Beiträge von Firiath

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Der Mord im Gurkenbeet ist gelöst :)

    und damit ist Bd. 1 der "Flavia de Luce"-Reihe gelesen.


    Ich fands nett, durchaus amüsant, aber so richtig gepackt hats mich nicht. Viele schöne Details und Abschweifungen, aber mir fiel es streckenweise wirklich schwer zu glauben, daß eine (wenn auch super intelligente und frühreife) 11-jährige soviel zu so verschiedenen Themengebieten weiß und sich so verhält wie sie es eben tat. Bin mir noch nicht sicher ob ich die Reihe weiterverfolge, werds jetzt erstmal ein wenig nachwirken lassen, dann seh ich schon ob mich der nächste Band irgendwann doch reizt.

    Aeria

    Viel Freude an hoffentlich wieder guten Kurzgeschichten wünsche ich ! <3

    Ich les bestimmt mit hier, aber tatsächlies mitlesen schaff ich zeitlich momentan nicht. Irgendwann leg ich aber auch wieder los mit einem weiteren Bradbury-Band, ich hab ja noch einiges auf dem SuB.

    Ich weiß noch nicht ob es eine deutsche Neuveröffentlichung wird, aber ich hab mich kürzlich so gefreut, als ich entdeckt habe, daß es von Helene Wecker eine Fortsetzung vom "Golem und Dschinn" gibt. 2021 auf englisch erschienen, jetzt hoffe ich sehr "Hoffmann und Campe" lassen es übersetzen! Ich mochte den ersten Band sehr <3 , vorläufig warte ich erstmal ob es die deutsche Fassung geben wird. Das erste Buch ist sehr schön aufgelegt und ich würde mich freuen, das zweite passend zu haben.


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    Ein bisschen enttäuscht war ich von Band 2 und 3 der Broken-Earth-Trilogie von N. K. Jemisin, davon hatte ich mir nach dem tollen Auftakt etwas mehr erwartet - aber das ist Jammern auf ziemlich hohem Niveau.

    Den zweiten Band fand ich zwar anders, aber noch sehr gelungen und passend zum Gesamtkonzept. Beim dritten erinnere ich mich auch an Schwächen und ich war mit dem Ende oder mit der Auflösung des Ganzen nicht so ganz glücklich. Trotzdem für mich eine der innovativsten und besten Trilogien im Phantastik-Bereich der letzten Jahre.


    HoldenCaulfield

    Hideo Yokoyama - 64 (die Ausgangslage war total mein Geschmack aber dann...)

    Ging mir genauso, hatte mich damals echt auf das Buch gefreut und dann war es so sterbenslangeweilig und zäh, daß ich entnervt abgebrochen hatte. So interessant fand ich die Querelen und Intriegen innerhalb der Polizei/Ministerien dann wieder nicht.

    Ja doch natürlich gibt es da einen Lyric Band ...:)


    "The Flame - Die Flamme" von Leonard Cohen


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    Perfekter kann ein Buch nicht passen. Natürlich ist das kein Buch zum "in einem Rutsch" lesen, ich hab auch immer schon mal reingelesen und nehme diese Runde nun zum Anlaß dies auch im Januar weiter zu tun.


    Da ich aber dieses Buch sicherlich nicht beenden werde, melde ich hier noch


    "Flavia de Luce (Bd. 1) - Mord im Gurkenbeet" von Alan Bradley


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    Liegt schon Ewigkeiten auf meinem SuB, vielleicht sollte die Reihe nun doch mal eine Chance bekommen. "Luce" heißt auf italienisch Licht, insofern müßte es passen Valentine ?


    Und dann hätt ich da noch


    "Luzid" - Gundel Limberg


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    Ebenfalls schon sehr angestaubt auf dem SuB ...

    Luzid heißt ja hellsichtig, hat vom Wortstamm her auf jeden fall was mit "Licht" zu tun, außerdem gibt es auf dem Cover eindeutig eine Lichtquelle.


    Ich kenne Gundel Limberg unter ihrem Pseudonym "Lilly Labord" und liebe ihre "Mr. Dalton"-Reihe (Die Asperischen Magier) wirklich sehr. Dieses Buch ist ein älteres von ihr zu einem völlig anderem Thema und hat mich neugierig gemacht.


    So .. mal sehen was davon ich nun am Ende des Januar nun wirklich gelesen habe.... :sonne:

    Lesen nach Liste oder nach Plan funktioniert ja bei mir oft nach dem Motto: Es steht auf einer Liste, also lese ich es sicher nicht :lachen: (aber, es geschehen ja Zeichen und Wunder...)




    Jaqui

    Danke für die Rezi zu "Exodus", hatte das auch schon mal auf dem Schirm und jetzt ist direkt auf die Merkliste gewandert :)

    So, jetzt bin ich auch endlich am Start !


    Kniffel Nr. 24 ist gelesen:

    Lies ein Buch von einem Autor, von dem du mindestens schon 3 Bücher gelesen hast:

    "Eines Menschen Flügel" von Andreas Eschbach

    Von dem Autor hab ich schon einige mehr als nur 3 Bücher gelesen ( "Marsprojekt"-Bände, "Herr aller Dinge" , "Ausgebrannt" , "Blackout - Timeout - Hideout" usw.)


    Ich kaufe mir dafür

    Päckchen Nummer 4 :

    - Lies ein Buch mit einem Alltaggegenstand auf dem Cover

    - Lies ein Buch, das höher als 22 cm ist

    - Lies ein Buch, das in etwa die gleiche Coverfarbe hat, wie die Zahnbürste, die du bei Lesebeginn benutzt.




    Alles richtig so ?

    Gestern Abend hab ich das Buch beendet, das ich zunächst als Hörbuch begonnen hatte, dann aber irgendwann als Buch zur Hand genommen hatte und parallel, mal gelesen, mal gehört habe.


    Ein großartiger, bis ins allerkleinste Detail ausgearbeiteter, sehr glaubwürdiger und bildhafter Weltenentwurf einer Welt in der es geflügelte Menschen gibt, die in riesigen Bäumen leben und deren ganzes Leben natürlich auf ein Leben mit Flügeln eingestellt ist. Im Verlauf der ca. 1200 Seiten erfährt man viel über ihre Historie, ihre Philosphie und Lebensweise und wie es im Verlauf der Geschichte dazu kommt, daß ihre Welt in Gefahr gerät.


    Der gesamte Roman wird kapitelweise jeweils aus der Sicht einer Person auf diesem Planeten erzählt, in vielen dieser Kapitel gibt es zunächst einen zeitlichen Rückschritt, das Leben der jeweiligen Person wird aufgegriffen, in welcher Verbindung sie zu bereits bekannten Charakteren und Ereignissen steht. Meist mündet solch ein Charakterkapitel gegen Ende in den aktuellen Handlungszeitraum und in ein Fortschreiben der aktuellen Geschehnissen. Eine wirklich interessante Art dieses weitschweifende Epos zu erzählen, die es ermöglicht Stück für Stück ein großes Bild dieser Welt und ihrer Gesellschaft zu sehen.


    Ich hab schon recht viele Bücher von Andreas Eschbach gelesen, viele davon waren interessant und spannend, aber öfter mal gab es aus meiner Sicht Defizite in der Charakterdarstellung. Diesmal jedoch nicht, viele der (beinahe unübersichtlich vielen) Charaktere sind gut ausgearbeitet und vielschichtig dargestellt. Anfangs waren die vielen Namen und die spezielle Art der Namensgebung verwirrend, aber man liest sich rein.


    Es steckt, wenn man es so lesen mag, viel ehrliche Lebenserfahrung in dem Buch, es geht um das Heranwachsen und um Familie, um den Fortlauf der Generationen, um Alter und Tod, kurz um all die Erfahrungen die man in den verschiedenen Alterstufen des Lebens macht, Entscheidungen und deren Konsequenzen und das alles im Leben mehr als nur eine Seite hat.


    Beinahe nebenbei wird auch eine größere Geschichte erzählt in der es um das Schicksal dieser ganzen Welt geht, die vor allem im letzten Drittel dann auch Spannung aufbaut.


    Wenn man sich auf das ruhige Fließen dieser Geschichte einlassen kann wirklich ein :tipp:



    Die Hörbuchfassung gelesen von Matthias Koeberlin ist übrigens auch wirklich gelungen und empfehlenswert, sehr angenehm und entschleunigend zu hören.

    "Piranesi" - Susanna Clarke <3

    (Ungewöhnlicher Erzählstil, Phantastik im wahrsten Sinne des Wortes, ein Buch zum vielleicht jedes Jahr mal lesen, man entdeckt bestimmt jedes Mal was Neues. )


    "Die Anomalie" - Herve Le Tellier

    (Aktuelle Themen, Strömungen und Gedanken elegant in eine spannende, flüssig zu lesende SF/Mystery-Story verwoben, wirklich mal was anderes, sprachlich sehr gekonnt)


    "Infinitum" - Christopher Paolini

    (Herr Paolini kann auch SF, die 1000 Seiten haben sich weggelesen wie nichts, was für ein Epos)


    "Erfolg" - "Die Geschwister Oppermann" - "Exil" von Lion Feuchtwanger

    (auf den Punkt, scharfzüngig, sprachlich brilliant, hellsichtig unglaublich was der Autor vorhergesehen hat)


    "Die goldenen Äpfel der Sonne" - Ray Bradbury

    (Jede der Kurzgeschichten war ein Genuß !)


    und ich glaub auch das gerade eben beendete


    "Eines Menschen Flügel" - Andreas Eschbach

    (Was für ein detaillierter Weltenentwurf !! )



    Insgesamt, mehr Licht als Schatten in meiner Leseauswahl dieses Jahr :)

    Enttäuschend fand ich:


    "Die Flüsse von London" - Ben Aaronovich

    (war mein zweiter Versuch, nachdem ich es schon vor ein paar Jahren mal angefangen hatte. Diesmal hab ich es beendet, aber leider hats mich auch diesmal nicht begeistert und ich hatte Mühe damit)


    "Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv" - Jodi Taylor

    Story mittelmäßig, die Charaktere und Reaktionen überzogen und völlig unglaubwürdig, kein Lesefluss.


    "Dunkel" – Ragnar Johannson

    War ok, aber bei weitem nicht so gut oder interessant wie erwartet obwohl ich Hulda als Charakter mochte.


    Leider auch

    "Der Wassertänzer" – Ta-Nehisi Coates

    Ich hätts gern gemocht, aber es zog sich sehr, die Geschichte hielt mich auf eigenartige Weise auf Abstand.




    "Parnassus" liegt hier nocht irgendwo, Eure Kommentare hier haben das Buch grad nach hinten verschoben ...

    So langsam komm ich aus dem Weihnachts-Silvester-Geburtstags-Familien-"Sumpf" wieder raus ;)

    Ich mach gern wieder mit, hab jetzt erstmal die alte Liste etwas überarbeitet, Neues ergänze ich dann je nach Bedarf.


    Meine Planungs- und Erledigtliste für 2022 :leserin:

    Bücher geschafft:

    Reihen beendet:


    hellgrau = bereits vor der aktuellen Challenge gelesen
    rot = während der Challenge gelesen

    ✔ = gezählt




    Bin auch wieder dabei, sehr kreative Idee! Ich bitte also um Aufnahme in die Kundenkartei :)



    Gruppe: Frischlinge


    Erledigte Päckchen, Anzahl:

    Momentan in Arbeit: Päckchen Nr. 4


    Ausgegebene Kniffel, Anzahl: 1


    Päckchen: 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 / 9 / 10 / 11 / 12 / 13 / 14 / 15 / 16 / 17 / 18 / 19 / 20 / 21 / 22 / 23 / 24 / 25 / 26 / 27 / 28 / 29 / 30


    Kniffel/ Bezahlung: 1 / 1 / 2 / 2 / 3 / 3 / 4 / 4 / 5 / 5 / 6 / 6 / 7 / 7 / 8 / 8 / 9 / 9 / 10 / 10 / 11 / 11 / 12 / 12 / 13 / 13 / 14 / 14 / 15 / 15 / 16 / 16 / 17 / 17 / 18 / 18 / 19 / 19 / 20 / 20 / 21 / 21 / 22 / 22 / 23 / 23 / 24 / 24 / 25 / 25 / 26 / 26 / 27 / 27 / 28 / 28 / 29 / 29 / 30 / 30 / 31 / 31



    Kniffel und Päckchen :

    Momentan bin ich auch draußen, hauptsächlich weil ich momentan bzw. im Grunde schon den ganzen November überhaupt keine Zeit übrig hab und kurz vorm Einschlafen (die wirklich einzige momentane Lesezeit) nicht ausgerechnet Lovecraft lesen mag, dafür sind mir die Bilder die im Kopf beim Lesen entstehen doch teilweise zu düster, die wünsch ich mir nicht als Traumbegleiter :angst:


    Ich denke aber daß ich im Januar/Februar oder so evtl. noch die ein oder andere Geschichte lesen werde und so wie die Runde aufgebaut ist, mit den Threads zu einzelnen Geschichten, kann man ja gut Gedanken dazu "nachliefern" .

    "Eines Menschen Flügel" von Andres Eschbach


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    Ein Buch daß sich wirklich ausgesprochen gut als Hörbuch eignet. Die Geschichte ist detailreich und gemächlich erzählt, prefekt zum Zuhören.

    Gefällt mir bisher auch wirklich sehr gut und wird mich noch lange unterhalten (das Buch über 1200 ! Seiten)

    Ich hab das Hörbuch vor ein paar Wochen gehört und mir dann auch noch das Buch gekauft, weil mir in der Hörversion doch das ein oder andere zu schnell ging bzw. ich manches dann doch nochmal lesen möchte. Werde also "Die Anomalie" auf jeden Fall noch ein zweites Mal genießen. Gehört neben "Piranesi" von Susanna Clarke zu meinen Jahreshighlights :blume:


    Von der Grundidee war ich sofort angesprochen, mir hat aber auch die Ausführung anhand verschiedenster Einzelschicksale wirklich gut gefallen. Diese Erzählform wirkt oftmals zerstückelt, aber hier fügte es sich harmonisch zu einem Ganzen. Mir gefiel auch der leichte, oft leise humorvollen, leicht ironischen Unterton und die vielen verschiedenen Themengebiete die sehr gelungen und interessant in die Geschichte eingewoben wurden.



    finsbury

    Die Diskussionen der Religionsvertreter fand ich zum Teil so treffend, war ja bewußt etwas überspitzt geschrieben, aber ich konnte wirklich oft schmunzeln und gleichzeitig den Kopf schütteln, weil teilweise ja genau so argumentiert wird.



    Es ist ein außergewöhnliches Buch, das keinem eindeutigen Genre zuzuordnen ist. Eine genussvolle Mischung aus Science-fiction, Krimi, Thriller, Satire, Komödie und Drama – ein literarisches Vergnügen!


    Ja, das unterschreibe ich genauso :daumen:

    Sehr schön, ein Buch daß ich nicht lesen muß ^^

    Mir sind schon ab und an Bücher von T.S. Orgel aufgefallen, bisher hat aber immer das letzte Quentchen gefehlt um mich zu einem der Bücher greifen zu lassen. War vielleicht kein Fehler, wenn ich das so lese.

    Ich bin inzwischen auch mit meinem englischen Hörbuch durch (das durchgängig super gelesen und sehr gut verständlich war, insbesonders wohl auch weil ich die Geschichte ja schon einmal gelesen hatte) .


    Wie bin ich wieder berührt und begeistert von diesem das Leben bereichernden Buch.


    Gerade am Ende sind so viele wunderbare Gedanken darin. Ich mag Raphael sehr. ihre bedachte, verständnisvolle, unglaublich einfühlsame Art mit Piranesi/Matthew umzugehen. Ich finde man sollte sich von ihr eine Scheibe abschneiden, wenn man mit Menschen redet die vielleicht irgendwelche Probleme haben usw., man sollte sich wirklich immer bemühen die Sache aus deren Augen zu sehen, ihnen dort zu begegnen, ehrlich und offen, wo sie stehen und ihnen nicht immer nur zu sagen wo sie sein sollten.


    Zitat: "Vielleicht ist das so, wenn man mit anderen Menschen zusammen ist. Vielleicht kann selbst jemand, den man mag und unendlich bewundert, einen Die Welt so sehen lassen, wie man sie lieber nicht sehen würde. "


    Während des Lesen hab ich viel über Dinge wie Hypnose und Manipulation nachgedacht, auch über gedankliche Phantasiewelten, innere Flucht, Abspaltung der Persönlichkeit, den berühmten Elfenbeinturm. Das Buch führt einen in der Geschichte in viele verschiedenen Richtungen der rationalen Erklärung, läßt aber bis zum Schluß, bis zum letzten Satz den Raum für das Außerordentliche, das Magische, für den Gedanken, die Möglichkeit, daß doch alles wahr ist.


    Das Ende läßt so manches offen und bietet gerade deshalb weiterhin den Spielraum für das Phantastische und die eigenen Spekulationen. Ich glaub ich hab noch nie ein Buch gelesen daß die Waage zwischen "Realität" und "Phantasie" so gelungen hält.


    Es ist folgerichtig, daß ein anderer Mensch aus "Matthew + Piranesi" geworden ist, weder der eine noch der andere. So eine Zeit kann ja nicht ohne Spuren bleiben. Ketterley hat "Matthew" Gewalt angetan, er hat ihn wissentlich isoliert, seines Lebens beraubt, bis an den Rand des Wahnsinns, in die völlige Verzweiflung getrieben und den Tod des jungen Mannes in Kauf genommen, nur um seinen "Forscherdrang" zu befriedigen. Er wollte diesen "ForscherSklaven" behalten und hat dafür sogar in Kauf genommen andere Menschen zu töten.



    Über Raphael, wie sie in des Haus gekommen ist, warum sie auch länger bleiben kann, ohne ihr Selbst zu verlieren, oder ob das irgendwann auch passieren würde, ...

    Vielleicht liegt der Unterschied auch darin, dass Raphael mehr oder minder freiwillig hinübergegangen ist, während Ritter und Piranesi von Laurence und Ketterley hinüberbefördert wurden?


    Sie wird ja auch von dem anderen Polizisten als eher "eigenartig" beschrieben, schwierig in der Zusammenarbeit, weil sie sehr in ihrer eigenen Welt lebt. So ein bisschen ein Typ mit "dem Kopf in den Wolken" oder eben ein in sich sehr autarker Mensch der ganz eigene gedanklich Wege geht und sich nicht so sehr darum kümmert was andere vielleicht denken.

    Vielleicht ist es diese Eigenschaft, dieser Fokus auf ihre innere Welt, die es ihr ermöglicht hat den Zugang zu finden. Irgendwo während der Geschichte wird ja erwähnt daß es Leute gibt die den Weg finden, ganz ohne Rituale oder andere Hilfsmittel.


    ***

    Zitat von odenwaldcollies

    Matthew scheint wirklich in der Gunst Des Hauses zu stehen, das mit dem Geliebten Kind des Hauses kommt durchaus hin. Jedenfall kann er sich zwischen den beiden Welten bewegen bzw. in Dem Haus länger verweilen, ohne den Verstand zu verlieren,

    Der Gedanke gefällt mir auch, die Idee das daß Haus eine Entität an sich ist.

    Allerdings hatte ich immer wieder den Gedanken, daß Matthew durch die Spaltung seiner Persönlichkeit in "Piranesi" und "Matthew" auf einem harten und sehr dorinigen Weg gelernt hat sich zu beschützen und zu überleben. Wenn Matthew zum Vorschein gekommen ist gab es wohl mehrfach eine Periode der Verzweiflung und Umnachtung, bis Piranesi es geschafft hat Matthew wieder "einschlafen" zu lasen und sich um sie beide zu kümmern.


    Auch beim ReRead mußte ich mitweinen als Raphael Piranesi die Hand auf die Schulter legt und er oder besser Matthew zu weinen begonnen hat. Das ist eine sehr berührende Stelle.


    ***


    Zitat: Die Schönheit des Hauses ist unermesslich, seine Güte grenzenlos.


    Dieser Satz nochmals am Ende des Buches verbindet alles zu einem großen Ganzen, denn auch unserer Welt ist unermesslich schön, und ihre Güte grenzenlos (egal was wir mit ihr anstellen, sie ist immer da, sie ist immer schön) und so sieht es jetzt vielleicht auch Matthew, langsam fängt er an die Schönheit der Welt zu sehen (die nicht perfekt ist, wie es auch das Haus nicht war).

    Alles ist eins und am Ende vermischen sich die Welten in Matthews Weltsicht: "In einer anderen Welt bist Du ein König, edel und gut!" , so wie vielleicht in jedem Menschen noch ein anderer steckt oder viele andere, die nur nicht zum Vorschein kommen, weil es dafür bestimmte Voraussetzungen oder Ereignisse bräuchte. Aber tief in jedem von uns stecken noch andere Ausgaben unseres Selbst.


    ***


    Fazit des ReRead: Ich bin wieder absolut hin und weg. Ein Buch das so viele verschiedene Ebenen bietet wie selten eins. Hochachtung vor Susanna Clarke :anbet:




    ***


    Aeria

    Ich hab von Tarotkarten kaum Ahnung, das ist sehr interessant was Du da schreibst ! Da gibt es eindeutig Verbindungen.


    "Das Aleph" von Borges ist bei mir auch auf die Leseliste gewandert. Von "Piranesi" hab ich schon lang einen Bildband vom "Taschen" Verlag da, den ich natürlich auch wieder rausgekramt habe. Besonders interessant sind im Zusammenhang mit dem Buch die "Kerker"(Carcere) Stiche. John Fowles kannte ich bisher gar nicht, aber werde da auch mal nachrecherchieren ob ich von ihm dann auch mal was lesen möchte.


    Achja und ich sollte wohl doch endlich irgendwann noch "Dr. Strange and Mr. Norell" lesen. Ich habs vor Jahren mal angefangen, aber nicht fertiggelesen und in der Zwischenzeit dann aber auch die Mini-Serie gesehen, die mir recht gut gefallen hat.

    Der Gedanke der "anderen Welt" ist ja auch darin zentral und auch in der Welt verlieren die Menschen die dort landen Ihr "eigentliches" Leben. Allerdings weiß ich ja jetzt nicht so ganz genau wie dieser Gedanke im Buch ausgestaltet ist, meist ist ja die Verfilmung doch anders.



    ***


    Und auch wenn es hier schon ein paar Mal gesagt wurde, ich finde es extrem schade daß es in der deutschen und in der englischen Version kein so tolles Glossar gibt wie in @Aerias russischer Version. Bei so einem Buch mit so vielen Andeutungen, Verweisen und Inspirationen wäre das wirklich sehr hilfreich.


    In diesem Zusammenhang: Es gab einen Addedomarus, er war ein keltischer König eines Reichs im Südosten Britanniens in vorchristlicher Zeit. --> https://en.wikipedia.org/wiki/Addedomarus