Beiträge von Tonlos

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Sie sind Fremd, dazu noch Gestrandete und doch wird ihnen gefolgt. Hm... ich finde das ziemlich unrealstisch, oder geht das nur mir so?
    Durus ist also tatsächlich aus Wedora und wollte in Walfor eigentlich nur in Ruhe leben. Tja, das hätte er doch auch anders regeln können, oder? Ich finde nicht, dass er deswegen das halbe Dorf ermorden musste. Aber na ja. Ich frage mich ja, ob er nun wirklich gestorben ist oder was da mit ihm passiert ist? KOnnte er sich vielleicht doch noch durch einen Zauber retten ,oder hat die Witgo es geschafft, ihn altern und zu Staub zerfallen zu lassen?


    Das fand ich eigentlich schon ziemlich glaubwürdig. Man merkt ja, dass etwas vor sich geht und das verleiht Liothan und Tomeija Glaubwürdigkeit. Auch helfen sie tatkräftig mit. Eigentlich hat die Botin des Daremo fast keine andere Wahl als ihnen zu glauben und sich auf sie zu verlassen. Das fand ich auch gut so. Ich mag es weniger, wenn ewig irgendwie gezweifelt wird und man dann alles dreimal hinterfragen muss, bis sich ein Charakter mal in Bewegung setzt.


    Durus ist tot. Das ist zumindest meine Meinung und ist für mich recht endgültig und auch meiner Meinung nach so beschrieben. Natürlich ist es nie ein Problem einen Charakter, der Zauberkräfte hat oder der auf diese Weise stirbt, wieder ins Leben zu holen, aber für dieses Buch ist er hinüber.

    Inhalt


    In Wedora von Markus Heitz, begegnen wir dem charmanten und gutmütigen Dieb Liothan und seiner Freundin aus Kindheitstagen und Gesetzeshüterin Tomeija, die eine mehr als geheimnisvolle Vergangenheit umgibt.
    Beide leben im beschaulich, begrünten Landstrich Walfor und meistern ihre Existenz auf zwei sehr unterschiedliche Arten.


    Liothan und Tomeija verschlägt es gemeinsam nach Wedora, als das Schicksal sie eines Abends zuvor, aus völlig unterschiedlichen Beweggründen zum vermeintlichen Kaufmann Durus führt.


    Fortan müssen sie in einer riesigen Wüstenstadt ums Überleben kämpfen und werden in so manche Verschwörung und so manches Abenteuer hineingezogen, ohne es selbst in der Hand zu haben.
    In "der Königin der Wüste" herrschen nämlich eigene Gesetze und ein politisches System, das so seine Tücken beinhaltet.



    Meine Meinung


    Markus Heitz versteht es gekonnt Wedora mit viel Liebe zum Detail zum Leben zu erwecken. Er ersinnt viele Handlungsstränge, die er nach und nach der Geschichte miteinander verknüpft.
    Das ist zum einen Vor- als auch Nachteil, denn in meinen Augen zündet nicht alles: Manches, das zuvor liebevoll vorangetrieben und zum Teil mit überraschenden Wendungen aufgebaut wurde, versickert so langsam ohne das große Feuerwerk, das es eigentlich verdient hätte, so als hätten Herrn Heitz nicht genügend Seiten zur Verfügung gestanden. Anderes wird wiederum oftmals wiederholt, ohne über etliche Seiten wirklich voranzukommen.


    Nichtsdestotrotz war Wedora die längste Zeit über spannend und immer kurzweilig. Man konnte viele Verbindungen nur schwer erahnen und das Wenigste war vorhersehbar.
    An manchen Stellen war mir das Buch zu effekthascherisch und manchmal zu konstruiert und etwas unglaubwürdig, soweit man das bei einem Fantasyroman sagen kann. Aber das muss jeder für sich selbst beurteilen.


    Sollte es einen zweiten Teil geben, würde ich ihn bestimmt nicht verschmähen, denn ich bin mir sicher, dass Wedora noch bei weitem mehr Potenzial hat, das noch nicht ausgeschöpft wurde. Herr Heitz bietet gute Popcorn-Unterhaltung mit etwas Horror, der sich aber im Rahmen hält.


    3ratten


    Ich bin durch! Ehrlich gesagt, so richtig überzeugt bin ich von dem Ende nicht. Es ist zwar nicht ganz schlecht, aber auch nicht ganz gut.


    Ich habe es ähnlich empfunden. Das Buch ist ganz gut, aber so glücklich mit dem Ausgang bin ich nicht. Es bleibt eine leichte Unzufriedenheit, da es so viel mehr Potenzial und gute Ideen gab.



    Mir geht das alles viel zu schnell; Tomeija ist jetzt plötzlich hoch angesehen bei den Sandkriegern, deren Namen ich mir immer noch nicht merken kann. Warum eigentlich? Sie bekommt noch ein weiteres Nackenkennzeichen und einiges an wertvollem Schmuck mit, aber so richtig kapiert, warum das so ist, hab ich nicht.


    Ich habe es zumindest nicht so weit verstanden, dass ich es jetzt erklären könnte. Ich habe so einen Eindruck, aber das in Worte fassen, würde ich gerade nicht hinbekommen.



    Dafür endlich das Wiedersehen zwischen Tomeija und Liothan, das hat echt gedauert. Die beiden mischen gleich mal zusammen das Statthalter-Meeting auf und retten ganz nebenbei Wedora. Das ging viel zu schnell, ich hätte manches doch noch ein bisschen ausgefeilter lesen möchten. Ganz abgefahren ist Durus Plan (der plötzlich gar nicht mehr Durus heißt), an den dünnen Stellen der Erdkruste Magie anzuwenden und die ganze Stadt vom Erdboden verschlucken zu lassen.


    Dafür, dass Liothan und Tomeija so lange brauchen sich zu finden, ist es am Ende sehr schnell vorbei. Ich hätte mir mehr gemeinsame Seiten gewünscht.
    Durus Plan hingegen kommt mir gar nicht so abwegig vor. Ich fand den Teil eigentlich ganz plausibel muss ich sagen.



    Und dann die Schläfer, die sind zwar von langer Hand geplant, werden aber nur in Nebensätzen erwähnt. Da hätte man vielleicht auch mal ein, zwei Szenen zur Veranschaulichung bieten können, so bleibt alles ziemlich nebulös. Und kaum denkt man darüber nach, ist der Aufstand auch schon wieder beendet. Samt einem peinlichen Auftritt der Angitila, mit denen uns Markus Heitz erneut auf eine falsche Fährte gelockt hat. Mich hat er drangekriegt - es sei ihm gegönnt.


    Ja, da muss ich wieder auf die Verschwendung von Potenzial zurückkommen. Die Vorbereitung von Gatimkas Truppe zum Umsturz des Daremo fand ich mega-spannend und mit das Beste im Buch. Dass dann der sorgfältige Aufbau der Story so schnell abgefackelt wird, fand ich wahnsinnig schade.
    Da wäre für mich so viel mehr drin gewesen und ich hätte das so gerne gelesen. So habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Ich habe so das Gefühl, Markus Heitz’ Augenmerk lag hier woanders, aber ich kann nicht erkennen wo…
    Naja, das mit den Angitila scheint wohl gestrichen worden zu sein. Auf mich wirkt es irgendwie so, deshalb diese halbe Seite unglaubwürdiger Erklärung mit dem Wachturm.



    Wie ihr seht, bin ich nicht besonders glücklich mit dem Ende und auch nicht mit dem Buch insgesamt. Ich bin etwas enttäuscht, weil ich mir viel mehr versprochen hatte. Nichts desto trotz war Wedora über weite Strecken eine gute Popcorn-Fantasy-Unterhaltung mit ein paar splatterigen Höhepunkten, die ich aber ganz gut weggesteckt habe. Eine Fortsetzung würde ich aber wahrscheinlich eher nicht lesen.


    Ich fand das Buch so gut, dass ich eine Fortsetzung durchaus lesen würde bzw. ich hätte es wohl eher gehört, wenn ich nicht hier teilgenommen hätte. Die Lesungen von Uve Teschner gefallen mir sehr gut.



    Durus hat einen Bruder. Na gut, aber warum wurde dieser Bruder jetzt in die Geschichte eingeführt. Den Sinn wird man wohl erst im nächsten Band erfahren. Oder ging es nur darum, dass eine Person weiss, wer Durus wirklich ist und was er im Schilde führt.


    Man erfährt mehr über Durus und seine Geschichte. Ich fand das eine gute Ergänzung zu seiner Person. Ob es das jetzt gebraucht hätte, ist eine andere Frage. Mich hat es nicht gestört.



    Insgesamt war das Buch ganz gut, mehr aber auch nicht. Die Grundidee fand ich vielversprechend, aber einiges war zu konstruiert und für mich nicht nachvollziehbar.


    Ja, konstruiert triftt es manchmal ziemlich gut. Mir persönlich hätten ein paar Handlungsstränge weniger, dafür aber so manches etwas ausführlicher besser getan. (Aber nicht das Irren und Wirren der beiden Hauptcharaktere)



    Der Zaubertrik von Kardir mag konstruiert wirken, aber auch hier finde ich, dass es passt. Liothan wurde das Herz nicht gebrochen, was bei einer realen Rückkehr definitiv der Fall gewesen wäre, und er kann nun in Ruhe in Wédora sein Unwesen treiben und sich vielleicht sogar neu verlieben.


    Ja, das stimmt. Da habe ich aber lange überlegt. Mir gefallen so vorgegaukelte Lösungen eigentlich nie. Klar, er weiß es nicht und bleibt unbeschadet, aber für mich als Leser fühlt sich das nicht richtig an…das hat mich doch dann sehr gestört.
    Zum holprigen Ende passt es und es ist in sich ganz gut gelöst, auch wenn es mir nicht gefällt.



    Ich möchte auf jeden Fall zurück nach Wédora!


    Ich schließe mich an. Die Ideen waren ja gut und die Geschichte spannend. Halt nur nicht so ganz wie ich es mir vorgestellt habe.


    Ach siehste, den Erzählstrang habe ich völlig verdrängt. Das war auch schon bei den letzten Abschnitten der Fall, irgendwie hat der mich so NULL gepackt. Um Fenias Ende zu bedauern ist mir der Teil des Buches leider zu egal.


    Ich fand es auch nicht spannend. Es wirkte so, als würden die Seiten ausgehen. Von Fenia hatte ich mir so viel versprochen und dann war es irgendwie ein Rohrkrepierer. Ich konnte null mit ihr mitfiebern.
    Sie verhält sich am Ende einfach dumm bzw. Durus auch. Er bleibt einfach im Haus. Das war für mich nicht so ganz logisch. Dass Fenia ihn dann so „billig“ erwischt war mir dann auch etwas zu wenig…


    Nee, und mir erschließt sich auch nicht, was genau sie bezwecken sollen. Für mich sind sie eigentlich überflüssig und ich muss zugeben, dass ich sie teilweise auch einfach überfliege..


    Das kann ich nicht. Wenn da was steht, muss ich es auch genau lesen. Da kann ich nicht aus meiner Haut. :breitgrins:


    Die Stadt an sich und das politische System gefällt mir bisher auch sehr gut - kommt mir bisher recht durchdacht vor und sowas mag ich recht gerne..


    Ja, das war auch mein Gedanke. Im Laufe des Buches habe ich das aber hinterfragt.



    Ich finde das System strange. Einen "Monarchen", den keiner zu Gesicht bekommt? Da kann man eine Menge Schindluder mit treiben. Wie gerecht das Sytem ist muss sich zeigen. Auch wenn es neun Statthalter gibt, ich habe bisher nicht gehört, dass die Bevölkerung mitreden kann...


    Vielleicht wäre es manchmal besser nicht zu wissen, wer die Entscheidung trifft? Ich überlege gerade, wie das bei uns aussehen würde, wenn wir nicht wüssten, wer die Kanzlerin ist oder der Kanzler. Komischer Gedanke. :breitgrins:


    Ein weiteres Rätsel wird uns gestellt; was hat es mit den Grundstücken des Daremo auf sich, die entweder nicht bebaut sind oder auf denen nur Ruinen stehen, und die Durus in seiner Wedora-Karte markiert hatte? Und überhaupt, jetzt wird Liothan auch noch zum Razhiv? Sieht dritte und vierte Monde? Das ist ja echt vogelwild. Künftiger Daremo und auch noch extra-orbitant begabter Zauberer mit Eintrittskarte zu höchsten Zauberkreisen. Unser tolpatischiger Liothan? Das ist mir etwas an Entwicklung zuviel, muss ich zugeben.


    Das gleiche habe ich auch gedacht. Es ist einfach merkwürdig, dass zwei Personen in einer fremden Welt gleich so hochgepusht werden. Im Hinblick auf weitere Bände kann das schon spannend werden. Aber wenn man betrachtet, wo die beiden herkommen, fühlt es sich erstmal merkwürdig an.


    quote author=Miramis link=topic=42141.msg927693#msg927693 date=1473102404]
    Na immerhin haben wir jetzt mal ein paar wenige Antworten auf drängende Fragen. Interessant finde ich die Sache mit dem Fluch - mir war das von Anfang an ein wenig unlogisch mit diesem siebten Schlag, aber so finde ich die ganze Angelegenheit recht plausibel. Tomeija muss nur noch lernen damit umzugehen - und das tut sie ja dann auch. Auch die Frage nach dem Amulett wird beantwortet, und die nach Tomeijas Nacken. Es sind also Narben, die eine betrifft den Fluch, die andere ist ein Besitzzeichen. Das wird vielleicht nochmal spannend, je nach dem, wer Tomeijas Nacken zu sehen bekommt. Wie findet ihr das, dass sie nun auch noch eine Driochos-Priesterin sein soll und Beriza sie zu ihrer Nachfolgerin machen will? Ich finds ebenso vogelwild wie Liothans Mutation zum Razhiv.
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    Es ist schön, dass das endlich geklärt ist. Für meinen Geschmack wurde die „Nacken-Frage“ zu lang nicht beantwortet. Endlich ist es raus. Dass Tomeija natürlich zur Priesterin wird, ist eine abgefahrene Story, da muss ich dir recht geben. :zwinker:


    quote author=Miramis link=topic=42141.msg927693#msg927693 date=1473102404]
    Hey, in Walfor geht es richtig zur Sache! Durus gegen Fenia, und der Baron mittendrin.... Ehrlich gesagt tat es mir um ihn gar nicht leid. Ich hoffe, Fenia ist tatsächlich entkommen und kann den Kampf gegen Durus nochmal neu und mit stärkeren Mitteln versehen aufnehmen. Jedenfalls gibt er sein Geheimnis preis; er stammt also aus Wedora und wollte ursprünglich dort Rache nehmen. Ob er nun nach Wedora zurück kehrt und dort in die Geschehnisse eingreift? Ist er am Ende doch der Daremo, den man schon seit Menschengedenken nicht mehr zu Gesicht bekam?
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    Etwas tat mir der Baron schon Leid. Ein winziges bißchen. :sauer:
    Dass Fenia entkommen ist freut mich, allerdings finde ich, dass dieser Charakter viel mehr Potenzial hatte. So beim Betreten von Durus Haus und bei ihrer Vorgehensweise geht sie doch sehr stümperhaft und unvorsichtig vor. Zumindest dafür, dass sie doch schon ahnt, dass Durus auch ein Witgo ist.
    Das hat mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht und ich denke auch nicht, dass sie noch eine echte Chance hat Durus zu besiegen.



    quote author=Miramis link=topic=42141.msg927693#msg927693 date=1473102404]
    Ehrlich gesagt, es gab jetzt zwar Antworten, aber immer noch zu wenige für meinen Geschmack, und ich fürchte, angesichts der fortgeschrittenen Seitenzahl wird das auch eng mit der Aufklärung jeder Frage und jedes kleinen Handlungsfadens. Ich stelle mich mal auf einen Showdown im Hauruck-Verfahren ein und hoffe, dass Markus Heitz uns da nicht mit allzuviel Fragezeichen im Gesicht im Regen stehen lässt.
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    Showdown auf Hauruck könnte sein oder Cliffhanger ohne Ende…momentan sieht irgendwie alles nach Band 2 aus….



    Die Witga Fenia gefällt mir gut. Hoffentlich hat sie überlebt und Durus ist nun ein für allemal Vergangenheit. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass wir diesen miesen Typen in einem Folgeband wiedersehen.


    Ja, ich glaube Durus ist ein Fall für Super-Priesterin Tomeija und Super-Magier Liothan :breitgrins:…vielleicht kommt Durus in Band 2 auch nach Wedora…?



    Ich denke mal, dass Gatimkas "Armee" die armen Hunde waren, die in der Schlucht von den Keel Eru niedergemetzelt wurden.


    Ich vermute es fast….wobei man sich ja in dem Buch auf nichts verlassen kann. :zwinker:


    Ich muss gestehen, dass mich dies eigentlich bisher eher weniger stört..im meinem Kopf wandel ich sowieso gerne mal diverse längere oder komplexe Namen/ Begriffe um, merke mir nicht jeden Buchstaben - manchmal merke ich dies erst, wenn ich dann beim schreiben der Rezi den entsprechenden Begriff suche..Und die langen Striche über den Vokalen habe ich als Betonung angesehen, ähnlich der lateinischen Schrift..Un außerdem sind Namen eh nicht so meinst :redface:


    Es ist erstaunlich, dass es uns allen ähnlich geht. Ich habe anfangs schon befürchtet, ich wäre der Einzige, der nicht weiß, wie diese Zeichen ein Wort verändern. Bei den Zwergen habe ich noch nachgesehen, aber inzwischen ist es mir zu anstrengend. :zwinker:

    Auf jeden Fall. Im Kerker wirkte er ausschließlich düster, abweisend und unheimlich. Jetzt finde ich ihn auch ein Stückchen sympathisch.


    Dem schließe ich mich gerne an. :breitgrins:



    Ich setze auf die Witga.


    Ich nicht, da ich es ihr einfach nicht zutraue. Mir schwant, dass es niemand aus Walfor mit Durus aufnehmen kann. Ich will auch nicht sagen, dass ich auf Durus setze. :zwinker: Daher erstmal auf einen Unbekannten. :zwinker:


    Als Ettras auftauchte, musste ich kurz überlegen, wer das noch war. Der Kannibale wurde für meinen Geschmack etwas zu kurz im Buch vorgestellt. Die Szene im Gefängnis war mir nicht markant genug.
    Und durch Zufall findet er die Angitila-Herde und bringt sie zurück in die Stadt. Das hatten die Tierchen doch bestimmt so eingefädelt.


    Wirklich? Ich fand die Szene im Gefängnis sehr markant. Dieser Charakter hat mir von Anfang an gefallen. Und wenn das Verspeisen eines Herzens im Kerker nicht markant ist, weiß ich auch nicht? :zwinker: :breitgrins:


    Ok, jetzt wissen wir mehr über Gatimkas Bande und ihre Ziele. Sie wollen also den neuen Daremo stellen, wenn der alte abdankt. So ganz komme ich da nicht mit, warum dann die ganze Verschwörung drum herum? Und warum soll der Daremo unbedingt von außerhalb sein, das finde ich merkwürdig. Ein Ortskundiger hat doch einen Riesenvorsprung, vor allem gegenüber einem Gestrandeten. Das ist für mich noch nicht so richtig einleuchtend.


    Naja, die Gruppe will den neuen Daremo erstmal selbst bestimmen und ihn dann beeinflussen bzw. soll er in ihrem Sinne handeln. Wenn sie den alten Herrscher töten, sind sie als ersters am Drücker.
    Dass der Daremo von außen kommen wird, ist ein Gerücht, dass in der Stadt umgeht. Vermutlich soll es Liothans Akzeptanz erhöhen, wenn die Menschen die Gerüchte bestätigt sehen!?



    Was mich verwundet hat, ist sein "alte Sturzverletzung" und ihre Begleiterscheinungen; hatten wir davon schon gehört oder ist das an dieser Stelle neu? Sehr seltsam.


    Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht daran erinnern. Aber ausgeschlossen ist es nicht. :breitgrins: Vielleicht wurde es erwähnt, als er Durus Villa hochgeklettert ist…



    Dann kam natürlich die ekelhafte Verwesungsturm-Szene; ich glaub, das hat Markus Heitz richtig Spaß gemacht beim Schreiben...  Ich hab es über mich ergehen lassen, fand das alles aber sehr effekthascherisch, und am Ende nicht einmal besonders handlungsdienlich. Ich hab den Verwesungsturm daher recht schnell wieder abgehakt.


    Ja, ich glaube auch, dass er sich das nicht nehmen lassen wollte. Auch war es so auf die Art: „Ich hops mal schnell in den Verwesungsturm. Dauert ja nicht lange. Aber dann lernen wir wenigstens das Vieh kennen, das dort wohnt.“ Vermutlich spielt dieser Turm noch eine Rolle.



    Ebenso der Kampf zwischen Liothan und Veijo; der ist zwar spannend geschildert, aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass wir durch solche Szenen vom eigentlichen Geschehen total abgelenkt werden und irgendwie auf der Stelle stehen bleiben. So langsam würde ich mir einfach mal ein bisschen Zug in der Handlung wünschen.


    Ich fühlte mich dadurch nicht besonders abgelenkt. Ich dachte eher, dass es wieder eine weitere Actionszene ohne wirklichen Nährwert ist. Vielleicht wird sie aber auch gebraucht, dass Veijo Liothan später in den Rücken fallen kann!? :zwinker:



    Ich bin da auch zwiegespalten. Die Frage ist, wenn Liothan vom Tod seiner Familie wüsste, würde er sich anders verhalten? Würde er eine Zukunft in Wedora akzeptieren und seine Handlungen mit mehr Weitsicht versehen? Im Moment ist er ja der Ansicht, es ist alles nur vorübergehend und er ist bald wieder zuhause. Und deswegen wird es auch gar so oft erwähnt.


    Ich hätte die Vermutung, dass er trotzdem zurückkommen wollen würde, um sich davon selbst zu überzeugen und zu prüfen, ob noch jemand von seiner Familie lebt. Auch vermisst er die Wälder und seine Heimat. Dass er mit solchem Drang nach Hause wollen würde, denke ich vermutlich eher nicht. Vielleicht würde er auch irgendwann sein Schicksal akzeptieren.



    Ich hab das Gefühl, Gatimka wird irgendwann das Trostpflaster sein, wenn Cattras Tod sich wirklich bis zu Liothan herumgesprochen hat.


    Was auch nicht ganz unverständlich wäre. Klar würde er dann bei der Person Trost suchen, die ihm etwas näher steht. Und da Tomeija eher eine Freundin ist und auch nicht so gefühlsbetont wie Gatimka, wäre es naheliegend. Aber ich glaube ja, dass Gatimka wirklich noch etwas zustoßen wird.



    Das war für mich aber auch so eine "gewollte" Szene, so nach dem Motto, jetzt brauchen wir aber mal ein paar positive Vibes nach soviel Leichenkram. Der Kontrast ist natürlich an der Stelle gut gelungen.


    Ja, das schon. In solchen Szenen werden die Protagonisten meistens weggejagt. In diesem Fall nicht. Auch wenn´s gewollt war, die Vibes waren nötig. :zwinker:



    Mit dem Besteck erstochen... Vielleicht hat Durus da ja auch nachgeholfen.


    Dann frage ich mich aber jetzt langsam, wie übermächtig er ist. Für ihn scheint es dann ja keine Grenzen zu geben. So habe ich auch die Befürchtung, dass die Witga des Königs ihm nicht viel entgegenzusetzen hat. Würde mich jetzt wundern.



    Ich hab es auch unerwähnt gelassen - actionreiches Füllmaterial mit dem Zweck, Ettras Profil zu schärfen und ihn zur Legende zu machen. War ganz amüsant, nur leider war das Herz dann nicht brauchbar. So ein Pech aber auch. 


    Irgendwie mag ich ihn. Warum das so ist, kann ich nicht richtig benennen. Er scheint weder gut noch böse bzw. beides gleichzeitig zu sein. Das macht ihn etwas unvorhersehbar. Ich freue mich auf weitere Szenen mit ihm. :)


    Der Gesamtzusammenhang der Handlung mit dem Iphium erschließt sich mir (noch) nicht, aber so geht es mir mit ganz vielen Dingen, die für sich stehen und sich noch nicht mit dem Rest zusammen fügen lassen. Driochos, die Antgilia, die Wüstenvölker, die Verschwörung gegen den Daremo, das alles ist noch in keinster Weise verknüpft. Schaumermal, wieviel Raffinesse Markus Heitz erzähltechnisch drauf hat, um diesen ganzen Knoten zu entwirren.


    Ja, da bin ich gespannt. Langsam wird es wirklich Zeit auch Antworten zu bekommen. Noch plätschert alles so ein bißchen dahin. Es braut sich zwar was zusammen, aber sehr langsam. :zwinker:

    Naja, mir geht's da ja wie euch. :breitgrins:
    Was ich nur nicht möchte ist, wenn ich Fantasy lesen will, mag ich keinen Horror-Roman in der Hand haben. Allerdings wo zieht man hier die Grenze?


    Aber zurück zum Thema. Was denkt ihr, was dieses Iphium noch für eine Rolle spielen wird? Ich sehe da im Moment noch keinen Zusammenhang zum großen Ganzen!?

    Die Bande um Eakina plant seit geraumer Zeit den Sturz des Daremo, um jemanden von außerhalb einzusetzen. Liothan lehnt das Angebot dankend ab, der neue Herrscher von Wedora zu werden.
    Dank seiner Weitsicht, die Unterlagen und Pläne der Gruppe zu verstecken, hat er eine gute Ausgangsposition, die Putschisten zu erpressen und seine Suche nach Tomeija voranzutreiben.


    Was ich schrecklich finde ist, dass Liothan immer wieder an Cattra und seine Familie denkt, obwohl sie tot sind. Dass er das tut, ist selbstverständlich das Natürlichste der Welt, aber ich als Leser emfinde das als sehr traurig und grausam. Eher würde ich mir wünschen, dass es nicht dauernd erwähnt wird, was aber wiederum schwierig ist, da es Liothans Antrieb ist zurückzukommen…Wie geht es euch damit?


    Auch Liothan landet bei Kardir, der ihm mit dem richtigen Anreiz, im Gegensatz zu Tomeija, helfen kann und will ihn zurück in seine Heimat zu schicken. Also Gatimka und Liothan alles mit Blut besiegeln, stirbt Kardir fast daran, als er den Klumpen in seinen Mund nimmt. Aber er kann gerettet werden und zeigt Liothan in Echtzeit Cattra kurz vor ihrem Tod beim Beeren pflücken. :sauer:


    Dass sich Gatimka und Liothan so gut verstehen und Vertrauen zueinander aufbauen gefällt mir. Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass Gatimka für eine gute Sache kämpft. Auch wenn ich dem Rest der Bande nicht traue, ist es echt süß, als Gatimka sagt, dass Liothan sich noch einen Plan behalten soll, für den Fall, dass ihr etwas geschieht…


    Tomeija hingegen rutscht den Leichenberg hinunter und trifft auf die Gestrandeten, die für tot gehalten wurden, aber doch noch irgendwie unterirdisch ihr restliches, kurzes Dasein fristen. Das ist schon eine sehr bizarre und makabere Geschichte. Sie hilft so gut sie kann und entwickelt einen Plan zur Flucht.
    Also sie den Yhadok anlockt und mit ihm durch die Leichen nach oben „reitet“, hab ich mir wirklich gedacht: „Echt jetzt?“ Ich weiß, es ist Fantasy und hier ist alles möglich, aber manchmal gibts Dinge, die ich mich irgendwie weigere zu akzeptieren oder besser gesagt, die mir nur schwer in den Kopf wollen. Das hier ist so eine Szene. :rollen:
    Wenigstens erfährt sie, wer ihren Tod befohlen hat. Hier frage ich mich, woher weiß Dyar-Corron von ihrer Existenz. Klar, sie ist ihm begegnet. Aber dass einer seiner Häscher sie im Verwesungsturm findet, ist doch eher ein Zufall, oder nicht?
    Jedenfalls wird Tomeija bewusst, dass Wedora sehr unmenschlich ist, zumindest empfindet sie die Hierarchie als despotisch. Aber sie merkt durch den Bäcker, dass nicht alle Menschen schlecht sind. Das war eine sehr schöne und berührende Situation. Hat mich positiv überrascht und tat mal gut. :smile:


    Also Otros plötzlich austickt und behauptet er stecke hinter den ganzen Morden, dachte ich, dass ich im falschen Film bin. Das habe ich irgendwie nicht richtig verstanden und dachte dauernd, ich hätte etwas Wichtiges überlesen. Aber bestimmt steckt Durus irgendwie dahinter…?
    Ich hätte dem Baron vom Stein nicht zugetraut, mit dem Witgo allein fertig zu werden, auch wenn es irgendwie zu einfach war und für mein Empfinden etwas zu glatt ging. Das wird auch noch dadurch bestätigt, dass die königliche Witga jetzt die Untersuchungen aufgenommen hat. Ich hoffe, dass sie Durus ebenbürtig ist…aber ich befürchte fast nicht…


    Endlich taucht Ettras auf. :breitgrins: Jetzt wissen wir auch, wie er seine Fähigkeiten erlangte. Durch Geister…sehr interessant. Auch wird klar, warum er immer wieder aus dem Gefängnis frei kommt…also mit Hilfe der Verwandtschaft und weil er einfach zu nützlich ist, um ihn zu töten oder einzusperren.
    So findet er die Angitila, die offensichtlich gefunden werden wollten und bringt sie in die Stadt zurück. Riesiger Fehler, wenn ihr mich fragt… Dass er nebenbei noch einen Sandmenschen platt macht, lasse ich mal unerwähnt…war klar, dass der keine Chance hat. Aber er verrät uns zumindest, dass Ettras eine Legende in der Wüste ist. :zwinker:


    Splatter bedeutet ja "spritzen". Es gibt also viel Gewalt und Blut.
    Ich mag es auch lieber subtiler und eher angedeutet, als wenn ich lese, dass Körperteile durch die Luft fliegen oder alles mögliche aufgeschlitzt wird.


    Hm, achso versteht ihr das. Dann kommen aber viele Fantasyromane splattermäßig daher. Abgetrennte Gliedmaßen sind da ja quasi üblich.


    Ihr seid dann eher von der "Kuschel-Horror-Fraktion". :zwinker: :breitgrins: Aufgeschlitzter Bauch ja, Beschreibung der Details nein!?


    Ah, der zweite Band steht also schon fest? Immerhin ist das Buch inzwischen auf der Spiegel-Bestsellerliste aufgetaucht, da kann man auch aus Verlagssicht nachlegen, bei so einem Erfolg.


    Ob er schon wirklich feststeht weiß ich nicht. Es könnten aber mehr Bände werden. Markus Heitz hat es zumindest in Aussicht gestellt, was aber umgesetzt wird - keine Ahnung.



    Mehr Horror, damit hab ich kein Problem. Nur mehr Splatter wäre mir jetzt nicht so recht - wie gesagt, ich mag den Horror etwas subtiler. Ich hab bis vor kurzem parallel zu Wedora noch Schattenreiter von Marc Turner gelesen, insofern bin ich im Moment etwas abgehärtet, weil es da auch sehr splatterig zugeht. Gar nicht so einfach, zwei so ähnliche Bücher parallel zu lesen - ich hab am Anfang ständig die Protas verwechselt... :breitgrins:


    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du mit Splatter genau meinst. Ich bin in diesem Genre nicht zu Hause. :breitgrins:


    Wurde erwähnt, dass es die alten Herzen von ihr waren? Vllt. war das ja auch eine Ration für schlechte Zeiten...


    Nein, das wurde meiner Meinung nach nicht erwähnt. Allerdings waren es genauso viele, wie sie schon alte Herzen hatte. Eine Ration für schlechte Zeiten kann es eigentlich nicht sein, da Sie Dyar-Corron um ein Neues gebeten hat.



    Sabiana wurde als Drogendealerin enttarnt und getötet aber wer war ihr Lieferant? Eine Person, die wir vielleicht schon kennen?


    Das glaube ich mit Sicherheit. :breitgrins:



    Na, da bist du dem Autor also schon vorab auf die Schliche gekommen, Respekt! Ich ging da ganz unbedarft rein in die Szene und freute mich, dass es wieder mal Wüste gibt.


    Naja, was heißt auf die Schliche gekommen. Sagen wir mal, ich habe schon ein paar Werke von Herrn Heitz gelesen. :breitgrins:



    Aufhalten bei was? Wenn es sein Bestreben war, die Mitwisser des Einbruchs zu beseitigen, dann müsste er doch jetzt Ruhe geben, oder? Oder ist da doch noch ein Plan, von dem wir bisher nichts wissen und nichts ahnen?


    So gesehen müsste er jetzt wirklich Ruhe geben. Es muss eigentlich noch mehr dahinter stecken. Vielleicht wurde er von Liothan und Cattra bei etwas gestört?



    Hm, gar nichts. Kleines Horrorelement zur Zierde. :breitgrins:


    Hübsch… :zwinker:



    Das wirkt tatsächlich etwas arg konstruiert; für mich nur Mittel und Zweck, um Tomeija zum Verwesungsturm zu bringen.


    Ja, das ist es wohl. Das hätte nach meiner Meinung etwas eleganter passieren können. :zwinker:



    Sie nerven! Sie werden mehr und es ist irgendwie ziemlich platt, wie dadurch die Handlung ergänzt wird. Weil, es werden ja trotzdem auch noch Gedanken und Gefühle der Figuren im ganz normalen Schriftbild präsentiert. Bei den kursiven Sätzen sind es mehr eine Art Schlagworte. Worte die auf der Zunge liegen und nicht ausgesprochen werden. Es ist einfach in sich nicht so richtig stimmig.


    Ok, dann geht es nicht nur mir so. Ich finde sie tragen nicht besonders viel zur Handlung bei. Noch dazu, da wie du sagst, alles auch gut im „normalen“ Text zu lesen ist.



    Auch etwas aufgesetzt. Ein Stück weiter oben fragst du dich noch, wer soll Durus noch etwas entgegensetzen und schwups, wird nochmal ein Witgo präsentiert. Offenbar ist es Markus Heitz auch aufgegangen, dass er einen Gegenspieler braucht, um die Spannung zu erhalten. Deswegen tritt zur zweiten Hälfte der Handlung nochmal eine neue, interessante und unverbrauchte Figur auf.


    Ob sie interessant ist, muss sich noch rausstellen. :breitgrins:



    Ich komme bisher ganz gut damit klar, aber bin mir auch im Klaren, dass Markus Heitz da durchaus noch eine Schippe drauflegen kann. Dark Fantasy, formerly known as "Horror", so bezeichnet er sein Genre.


    Für mich sind Dark Fantasy und Horror eigentlich zwei ziemlich unterschiedliche Genres. Dass es immer mal zu Überschneidungen kommt, ist denke ich selbstverständlich, aber für mich persönlich muss es hier nicht noch mehr Horror werden. So komm ich ganz gut damit klar.
    Ich weiß nicht, ob ich mich täusche, aber ich glaube ich habe ein Interview mit Markus Heitz auf Youtube gesehen, indem er andeutet, dass es im zweiten Band noch mehr Horror werden könnte…


    Da ist eine kräftige Lücke inmitten der Handlung; nicht dass ich scharf darauf bin, die genauen Umstände vom Mord an den Kindern und der anschließenden Brandstiftung zu lesen - aber so hat mich die Sache einfach stutzen lassen.


    Ich verstehe, was du meinst. Es wäre konsequenter gewesen, den Brand nicht einfach als Randnotiz auszusparen.



    Wedora ist eben nicht in jeder Hinsicht innovativ. Gleichheit unter Menschen ist da einfach noch nicht im Programm angekommen. Mich hat das auch sehr geärgert mit der menschlichen Trittstufe.


    Ja, das war ziemlich demütigend und hat mich geärgert. Eakina wollte ihm wohl gleich klarmachen, womit er zu rechnen hat.
    Aber letztlich ist Wedora auch ein Abbild unserer Welt und Zeit. Hier gibt es auch nur in kleinen Teilen der Welt so etwas wie Menschenrechte. Und wir gehören zu dem kleinen Prozentteil der sie genießen darf. Das macht mich dann doch immer sehr nachdenklich.


    Die antiken Kulturen, die auf Sklavenarbeit setzten, waren auch die Fortschrittlichsten...soviel zu innovativ...