Beiträge von ysa

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Umso mehr kann ich auch nicht verstehen, was Heinrich so wütend macht. Steht noch mehr zwischen ihm und Storch, als er Sophia erzählt hat? Ich finde, in dem Punkt ist er eher unsachlich

    Das hab ich mir auch gedacht, dass er in diesem Punkt ein klein wenig absonderlich reagiert. Vielleicht ist da wirklich noch ein Geheimnis in seiner Vergangenheit, dass er noch nicht erzählt hat. Oder ist es doch eher ein Geheimnis seines gegenwärtigen Lebens? Denn sein kurzer Kuss hat mich doch nachdenklich gemacht.


    Ich glaube, Marthe steht Moses auf seiner Suche nach seinem Niklas-Ich nicht im Weg, ganz im Gegenteil, sie will ja, dass er sich erinnert.

    Marthe ist diesbezüglich wirklich erstaunlich selbstlos. Sie will unbedingt, dass Moses sich erinnert und er muss ihr ja versprechen, die Marienkirche in Pirna aufzusuchen. Marthe scheint eine nette und kluge Frau zu sein. Was wenn Moses seine Vergangenheit nie wieder findet?

    Über die Arbeit der Flößer zu lesen hat mich fasziniert. Ich habe mal eine Doku von der damaligen Zeit gesehen, da ging es um die Geschichte der Elbe. Dort wurde auch über die gefährliche Arbeit der Flößer berichtet.

    Zuerst habe ich geglaubt, Moses würde stürzen, sich dabei den Kopf anstoßen und erlangt so sein Gedächtnis wieder ^^

    Ja! Da muss ich Dir zustimmen: diese Kapiten sind wirklich interessant zu lesen.

    Auch ich habe einen kurzen Moment geglaubt, dass er durch die Verletzung eventuell wieder sein Gedächtnis erlangen könnte. (Aber das funktioniert anscheinend nur bei Druiden;)!)


    @Kessi: Ja, die Begriffe "halbe Leiche", "Viertelleiche" wurden verwendet - noch bis ins 19.Jahrhundert.

    Danke für die Info! Wie seltsam...=O

    Ich hab es bis jetzt auch gerade bis zum 25 Kapitel geschafft...


    Sophia und die große Wäsche, die alle 2 Monate stattfindet. Das sind Details, die das Buch noch einmal interessanter machen! Wie das damals gemacht wurde etc. Bin ich froh, dass meine Waschmaschine funktioniert!;)


    Schumann hat sein Ziel erreicht und ist Ratsherr geworden. Interessant fand ich den Hinweis, das Ratsherren, die nicht zu den regelmäßigen Sitzungen erschienen, ein Strafgeld bezahlen mussten.

    Dass er die Füchse ;) beobachten lässt, hat mich nicht überrascht - vor allem nachdem die von ihm vorgeschlagene Magd nicht aufgenommen wurde. Hab ich da etwas überlesen oder falsch verstanden... woher weiß Schumann von diesem Codebuch?


    Bücherskorpion Woher hast Du die Einzelheiten vom Lehrplan nach dem der Magister unterrichtet wurde? Die geschichte mit dem Olivenanbau ist wirklich amüsant! Und es würde mich nicht wundern, wenn es tatsächlich so unterrichtet wurde.


    Hier erfahren wir auch einiges über Schumanns Vergangenheit. Er hatte es auch nicht immer ganz leicht, aber mein Mitleid mit ihm hält sich wirklich in engen Grenzen! Interessant jedoch sein Zusammentreffen mit Pater Johannes. War es Unfall oder Mord? Und welche Rolle spielte Carlowitz dabei? War er dabei, als Wolf seinen Vater ermordete? War es ein Unfall und Carlowitz beeinflusst Schumann, damit dieser glaubt, ein Mörder zu sein? Hat Carlowitz den Pater ermordet? So viele Möglichkeiten...


    Und dann ist da noch Lapidius, der ehemalige Studienkollege. Schumann kann ihn nicht dazu überreden, für ihn zu arbeiten. Gab es zu diesem Lapidius ein Vorbild? Real oder literarisch?

    Auf alle Fälle finde ich seine strikte Haltung Schumann gegenüber interessant. Was genau sucht dieser Mönch? und was ist für ihn die "wahre Seele der Alchemie"?


    Heinrich der in der Nacht das Kloster durchsuchen will und Sophia zum Abschied auf den Mund küsst.

    Wie steht es um seine Gefühle, Sophia gegenüber? Ist von seiner Seite her doch Liebe im Spiel? Nicht nur Freundschaft und Respekt füreinander? Denn er sorgt ja eigentlich sehr liebevoll für sie (auch wenn die Bank schief war).


    Maria im Kerker - es hat mich überrascht, dass dieses Kapitel jetzt noch einmal auftaucht. Aber ich hoffe wirklich, dass Maria heil rauskommen kann. Ich mag ihren Charakter sehr gerne!


    Moses... abgesehen von den wirklich interessanten Beschreibungen der Arbeit der Flößer bleibt alles irgendwie "in der Luft hängen". Ich versteh schon, dass er einerseits zwar neugierig auf seine Vergangenheit ist, dann aber doch wieder zögert. Wie schade, dass er in Pirna nicht in die Kirche darf und Sophia aus der Ferne sieht und nicht erkennt. Es überrascht mich jedoch, dass keiner der Menschen in Pirna ihn erkannt hat!


    Auf alle Fälle wird es immer spannender!<3

    Bücherskorpion Danke für Deine ausführlichen Antworten! Das Thema Signaturenlehre werde ich erst recherchieren, aber auf den ersten kurzen Blick hin, weiß ich jetzt schon, dass es total interessant wird.

    Und bevor ich es wieder vergesse: ich bin noch immer begeistert von der Idee, ein Wachschwein Circe zu nennen^^

    Hm, jedenfalls kommt dieser schmierige Schumann durch Carlowitz' Auftrag wieder in die Nähe von Sophia und Heinrich, und ich befürchte, dass er dann womöglich irgendwie mitbekommt, dass das Buch doch noch existiert.

    Das fürchte ich auch! Carlowitz ist ja noch immer ganz extrem interessiert an diesem Buch und lässt Schumann die Arbeit erledigen! Außerdem ist Carlowitz wesentlich mächtiger als Sophia und Heinrich. Wenn auch viele Beziehungen, Ereignisse und Hintergründe wichtig sind, der Codex hat eine Hauptrolle in dieser Geschichte!

    Wobei, Sophia ist ja auch verheiratet und wenn ich mir auch ein Happy End für sie und Niklas wünsche, so möchte ich aber nicht, dass Heinrich etwas zustößt.

    Darüber mache ich mir auch Gedanken und ich fürchte, dass Heinrich dieses Buch (oder das nächste) nicht überleben wird;(. Er ist ja mit Sophia verheiratet und das bleibt er auch, selbst wenn Niklas wieder auftaucht. Wie sollen sie dieser Zwickmühle entkommen? Ohne dass dabei zumindest einer draufzahlen muss? Vielleicht hat Heike ja eine nette Lösung gefunden!



    (Dass Heike uns alle foppt und Moses gar nicht Niklas ist, glaube ich jetzt mal weniger. Zumal ich die dann aufkommende Frage, wer es sonst sein soll, auch nicht beantworten könnte.)

    Das wäre in jedem Fall der Knaller =O

    Ach... diese Möglichkeit hab ich noch nicht bedacht! Moses doch nicht Niklas:/ Kann doch eigentlich gar nicht sein... oder?

    Jetzt hab ich einen Tag lang nachgedacht... und ihr habt schon alle wesentlichen Fragen gestellt....

    Wirklich tolle Fragen dabei!


    Lest ihr eure eigenen Rezensionen später noch einmal (nach Wochen/Monaten/Jahren)? Würdet ihr sie dann manchmal gerne ändern?

    Und wie immer gibt es so viele Fragen, die eigentlich unabhängig von der Geschichte, auftauchen!


    Seit wann gab es eigentlich tatsächlich Spielzeug für Kinder? Ich meine, für nicht adelig Kinder.

    Und wie war das mit den alten Kräuterbüchern? Waren die Pflanzen tatsächlich so gezeichnet, dass man schon anhand der Zeichnung erkennen konnte, für welche Körperteile es angewendet werden konnte? Und wurde damit die Zeichnung nicht arg verfremdet?


    Auch deshalb gefallen mir solche Romane sehr gut: ich finde immer wieder interessante Infos (die ich recherchieren kann) und ebenso interessant Persönlichkeiten, die tatsächlich gelebt haben! So wie hier Nikolaus Storch, der ja tatsächlich in Zwickau gelebt hat und als Prediger, Visionär und Prophet Gottes die korrupte katholische Kirche bekämpfte.


    Und wie war das mit dem Ratswechsel zu Walpurgis? Alle Ratsherren? Kann ich mir nicht vorstellen! Wurden zu Walpurgis (warum gerade da?) neue Ratsherren aufgenommen? Wieviel gab es eigentlich? Und was waren ihre Aufgaben?


    Bücherskorpion noch ein kleiner Nachtrag: das Cover gefällt mir nicht so wirklich - ist einfach nicht "mein Stil", aber sobald ich das Buch aufschlage, bin ich ganz glücklich: wieder die Karte von Pirna und wieder ein Namensverzeichnis! Wie schön!

    Ich habe noch vergessen, die Begegnung mit Hidwigk zu erwähnen - die könnte Schumann nämlich gut auf seine Seite ziehen. Er denkt ja gerne über viele Ecken und ich finde, Hidwigk sucht sicher aufgrund ihrer Eifersucht nach einer Möglichkeit, Maria zu schaden. Und da Maria und Sophia Freundinnen sind, könnte das auch auf sie zurückfallen. Ich fürchte, Schumann wird sich da was ausdenken.

    Boah... das hab ich mir noch nicht so gedacht, aber Du hast völlig Recht Doscho . Bei Scchumann muss man auf alles gefasst sein und er wird auch sicher einen Weg finden Maria, als Sophias Freundin und Sophia selbst nachzuspionieren.

    Guten Morgen!


    Ich bin ein wenig spät dran - ich verschätze immer wieder meine Lesezeit:huh:!

    Es freut mich sehr, dass der 2. Teil jetzt endlich da ist - wir haben ja lange darauf gewartet!

    Bücherskorpion Liebe Heike - wie schön, dass Du uns wieder begleitest!


    Ich bin wieder rasch in die Geschichte reingekommen, allerdings hab ich dabei bemerkt, dass ich doch schon einiges aus dem ersten Teil wieder vergessen habe=O Aber Heike hat ja immer wieder ganz geschickt "Kleinigkeiten" aus der Vergangenheit eingestreut, so dass das Erinnern wieder leichter wird!


    Dass Moses Niklas ist, war für mich schon klar - auch wegen des Spoilers, den es damals in Amazonien gab. Aber es gibt auch so zahlreiche Hinweise darauf: dass er aus der Elbe gefischt wurde, dass er harte Arbeit nicht gewohnt ist zum Beispiel und natürlich auch, dass er mit dem Schwert umzugehen versteht. Oder seine Schnitzereien! Jedenfalls wird er doch hoffentlich bald einmal nach Pirna kommen! Denn dort wird er doch sicher wieder erkannt werden - hoffentlich nicht gerade von den Falschen!


    Sophia und Fuchs - ich muss sagen, dass mir der Magister immer sympathischer wird. Aber ich fürchte ein wenig um sein Leben (da es ja doch hoffentlich ein Happy End für Sophia und Niklas geben wird). Jetzt erfahren wir auch ein wenig über seine Vorgeschichte. Sein Schwager ist mir nicht geheuer - da werden Sophia und der Magister sicher noch Ärger bekommen. Schumann (der hat sich überhaupt nicht verändert, er ist nach wie vor wirklich unsympathisch!) möchte ja unbedingt Nikolaus Storch bzw er muss ihn finden. Logisch, dass er da bei Magister Fuchs sucht! Wie dumm von ihm, anzunehmen, dass die "Füchse" eine Magd von ihm einstellen würden!


    Interessant fand ich übrigens die Ausführungen des Predigers über die Gemeinschaften, wo Gleichberechtigung tatsächlich bereits gelebt wurde. Bücherskorpion Gab es solche Gemeinschaften tatsächlich? Religionen bzw Religionsgemeinschaften sind ja ganz allgemein nicht gerade für Gleichberechtigung bekannt...


    Und dann ist da ja noch das Buch. Mittlerweile haben wir erfahren, dass es ein Büchlein zur Entschlüsselung gibt. Jetzt gilt es, das noch zu finden. Aber die Suche nach diesem Buch hat schon viele Menschenleben gekostet - und ich fürchte, Carlowitz wird auch weiterhin alle dransetzen, es zu bekommen.


    Es geht also superspannend weiter!

    Mein erster Gedanke war, dass ich gerne mehr von dicken Protagonist*innen lesen würde die "sogar" insgesamt glücklich und erfolgreich sind/werden.

    Und die ihr Selbstwertgefühl nicht aus ihrer Kleidergröße beziehen! Ich finde alle Geschichten, wo Frauen abnehmen (absichtlich oder unabsichtlich) und dann erfolgreich und glücklich sind so unsagbar öde, falsch und sexistisch! <X

    Der arme Moritz! Du mutest dem armen Kerl ganz schön viel zu, Melanie! Ich hoffe ja trotz allem noch auf ein glückliches Leben für ihn!


    Mir war es wichtig, dass am Ende spürbar wird, warum Auguste so geworden ist. Sie hat nicht mehr die Kraft und den Idealismus, für die Rechte der Frauen zu kämpfen, weil sie verbittert ist - und sie fragt sich, warum andere es besser haben sollen als sie. Das ist der große Unterschied zwischen ihr und Martha.

    Auguste ist zwar eine bösartige Zicke, aber sie tut mir trotzdem leid. Wirklich leicht hatte sie es trotz Geld und Ansehen nicht und sie lebt ein Leben, dass sie sich nicht ausgesucht hat. Aber ihr fehlt die Kraft un der Mut zum Kämpfen!

    Wäre sie eine fiktive Person, dann wäre bestimmt die Kritik gekommen, dass es so gute Menschen wie Lida in Wirklichkeit gar nicht geben würde. Umso schöner ist es, dass es solche Menschen auch in real gab.

    Hier geht es um Lida Heymann.

    So hab ich das noch gar nicht gesehen, aber ich muss Dir wirklich recht geben odenwaldcollies ! Es ist aber wirklich gut zu wissen, dass manchmal die Realität besser und bemerkenswerter ist als Romane!

    Ich lerne in Deinen Büchern immer wieder erstaunliche und bemerkenswerte Frauen kennen! Danke!:thumbup:

    Und den Garten der Frauen im Ohlsdorfer Friedhof werde ich mir das nächste Mal auch genauer ansehen.

    Susanne hat aus vollster Überzeugung zu Martha gestanden. Sie hätte ja auch Erfolg haben können.

    War die Chance auf Erfolg nicht minimal? In diesem strengen System mit öffentlicher Bloßstellung? Es war sicher Susannes Überzeugung, aber sie hatte ja auch einen Plan B - für sie war das fast ein Glücksfall!


    Ja, das wollte ich mal als Vorgeschichte zeigen - warum so viele Juden Hitler anfangs gar nicht richtig ernst genommen haben. Deutschland galt als liberales Land, in dem es relativ wenig offenen, gefährlichen Antisemitismus gab. Die Nazis mussten ja auch erst mal eine regelrechte antisemitische Propagandamaschine anschieben, ehe das kippte. Und einen kleinen Haken zu Band 3 legen, der dann im 3. Reich spielen wird.

    Ich bin schon sehr gespannt auf die folgenden Bände - spannender und unterhaltsamer Geschichtsunterricht! Perfekt!


    Und noch eine seltsame/peinliche Frage, Melanie Metzenthin : gab es tatsächlich solche "Hafenschwestern" in Hamburg?

    Martha arbeitet ja ehrenamtlich als Krankenschwester und als Beraterin. Sie hat sich um die armen Menschen gekümmert. Und da waren sicher sehr viele Hafenarbeiter bzw ihre Familien dabei. Aber gab es dann tatsächlich ganz offiziell Krankenschwestern, die das nicht ehrenamtlich machten? Bzw ab wann gab es sie?Und wie war es mit der ärztlichen Versorgung der Hafenarbeiter? Seit wann gab es einen Arzt der für die Arbeiter im Hafen zuständig war?

    Die Hafendoktor (Schiff) gab es ja erst wesentlich später.:/

    "Gute Tage: Begegnungen mit Menschen und Orten" von Roger Willemsen, weil es mich immer an einen Freund erinnert, der mittlerweile schon ein paar Jahre tot ist. Nachdem wir viel über Bücher und Musik geredet, diskutiert und gestritten haben, denke ich nach wie vor bei jedem Buch darüber nach, ob es ihm gefallen hätte oder ob er es nach ein paar Seiten gleich wieder weggelegt hätte.

    Es stimmt: Menschen leben in den Herzen anderer weiter.

    Der Zufall mit der Frau aus Stuttgart wurde von meiner Lektorin noch mal andiskutiert - aber letztlich fanden wir keine bessere Lösung, wie es ans Licht kommen könnte. Und manchmal gibt es ja besondere Zufälle im Leben - hier scheiterte Familie Feldbehn wieder an ihrer Hartherzigkeit - hätten sie die junge Dame unterstützt, hätte Martha davon nie erfahren ...

    Ich finde schon, dass es ein sehr glücklicher Zufall war, vor allem zeitlich perfekt, aber er ist vollständig geklärt worden in der Geschichte und gleichzeitig kann auch gezeigt werden, dass Lida Heymann großen Wert auf Bildung legte. Und außerdem zeigt es, welche Rechte sich Menschen wie die Feldbehns herausnehmen durften (die Arbeitszeugnisse behalten) ohne dass sie irgendwelche Konsequenzen befürchten mussten. Die Macht dieser reichen Familien war fast grenzenlos in dieser "kleinen Welt" und hat sicher viele Bedienstete ruiniert.


    Ach ja... wenn ich nächstes Jahr, wie jedes Jahr, wieder ein paar Tage in Hamburg verbringen werde, werde ich den Hygieia-Brunnen mit ganz anderen Augen betrachten und an Martha, Milli und natürlich an Euch alle denken:)

    Ein schönes und versöhnliches (Zwischen-)Ende dieses Roman! Alle gröberen persönlichen Probleme unserer Protagonisten finden eine gute Lösung.


    Einzig Auguste (die mir noch immer leid tut! Auch wenn sie unverbesserlich arrogant und verbohrt ist und <XArtikel schreibt) hat nichts dazu gelernt und bleibt einfach mal so wie sie ist - auch wenn das ihr selber und ihrer Umwelt nicht gut tut! Aber sie ist ein interessanter Charakter: denn ich bin mir fast sicher, dass sich damals viele Frauen in diesem Zwiespalt befanden. Dass sie einerseits unter ihren Männern, den gesellschaftlichen Konventionen und der Unfreiheit der Frauen gelitten haben, aber keinen rechten Ausweg wußten und sich wahrscheinlich nicht zutrauen konnten, ein selbstverantwortliches Leben zu führen. Frauen neigen ja heute auch noch oft dazu, sich zu verzwergen.


    Ganz wichtig in diesem Buch war für mich, dass ich Lida Gustava Heymann kennenlernen durfte - ich werde sicher versuchen, noch mehr über ihr Leben herauszufinden. Ihre Persönlichkeit hat mich tief beeindruckt.


    Martha und Paul - die zwei passen richtig gut zusammen. Was mir an beiden besonders gut gefällt, ist, dass sie sich durchaus zu helfen wissen und dabei manchmal zu Mitteln greifen, die nicht jeder moralischen Prüfung standhalten würden. Aber manchmal geht es einfach nicht anders. Millis Vater hätte keine andere Sprache verstanden und Auguste wird durch Marthas Erpressung in ihre Schranken verwiesen. Und solange Martha ihr Wissen nicht ausplaudert, finde ich das eigentlich sogar ganz ok. Aber ich fürchte, dass solche Tatsachen sich nicht ewig unter der Decke gehalten werden können. Und wenn von irgendeiner Seite her diesbezüglich getratscht wird, wird Auguste sicher glauben, dass Martha dahinter steckt...


    Es freut mich sehr, dass Milli nach Amerika kann und ich hoffe wirklich, dass ihr zukünftiger Ehemann tatsächlich reich und nett ist. Und klug soll er auch sein - der Schwarze Freitag kam ja erst viel später, 1929.

    Melanie Metzenthin - wie weit werden wir die Geschichte von Martha und ihrer Familie bzw Freunden verfolgen können? Der nächste Band spielt knapp 15 Jahre später? Dann werden sie und wir noch mehrere weltpolitisch wichtige Ereignisse erleben!


    Moritz? Der bekommt von mir einen Heiligenschein aufgesetzt - soviel Selbstlosigkeit ist wirklich fast ein wenig zuviel. Aber ich hoffe, liebe Melanie, Du entschädigst ihn noch reichlich dafür. Er hätte es sich echt schwer verdient!


    Das Nachwort war auch wieder interessant. Ich finde die dichterischen Freiheiten nicht arg, aber ich freue mich immer, wenn ich sie selber finde!


    Es war wieder eine tolle Lesezeit und ich freu mich schon auf den nächsten Band:blume: