Beiträge von Gaby

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Meine erste Begegnung mit Liv Lammers wird nicht die letzte gewesen sein


    Liv Lammers schätzt es gar nicht, wenn sie bei einem Handballspiel ihres Lieblingsvereines SG Flensburg-Handewitt gestört wird. Diesmal gibt es auf der Insel Sylt einen Toten bei den Hügelgräbern am Morsumer Kliff. Es sieht ganz nach einem blutigen Ritualmord aus. Als auch noch Vanessa, die Freundin des Toten als vermisst gemeldet wird, spitzt sich die Lage zu. Als Unterstützung der Kripo Sylt müssen nun auch Liv und Ihre Kollegen Bente und Momke auf die Insel.



    Da ich in diesem Jahr zum ersten Mal Urlaub auf unserer nördlichsten Nordseeinsel gemacht habe, musste ich dieses Buch einfach lesen und die mir bisher unbekannte Autorin Sabine Weiss kennenlernen. Ich wurde in meinen Erwartungen nicht enttäuscht. Obwohl es mein erster Fall ist, den ich mit Liv Lammers gelöst habe, hatte ich an keiner Stelle das Gefühl etwas verpasst zu haben. Trotzdem werde ich die beiden ersten Fälle „Schwarze Brandung“ und „Brennende Gischt“ nun auch noch lesen.


    Die Ermittlungen in diesem neuen Fall gestalten sich schwierig. Es gibt sehr viele Verdächtige. Manche können durch ihre Alibis gleich ausgeschlossen werde. Bei Anderen verdichten sich die Beweise. Ich habe immer den Verdacht, dass hier noch einiges verschwiegen wird. Ich blicke lange nicht hinter diesen sehr gekonnt konstruierten Fall. Nach einigen unerwarteten Wendungen dann mit einem Paukenschlag die Auflösung, die ich sehr gut nachvollziehen kann, auf die ich aber so nicht vorbereitet war. Und endlich lässt die hoch angesiedelte Spannung, die sich ab der ersten Seite stetig weiter aufgebaut hat, nach.


    In diesem Fall bekomme ich auch Einblicke in die Welt der Wikinger, die Geschichte der Hügelgräber und ihre vergrabenen Schätze. Es gibt auf der Insel einige junge Menschen, die als Wikinger-Fans und Hobbyarchäologen auf der Suche nach diesen alten Schätzen sind. Die vielen Informationen zu diesem Thema haben mir sehr gut gefallen.
    Der lokale Kolorit kommt durch den eingestreuten friesischen Sprachgebrauch und Bentes Dänisch sehr gut heraus. Außerdem kann ich das Feuer der Biike prasseln hören, das Salz der Nordsee auf der Zunge schmecken und den Sand unter meinen Füßen spüren. Da ich ja vor Kurzem erst dort war, habe ich einiges wiedererkannt, viele Bilder beim Lesen vor Augen und in Erinnerungen geschwelgt.


    Mir gefällt es sehr, wenn ich die ermittelnden Kommissare etwas persönlicher kennenlerne.
    Liv, die mit ihrer Großmutter Elisa und ihrer Tochter Sanna zusammen lebt, hat ein inniges Verhältnis zu den Beiden, die aber ohne sie auf dem Festland gut zurecht kommen und hier nur am Rande kleine Rollen spielen. Hier auf der Insel, wo Liv geboren wurde, und wo ihr Vater und ihre Schwester noch leben, holt sie ihre Vergangenheit ein. Ich mochte die Ermittlerin, die ihren eigenen Kopf hat, auch mal eigene Wege geht und sich damit selbst in Gefahr bringt, von Beginn an sehr gern.
    Auch die anderen Personen finde ich mit ihren vielfältigen Charakteren sehr gut gezeichnet, menschlich und vorstellbar. Besonders gefällt mir ein Kommissar a.D., der auf eigene Faust in Wikingerverkleidung auf Spurensuche geht.


    Mit ihrem leichten, bildreichen und einprägsamen Schreibstil hat mich Sabine Weiss sofort in die Geschichte hinein gezogen. Ich bin ihren falschen Fährten gefolgt, konnte mit rätseln, musste meine Verdächtigen immer wieder laufen lassen. Am Schluss gab´s dann noch eine Überraschung mit der ich so nicht gerechnet hatte.


    Das erste Buch von Sabine Weiss wird nicht mein letztes sein. Ich widme mich nun der ersten beiden Fälle und hoffe, dass ich Liv Lammers und ihren Kollegen bald wieder bei einem Fall über die Schulter schauen kann.


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    Teil 2 der fantastischen Familiensaga


    Die junge lebenslustige Serafina Rheinberger, die Halbschwester von Victor, wird nach dem Tod des Vaters mit offenen Armen in der Schokoladenvilla in Degerloch aufgenommen. Aber sie quält eine Sache, die sie bisher mit niemandem geteilt hat. Am Stuttgarter Bahnhof lernt sie Lilou Roche kennen, eine junge Dame, der Serafina auf den ersten Blick gefällt und die sich ihres „Problems“ annimmt. Serafina hat ab der ersten Begegnung mit Anton, dem Bruder von Victors Frau Judith Schmetterlinge im Bauch. Aber auch Antons Zwillingsbruder Karl scheint es auf die junge Frau abgesehen zu haben...



    Nachdem ich die Familien Rothmann und Rheinberger schon im ersten Band der Familiensaga zu Beginn des 20. Jahrhunderts kennengelernt habe, habe ich mich richtig darauf gefreut sie alle wiederzulesen. In der Fortsetzung im Jahr 1926 lerne ich auch Martin kennen, den Sohn von Judith und Victor, den ein „Geheimnis“ umgibt und seine kleine Schwester Victoria „Vicky“. Aus den aufgeweckten Zwillingen Karl und Anton sind junge Männer geworden, die ihren Weg gehen – Karl in der Schokoladenfabrik und Anton als Klavierbauer. Auch Hélène Rothmann, die Mutter von Judith, Karl und Anton, und ihren Lebensgefährten Georg Bachmayr aus München treffe ich wieder, genauso wie Albrecht von Braun, der vor vielen Jahren nach Mexiko ausgewandert ist.


    Durch die neugierigen Augen von Serafina sehe ich die Welt in der sie nun lebt. Vor allem auch die wunderschöne Schokoladenvilla. Ich meine jetzt sogar, mich im damaligen Stuttgart richtig gut auszukennen.
    Durch Lilou treffe ich auf die damals total angesagte Josephine Baker und die Welt des Cabaret und der Shows. Sie nimmt mich mit nach Berlin, wo Serafina auf die Suche nach ihrer Mutter, der ehemaligen Tänzerin Elly Schwarz, geht. Hier komme ich auch mit Kokain und Erpressung in Berührung.


    Die Veränderungen dieser Zeit werden gekonnt in die Geschichte eingebaut. Vor allem, dass die Frauen ihr eigenes Geld verdienen und damit etwas selbstständiger werden; die Frauen jetzt auch Auto fahren und sich die einengenden Moralvorstellungen langsam lockern. Aber auch die Nachwirkungen des 1. Weltkrieges und der Klassenkampf für eine gerechte Gesellschaft ohne Klassenunterschiede werden thematisiert.


    Sehr gut gefallen hat mir auch diesmal die sorgfältige und detaillierte Ausarbeitung der kleinen Begebenheiten. So werde ich durch das Himmel & Hölle Spiel, bei dem Vicky ihre neue Freundin Mathilda kennenlernt, an meine Kindheit erinnert. Beim ersten Flug von Serafina von Stuttgart nach Berlin kann ich mich sehr gut in sie hineinversetzen. Und nach der Führung durch die Schokoladenfabrik bin ich über die Herstellung von Schokolade vollends informiert. Und das alles, ohne das es mir beim Lesen einmal langweilig gewesen wäre.


    Obwohl die Geschichte in Stuttgart angesiedelt ist, wird der schwäbische Dialekt nur sehr spärlich eingesetzt. Trotzdem ergibt sich dadurchder lokale Bezug noch stärker. Genau so, wie Lilou hier und da französische Worte einfließen lässt und Georg Bachmayr durch ein paar bayerische Worte zu identifizieren ist.


    Leider war auch diese Geschichte wieder viel zu schnell ausgelesen. Ich freue mich, dass Karl und Anton ihren Platz im Leben gefunden haben, dass Martin wohl eine große Karriere bevorsteht und dass es der Familie Rheinberger insgesamt gut geht. Und vor allem freue ich mich, wenn ich die Familien auch in der 3. Generation demnächst weiter begleiten darf.


    Auch der 2. Teil der Familiensaga hat mich vollkommen überzeugt und mir wunderbare unterhaltsame und interessante Lesestunden geschenkt.


    5ratten

    Ein berührendes Buch über Trauerarbeit


    Um näher am Wohnort seines sechsjährigen Sohnes Kurt und seiner Exfrau Jana, mit der er sich das Sorgerecht teilt, zu sein und sich die Erziehung und Betreuung teilen zu können, haben der große Kurt und seine Freundin Lena ein Haus bei Oranienburg in der Nähe ihrer Heimatstadt Berlin ersteigert. Seit vier Wochen leben sie nun hier und das Zimmer vom kleinen Kurt ist das einzige Zimmer, das schon richtig fertig ist. Überall stehen noch Kartons herum und müssen ausgepackt werden. Lena sieht ihre Aufgabe in erster Linie im Gartenbereich, mutiert aber auch immer mehr zur Heimwerkerin. Dazu kommt noch die neue Rolle als „Stiefmutti“ für den kleinen Kurt, in die sich sich gerne einbringen würde. Da nimmt ihr der große Kurt aber die meiste Verantwortung ab. Doch ehe sich die Drei an ihre neue Patchworkfamilie gewöhnen können, verunglückt der kleine Kurt
    bei einem Sturz in der Schulpause vom Klettergerüst tödlich. Der große Kurt verzieht sich in seiner Trauer in ein Schneckenhaus, lässt auch Lena kaum mehr an sich heran. Und Lena, die weiß nicht, wie sie mit ihrer Trauer umgehen soll und darf. Und auch nicht, wie sie Kurt helfen kann.


    Sarah Kuttner hat ihr Buch „Kurt“, es ist das erste, was ich von ihr lese, in drei Teile gegliedert, die ebenfalls alle Kurt heißen. Weil der große Kurt, ihr Freund, und der kleine Kurt, sein Sohn, auch so heißen. Und weil sich in diesem Buch alles um Kurt, den kleinen und den großen, dreht.


    Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt, obwohl es auch einiges gibt, was mir nicht so gefällt. Als erstes regt mich die manchmal einfach ins Primitive abdriftende Sprache auf. Was aber die Trauerbewältigung für die Menschen, die hier richtig leiden, vielleicht einfacher und erträglicher macht. Dann mag ich es nicht, wenn zu viel Alkohol und Zigaretten im Spiel sind. Und auch die vielen Sexszenen brauche ich nicht unbedingt.


    Dann kommt die Zeit nach dem Tod des kleinen Kurt. Die Trauerarbeit von Lena und Kurt sind so authentisch, voller verschiedenster Emotionen und nachvollziehbar dargestellt, dass es für mich doch ein wirklich tolles Buch geworden ist und ich den Beifall, den es oft bekommt, gut verstehen kann. Ich habe mitgelitten und gehofft, dass die Beiden gut aus dieser für alle schwierigen Situation wieder heil heraus kommen.
    Gerade bei Lena, die diese Geschichte erzählt, habe ich die Verzweiflung, wenn sie z.B. einzelne Blätter der Friedhofsverwaltung oder ein von dem
    kleinen Kurt übermaltes Foto hinter der Waschmaschine versteckt, direkt spüren können. Sie tut mir in ihrer Trauer fast noch mehr leid wie der große Kurt, der sich einfach nur zurückzieht und für sie nicht mehr greifbar ist. Lena weiß einfach nicht, wo sie als „Nicht-Mutter“ steht, was ihr an Trauer zusteht, wie nah sie das alles an sich heran lassen soll und darf. Auf der anderen Seite will sie Kurt aber auch helfen, seine Trauer nicht alleine tragen zu müssen. Für sie eine total schwierige und verfahrene Situation.


    Genauso wie die vielen traurigen Momente gibt es aber auch Lebensfreude pur und den manchmal etwas schrägen Humor vom großen Kurt. Und ich bin froh, dass Lena und Kurt Menschen wie Lenas Schwester Laura und den Nachbarn Gauger, dessen Vornamen Lena lange nicht kennt, gibt, die in Sachen Trauerarbeit wirkliche Vorbilder sein können.


    Ein sehr emotionales, berührendes Buch, das mich immer wieder an den Tod meines damals 19-jährigen Cousins erinnert hat und an die Zeit der
    Trauer in unserer Familie. Kinder sollten nie vor ihren Eltern diese Welt verlassen müssen.

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    Als ich dieses kleine wunderschöne Kinderbuch ausgepackt und angeschaute habe, dachte ich: Upps, da steht ja die Rückseite auf dem Kopf. Was das zu bedeuten hat, habe ich dann beim näher anschauen gemerkt. Verraten wird es aber nicht.


    Die Geschichte erzählt von einem kleinen traurigen Igel, den niemand umarmen will. Denn Fuchs, Eichhörnchen und Elster haben anderes zu tun, haben einfach keine Zeit. Ob das mit seinen vielen Stacheln zu tun hat? Aber die Eule macht ihm Mut. Auf jeden Topf passt ein Deckel.
    Der kleinen Schildkröte geht es genauso. Dachs, Hase und Frosch haben angeblich keine Zeit. Ob das an der harten Schale des Panzers liegt? Auch hier macht die Eule mit ihrem Spruch „Auf jeden Topf passt ein Deckel“ der kleinen Schildi Mut. Und dann treffen Schild und Igel aufeinander...


    Eoin McLaughlin hat eine liebevolle kleine Geschichte in einer kindgerechten Sprache verfasst. Dazu die wunderschönen Illustrationen von Poly Dunbar.


    Unser Kleiner war zuerst recht traurig, dass den Igel niemanden haben wollte, genau so wie die kleine Schildkröte, die er sofort Schildi getauft hat. Aber dann, das Zusammentreffen der Beiden, einfach wunderschön und zum lachen. Und es gefällt ihm gut, dass irgendwo immer jemand ist, der zu einem passt.


    Wir werden das kleine Buch bestimmt noch viele Male zur Hand nehmen und uns mit dem kleinen Igel und Schildi freuen, dass sie sich gefunden haben.

    5ratten

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    Krimineller Chiemgau


    Juliane Leitermann, Kommissarin a.D., hat einen neuen Job angenommen. Während Verona und Maximilian Felder auf einer wunderschönen Insel urlauben, hütet sie deren Haus und den Minihund Gretel in ihrer Nachbargemeinde Marquartstein im wunderschönen Chiemgau. Hier wird seit einigen Tagen die junge Antonia Olberding vermisst. Ihr kleiner Bruder Stefan, den alle nur „Bazi“ nennen und ihre beste Freundin Tessa versuchen alles, um eine Spur zu finden. Und wie es nicht anders sein kann, schaltet sich natürlich auch Juliane zusammen mit ihrer Freundin Minerva „Mini“ Meierhofer ein. Hat das Verschwinden der jungen Frau etwas mit den Recherchen zu dem Heimatbuch zu tun, an dem sie zusammen mit Lehrer Konstantin Kohlschreiber arbeitet.



    In diesem Krimi bringt Ina May die ehemalige Kommissarin mit zwei, nein sogar drei Fällen zusammen. Zum einen versucht Juliane Spuren zu der vermissten Antonia zu finden. Zum anderen hat ihre Freundin Mini vor vielen Jahren, genau im Sommer 1959, geschworen, heraus zu finden, was damals mit Ferdi Weber passiert ist. Und dann wird auch noch Bruno Seitlein aus dem Gefängnis entlassen, der sich bestimmt an ihr Rächen will. Im Prozess gegen ihn hat Juliane ein Beweisstück unterschlagen.
    Die Spannung ist hier eher leise im Hintergrund, doch stetig da und hält sich auch bis zum Schluss. Mit ein paar Wendungen, auf die ich nicht gefasst war, hat mich die Autorin auch immer wieder von meinem eingeschlagenen Ermittlungsweg abgebracht.


    Nach „Tod am Chiemsee“ ist dies der 2. Krimi aus der Feder von Ina May, den ich gelesen habe. Ihre Figuren sind lebensecht, gut vorstellbar gezeichnet und haben so ihre Macken oder Geheimnisse. Ich fand es einfach amüsant, als Juliane, die mir von Anfang an ans Herz gewachsen ist, genau so wie ihre Freundin Mini, am Geburtstag ihres verstorbenen Gatten nachts auf den Friedhof schleicht und dort ein Picknick veranstaltet. Die beiden alten Damen sind immer noch neugierig auf Alles und auch ein wenig unangepasst, was mir sehr gut gefällt.


    Das Lokale kommt in diesem Krimi nicht durch die Sprache der Protagonisten zum tragen, sondern durch kleine Sprüche zu Beginn jeden Kapitels. Darunter die Übersetzung ins Hochdeutsche. Mal was anderes – hat mir sehr gut gefallen.


    Wieder ein Krimi, der mir gut gefallen hat, bei dem mir aber die vielen Anknüpfungspunkte und dauernden Wechsel an den verschiedenen Fällen fast schon ein bisserl viel waren. Trotzdem freue ich mich auf die neue Aufgabe, die Juliane ja schon erwartet.


    4ratten

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    Eine interessante Geschichte mit wunderschönen Farbaufnahmen


    Rafael Fuchsgruber, der schon seit vielen Jahren läuft, und Tanja Schönenborn, die Anfängerin, erzählen in ihrem gemeinsamen Buch „Wer die Wahl hat, liebt die Qual“ von ihrem gemeinsamen Leben als Paar und von ihren gemeinsamen Marathonläufen. In einem Gespräch wird erzählt, wie es zu dem Buch gekommen ist. Ich erfahre sehr viel Privates von diesem, wie es scheint, ungleichen Paar, dass aber durch das Laufen eine absolute Einheit bildet.


    Unterbrochen durch wunderschöne Farbaufnahmen begebe ich mich für 7 Tage mit den Beiden auf den Gobi Marsch 2018, bin beim 250km Jungle Lauf von Rafael in Sri Lanka dabei, genau so wie beim Ultra-Marathon im Iran. Er schreibt über seine Liebe zu Afrika. Tanja erzählt hier auch von einem sehr traurigen Kapitel ihres Lebens mit Rafael und wie sie es gemeinsam, auch wieder durch einen Ultra Marathon, verarbeitet haben.


    Obwohl ich keine begeisterte Läuferin bin, dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen und vor allem die phantastischen Fotos angeschaut. Ich bewundere diese beiden Menschen, die über die Liebe zum Laufen und zur Qual ihre Liebe zueinander entdeckt haben. Auf das es für immer so bleiben möge.

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    Ein für mich neuer Autor mit einem tollen Erzählstil


    Der kleine Ort Björnstadt, die Stadt im Wald ganz im Norden Schwedens, der sich ganz dem Eishockey verschrieben hat, droht auseinander zu brechen. Nachdem der junge Star des Vereines ein Mädchen vergewaltigt hat, ist nichts mehr wie es vorher war. Die Gewalt eskaliert, nachdem einige junge talentierte Eishockeyspieler zum Rivalen nach Hed wechseln.
    Wird es der ambitionierten Trainerin gelingen, die Mannschaft wieder aufzubauen. Werden es die Björnstädter schaffen, wie früher zusammen zu stehen, die Schwierigkeiten zu überwinden und die Wunden verheilen zu lassen?



    „Wir gegen euch“ ist der 2 Band, in dem es um Eishockey und den kleinen Ort Björnstadt geht. Ich habe den ersten Teil „Kleine Stadt der großen Träume“ nicht gelesen, hatte aber nicht das Gefühl etwas Entscheidendes verpasst zu haben. Auch weil Backman die Vorkommnisse des ersten Bandes gebündelt in die ersten Kapiteln mit einfließen lässt. Ich bin schnell in Björnstadt und der Eishalle angekommen und habe mich direkt in die Geschichte hinein ziehen lassen. Trotzdem werde ich den ersten Band noch lesen um auch wirklich alles mitzubekommen. Auch weil Fredrik Backman ein toller Erzähler ist, von dem ich gerne mehr lesen möchte.
    Obwohl ich den Eishockeysport sehr mag – ich bin hier und da bei den Spielen unseres EHC Red Bull dabei – waren es hier die menschlichen Aspekte, die mich noch mehr mitgerissen haben. Die vielen Emotionen, denen ich hier begegne, sei es Wut, Hass, Trauer, Überlebenswille, aber auch Hoffnung und Liebe, alles treibt mich zum einen himmelhoch jauchzend, andererseits zum Tode betrübt, durch die Seiten. Ich habe mitgelitten und mitgefiebert, habe gelacht und auch ein paar Tränen sind geflossen. Ich hätte aber auch ein paar Mal gerne
    zurückgeschlagen, wenn ich gekonnt hätte.


    5ratten

    Durch Fredrik Backmans Augen werde ich mit den verschiedensten Personen bekannt gemacht. Nicht alle sind mir sympathisch. Aber bei allen habe ich den Eindruck, dass es sie absolut menschlich gezeichnet sind und es sie genau so geben kann.


    Es ist so Vieles, was hier passiert. Alles greift irgendwie ineinander, baut aufeinander auf. Das eine gibt es kaum ohne das andere. Eine sehr komplexe Geschichte, bei der ich aufpassen muss, dass ich nicht einfach drüber lese. Ich habe öfters kleine Pausen eingelegt um über verschiedene Dinge nachzudenken und das Gelesene einfach noch mehr auf mich wirken zu lassen. Habe überlegt, ob es sein kann, dass Menschen wirklich nur das sehen, was sie sehen wollen und nur ihr eigener Blickwinkel zählt.


    Eine unterhaltsame Geschichte auf hohem Niveau mit facettenreichen Protagonisten und einem Sport, bei dem auch ich den Spielern vor allem beim Siegen sehr gerne zuschaue. Ein Autor, der mit mit seiner mitreißenden und ausdrucksstarken Erzählweise sofort gefesselt und nach Björnstadt mitgenommen hat.

    Gaby genau das war's. Wirst du das Buch trotzdem lesen, auch wenn es nicht direkt für dich ist?

    Aber klar doch. Allein, wenn ich die vielen wirklich tollen Landschaftsphotos anschaue, muss ich wissen, wo das ist und was die Beiden da erlebt haben.

    Man muss sich auch schon mal in andere Lese-Gefilde begeben.

    Das "normale" Buch der kleinen Raupe haben meine Kinder geliebt. Aber dieses Pop-Up-Buch ist nocmal was ganz besonderes. Hinter den versteckten Türchen kann man immer noch etwas Neues entdecken. Unser Kleiner mag ganz besonders eine große rosafarbene Eistüte, die zusammen mit vielen anderen Leckereien in der Mitte des Buches aufploppt.

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    Ein Klassiker als Pop-up-Buch


    Unser kleiner Enkel liebt Pop-up Bücher. Und so bin ich auf „Die kleine Raupe Nimmersatt“ gestoßen, die schon meine beiden Kinder geliebt haben.


    Mit seinen insgesamt nur 6 Seiten ist der Preis zwar ganz schön happig. Aber wenn ich mir die Verarbeitung und vor allem die Ausarbeitung anschaue, zahle ich das gerne dafür. Kräftige Farben lassen die einzelnen Buchseiten strahlen. Kleine Texte untermalen die einzelnen Bilder. Ich muss nur aufpassen, dass unser Kleiner nicht zu hastig zugreift und etwas aus der Vielfalt der Bilder heraus reißt.


    Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken. Auf jeder Seite lässt sich ein Teil der Seite nochmal aufklappen und wieder Neues kommt heraus. Und wenn sich zum Schluss der Schmetterling in seiner vollen Schönheit entfaltet ist unser Kleiner jedes mal von neuem hin und weg.


    Dieses wunderschöne Pop-up-Buch hat unser Kleiner sofort ins Herz geschlossen. Und auch ich schaue es mir immer wieder gerne an.

    5ratten

    Gaby das ist eine eher ungewöhnliche Wahl für dich, oder? Wie bist du dazu gekommen?




    Ich denke, Du meinst, dass "Läufer"-Buch. Ja, aber als ich das bei vorab gesehen habe, wusste ich, dass sich mein Schwiegersohn sehr darüber freuen würde, habe mich darauf beworben und es auch bekommen. Und so habe ich mein erstes Weihnachtsgeschenk.

    Ich habe es mal kurz durchgeblättert und denke, dass es mir auch gefallen könnte. Nicht vom laufen her, eher von den wunderschönen Farbaufnahmen.

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    Die leckere Küche Indiens


    Das Kochbuch „Weltküche Indien“ aus dem Komet Verlag ist eines der Kochbücher, die ich wegen der Illustrationen von Diana Billaudelle und Jörg Preckel liebe. Fast mehr ein Kunstwerk als ein Kochbuch.


    In einem zweiseitigen Vorwort wird die „Küche der Gegensätze“ erklärt. Dann geht es los mit den Rezepten, die in folgende Kategorien eingeteilt sind:


    - Masalas, Chutneys und Dips
    - Fladenbrote, Pasteten und Ausgebackenes
    - Suppen und Raitas
    - Reis, Gemüse und Dals
    - Currys und Vindaloos
    - Geflügel
    - Lamm
    - Fisch
    - Desserts


    Fotos der fertigen Gerichte gibt es nicht. Dafür umso mehr wunderbare Illustrationen, die zwar nicht den Appetit anregen, sondern eher ein Augenschmaus sind.


    Die Rezepte sind alle für jeweils 4 Personen berechnet. Bei einigen braucht man lt. Rezept etwas ausgefallenere Zutaten, die ich aber durch gängigere ersetzt habe. Was, wie ich finde, genauso gut schmeckt.


    Zu meinen Lieblingsrezepten gehört hier z.B. die Pikante Hühnersuppe mit Hühnerbrust und Garnelen; das Linsen-Curry mit Pilzen und die pikant gefüllten Hacksteaks. Als Nachtisch sollte man unbedingt den Mango-Milchreis probieren. Einfach lecker.


    Insgesamt ist dieses Kochbuch eine Augenweide in jedem Kochbuchregal.


    Dafür, dass hier doch manchmal sehr exotische Zutaten gebraucht werden, ziehe ich einen Stern ab und vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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    Vom Schwabenländle nach Ostfriesland


    Sonja Häberle zieht wegen einer neuen Volontariatsstelle in einem kleinen ostfriesischen Zeitungsverlag von der Schwäbischen Alb nach Leer in Ostfriesland. So viel anders kann es
    hier ja nicht sein. Ist doch alles Deutschland. Schnell merkt sie, dass dem nicht ganz so ist und wie schnell man hier von einem Fettnäpfchen ins andere treten kann. In ihrer Kollegin Grietje hat sie eine junge Frau zur Seite, die ihr alles genau erklärt und die sie vor der ein oder anderen kleinen Falle bewahrt.



    Dies ist mal ein ganz anderer Reiseführer. In Romanform verpackt ziehe ich mit Sonja durch Ostfriesland, lerne Städte und kleine Dörfer kennen; finde die Landschaft genau so reizvoll wie Sonja und durch Grietje, die ihre Heimat wie ihre Westentasche kennt, erfahre ich in 45 kleinen Kapiteln sehr viel Wissenswertes und auch Skurriles aus der nordwestlichsten Gegend Deutschlands. Immer eingefügt der „Klookschieter“, der das Ganze noch etwas vertieft und die Rubrik „Wat´n Mallöör“ beschreibt, wie schnell ich in eine Fettnäpfchenfalle hinein tappen kann und wie ich sie gekonnt umschiffe.


    Ich lerne Einiges über die Entstehung der Ostfriesenwitze; über den Ostfriesen der Herzen Otto Waalkes und stehe vor dem schiefen Turm von Suurhusen, der noch um mehr als 1 Grad schiefer ist als der schiefe Turm von Pisa, und diesen daher aus dem Guinessbuch der Rekorde vertrieben hat. Ob es um den Friesennerz geht, oder das Plattdeutsch als Sprache – alles wird thematisiert. Ich erfahre, was es mit dem „Moin“ auf sich hat und das es für Nichtfriesen besser ist beim Hochdeutsch zu bleiben; lerne das ostfriesische Teezeremoniell kennen und was es mit dem kleinen Löffel auf sich hat und habe lachen müssen, als ich Sonja zu einer Misswahl begleitet habe. Ich lerne die Rasenmäher des Hesseparks und die Räuber der Lüfte kennen und erfahre Wissenswertes über die Gezeiten, die Milchkannenkanone und den Galliviehmarkt.


    Zum Schluss erklärt mir der Klookschieter mit 10 Gründen noch, warum ich unbedingt nach Ostfriesland ziehen sollte.
    Im Anhang bekomme ich von der Autorin noch 10 Dinge vorgelegt, die ich in Ostfriesland unbedingt tun sollte. Aber auch 10 Dinge, mit denen ich mich dort oben blamieren kann. Als letztes noch ein lüttjes Lexikon för Butenlanners. Was das ist, solltet ihr beim Lesen dieses interessantes Buches selbst heraus finden.


    Es müssen nicht immer trockene Reiseführer sein mit denen man sich auf Reisen begibt. Sylvie Gühmann zeigt hier einen Weg auf, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Dazu ein Lesezeichen mit den Do´s & Dont´s – was brauche ich mehr um in Ostfriesland einen wunderbaren Urlaub oder auch mehr zu verleben.


    5ratten