geburtstages Berlins die Notrufnummer 110 an und meldet die Entführung ihres 6 Monate alten Sohnes aus dem Kinderwagen, den sie zum Einkaufen vor dem Geschäft geparkt hatte.


    Bei diesem Buch finde ich nicht nur die bearbeiteten Kriminalfälle sehr interessant und spannend. Auch das ganze Drumherum, von dem Ralf Romahn sehr unterhaltsam erzählt, gefällt mir sehr gut. So erfahre ich z.B. einiges über die sprachlichen Unterschiede zwischen Ost und West. Auch die Polizeiarbeit wird sehr ausführlich geschildert. Auch wenn er immer wieder ins Private oder zur DDR Vergangenheit abschweift, ändert das nichts an dem Lesevergnügen, das ich hier hatte.


    Mit seinen drei sehr unterschiedliche Kriminalfälle aus dem wahren Leben, gemischt mit Lebenserinnerungen, hat mir der Autor einige sehr unterhaltsame Lesestunden geschenkt.


    5ratten

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    Ich habe mich in Nümbrecht wohl gefühlt


    In Nümbrecht wird jetzt im Mai schon an das bevorstehende Adventswochenende gedacht. Lt. Bürgermeister Roman Giesbrecht soll es in diesem Jahr am ersten Adventswochenende stattfinden, anstatt wie seit Menschengedenken am dritten Wochenende im Advent. Das bringt Befürworter und Gegner auf den Plan und endet damit, dass „die Eule aus dem Rathaus“ Bea Lautenschläger den BM mit abgeschlagenem Kopf in seinem Dienstzimmer vorfindet. Außerdem finden sich im Wald Plastiktüten mit Leichenteilen, nach einem Einbruch ins örtliche Nagelstudio ist die Schaufensterpuppe Gerda verschwunden und auf Bea´s Anwesen schaukelt plötzlich eine Vogelscheuche von einem Balken. So viel hatten die beiden Dorfpolizisten Gregor Germann und Christoph Löffelsterz schon lange nicht mehr zu tun. Angst und Misstrauen gehen um und stehen an jeder Ecke.



    Das wie der Krimi lautende Lied von Anton Wilhelm von Zuccalmaglio hat mich sofort in meine Schulzeit zurück katapultiert. „Kein schöner Land“ kann ich heute noch auswendig aufsagen und singen. Schön, es hier vor Beginn des Krimis noch mal zu lesen.


    Beatrix „Bea“ Lautenschläger, 35, arbeitet im Rathaus von Nümbrecht, einer nordrhein-westfälische Kleinstadt im Oberbergischen Kreis, am Empfang. Eigentlich wollte sie Polizistin werden, was aber durch einen schweren Unfall, den ihr Vater vor 30 Jahren verursacht hat, nicht mehr möglich ist. Zu gerne steckt sie ihre Nase in alles, was sie eigentlich nichts angeht. Mir ist die quirlige, neugierige, manchmal auch melancholische und ängstliche junge Frau mit ihrem Handikap von Beginn an sehr sympathisch. Mit ihr zusammen gehe ich auf Spurensuche, ecke hier und da bei den Bewohnern an. Lerne durch sie die Menschen in Nümbrecht und Umgebung sehr gut kennen und werde in ein Geheimnis, eingeweiht, das die Arme nun schon seit 7 Jahren mit sich herum schleppt.


    Die Menschen in Nümbrecht leben wie in manchem kleinen Ort nach dem Motto: Wir-machen-alles-unter-uns-aus. Nur manchmal geht das halt nicht so einfach. So wie in diesem Fall. Da kommen so viele kleine Einzelteile zusammen, dass ich sehr lange nach den letzten Puzzleteilen suchen muss um endlich zu einer befriedigenden Lösung zu kommen.


    Neben dem ganzen Dorfleben und dem Umfeld von Bea kommt aber die Spannung nicht zu kurz. Manch einer hat sein kleines Geheimnis, das nun, da man tiefer graben muss, an die Oberfläche gezerrt wird.


    Zum Schluss bekomme ich noch einen Einblick in das Bergische Lexikon und das Rezept von Ilse Germanns Eierlikör, der auf dem Weihnachtsmarkt großen Anklang gefunden und jedem sehr gut geschmeckt hat.


    Der Titel „Kein schöner Land“ vermittelt dem Leser schon, dass es sich hier um keinen brutalen und blutrünstigen Krimi handelt. Mich hat die Handlung gefesselt und ich bin sehr gerne mit Bea Lautenschläger losgezogen um meine Nase in Dinge zu stecken, die mich eigentlich nichts angehen. Für ein paar Stunden hatte ich mit ihr, den Einwohnern von Nümbrecht und den Geschehnissen in der Kleinstadt sehr gute Unterhaltung.


    4ratten

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    Ein Krimi, bei dem ich mich sehr schwer getan habe.


    Kriminalhauptkommissar Hans-Josef Poensgen, der nach seinem Umzug von Köln noch immer nicht ganz in Freiburg angekommen ist, erfährt bei einem Besuch in Wien, dass seine ehemalige Vermieterin, die 85-jährige Henriette von Schubert, brutal erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Aus ist es mit seiner Ruhe. Zurück in Freiburg macht er sich auf zum Tatort und begegnet dort Romillo Renato Wolf, Oberaufpasser in der Talstraße und einem Papagei, den er mit ins Präsidium nimmt. Die Kommissare tun sich mit ihren Ermittlungen sehr schwer. Aber die Soko Spargelesserin ist schlussendlich doch vom Erfolg gekrönt...



    Kriminalhauptkommissar Hans-Josef Poensgen, 46, Rollstuhlfahrer und Griesgram lebt in einer verlassenen Industriehalle. Keine Nachbarn, keine Straße, kein Supermarkt – verdammt einsam. Aber er ist ein genialer Ermittler, der sich als Einzelgänger bei seinen Chefs des öfteren in die Nesseln setzt. Dem das aber wurscht ist. Und sein Erfolg gibt ihm recht. Er, sein Freund Andor Móricz und seine Bekannte Lissy sind die Einzigen, die mir hier richtig sympathisch sind.

    Die anderen Mitglieder der Soko Spragelesserin, die Kommissare Kramer, Kieling, Berthold und vor allem Miriam Müller „MM“, kann ich einfach nicht ernst nehmen. Sie bestechen durch Dummheit, Albernheit und Großkotzigkeit. Ernsthafte Polizeiarbeit – Fehlanzeige. Alles nicht mein Fall.

    Über eine Szene, in der MM meint Donald Duck zu sein, kann ich schon nicht lachen. Aber als der arme im Büro freigelassene Papagei der Toten sich beim Fliegen gegen das Fenster den Hals bricht, dann tot im Abfallkorb landet und die Kommissare das total witzig finden – so etwas geht bei mir gar nicht.


    Die Geschichte selbst ist eigentlich sehr interessant und könnte auch spannend sein, wenn das viele Drumherum nicht wäre. Einiges wird viel zu ausschweifend behandelt. Immer wieder schweift die Autorin ab, was natürlich den Spannungsbogen, hat er sich mühsam aufgebaut, auch schon wieder zusammenbrechen lässt.


    Das Rezept für die Spargelmousse am Schluss der Geschichte werde ich vielleicht mal ausprobieren.


    Für mich eher eine abgefahrene Komödie als ein Krimi, der durch skurrile Personen, die meisten mit wenig Hirn, glänzt. Dem es aber an Spannung und ernst gemeinter Polizeiarbeit in meinen Augen weit fehlt. Daran ändern auch die Sprüche nichts, die wahrscheinlich ein Prise Humor in den Fall bringen sollen.


    3ratten

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    Ein absolut gelungenes Debüt


    Cymbeline William Iglu ist 9 Jahre alt, geht in die vierte Klasse und bekommt einen riesigen Schreck, als die Lehrerin verkündet „ Es geht ins Schwimmbad“. Denn er kann nicht schwimmen, markiert aber den großen Maxe und lässt sich auf ein Duell mit Billy Lee ein, was natürlich nicht gut gehen kann. Gut, dass seine Klassenkameradin Veronique Chang ihn wieder aus dem Becken raus fischt. Dann kommt die, wie er meint größte Blamage seines Lebens.

    Bei seiner Mutter, die jahrelang versucht hat, Cym mit den verschiedensten Ausreden von Wasser fern zu halten, löst dieses Ereignis eine Panikattacke aus. Was da wohl dahintersteckt?



    Ich schreibe sehr selten etwas zum Cover bzw. den Bucheinband. Aber hier muss ich es einfach tun. Als ich das Buch ausgepackt habe, dachte ich sofort: Mensch, ist das schön! Der gelbe Titel „Frei schwimmen“ scheint in dem türkis schimmernden Wasser zu schwimmen. Darin ein kleiner Junge und auf der Rückseite eine Schwimmbrille. Richtig toll gemacht und schon den ersten Blick wert.


    Auf den zweiten Blick lässt Adam Baron hier Cymbeline kurz Cym seine Geschichte in der Ich-Form und auf die Sprache eines 9-jährigen genau zugeschnitten, selbst erzählen. Da ich sonst meist Krimis oder Romane lese, war es für mich zuerst ungewohnt, was sich aber schnell legt. Cym spricht den Leser oft auch direkt an. Somit war ich an ihm, seinen Gedanken und seinen Emotionen noch näher dran. Von Anfang an ist klar, dass es da etwas gibt, was Mama Iglu ihrem Sohn verheimlicht. Und das hat mit Wasser zu tun. Vielleicht auch mit seinem Vater, der nur von einem Foto auf dem Kaminsims runter lächelt?


    Cym ist ein ganz normaler Junge, manchmal etwas altklug, manchmal etwas naiv und verträumt, der mit seiner alleinerziehenden Künstler-Mama Janet in einem kleinen Häuschen lebt. Er hat einen ganz normalen besten Freund, einen Klassenkameraden, der ihn wo immer es geht, ärgert und ein Mädchen, dass er toll findet, weil sie einfach alles kann. Von seinem Vater glaubt er, dass der kurz nach seiner Geburt verstorben ist. Er spielt gerne Fußball, malt gerne – aber er lernt nie schwimmen.


    Neben Cym gibt es aber auch noch andere Charaktere, die ich sehr gut gezeichnet finde. Da ist z.B. sein allerbester Freund Lance, der 4 Eltern hat und sich plötzlich nur noch Bradley nennt. Veronique Chang, die hochbegabt ist, die alles am besten kann und die um runter zu kommen zur Maltherapie geht um anschließend beim Lernen wieder Gas geben zu können. Oder auch Billy Lee, zuerst der erklärte Feind von Cym, später dann sein bester Freund. Sie alle haben ihre starken und schwachen Seiten, sind menschlich und gut vorstellbar skizziert.


    Der Roman liest sich sehr flüssig und leicht und beeindruckt mich durch seinen ganz eigenen Humor. Manchmal auch etwas überspitzt, habe ich immer wieder schmunzeln müssen. Aber gegen Schluss hin, wird die Geschichte dann auch sehr ernst und auch traurig. Aber nach den offenen Worten, die zumeist den Erwachsenen gelten, über Offenheit und Ehrlichkeit, die sogar Kinder vertragen, wenn man ihnen nur signalisiert, dass man sie liebt, lässt mich die Geschichte zwar etwas betroffen, aber auch absolut zufrieden zurück.


    Ich habe dieses Buch mit Ü60 genau so gerne gelesen, wie es wahrscheinlich ein 9- oder 10-jähriges Kind, egal ob Bub oder Mädchen, tun wird. Und ich kann diesen rundum gelungenen Debütroman nur jedem, ob Groß oder Klein, ans Herz legen. Lest ihn! Bitte!


    5ratten:tipp:

    Ich habe mich in diesen Wäldern sehr wohl gefühlt


    Für Nina Schwarz bricht eine Welt zusammen, als die die Nachricht vom Tod ihres ehemals besten Freundes Tim erhält. Vor kurzem hatte er versucht sie telefonisch zu erreichen, aber sie hat sich nicht zurück gemeldet. Und nun ist er tot. Als sie einige Tage später in ihrem Briefkasten einen Brief von Tim findet, in dem es um ein letztes Puzzlestück und das Verschwinden seiner Schwester Gloria geht, setzt Nina alles daran, Tims letzten Wunsch, Gloria zu finden, zu erfüllen.



    Melanie Raabe hat einen wie ich finde genialen Schreibstil, der sogar die banalsten Sätze vor Spannung vibrieren lässt, der mich direkt in die Geschichte hinein zieht und es mir sehr schwer macht, das Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen. Die sehr genau und treffend gesetzten Cliffhanger machen es auch nicht leichter das Buch wegzulegen. Außerdem kommt die Autorin ohne Blutvergießen aus, was meinem Lesegeschmack sehr entgegen kommt.


    Ihre Personen spielen zum einen als Kinder in der Vergangenheit und sind mit selbst gewähltes Pseudonymen ausgestattet. In der Gegenwart begegne ich den Vieren als Erwachsene mit ihren Klarnamen. Anfangs bin ich stark herausgefordert zu erkunden, wer nun wer ist. Nach ca. 150 Seiten wird das aufgeklärt und macht es mir leichter, die Personen zuzuordnen. Alle sind sehr detailliert, farbig und mit eigenen Fähigkeiten und Wesensmerkmale ausgestattet, dass ich schnell ein klares Bild von ihnen vor Augen habe. Die einen mag ich, die anderen weniger – genau wie im echten Leben. Melanie Raabe hat es geschafft, dass ich den meisten sehr nahe gekommen bin.


    Die beiden Handlungsstränge lassen sich durch verschiedene Schriftarten leicht auseinander halten So weiß ich immer genau, in welchem Zeitraum ich mich gerade befinde. Wobei mir die Geschichten aus der Vergangenheit noch besser gefallen haben, als die Jetzt-Zeit.


    Die Geschichte lässt sich für mich gut nachvollziehen. Wobei bei mir einige Fragen offen geblieben bzw. nicht deutlich genug beantwortet worden sind.

    Besonders der Schluss mit einer überraschenden Wendung, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie noch kommt, hat mich emotional sehr berührt und mitgenommen.


    Eine spannende, gut durchdachte, manchmal etwas verwirrende Geschichte ohne Blutvergießen in der die Themen Leben im Dorf, Fremdenhass, häusliche Gewalt, Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Rache, Pubertät und Homosexualität eingearbeitet sind, hat mich ab der ersten Seite gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

    4ratten

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    Auch in Münster wird gemordet


    Kriminalhauptkommissar Friedrich von Coes lebt seit dem Tod seiner Frau Felicitas mit seiner Tochter Annemarie, die er liebevoll Herzilein nennt zusammen. Vor 3 Monate hat er nach 27 Dienstjahren einen Menschen im Dienst erschossen. Nun ist er zurück im aktiven Dienst bei seiner alten Truppe. Noch nicht richtig zurück gibt es auch schon den ersten Toten für von Coes und sein Team, dem seit heute auch die junge Kriminalkommissarin Hannah Wolkenstein gehört.

    Im Läuterbottich der Brauerei Blankenburg liegt ein junger Mann. Jan Vosskamp, 28, studiert Brauwesen und arbeitete in den Semesterferien in der Brauerei, wo seine Mutter als Chefsekretärin arbeitet. Hat sein Tod etwas mit seinen Umweltaktivitäten zu tun?

    Aber es bleibt nicht bei dem einen Toten. Juniorchef Konstantin von Blankenburg wird auf einem Grundstück der Firma am Dortmund-Ems-Kanal, wo die Brauerei eine neue Betriebsstätte errichten will, gefunden.

    Eine harte Nuss, die KHK von Coes mit seinem Team zu knacken hat.



    Ich mag Friedrich von Coes sehr. Sowohl als Mann, als Kollegen bzw. Chef bei der Kripo, als Sohn seiner Eltern Karl-August und Elisabeth und auch als liebevoller Papa, der er für seine fünfzehnjährige Tochter Annemarie ist. Er ist so herzerfrischend natürlich, ohne zu viele negative Macken – einfach menschlich.

    Auch die anderen Teammitglieder, KOK Dirk Grimm, KOK „Superhirn“ Bernd Brockmann, genant BB und die Neue, KK Hannah Wolkenstein finde ich sehr sympathisch. Klar, haben auch sie ihre kleinen Macken, die ich aber bei ihnen sogar liebenswert finde.

    Im Gegensatz dazu steht die Brauereibesitzerfamilie von Blankenburg. Alter Münsteraner Adel, steif, eigensinnig und verbohrt. Bis auf die Dame des Hauses sind mir die Herren und auch die Schwiegertochter reichlich unsympathisch. Nur ganz zum Schluss zeigen Herr und Frau von Blankenburg, das auch sie ein Herz haben.


    Die Geschichte liest sich flüssig und leicht und baut von Anfang an Spannung auf, die sich bis zum Schluss immer weiter steigert. Trotzdem hätte ich mir ein bisserl mehr Spannung gewünscht. Aber Polizeiarbeit ist halt nicht immer nur spannend, sondern auch stupide Recherchearbeit.

    Ich habe es genossen, den Ermittlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen zu können. Konnte ihre Gedanken sehr gut verfolgen. Habe mit ermittelt und mit gerätselt. Auch wenn ich in einem Fall recht bald einen Verdacht hatte, finde ich es sehr spannend und interessant zu lesen, wie sich die Kommissare ganz langsam durch die Indizien kämpfen müssen. Der Schluss mit einem für mich sehr emotionalen Ende hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist damit sehr gut abgerundet und lässt mich zufrieden zurück.

    Arno Kerr zeigt mit seiner Geschichte, dass es auch ohne Gemetzel und viel Blutvergießen geht. Was meinem Lesegeschmack sehr zu gute kommt.


    Ein spannender Kriminalroman mit interessanten Personen und Fällen, die nicht einfach zu lösen sind. Nun freue ich mich auf die „Kreuzdame“, die ja bald schon erscheint.

    4ratten

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    Nicht nur zu Weihnachten ein wunderbares Winter-Wohlfühlbuch


    Sophie von Metten, die vor ein paar Jahren von Hamburg nach Wümmerscheid-Sollensbach an die Mosel gezogen ist, um Tante Dottis Erbe anzutreten, kann es nicht besser gehen. Sie ist glücklich mit ihrem Partner Peter Langen; das kleine Bistro/Café am Mühlenhof ist dank eines Fernsehbeitrages weit über die Grenzen bekannt geworden und täglich sehr gut besucht und sie hat mit SterneköchinHeidi Schwarzbeck, Bankangestellte Karin Mahler und „Rita“ Marita Gräfin von Fahrensbeck 3 gute Freundinnen an der Seite, auf die sich jederzeit verlassen kann. Aber ausgerechnet zu Weihnachten streiten zum einen die Wümmerscheider mit den Sollersbachern um den schönsten Weihnachtsmarkt. Und auch Sophie und Peter haben Streit, der sich wohl nicht so leicht beilegen lässt. Dabei hat Sophie doch für ihren Peter eine ganz süße Neuigkeit.



    Obwohl ich das kleine Cafe an der Mühle erst mit diesem 2. Band kennenlerne, hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Ich war sehr schnell drin in der Geschichte.Trotzdem werde ich mir auch das erste Buch der Reihe, die hoffentlich noch weiter geht, noch zulegen.


    Die Personen, mit denen ich es hier zu tun hatte, habe ich mir dank der liebevollen Beschreibungen sehr gut vorstellen. Sophie kann sich glücklich schätzen solche Freunde zu haben.


    Die Geschichte ist sehr leicht und flüssig erzählt. Ich weiß schnell in welche Richtung es gehen wird. Aber auch wenn Vieles sehr vorhersehbar ist, habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Im Gegenteil: Es war schön mal wieder eine richtig heile Welt vorgesetzt zu bekommen, bei der es auch mal Zoff gibt. Der sich aber genau so schnell wie er gekommen ist, auch wieder verflüchtigt. Ich habe es genossen, im Weihnachtsmarktdorf herum zu stromern, zu stöbern und dem Männerchor und den Bläsern bei ihren wenig weihnachtlichen Liedern zuzuhören. Den Geruch von Glühwein, Zimt und Anis habe ich immer noch in der Nase.


    Zum Schluss bekomme ich auch noch 6 leckere Rezepte für Weihnachtsplätzchen, die es sich auszuprobieren lohnt.


    Eine wunderbare Wohlfühlgeschichte. Ich hoffe, dass das Autorenduo hinter Barbara Erlenkamp noch weitere Geschichten von Sophie, Peter und ihren Freunden rund um das kleine Café in der Schublade hat.


    5ratten

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    Eine fantastische Geschichte zum Lesen und Erzählen


    Vincent, die kleine Fledermaus wohnt zusammen mit dem Geistermädchen Polly, das dauernd in irgendwelche Gegenstände schlüpft und sie so zum Leben erweckt auf dem Dachboden vom Radieschenweg Nummer 10. Er fühlt sich einsam und sucht einen Freund. So lernt er die Eule Beule,

    die weiße Ente Sir Reginald Schnatterton und den Eichhörnchenjunge Pepe kennen. Aber die passen einfach nicht zu ihm. Erst das Meerschweinchenmädchen Elfriede „Fritzi“ von Schnupperstein, das er zuerst gar nicht mag, wird seine gute Freundin.


    Wie das alles zustande kommt, müsst ihr schon selbst lesen.


    Die Geschichte von Vincent, der sprechenden Halbfledermaus, die einen Freund sucht, der halb Geist und halb Tier ist, hat uns Beiden beim Lesen sehr viel Spaß gebracht. Wuhaaah.

    Der übersichtliche Text und vor allem die Sprechblasen haben meiner kleinen Leseratte und auch mir sehr gut gefallen. Aber nicht nur das Lesen macht Spaß. Die wirklich tollen Illustrationen von Fréderic Bertrand bieten so Vieles zu entdecken.


    Einen kleinen Kritikpunkt habe ich noch: vor allem auf den dunklen Seiten lassen sich die Pünktchen bei ä, i, ö und ü sehr schlecht erkennen. Mein kleiner Freund hatte da beim Lesen so seine Schwierigkeiten.


    Ein spannendes und interessantes Buch über die fantastische Welt einer kleinen Fledermaus, das über das Lesen hinaus viel Anregungen zu Gesprächen bietet.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Sie liebt seine Kochbücher. Als Mensch findet sie ihn eher nicht so sympathisch.

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    Spannender Einstieg einer neuen Ermittlerin


    Bei der Auflösung ihres Band-Proberaumes in einem Siegener Bunker findet Nike Klafeld hinter den abgerissenen
    Eierkartons Seiten und Fetzen, die aus einem Tagebuch zu stammen scheinen. Ihre Neugier ist geweckt und sie versucht herauszufinden, von wem die Seiten stammen.

    In 1984 lerne ich die damals 19-jährige Michaela Wolff kennen, die sich mit dem Regime der DDR nicht anfreunden kann und will. Die unangepasste junge Frau lernt bei einem Besuch am Balaton einen jungen Westdeutschen kennen…



    Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite eingefangen. Es ist nicht die Spannung, die hier nur ganz leise und langsam daher kommt. Es ist die Geschichte an sich, die sich in zwei Zeitebenen abspielt und einen so interessanten Hintergrund hat, dass ich mich zwingen musste, das Buch auch mal aus der Hand zu legen. Man merkt, dass sich Melanie Lahmer intensiv mit der Geschichte der ehemaligen DDR auseinander gesetzt hat. Und sie versteht es, mir die Fakten und Hintergründe der Geschichte in einer leichten flüssigen Erzählweise nahe zu bringen. Ich fühle mich, als wäre ich teilweise dabei gewesen.


    Besonders die Zeit vor der Wende hat mich angesprochen. Ich kann Michaela sehr gut verstehen, die sich in dem System der DDR eingesperrt fühlt. Und sich langsam zu einem großen Schritt entschließt. Die Gefühle, Sorgen und Ängste ihrer Eltern Hanni und Rainer und ihrer Schwester Annett kann ich gut nachvollziehen. Wie schlimm muss es sein, wenn man nichts über den Verbleib eines geliebten Menschen weiß.


    Nike Klafeld und ihr Umfeld, ihren Mann Lukas, Sohn Malte, ihre Zwillingsschwester Victoria und ihre Eltern Brigitte und Hajo, lerne ich sehr detailliert kennen. Sie nehmen in der Geschichte einen großen Raum ein, der eigentlich für einen Krimi untypisch ist, mir aber sehr gut gefallen hat. So habe ich beim nächsten Fall für Nike Klafeld gleich Personen vor mir, die mir nicht fremd sind. Überhaupt sind alle Personen, die ich hier kennenlerne sehr menschlich und real dargestellt. Eine Familie, die man gerne zum Nachbarn hat.


    Eine interessante und sehr berührende Geschichte, die Vergangenheitsbewältigung auf beiden Seiten der ehemaligen Mauer zum Thema hat und die mich auch ein bisserl nachdenklich gemacht hat. Die Auflösung kam dann für mich von einer Seite, mit der ich gar nicht gerechnet hatte.


    Auch wenn ich die Geschichte nicht eindeutig als Krimi bezeichnen würde, kann ich das Buch trotzdem wirklich jedem empfehlen.


    5ratten