Beiträge von Nomnivor

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Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Soundtrack zur Rezension: Dreams von The Cranberries.


    Das. Buch. Ist. Toll. Echt jetzt.


    Also Maddy hat SCID, wie der Junge in dem Film mit der Blase, der von Jake Gyllenhaal gespielt wird, also der Junge, nicht die Blase, und den ich endlich mal sehen sollte. Ihr Tagesablauf ist deshalb komplett verplant, mit stündlichen Untersuchungen, hypoallergenem Essen, frisch desinfizierten und verschweißten Büchern, und Krankenhausweißem alles. Trotzdem ist sie fröhlich und unbeschwert. Sie sieht alles positiv und mit Humor. Dabei ist sie so so so sympathisch. Einfach jemand, dessen Buchblog man besuchen will. (Uh, ja! Maddy bloggt über Bücher. Spoiler inklusive. Auch im Buch selber.)


    Dann Auftritt Olly. Der genauso sympathisch ist. Er schreibt Maddy eigentlich nur an, weil er denkt, dass sie Hausarrest hat, und ihr diese Zeit vertreiben will (denn hey, er kennt das!). Und schwupps fangen die Chatsessions bis 3 Uhr Nachts an.


    Dabei sind die beiden respektvoll und ehrlich, ziehen Grenzen und loten sich gegenseitig aus. Sie tänzeln nicht herum sondern fragen, was sie wissen wollen.



    Der Spannungsbogen flaut dabei niemals ab. Dabei geht das ganze natürlich weit über das übliche Werden sie? Werden sie nicht? hinaus. Es ist mehr ein: Werden sie jemals im selben Raum sein? Wird Maddy dabei explodieren? Und wird Maddys Mutter ihre Freundschaft bemerken?


    Dabei ist die Geschichte natürlich süß, aber der Zuckerschock ist aushaltbar. Keine Diabeteswarnung für dieses Buch. Es klingt zwar nicht so, weil diese Rezension sehr viele Ahs, Ohs, und Schachtelsätze enthält, aber das liegt vor allem daran, dass ich realen Zucker gegessen habe. Und zwar viel davon.


    Das, was mich gestört hat, ist der Schluss.



    Und nach diesem Thema jetzt noch jammern auf hohem Niveau:


    Mir sind alle Charaktere zu blass geblieben, allen voran Olly. Ich weiß nichts über ihn, außer, dass er muskulös ist, gerne klettert, Mathe mag, und schwarz trägt.


    Ach so, und sein Kopf ist seltsam geformt.


    Das wars. Selbst seine E-Mail-Adresse ist Genericuser33@gmail.com. Und sein Zimmer hat, bis auf ein Parkour-Poster, keinerlei Deko.


    Man hätte ruhig ein bisschen über ihn erzählen können. Wie bezahlt er sein Auto? Hat er einen Nebenjob? Will er studieren? Will er mal mit seinen 5 Kindern Partridge Family-Style durchs Land ziehen? Was tut er gerade und was hat er vor im Leben?


    Das gleiche mit Maddy. Sie lernt fleißig, aber was sie in Zukunft anstellen will ist ein Mysterium.


    Schön fand ich den Schreibstil. Er ist locker leicht. Sogar so leicht, dass ich das Buch innerhalb eines Tages in wenigen Stunden beendet habe. Große Teile werden über Chatnachrichten zwischen den beiden bestritten. Wie ihr wisst, bin ich ein Sucker für so etwas.


    Es gibt auch Illustrationen (ILLUSTRATIONEN!). Und Tumblr-Postings. Über Bücher. Alles in allem ist das Buch eine Wundertüte an Varietäten. Man mag einen bestimmten Stil? ZU BLÖD. Aber keine Sorge, in 5 bis 20 Seiten kommt er wieder.


    Und außerdem: Yay for diversity! Maddy ist nämlich japanisch-afroamerikanisch. Mit Sommersprossen.


    Fazit:
    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Also ich habe diese Diskussion ja damals (es kommt mir schon vor, wie Urzeiten) eröffnet (das Blogposting ist inzwischen aus Gründentm nicht mehr lesbar) und meine Meinung war ja ganz klar:


    Es ist in Ordnung, solche Bücher zu lesen. Aber bitte, denkt darüber nach, was da passiert und empfehlt es nicht einfach so weiter, ohne es explizit zu erwähnen. Die meisten Blogs haben es ja als romantisch verkauft. Und das geht einfach nicht bei so einem Thema. Ob das jetzt ein Fetisch ist, oder nicht, man kann es nicht unerwähnt lassen.


    Wenn ihr einen Blog habt, dann wollt ihr doch über Bücher reden und nachdenken. Sonst würdet ihr als Hobby nicht darüber schreiben. Also denkt bitte auch über unbequeme Dinge nach und streicht sie nicht einfach.


    Ich habe mir mal den Spaß gemacht, auf solche Blogrezensionen zu antworten, und zu fragen, warum es nicht erwähnt wird (das war noch vor Paper Princess, aber es gibt genügend andere Beispiele) und die Ausreden Gründe waren vielfältig (bester war: Er ist kein Mensch und hat deshalb eine andere Moral). Wenn sie überhaupt geantwortet haben und ich nicht total ignoriert wurde.


    Es ist erstaunlich, was für geistige Spagate die Blogger hinlegen, damit sie diese Bücher nicht nur romantisch finden können, sondern sexuelle Gewalt nicht mal für erwähnenswert halten. Und das ist gefährlich.


    Zum einen, weil sexuelle Gewalt nicht mal mehr erwähnenswert ist, zum anderen, weil man sich irgendwann komplett bescheuert vorkommt, weil man scheinbar der einzige Mensch auf Erden ist, der diese Beschreibungen in den Büchern schlimm findet.


    Nichts gegen hirnlose Unterhaltung, aber diese rosarote Brille ist nicht nur erschreckend, sie ist vollkommen fehl am Platz.

    Was war das denn? Es hat stark angefangen und wurde bald langweilig. Ich habe teilweise ganze Passagen geskippt um mal zu den interessanten Teilen zu kommen (von denen es nicht sehr viele gab).


    Die Charaktere fand ich auch allesamt sehr nichtssagend. So sehr, dass ich sie ständig miteinander verwechselt habe. Was nicht schlimm war, weil sie sich sowieso so ähnelten.


    Gute Idee, schwache Umsetzung. Lesbar, aber... nu ja. Es muss echt nicht sein. Man verpasst nüscht.
    3ratten

    Das mit den psychischen Krankheiten ist so eine Sache. Die meisten Bösewichte sind psychisch krank (die meisten Mörder sind Psychopathen z.B.) und es ist sehr schwer, die Grenze zu ziehen, ab wann jemand krank und ab wann jemand böse ist.


    Trotzdem würde ich jemanden, der so handelt, weil er gerade einen akuten Schub (o.Ä.) hat, nicht als Bösewicht einstufen.

    Ich habe letzte Woche die Luna-Chroniken von Marissa Meyer zu Ende gelesen. Und Königin Levana ist tatsächlich böse, weil sie böse ist. Sie hat die Familie ihrer Schwester getötet, um selber den Thron zu bekommen, weil sie wirklich dachte, sie wäre die bessere Herrscherin. Stellt sich heraus, dass sie es nicht ist. Und das sie deshalb erst richtig böse wird.

    Worum es geht:


    Malou ist eine Anti-Muse. Wenn sie einen Autoren küsst, geht seine Idee für ein Buch verloren. Sie hat nur drei Probleme:


    Ihre letzten beiden Aufträge wurden ermordet.
    Sie wurde an den Tatorten gesehen.
    Detektiv Lansbury vom Scotland Yard findet, da besteht ein Zusammenhang.
    Malou nimmt also eine nicht ganz so freiwillige Pause vom Geschichten stehlen um zu investigieren. Mit ihren Ermittlungen landet sie schon bald in der Zwischenwelt, die Bücher von unserer trennt.


    Soundtrack zur Rezension:


    Karpatenhund – Gegen den Rest



    Zitat:


    Zitat

    Er bewies damit etwas, was ich ebenfalls für ein wahres Klischee über die Engländer hielt: schwarzen Humor. Nur ein Engländer konnte auf die Idee kommen, die Pizza eines Mannes zu essen, der nach Aufgabe seiner Bestellung ermordet worden war.


    Meine Meinung:


    Die Idee ist wirklich genial. Klar, wenn es Musen gibt, muss es auch Anti-Musen geben, ne? Eigentlich eine einfache Rechnung. Schon allein deshalb musste ich das Buch un-be-dingt lesen. Wobei ich eh ein Sucker bin, sobald irgendwo jemand als Dieb bezeichnet wird. Als Kind war Robin Hood mein Held, okay? Das ist auch der Grund, warum ich bei Bogenschützen große Augen bekomme.


    Wie auch immer.


    In diesem Buch gibt es keine Bogenschützen.


    (Was wirklich schade ist. Jedes Buch profitiert von Bogenschützen. Just sayin’.)


    Der Schreibstil ist locker leicht fluffig. Wie Katzenhaare gemischt mit Kaffeepulver. Das Buch ist humorvoll, spannend, und kreativ. Die Autorin kommt ständig mit einer neuen Idee um die Ecke, mit der andere Autoren gleich ein ganzes Buch gefüllt hätten.


    Ein bisschen gestört hat mich, dass immer wieder Worte falsch benutzt wurden. Da ist ein Zimmer sporadisch eingerichtet, und jemand möchte seine Position nicht untermauert haben. Außerdem wurde das Satzzeichen >> manchmal durch ein Apostroph ersetzt. Ich bin mir sicher, dass da das Wörterbuch des Schreibprogramms Schindluder getrieben hat.


    Allerdings wäre das durch Korrekturlesen schnell behoben gewesen.


    Einmal hat jemand mit einer Waffe gezielt, um dann ein Messer zu ziehen, nur um im nächsten Satz wieder mit einer Pistole rumzufuchteln. Vermutlich wurde das nach dem ersten Entwurf geändert und das Messer ist ein Überbleibsel. Auch das wäre einfach nachzubessern. Verlag? Probeleser? Irgendjemand? Nein?


    Ich mochte Malou sehr gerne. Malous Mutter ist der Koffein getankte Knaller und beste Freundin Emma kann ruhig ein eigenes Buch bekommen.


    Die Charaktere sind durchweg sympathisch, nehmen sich selbst nicht zu ernst, und generell sind ihre Taten meist nachvollziehbar.


    Ein Minuspunkt ist die Sicht auf Männer, die da durchscheint. Immer wieder meint Malou etwas über sie, wo ich nur “Hoppla!” dachte. Nichts allzu schlimmes, aber… nu ja. Es ist eine sehr überholte Sichtweise.


    Männer konnte man nicht mal einen Tag allein lassen.


    Ganz abgesehen davon, dass Malou an einer Stelle eine Frau auf Anhieb als “Oberzicke” betitelt. Warum? Darum. Ihren echten Namen kannte sie ja noch nicht, ne.


    Der Plot ist meist Actionreich. Irgendwas passiert immer und es gibt nur wenige unbedeutende Szenen. Selbst wenn mal eine Kaffeepause eingelegt wird, unterhalten sich die Leute dabei über den Fall. Und Kaffeepausen werden bei Malou oft eingelegt.


    Überhaupt ist Essen sehr prominent in diesem Buch. Es hat mich dazu gebracht, mitten in der Nacht Pfannkuchen zu backen, und die Tomatensuppe, die ich wegen diesem Buch kochen musste, war auch sehr lecker.


    Ein großes Problem, das ich hatte, war das Fernsehen. Richtig gelesen. Die Charakter unterhalten sich nicht nur ständig über Filme und Serien, sie verbringen auch eine ganze Nacht damit, sich DVDs anzugucken. Und Malous Katze ist nach Sheldon Cooper aus The Big Bang Theory benannt.


    Ich hätte es viel passender (und spannender!) gefunden, wenn sich die Charakter über Bücher und Geschichten unterhalten hätten. Malou ist Literaturstudentin. Trotzdem redet sie eigentlich nur über Arrow und Despicable me. Und das Passwort, um zum Knotenpunkt des Litversums zu kommen, ist Apfelkuchen.


    Ich war in der Hinsicht sehr enttäuscht. Wenn man schon mal ein Buch über Bücher liest, dann hätte ich auch ein bisschen was über Bücher erwartet.


    Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Das Buch ist wirklich spaßig zu lesen und ich bin gespannt, was die Autorin als nächstes schreibt. Einfallsreichtum hat sie auf jeden Fall.


    Für Fans von:


    Hex and the City von Shanna Swendson


    Die Vierte Braut von Julianna Grohe


    Der Fall Jane Eyre (Thursday Next, #1) von Jasper Fforde


    Fazit:
    4ratten


    Ich hatte eigentlich immer den Eindruck, dass Lady Macbeth die treibende Kraft war und er eher der Getriebene...


    Es geht ja nicht darum, ob sie die treibende Kraft ist, sondern dass ihr ultimatives Ziel wieder mit einem Mann zu tun hat :zwinker:



    Deshalb habe ich mir das Buch damals auch notiert. Mit hat die Idee gut gefallen.


    Ja. Schade, dass es eine so schlechte Bewertung hat.


    Gut zu wissen. Das ist auch schon lange auf meiner Wunschliste.


    Lady Macbeth?


    Die von Shakespeare? Ich kenne mich da gar nicht so gut aus :redface: Hat sie nicht ihrem Mann zur Macht verholfen?


    Gut, ganz uneigennützig war das sicherlich nicht :gruebel:


    Was ist mit Nurse Ratched?


    Jaaa, die ist toll. Genau so jemanden suchen wir hier.



    Ich weiß nicht ob diese Dame deine Anforderungen erfüllt: Sister Agatha hatte keinen Liebeskummer. Sie wollte die älteste Frau der Welt werden und räumte die, die älter als sie waren, einfach aus dem Weg.


    Das ist ja mal ein geiles Motiv! :breitgrins:


    Wie war das mit der Tante von der Lehrerin in Roald Dahl's Matilda? Die war doch auch einfach nur gemein weil sie gemein war. Oder nicht?


    Aber wo Du das so aufzählst, stimmt, meistens sind sie wegen Männern so fies.


    Ausser vielleicht noch die Hänsel und Gretel Hexe, die hatte keinen Macker.


    Stimmt, Kinderbücher sind ganz gut darin, Frauen genauso böse erscheinen zu lassen, wie Männer. Erst ab Jugendbüchern wird es schwer.



    Ich finde es schon traurig das mir tatsächlich jenseits von Rollenklischees keine Frauen einfallen, die ohne solche Bezüge als Bösewichte dargestellt werden. Ich bin mal gespannt ob es doch noch andere Beiträge gibt und ob mir selbst vielleicht doch auch jemand einfallen könnte.


    Ja, das ist ein weiterer guter Punkt. Selbst wenn man mal einen weiblichen Bösewicht findet, die keine Probleme mit Männern hat... ist es trotzdem das Frausein, das sie böse sein lässt. Ganz grob gesagt.


    Männlichen Bösewichten steht das ganze Spektrum an Motiven zur Wahl. Weibliche Bösewichte sind auf einem Rachefeldzug.


    Nichts gegen Rachefeldzüge, aber langsam wirds langweilig :zwinker:
    Vor allem, weil es eh schon so wenige weibliche Antagonisten gibt.


    Zitat


    Ach ja Präsidentin Coin von den Tributen von Panem zähle ich hier nicht dazu, da sie so Ambivalent gezeichnet wird, das ihre Rolle nicht eindeutig zu zu ordnen ist. Auch wenn Katniss das ein klein wenig anders sieht ;)


    Coin zähle ich auch nicht dazu. Selbst wenn sie die andere Seite der Münze (:zwinker:) zu Präsident Snow war, sie war ja nicht der Antagonist der Serie.




    Zählt Dolores Umbridge?


    Sonst fällt mir spontan auch keine böse Frau ein. Ich muss mal in mich gehen. Tolle Frage!


    Dolores Umbridge würde ich nicht so sehr zählen. Eben weil Voldemort der (männliche) Antagonist der Serie war, Umbridge ein Nebencharakter.



    Oh, die Herzkönigin auch noch. Und wie ist es mit Annie Wilkes aus Stephen Kings "Misery"?


    Annie Wilkies passt glaube ich. Sie hat ja schon gemordet, bevor sie mit Misery besessen wurde, oder? Ich kenne Bücher von Stephen King nicht sehr gut :redface:


    Aber ja, in diesem Thread werden Annies gesucht :breitgrins: Einfach Frauen, die unabhängig von ihrem Geschlecht böse sind.

    Ich mag keine weiblichen Bösewichte.
    Und dabei würde ich sehr gerne mehr Bücher mit weiblichen Bösewichten lesen. Das Problem? Sie haben keinerlei gute Motive.


    Schon seit den Gebrüdern Grimm haben sie nur einen Grund, böse zu sein: Sie sind eifersüchtig. Ein Mann hat ihr Leben zerstört. Er hat sie betrogen, gar nicht erst beachtet, war gemein zu ihnen. Oder seine Tochter war Schuld am Unglück. Eventuell auch die Geliebte.


    Wie auch immer:
    Weibliche Bösewichte haben Liebeskummer. Und das wars dann auch schon.


    Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Bellatrix Lestrange zum Beispiel war einfach nur böse, weil sie so war. Allerdings war sie der Minion des männlichen Bösewichts.


    Der Rest? Irgendwo ist immer ein Mann. Manchmal gut versteckt, manchmal offensichtlich. Aber allgegenwärtig.


    Oder etwa nicht? Welche Bösewichtin hatte andere Gründe? Oder stört euch das nicht?