Beiträge von Kessi69

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Ich lese jetzt bei euch nicht weiter, da ich noch nicht ganz durch bin. Aber ich glaube gagamaus , Max hat das mit dem Plätze tauschen auf der feier in Ostberlin, wohin Alice sie eingeladen hatte, gesagt. Da kamen mir nämlich auch gleich verschiedene Szenarien in den Kopf.

    Mir ist auch noch etwas eingefallen.


    Karlshorst, das Gebiet in dem die Sowjets lebten.

    Das habe ich gegoogelt

    "Am 5. Mai erfahren rund 26.000 Karlshorster, dass sie ihre Häuser binnen 24 Stunden räumen müssen. Viele Menschem verkraften das nicht. Die Selbstmordrate an dem Tag ist hoch."


    Das fand ich auch schrecklich. Da hatten die Menschen vielleicht endlich nach dem Krieg wieder ein Zuhause was sie sich eingerichtet haben und dann das.

    Wie schwer die Mutter traumatisiert war, konnte man auch daran erkennen, wie sie darauf reagiert hat, dass Emma Russisch gelernt hat. Für die Tochter ist das alles dadurch auch nicht leichter geworden und diese Sprachlosigkeit zwischen Mutter und Tochter macht mich immer wieder traurig. In meiner Familie gibt es zwischen Kindern und Vater eine ähnliche Situation und ich weiß, was so etwas mit den Kindern machen kann. Emma ist sehr stark, weil sie das alles so wegsteckt.



    Die ersten Treffen der beiden Schwestern waren sehr bewegend. Und nach und nach spüren sie, wie unterschiedlich sie ich entwickelt haben. Noch glaubt Alice an das DDR-Regime. Wird sie in der DDR bleiben, wenn die Mauer entsteht? Wird sie ihre Entscheidungen irgendwann bereuen?

    Ich finde dieses Schweigen zwischen Mutter und Tochter auch ganz traurig. Jeder kapselt sich in einen Kokon und muss mit sich klar kommen. Wobei sie doch glücklich sein können, sich noch zu haben. Emma würde es so gut gehen, doch Rosa blockt alles ab.

    Du kennst ja meine Geschichte mit meiner Mutter, bei mir war es dann so, dass sie sagte.....wenn wir uns sehen, brauchen wir gar nicht über das und das Thema sprechen, ansonsten kannst du gleich wegbleiben....

    Mein Vater war auch so ein Duckmäuser und hat sich nie getraut seine Meinung zu sagen. Und so war ständig eine angespannte Stimmung zu Hause, da hätte nur ein Funke gereicht. So wie du schreibst, dass macht was mit Kindern.

    Emma denkt, sie hätte ihrer Mutter gerne noch so viel gesagt oder sie auch etwas gefragt. Das bleibt nun alles unausgesprochen.

    Dass es Irma ist, die schließlich Alice erkennen lässt, dass Mutter und Schwester gar nicht weit noch immer quicklebendig sind, hätte ich nicht gedacht. Warum hat sie die Briefe nicht bekommen? Steckt da vielleicht Grigorjew dahinter? Ich denke nicht, dass es Sergej war. Obwohl ich am Schluss dieses Abschnittes dachte, dass auch er sehr egoistisch ist und sich nicht wirklich freut, dass Alice ihre Schwester wiedergefunden hat. Und dass er nicht verstehen könnte, wenn sie ihr nahe sein will. Alice hat ja nur eine relativ kurze Zeit wirklich bei ihm gewohnt und war dann im Heim. Und davor war sie 11 Jahre mit ihrer Familie zusammen. Ich dachte, die Russen halten viel von Familienbanden. Aber Sergej denkt nur an seine eigenen Befindlichkeiten nicht daran, wie schwer das Alles für Alice ist.

    Ich bin da sehr zwiegespalten: Ich glaube, dass Sergej sich in gewisser Weise auch auf "dünnem Eis" bewegt. Noch immer undurchsichtig, diese Figur und das Einzige, das ich ihm absolut abnehme, ist seine Zuneigung Alice gegenüber, die in gewisser Weise die Rolle seiner verstorbenen Tochter einnimmt (so etwas gibt es, wie ich feststellen durfte in meinem eigenen Leben, öfter bei Menschen).

    Das ist in gewisser Weise sein "Trauma", dass er ihr nicht helfen konnte - und das verloren hat, was er am meisten liebte: Frau und Kind.

    Ich bin ziemlich sicher, dass er Zugang zum KGB hat - oder einer anderen Organisation, der er sich verpflichtet fühlt. Seine Stimmungsschwankungen muss ich noch weiter erforschen ^^, sie sind auffallend....

    Ich bin da ganz bei euch. Das ist alles sehr verworren und geheimnisvoll. Wobei ich bei Sergej glaube, dass über ihm weit mächtigere Männer stehen, die die Fäden ziehen. Für mich ergibt es nur keinen richtigen Sinn, schon bei Mädchen ihre Macht zu demonstrieren.

    So wie gagamaus schreibt, es geht um Familien die im Krieg auseinander gerissen wurden. Da geht der Hass schon ziemlich weit, wenn man sich sogar an Kindern rächt.

    Ja, diese Stimmungsschwankungen sind komisch, die werfen bei mir auch Rätsel auf.

    Wieder ein spannender und interessanter Abschnitt. Ich schreibe erst meine Eindrücke bevor ich eure Beiträge lese.


    Emma ist tatsächlich Dolmetscherin geworden und das so gut. Wenn ich daran denke, wie schwer ich mich mit Sprachen tue. Wir hatten übrigens ab der fünften Klasse russisch Unterricht. Aber fragt mich mal heute was ich davon noch weiß^^

    Das Rosa nicht verstanden hätte, wenn sie gewusst hätte, dass Emma russisch lernt, kann ich verstehen.

    Ich bin ehrlich betroffen und traurig, dass Rosa es nicht geschafft hat. Wie schön wäre es gewesen, ihre beiden Mädchen wieder bei sich zu haben. Andererseits habe ich mich aber auch gefragt, wie sie mit Alice ihrer politischen Einstellung und das Alice nicht in den Westen möchte, klargekommen wäre. Wahrscheinlich nicht gut.

    Auch wie Rosa sich verabschiedet hat, fand ich traurig und schade. Emma konnte sich nicht richtig verabschieden und Rosa wollte anscheinend keinen anderen Abschied. So hat Rosa über ihre Art zu gehen entschieden.

    Aber, Rosa hat sich zum Ende hin doch noch geöffnet, zu groß war die Last des Vergangenen.

    Irma wirft ein paar Rätsel auf. Warum hat sie die Briefe nicht bekommen, lag es an Sergej oder gibt es da noch eine höhere Instanz? Sie kommt mir wie eine Verräterin vor, doch man kann sich auch irren. Denn die Frage ist doch, hat sie es gemacht, weil sie bedroht wird/wurde, oder macht sie es freiwillig? Ich fand es aber nett von ihr, dass sie Alice von der Karte erzählt hat.

    So war es möglich, dass Alice sich auf die Suche machen konnte. Und nun sind sie wieder veeint, worüber ich mich mehr als gefreut habe. Doch diese unsichtbare Mauer ist wohl für Alice unüberwindbar. Sie ist immer noch tief verletzt das sie die Zurückgelassene ist. Obwohl Emma ihr alles erzählt hat, bleibt bei Alice diese Eifersucht, weil Emma bei ihrer Mutter sein konnte. Dann ist Rosa tot und Alice hat nun keine Möglichkeit mehr sie in die Arme zu nehmen.

    Es ist logisch, diese ganzen letzten Jahre sind auch nicht spurlos an Alice vorbei gegangen, dass verändert einen Menschen. Doch was mir besonders auffällt ist die politische Überzeugung. Ich kenne das ( DDR ) wir haben im geheimen zu den ganz überzeugten immer " rote Socke" gesagt. Und Alice wurde natürlich die letzten Jahre sehr von verschiedenen Seiten, ich denke besonders von Sergej, geprägt. Und diese eine entscheidende Sache wird bestimmt zwischen den beiden stehen bleiben, egal wie groß die Sehnsucht zueinander ist.


    Schmunzeln musste noch, wie Emma an ihren fast Ex-Verlobten gedacht hat. Die Vorstellung von diesem, was Frauen für Aufgaben haben, hätte so gar nicht zu ihr gepasst. Dafür ist sie zu selbständig und hat sich zu viel erkämpft.


    Max sein Leben bleibt auch nicht uninteressant, er hat sogar Jura studiert. Das bewundere ich, genau wie bei Emma, wo sie doch beide Außenseiter waren. Auch was er nebenbei noch alles leistet ist nicht gerade wenig. Ich habe natürlich noch gegoogelt, nach dem Notaufnahmelager Marienfelde. Ich weiß nicht ob ich dieses Leid der Menschen, von dem diese berichteten ertragen hätte. Fluchtversuche stehen auch jetzt unter Strafe. Klar, wenn nicht behandelt worden wäre, hätte die DDR bald keine Menschen mehr gehabt, bis auf den harten roten Kern.

    Und nun geht er vielleicht zum BND, keine Ahnung ob das gut oder schlecht ist.


    Dann ist da noch Kai und sein Vater...einfach ein schrecklicher Mann. Viele Männer die aus dem Krieg zurück kamen, hatten sich grundlegend verändert. Viele leider auch zum negativen. Als ich gelesen hatte, dass er bald frisch frisiert und im Anzug zu sehen war, wusste ich gleich das da etwas nicht gut läuft.


    Ach noch etwas, Sergej hat sich, als er und Alice in Moskau waren, ihr anvertraut, dass sie ihn an seine Tochter erinnert. Aber irgendwie ist nun zwischen ihrer Beziehung ein kleiner feiner Vertrauensriss.


    Nicht vergessen darf ich den Physiker Dr. Sigmund Haushofer, der sich in den Westen abgesetzt hat. Ich mag nicht so recht glauben, dass er das alleine nur wegen des Geldes getan hat. Da muss noch etwas anders dahinter stecken.

    Julius steht natürlich unter Generalverdacht, klar, er war ja Haushofer sein bester Freund. Vielleicht hat Julius sein Vater gar nicht so Unrecht, er sollte auch in den Westen gehen.


    Ich muss jetzt erst einmal Schluss machen, sonst artet das hier bei mir aus.

    Die Nazis mochte er GsD überhaupt nicht - und es kursiert die Geschichte (er hat seine Ausbildung zum Gärtner in Berlin absolviert, als Hitler an die Macht kam), dass er NICHT den Hitlergruß machte - was damals unter Strafe stand. Solch einen Mann zu grüßen, war unter der Würde meines Vaters (was ich ihm noch heute hoch anrechne, auch wenn er nicht viel aus der Zeit des 2. WK - er wurde spät eingezogen, war in Norwegen) erzählte... wie so viele....

    Hut ab vor Deinem Vater. Dafür zolle ich ihm wirklich Respekt!

    Ja Hut ab, dass hätte auch ganz anders ausgehen können. Das erforderte schon viel Mut.


    Das gab es bei uns zu DDR Zeiten auch so ähnlich. Ich habe als Köchin, als Zivilangestellte bei der NVA, in der Offiziersküche gearbeitet. Als ein hoher Offizier aus Berlin ( den Namen vergessen ich mein Leben lang nicht " Oberst Pawlivzok) bei uns in der Kaserne zu Besuch war, sagte ich im Vorbeigehen ganz normal guten Tag zu ihm. Er hielt mich sofort an und fragte mich ob ich ihn nicht richt grüßen könnte, ich sollte salutieren. Ich sagte ihm dann, das ich Zivilangestellte bin und ein normaler Gruß da wohl reiche. Er war richtig angepisst, entschuldigt den Ausdruck. Als ich später meinen Meister machen wollte, wurde mir ans Herz gelegt für drei Jahre als Unteroffizier die Uniform anzuziehen und in die Partei einzutreten. Das lehnte ich dankend ab. Damit war das Urteil gefallen, Oberst Pawlivzok hat dafür gesorgt, dass ich nicht meinen Meister machen konnte.

    Ich habe heute erst noch nach dem Massaker von Nemmersdorf gegoogelt. Manche Dinge notiere ich mir immer extra um dann in aller Ruhe nachlesen zu können. So wird man nicht dümmer^^ und erfährt zusätzlich einiges an Hintergrundwissen.


    Und als ich mir meine Notizen noch einmal durchgelesen habe, ist mir noch etwas aufgefallen. Der Vergleich zwischen den sowjetischen Lagern und den Konzentrationslagern. Ist gar nicht so weit hergeholt wenn ich nur an das Buch " So weit die Füße tragen" denke. Da gibt es ja einige in dieser Art, wo von den Zuständen in russischen Arbeitslagern berichtet wird.


    Claire Winter , danke für den Buchtipp " Kalte Heimat"

    . Aber was Emma und Alice empfinden wird sicherlich durch den Verlust der anderen noch multipliziert. Es ist ja, als wäre einem etwas abgeschnitten worden. Und da ja keiner die "Leiche" des anderen wirklich gesehen hat, können sie das alle nicht verarbeiten. Dass die Mutter sich solche Vorwürfe macht, finde ich besonders schrecklich. Und das sie nicht darüber sprechen kann mit der verbliebenen Tochter. Auch wenn ich Rosa verstehen kann, so tut mir Emma doch leid. So etwas hinterlässt tiefe Narben und davon bekommen viele Menschen später Depressionen und ähnliches.


    Ebenfalls aufgefallen - und wieder mal sauer aufgestoßen - ist mir, dass viele Nazis ihre Denkweise einfach beibehalten haben und auch lautstark kundtun. Erschreckend aber das kannte ich ja spätestens aus vorhergehenden Romanen auch von Claire schon. X/

    Ich denke auch so, was die Depressionen angeht. Ich habe mal eine Doku gesehen, wo sich Forscher, Psychologen und Psychiatrer mit dem Thema Nachkriegsdepression befasst haben. Da ging es nicht nur um den ersten und zweiten Weltkrieg, sondern auch um andere Kriege wie den Vietnamkrieg, Afghanistan, Irak und andere. Diese Depressionen können noch an die zweite und dritte Generation weitergegeben werden. Das sind viele Faktoren die dabei zusammenkommen. Das war sehr interessant. Durch dieses " darüber reden wir nicht" wird das erlebte nicht verarbeitet und jeder muss mit seinen Dämonen alleine zurecht kommen.

    Da fand ich es interessant was Emma nach der Begegnung mit dem russischen Mann passiert ist. Sie erlitt einen Albtraum. Nicht verwunderlich, dass ist wie ein Trickerpunkt, der Bilder im Unterbewusstsein wieder aufleben lässt. Ich kenne das durch mein Trauma was ich über viele Jahre erleben musste ( hab ja schon mal darüber berichtet) da kann es einem richtig gut gehen und dann reicht ein Schlüsselerlebnis oder ein Gegenstand und man wird in die Zeit zurück versetzt und alles ist wieder präsent. Nur uns wird heutzutage geholfen und diese Hilfe haben Menschen wie Emma, Rosa und so viele mehr, nicht gehabt. Ganze Völker waren traumatisiert.


    Das Nazis nach dem Krieg führende Positionen bekommen haben und sogar im BND tätig waren, verstehe ich bis heute noch nicht. Sicher, sie hatten in bestimmten Positionen die Fähigkeiten, aber andere wären auch fähig gewesen, wenn man sie ausgebildet hätte.

    Claire Winter

    Ja, - und Rache war das auf jeden Fall bei vielen. Ich erinnere mich, dass ich für meine Recherchen ein Buch gelesen haben, in dem wurde berichtet, dass manche sowjetischen Soldaten erzählten, sie hätten sich heute schon zwei oder drei Mal gerächt und damit war dann gemeint, dass sie zwei oder drei Frauen vergewaltigt hatten. Das fand ich sehr erschütternd.


    Meine alte Chefin damals wurde von den Russen , als diese Rache nehmend über Deutschland rollten, in Gefangenschaft genommen und in ein russisches Arbeitslager gebracht. Aber bis sie dort ankam wurde sie täglich vergewaltigt. Bei uns in der DDR gab es ein monatlichen Beitrag, den jeder Arbeitnehmer zahlen musste. Das war für die " deutsch sowjetische Freundschaft" und sie wollte diesen Beitrag natürlich für das was man ihr angetan hat, nicht bezahlen. Da legte man ihr nahe, dass das ganze Kollektiv darunter leiden würde, sie wurde also unter Druck gesetzt. Folgedessen hat sie den Kollegen zu Liebe diesen Beitrag geleistet.

    So kann ich auch verstehen, dass Rosa so einen Hass auf die Russen hat. Sie musste dem Grauen in die Augen sehen, sie glaubt ihr Kind wurde ermordet oder verschleppt. Da hat man keine Sympathien übrig.

    Sagota

    Eine der interessantesten Stellen im Roman ist für mich auch die Szene, in der Emma ganz augenscheinlich mit ihrer Schwester verwechselt wird: Dass Rosa sich der Option verschließt, ihre Tochter Alice könnte noch am Leben sein, verstehe ich irgendwie: Viele Menschen haben damals derart unter der Ungewissheit gelitten, ob der/die Angehörige, nahe Familienmitglieder noch leben - oder nicht mehr, gar den Verstand verloren... Die Hoffnung Emma's hingegen finde ich ebenfalls nachvollziehbar - und bin sicher, dass sich die Zwillinge wiedertreffen werden: Nur wann und wo - ist derzeit noch unklar....


    Abschließend muss ich noch anmerken, dass ich mich schon fragte, wie ein hoher russischer Oberst oder Offizier wie Sergej ein deutsches Mädchen so beschützen kann wie Alice



    Ja die Szene hat mich auch noch eine Weile beschäftigt und ich glaube fast, dass es da vielleicht noch etwas geben wird. Dieser Markov war ja ganz scharf drauf, die Identität des Mädchens in Erfahrung zu bringen.


    Wahrscheinlich wäre es Sergej nicht gelungen, deshalb hat er ihr auch eingebleut ja nicht deutsch zu sprechen. Aber schon sehr gewagt, welches Risiko er auf sich genommen hat.

    Auch von mir ein Hallo an euch und dich liebe Clair.


    Nach einiger Wartezeit war ich schon sehr gespannt auf den neuen Roman. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich sehr begeistert bin.

    Der Prolog fängt sehr geheimnisvoll und spannend an. Die Frage ist nun, wer die junge Frau und wer der Verfolger ist. Sicher wird diese Szene uns zu einem späteren Zeitpunkt aufklären.


    Das es damals ein Fluchtverbot gab wusste ich, umso mutiger fand ich Rosa ihre Entscheidung, es doch zu wagen. Das es so ein dramatisches Ende nehmen wird, hat mich sehr betroffen. Ich weiß durch meine Tanten, die Zwillinge sind, wie verbunden sie sich fühlen. So kann ich mir gut vorstellen wie sich Emma und Alice fühlen. Auch wenn jeder vom anderen glaubt, dass jeweils der andere tot ist, so bleibt ein Gefühl der Unwissenheit.

    Rosa tat mir in dem Moment der Entscheidung, als die Häuser schon brannten, unendlich leid. Abwägen zu müssen, welches Kind zu retten realistisch ist, einfach grausam. Aber die Angst vor den Russen war einfach zu mächtig.


    Was mir auch hierbei aufgefallen ist, dass über das Vergangene nie gesprochen wird. Das war in so vielen Familien so, wie auch bei meinen Großeltern, die aus dem Sudetenland geflohen sind. So auch bei Rosa und Emma, zu schrecklich sind die Erinnerungen. Doch Emma würde gerne über einiges sprechen, leider ohne Erfolg. Diese Verbundenheit zwischen Zwillingen, zu spüren ob der andere noch lebt, soll es tatsächlich geben. Und dieses nicht wissen ob Alice noch am Leben ist, lässt Emma nicht zur Ruhe kommen.


    Rosa hat trotz allem, sich und Emma durch die schlimme Zeit gebracht und nun führen sie ein bescheidenes aber ein gutes Gutes. Und sie sind zusammen, während Alice alleine ist.

    Allerdings mache ich mir um Rosa ihren Gesundheitszustand große Sorgen und ich hoffe inständig, dass sie so weit es geht, gesund bleibt.

    Emmas Freund Max finde ich eine interessante Charaktere. Auch er und seine Familie haben einiges durch gemacht. Er ist so wie Emma ein Außenseiter. Bei ihm allerdings, weil sie damals nach Amerika geflüchtet waren.

    Was mich immer wieder erschreckt, wie die Flüchtlinge noch nach dem Krieg beschimpft worden sind, wo doch alle so viel Leid erlebt haben.


    Sergej ist auch sehr interessant. Gut das ihn Alice so sehr an seine Tochter erinnert hatte, denn nur so konnte sie überleben.

    Ich bin so froh, dass sich Sergej die ganze Zeit weiterhin um Alice gekümmert und sie im Auge behalten hat. So blieb ihr das schlimmste in den Heimen erspart.

    Mir ist als haben Emma und Alice einige Parallelen. Bei Alice ist es Sergej, bei Emma Major Carter. Und die Sache mit den Sprachen ist auch noch da. Nur die politische Überzeugung wird bei beiden eine andere Richtung einnehmen.


    Die damalige politische Situation zwischen Ost und West ist ja bekannt, aber Clair hat viele interessante Fakten mit eingebracht, die ich so noch nicht kannte.

    Operation Ossawakim, war mir zum Beispiel nicht bekannt. Da kam das erste mal der Physiker ins Spiel. Und von der Kampftruppe, in der Max ist, wusste ich auch noch nichts.


    Irma ihr Schicksal ist auch tragisch und noch dazu so ungerecht. Diese speziellen Einrichtungen, wo sie vielleicht hingekommen ist sind nicht tragbar. Ich bin ja in der DDR groß geworden und die Jugendwerkhöfe gab es auch zu meiner Zeit ( eigentlich bis 1989) noch. Ich hatte zwei Jungen an meiner Schule, die dort hin gekommen sind und habe sie viele Jahre später einmal wieder getroffen. Die wurden dort gebrochen und waren psychische Frak's. Schlimm was sie dort erleben mussten, dass kommt der Hölle gleich.


    Der Mann der Emma am Arm gepackt hatte, beschäftigt mich auch noch. Er dachte bestimmt, dass es Alice ist.


    Dann war da noch die Rot Kreuz Karte, die Rosa zerissen hat. Eine Chance, Alice vielleicht doch zu finden, die verloren gegangen ist. Obwohl ich mich auch dabei frage, ob es möglich gewesen wäre auch vermisste Menschen zu finden, die im Ostblock gelebt haben.

    Alles sehr spannend, ich war auch sofort in der Geschichte drin. Bei Clair ihrem Schreibstil nicht verwunderlich.

    Eins ist keins^^, da kann man ruhig zwei nehmen

    Nein, habe ich nur während meiner Ausbildung zur Köchin gemacht. Da würde das aber auch bei bestimmten Exemplaren von uns gefördert und abgefragt. Nach Beendigung meiner Ausbildung nie wieder:)

    Ich finde so genial wie sie auf der Kutsche redet und redet und sein Gesichtsausdruck dazu ^^


    Bin gespannt was Du zu Gilbert sagst. 8)

    Das fand ich auch Klasse. In dem Moment hat sie mich unwahrscheinlich an mich selbst erinnert. Ich war auch so eine Quasselstrippe, was meine Eltern so manches Mal an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Ich hatte auch immer das letzte Wort. Als mein Vater mich mal fragte...." musst du immer das letzte Wort haben?" ....hab ich gesagt...." ich wusste ja nicht, dass du noch etwas sagen wolltest"....:D. mein Vater hat mich nie gehauen, er brauchte nur gucken. Und der Blick in dem Moment, sagte eindeutig, kein Wort mehr