Beiträge von Caren

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Spannend von der ersten bis zur letzten Seite


    Inhalt:

    Lena und Ronja sind beste Freundinnen. Sie verbringen die Ferien gemeinsam am Chiemsee mit Ronjas Vater. Am letzten Urlaubstag werden sie entführt.

    Bei Karl Festing, Lenas Vater, geht eine Lösegeldforderung in Höhe von 3 Millionen DM ein (die Entführung ereignete sich im Jahr 2000). Jakob Schuster und Eva Schaller ermitteln. Entführer und Mörder werden gefunden, der Fall ist gelöst.

    17 Jahre später werden die Ermittlungsergebnisse plötzlich in Frage gestellt. Sitzt der richtige Mörder im Gefängnis?


    Meine Meinung:

    Als bekennender Fan von Petra Johann musste ich diesen Krimi natürlich lesen. Ich hatte das Glück, ihn in einer autorinnenbegleiteten Leserunde genießen zu dürfen. Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Der Prolog war unheimlich und düster, diesen Eindruck vermittelt mir übrigens auch das Cover.

    Das Buch gliedert sich in zwei Abschnitte. Im ersten, der im Jahr 2000 spielt, erleben wir die Entführung. Zum einen aus Sicht der beiden Mädchen, die wirklich Schlimmes durchmachen. Aber auch die Eltern der Teenager leiden. Sie warten auf Nachricht der Entführer und auf die Freilassung ihrer Kinder. Dieser Abschnitt war so spannend und fesselnd, dass ich gedacht habe, jetzt ist die Luft raus, mehr kann nicht passieren. Weit gefehlt! 17 Jahre später geht es genauso dramatisch weiter! Jakob ist inzwischen in Rente, Eva ist noch im Dienst. Bis heute hat sie beide dieser mittlerweile „cold case“ nicht losgelassen. Es passieren immer noch Dinge, die die Ermittlungsergebnisse von damals ihn Frage stellen. Erst am Ende kommt die unglaubliche Wahrheit ans Licht. Das hat mich erstmal umgehauen. Im Verlauf der Erzählung habe ich wild spekuliert, habe die verschiedensten Szenarien kreiert, aber wie es dann wirklich abgelaufen ist - darauf wäre ich im Leben nicht gekommen.

    Die Charaktere sind sehr facettenreich und authentisch dargestellt. Sie haben mich allesamt überzeugt, wenn auch nicht alle unbedingt liebenswert sind.

    Das besondere an dieser Geschichte ist für mich, dass nicht die Ermittlungen aus der Sicht der Polizei im Mittelpunkt stehen. Sie werden eigentlich nur „nebenbei“ erwähnt. Trotzdem lernen wir das Ermittlerteam gut kennen. Mir gefällt es, wenn man in das Privatleben der Kriminalbeamten eintaucht, Polizisten sind auch Menschen mit Fehlern und Schwächen.

    Petra Johann beweist eindrücklich, dass ein Krimi auch ohne brutales Blutvergießen fesselnd und spannend sein kann.


    Fazit:

    Mein Lesehighlight 2019. Unbedingt zu empfehlen!


    5ratten

    Ich fand das Buch klasse! Vom Anfang bis zum Ende spannend und voller unvorhersehbarer Wendungen.

    Igela ich gebe dir recht, im letzten Abschnitt ist manches ziemlich konstruiert und teilweise unglaubwürdig. Dass Karl sich so verändert hat, kann ich mir nicht vorstellen. Er lässt sich von seiner Tochter erpressen?


    Alles in allem hat es mir aber sehr gut gefallen und ich finde es schade, dass es schon zu Ende ist.

    Dann Nathans Mord an Maik. Denn es war Mord. Einebeabsichtigte Tötung ist Mord. Und Carl hat der Polizei ein Märchenaufgetischt, das zwar teilweise wahr war, aber eben nur teilweise. Denn nichtCarl hat Maik aus Notwehr erschlagen, sondern Nathan hat ihn umgebracht –allerdings auch wieder um Carl zu schützen. Ich finde es ja schön von Carl, dass er für Nathan eingesprungen ist,aber trotzdem war es nicht richtig. Nicht, dass es mir um Maik leid täte, dennder hat wirklich bekommen was er verdient hat, denke ich.

    Da bin ich ich ganz bei dir. Mir ist das sauer aufgestossen. Vor allem, weil Karl von Lena mit Kontaktentzug erpresst wurde, den Kopf für Nathan hinzuhalten. Das hat Lena bei mir schlagartig ordentlich Sympathiepunkte verloren...

    So sehe ich das auch.

    Zitat von buchregal12

    Nachdem Ronja Lena gegenüber so vehement ihr neues Leben verteidigt hat, hat es mich ein wenig gewundert, dass sie nach dem Tod von Birgit zur Polizei gegangen ist.

    Das wundert mich auch. Birgit war ja nicht der einzige Grund, nicht zur Polizei zu gehen. Torsten Stemmer hat immerhin 17 Jahre für eine Mord gesessen, den er nicht begangen hat.

    Uff, was für ein Showdown! Ich bin sehr froh, dass Ronja noch lebt und ich gehe davon aus, dass sie, nachdem sie jetzt wieder offiziell am Leben ist, mit Leni zusammenleben wird.


    Stefan hat Ronja also gerettet und versteckt. Ich hätte es auch nicht für möglich gehalten, dass ein 15jähriges Mädchen ohne Hilfe untertauchen kann. Sein Unfall war wohl doch kein Selbstmord, sondern ist wegen Übermüdung passiert. Ganz genau wird man das wohl nie erfahren.


    Klasse finde ich, wie selbstbewusst Lena ihrem Vater gegenüber auftritt. Sie hat eine Stinkwut auf ihn! Trotzdem setzt sie sich mit ihm auseinander und letztendlich nähern sie sich an. In Zukunft könnte das noch was werden mit den beiden.

    Dass Nathan Maik umgebracht hat, finde ich auch nicht in Ordnung. Ja, Maik hat es verdient, aber das ist kein Grund. Karl nimmt die Schuld auf sich. Aber ich vermute, das hilft Nathan nicht über seine Schuldgefühle hinweg.


    Karl hat all die Jahre gewusst, dass Ronja noch lebt und hat seiner Tochter nichts davon gesagt. Er sieht, wie sie unter Ronjas vermeintlichem Tod leidet und schweigt trotzdem. Hätte Lena beruflich keinen so großen Erfolg, wenn sie gewusst hätte, was wirklich passiert ist?


    Besonders gut gefallen hat mir Lenas Reaktion auf Ronjas „Auferstehung“:

    Zitat von eBook S. 329

    Am nächsten Morgen wachte Lena mit einem Apfel in der Hand und mit einem Gefühl tiefen inneren Friedens auf. Sie war zum ersten Mal als Erwachsene völlig mit sich im Reinen.


    Schade, dass Jakob Eva nicht aus Liebe geheiratet hat, sondern aus finanziellen Gründen. („Zur Absicherung, nur zur Absicherung!“) 8o

    Zitat von JanaBabsi

    Das weiß er doch gar nicht, in welchem Café sie ist. Er sitzt doch immer im gleichen Café, nur Lena hat den Arbeitsplatz an diesem Tag geändert. Er möchte sich von seiner Schuld befreien - quasi wie eine Beichte, die ihn von seinen Sünden befreit. Hätte er Lena erzählt, dass Ronja noch lebt? Ich hatte das Gefühl, er würde ihr etwas wichtiges sagen wollen, aber sie musste erst signalisieren, dass sie ihm vergibt.

    Ich meine, er hat immer im Lenja gesessen und dann auf einmal im Roni. Ich lese das aber nochmal nach.

    Ich werde am WE mal schauen, welche Kapiteleinteilungen sich am besten eigenen und das hier dann posten, damit du das entsprechend eröffnen kannst. Ich mag ja immer die Cliffhanger-Enden ;-) - da kann ich als Autorin dann anhand eurer Vermutungen in der Diskussion erkennen, ob mein Kalkül beim Schreiben aufgegangen ist und finde das immer sehr hilfreich.

    Das können wir gerne so machen.

    Ich finde Ronja Art gar nicht so untypisch. Wenn ich da an meine Tochter in dem Alter denke. Sie ist aufgetreten, als hätte sie die Weisheit von Jahrhunderten in sich. Auch sie hätte nicht geduckmäusert, denn sie war ja die Beste und Tollste und... Da sie Kampfsport machte, hatte sie auch vor nichts Angst.


    Hat sich aber zum Glück geändert, doch es waren einige sehr schwierige Jahre.

    Ehrlich? Das Kann ich mir in so einer Situation nicht wirklich vorstellen. Aufmüpfig zu sein ist die eine Sache, aber wenn ich nicht weiß, ob ich den Tag überlebe, weil ich entführt wurde, würde ich glaube in dem Alter nie so reagieren. Es sei denn, ich weiß mehr...…..

    So sehe ich das auch. Mein Sohn hatte mit 16 auch eine große Klappe, er war der Tollste, Beste und Schönste. In seiner Clique ist dann etwas vorgefallen, er musste zur Vernehmung auf die Polizei. Da war er auf einmal ganz klein und Tränen sind geflossen. Das war gut, es wurde von einer Anzeige abgesehen, da „die Vernehmung einen erzieherischen Wert hatte“. Zitat Polizei. Er ist dann zum Glück sitzen geblieben und hat damit die Clique gewechselt.

    Ich befürchte, dass Ronja eher ihre große Klappe zum Verhängnis wird. Die Gehirnerschütterung ist nicht lebensbedrohlich.

    Ich wundere mich ehrlich gesagt über ihre große Klappe. Für eine 15-jährige untypisch. Ich würde mir vor Angst in die Hosen machen statt hier so dick aufzutragen und das Verhalten lässt Spekulationen zu. Sie ist zwar von Haus aus taffer als ihre Freundin, aber natürlicherweise müsste sie eigentlich Angst haben und ganz kleinlaut sein, um heil aus der Sache raus zu kommen. Es sei denn.....

    Das ist genau meine Meinung! Sich in so einer Situation derart aufmüpfig zu verhalten, das ist schon sehr ungewöhnlich.

    Zitat

    Wer nimmt schon an, dass eine Fünfzehnjährige einen solchen Plan nicht nur mitspielen, sondern ihn auch bis zum Ende durchhalten kann? Wenn sie noch lebt, dann ist das durchaus eine Leistung für einen Teenager! Und ich will nicht wissen, was das dann mit Lena machen würde...=O Von der besten Freundin so krass hintergangen zu werden - und das auch noch so viele Jahre!

    Das wäre wirklich bitter für Lena! Sie und Ronja waren ja wirklich ein Kopp und ein A..... Ich könnte es mir aber gut vorstellen, da Ronja kurz vor Ende der Entführung zweimal versucht hat, sie bei Leni zu entschuldigen. Wofür?