Beiträge von Doscho

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Aber wer jetzt hier weiter Panik verbreitet, bekommt eine Zwangs-Forenpause verordnet!

    In „Die Stadt der träumenden Kinder“, dem finalen Band der Trilogie „Die göttlichen Städte“ ist nun Sigrud je Harkvaldsson der Protagonist. Dieser will sich eigentlich nur an der Ermordung seiner Freundin Shara Komayd rächen. Doch damit geht das Abenteuer für ihn erst los.


    „Die Stadt der träumenden Kinder“ führt das Prinzip der Vorgänger konsequent fort – die gleiche Welt, stellenweise die gleichen Charaktere, aber eine völlig andere Erzählweise. Dieser Teil ist wohl der, den man am ersten mit klassischer Fantasy verbinden würde, aufgrund des Antagonisten sind auch leichte Horrorelemente enthalten.

    Gerade der Antagonist zeigt aber auch, dass klassische Fantasy zumindest bei Robert Jackson Bennett nicht ohne Klischees funktioniert: Ein Junge mit schwerer Kindheit will Macht bekommen, um die Welt zu einem aus seiner Sicht gerechteren und besseren Ort zu machen. Das ist nun nicht unbedingt neu. Allerdings entschädigt dafür das weitere Konzept des Antagonisten, dass ich dann doch als origineller bezeichnen würde.


    Als Fazit gilt weiterhin das, was ich schon beim Vorgänger gesagt habe: Es ist schwierig und ungerecht, diesen Band anders zu bewerten als seine Vorgänger, da ein Vergleich kaum möglich ist. Trotz des recht klassischen Konzepts gefiel mir persönlich der Band mit am besten, dennoch möchte ich der kompletten Reihe eine einheitliche Bewertung geben. Jeder Leser und jede Leserin wird hier eigene Präferenzen haben und soll selbst danach entscheiden. Die komplette Reihe würde ich jedoch uneingeschränkt empfehlen.


    4ratten

    Voortyashtan ist die Stadt der toten Klingen. Dorthin wird Turyin Mulagesh geschickt. Was eine Suche nach einer verschwundenen Geheimagentin hätte sein sollen, entpuppt sich bald als viel größeres Ereignis.


    „Die Stadt der toten Klingen“ ist der zweite Teil der Reihe „Die göttlichen Städte“. Dennoch ist es überraschend, wie wenig er mit dem ersten Teil zu tun hat. Eine Nebencharakterin des ersten Teils wird hier zur Protagonistin, während die Protagonistin des ersten Teils eine eher untergeordnete Rolle spielt. Wenige Nebencharaktere aus dem ersten Teil trifft man hier wieder. Das war’s.

    Sonst würde ich Robert Jackson Bennett eher Respekt dafür zollen, etwas völlig anderes zu machen, das mit dem ersten Teil nahezu nicht vergleichbar ist. Ist der erste Teil eher eine Mischung aus Agententhriller und leichten Fantasyanleihen vor pseudohistorischem bzw. pseudokulturellem Hintergrund gewesen, würde ich diesen Teil eher als militärisch geprägte Fantasy bezeichnen.

    Und hier kommt etwas, was jede und jeder, der meine Rezensionen liest, wahrscheinlich erwarten wird: Militärisches mag ich nicht. Trotzdem handelt es sich hier um einen gut gemachten Fantasyroman, der auf demselben Niveau wie der Vorgängerband ist. Wer also etwas ähnliches erwartet, wird enttäuscht sein – was so ganz nebenbei auch dazu führt, dass man die beiden Bände wunderbar hintereinander lesen kann, ohne zu ermüden.


    Kann man dieses Buch also mit „Die Stadt der tausend Treppen“ vergleichen? Eigentlich nicht. Die Welt und einige Charaktere sind die gleichen, der Fokus und damit der Erzählstil sind grundverschieden. Aufgrund des starken militärisch geprägten Stils des Buches gefällt mir persönlich der erste Band besser, dennoch denke ich, dass ich diese subjektive Bewertung außen vor lasse und diesen Band gleich dem ersten bewege. Denn die Reihe bleibt weiterhin lesenswert und eine schlechtere Bewertung hat „Die Stadt der toten Klingen“ auch nicht verdient.


    4ratten

    Bulikov ist „Die Stadt der tausend Treppen“. In diese Stadt verschlägt es Shara Thivani, um dem Hintergrund der Ermordung ihres Mentors, Efrem Pangyui, nachzugehen.


    Robert Jackson Bennett hat mit dem ersten Band seiner Trilogie „Die göttlichen Städte“ ein Werk geschaffen, das mal wirklich herrlich schön untypische Fantasy ist. Zwar sind leichte Elemente darin enthalten, aber das Ganze wird mit etwas Agentenkrimi und auch Pseudohistorik zu einem stimmungsvollen Werk verwoben.

    Das Wordbuilding ist hier als positiv hervorzuheben. Damit meine ich jedoch nicht, wie man vielleicht denken könnte, die Stadt Bulikov, wobei auch diese gut beschrieben wird. Viel eher meine ich den kulturellen und göttlichen Hintergrund. Bennett hat sich hier eine tolle Hintergrundgeschichte mit Göttersystem, politischen Parteien und allem drum und dran ausgedacht. Das wirkt modern und frisch und ist mal ein ungewohnter Ansatz eines Fantasyromans.

    Auch die Charaktere haben mir gefallen. Gerade Nebencharakteren wie beispielsweise Sigrud oder Vohannes wird hier Raum und Hintergrund gegeben und werden greifbar und nachvollziehbar gemacht.

    Etwa 500 Seiten lang war dieser Roman bei mir auf Kurs Richtung Höchstbewertung. Das Ende lässt mich persönlich aber eher enttäuscht zurück. Ein Endkampf ist, nachdem man zuvor eher ungewohnte Fantasyansätze lesen durfte, dann doch eher normal und fast schon langweilig gewöhnlich. Fast ist es so, als wäre Bennett an dieser Stelle selbst eingefallen, dass er ja Fantasy schreibt und deshalb etwas bringen sollte, was für das Genre typisch ist.


    Und zumindest ich wollte ihm hier zurufen: Nein! Selten kam es bei mir vor, dass mir ein Roman quasi in seinen letzten Zügen noch Raum zur Kritik gibt. Das Ende hätte man definitiv noch ungewöhnlicher lösen können. Ansonsten bleibt dennoch ein empfehlenswerter Roman, den sich jede und jeder anschauen sollte, der mal nach Fantasy sucht, die nicht den gewohnten Weg geht.


    4ratten

    Weil im Gegenthread die Diskussion aufkam,dass doch Schicksalsgemeinschaften ganz toll wären: Grundsätzlich stimme ich da zu. Es gibt aber - und das noch als Nachtrag - so etwas, das ich "Klischee-Schicksalsgemeinschaft" nennen würde.

    Es braucht eigentlich nur drei Personen:


    - Grenzenlos arrogant, könnte alles alleine lösen, die anderen sind Ballast, weiß gefühlt die Handlung schon, bevor sie die Leserin oder der Leser weiß, so schlau ist er bzw. sie.

    - Tollpatsch, Schussel, kriegt gar nichts auf die Reihe.

    - Der "Normalo", der alle Missgeschicke, die von den anderen beiden verursacht werden, ausbaden muss.


    *seufz* Leider häufiger, als man so denkt. Und - natürlich! - bei keinem einzigen Charakter auch nur ein Funken Charakterentwicklung :-/

    Puh, was fällt mir denn da ein:


    Zunächst mal das Mittelalter als historischer Schauplatz. Mich fasziniert diese Zeit einfach.


    Ansonsten, dann eher in der Fantasy: Gutes Wordbuilding. Szeneriebeschreibungen, die gerne mal cineastisch ausfallen können, so dass man als Leserin oder Leser die Welt vor Augen hat und mit den Charakteren mitwandern kann. Sehr gerne mit ganz viel Forscher- und Erkundungsdrang.


    In der Science Fiction: Beziehungen zwischen Spezies, eher soziologische als kriegerische Komponenten. Konfliktsituationen, gerne Mensch vs. Maschinen/KI. Postapokalyptische Szenarien und Dystopien, gerne vom Menschen verursacht.


    Von Charakterdarstellungen mag ich gerne ausführliche Hintergrundgeschichten. Gerne mal einen Charakter in den Fokus rücken und ihn erzählen lassen oder über ihn erzählen. Warum sind Charaktere so, wie sie sind? Nicht klischeemäßig "die Guten" und "die Bösen", sondern auch Gute, bei deren Handlungen man nur den Kopf schütteln kann. Oder Böse, die mal ihre lichten Momente haben :-D

    Das war so oder wenigstens sinngemäß mal eine Wochenfrage...


    Ich bleibe dabei: Gerade in Historischen Romanen nervt mich wirklich, dass es bei Bösewichten scheinbar zum guten Ton gehört, Frauen, am Besten noch die Protagonistin, zu vergewaltigen. Vor allem, da ich oft den Eindruck habe, das ist oft das einzige Merkmal, um zu beweisen, dass der Bösewicht auch wirklich der Bösewicht ist und nicht nur sagt, dass er ja ach so böse ist.


    Zum Thema Sexszenen in der Literatur habe ich mal auf Tor Online zwei gute Artikel für gute bzw. schlechte Beispiele gelesen:


    Schlechte Beispiele

    Gute Beispiele

    Ja, bei dem Buch war irgendwie der Wurm drin... trotzdem erstaunlich, dass sich alle hier so einig sind, ich habe auch recht positive Rezensionen zum Buch gelesen. Ich persönlich kann "Das Schiff" sehr empfehlen, das fand ich vom Grundkonzept und vor allem von den Charakteren her deutlich besser. Viele empfehlen "Das Erwachen" und "Ewiges Leben", dazu kann ich aber nichts sagen, da ich beide noch nicht gelesen habe. :-)

    Ich habe gerade das "Großprojekt" Die Göttlichen Städte von Robert Jackson Bennett gestartet und werde mich nun durch die Trilogie durchwurschteln. Ich bin gespannt, "Die Stadt der tausend Treppen" fängt schon mal gut an :-)

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    Eigentlich möchte Tess Velazca nur ein friedliches Leben als Sängerin führen und an der Musikakademie auf Harmonie studieren. Doch Interkosmika verkündet ihr eines Tages, dass sie die Schulden ihrer Schwester begleichen soll. Daraufhin wird Tess Kartografin und macht sich auf zu einer Reise durch das Netz der Sterne.


    Nachdem mir „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst wirklich gut gefallen hat, habe ich mich nun dem Roman „Das Netz der Sterne“ zugewandt. Um es kurz zu machen: Dieses Buch halte ich klar für das Schwächere der beiden.

    Man sollte hervorheben, dass dieses Buch verhältnismäßig leicht zu lesen ist. Ich hatte den Eindruck, es ist nicht so technisch und wissenschaftlich, wie man es sonst von Brandhorst gewohnt ist und man findet sich recht schnell in die Geschichte ein.

    Dennoch hat das Buch in meinen Augen ein großes Problem und das nennt sich Tess. Mit der Protagonistin und einzigen zentralen Figur des Romans wurde ich bis zum Schluss nicht warm. Ihr Handeln erscheint meist sprunghaft, sie folgt – um es neutral auszudrücken – Plänen, die ihr vorgegeben werden, möchte aber dennoch auf Biegen und Brechen frei sein, weshalb sie sich mit fast schon übertriebener Sturheit gegen ihre Begleiter und Begleiterinnen wendet. Wenn sie vorgegebenen Plänen folgt, dann tut sie das meist ohne Begründung, da sie ja weiß, was zu tun ist. Dieses Verhalten wirkte auf mich permanent widersprüchlich und unruhig.

    Und das ist schade, denn die Prämisse des Romans ist eigentlich eine gute. Mal wieder werden philosophische Fragen angerissen, es geht um Kommunikation, Musik, Verantwortung, aber auch beispielsweise um die Frage, wie man mit Macht umgeht. Das sind schöne Fragen und gerade, wenn der Roman auf eine philosophische Ebene gerät, wird er gut.

    Ausnahme ist hier mein zweiter großer Kritikpunkt: Das Ende. Zwar werden alle Fragen, die sich während des Buchs auftaten, beantwortet, dennoch wirkt alles auf mich unbefriedigend und banal. Vieles wird so nebenbei und nüchtern erklärt, als wäre alles schon von vornherein klar gewesen. Es wirkt, als müsste man alles so hinnehmen wie es ist, ohne groß darüber nachdenken zu können.


    Es hat lange gedauert, aber hier muss ich wieder mal sagen: Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Konzept und Welt sind hervorragend gelungen und es werden während der Lektüre interessante Fragen aufgeworfen. Das abwürgende Ende, aber vor allem die Protagonistin führen leider nur zu einer durchschnittlichen Bewertung.


    3ratten

    Hui. Ein recht verwirrendes Ende, wie ich finde.

    Sinclair ist definitiv wahnsinnig geworden und man kann eigentlich spekulieren, ob alles aufgrund des Letzten so geschehen ist, oder ob er den Hang zu Dominanz, Kontrolle und Macht schon in sich trug. Ihm ist Leben völlig egal, dass sieht man daran, wie er kaltherzig Wayfare umbringt.

    Insgesamt erscheinen mir die Auflösungen der Fragen, die sich im Buch ergaben relativ banal. Tess tötet Horace, weil er im Weg ist, quasi einfach so. Die Namenlosen sind die Vorfahren der Oktopoden. Der Schlund war einfach nur ein Schatten des Letzten. Und Tess stirbt, aber irgendwo auch nicht, weil sie quasi selbst eine Letzte geworden ist. Und die Gloriose ist noch nicht gefunden, weil das Buch davor aufhört.

    Irgendwie lässt mich das Ganze leider recht unzufrieden zurück :-/

    Ja, es ist ein schwieriges Thema - ich hatte in meiner Studienzeit auch eine Phase, wo ich mit meinem Körper (sehr schlank, mit Tendenz zum Untergewicht) extrem unzufrieden war. Mittlerweile habe ich eine recht entspannte "Ich seh halt so aus, wie ich aussehe"-Einstellung, aber dennoch geht mir das Thema noch recht nahe.


    "Schwarzmondlicht" kann ich echt nur empfehlen, da wäre ich wiederum auf deine Meinung gespannt!

    Ich hab mir das Buch auch mal heruntergeladen, da mich die Thematik interessiert und mir "Schwarzmondlicht" von Melanie auch sehr gut gefallen hat. Ich bin mal gespannt, wie mir das Buch gefällt, aber das hört sich schonmal gut an :-)

    Das Planetensterben durch die Bombe wurde richtig grausam, aber auch schön beschrieben, da merkte man die ganze Skrupellosigkeit Interkosmikas.

    Tiberius hat einen interessanten Avatar, so als Kind. Und einen starken Optimismus, aber es stimmt schon, wenn nur einer gerettet werden kann, ist das Aussterben der Maschinen verhindert.

    Ein schöner Moment war auch, als Tess merkt, wen sie eigentlich noch hat: Ida. Und sich. Sie muss also eigene Entscheidungen treffen, ohne von anderen beeinflusst zu werden. Ironischerweise ist das genau das, was sie eigentlich wollte. Nur die Situation könnte eine angenehmere sein...

    Es erscheint absolut logisch, dass Tess selbst diejenige ist, die den Kontakt mit dem Grauen Licht verhindert. Sie hat Angst, dass das, was mit der Besatzung der Pegasus oder, vermutlich noch mehr, mit Sinclair passiert ist, auch ihr passieren könnte. Sie ist traumatisiert, das hat Ida schon erkannt, nur ist Tess erst jetzt soweit, das zu begreifen.

    Schöner Gedanke, den Zufall entscheiden zu lassen und das Vorgehen gegen Interkosmika zufällig zu planen. Irgendwie erinnert mich das, zumindest sinngemäß, an das großartige "Lied vom scheitern" von den Ärzten: Du bist immer dann am Besten, wenn's dir eigentlich egal ist. Der Gesang war dann ebenfalls ein schönes Bild.


    Dann kommt es jetzt wohl zum "Showdown". Mal schaun, wie das Ganze ausgeht :-)

    Und um dieses Zitat ein wenig weiterzuführen: "Jedes hinreichend hochentwickelte Wesen ist von einer Gottheit nicht zu unterscheiden."

    Was aber meiner Ansicht nach auch ein gefährliches Zitat ist, da der Mensch oft die Hybris hat, sich über alles zu stellen, eben als "Krone der Schöpfung". Ob der Mensch jedoch wirklich das intelligenteste Wesen der Erde ist, bzw. auch immer seine vermeintliche Intelligenz durchscheinen lässt, ist ein anderes Thema.