Beiträge von ysa

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Vielen Dank für die Leserunde! Es war eine sehr interessante Geschichte und auch wenn ich bis zum Schluss nicht so recht reingefunden habe, so weiß ich doch, dass es ein wichtiges Buch ist!


    Die restlichen Links wurden noch nicht freigeschaltet und werden nachgetragen!


    Literaturschock Forum

    Heyn

    LB

    Der Kinderzug

    Michaela Küpper


    Am 27.09.1940 wurde auf Führerbefehl Hitlers hin die KLV, die sog. Kinderlandverschickung angeordnet. Was Baldur von Schirach als „Revolution der Erziehung“ nannte und von der NSDAP als humanitäre Großtat gelobt wurde, hatte nicht nur zum Ziel, die Kinder vor Luftangriffen zu schützen, sondern vor allem, sie völlig unter den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie zu stellen.

    In den Jahren 1940 bis 1945 wurden so mehr als 2 Millionen Mädchen und Jungen von ihren Familien getrennt in verschiedenste KLV-Lager geschickt. Die Leitung dieser Lager wurde meist einer Lehrkraft aus der Heimat übertragen. Diese waren dann oft für Wochen, Monate und manchmal Jahre für das Wohl der Kinder verantwortlich.


    Das ist der geschichtliche Hintergrund für Michaela Küppers neuen Roman. Wir begleiten die junge Lehrerin Barbara und ihre Gruppe von Mädchen auf ihrer 819 Tage dauernden Odyssee quer durch das Deutsche Reich. War das erste Lager noch sehr angenehm, so verschlechtern sich die Zustände mit Fortdauer des Krieges drastisch. Hunger, Not, Kälte und niemand, der sich für diese Gruppe zuständig fühlt. Sie werden völlig alleine gelassen. Der Krieg rückt spürbar näher, sie erleben Zerstörung, Bomben und Flucht.


    Der Stil der Autorin ist angenehm nüchtern - die Erlebnisse sind ja an sich schon dramatisch genug.

    Die gute Recherche der Autorin merkt man aber auch in vielen Kleinigkeiten, die den Alltag beschreiben - zum Beispiel bereits vorgedruckte Karten, die verschickt werden konnten oder auch wie allgegenwärtig der Führer war.

    Michaela Küpper beschreibt die Ereignisse aus den verschiedensten Blickwinkeln – Barbara, Gisela, die kleine Edith und Karl kommen abwechselnd zu Wort. Auch bei den Kindern bzw Jugendlichen werden unterschiedlichen Standpunkte klar: während einige unter dem Heimweh leiden, eigentlich nur ihr normales Leben wiederhaben wollen, sind andere vom Drill der HJ geprägt, systemtreu und von der Ideologie begeistert. Es sind fiktive Figuren, aber sie stehen für zahlreiche Kinder, die tatsächlich unter schrecklichen Bedingungen und von ihren Familien getrennt aufwachsen mussten.

    Fazit: eine berührende Geschichte über ein Thema, das nur selten zur Sprache kommt.

    Empfehlenswert – nicht nur für Geschichtsinteressierte!


    4ratten

    Der letzte Abschnitt ist nur auch geschafft: die Irrfahrt von Barbara und den Kindern geht weiter und die Zustände, in denen sie leben müssen, werden immer Schlimmer. Hunger, Kälte und Ungewissheit werden Alltag.

    Diese Schilderungen machen wirklich betroffen - einerseits, wenn man bedenkt, unter welchen Umständen da eine Generation heranwachsen musste und andererseits fallen mir natürlich auch die zahllosen Kinder ein, die heute auf der Flucht sind.


    Während Barbara in erster Linie die Mädchen wirklich beschützen will, ist Lydia noch immer begeistert regimetreu. Ihr Verschwinden hat sie gut geplant, jedoch ohne zu überlegen, welche Probleme sie damit allen anderen macht.

    Das "Verhör" der Offiziere war schon bezeichnend - sie wollten unbedingt, dass Stanislav schuldig ist. Die schon vorhandenen Vorurteile würden damit nur weiter bestärkt.

    Die Aufklärung über Lydias Aufenthaltsort kam zu spät.


    Gerade in der Zeit, als sie sich schon auf der Heimreise befinden, landen sie dann tatsächlich noch mitten im Krieg. Die Bomben, denen sie nur durch Zufall entkommen konnten. Die vielen Opfer unter den Kindern, die im Zug geblieben sind - so traurig! Diese Kinder, die ja vorher schon von ihren Lehrern/Betreuern im Stich gelassen wurden.

    War es eigentlich ein Irrglaube oder ist was dran, dass ein offener Mund das Platzen des Trommelfells bei solchen Druckwellen verhindern kann?

    Am Schluss dann noch das tragische Aufeinandertreffen von Karls Gruppe mit Lydia und den Amerikanern und Schmittchens Tod. Jetzt nachdem sie so viel Not überstanden haben und knapp vor der Heimfahrt standen.


    Aber einige sind tatsächlich noch nach Hause gekommen - in eine zerstörte Stadt und dass Johann am Ende doch noch auftaucht, ist ein kleiner hoffnungsvoller Blick in die Zukunft.


    Mit dem Buch ist es mir seltsam ergangen: es hat mich teilweise wirklich berührt, konnte mich aber nicht fesseln. Fast am interessantesten fand ich eigentlich das Nachwort, das mir einiges erklärt hat zu diesen Kinderlandverschickungen. Aber trotzdem finde ich, dass es ein wichtiges Buch ist.

    Bei mir ist es tatsächlich so, dass der Sog erst jetzt eingesetzt hat. Aber jetzt bin ich auf den letzten Seiten und total gefangen von der Story.

    Da warte ich noch ein wenig drauf, aber vielleicht ändert sich das ja noch im letzten Abschnitt.


    chwer ist es vor allem, weil die damals noch keine Smartphones und keine Web-Cams hatten. Das ist heutzutage schon alles viel leichter. Und natürlich kam hier noch der Krieg dazu und die Sorge um den anderen.

    Man merkt, dass die Treffen sehr intensiv und aufwühlend sind. Man muss das Leben und Lieben auf wenige Stunden komprimieren und dann davon zehren. Das merkt man Johann auch ganz deutlich an.

    Ich stelle es mir sehr schwierig vor unter diesen Bedingungen eine Beziehung zu vertiefen. Man hat nur wenig Kontakt, die Lebenssituationen sind grauenhaft, jeder erfährt seine ganz persönlichen Traumata und jeder lebt zu einem gewissen Teil in seinen Träumen vom anderen bzw in den eigenen Illusionen.

    Dann sich wiederzusehen und eine Beziehung aufzubauen muss unglaublich schwer sein!

    Ich halte es mittlerweile wie Kirsten . Ich habe irgendwann festgestellt, wie viel unnützes Zeug ich habe. Da habe ich angefangen alles auszusortieren, was ich nicht mehr benötige. Da ich das als sehr befreiend empfinde, habe ich das mittlerweile auch auf meine Bücher übertragen und es ist immer wieder ein befreiendes Gefühl.

    Das kann ich gut nachempfinden. Ich versuche in allen Bereichen eher minimalistisch zu leben (Kleidung, Deko, Küchenzeugs etc...) Da schaffe ich das recht gut und ich hab auch keine Problem, mich von Dingen zu trennen, die ich nicht regelmäßig benütze.

    Bücher sind da leider die Ausnahme8|

    Weil hier schon mal die Möglichkeit genannt wurde, dass Bücher aussortiert werden und dann in einem "zu verschenken"-Karton vor dem Haus landen.

    Ich hab das mal gemacht und die Nachbarn waren ziemlich begeistert von der Idee. Meine Bücher waren bald weg und alle waren zufrieden.

    Wie schon gesagt: die Nachbarn waren begeistert, fanden, das sei eine gute Idee... und in den nächsten Wochen standen immer wieder Bücherkartons vor den Türen.

    Ratet, wer dort immer wieder fündig wurde?!?:evil:

    Barbara ist auf jeden Fall jetzt alleine für sie zuständig. Eine Verantwortung, die ich nicht hätte tragen wollen. Allein schon immer wieder die Nachrichten, von Todesfällen in den Familien der Mädchen. Psychologisch wurden die Menschen damals völlig alleine gelassen. Ich denke mir immer wieder, dass es ja ein ganzes Land, ein ganzes Europa von Menschen gab, die durch den Krieg psychisch auf die ein oder andere Weise krank wurden.


    Das denke ich mir auch die ganze Zeit! Diese Verantwortung ist so extrem und vor allem, weil sie ja keine Ahnung hat, wie lange diese Verschickung für sie dauern wird. Aber man schafft sehr viel, wenn man keine andere Wahl hat. Und weder Barbara noch die Mädchen hatten eine Wahl! Die psychischen Folgen für die Kinder müssen dramatisch gewesen sein. So wie Du sagst gagamaus : ein ganzes Europa von Menschen, die psychisch krank waren.


    Gibt es überhaupt Untersuchungen, welchen Auswirkungen solche Lebensbedingungen auf junge Menschen hatten?

    ebt Rudi noch? Er wurde in eine Einrichtung gebracht. Wie fürchterlich ist diese Vorstellung. Wie so kleine Nebensätze eine Leserin doch aufwühlen können.

    Stimmt! Ich frage mich auch, was aus Rudi wurde. Und wenn ich an "Die Vergessenen" von Ellen Sandberg denke, wird mir ganz schlecht... Ich hoffe so, dass Rudi es besser erwischt hat. Seine Mutter tut mir wirklich leid!

    Wirklich neugierig bin ich auf das Schicksal von Rudi und Edith und ich fürchte wirklich Schlimmes!


    Karl ist erst 16 aber ich fürchte, er wird den Krieg bald hautnah miterleben. Inzwischen sehnt er sich danach. Nach all dem Drill und dem Aufhetzen ist das fast verständlich.

    Tja... Karl. Momentan ist er noch voll überzeugt und total auf Linie. Ich bin aber überzeugt, dass sich das mit der Zeit ändern wird. Erschütternd finde ich die Begeisterung für den Krieg, den Wunsch unbedingt teilzunehmen.

    Jetzt geht es ganz schlimm weiter: die Mädchen müssen weiterziehen.

    Und Edith ist arm dran - krank und verängstigt. Damit sie sich nicht blamiert bzw nicht "abgeholt" wird, rennt sie doch noch auf diese schäbige Bahnhofstoilette und prompt fährt der Zug ohne sie weiter. Was für ein gruseliger Moment!

    Für sie und auch für Barbara - logisch! Denn Barbaras Suche nach Edith wird zu einem sehr riskanten Unterfangen: sie hatte Glück, diesem betrunkenen Typen entkommen zu können! Ich hätte nicht gedacht, dass er dann auch noch zum Bahnhof fährt. Wie gut, dass Edith sich da noch verstecken konnte! Was hätte er mit dem kleinen Mädchen angestellt? <XUnd dann nocht die Zeitungsmeldung über die ermordete Frau - da wird klar, dass sie wirklich großes Glück hatten.


    Dr. Ritter wird versetzt und Barbara muss die Lagerleitung übernehmen. Ich bin neugierig, ob wir ihn noch einmal treffen werden. Abgesehen von seiner betrunkenen und reichlich schrägen Liebeserklärung an Barbara war er ja ein sehr netter und korrekter Charakter. Ob das aus der Unsicherheit der Zeit entstanden ist? Hätte er in Friedenszeiten auch so etwas gemacht?


    Barbara und Johann sind ja mittlerweile ein Paar. Wie seltsam so eine Beziehung gewesen sein muss und ich bin sicher, dass es viele in dieser Art gegeben haben muss. Frisch verliebt vor dem Krieg, lange Trennung und viele Illusionen und nach dem Krieg oft traumatisierte Menschen.


    Gisela ist mit ihrem Witz und ihrer Ehrlichkeit der liebste Charakter. Sie hat Verstand und das Herz am rechten Fleck. <3


    Wieviel Stationen haben Barbara und die Kinder jetzt hinter sich? Keine Aussicht auf eine Rückkehr nach Hause und dazwischen immer wieder die Meldungen über die Todesfälle in den einzelnen Familien.


    Wenn ich mir die einzelnen Situationen vorstelle, so ist es eine wirklich berührende Geschichte. Aber so ganz finde ich noch immer nicht rein - vielleicht, weil ich nur mit vielen Unterbrechungen lesen kann.:/

    Hmmm... ich lese weiter...

    Ich bin Anwältin in Chicago und höre mir die Geschichte von Bens Jugend im Polen des 2. WK an. Die Geschichte vom Überlebenskampf der jüdischen Familien und der Grausamkeit des Naziregimes. Außerdem ist es die sehr persönliche Geschichte von Ben und Otto mit der zentralen Frage, ob aus Otto nach dem Krieg dann Elliot Rosenzweig wurde.

    Ach je... ein zahnendes Baby ist arm dran und die Eltern dann leider auch! Ich wünsche Euch viel Ruhe und Entspannung!


    Mir ist es mit diesem Buch ähnlich ergangen - ich konnte kaum aufhören zu lesen!


    Jede einzelne Geschichte in der Geschichte ist spannend. Ich hab mir allerdings die ganze Zeit überlegt, wie realistisch diese ganze Aktion um Isaak ist. Denn Isaak kommt ja aus einer komplett anderen Welt und soll sich jetzt so einfach zurechtfinden? Noch dazu hat er am Anfang ja keine Ahnung, was er da machen soll.

    Ganz ehrlich: ein klein wenig unglaubwürdig ist das für mich schon. War der Boxkampf schon in diesem Abschnitt? Ob das so möglich ist? Unwahrscheinlich!


    Aber trotz meiner massiven Zweifel an der Möglichkeit, ist die Geschichte superspannend.

    Normalerweise gebe ich ja rasch auf, wenn mir eine Geschichte zu utopisch wird, aber hier konnte ich nicht aufhören. Alex Beer kann Geschichten erzählen - soviel ist klar.


    Clara wollte ich nicht als möglichen Maulwurf sehen. Warum hätte sie Isaak dann in diese Rolle stecken sollen? Warum hätte sie seiner Familie helfen sollen? Um Isaaks Familie machte ich mir wirklich Sorgen. Wie weit kommen sie ohne Isaak?


    Und was den Mord angeht hab ich ja schon geschrieben, dass ich von Anfang bis zur Auflösung Nossek im Verdacht hatte. Vor allem, weil es eigentlich keine anderen Verdächtigen gibt und er ein wirklich unsympathischer Charakter ist.

    Meine Bücher sind mir dafür ehrlich gesagt auch zu schade... Die sind im Normalfall in einem einwandfreien Zustand, da würde ich höchst ungern etwas kaputt machen- Selbst wenn ich den Inhalt nicht gut finde^^

    So geht es mir auch. Selbst wenn mir der Inhalt nicht gefällt, kann ich es nicht zerstören. Und nur langsam finde ich mich damit ab, dass ich nicht alle bei mir behalten kann.

    Gibt es einen Fachbegriff für Büchermessie? Oder eine Diagnose?

    Meine Bücher stehen auch schon doppelreihig. Aber auch das ist ja keine Lösung auf Dauer. Außerdem... so besonders hübsch sieht das nicht aus.


    Jetzt bin ich auf der Suche nach "neues-Bücherregal"-Möglichkeiten in meiner Wohnung. Ein paar Möglichkeiten gibt es da schon noch. Aber ich mag es halt nicht, wenn jedes Eck einer Wohnung vollgestellt ist... folglich werde ich aussortieren müssen.


    Und damit nicht alles so vollgestellt aussieht, werden die nächsten Regale aus durchsichtigem Material sein und nur die Breite eines Buches haben. Momentan bilde ich mir ein, dass es dann ganz ok aussehen wird:/

    Dr. Ritter steht tatsächlich auf Barbara! Oh je, wenn das mal keine Folgen hat, dass Lydia das mitbekommen hat und dann auch noch ihrer kleinen Schwester berichtet.

    Ich fürchte, das wird noch Folgen haben - ein paar Seiten hat das Buch ja noch...

    Aber Dr. Ritters "Liebeserklärung" war auch reichlich schräg - irgendwie nicht wirklich sympathisch und eigentlich passt das nicht ganz zu dem Dr. Ritter, den wir bis jetzt kennengelernt haben. Der war eigentlich ziemlich taff und souverän. Aber so unter Alkoholeinfluss am Strand... ach je... reichlich misslungen! Und Barbaras Gedanken dazu waren ebenso seltsam...
    Und außerdem fühlt sich Barbara ja mehr zu Johann hingezogen. Ich weiß nicht, was ich jetzt tatsächlich halten soll (aber so richtig sympathisch ist er mich nicht!). Aber abesehen von einer Verlobten ist Johann eher problemarm.

    Aber diese Liebesgeschichten sind ja nicht wirklich die Hauptgeschichte hier.


    Der Krieg hat die Kinder eingeholt - viele Bombenalarme und schließlich müssen Usedom verlassen und weiterziehen. Für uns heute ist diese Unsicherheit bezüglich der Zukunft eine völlig unvorstellbare Situation. Wie schrecklich muss das für die Kinder, aber auch für ihre Eltern gewesen sein!


    Die kleine Edith ist nach wie vor mein Sorgenkind hier. Sie scheint einen heftigen Harnwegsinfekt zu haben und traut sich diesbezüglich nichts zu sagen. Dazu noch die Angst, dass sie "abgeholt" wird - eindeutig zu viel für so ein kleines Mädchen! Was ich aber von Marion halten soll, ist mir nicht ganz klar. Will sie sich wirklich um Edith kümmern? Oder?


    Tragisch, aber bezeichnend finde ich Dr. Ritters Reaktion auf die Nachricht, dass der Sohn "nur" einen Oberschenkeldurchschuss hatte. Und dann ist da ja auch noch Lydia, seine Tochter, die im Gegensatz zu ihm selber, total "auf Linie" ist. Wie schrecklich muss es gewesen sein, wenn die Meinungen innerhalb einer Familie so unterschiedlich waren. Vor allem, weil ja eine abweichende Meinung, extrem bestraft wurde. Ich habe auch den Eindruck, dass Ritters Ehefrau auch nicht gerade eine Vertrauensperson für ihn ist.

    Karl ist mir trotz seiner Begeisterung für den Krieg ziemlich sympathisch. Der Verlust seiner Zwillingsschwester trifft ihn sehr hart - ich könnte mir gut vorstellen, dass sich seine Kriegsbegeisterung noch wandelt.

    Damit rechne ich eigentlich auch noch - einige kritische Gedanken sind ja schon aufgekommen. Aber noch ist die Faszination für die gesamte Organisation und auch für die Ideologie deutlich vorhanden. Mal abwarten!

    Sookie

    Danke für die Info! Stimmt, das nimmt doch ein wenig Spannung heraus. Allerdings ist die Art, wie das passieren soll, dann - zumindest für mich - doch recht überraschend gewesen!

    Geärgert hab ich mich eher über den Hinweis, dass Weissmann den Anschlag der Widerstandsgruppe überlebt!


    Wer schreibt eigentlich derart bescheuerte Klappentexte?

    Mit einigen Unterbrechungen durch Besuch am Wochenende habe ich den ersten Abschnitt jetzt gelesen. Hätte ich frei gehabt, hätte ich das Buch vielleicht aus Versehen schon ausgelesen, so gut hat mir der erste Abschnitt gefallen.

    Mir ist es mit diesem Buch ähnlich ergangen - ich konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Alex Beers Stil ist - wie auch bei den Geschichten rund um Emmerich und Winter - fesselnd. Auch hier schafft sie eine Atmosphäre, dass der Leser den Eindruck hat, sofort mitten drin zu sein!

    Das einzige, was mir ein bisschen negativ aufgefallen ist, war die Art von Isaak und seiner Schwester über die Judengesetze zu sprechen ("Wir Juden..."). Hätten sie da nicht eher nur von "wir" gesprochen?

    Hier wird wieder einmal deutlich, wie verschieden "Kleinigkeiten" aufgefasst werden können - denn gerade dieses "Wir Juden..." empfinde ich als authentisch und bezeichnend für ihre Situation. Für mich ist das nicht zu pathetisch, sondern einfach eine Beschreibung des Gefühls der Abgegrenztheit/Ausgeschlossenheit der Juden.


    Nachdem die Anfangsszenerie steht, war mein erster Gedanke, dass es im Grund fast ein klassischer Whodunnit ist.

    Der Eintritt in die Geschichte war ja wirklich brutal, aber für mich war die Geschichte um Isaaks Familie am Anfang spannender und ich konnte mir nicht vorstellen, wie eng diese beiden Stränge miteinander verwoben werden!


    Aber für mich war dieser Nosske der erste und wichtigste Verdächtige. Wer sollte es auch sonst sein? Die Nervosität des Portiers war für mich durch die Anwesenheit der SS-Leute hinreichend erklärt.

    Wie er dann jedoch von den Untersuchern verhört wurde, hat mich wirklich entsetzt. Auch wenn man weiß, dass Verhöre oft reine Folter waren, ist die Grausamkeit und Entmenschlichung doch immer wieder schockierend (auch wenn man es "nur" liest!)

    Da ist es mir genau wie Euch auch ergangen - man weiß eh, aber trotzdem ist man immer wieder fassungslos.


    Isaak wendet sich reichlich spät an Clara. Seine Bitte um Hilfe ist fast utopisch. Wie soll das organisiert werden binnen kurzer Zeit?

    Ich kann verstehen, dass seine Schwester die Gerüchte nicht glauben kann - wer kann soviel Unmenschlichkeit und einen solch perfiden Plan schon für möglich halten?! Selbst heute - mit unserem heutigen Wissen - fällt es mir immer wieder schwer, zu realisieren, zu welchen Taten Menschen gegenüber anderen Menschen in der Lage sind

    Ja - ich kann das auch gut verstehen. Vieles ist einfach undenkbar! Und die Repressalien haben ja kleiner angefangen, bevor sie wirklich lebendsbedrohend wurden.

    Clara hat das alles ja realistischer gesehen - sie wollte ja mit Isaak auswandern. Er hat sich damals für seine Familie und damit gegen Clara entschieden. Rebekkas Vorbehalte konnte ich da nicht so ganz nachvollziehen.

    Beim Lesen des ersten Abschnitts (und beim zweiten dann noch mehr) habe ich mir übrigens gedacht, dass der Klappentext eigentlich schon viel zu viel verrät. Das hat mich ein bisschen geärgert

    Ich hab das Buch ja tatsächlich sehr rasch gelesen und jetzt muss ich sehr aufpassen, um hier wirklich jeden Spoiler zu vermeiden! :entsetzt: Denn das Buch wird mittlerweile von einer Freundin "gefressen".:rollen: Und ich sitze hier und frage mich, was genau Du damit meinst....:confused: