Beiträge von Doscho

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ja, es soll schon lustig sein und nimmt sich halt auch nicht ernst, aber es hat bei mir einfach null gezündet :-/


    Das mit dem Verkaufsrang habe ich auch gesehen, verstehe es aber nur bedingt.



    Wenn das in weiteren Bänden ausgebaut wird, fände ich das super, so ist es ja nicht. Aber das ist in dem Band eher ein nebensächlicher Aspekt.

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    Die Barkeeperin Sofie sieht sich aufgrund eines unglücklichen Zufalls in einen Kampf mit dem bösen Rattenkönig verwickelt und erfährt von der magischen Welt Berlins.


    Mittlerweile zehn Bände umfasst nun schon die Reihe „Die Wächter von Magow“ der Autorin Regina Mars. Für mich war jedoch schon der erste Band, „Rendezvous mit dem Rattenkönig“, ein Totalausfall.

    So konnte ich mit dem allgemeinen Stil schon nichts anfangen. Denn der wirkt auf mich schon fast provozierend cool, hip und jugendlich und drängte sich mir geradezu auf. Es macht mir ja nichts aus, wenn Charaktere fluchen und die allgemeine Wortwahl etwas derber ist, aber es wirkt alles so aufgesetzt und künstlich, dass ich mich daran gestört habe.

    Gekrönt wird das Ganze von etwas, das wohl Humor sein soll, aber für mich halt einfach keiner ist. Ein Beispiel: Protagonistin Sofie wird von ihrer besten Freundin Cassa konsequent mit „Soffie“ angesprochen. Ich lasse das jetzt einfach mal so im Raum stehen, denn besser wird es auch nicht.

    Denn auch die Handlung ist traurig, selbst für eine ohnehin schon kurze Länge des Buches von nicht mal 150 Seiten. Sofie kämpft mit einer Klischee-Tollpatsch-Truppe gegen einen Rattenkönig. Zudem lernt sie das magische Viertel Magow auf eine Art und Weise kennen, die dermaßen offensichtlich von Harry Potter inspiriert ist, dass es schon schmerzt. Das war’s. Um mehr zu erfahren, müsste man wohl die Reihe weiterlesen.


    Und da sollte klar sein, dass ich das in keinem Fall möchte, sondern im Gegenteil eher davon abrate. Dieses Buch ist für mich selbst zum kurz mal zwischendurch lesen zu schade. Finger weg!


    1ratten

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    Die revolutionäre Lila sieht sich mit einer Optimalwohlökonomie konfrontiert, deren Anführer, Roboter Samson Freitag, von ihr gestürzt werden soll.


    Nachdem mir „Die Optimierer“ von Theresa Hannig wirklich gut gefallen hat, habe ich mich natürlich auch dem Folgeband „Die Unvollkommenen“ gewidmet.

    Dieses beginnt auch unmittelbar an das eigenwillige Ende des Vorgängerbandes anschließend und erzählt aus der Perspektive von Lila, die im ersten Band ein Nebencharakter war. Samson, der Protagonist des ersten Bandes ist hier ein gottgleich verehrter Roboter. Dies soll wohl Parallelen zur NS-Zeit wecken – eine Szene, in der ein ideologisch umgedichtetes Kirchenlied gesungen wird, ist da schon ein Wink mit dem Zaunpfahl – und Theresa Hannig schafft es auch eindrucksvoll, diese Analogie herzustellen.

    Doch die Auflösung, bzw. der Wunsch der Zerstörung dieser vermeintlichen Optimalwohlökonomie artet im wahrsten Sinne des Wortes im Chaos aus. Neben Lila gibt es da auch noch andere Parteien und jeder versucht jeden auszubooten, so dass sich das Ganze immer mehr zuspitzt und derart verwirrend endet, dass man als LeserIn überhaupt nicht mehr mitkommt.


    Somit ist „Die Unvollkommen“ trotz gutem Start zwar lesenswert, aber der deutlich schwächere der beiden Bände. Wem „Die Optimierer“ gefallen hat, der macht auch hier nichts falsch, ansonsten kommt das Buch nur auf einen guten Durchschnitt.


    3ratten

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    Die Königstochter Melisende will den ihr angestammten Grafen Foulques nicht heiraten und verlässt daraufhin Jerusalem. Daraufhin versuchen viele, sie zurückzuholen – nicht immer in guter Absicht…


    „Die Mission des Kreuzritters“ kommt mit einer altbewährten Geschichte daher: Eine emanzipierte Frau will nicht den vorbestimmten Mann heiraten, flieht und lernt natürlich einen anderen kennen, in den sie sich prompt verliebt. Manche AutorInnen könnten diese Geschichte vermutlich schon nicht mehr erzählen, ohne Langeweile auszulösen – Ulf Schiewe gelingt jedoch das Kunststück, auch diesen Stoff noch neu und frisch zu erzählen.

    Der einzige Kritikpunkt ist bei mir die doch recht häufige Aneinanderreihung von Überfällen. Von allen Seiten werden Melisende und ihr Liebhaber Raol bedrängt und bedroht, bis am Ende nur noch sie beide übrigbleiben. Das nimmt der ansonsten flüssig erzählten Geschichte etwas die Fahrt.


    Ich vergleiche gerne manche Romane mit schon oft gehörten Witzen – manche locken schon kein Lächeln mehr hervor, wenn sie erneut erzählt werden. Wenn aber, wie hier, altbewährtes gut verpackt wird, dann kann man gerne zugreifen.


    4ratten

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    „Jeder an seinem Platz!“. Das ist das Motto der Optimalwohlökonomie, bei dem Lebensberater festlegen, welchen Lebensweg jeder Mensch einschlägt. Samson Freitag ist ein solcher Lebensberater und treuer Systemanhänger – bis das Schicksal zuschlägt…


    Bei „Die Optimierer“, dem Debütroman von Theresa Hannig, lässt sich in erschreckender Art und Weise sehen, wie sich eine Utopie zu einer Dystopie wandelt. Die Idee der Optimalwohlökonomie klingt dabei am Anfang des Romans noch wirklich gut und verdichtet sich dann während der knapp über 300 Seiten mehr und mehr zu einem grotesken Psychothriller und der Hauptcharakter Samson Freitag erlebt einen regelrechten Alptraum.

    Alptraum ist im Zusammenhang mit Samson vielleicht etwas zu hart, aber dennoch wäre er mein einziger Kritikpunkt des Romans. Ja, man kann ein System, das man selbst vertritt, gut finden es wäre auch ratsam, das zu tun. Aber die Naivität, die Samson auch dann noch an den Tag legt, wenn er schon Ungereimtheiten merken sollte, ist fast schon provokativ. Oder, positiv formuliert: Samson ist ein Antiheld wie aus dem Bilderbuch.

    Das Ende ist hingegen wirklich besonders und ungewöhnlich und man fragt sich, ob es ein Happy End, Worst Case-Szenario oder doch eher irgendetwas dazwischen ist.


    Hätte man den Eindruck, es mit einem mitdenkenden Hauptcharakter zu tun zu haben, hätte ich hierfür wohl sogar die Höchstpunktzahl gezückt. So ist der Roman aber dennoch immer noch sehr lesenswert.


    4ratten

    Auf Scotland Yard wird ein Bombenanschlag verübt. Als der Telegrafist Thaniel plötzlich eine Taschenuhr erhält, verdächtigt er den mysteriösen Uhrmacher Mori…


    Natasha Pulleys Debütroman „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ spielt im London des viktorianischen Zeitalters. Daher enthält er zudem auch Elemente des Steampunk. So hält sich Mori einen mechanischen Kraken als Haustier und die Protagonistin Grace hält wissenschaftliche Abhandlungen über die Existenz oder vielleicht auch Nichtexistenz des Äthers. Diese Einschübe tragen einiges zur Atmosphäre des Romans bei.

    Aber es ist leider eben nur dieses Setting, was „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ zu einem guten Roman macht. So fand ich zu den drei ProtagonistInnen bis zum Schluss keinen Zugang. Thaniel war mir zu blass, Grace zu hochnäsig und herablassend und hart an der Grenze dazu, für mich nervig zu sein. Und Mori war zwar schön mysteriös und geheimnisvoll beschrieben, aber ich habe bis zum Ende des Romans den Sinn und Zweck seiner geheimnisvollen Art nicht verstanden.

    Überhaupt tat ich mich mit dem Verständnis der Handlung schwer. Natasha Pulley schreibt einen Stil, den ich am Ersten als ruckhaft bezeichnen würde. Es wirkt so, als würde sie beim Beschreiben der Handlung einige wichtige Schritte weglassen, um den Fokus auf Nebensächlichkeiten zu legen. So war es mir nahezu unmöglich, Zusammenhänge zu erkennen und mehrfaches Hin- und Herblättern war die Folge. Besser wurde es dadurch jedoch nicht.


    „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ ist für mich also ein Roman, der lediglich von seinem Setting lebt. Das ist für mich, der sich von dem Roman deutlich mehr erwartet hat, viel zu wenig. Unterm Strich spreche ich also keine Empfehlung aus.


    2ratten

    Aus unterschiedlichen Gründen gelangen die Niederländerin Griet und die Chinesin Qianqian nach Formosa und sehen sich dort mit dem Leben in der Fremde und politischen Unruhen konfrontiert.


    „Sturm über Formosa“ ist ein Buch, das konsequent ruhig und unaufgeregt erzählt wird. Und das ist Fluch und Segen zugleich, denn es gibt Teile im Buch, da ist das großartig und Teile, die das Buch sehr langatmig machen.

    Die Stärke des Buches liegt klar in den Charakteren. Man hat es mit zwei Protagonistinnen zu tun, die ein starkes, emanzipiertes Frauenbild vertreten und allen Widrigkeiten zum Trotz für das kämpfen und einstehen, was sie für richtig halten. Dadurch machen sie sich zwar auch Feinde, dennoch kämpfen sie immer weiter für Gerechtigkeit.

    Die Schwäche liegt jedoch in der Langatmigkeit. Während in der ersten Hälfte des Buches noch die Verarbeitung der neuen Umgebung und Kultur beschrieben wird, geht es in der zweiten Hälfte um den politischen Konflikt zwischen Niederländern, Chinesen und den Ureinwohnern Formosas. Und mehr ist es auch nicht. Die Exotik des fernen Ostens erlebt man somit quasi überhaupt nicht, das Ganze spielt sich eher auf einer soziologischen Ebene ab, Landschaftsbeschreibungen bekommt man nicht.


    Somit konnte mich „Sturm über Formosa“ nicht ganz überzeugen, dennoch hat man es hier mit einem durchschnittlichen, gut gemachten historischen Roman zu tun, bei dem man aber am Besten vorher wissen sollte, was man hinterher bekommt.


    3ratten

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    Zwei Kommissare, eine krebskranke Frau und drei Rebellen – sie alle verbünden sich gegen den Großkonzern Ventadorn. Denn dieser scheint nicht so großzügig zu sein, wie er sich gibt.


    Thomas Knüwers Debütroman „Ventadorn“ schafft zunächst eine düstere Zukunft. Im Jahr 2044 sind die Kosten für eine Behandlung derart hoch geworden, dass die Menschen ein waghalsiges Bündnis eingehen: Vollständige Genesung für einen Chip, der seinen Träger unbewusst Werbung sprechen lässt. Die Tatsache, dass Thomas Knüwer aus der Werbebranche kommt, macht das Szenario noch makabrer, als es ohnehin schon ist.

    Neben diesem Zukunftsszenario gibt es zudem vor allem viel Action. Gerade in der zweiten Hälfte des Buches und im Showdown bietet sich viel Material, von dem so manche Regisseure aus dem Actionfilmbereich noch lernen könnten.

    Und auch wenn ich mich nicht daran gestört habe, muss noch erwähnt werden, dass das Buch an manchen Stellen nichts für Zartbesaitete ist. Es wird viel geflucht, es wird stellenweise blutig und auch Endprodukte der menschlichen Verstoffwechslung sind ein Thema dieses Buches.


    Wer also auf futuristische Dystopien mit gnadenloser Action steht, für den könnte „Ventadorn“ etwas sein. Mich hat das Buch richtig umgehauen, so dass ich diesem Geheimtipp eine volle Kaufempfehlung gebe.


    5ratten

    :tipp:

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    Als Ylva den Anruf erhält, dass ihre Großmutter auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ist, macht sie sich auf nach Foremar Glen und erkundet das Mysterium des Ortes und des nahe gelegenen Anwesens Foremar Manor.


    „Eine Erzählung in sieben Mondphasen“ ist der Untertitel des Debütromans „Novemberkönig“ von Lily Magdalen – und tatsächlich enthält das Buch neben Prolog und Epilog gerade einmal sieben nach Mondphasen benannte Kapitel. Das und die Tatsache, dass der Name Foremar von einem Lied des von mir sehr geschätzten Musikers ASP inspiriert ist, ist tatsächlich das einzig Gute, was über dieses Buch zu sagen ist.

    Sonst enthält das Buch mit Ylva und dem einzigen weiteren Protagonisten Yvan zwei Personen, die mich beide schon von ihrer Charakterisierung abstoßen. Yvan ist ganz der dunkle Magier, der sich wortkarg und geheimnisvoll gibt und Ylva mit stoischer Ruhe behandelt. Diese ist laut Buch 28, verhält sich aber eher wie halb so alt. Trotzig, wütend und mit quasi nicht vorhandener Zündschnur versucht sie, hinter das Geheimnis des Verschwindens ihrer Großmutter zu kommen. Zu ihrer völligen Verwunderung stößt ihr Verhalten jedoch nicht unbedingt auf Gegenliebe. Es ist auch keine Einsicht bei ihr erkennbar, im Gegenteil, man liest öfter mal im Buch, dass sie so zornig und impulsiv ist, dass sie anderen wehtun will.

    Wer jetzt schon denkt, das ist schlimm: Ylva und Yvan verlieben sich. Wie man aus diesem absoluten Gegensatzpaar sich auch noch eine Liebesgeschichte aus den Fingern saugen kann, ist mir völlig schleierhaft und spätestens zu diesem Zeitpunkt war für mich das Buch völlig unten durch.

    Nicht, dass das Buch sonst noch etwas Großartiges bieten würde. Recht geradlinig wird das Bild vom verfluchten Dorf mit Gruselvilla runtergespult, die Handlung und die weiteren Charaktere wirken klischeehaft und ohne jegliche Entwicklung.


    Immer wenn man denkt, man hat schon alles im Guten wie im Schlechten gelesen, kommt ein Buch wie „Novemberkönig“ daher. Ich kann wirklich nur raten, um dieses Buch einen großen Bogen zu machen.


    1ratten

    :flop:

    Der Stauferkaiser Friedrich II. stirbt und hinterlässt seinem engsten Vertrauten kurz vor dem Tod ein Geheimnis. Gleichzeitig versucht die Zisterzienserin Schwester Elsbeth in Wizinsten ein Kloster zu errichten.


    „Die Säulen der Erde für Arme“ – das war mein erster Gedanke beim Lesen von „Die Pforten der Ewigkeit“. Und stellenweise stimmt das tatsächlich: Das Buch ist mit rund 860 Seiten ein ziemlicher Wälzer, spielt im Mittelalter mit all seinen Intrigen und politischen Unruhen und es steht ein Bau eines Gotteshauses im Mittelpunkt der Handlung.

    Doch das ist absolut kein Nachteil, im Gegenteil: Richard Dübell hat einen durchweg spannenden historischen Roman geschaffen. Nirgendwo hatte ich das Gefühl, dass die Handlung verflacht oder sich mit Nebensächlichkeiten aufhält, ich hatte eher im Gegenteil die Mühe, alle Handlungsstränge mitzubekommen und im Kopf zu behalten.

    Zudem zeichnet sich das Buch durch seine starken Charaktere aus. Ob gute Hauptcharaktere, wie Rogers und Schwester Elsbeth oder die eher düsteren wie Meffridus oder der wirklich ekelhafte Rudolf von Habisburch – jede und jeder wurde überzeugend dargestellt, selbst wenn der Anteil an der Handlung eher gering ausfällt.

    Ein weiteres Highlight ist das hochdramatische Ende, das sehr eindrücklich beschrieben wurde und für die Lesenden einige grausame, aber auch trotz der Ereignisse erfreuliche und überraschende Wendungen bereithält.


    „Die Pforten der Ewigkeit“ ist für mich genau so, wie ein guter historischer Roman sein sollte: Eine spannende Handlung mit einem regelrechten Auf und Ab der Gefühle, tollen Charakteren und realem historischen Hintergrund. Dafür kann es nur die Höchstpunktzahl und eine klare Kaufempfehlung geben.


    5ratten

    :tipp:

    Andererseits: Das, was ich mit dem Buch erlebt habe, sagt man oft auch Sebastian Fitzek nach, dessen Bücher ich bislang eigentlich mochte, insofern... ;-) Aber trotzdem, das Buch war für mich eine absolute Gurke.

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    Vincent Herzog passiert nach dem Joggen etwas sehr Merkwürdiges: In seiner eigenen Wohnung wohnt eine ihm fremde Frau. Dieses Ereignis weckt in ihm düstere Erinnerungen an seine Vergangenheit.


    „Vertrau dir (nicht)“ klingt nach einem interessanten Thriller. Leider hat sich herausgestellt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist und man es hier mit einem Worst Case zu tun bekommt.

    Das beginnt schon mit dem Schreibstil. Eigentlich ist das Buch dünn genug, dennoch ist es vollgepackt mit Füllsätzen, die nahezu absurd sind. Chris Karlden lässt es sich schon bei einfachen Tätigkeiten wie dem gemeinsamen Essen zweier Personen nicht nehmen, zu beschreiben, wann sie das Lokal betreten und verlassen haben, wie das Ambiente des Lokals beschaffen ist, was die beiden gegessen haben und dass der Kellnerin großzügiges Trinkgeld gegeben wurde. Und natürlich ist nichts davon wirklich handlungsrelevant.

    Apropos Handlung: Die klingt zunächst thrillertypisch sehr verworren und wird am Anfang des Buches auch gut beschrieben. Das Problem ist hier die Auflösung. Aus dem Nichts heraus wird hier mit abstrusesten Zusammenhängen argumentiert, bei denen man sich wirklich nur die Haare raufen kann. Es wirkt einfach hinten und vorne nicht stimmig.


    Für mich war „Vertrau dir (nicht)“ also ein absoluter Reinfall, den ich so nicht weiterempfehlen kann und möchte.


    1ratten

    :flop:

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    Stell‘ dir vor, du lebst über dreihundert Jahre lang, doch niemand erinnert sich an dich. So geht es Addie LaRue, zumindest, bis Henry Strauss in ihr Leben tritt.


    Zugegeben: Das Thema, dass eine verzweifelte junge Dame vom Teufel verflucht wird und mit den Konsequenzen leben muss, erscheint etwas altbacken, wenn man an so manche Literaturklassiker denkt. Doch V. E. Schwab schafft es, diesen Roman dennoch in weiten Teilen zwar ruhig und unaufgeregt, aber dennoch spannend zu erzählen.

    Das liegt vor allem an der Darstellung der drei Hauptcharaktere. Neben der freiheitsliebenden Addie und dem typisch teuflischen Luc hat mich vor allem Henrys Geschichte berührt, die wirklich einige heftige Überraschungen mit sich bringt.

    Leider hat das Buch doch auch ein paar Längen. Schwabs Schreibstil, der sehr oft so wirkt, als würde sie weite Teile der Handlung bereits vorwegnehmen, erscheint auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Er entpuppt sich aber, wie ich im fünften der sieben Buchteile schmerzlich gemerkt habe, als goldrichtig. Hier passiert nämlich folgendes: Addie erlebt die halbe Weltgeschichte und Henry sitzt da und hört ihr zu. Das ist oftmals eher zäh und langatmig zu lesen.


    Gott sei Dank machen diese Passagen aber nur Bruchteile der ansonsten spannenden und packenden Handlung aus. Sonst handelt es sich bei „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ um einen spannenden Roman mit einer fesselnden und berührenden Geschichte.


    4ratten

    Walther von der Vogelweide, Gerold von Waldeck, Heinrich von Kalden und Otto von Herneberch suchen nach dem Waisen, einem geheimnisvollen Edelstein.


    Mit „Krone des Schicksals“ ist Richard Dübell ein toller historischer Roman gelungen, der sich in weiten Teilen aber eher wie ein Abenteuerroman liest. Ständig verfolgt man den Weg der vier Freunde mit, nur um zu erfahren, dass sie den Stein dann doch nicht gefunden haben. Dabei bleibt es ständig spannend und man fiebert mit, zumal der Truppe von diverser Seite Steine in den Weg gelegt werden.

    Besonders herausgreifen möchte ich hier Anna von Rehperc als Gegenspielerin Walthers. Von ihm geliebt, aber dann verschmäht, ist ihr jedes Mittel recht, Walther zu schaden und sogar zu töten. Dies führt dann auch zu einem dramatischen Ende mit überraschenden Wendungen, das mir sehr gut gefallen hat.

    Durch die eher abenteuerhafte Art des Romans kommt jedoch der historische Aspekt etwas zu kurz. Zwar gibt es ein Nachwort, aber es wirkt eher so, als wurde eine ausgedachte Handlung in ein historisches Setting gelegt und real existierende Personen verwendet, um dem Ganzen mehr Authentizität zu geben. Das ist zwar bei diesem Roman nicht weiter schlimm, etwas mehr Fokus auf historische Gegebenheiten wäre dennoch schön gewesen.


    „Krone des Schicksals“ ist dennoch ein guter Abenteuerroman mit historischem Hintergrund, der vor allem denjenigen gefallen dürfte, bei denen es auch etwas lockerer und nicht historisch akkurat zugehen darf.


    4ratten

    Intisar, die große Liebe Alifs, ist einem anderen Mann versprochen worden. Grund genug für den Hacker, ihr nachzuspionieren – das hätte er aber besser lassen sollen…


    Schon in den ersten Seiten merkt man: „Alif der Unsichtbare“ ist ein ungewöhnlicher Roman, der die Grenzen dessen, was Fantasy ist, gewaltig weitet. Hier vermischen sich Hackerthriller mit arabischer Mythologie und Religion, was definitiv kein alltäglicher Ansatz ist und konventionelle Muster durchbricht. Alleine dafür ist G. Willow Wilson zu loben.

    Leider gibt es einige Dinge zu bemängeln. Zum einen werden passenderweise auch arabische Begriffe in den Text eingeflochten, von denen aber nur einige in einem angehängten Glossar erklärt werden. Da ich nicht finde, dass sich alle Begriffe aus dem Kontext erschließen lassen, hätte man dieses ausführlicher machen sollen.

    Zum anderen schwächelt die Handlung an manchen Punkten. Denn Alif und seine Freunde müssen des Öfteren fliehen. Dabei kann es Alif offenbar nicht lassen, zu betonen, dass die Gruppe doch „am Arsch sei“. Diese Lieblingsfloskel Wilsons zeigt auch, dass es stellenweise auch etwas derber zugeht, was man definitiv mögen muss, ich aber, abgesehen von dieser oft verwendeten Floskel, noch recht erträglich fand. Schlimmer fand ich da das Ende, was relativ unspektakulär und fast schon langweilig erzählt wurde.


    Trotzdem überwiegt gerade noch der positive Eindruck bei „Alif der Unsichtbare“. Für diejenigen, die auch mal Grenzen der Phantastik ausloten möchten und denen ein paar Handlungsabfälle nicht stören, ist dieses Buch zumindest ansehenswert.


    4ratten

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    Keri und Dante schließen sich der geheimnisvollen Gruppe der Liminalen an, um mehr über den geheimnisvollen Planeten Eden herauszufinden. Dabei finden sie mehr über sich und ihre Vergangenheit heraus, als ihnen lieb ist…


    Es kann schwierig sein, einen Roman zu lesen, der eine Thematik besitzt, von der man als LeserIn nicht weiß, die dann aber alles kaputt macht. „Die Türme von Eden“ hat mir das leider allzu eindrucksvoll bewiesen.

    Denn die Liminalen entpuppen sich als religiös-mystische Sekte. Nun habe ich mit Sektenkulten schon allgemein meine Probleme, aber wenn es um Mystik geht, bin ich leider völlig raus. Dementsprechend schwierig gestaltete sich das Lesen des Buches: Viele Ansätze mögen wirklich gut sein, mir wurden sie durch die mystische verschwurbelte Gedankenwelt der Liminalen kaputt gemacht, so dass ich oft im Endeffekt nichts aus dem Buch mitnehmen konnte.

    Schön fand ich jedoch die Gestaltung der Hauptcharaktere. Vor allem Dantes kritische, hinterfragende Haltung, half mir manchmal, über für mich schwierige Stellen hinwegzukommen. Hier fand ich auch den Konflikt der Liminalen untereinander spannend, das Gefüge der kritisch Hinterfragenden einerseits und der blind Folgenden andererseits war für mich die beste Stelle des ganzen Romans.


    Ich muss hier ehrlich sein: Hätte ich vorher gewusst, was hinterher genau in „Die Türme von Eden“ steckt, ich hätte das Buch nicht angerührt. So habe ich mich leider mehr durchgequält als alles andere.


    2ratten

    Als der Forscher Reggie Straifer eine Genehmigung zur Erforschung des Objektes LQ Pyx erhält, ahnt er wohl noch nicht, dass diese Reise mehrere Generationen lang dauern wird. Diese verschiedenen Epochen erlebt man in diesem Buch mit.


    Zunächst mal ist an „Die Reise“ lobend zu erwähnen, dass es sich hierbei um ungewohnt leicht verständliche Science Fiction handelt. Während sich manche Autoren in hochgestochenen wissenschaftlichen und technischen Abhandlungen ergehen, bleibt Marina Lostetter in der Regel klar und fokussiert, was dem allgemeinen Verständnis zu gute kommt.

    Denn man könnte das Buch vom Konzept her fast als Kurzgeschichtensammlung bezeichnen, die lose von der idee der generationenübergreifenden Reise zusammengehalten wird. In auffallend langen Kapiteln – gerade mal neun auf grob 560 Seiten! – werden diverse Personen aus diversen Generationen, die dann durch Klone nachgezüchtet werden, um so eine neue Crew zu bilden, herausgegriffen. Ein tolles Konzept!

    Hier möchte ich zwei Personen lobend erwähnen, die mir besonders gut gefallen haben. Zum einen die künstliche Intelligenz K.I.C., die sich auffallend menschlich verhält. In einem Kapitel wurde sie sogar aus der ersten Person heraus beschrieben – schade, dass das nicht konsequent durchgehalten wurde. Die andere Person wäre Esperanza Straifer, eine Frau mit scheinbar auffälligem und provokantem Charakter, die sich aber während ihres Kapitels komplett wandelt.

    Diverseste philosophische und soziologische Fragen geben dem Ganzen dann noch den letzten Schliff.


    So ist „Die Reise“ also ein ruhiges Buch, das seinen Fokus auf dem sozialen Miteinander und die Probleme der diversen Generationen legt. Ein tolles Romandebüt, dass ich jedem, der nicht unbedingt Hau-Drauf-Romane braucht, empfehlen kann. Daumen hoch!


    5ratten

    :tipp:

    Es herrschen Unruhen im Kaiserreich Berun, denn der Kaiser wird zusehends schwächer und ein Krieg scheint unausweichlich. In diesen schweren Zeiten versuchen Sara, Marten und Thoren das drohende Unheil abzuwenden.


    Die Welt der Romantrilogie „Die Blausteinkriege“ ist sehr komplex. Das ist auf der einen Seite schön, da man immer wieder etwas Neues entdeckt und so die Welt miterleben kann, andererseits war das große Problem, das ich mit diesem Buch hatte, dass mir die Handlung zu oft entglitten ist.

    Denn beim Roman der Autorenbrüder Tom und Stephan Orgel gibt es sehr viele Intrigen, die sehr filigran ineinander verzahnt sind. Neben den drei Hauptcharakteren gibt es noch etliche Nebencharaktere – und nahezu jede Handlung und Tat nimmt Bezug auf eine andere. Das Buch wirkt wie der sprichwörtliche Flügelschlag des Schmetterlings, der zum Orkan wird. Dadurch entsteht wie erwähnt eine hohe Komplexität, die einen schon manche Stellen immer wieder lesen lässt und dennoch mit vielen Fragezeichen zurücklässt. Das Personenverzeichnis kann da leider auch nicht immer helfen, ohne ein solches wäre man jedoch noch aufgeschmissener als ohnehin schon.

    Bei den Charakteren bin ich zwiegespalten. Neben einer schönen Charakterentwicklung von Sara, die ungewollt zu einer tapferen Kriegerin wird und dem herrlich schön zynischen und sarkastischen Nebencharakter Messer gab es auch leider solche Charaktere wie Marten, der hier als Negativbeispiel herauszugreifen ist. Es gibt mehrere Stellen im Buch, die deutlich zeigen, dass es sich bei ihm nicht um einen Teamplayer handelt, sondern vielmehr um einen, dem es einzig um sich selbst geht. Mit so einem Verhalten eckt er zurecht an, was ihn jedoch wenig zu kümmern scheint, da er zumindest keinen Versuch zeigt, sein Verhalten zu ändern.


    „Das Erbe von Berun“ ist also ein eher schwieriger Einstieg in die Welt der Blausteinkriege und einer mit Licht und Schatten. Eine hochkomplexe Handlung mit zahlreichen Mikroverzahnungen steht einer faszinierend gestalteten Welt gegenüber und tolle Charaktere mit Entwicklung regelrechten Nervtötern. Licht und Schatten also, dementsprechend mittelmäßig fällt auch meine Bewertung aus.


    3ratten

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    Vincent lebt ein tristes Dasein, in dem er Statistiken bearbeitet und das Gefühl hat, nichts aus seinem Leben gemacht zu haben. Das ändert sich, als er im Traum Christian und Dominic begegnet – alternative Versionen seiner selbst.


    „Parallel“ behandelt eine Geschichte, in die man sich als Leser oder Leserin sofort hineinversetzen kann. Die zentrale Frage ist hierbei, was man aus seinem eigenen Leben macht und was passieren kann, wenn man einen alternativen Lebensweg einschlägt. Dabei zeigt Win Köller deutlich, dass es auch die Möglichkeit gibt, ganz am Boden zu landen und dass auch vermeintlich schönere und bessere Leben ihre Schattenseiten haben.

    Der Hauptcharakter Vincent ist ein toller Charakter, mit dem wohl jeder und jede, die eine ähnliche Situation im Leben durchgemacht haben, mitfühlen kann. Alle anderen Charaktere sind gegenüber Vincent eher zurückgesetzt, was teilweise nicht schlimm ist, da sie nur eine Lebensmöglichkeit verkörpern sollen, andererseits werden nur bestimmte Situationen aufgegriffen und andere nur grob angerissen.


    Dennoch muss ich zusammenfassend sagen, dass Win Köller mit „Parallel“ eine tolle Novelle gelungen ist, die aufgrund ihrer Kürze auch gut als Gedankenexperiment für zwischendurch dienen kann.


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    John Chu begleitet als Sherpa seine Kunden im MMORPG „Call To Wizardry“. Das Problem an der ganzen Sache: Seine Exfreundin Darla und ein Auftrag des mysteriösen Mr. Jones…


    Eigentlich sollte ich mich als Fan von Videospielen über das Onlinespiel-Setting aus „88 Namen“ freuen. Fairerweise muss ich sagen: Nach dem ersten der drei Teile des Buches habe ich das auch getan. Neben der tollen Welt gefällt mir vor allem auch, dass Matt Ruff keine Scheu davor zeigt, anzuecken. So behandelt er auch sehr deutlich den doch leider oft sexistischen und rassistischen Umgang mit Frauen, der auch vor der Gamerwelt nicht haltmacht. Klingt doch gut? Ja, noch.

    Dann beginnt jedoch das Buch mehr und mehr konfus zu werden. Es verschmilzt die reale und die Spielwelt zu einem undefinierbaren Brei. Zudem spricht Matt Ruff neben den erwähnten wichtigen Themen auch solche an, bei denen ich ihm bloße Provokation unterstelle. So spricht er ein ganzes Kapitel lang höchst ausführlich über futuristische Möglichkeiten des Cybersex. Normalerweise bin ich nicht so prüde oder empfindlich, diesen Themen abgeneigt zu sein, doch je weiter ich las, desto mehr fragte ich mich, was das eigentlich soll. Der höchst nervige Hauptcharakter Darla trägt auch zum negativen Eindruck bei. Stets auf den eigenen Spaß bedacht, ist sie quasi nur dazu da, Stress zu machen und sich mit jedem anzulegen. Wem das nicht passt, der ist selbst schuld.

    Das Ende hat dem Buch dann endgültig den Rest gegeben. Selten habe ich so ein unstimmiges, konstruiertes und an den Haaren herbeigezogenes Etwas von einem Ende gelesen. Mehr sage ich dazu aus Spoilergründen nicht.


    Bücher wie „88 Namen“ erlebt man selten. Nach dem sehr guten Anfang, der wirklich Spaß gemacht hat und mich auf ein gutes Buch hoffen ließ, arbeitet sich Matt Ruff in nahezu grotesker Weise zielstrebig nach unten. Das Ende lässt mich fast schon wütend und auf jeden Fall mit der zentralen Frage „Was war das denn?“ zurück. Das ist nicht mehr nur schade, das ist traurig und ärgerlich.


    2ratten