Beiträge von *Sternenstauner*

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Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Da gebe ich dir recht. Ich habe selbst auch nicht selten Pech und erwische irgendwo eine Vorab-Info, die ich noch gar nicht haben möchte.
    Deswegen bin ich froh, dass du nachvollziehen kannst, weshalb ich die entsprechenden Sätze nicht als Spoiler empfunden habe und hoffe, du gibst dem Roman beizeiten trotzdem eine Chance. Es ist wirklich ein tolles Buch.

    Oh, ok. Da hatten wir wohl schon von vorneherein andere Erwartungen an das Buch.


    Folgendes kann man so oder ähnlich zwar auch in diversen Besprechungen bekannter Zeitschriften lesen, aber für alle Fälle nutze ich mal lieber die Spoilerfunktion.


    Das macht das Buch (für mich) gerade zu etwas Besonderem.


    Nutzt doch bitte, bitte, bitte die Spoilerfunktion, so schwer kann das doch nicht sein...


    Ich persönlich bin mir hier keine Schuld bewusst, da ich nichts Wesentliches verraten habe. Da sagt schon der Titel mehr aus als mein Satz. ;)


    Ehrlich gesagt verstehe ich aber auch nicht, warum ihr das Gefühl habt, Baerbeline hätte schon zu viel gesagt. Ihr wisst doch nach wie vor nicht, was mit Alice und Mattia passiert.
    Ich finde es natürlich schade, wenn euch dieses »Wissen« jetzt in eurer Lektüre beeinflusst, aber ich kann es mir nicht ganz erklären, sorry.

    Rezension
    Nach dem Motto »Es waren zwei Königskinder…« erzählt Paolo Giordano in seinem Debütroman, der 2oo8 mit Italiens renommiertestem Literaturpreis Premio Strega ausgezeichnet wurde, die Geschichte von Alice und Mattia, Königskinder oder eben Primzahlen, die eigentlich zueinander gehören, aber sich einfach nicht finden können.


    Beide Charaktere sind Außenseiter. So sehr Alice auch versucht, dazu zu gehören, es gelingt ihr einfach nicht. Ein Unfall in ihrer Kindheit, für den sie ihrem Vater die Schuld gibt, hat sie nicht nur die Beweglichkeit eines ihrer Beine einbüßen lassen, sondern auch einen tiefen Riss in ihrer Seele verursacht. Ihr Bestreben nach Normalität gipfelt in Magersucht, Ärger mit den Eltern und immer weiteren Demütigungen.
    Mattia hingegen grenzt sich selbst von vornherein aus. Nachdem seine behinderte Zwillingsschwester mit sechs Jahren aus seiner Obhut verschwand, kapselt er sich immer mehr ab und verleiht seinem Schmerz heimlich Ausdruck, indem er anfängt, sich selbst zu verletzten.
    Einzig Alice schafft es, nach und nach zu ihm durchzudringen, auch wenn sie lange nur an der Oberfläche kratzt und nicht ganz klar ist, welche Absichten sie dabei hegt.


    Von 1983 bis 2007 begleitet der Leser Mattia und Alice auf ihrem Lebensweg, den letztlich jeder für sich bestreiten soll, ohne dass der Kontakt zum anderen aber völlig abbricht.
    Hierbei rückt der Autor nicht nur seine Figuren in die Rolle der unglückseligen Primzahlen, sondern gibt auch dem Leser das Gefühl, Mattia und Alice über all die Jahre und Seiten hinweg nur sehr bedingt nahe kommen zu können, obwohl er ihn doch erstaunlich tief in ihre traumatisierte Psyche blicken lässt.
    Giordanos Sprache ist schnörkellos und klar, hält den Leser kühl auf Distanz, ist aber gleichzeitig eindringlich und ruft intensive Bilder hervor, wenngleich diese – bestärkt durch die teilweise großen Zeitsprünge – vielmehr Momentaufnahmen darstellen. Augenblicke, in denen Alice aufdringlich und Mattia zu passiv ist, um sympathisch zu sein – und doch fühlt man mit ihnen und verfolgt ohnmächtig, wie die beiden Helden sich in ihr Unglück manövrieren.


    Auch wenn am Ende ein leichter Hoffnungsschimmer aufglimmt, ist »Die Einsamkeit der Primzahlen« definitiv keine Lektüre für schwermütige Zeiten, denn das ungute Gefühl, dass da etwas völlig falsch läuft, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und lässt den Leser aufgewühlt und vor allem traurig zurück.


    FAZIT: Eine tragische (Liebes)Geschichte, die schon nach den ersten beiden Kapiteln schwer im Magen liegt und trotzdem (oder gerade deshalb) schön zu lesen ist.


    4ratten

    Ich glaube, die Bezeichnung 'Thriller' ist relativ unglücklich gewählt, da sie einfach falsche Erwartungen weckt. In psychologischer Hinsicht finde ich das Buch allerdings nach wie vor sehr gelungen. Es geht eben nicht nur um einen möglichen Mordfall, sondern um die Figur der Sabine und die hat die Autorin wirklich ganz wunderbar gezeichnet. Aber klar, wahnsinnig spannend muss das nicht jeder finden. ;)

    [size=1]Zwar spielt das Buch im historischen Wien des 19. Jahrhunderts, aber aufgrund der blutsaugenden Darsteller hoffe ich, dass die Einordnung hier richtig ist.[/size]


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    Kurzbeschreibung
    Wien im 19. Jahrhundert. In den Salons des Hofadels und der schönen Fürstin Therese Kinsky wird der Vampir András Petru Báthory von den Damen umschwärmt. Da erschüttert eine grausame Mordserie die
    Kaiserstadt, und András gerät unter Verdacht. Die Schlinge zieht sich zu. Als es fast zu spät ist, erkennt er, dass nicht nur seine Existenz auf dem Spiel steht. Ein Wettlauf beginnt, um die zu retten, die er liebt…


    Rezension


    Die Nacht narrt unsere Sinne gern in ihrer Düsternis. (Seite 117)



    Gefangen in einer lieblosen Ehe und den Konventionen des Wiener Adels, verfällt Fürstin Therese Kinsky nur zu leicht dem Charme des Grafen Báthory; weckt der geheimnisvolle und attraktive Mann doch längst vergessene Gefühle von jugendlicher Leidenschaft.
    Auch Sophie, die blinde Tochter der Pianistin Karoline Wallberg findet Gefallen an András, der nach Tod riecht und nach Einbruch der Nacht bei ihrer Mutter Klavierstunden nimmt.
    Was niemand weiß: András ist ein jahrhundertealter Vampir, der fernab seiner Heimat Transsylvanien eine unauffällige Existenz plant. Doch eine Mordserie, deren Opfer stets mit aufgerissenen Kehlen aufgefunden werden, macht ihm einen grausamen Strich durch die Rechnung, denn der Mörder scheint keineswegs menschlicher Natur…


    In »Das Herz der Nacht« nimmt Ulrike Schweikert ihre Leser mit auf eine schaurig-schöne Reise, die im Wien des 19. Jahrhunderts beginnt und mit dem Großen Brand in Hamburg endet.
    Ausgiebige Recherche und bildstarke Beschreibungen lassen sowohl die damalige Gesellschaft mit ihren prunkvollen Bällen als auch das bunte Treiben in den Straßen und Gassen der Donaumetropole lebendig werden und bieten eine gelungene Kulisse für die Geschichte um den einnehmenden Vampir, dessen menschliche Neigungen ihm zum Verhängnis werden sollen.


    Neben der vortrefflichen Zeichnung der Handlungsorte und des Sittengemäldes des Hofadels, sind der Autorin ihre Figuren besonders gelungen, denn diese sind – anders als in vielen anderen Vampirromanen - nicht bloß blutleere Abziehbilder, sondern überzeugen durch ihre charakterliche Tiefe, die in ihren persönlichen Dramen wurzelt.
    Besonders die scharfzüngige Fürstin Therese wächst dem Leser schnell ans Herz, indem sie mit ihrer offenherzigen Kritik an der Arroganz des Adels für Witz und Schwung sorgt. Ihr ist es nur zu gönnen, dass sie in der Gegenwart von András noch einmal richtig aufblüht.
    Aber auch Karoline und Sophie nehmen den Leser sogleich für sich ein, alleine schon deshalb, weil sich durch ihr Auftreten ein Dreiecksverhältnis entspannt, das den Roman über eine einfache Liebesgeschichte hinausgehen lässt.
    Und auch András ist ein interessanter Charakter, der endlich mal wieder Merkmale eines klassischen Vampirs aufweist, etwa indem er in einem Sarg schläft.


    Die an das 19. Jahrhundert angepasste Sprache runden den Roman und dessen düstere Grundstimmung angenehm ab, jedoch drosseln allzu steife Formulierungen und ausschweifende Beschreibungen der Umgebung phasenweise das Lesetempo.
    Allerdings nicht mehr gegen Ende des Buches, denn während die Geschichte bis zum großen Finale in Hamburg zwar nicht langweilig, aber doch eher ruhig und von unterschwelliger Spannung geprägt war, kommt plötzlich ein Zeitsprung, der sich nicht ganz so nahtlos an die vorangegangene Erzählung anfügen mag, die nunmehr etwas hektisch wirkt und in einer eher unbefriedigenden Auflösung des Rätsels gipfelt.


    Nichtsdestotrotz ist »Das Herz der Nacht« allerdings ein niveauvoller Gruselroman, der Emotionen weckt und so manche angenehme Gänsehaut beschert.


    Wertung: 4ratten

    Konkret geht es mir eigentlich um das Prinzip, wie das Loch, das gelassen wurde, um den Stoffsack auf rechts drehen und befüllen zu können, geschlossen wurde. Das hätte man einfach schöner (und verdeckter) machen können. Vielleicht ist das bei mir auch besonders auffällig oder ich störe mich mehr daran, weil ich selbst auch nähe und deshalb eher darauf achte. Aber so sieht es einfach nur lieblos aus.


    Umtauschen werde ich das Lottchen aber trotzdem nicht. Ich bin ja - trotz allem - froh, dass sie endlich da ist. Und wie ich eben auch schon gebloggt habe...mit der Zeit werde ich den anfänglichen Ärger wahrscheinlich vergessen, wenn sie sich im täglichen Einsatz bezahlt macht. Aber zu teuer finde ich sie trotzdem.

    Zum einen ist sie sehr unsauber genäht und zum anderen hätte ich für 30 Euro erwartet, dass die Füllkugeln innerhalb des Kissens noch mal von einem Innenbeutel umschlossen würden.
    Ich werde da gleich auch noch mal ausführlicher drüber bloggen, denn für das Geld fühle ich mich leider wirklich ein bisschen veräppelt.


    [size=1]edit wg. Tippfehler[/size]

    Rezension


    Jetzt, in den wenigen Tagen, bevor das neue Jahr anbrach, herrschte eine Art Ruhe vor dem Sturm. (Seite 134)


    Bevor der mysteriöse Valerian ihn unter seine Fittiche genommen hat, lebte Boy auf der Straße. Nun hat der namenlose Junge als Famulus des Magiers zwar ein Dach über dem Kopf, aber ein glückliches Leben ist ihm dennoch nicht vergönnt, denn sein exzentrischer Meister behandelt ihn wie einen Leibeigenen.
    Gegen Ende des Jahres wird Valerians Verhalten immer merkwürdiger. Der große Magier scheint sich vor etwas zu fürchten. Und tatsächlich: Valerian hat einen Pakt mit dem Bösen geschlossen. Ihm bleiben nur noch wenige Tage, um ein magisches Buch zu finden, das sein Leben retten könnte. Gemeinsam mit Boy und dem Waisenmädchen Willow begibt er sich auf eine schaurige Suche, die sie immer weiter in die Dunkelheit führt…


    Zeitlich spielt das Buch während der so genannten toten Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr, in einer unbenannten Epoche, in der elektrisches Licht noch eine seltene Ausnahme ist.
    Auch ein genauer Handlungsort wird dem Leser nicht verraten, jedoch erzählt der Autor im Vorwort, dass er sich von den Pariser Katakomben, dem Kanalsystems Bolognas und den Krakauer Friedhöfen inspirieren ließ und so ist der Schauplatz der Geschichte eine gelungene Mischung aus den genannten Orten, deren morbider Anstrich für eine gruselige Grundstimmung sorgt.
    Hinzu kommen blutige Morde und die Frage, ob der undurchsichtige Valerian nur ein geübter Illusionist ist, der auf der Bühne mit Täuschungen und Tricks arbeitet, oder ob er tatsächlich über magische Fähigkeiten verfügt, so wie es manches Mal den Anschein hat. Ohnehin sind er und sein ehemals guter Freund Kepler, Naturphilosoph und Astrologe, die interessanteren Figuren in dem Roman.
    Die etwa 15jährigen Boy und Willow, zwischen denen sich schnell zarte Bande entwickeln, sind zwar durchaus sympathisch und wecken das Mitgefühl des Lesers, bleiben als eigentliche Hauptfiguren aber noch etwas blass.


    Auch der Plot ist anfänglich nicht allzu komplex. Zwar werden schnell einige Fragen aufgeworfen, Hinweise für mögliche Entwicklungen werden aber erst gegen Ende gestreut. Bis dahin verfolgt man eine etwas eigentümliche, dafür aber wunderbar gruselige Suche nach dem rätselhaften Buch der toten Tage, die in einem dramatischen Kampf unter der Erde gipfelt, bei dem sich die Ereignisse etwas überschlagen und man leicht den Überblick verliert, wer denn nun gut, und wer böse ist.


    Neben der düsteren Atmosphäre und der Kürze der Kapitel ist es vor allem der anschauliche Schreibstil, der dazu beiträgt, dass sich das Buch sehr zügig lesen lässt. Zum Ende hin geht es dann aber etwas zu schnell, denn die Morde bleiben ungeklärt und auch Boys Herkunft sowie die Absichten diverser Figuren werden wohl erst in der Fortsetzung, die 2oo7 unter dem Titel »Bei Einbruch der Nacht« erschienen ist, näher beleuchtet.


    FAZIT: Ein kurzes Abenteuer für zwischendurch, das vom Gruselfaktor sicherlich auch für Erwachsene geeignet sein dürfte.


    Wertung: 4ratten

    Rezension


    »Beziehungen zwischen zwei Zeitreisenden haben noch nie unter einem guten Stern gestanden,« sagte er. »Ebenso wenig wie Beziehungen zwischen den Familien der de Villiers und den Montroses. Und in Zeiten wie diesen muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass man im Grunde niemanden trauen kann.« (Seite 224)


    So ganz glücklich ist Gwendolyn mit der Tatsache, dass sie plötzlich zu einem mysteriösen Geheimbund von Zeitreisenden gehört, immer noch nicht. Doch sie tut, was sie kann. Während ihre beste Freundin Leslie mittels (Internet)Recherche so viele nützliche Informationen wie möglich zusammenstellt, versucht sie, die Sticheleien ihrer eifersüchtigen Cousine Charlotte auszublenden und stellt sich ihren Pflichten als ‚Rubin‘ im Kreis der Zwölf. Auch wenn sie noch nicht richtig weiß, welche Rolle sie in der ganzen Sache eigentlich spielt.
    Aber zum Glück ist da ja Gideon, der ihr zwar immer wieder erschreckend feindselig begegnet, aber irgendwie doch an ihr interessiert zu sein scheint. Warum sollte er sie sonst andauernd küssen wollen?


    Während für den Leser unsagbar lange Monate vergangen sind, in denen er auf die Fortsetzung warten musste, ist für Gwendolyn und Gideon die Zeit stehen geblieben, denn »Saphirblau« setzt genau dort an, wo »Rubinrot« aufhörte – beim Kuss unserer beiden Hauptfiguren. Womit auch schnell klar ist, dass die Liebe und die mit ihr verbundenen Irrungen und Wirrungen entsprechend viel Platz in der Geschichte einnehmen werden.
    Aber auch über die vermeintlichen Ziele der Wächter, die möglichen Umstände des Diebstahls des zweiten Chronografen und den unheimlichen Grafen von Saint Germain erfahren wir mehr. Allerdings nicht viel, denn auch am Ende diesen Bandes tappt man als Leser noch ziemlich im Dunkeln und von den Versuchen, die Zusammenhänge richtig zu deuten, schwirrt einem auch schnell mal der Kopf; wie auch vom Auftreten der vielen unterschiedlichen Personen. Hier sorgt jedoch ein angehängtes Personenverzeichnis für Abhilfe und wiederholende Ausführungen zu den Geschehnissen aus dem ersten Teil erleichtern glücklicherweise den Wiedereinstieg in die Geschichte.


    Nichtsdestotrotz ist die Lektüre, wenngleich der Stil flüssig ist wie eh und je und die Seiten nur so dahin fliegen, schon ein wenig kompliziert. Und auch die Zeitreisethematik wirkt im Vergleich zum Vorgängerband wesentlich komplexer. Nicht selten fragt man sich, ob bestimmte Vorgänge überhaupt noch logisch sind. Da Zeitreisen im Grunde aber ohnehin ein Paradoxon sind, sollte man diesen Aspekt allerdings nicht allzu kritisch sehen. Denn, wie die Autorin auch selbst in einem Interview verriet, bleiben »bei allen Bemühungen, wohl immer ein paar kleine Haken« übrig.


    Dank des urkomischen Humors und der liebenswerten und lebensechten Charaktere - wie etwa den sehr an einen (aus dem Verkaufsfernsehen bekannten) Modedesigner erinnernden Mr. Giordano - kann man etwaige logische Stolpersteine aber sowieso getrost übersehen. Stattdessen lacht man bei einem Auftritt Gwendolyns auf einer Soirée Tränen, fühlt ihre Schmetterlinge im Bauch und verliebt sich gefährlicherweise nicht nur in Gideon, sondern auch in Xemerius, den vorlauten Wasserspeierdämon, der Gwen neuerdings auf Schritt und Tritt begleitet.


    Das Ende wird für viele Leser wahrscheinlich reichlich unbefriedigend sein, da die beiden Hauptstränge ziemlich unerwartet enden. Jedoch haben Gwendolyn und Gideon auch diesmal wieder eine Zeitreiseetappe hinter sich gebracht und ihre jeweiligen Aufgaben mehr oder weniger erfolgreich erfüllt. Aus diesem Grund kann man – im Hinblick darauf, dass es sich eben um den zweiten Teil einer Trilogie handelt – schon von einem runden Ende in Bezug auf diesen Abschnitt sprechen.
    Und wer nach den knapp 4oo Seiten immer noch nicht genug hat, kann sich bis zum Erscheinen der Fortsetzung ja an dem Zahlencode versuchen, der auf der letzten Seite zu finden ist und der einen Hinweis auf die kommenden Entwicklungen geben könnte. Oder das Buch einfach immer wieder zur Hand nehmen und die wunderschöne Aufmachung bewundern, die auch diesmal wieder ein wahrer Augenschmaus ist.


    FAZIT: Eine süffige und höchst amüsante Mischung aus erstem Herzklopfen, mysteriöser Fantasy und spannendem Krimi, die – wie schon der erste Teil – Jung und Alt begeistern und den September herbeisehnen lassen wird, in dem mit »Smaragdgrün« der Abschluss der Reihe erscheinen wird.


    Wertung: 5ratten

    Es hat zwar deutlich länger gedauert als ursprünglich gedacht, aber letzten Monat habe ich das Büchlein endlich gelesen. Es hat sich gelohnt.


    Rezension


    Das Ticket berechtigt nur zur Beförderung. Ein Anspruch auf einen Sitzplatz besteht nicht. Der Weiterverkauf von Tickets ist untersagt. Nach der Sintflut verlieren die Tickets ihre Gültigkeit. (Seite 25)


    In einer Gegend, die nur aus Schnee und Eis besteht, gleicht im Leben der drei Pinguine ein Tag dem anderen. Als sich jedoch ganz überraschend ein gelber Schmetterling in die Einöde verirrt, den der kleinste der Pinguine unbedingt abmurksen möchte, entbrennt eine heftige Diskussion zwischen den drei Freunden über die Existenz Gottes.
    Während die beiden größeren Pinguine Gott als allmächtigen Schöpfer verstehen, der sich eine Menge Regeln ausgedacht hat, die man besser befolgt, stört sich der kleine Pinguin ganz unfromm an Gottes Unsichtbarkeit, die für ihn ein klarer Nachteil ist. Da sich das Trio einfach nicht einigen kann, gipfelt der Streit darin, dass der kleine Pinguin die beiden anderen wutentbrannt zurücklässt.


    Kurz darauf bekommen die beiden Großen Besuch von einer Taube, die ihnen verkündet, dass Gott genug hat von den Streitigkeiten auf Erden und daher eine Sintflut schickt, um die Welt auszulöschen und noch einmal von vorne anzufangen. Nur jeweils zwei Tiere einer Art sollen sich um Acht an der Arche Noah einfinden, um dem Tod in den Fluten zu entrinnen.
    Die Pinguine willigen ein, doch was ist mit ihrem Freund? Den können sie – trotz aller Zankerei – doch nicht einfach zurücklassen.
    Und so schmuggeln sie den Kleinen einfach auf die Arche und sorgen damit für einige Aufregung…


    Ursprünglich handelt es sich bei der Geschichte um ein Theaterstück, das unter der Regie des Autors 2006 uraufgeführt und seitdem – ebenso wie die Hörspielfassung – mehrfach ausgezeichnet wurde.
    Unbeschwert und unaufdringlich lässt Ulrich Hub seine Pinguine philosophische Fragen aufwerfen, die irgendwann wohl jedes Kind einmal stellt: Wer ist Gott? Wo ist er? Und warum kann man ihn nicht sehen?
    Kindgerecht und vor allem auf höchst amüsante Weise versucht er, Antworten zu geben, ohne dabei eine bestimmte Auffassung in Stein zu meißeln, denn letztlich sind alle gebotenen Ansätze frei interpretierbar und stehen – besonders im Hinblick auf das unkonventionelle Ende – vielleicht auch nicht immer ganz im Einklang mit dem, was die Kirche predigt.


    Neben dem ausgesprochen ulkigen Schreibstil voller Wortwitz und spritziger Dialoge sind es besonders die wunderbar herzigen Illustrationen von Jörg Mühle, die dieses 85 Seiten starke Büchlein zu einem süßen und intelligenten Leseerlebnis machen.
    Einziger Kritikpunkt ist ein Logikfehler am Schluss, der zwar erzählerisch seine Berechtigung hat, aber letztendlich eben doch ein Fehler bleibt.


    FAZIT: Eine kleine, aber feine Geschichte über Freundschaft, Glaube und Toleranz, die auch bei großen Lesern Anklang finden dürfte.


    Wertung: 4ratten

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    Kurzbeschreibung


    »Mein Name ist Meridian. Ich gehöre leider nicht zu den Mädchen, die man gerne zu Geburtstagsfeiern einlädt – denn obwohl ich es ganz sicher nicht will, muss ich mein Leben mit dem Tod teilen. Ich bin eine Fenestra: Durch mich gelangen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Aber davon wusste ich nichts, bis ich sechzehn Jahre alt wurde – und plötzlich in großer Gefahr schwebte…«


    Rezension


    Schon seit ihrer Geburt ist der Tod der ständige Begleiter von Meridian. Jeder neue Morgen beginnt für sie mit dem Entsorgen von Tierkadavern, die sich in ihrem Zimmer, in ihrem Bett, manchmal sogar auf ihrem Kopfkissen sammeln. Mit der Zeit lernt sie, sich mit dem Gedanken zu arrangieren, dass sie für den Tod der Kreaturen verantwortlich ist und auch die schlimmen Schmerzen, für welche die Ärzte keine Ursache finden, gehören bald schon zu ihrem Leben. Ein Leben als übernächtigte, ständig kränkelnde Einzelgängerin.
    An ihrem 16. Geburtstag kommt es dann zur Katastrophe. Nachdem Meridian nur knapp einem Anschlag auf ihr Leben entkommen ist, bei dem mehrere junge Menschen sterben müssen, wird sie von jetzt auf gleich zu ihrer Tante Merry geschickt. Den Kontakt zu ihren Eltern und dem jüngeren Bruder muss sie zur Sicherheit aller sofort abbrechen.
    Völlig verstört reist Meridian nach Revelation in Colorado und erfährt dort endlich von ihrem Schicksal: Meridian ist eine Fenestra, ein Wesen, das die Seelen von Verstorbenen in den Himmel geleitet. Riskant ist nur, dass mittlerweile auch menschliche Seelen ihren Weg durch Meridians Körper suchen und dieser den Anforderungen noch nicht gewachsen ist.
    Mit Hilfe ihrer Tante und dem geheimnisvollen Tens soll Meridian lernen, ihre Fähigkeiten zu beherrschen, doch in der Gemeinde von Revelation häufen sich immer mehr seltsame Todesfälle und es entwickelt sich ein religiöser Fanatismus, der dem Dreiergespann sehr gefährlich werden soll…


    Sowohl sprachlich als auch inhaltlich zieht »Meridian« den Leser gleich in seinen Bann. Nach einem kurzen Prolog, in dem man einen Abriss über Meridians Kindheit und Jugend erhält, geht es auch schon los. Rasanter hätte die Autorin den Einstieg in die Geschichte kaum gestalten können. Gemeinsam mit Meridian, die ihre Erlebnisse in eindringlicher, aber auch angenehm selbstironischer Weise schildert, steht man vor der großen Frage, was die Ursache für die überstürzte Flucht ist. Nach und nach erhält man Antworten und lernt nicht nur die Fenestrae kennen, sondern auch deren Gegenspieler, die Aternocti. Hier hat die Autorin einige sehr schöne, neue Ideen zu Papier gebracht, die sich wohltuend von den üblichen Verdächtigen der aktuellen Fantasy-Szene abheben.
    Trotz der fantastischen Komponente wirkt der Roman aber auch sehr realistisch. Vor allem die Rolle der Dorfkirche und deren Einfluss auf die Menschen dort erinnern an die Zeiten der Hexenverbrennung und scheinen zwar unglaublich, aber irgendwie auch erschreckend möglich.


    Besonderer Pluspunkt des Romans ist neben der spannenden Handlung und den runden und sympathischen Charakteren die Tatsache, dass er eine Bandbreite an Emotionen weckt - ob nun aufgrund der zarten Liebesgeschichte, die sich im Laufe der Zeit entwickelt, den Hassgefühlen, den man bestimmten Personen entgegenbringt, den teils sehr dramatischen Geschehnissen oder der Thematik an sich. Immerhin spielt der Tod eine große Rolle in dem Roman und so manches Ereignis geht ordentlich an die Nerven.
    Obwohl die Grundstimmung entsprechend düster ist, gibt es aber auch zahlreiche warmherzige Szenen und durch die lebenskluge Tante lernt nicht nur Meridian einige nützliche Weisheiten, wie etwa, dass die Sonne eigentlich nie unter-, sondern immer aufgeht, nur eben für jemand anderen.


    Im Verhältnis zum eher ruhigen Mittelteil macht das Ende zwar einen etwas überladenen Eindruck und manche Kapitel enden etwas abrupt, was für kurzzeitige Verwirrung sorgen kann. Insgesamt ist das Buch aber trotzdem ein fesselnder Auftakt zu einer Reihe, deren Fortsetzung für 2011 geplant ist. Doch keine Sorge, es erwartet Euch zum Glück kein böser Cliffhanger. Meridians erster Kampf ist in diesem Teil abgeschlossen, der Grundstein für die nächste Runde ist jedoch gelegt.
    Nicht unerwähnt bleiben darf im Übrigen die wunderschöne Aufmachung des Buches, dessen flexibler Einband mit glänzenden Totenköpfen und Rosenranken versehen ist, die auch die Kapitelanfänge schmücken.


    FAZIT: Eine abwechslungsreiche, berührende Geschichte, die man nur sehr ungerne zur Seite legt.


    Wertung: 5ratten

    Irgendwo habe ich eine Rezension gelesen, in der der gerade die Übersetzung gelobt wurde. Stellt sich nur die Frage, ob der Rezensent tatsächlich beide Ausgaben gelesen hat.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass einem solche Formulierungen weniger auffallen, wenn man sie nicht in seiner Muttersprache liest. Theoretisch könnte ich also ein weiteres Buch der Autorin einfach im Original lesen, aber da ich auch noch andere Kritikpunkte hatte, die du, Pandora, ja jetzt auch mehr oder weniger bestätigst, lasse ich das wohl lieber.
    Wirklich schade, denn die Grundidee war wirklich viel versprechend. In der Tat vergleichbar mit «Twilight», aber besser.

    Rezension


    Obwohl die 16jährige Deidre ein musikalisches Ausnahmetalent ist, hat sie vor jedem Auftritt unfassbares Lampenfieber. Als auch diesmal wieder ihr Magen rebelliert und sie sich vor einer wichtigen Aufführung auf’s Schulklo flüchtet, trifft sie dort auf einen Jungen, dem sie noch nie begegnet ist, der ihr aus ihren Träumen aber gut bekannt ist.
    Obwohl ihre Familie dagegen ist, beginnt sie, Luke regelmäßig zu treffen. Plötzlich jedoch tauchen überall vierblättrige Kleeblätter auf und Deidre sieht Dinge, die anderen Sterblichen verborgen bleiben. Deidre erkennt, dass sie in Gefahr ist, doch ihre Gefühle für Luke sind bereits zu stark, um sich von ihm abzuwenden…


    Schon der Einstieg ist irritierend. Dass Deidre Luke aus ihren Träumen kennt, wird gerade mal am Rande erwähnt, sodass ihr recht ungezwungener Umgang miteinander sehr verwunderlich ist. Generell werden übernatürliche Vorkommnisse viel zu schnell hingenommen, ohne sie groß zu hinterfragen. Das erhöht zwar das Erzähltempo, trägt dafür aber nicht gerade dazu bei, der Geschichte besonderen Tiefgang zu verleihen.


    Auch die Charaktere lassen sehr zu wünschen übrig, allen voran derjenige der Hauptfigur. Schnell wird deutlich, dass Deidre ein schüchternes, unsicheres Mädchen sein soll, keine typische Heldin. Doch gerade zu Beginn wirkte sie auf mich einfach nur zickig, ihre Reaktionen waren kaum nachvollziehbar. Ihre größte Angst ist es, gewöhnlich zu sein. Erst als sich der gut aussehende Luke für sie interessiert, fühlt sie sich besonders. Ihr ausgezeichnetes Harfespiel, das ihr eine große Musikerkarriere verspricht und sie alleine dadurch von der breiten Masse abhebt, zählt für sie nicht. Da muss sich schon erst die Feenwelt für ihre Musik interessieren, damit sie erkennt, dass sie scheinbar doch nicht so gewöhnlich ist, wie sie meint.


    Ebenso blutleer und undurchschaubar wie Deidre, die darüber hinaus am Ende eine sehr unliebsame Entscheidung trifft, ist auch Luke. Er soll wohl ein typischer Mädchenschwarm mit anziehender, mysteriöser Seite sein, doch gutes Aussehen und Schmeicheleien reichen nicht, um mir eine Person schmackhaft zu machen. Da kann er noch so oft «hübsches Mädchen» sagen, mich hätte er damit nicht überzeugt. Geschweige denn dass nachvollziehbar ist, wie man sich in wenigen Tagen unsterblich in ihn verlieben kann.
    Am nervigsten ist jedoch Deidres bester Freund James, der in der im Oktober erscheinenden Fortsetzung von der Nebenfigur zum Hauptcharakter avanciert. Leider ist er so gewollt anders und seine Sprüche so dermaßen aufgesetzt, dass er nur noch unglaubwürdig ist.


    Neben der missglückten Figurenzeichnung ist auch die Sprache sehr gewöhnungsbedürftig. Die Dialoge wirken oft sehr unnatürlich. Welches Mädchen will schon «Du hast einen unglaublich süßen Pferdeschwanz, den ich am liebsten ständig anfassen würde. Das ist mir jetzt einfach so rausgerutscht» (Seite 218) hören?
    Zwar bemüht sich die Autorin um eine möglichst poetische Sprache, meist wirken ihre Vergleiche aber eher abgedroschen und sperrig. So zieht die böse Feenfrau «einen Schmollmund, so schön, dass Engel weinten und Blumen verschrumpelten» (Seite 172) und Luke «schlich so leise durch die Tür wie rieselnder Schnee in der Nacht» (Seite 175).


    Auch den Aufbau des Buches kann ich nicht unbedingt als gelungen bezeichnen. Während der Anfang sich etwas in die Länge zieht, geht zum Ende hin alles so schnell, dass man nur noch Bilder an sich vorbeiziehen sieht, ohne den Zusammenhang zu erkennen. Lösungen werden einfach so präsentiert, ohne dass sie sich vorher angedeutet haben oder anschließend erklärt werden. So schwebte mir mehr als einmal ein großes Fragezeichen über dem Kopf. Auch hinsichtlich der Tatsache, dass das Buch in sechs Bücher unterteilt ist. Der Grund dafür hat sich mir bis zum Schluss nämlich nicht erschlossen.


    Störend war darüber hinaus auch, dass immer, wenn von den Feen die Rede war, Wörter kursiv gedruckt waren, die ich im Kopf automatisch betont gelesen habe, ohne dass sie in dem Fall betont werden müssten. So wurde ich manchmal auf einer Seite gleich mehrfach aus dem Lesefluss gerissen.


    Positiv zu erwähnen ist allerdings, dass für den Entwurf des Feenvolkes irische Sagen und Volkslieder herangezogen wurden, die diese Wesen mal in einem anderen, gefährlichen Licht erscheinen lassen.
    Alles in allem war das Buch für mich aber leider trotzdem eine große Enttäuschung. Den zweiten Teil, der im englischen Original Ballad: A Gathering of Faerie heißt, werde ich daher ganz sicher nicht lesen.


    2ratten


    Ups! Entschuldige, dass geschah nicht absichtlich.


    Ach, kein Problem! :) Wäre auch nicht weiter schlimm gewesen. Die Rezi passe ich gerne an die neue Version an. Hatte sie damals ja direkt nach der Leserunde geschrieben und das Buch zwischenzeitlich mal in der neuen Auflage angepriesen, an der Rezension von damals aber nichts geändert. Das hole ich aber gerne nach, sobald ich wieder im Lande bin. In ein paar Stunden geht nämlich mein Flieger nach Italien. Dann habe ich die nächsten 5 Tage erstmal kein Netz. Danach nehme ich die Änderungen aber gleich vor.


    Danke auch für das Angebot mit dem Rezi-Exemplar! :) Ich glaube aber einfach mal, dass die Fehler der BoD-Version nun ausgemerzt wurden und passe die Rezi entsprechend an. Zu einem Exemplar von Teil 2 würde ich allerdings nicht nein sagen. ;)


    Liebe Grüße,
    **stauner