Beiträge von Doscho

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Vincent lebt ein tristes Dasein, in dem er Statistiken bearbeitet und das Gefühl hat, nichts aus seinem Leben gemacht zu haben. Das ändert sich, als er im Traum Christian und Dominic begegnet – alternative Versionen seiner selbst.


    „Parallel“ behandelt eine Geschichte, in die man sich als Leser oder Leserin sofort hineinversetzen kann. Die zentrale Frage ist hierbei, was man aus seinem eigenen Leben macht und was passieren kann, wenn man einen alternativen Lebensweg einschlägt. Dabei zeigt Win Köller deutlich, dass es auch die Möglichkeit gibt, ganz am Boden zu landen und dass auch vermeintlich schönere und bessere Leben ihre Schattenseiten haben.

    Der Hauptcharakter Vincent ist ein toller Charakter, mit dem wohl jeder und jede, die eine ähnliche Situation im Leben durchgemacht haben, mitfühlen kann. Alle anderen Charaktere sind gegenüber Vincent eher zurückgesetzt, was teilweise nicht schlimm ist, da sie nur eine Lebensmöglichkeit verkörpern sollen, andererseits werden nur bestimmte Situationen aufgegriffen und andere nur grob angerissen.


    Dennoch muss ich zusammenfassend sagen, dass Win Köller mit „Parallel“ eine tolle Novelle gelungen ist, die aufgrund ihrer Kürze auch gut als Gedankenexperiment für zwischendurch dienen kann.


    4ratten

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    John Chu begleitet als Sherpa seine Kunden im MMORPG „Call To Wizardry“. Das Problem an der ganzen Sache: Seine Exfreundin Darla und ein Auftrag des mysteriösen Mr. Jones…


    Eigentlich sollte ich mich als Fan von Videospielen über das Onlinespiel-Setting aus „88 Namen“ freuen. Fairerweise muss ich sagen: Nach dem ersten der drei Teile des Buches habe ich das auch getan. Neben der tollen Welt gefällt mir vor allem auch, dass Matt Ruff keine Scheu davor zeigt, anzuecken. So behandelt er auch sehr deutlich den doch leider oft sexistischen und rassistischen Umgang mit Frauen, der auch vor der Gamerwelt nicht haltmacht. Klingt doch gut? Ja, noch.

    Dann beginnt jedoch das Buch mehr und mehr konfus zu werden. Es verschmilzt die reale und die Spielwelt zu einem undefinierbaren Brei. Zudem spricht Matt Ruff neben den erwähnten wichtigen Themen auch solche an, bei denen ich ihm bloße Provokation unterstelle. So spricht er ein ganzes Kapitel lang höchst ausführlich über futuristische Möglichkeiten des Cybersex. Normalerweise bin ich nicht so prüde oder empfindlich, diesen Themen abgeneigt zu sein, doch je weiter ich las, desto mehr fragte ich mich, was das eigentlich soll. Der höchst nervige Hauptcharakter Darla trägt auch zum negativen Eindruck bei. Stets auf den eigenen Spaß bedacht, ist sie quasi nur dazu da, Stress zu machen und sich mit jedem anzulegen. Wem das nicht passt, der ist selbst schuld.

    Das Ende hat dem Buch dann endgültig den Rest gegeben. Selten habe ich so ein unstimmiges, konstruiertes und an den Haaren herbeigezogenes Etwas von einem Ende gelesen. Mehr sage ich dazu aus Spoilergründen nicht.


    Bücher wie „88 Namen“ erlebt man selten. Nach dem sehr guten Anfang, der wirklich Spaß gemacht hat und mich auf ein gutes Buch hoffen ließ, arbeitet sich Matt Ruff in nahezu grotesker Weise zielstrebig nach unten. Das Ende lässt mich fast schon wütend und auf jeden Fall mit der zentralen Frage „Was war das denn?“ zurück. Das ist nicht mehr nur schade, das ist traurig und ärgerlich.


    2ratten

    Wenn ich es zeitlich schaffe, meine Listen zusammenzustellen, bin ich dabei. Es geht bei mir privat gerade alles drunter und drüber und ich habe längst noch nicht das gelesen, was ich eigentlich alles lesen wollte...

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Sophia Weyner macht sich im mährischen Nikolsburg daran, endlich das geheimnisvolle Buch zu übersetzen, während ihr Ehemann nach Nürnberg geschickt wird – ideale Voraussetzung für die niederen Pläne des Stadtschreibers Wolf Schumann…


    Im Finale der Trilogie um Sophia und Wolf im mittelalterlichen Pirna geht es wieder hoch her. Die Intrigen und Gemeinheiten Schumanns nehmen kein Ende, während Sophia und ihre Freunde weiterhin mit persönlichen Problemen zu kämpfen haben.

    Besonders gefallen hat mir hier wieder der historische Hintergrund, der diesmal die Kriegswirren des Schmalkaldischen Krieges aufgegriffen hat. Auch die Verlagerung der Handlung nach Nürnberg fand ich schön, nicht nur, weil es sich damit um meine Heimat Franken handelt, sondern auch, weil ich es gut finde, wenn man handlungstechnisch nicht nur auf einen Ort fixiert ist.

    Alles wird gewohnt spannend erzählt und man fiebert stets mit den guten Charakteren mit und verabscheut die Bösen, allen voran Wolf Schumann, der dann auch seine verdiente Strafe bekommt.


    So habe ich auch hier keinen Grund zur Kritik und gebe erneut die volle Punktzahl. Ich kann nur jeden Mittelalterfan bzw. Fan von historischen Romanen dazu raten, einen Blick auf diese großartige Romantrilogie zu werfen. Ich hatte damit sehr viel Freude und kann sie daher wirklich nur jedem ans Herz legen.


    5ratten

    :tipp:

    Ein schönes Ende! Für Schumann vielleicht nicht so ganz, aber er hat auch kein gutes Ende verdient...


    Weiterhin ist schön, wie die Frauen auf Zack sind, allen voran Hanna, die schon im Vorgängerband eine tolle Entwicklung genommen hat und hier nochmal - ein toller Charakter! Aber dass die Schumannin gegen ihren Mann aufbegehrt, war für mich auch überraschend.

    Dass Marthe tot ist und Niklas niemanden mehr vorfindet, war trotz Happy Ends recht ernüchternd zu lesen. Hoffentlich kann Matz in der Patchworkfamilie gut aufwachsen.

    Auch schön, dass Sophia und Niklas nach all der Zeit wieder zueinander gefunden haben - bei "Du lüsterner Waldschrat!" musste ich schmunzeln :-D


    Vielen lieben Dank Bücherskorpion für einen weiteren großartigen Roman! :-)

    Wie ich es mir gedacht hatte: Natürlich steckt Schumann hinter Sophias Verhaftung und schreckt dabei vor nichts zurück. Er benutzt sogar Kinder und Gewalt, es macht mich immer wieder sprachlos, wie skrupellos er ist.

    Ich mag auch im Allgemeinen den historischen Hintergrund des Schmalkaldischen Krieges und auch die Ausführungen zum Kriegsrecht! Sind da wirklich so strenge Regeln überliefert? Bücherskorpion

    Die Gerissenheit der Frauen gefällt mir in diesem Abschnitt: Margaretha, Hanna, Amalia, die Frostin... Das hat mir gut gefallen!

    Das Kapitel, in dem Valentin Arnold Julius behandelt, hat mir auch gut gefallen - wenn jemand einen Grund möchte, warum ich mich auf den Ableger mit ihm freue, das war einer! :-)

    Und dann der große Plottwist am Schluss, Carlowitz lässt sich überzeugen und hilft Sophia.


    Ich bin gespannt auf das Finale und hoffe, Schumann bekommt das, was er verdient!

    Der Abschnitt beginnt ja gleich mal heftig - Rachenpest bei Sophias Kindern! :-( Aber ich bin beeindruckt, wieviel medizinisches Wissen es dann doch zu der Zeit gegeben haben muss...

    Derweil ist Niklas bei Sophias Verwandtschaft und Oh Gott, die Weynerin, das ist ja ein Unterschied wie Tag und Nacht zu Sophia, da war ich sehr erstaunt. Gut, dass Daniel dann die richtigen Schlüsse zieht!

    Hanna offenbart sich endlich Sophia, lange konnte das ja nicht mehr gutgehen, sie mögen sich ja eigentlich - ich schätze mal, Hanna wird jetzt auf der "richtigen" Seite stehen :-)

    Fuchs kommt auch frei - krank, was Reinfeld gemacht hat, immer wieder grausam und faszinierend zugleich, wie weit Menschen in ihrer Wut gehen...

    Schumann legt Sophia mit einem Brief herein, auf den sie trotz Warnung prompt hereinfällt - ich fürchte, das wird noch dauern, bis Sophia und Heinrich zusammenkommen. Ich bin gespannt! :-)

    Apropos Schumann: geschieht ihm recht, dass sein zweites Kind wieder eine Tochter ist :evil:

    Auf jeden Fall, ich war beim Lesen auch bei: "Oooooooch, das tut mir ja so überhaupt nicht Leid!" :-D

    Tja, und dann die Falle, in die Sophia tappt. Dass sie als Mann nach Prina reist, war genial.

    War es das? Es liest sich für mich irgendwie so, als hätte Schumann damit gerechnet und hat nur gewartet, bis sie nach Pirna kommt, um sie gefangen zu nehmen.

    Oder es kommt heraus, dass doch nicht Schumann hinter der Gefangennahme steckt, dann habe ich nichts gesagt :-)

    Wahnsinn, dass Sophia bei der Abstimmung die Zutimmung der Gemeinde erhält, das hatte ich nicht erwartet. Allerdings ist sie damit an die Gemeinde gebunden was die Arbeit Chumanns und von Carlowitzs noch erleichtern dürfte.

    Nikolaus Storchs Rollstuhl ist auch mal toll, faszinierend, was es im Mittelalter schon alles gab!

    Ansonsten war der Abschnitt voll von schönen, aber auch nachdenklichen Gesprächen und Szenen: Das Gespräch zum Thema Abtreibung von Lienhard und Sophia, die Geschichte der Herzogin und ihres Sohnes und das Weiterdenken von Thomas Morus' Utopia - da gab es schön viel Stoff zum Nachdenken.

    Ich bin gespannt, ob Hannaden Händler abgeblockt hat, damit der Sophia sagt, dass kein Brief von Heinrich da ist, das halte ich nämlich für gut möglich.

    Tragisch, was Heinrich passiert, wobei ich denke, dass Reinfeld sich das nicht alleine ausgedacht hat. Aber wer war dann der Komplize? Dorothea? Hoffentlich kommt er da wieder raus!

    Ja, Fuchs geht nun nach Nürnberg und da fühle ich mich als Franke doch gleich wohl, auch, weil Heike schöne fränkische Dialektsprengsel eingebunden hat - sehr schön, dass der Roman mittlerweile nicht nur in Pirna spielt! :-) Allerdings haben ihn Schumann und von Carlowitz, die das Ganze eingefädelt haben, wohl regelrecht hinauskomplimentiert, aber das war ja schon im letzten Abschnitt klar, dass das passieren wird.


    Schön auch, dass Storch für Sophia lügt und Wastel seine gerechte Strafe bekommt, ich mag es, wenn Bösewichte das bekommen, was sie verdienen. Sophias Rettung von Storch ist auch etwas, darauf kann auch nur sie kommen - sehr spannend zu lesen und auch schön, wie Storch trotz Beinverlust noch am Leben festhält!


    Wenn ich auch nur die Hälfte dessen verstanden habe, was Schöner so bei sich hat, habe ich wohl viel verstanden... Das ist mein Problem mit Physik und Astronomie, ich finde sie faszinierend, aber ich verstehe sie einfach nicht. Der Abschnitt war auch aus dem Blickwinkel der Jetzt-Zeit irgendwie kurios, ich meine, wie sehr man sich gegen Kopernikus' Theorien gesträubt hat, wenn man bedenkt, dass er Recht hatte - da sieht man mal, dass man vieles geglaubt hat, ohne es wirklich zu wissen.


    Und abschließend bekommt Fuchs noch ein Angebot von Ambrosius, der für mich bislang voll und ganz dem Klischee des mysteriösen verrückten Wissenschaftlers entspricht :-D Aber spannend zu sehen, wie weit man schon im Mittelalter auf dem Gebiet der Mechanik war und was da so alles ging...

    Herrlich - es ist ja schon ein bisschen her, seit wir die "Handschrift" gelesen haben, aber man ist auch hier sofort wieder drin, ich finde es gut, dass der Stil beibehalten wurde, wichtige Ereignisse der Vorgängerbände bei Bedarf nochmal aufzugreifen.

    Und es scheint schon allein vom Umfang des Buches her noch viel im Finale zu passieren - die ersten beiden Bände hatten meines Wissens so um die 550 Seiten, der Band knapp über 700, da hast du ja nochmal ordentlich geklotzt, Heike :-)


    Heinrichs Auftrag finde ich gleich mal schön und faszinierend - war das im Mittelalter schon so, wie man sich mechanische Figuren heutzutage vorstellt? Ich hätte das Spielzeug des Mittelalters für simpler gehalten, gibt's dazu nähere Informationen?

    Schmunzeln musste ich hingegen bei der Beschreibung der Kondome, davon habe ich Bilder gesehen und die sind so gar nicht mit dem heutigen Standard vergleichbar, das waren richtige "Eumel" und Liebestöter, aber für Schumann ist das gerade gut genug :-D Zumal er gleich mal wieder das tut, was er am Besten kann - gegen alles und jeden intrigieren und schön die Leute gegeneinander ausspielen...

    Ja und Sophia lernt gleich mal das harte Burgleben kennen, fliegt aber wohl leider auf, wenn man sich das Ende so durchliest... Ich bin gespannt, wer sie da verraten hat, es war ja wohl nicht Lenka, der ich das am Ersten zugetraut hätte. Hoffentlich kommt sie da wieder raus und kann Storch befreien!


    Hach schön, es bleibt so spannend, wie die ersten Teile waren - ich finde es jetzt schon schade, dass es nach dem Band vorbei ist :-(

    Die Engländerin Brittany Addison wird als Schiffbrüchige an die Küste Tahitis geschleppt und dort eines Tages von der Besatzung James Cooks entdeckt, der dort den Venustransit erforschen will und auf der Suche nach dem Großen Südlichen Kontinent ist.


    Die Thematik des Romans „Südwinde“ ist durchaus interessant, denn es geht hierbei um James Cooks erste Südseereise nach Tahiti und weiter in Richtung des heutigen Indonesiens und Neuseelands. Eine interessante Thematik, die in historischen Romanen wohl nicht allzu häufig thematisiert wird.

    Doch leider wird aus diesem Ansatz nichts gemacht. Das fängt schon bei der Sprache an. Nicole C. Vosseler schreibt nämlich gerne lange Hauptsätze und verschachtelt zum Teil Nebensätze in Nebensätzen. So bilden sich mitunter abenteuerliche Satzungetüme, die das Lesen unnötig erschweren und kompliziert machen.

    Zudem ist vieles in diesem Roman, von der Liebesgeschichte Britannys zu einem Mitpassagier mal abgesehen, fast schon teilnahmslos und gelangweilt erzählt, so dass nicht wirklich Spannung aufkommt. Trotz ausführlicher Charakterbeschreibungen fand ich dennoch zu keinem Charakter wirklich Zugang, alles plätscherte eher vor sich hin, statt wirklich zu packen.

    Trauriger Höhepunkt des Ganzen ist die Beschreibung des Verlustes weiter Teile der Mannschaft an Malaria und Ruhr. Im Tagebuchstil wird, neben Wetter- und Positionsdaten, lediglich der Verlust der Besatzung dokumentiert. Dies erschien mir auf fast schon groteske Art und Weise desinteressiert, das es fast schon komisch erscheint.


    Schade, hier wurde aus einer schönen Thematik leider nichts gemacht, was mich nur ansatzweise fesseln konnte. So kann ich keine Empfehlung für „Südwinde“ geben.


    2ratten