Beiträge von Nomnivor

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Worum es geht:


    Harrowhark Nonagesimus des Neunten Hauses hat ein Problem: Ihr Kavalier ist abgehauen, und das kurz vor den Spielen um Lyctorin des Ersten Hauses zu werden. Dabei muss sie unbedingt gewinnen, denn ihr Planet ist kurz vor dem Aussterben. Es stellt sich heraus, dass einem Totenkult anzugehören Menschen irgendwie dazu bringt, wie die Fliegen umzufallen. Jedenfalls fällt ihre Wahl auf die einzige, die unter 80 ist: Gideon Nav, Zwangsdienerin, Erzfeindin und eigentliche Protagonistin, die als einen Tag altes Baby auf unerklärliche Weise aufgetaucht ist und sich seitdem störrisch weigert, zu sterben.


    Nun müssen Gideon und Harrow sich jedoch zusammenraufen. In einem Spiel ohne Regeln beschließt jemand, dass es am einfachsten ist, die Konkurrenz auszuschalten. Sie müssen also kurzzeitig die Hände von ihren Gurgeln nehmen, die verbissenen Zähne aus dem Körper der anderen ziehen, und sich zur Wehr setzen. Mit Schwertern und Skeletten.




    Zitat

    Sie dachte daran, Silas noch ein paar Mal den Stinkefinger zu zeigen, aber manchmal gibt man sich besser damit zufrieden, dass man gerade einen moralischen Sieg davongetragen hat.



    Meine Meinung:

    Ich wusste, ich muss dieses Buch lesen. Nicht, weil mir Sci-Fi inzwischen scheinbar mehr Spaß macht, als High Fantasy (die Folge Star Trek, in der sie Antennen an einen Hund bappen und ihn Alien nennen, hat mir am besten gefallen), sondern weil ich meine Bücherei bat, Ich bin Gideon ins Sortiment aufzunehmen, und sie mir eine sehr nette E-Mail zurückschrieben, dass sie so einen ordinären Schmuddelkram nicht in ihrem Haus haben wollen, mit einem implizierten "Was ist nur falsch mit ihnen?"


    Und ich bin sehr froh drum, das Buch gekauft zu haben. Ich bin Gideon ist genau mein Humor.


    • Das Buch enthält überhaupt keinen Sex, was man bei dem Klappentext und der Reaktion meiner Bücherei nicht erwarten würde.

    • Dafür gibt es sehr sehr viele, sehr sehr grausame Morde.

    • Die sehr bildlich sind.

    • Die Hälfte der Zeit wusste ich nicht, was los ist oder wer wer sein soll, aber letztendlich war das für die Geschichte vollkommen egal, was sehr faszinierend ist. Man schnallt sich einfach an, und das Buch fährt einen durch.

    • Genderrollen? Sexualität? Who tf cares? In diesem Buch jedenfalls niemand.

    • Mich hat das Buch oft an Zelda erinnert. Wenn Zelda sehr viel Horror in sich hätte. Man muss Schreine bestehen, um an kleine Schlüssel zu kommen? Während einen Skelette angreifen? Die man mit verschiedenen Schwertern bekämpft? Und Untote helfen?

    • Ich spiele zu viel Zelda.

    • Dem könnte Abhilfe geschaffen werden, wenn es Ich bin Gideon als Spiel gäbe. Es wäre dazu ideal.

    • Das Buch liest sich wahnsinnig schnell. Plopp, hat man 200 Seiten zurückgelegt und wundert sich, wie und wann.

    • Gideon und Harrow tragen eine Schädel-Gesichtsbemalung, Kapuzengewänder und eine freaking Sonnenbrille.

    • Totenbeschwörer:Innen im Weltall.

    • Spukhäuser im Weltall.

    • Eingesperrt mit dem Mörder im Weltall.

    • Klischees werden zwar bedient, aber auch nur, um mit dem Finger darauf zu zeigen und sich über sie lustig zu machen.

    • Als ich das Buch für Zitate durchgeblättert habe, sind mir so viele Dinge aufgefallen, die auf das Ende hindeuteten.

    • Wenn ich das Buch also noch mal lese, weiß ich nicht nur, wer die alle sind, sondern kann mich diebisch drüber freuen, dass ich diese doppeldeutigen Sätze verstehe.

    • Der zweite Band kommt in Deutschland im September raus.


    Ratten:5ratten:marypipeshalbeprivatmaus: (5,5 Ratten)




    CN: Ableismus, Kindsmord, Krebs, Verlieren von Zähnen und Körperteilen (wenn Versicherungen diese getrennt sehen, werde ich das auch, obwohl beides aus meinem Körper wächst und ich keine Ahnung habe, wieso), Religion, Selbstmord




    Bonuszitate:

    Zitat

    Harrow hatte sich auf einem Sofa ausgestreckt, das mit abgewetztem Brokat bezogen war. Ihre Gewänder hatte sie abgelegt, die dürren, schwarz gekleideten Beine an den Knöcheln überkreuzt. Für Gideon sah sie wie ein bösartiger Stock aus.

    Zitat

    Gideon rannte niemals, wenn es nicht sein musste, aber jetzt, jetzt rannte sie. Ihre Beine bewegten sich ebenso schnell wie ihr wenig zuverlässiges Urteilsvermögen.

    Zitat

    [Falls Harrow tot war] setzte das entweder den glücklichsten Zufall der Welt oder aber einen Mord voraus, und falls es ein Mord war stellte sich die Frage, ob der oder die Mörderin irgendwie, na ja, komisch war und es dann später schwierig werden würde, wenn Gideon ihn oder sie geheiratet hatte? Vielleicht reichte es, wenn sie Freundschaftsbändchen tauschten.

    Was ist das mit Sonja Kaiblinger und Veganern? Schon bei Verliebt in Serie wird jemand als verrückt tituliert, weil diejenige Veganerin ist, und in diesem Buch startet sie einen ganzen kleinen Feldzug gegen veganes Essen und vegan lebende Menschen. Hat ihre vegane Mutter als sie mit ihr schwanger war den Salat aus Nachbarins Garten geklaut und daraufhin wurde Frau Kaiblinger für 18 Jahre in einen Turm gesperrt, oder was ist da los?



    Schade, das Buch ist ansonsten nämlich echt gut und es passt gar nicht zur Message, dass jeder Mensch gut so ist, wie er ist.



    4ratten(4 Ratten)

    Unterhaltsam, leicht zu lesen - aber mir fehlten die Ecken und Kanten. Sowohl bei den Figuren als auch bei der Handlung. Das bleibt mir alles zu oberflächlich und da nutzt dann die eigentlich faszinierende nordische Götterwelt nicht wirklich.

    Story mit Potential, aber leider für meinen Geschmack nicht gut umgesetzt...

    Mir hat's auch nicht gefallen.


    Der Schreibstil war schlecht, die Geschichte langweilig, und die Charaktere nervig und seltsam.

    Das Buch hat in der Onleihe 4.4 Sterne, weshalb ich bedenkenlos zugegriffen habe. Und dann...

    • Dudes, deren Shirts spontan von ihren Bauchmuskeln springen. Hier gibt es mehr nackte Brüste als in allen Twilight-Filmen zusammen.

    • Ich konnte irgendwann nicht mehr auseinander halten, wer jetzt alles in Prota verliebt ist. 4 Dudes? 5? Keine Ahnung.

    • Außerdem sind sie alle gleich. 2 sehen sogar identisch aus, nur hat einer braune Sprenkel in den Augen. Sie sind nicht miteinander verwandt.

    • Ein Typ ist Gestaltenwandler, was er ausnutzt, indem er sich in Kätzchen oder Babyvögel verwandelt, damit die Mädchen ihn kuscheln. Aber keine Sorge, das ist witzig, er macht das nämlich, weil er in eines davon verknallt ist.

    • Das Mädchen fühlt sich geschmeichelt und verknallt sich zurück.

    • Ungefähr 5 Mal pro Kapitel wird jemand als Psycho oder irre betitelt. a) ist das keine Beleidigung, b) wieso müssen Charakter 5 Mal pro Kapitel beleidigt werden.

    • Prota ist psychisch krank. Aber halt! Sie sieht nur Menschen, die andere nicht sehen. Ich bin müde.

    • Jemand setzt einen Löwen in Protas Schlafzimmer aus, und keiner hat was bemerkt.

    • Nur Mädchen, die keinen Sex haben, sind gute Mädchen.

    • Mädchen, die Sex haben, dürfen den vollen Zorn der Prota spüren. Also im Kopf. Sie würde das ja nie jemandem ins Gesicht sagen.

    • In dem Camp machen die nie irgendwas? Es gibt keine Kurse oder Wanderungen oder Lagerfeuerabende. Sehr seltsam.

    • Findet man am Ende irgendeinen Scheiß raus? Nein. Absolut nicht.


    Die Sprecherin fand ich auch nur mittelmäßig. Vor allem, wenn sie manche Figuren tief und langsam spricht, war ich sehr abgetan. Ich hab allerdings schon schlimmeres gehört. Immerhin konnte sie verschiedene Stimmen sprechen und flüssig lesen.

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    Ich war sehr enttäuscht von diesem Buch. Wer mich schon eine Weile liest, weiß, das Krystal Sutherland eine meiner Lieblingsautorinnen ist und ich ihre Bücher automatisch bei Erscheinung kaufe. Und dann schreibt sie auch noch einen Gothic-Horror mit lebenden Toten, Minotauren, verschwundenen Kindern und Türen, die in eine andere Welt führen? Mein Herz. Nur leider hat das Buch für mich nicht wirklich funktioniert.


    Was ich mochte:

    • 3 Geschwister, die alles füreinander tun würden.

    • Iris hat keinen Loveinterest. Ja gibt's denn das? Ein Jugendbuch ohne sappy romance? Ich konnte meinen Augen kaum trauen.

    • Eine Schwester ist hetero, eine bi, eine lesbisch, und ein Charakter ist nicht genderkonform. Und das alles hat überhaupt nix mit der Geschichte zu tun. Ein Buch, bei dem hetero nicht der Standard ist und es geht nicht ums Coming Out oder daten. Wow. Jetzt habe ich auch alles gesehen. Bitte mehr davon.

    • True Crime ohne echtes True.

    • Okay, das war teilweise schon sehr creepy.



    Was ich nicht mochte:

    • Jeden einzelnen Charakter. Die waren alle furchtbar. Nicht charakterlich..., obwohl... ich meine vor allem sie waren nur halbgar ausgearbeitet. Wie Puppen, die die Autorin in Situationen wirft und mit den Händen lenkt.

    • Und sie haben geflucht wie Seeleute des 18. Jahrhunderts, wenn ein Sturm aufgezogen ist. Was so gar nicht zu der blumigen Sprache des restlichen Buches passt.

    • In diesem Buch werden Räume etc nicht mit dem Aussehen beschrieben, sondern mit dem Geruch. Was eigentlich eine schöne Idee ist. Allerdings riecht in diesem Buch alles nach Verwesung.

    • Wenn sich eine*r von denen noch mal irgendwas zu ihrem Fall bei reddit durchgelesen hätte, wäre ich in einem Putsch Moderatorin von r/UnresolvedMysteries geworden nur um den Laden zu schließen.

    • P.S.: Das Subreddit heißt r/UnresolvesMysteries, liebes Buch.

    • Es wird oft sexuelle Gewalt thematisiert, und es war oft so beschrieben, als wäre das etwas, womit Frauen / weiblich gelesene Personen halt ab der Pubertät leben müssten und man müsse sich von dunklen Gassen und Parks fern halten oder sich ordentlich anziehen, um sich davor etwas zu schützen. ??? Ich hab dafür keine Worte.

    • Wieso muss überhaupt in jedem verfickten Buch sexuelle Gewalt vorkommen? Eins der Dinge, die ich an den anderen Büchern von Sutherland geschätzt habe, war, dass dieses Bingokästchen immer leer blieb. Und hier ist es, gerade am Anfang, auf jeder Seite.

    • Nein, ich übertreibe nicht mit "auf jeder Seite."


    Für Fans von: Burn our Bodies down von Rory Power, Der Atem einer anderen Welt von Seannen McGuire, Hazelwood von Melissa Albert


    CN:

    • Mobbing

    • Sexuelle Gewalt

    • Essstörung und Body Dysmorphia

    • Suizid

    • Tod der Eltern

    • Tod von Kindern

    Was ich mochte:

    • Auf der ersten Seite ist ein QR-Code, mit dem man das Buch auf dem Handy weiterlesen kann, damit man die Printausgabe nicht überall hin mitschleppen muss. Alter. Ich habe die Zukunft gesehen.

    • Das Buch ist brutaler, als es aussieht.

    • Geschichten zeigen hier nicht nur den Weg, sie sind auch gefährliche Waffen.

    • Geister. Geister überall.

    • Lebendige Wälder, die mal eben Dinge beschließen.

    • Ich habe keinerlei Beweise, aber ich vermute stark, dass diese Charaktere wirklich in den 70ern in irgendeinem irischen Dorf rumgerannt sind und Jess Kidd einfach echte Personen aus ihrem Leben beschrieben hat.

    • Der Name Orla.



    Was ich nicht mochte:

    • Ich hätte mir gewünscht, dass das Dorfleben und die Theaterproduktion mehr Aufmerksamkeit bekommen.

    • Der Mörder war für mich echt offensichtlich. Dennoch habe ich keine Ahnung, wie Mrs Cauley letztendlich auf ihn gekommen ist.

    • Am Ende werden nicht alle Fragen beantwortet. Scheinbar mögen das manche Menschen. Wie die Autorin, zum Beispiel. Ich habe mich allerdings ein wenig beschwindelt gefühlt.

    • Vor allem, weil die Autorin keinen weiteren Band plant.

    • Ich habe meine Hundemord-Quote dieses Jahr um ungefähr 300 % überschritten. Können in Büchern mal andere Lebewesen getötet werden? Löwenzahn oder so? Löwenzahnmorde wären mal was Neues.



    P.S.: Tom Troll ist Fucking Boo Radley und man kann mich von nichts anderem überzeugen.

    Ratten: 3ratten:marypipeshalbeprivatmaus: (3,5 Ratten)

    CN: In diesem Buch werden Hunde und Katzen getötet, es wird Inzest und Kindesmissbrauch erwähnt, einem Charakter wird gegen seinen Willen Drogen gegeben, und eine Minderjährige prostituiert sich. Außerdem gibt's Ehebruch. Und mentale Krankheiten.

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    Worum es geht:

    In One to Watch geht es um Bea, die nicht nur leidenschaftliche, sondern berufliche Fashion-Bloggerin ist und zeigt, wie man sich selbstbewusst kleidet, wenn man Größe 50 hat.


    Als sie die neueste Folge ihrer Lieblingsshow, Main Squeeze, einem The Bachelorette-Expy, live bei Twitter kommentiert, und dabei ein Trinkspiel erfindet, läuft das ganze etwas außer Kontrolle. Sie kann sich zwar nicht daran erinnern, aber scheinbar hat sie ein glühendes Manifest darüber geschrieben, wie der Show Diversität fehlt, da alle aussehen, als seien sie gerade aus einem Katalog für Models von Karl Lagerfeld entstiegen. Muskulöse weiße Männer werben um eine zierliche weiße Frau, und das ist nun mal langweilig, verdammich! Wie sie am nächsten Morgen feststellt, hat das eine Welle an ähnlichen Artikeln ausgelöst, die alle einen Verweis auf sie haben, und die Quoten der Show sind im Keller.


    Die Lösung der Produzentin: Sie lädt Bea ein, die Kandidatin der neuen Staffel zu werden. Und Bea stimmt zu. Man sollte ja immer die Veränderung in der Welt sein, die man sehen will. Außerdem muss sie sich ja nicht verlieben, nur weil sie in einer Dating-Show ist.



    Kurzmeinung:

    Ich hätte das Buch mehr gemocht, wenn Bea viel selbstbewusster gewesen wäre und sich nicht ständig Sorgen um ihr Aussehen gemacht hätte, und dass sie so doch keiner lieben kann. Chance vertan eine wirklich Körper-positive Protagonistin zu schreiben, die sich tatsächlich so wohlfühlt, wie sie ist. Dazu gab es noch viele stereotype Charaktere und langweilige Plots, die sich in 3 Seiten ins Nichts aufgelöst haben. Was schade ist, denn da war jede Menge Potential. Ich warte dann mal, dass es Netflix aufkauft, ja?


    Ein paar Beobachtungen:

    • Da Bea ohne Internet und Zeitung im Studio fest hockt, sieht man Kapitel von der Außenwelt in Form von Blogartikeln, Wettwebseiten, und Twitterfeeds, von denen Bea keine Ahnung hat. So bekommt man die Show aus beiden Perspektiven mit: wie sie gedreht wird, und was dann gezeigt wurde. (Die Serie wird zeitgleich mit dem Dreh ausgestrahlt, um Spoiler zu vermeiden).

    • Beas Familie ist das Highlight des Buches.

    • Bea startet ihre Karriere als Fashion Bloggerin, weil eine Händlerin in Paris ihr ein Cape, das 200 € kostet, schenkt, weil Bea so aussieht, als würde sie Selbstvertrauen brauchen. Ich kann meine willentliche Ungläubigkeit nur soweit aussetzen.

    • Bea besteht auf Body Positivity, und dass man Menschen nicht nach ihrem Gewicht oder Essverhalten beurteilen soll. Was echt geil wäre. Also wenn sie andere nicht als "Vögelchen-Knochen" bezeichnen würde oder ihnen das Pain au Chocolat neiden würde.

    • Apropos Pain au Chocolat - Bea beschreibt, wie sie jeden morgen fremde Menschen dabei beobachtet, wie sie das essen, und diese ihr dabei gehässige Blicke zuwerfen würden. Die werfen dir keine gehässigen Blicke zu, die sind stinkig, weil du sie jeden Morgen beim frühstücken anstarrst, du Weirdo.

    • Bea lebt in LA und hat, bevor sie Vollzeitbloggerin wurde, sogar in einer Hollywood-Agentur für Schauspieler:Innen gearbeitet. Dennoch ist sie schockiert... Moment… SCHOCKIERT, mit Donner und wütendem Orchester im Hintergrund, dass Reality-TV gescriptet ist.

    • Der Sponsor der Sendung ist ein Lippenstifthersteller, und am Ende jeder Episode muss Bea die Männer, die sie behalten will, auf die Wangen küssen, um ihn mit einem Lippenstiftabdruck zu markieren. Äh? Wäre es nicht bessere Werbung, wenn er kussecht wäre? ^^ Als bekennende Lippenstiftliebhaberin wäre ich davon jedenfalls nicht sonderlich beeindruckt.

    • Bea lässt sich ziemlich schnell unterbuttern, was mir irgendwann auf die Nerven ging. Z.B. eine Bedingung, dass sie an der Show teilnimmt, war, dass die Männer auch verschiedene Körpertypen haben. Überraschung! Sie sind alle Personal Trainer namens Ben, die als Hobby Kühe wresteln. Oder so. Hab bei 25 Typen nicht richtig aufgepasst. Auf jeden Fall spricht sie das genau 1 Mal an, Produzentin Lauren redet sich in 2 Sätzen raus, und das war's. Manchmal hätte ich mir zu sowas schon ein Follow-up gewünscht, anstatt dass Bea sich versteckt. Vor allem, weil sie in anderen Szenen überhaupt nicht auf den Mund gefallen ist.

    • Die Dialoge waren allerdings manchmal auch in etwa so, als wären sie den Charakteren 5 Stunden nach dem Konflikt unter der Dusche eingefallen. Kein Mensch redet so perfekt formuliert wie ein Blogpost. Auch keine professionellen Blogger:Innen.

    • Bea schläft mit einem verlobten Mann. Aber keine Sorge, das ist voll okay, denn sie hat ihn zuerst geliebt.

    • Die One-on-One-Dates fand ich immer sehr langweilig und habe sie nach ein paar Sätzen übersprungen.

    • Außerdem hat Bea sich bei jedem einzelnen immer sofort in den Dude, mit dem sie dort war, verliebt und hat rumgeknutscht??? Konnte ich nicht verstehen.

    • Und auch ihre Verwirrtheit und rumgeheule, dass ein ernsthaft an ihr interessierter Dude sauer ist, weil sie mit einem anderen geknutscht hat, fand ich seltsam. Was versteht sie daran nicht? Bin ich mit diesem Buch in einem Paralleluniversum gelandet, indem monogame Beziehungen und Herpes abstrakte Konzepte sind?



    • Das ist keine Kritik an der Geschichte, sondern am Verlag Two Roads, aber beim Lesen hat das Buch plötzlich in kleinen Papierkügelchen an meinen Fingern geklebt? Und die Seiten haben sich da, wo ich sie angefasst habe, gelb verfärbt. So kann man genau nachverfolgen, wo meine Daumen auf den Seiten lagen. Dinge, die einem mit digitalen Büchern nicht passieren für 100, bitte. Ich schwöre, der Verlag wollte verhindern, dass ich mein Exemplar weiterverkaufen kann. Was ich, zugegebenermaßen, gerne getan hätte. Ich will mein Geld zurück.



    Ratten: 2ratten:marypipeshalbeprivatmaus: (2,5)


    Content Notes:

    • Bea ist eine sehr polarisierende Person in der Welt der sozialen Medien if you catch my drift. Twitter braucht wirklich bessere Moderator:Innen. Und manche Arschlöcher einen schlechten Internetanschluss. Der immer wackelt. Und nur höchstens 3 Balken hat, wenn sie in der einen Ecke ihres Klos auf einer Leiter stehen und das Handy bildschirmaufwärts 2 cm unter der Decke ist.

    • Außerdem Fremdgehen.

    • Und, na ja, bodyshaming und fetishisierung. Falls das nicht klar war.

    • Sexuelle Gewalt, weil dieses Bingo-Kästchen ja abgearbeitet werden muss.

    • Verlassenwerden eines Elternteils.

    Genau. Es gibt Leser:Innen, die das mögen - aber wie bei jedem Trope gibt es die Liebhaber:Innen, die, die es nicht weiter juckt, und die, die was anderes wollen.


    Ein wenig Diversität wäre nicht verkehrt. Einfach, damit man die Auswahl hat. Leser:Innen sind ja keine Einheit, die alles gleich toll finden.


    Und das fängt oft schon bei Kinderbüchern und Filmen an. Meistens hetero ^^ Was ja noch so ein Handlungsstrang ist, der für mich zum Threadthema passt.

    Es ist One to Watch von Kate Stayman-London. Und es passiert schon ziemlich am Anfang, von daher denke ich nicht, dass es ein großer Spoiler ist.


    Dass in allen Medien Beziehungen sind, ist tatsächlich oft nicht die Schuld der Schreibenden, sondern der Produzent:Innen. Ich habe z.B. mal ein Interview mit Suzanne Collins gelesen, indem sie meinte, sie habe die Hunger Games zuerst ohne Liebesgeschichte geschrieben, und wurde dann vom Verlag gebeten, ein Liebesdreieck einzubauen.


    Das passiert vermutlich mit so gut wie jedem Film oder Buch.

    Um den alten Thread wiederzubeleben, ^^ ich lesen gerade ein Buch, in dem die Protagonistin mit einem verlobten Mann schläft. Aber keine Sorge, das ist voll in Ordnung, sie hat ihn nämlich zuerst gemocht. So!


    Jetzt lese ich seit ungefähr 20 Seiten, dass sie und ihre Freundinnen es nicht fassen können, dass er einfach zu seiner Verlobten zurückgekehrt ist und sich nicht mehr meldet. Wie kann er Prota das nur antun?!


    Ich bin so kurz davor, mich ins Buch zu beamen, um alle mal durchzuschütteln.

    Ich habe gerade neue Bücher in mein Regal geräumt, und dabei ist mir aufgefallen: Alle Rücken deutscher Bücher werden von unten nach oben gelesen, während die Rücken englischer Bücher von oben nach unten gelesen werden. Gibt es dafür einen Grund?

    Weil nur die Deutschen der Meinung sind, dass man Bücher mit dem vorderen Buchdeckel nach unten im Regal ablegt.

    Wir haben mit dieser Beschriftung ja auch nicht sehr viel Wahl.

    Es ist bei der Mehrzahl der Bücher so wie du es beschreibst, aber bei weitem nicht bei allen. Es gibt auch viele deutschsprachige Bücher mit "englischer" Ausrichtung (nicht nur dein Kochbuch).

    Es gibt keine Norm dazu; die verschiedenen Ausrichtungen haben sich einfach mehrheitlich in bestimmten Gebieten etabliert.

    Hier ein ganz interessanter Artikel zu der Thematik: https://www.spiegel.de/netzwel…buchruecken-a-569253.html

    Danke! ^^


    Zitat


    Derart detaillierten Ausführungen zur Theorie des optimalen Buchrückens klingen merkwürdig - bis man selbst anfängt, Buchrücken zu untersuchen. Und das ist unvermeidlich, wenn einem das Chaos einmal aufgefallen ist - Buchrücken-Pedanterie.

    Ich fühle mit ihnen, Herr Lischka.

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    Worum es geht: Vor 2 Jahren hat ein Virus Claires leben lahmgelegt. Vor einem Jahr hat sie deshalb ein Spenderherz bekommen. Nun bleibt nur noch eins: Die Familie des Spenders zu besuchen, um sich bei ihnen zu bedanken. Doch als sie auf die Insel Lundy reist, um eben das zu tun, beschließt sie stattdessen, ihnen mit ihrer Pension, die gerade über ihren Köpfen zusammenbricht, zu helfen. Und verschweigt dabei, wer sie wirklich ist.




    Ich habe das Buch gefunden, als ich für meine Liste mit Büchern, in denen herzkranke Charaktere vorkommen, geforscht habe, und war gleich eingenommen, weil mir das so ähnlich passiert ist, nur in leichter Form. Ich hatte einen Virus, mein Herz hat gerumpelt und gepumpelt, und mein Gesicht hat die Staubflusen am Boden kennengelernt. Zum Glück brauchte ich allerdings kein Spenderherz, bisher haben Medikamente gereicht, um meine Nase vom Laminat fernzuhalten. Allerdings sollten Aufzüge und Rolltreppen überall ein Ding sein, denn Treppen sind bis vor kurzem unerkannte Feinde, die meinen Tod wollen.

    Wie auch immer. Ich mochte das Buch? Irgendwie? Es war locker und sehr diskret, anstatt mit den gory Details um sich zu werfen. Allerdings habe ich auch ein paar Kritikpunkte.


    • Prota macht oft Dinge, die von Ärzten ausdrücklich verboten sind, und das wird als Sieg beschrieben. Z.B. betrinkt sie sich, obwohl sie auf einer Batterie an Medikamenten ist, die alle nicht mit Alkohol können, und ist glücklich darüber, weil sie ja eine erwachsene Frau ist, und machen kann, was sie will.

    • Natürlich hat das keinerlei direkte Konsequenzen.

    • Ihr Herz ist auch sehr plotgesteuert. Da rast ihr Puls und sie fällt beinahe um, weil sie mit Grant zum Laden läuft, damit er sie galant auffangen kann, aber in den nächsten Tagen renoviert sie, rennt rum, betrinkt sich, tanzt den ganzen Abend, und nichts passiert.

    • Außerdem ist sie herzkrank, mit schwachem Immunsystem. Was liegt also näher, als auf eine Insel ohne Arzt zu reisen, auf der es keinen Handyempfang oder Internet gibt und nur 1 Mal am Tag eine Fähre fährt?

    • Apropos: wie bezahlt sie das? Sie hat seit 2 Jahren keinen Job.

    • Trotzdem lebt sie in London, und so wie es aussieht, kann sie sich locker alleine eine Wohnung leisten.

    • Wieso mögen alle Buchcharaktere die Mitte 20 sind 80er-Musik? Nix dagegen, aber langsam wird's seltsam :D

    • Leser:Innen, die gerne kochen, werden die Herzen weinen, sobald einer der beiden die Küche betritt. Omelette kann man nicht zu Rührei zerhacken. Fight me.

    • Schon wieder ein emotional kalter Mann, der von einer Frau gerettet werden muss. Können die bitte einfach mal in Therapie gehen? Geht das? Frauen sind keine emotionalen Support-Tiere.

    • WAS IST MIT MADDY?? Sie hat Komplikationen in der Schwangerschaft, kommt ins Krankenhaus... und dann wird das nie wieder erwähnt. Gut, vögeln ist auch wichtig, aber ja.

    • Dass sie Grant und seiner Familie nie sagt, dass sie Wills Herz hat, ist auch nicht schlimm. Weil... sein Herz sie ja schon liebt und sie sein Herz lieben? Oder so?


    Fazit: Das Buch liest sich sehr schnell und flüssig. Ein fauler Samstag reicht und den kann man damit durchaus verbringen, wenn man eine nette Inselromanze lesen will. Allerdings sollte man eine gehörige Portion willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit mitbringen und Plotholes oder abgebrochene Plotpunkte nicht weiter hinterfragen.

    Was es nicht alles gibt..

    Wobei es hier ja laut Titel nicht um "queeres Kochen" geht, sondern um Rezepte queerer Köche. Das finde ich zwar beim Kochen an sich komplett unbedeutend, genau wie du, (man hätte genauso gut Rezepte von Rothaarigen sammeln können), aber ich vermute, die Auswahl hat einfach was mit Marketing zu tun (vielleicht verkauft sich das in der Community gut, oder Leute werden neugierig).

    Ich denke eher, das hat was mit Sichtbarkeit zu tun - mir fällt spontan kein offen queerer Fernsekoch oder -Köchin ein. Selbst die beiden von diesem Buch musste ich gerade erst Mal googeln. Mit Sicherheit gibt es sie, aber scheinbar outen sie sich entweder nicht oft, oder es wird nicht erwähnt. Man kann sagen, dass das ja auch nicht wichtig ist, aber dann muss ich erwähnen, wie oft Jamie Oliver und Gordon Ramsey beim Kochen von ihren Frauen sprechen, als sei's das normalste der Welt. Die Sexualität von Menschen in Hetero-Beziehungen wird durchaus zur Schau gestellt.


    Zitat


    Schön wäre ja, wenn es durch die Geschichten einen Bezug zur queeren Community, zum eigenen Coming-out oder so geben würde - von wegen "als ich in der Schule wegen meiner Homosexualität gemobbt wurde, hat meine Mama mir daheim immer diese Hühnersuppe gekocht" oder "beim ersten Date mit meinem Lebenspartner haben wir dieses Gericht gegessen" oder "das gibt es traditionell bei uns in der Stadt zum CSD". Aber das scheint nicht der Fall zu sein, oder?

    Laut Klappentext schon.

    Zitat

    Die inspirierenden Geschichten rund um diese Gerichte zeugen von Liebe, Stolz und Akzeptanz: die Pasta Puttanesca einer Köchin, die das Herz einer Angebeteten erobert, das Blumenkohlsandwich, das Trost spendet, als Mutter und Tochter sich voreinander outen, oder die Mousse-au-Chocolat-Torte, die während der Präsidentschaft von Barack Obama im Weißen Haus serviert wurde – des ersten amerikanischen Präsidenten, der sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aussprach. Diese Gerichte sind so vielfältig und bunt wie die Liebe.

    • Niemand in diesem Buch ist auch nur im geringsten interessant genug, um diese Geschichte zu rechtfertigen.

    • Ich hatte die Lösung schon nach 124 Seiten.

    • Leider kamen dann noch 320 Seiten.

    • Die nicht sehr spannend waren, nur gefüllt mit brutalen Banalitäten.

    • Ich glaube, Gilly Macmillan hat ein Hühnchen mit Nannys und Internaten zu rupfen, für das die Leser*Innen nix können.

    • Jocelyn. Ich weiß, ich war in ihrem Kopf, aber trotzdem... WAS DENKT SICH DIESE FRAU? Ich konnte es nicht nachvollziehen.

    • Jocelyn. Sie verdient einen Extrapunkt. Glückwunsch.

    • Das Ende kam viel zu abrupt. Genau wie das Ende dieser Rezension. Ups.


    Fazit: Das war wirklich langweilig. Nicht in einer Das ist ein Slow Burner und ich habe einen Pageturner erwartet-Art, sondern in einer Das war wirklich langweilig-Art.


    2ratten(2 Ratten)

    Triggerwarnungen:

    Tod eines Babys durch Erkrankung, Tod eines Elternteils, gewaltsamer Tod eines Haustiers, Autounfall, missbräuchliche Eltern, Zahnverlust, Arthritis, Kindesmisshandlung, Glücksspielsucht, Gaslighting, Drogen, Alkohol, Jagdunfall, Demenz, Fremdgehen