Beiträge von *Sternenstauner*

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Sittler war überflüssig wie ein Kropf. Nur weil man etwas cross - promotion betreiben wollte und unbedarfte Zuschauer an den Schirm locken wollte, gibt es so einen Promi.... Man hätte lieber einen Kritiker, Buchhändler oder Verlagsmenschen einladen sollen, der auch Ahnung hat.


    Für mich hat er die Atmosphäre gut aufgelockert. Uns absolute Leseratten hätte ein Buchhändler, Verlagsmitarbeiter etc. sicherlich interessiert, aber ein Promi lockt eben auch andere Zuschauer. Und wenn die dabei Geschmack an dem vorgestellten Buch finden, soll mir das recht sein.

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    Kurzbeschreibung


    Es ist der Tag des Königs. Der Tag, an dem der Herrscher mit dem Schlüssel aufgezogen wird, um für ein weiteres Jahr regieren zu können. Da geschieht das Unfassbare: Vor den Augen des versammelten Volks stürzt ein dunkler Vogel vom Himmel herab und stiehlt den Königsschlüssel. Fortan steht der König still. Als man den Schlüsselbauer für die Tat verantwortlich macht und ihn in den Kerker wirft, macht sich seine Tochter auf, den wahren Schuldigen zu finden. Es wird eine Reise, die das Mädchen und ihr Land für immer verändern wird.


    «Monster und Jungen waren anstrengend, fand Vela, schüttelte den Kopf und ging zurück an die Arbeit.» (Seite 278)


    Rezension


    Seit vielen Jahrhunderten herrscht der Mechanische König über die Stadt Marinth und die umliegenden Ländereien. Niemand weiß, wo er herkommt oder wie er funktioniert, aber da er der friedlichste und netteste König ist, den man sich vorstellen kann, wird er von seinem Volk verehrt und jedes Jahr bei einer feierlichen Zeremonie mithilfe des Königsschlüssels wieder aufgezogen, um ein weiteres Jahr regieren zu können.
    Dieses Jahr allerdings soll es anders kommen. Während der Zeremonie taucht plötzlich ein riesiger schwarzer Vogel auf und stiehlt den Schlüssel, noch bevor der König aufgezogen wurde. Fortan steht er still und der Königsmechaniker, der für den Verlust des Schlüssels verantwortlich gemacht wird, wird in den Kerker geworfen. Sehr zum Leidwesen seiner Tochter Vela, denn sollte der König nicht innerhalb eines Jahres wieder zum Leben erwachen und ihren Vater begnadigen, droht diesem die Hinrichtung.
    Zwar werden die vier besten Ritter des Landes beauftragt, den Schlüssel zurückzugewinnen, doch die ach so tapferen Männer kehren lieber in die nächstbeste Schankstube ein, um dort mit ihren vermeintlichen Heldentaten zu prahlen. Und so kommt es, dass Vela sich selbst auf den Weg macht, den Schlüssel zurückzuerobern – mit nichts als ihrem Hammer bewaffnet sowie in Begleitung eines flapsigen Waisenjungen und eines sprechenden Bären…


    Obwohl das Buch als All-Age-Fantasy beworben wird und es auch entsprechend aufgemacht ist, wird schnell klar, dass es doch eher etwas für jüngere Leser ist. Die Geschichte wird sehr gradlinig erzählt, Konflikte bleiben recht oberflächlich und die Auflösung, weshalb der Schlüssel letztendlich gestohlen wurde, ist kaum herausgearbeitet und wirkt daher konstruiert und wenig nachvollziehbar. Ebenso wird nicht erklärt, was es mit dem Mechanischen König auf sich hat, sondern seine besondere Daseinsform wird einfach als gegeben vorausgesetzt.


    Sieht man über diese Punkte hinweg und liest das Buch als Kinderbuch, so kann man dennoch sein Vergnügen daran finden.
    Die Charaktere sind lebhaft und liebenswert beschrieben und vor allem ihr Verhältnis untereinander durchläuft eine schöne Entwicklung. Besonders gefiel mir, dass sie ganz normale Heranwachsende sind, die manches Mal erst über ihren Schatten springen müssen, um ihren Mut zu beweisen und dem anderen trotz schlotternder Knie beizustehen.
    Auf ihrer - für Kinder sicherlich spannenden - Reise treffen die ungleichen Gefährten außerdem auf etliche interessante, teils sehr skurrile Figuren, wie etwa einen pummeligen Elf, Hexen, von denen man nicht weiß, ob sie nun gut oder böse sind, und vor allem die ulkigen, sonnenbrandgeplagten Nacktkühe, die mich ordentlich schmunzeln ließen.


    Obgleich auf dem Buch nur Boris Koch als Autor genannt ist, erfährt man im Anhang, dass «Der Königsschlüssel» in Zusammenarbeit mit Kathleen Weise entstanden ist. Dem Schreibstil merkt man dies jedoch nicht an. Er ist durchweg homogen, flüssig und in einem märchenhaften Ton gehalten.
    Positiv zu erwähnen ist auch die außergewöhnliche Aufmachung des Buches. Trotz des verhältnismäßig geringen Preises liegt es in gebundener Form vor und ist mit einer Karte sowie einer Handvoll bizarrer, aber ansehnlicher Illustrationen ausgestattet.


    FAZIT: Für Kinder auf jeden Fall empfehlenswert, für Erwachsene aber kein Muss.


    4ratten

    Rezension


    Schon seit ihrer Kindheit sind Anneliese und Lore, die Erzählerin der Geschichte, gute Freundinnen. Mittlerweise sind die beiden über 70, verwitwet und leben gemeinsam in einer gemütlichen WG.
    Eigentlich sind beide von Grund auf verschieden. Lore ist zierlich und zurückhaltend und hält sich insgeheim für die Klügere der beiden. Anneliese hingegen ist bunt und rundlich und steht gerne im Mittelpunkt. Aber auch wenn hier und da ein böser Kommentar über die andere fällt, sind beide doch ganz zufrieden mit ihrem Lebensabend.
    Das ändert sich jedoch schlagartig, als Ewald, ein alter Schulfreund der beiden, zufällig wieder in ihr Leben tritt. Anneliese ist sofort Feuer und Flamme für ihren ehemaligen Tanzpartner und auch Lore findet Gefallen an dem rüstigen Rentner. Warum sollte man sich auch mit über 70 nicht noch mal verlieben? Blöd nur, dass Ewald verheiratet ist und ganz offensichtlich so seine Geheimnisse vor den beiden Freundinnen hat...


    Obwohl «Ladylike« ein Krimi ist und auch die ein oder andere Leiche den Weg der beiden abenteuerlustigen Damen pflastert, lässt sich die Geschichte eher gemächlich an und stellt vielmehr die einzelnen Charaktere und deren verzwicktes Verhältnis untereinander in den Vordergrund.
    Trotzdem ist das Buch alles andere als langweilig. Die näheren Umstände der Todesfälle bleiben eher nebulös, Anspielungen sind doppeldeutig und ständig fragt man sich gemeinsam mit Lore, was man noch alles zu befürchten hat.
    Die Figuren sind facettenreich und teilweise schwer zu durchschauen, haben ihre Ecken und Kanten. Trotz ihrer Eifersüchteleien und einer etwas ungewöhnlichen Einstellung zu Recht und Gesetz wachsen sie dem Leser schnell ans Herz und lassen ihn für kurze Zeit an den Gedanken und Gefühlen der «Grauen Panther»-Generation teilhaben, die im Übrigen bei weitem nicht so verstaubt ist, wie man es vielleicht erwartet hätte.
    Neben den interessanten Charakteren zeichnet sich der Roman aber vor allem durch die staubtrockene, kluge Erzählweise und den herrlich schwarzen Humor aus, der mich sicher auch in Zukunft gerne nach weiteren Büchern der Autorin greifen lässt.
    Einzig das Ende ist ein wenig zu bemängeln, denn es ist zwar urkomisch, aber letztlich leider auch ein bisschen überzogen, sodass insgesamt dann doch "nur" die zweithöchste Bewertung für das Buch rausspringt.


    4ratten

    Meine Meinung
    Sabine ist 14 als ihre ehemals beste Freundin Isabel plötzlich spurlos verschwindet. Auch neun Jahre später ist ungewiss, was damals mit ihr geschah, ob sie überhaupt noch lebt oder Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.
    Obwohl der Fall das Gesprächsthema in ihrem kleinen Heimatort war und er auch nach Jahren immer wieder aufgerollt wird, weisen Sabines Erinnerungen für die Zeit nach Isabels Verschwinden deutliche Lücken auf. Besonders der spezielle Tag, an dem Isabel nach einer Verabredung nicht nach Hause kommt, scheint völlig aus Sabines Gedächtnis gelöscht zu sein. Erst die Einladung zu einem Ehemaligentreffen ihres Gymnasiums und das Wiedersehen mit einem alten Bekannten fördern immer wieder einzelne Erinnerungsfetzen zu Tage, die nach und nach ein schreckliches Gesamtbild ergeben…


    Wer blutrünstige Action erwartet, ist bei «Klassentreffen» an der falschen Adresse. Die Geschichte läuft langsam an, der Fokus wird zunächst auf Sabine gelegt; besonders auf ihren schwierigen Wiedereinstieg in das Berufsleben nach einem Zusammenbruch, denn von den Kollegen wird sie – wie schon damals von ihren Klassenkameraden – übelst gemobbt. Erst nach einer Weile kommt das Thema vermehrt auf Isabel und die wiederkehrenden Erinnerungen, die Situation spitzt sich immer weiter zu. Zu dem Zeitpunkt hatte mich das Buch aber schon längst gepackt und ich konnte es erst wieder aus der Hand legen, nachdem ich es in einem Rutsch ausgelesen hatte.
    Immer tiefer dringt man in die Vergangenheit vor, legt ein Puzzlestück nach dem nächsten frei, fürchtet sich mit Sabine vor ihrem gewalttätigen Freund und möchte der jungen Frau Mut machen, wenn die Kollegen sie wieder einmal bloßstellen. Indem die Autorin Sabine ihre Geschichte im Präsens selbst erzählen lässt, hat man das Gefühl, alles hautnah mitzuerleben/-fühlen.


    Neben der wunderbar menschlichen Charakterzeichnung ist es der niederländischen Autorin zudem hervorragend gelungen, den Spannungsbogen fast bis zur letzten Seite zu ziehen. Ohne dass die Geschichte konstruiert oder unlogisch wirkt, führt sie gleich mehrere Verdächtige ins Feld, die mit Isabels Verschwinden zu tun haben könnten. Und auch wenn mein Anfangsverdacht am Ende bestätigt wurde, war ich zwischenzeitlich immer wieder verunsichert, ob ich mit meiner Vermutung nicht doch falsch liege.


    Halte ich sonst nicht viel von „Werbung“ auf dem Buchrücken, so muss ich dem Spiegel diesmal Recht geben: «Dieser süffig erzählte Psychothriller entwickelt einen außerordentlichen Sog.» Genau so ist es. Mehr davon, bitte!


    5ratten

    Eine Buchtasche fände ich persönlich eher unpraktisch. Ich mag keine tausend Taschen und Tüten in der Hand haben, deswegen packe ich meine Lektüre einfach immer in meine normale Tasche. Bislang habe ich das Buch dabei immer in eine Tüte gepackt, damit es in der Tasche nicht ankatscht.
    Vor kurzem habe ich allerdings eine Buchhülle aus Stoff geschenkt bekommen, die jetzt immer im Einsatz ist.


    [img width=500 height=320]http://www.bild-hoster.de/imag…auner/buchhlleklein_1.jpg[/img]


    Wer auch Interesse an so einer Hülle hat, sollte unbedingt mal hier oder hier vorbeischauen. :winken:


    Ehrlich gesagt kann einem die Umsetzung des Themas nach und nach auch ganz schön auf die Nerven gehen. Denn im Grunde erzählt die Autorin immer wieder dieselbe Geschichte, so hab ich das jedenfalls empfunden. Zwar kommen die Gefühle und Gedanken gut rüber aber irgendwann hat man einfach genug.


    Ich glaube, das ist typisch für Judith Hermann. Zwar zieht sie einen mit ihrem tollen, kühlen Stil kurzzeitig in ihren Bann, aber nach einer Weile wirkt alles so eintönig. Wahrscheinlich hat man wirklich mehr davon, wenn man ihre Geschichten häppchenweise liest.


    Ich warte auf jeden Fall auf die TB-Ausgabe von «Alice«. An die 20 Euro für weniger als 200 Seiten sind mir einfach zu viel.

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    Kurzbeschreibung
    Wie kommen die Kobolde ins Museum? Erik traut seinen Augen nicht. Doch als er und seine Schwester Ariane einen Notruf aus dem Zauberwald empfangen, ist klar: Hier stimmt etwas nicht! Die Weltengrenze ist zerbrochen! Der Elfenkönig Leandro muss sofort handeln, um die Gefahr zu bannen. Doch dafür braucht er die Hilfe von Ariane und Erik. Auf dem Rücken des Drachen Obligo reisen die beiden Kinder in den Zauberwald einem neuen Abenteuer entgegen!


    Meine Meinung
    Gerade erst war wieder Ruhe eingekehrt im Zauberwald, da steht schon das nächste Abenteuer für Ariane und ihren Stiefbruder Erik an. Die Grenze zwischen den Welten ist zerbrochen und drei neugierige Kobolde aus dem Märchenland haben sich in die Menschenwelt geschmuggelt, um dort auf der Suche nach dem «Zauberzieler« für ein heilloses Durcheinander zu sorgen.
    Zum Glück eilen die beiden Geschwister dem Elfenkönig schnell zur Hilfe, doch bis die alte Ordnung wieder hergestellt ist, müssen erst einige Gefahren gebannt werden…


    Wie schon der erste Teil der Trilogie - «Der Zauberfluch des Elfenkönigs« - ist auch die Fortsetzung ein richtiges Wohlfühlbuch, in das man am liebsten ganz und gar hineinkriechen möchte. So bild- und zauberhaft wird die Märchenwelt beschrieben, so spannend erzählt ist die Geschichte und so liebenswert sind die Charaktere, sowohl die altbekannten als auch die neu eingeführten, wie etwa die kleine Hexe Yvelle.
    Allesamt haben sie ganz herzige Eigenheiten: Kobold Knaster und sein bester Hasen-Freund Theodor, die mittlerweile in einer WG wohnen und mit ihrer Hilfsbereitschaft erstmal ordentlich Chaos stiften, Leandro, der Elfenkönig mit der Konzentrationsschwäche, der konservative Dachs Bertram, die Wasserschlange, die so schön züngelnd spricht, Erik und Ariane, die beiden sympathischen, menschlichen Helden…vor allem aber Obligo, der flapsige Drache mit dem Sprachfehler und der Gedächtnisschwäche, die ihm und anderen - schneller als ihm lieb ist - zum Verhängnis werden kann.


    Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich bei «Der Feuerflug des Elfenkönigs« um ein Kinderbuch handelt und die Auflösung der einzelnen Erzählstränge relativ einfach über die Bühne geht. Dennoch ist die Geschichte überaus gut durchdacht und reißt leichthändig verschiedene, auch ernstere Themen an (Freundschaft, Eifersucht, Verantwortung, das Leben als Patchwork-Familie), ohne dass junge Leseratten damit überfordert werden.
    Ohnehin zieht Vanessa Walders flüssiger, humorvoller Schreibstil den Leser sogleich in seinen Bann. Man merkt dem Buch an, dass die Autorin unglaublichen Spaß beim Schreiben gehabt haben muss und bei manchen Szenen ganz sicher kichernd über dem Manuskript gesessen hat.


    Das Ende ist auch diesmal wieder schön rund, sodass man das Buch auch als eigenständiges Werk lesen könnte, zumal die Vorgeschichte zu Beginn kurz noch mal in Erinnerung gerufen wird. Aufmerksame Leser werden aber sicherlich den einen oder anderen Hinweis auf den Fortgang der Geschichte entdeckt haben und nun bestimmt unbedingt wissen wollen, wie es weitergeht.


    Zu guter Letzt darf natürlich auch die Aufmachung nicht unerwähnt bleiben, denn die ist mit den unzähligen hübschen Illustrationen von Almud Kunert, die man – mal größer, mal kleiner - auf wirklicher jeder (!) Seite findet, einfach unübertroffen. Da übersieht man gerne auch das fehlende Lesebändchen.


    Insgesamt gibt es dafür - wie bereits beim ersten Teil - 5ratten.


    Nachdem ich gestern *sternenstauers* Rezi gelesen hab, bin ich losgelaufen und hab mir das Buch gekauft. Jetzt bin ich fertig :breitgrins:


    Uii, das freut mich! :klatschen:



    Eigentlich wollte ich nichts mehr von Kerstin Gier lesen - ich dachte: Kennst du eines, kennst du alle. Aber ich habe mich getäuscht.


    Ich hatte einen Frauenroman von ihr gelesen, den ich nett, aber nicht umwerfend fand. Wenn die Rezis nicht so überzeugend gewesen wären und das Buch nicht auch genremäßig eher in mein Beuteschema gepasst hätte, hätte ich wohl auch nicht sooo schnell wieder ein Buch von ihr zur Hand genommen.



    Was mir aufgefallen ist, dass das Buch für mich nicht wirklich in sich geschlossen ist. Es ist kein richtiges Ende da bzw. es hört irgendwie zu plötzlich auf. Da wird man ja schon fast gezwungen, auf das nächste zu warten :breitgrins:


    Das stimmt schon. Es ist jetzt nicht in dem Sinne abgeschlossen, dass alle Rätsel gelöst sind, aber zumindest ist das erste große Abenteuer erlebt und der Grundstein für die weiteren Teile gelegt. Ohne bösen Cliffhanger. Und das lob ich mir schon, denn fiese Cliffhanger, wenn die Fortsetzung noch nicht erschienen ist, sind :grmpf: :breitgrins: .

    Ich schließe mich dann mal der allgemeinen Begeisterung an. :)


    Meine Meinung
    Obwohl sie nach außen hin stets den Anschein der Normalität wahrt, ist die Familie der 16jährigen Gwendolyn alles andere als gewöhnlich. Ihre Tante Maddy hat seltsame Visionen, Gwendolyn selbst kann Geister sehen und ihre gleichaltrige Cousine Charlotte wird seit ihrer frühen Kindheit auf ihre erste Zeitreise vorbereitet, denn angeblich ist sie stolze Trägerin des Zeitreise-Gens, das seit Generationen in der Familie vererbt wird.
    Gespannt warten alle auf Charlottes erste Zeitreise. Doch obwohl sie seit einiger Zeit ein leichtes Schwindelgefühl verspürt, das als Zeichen für einen nahenden Zeitsprung gilt, tut sich bei ihr nichts. Dafür findet sich Gwendolyn plötzlich völlig überraschend in der Vergangenheit wieder und weiß – unvorbereitet wie sie ist – gar nicht, wie sie sich dort verhalten soll.
    Unter den enttäuschten Blicken ihrer Cousine und deren missgünstiger Mutter Glenda bleibt Gwendolyn nichts anderes übrig, als die Geheimloge der Zeitreisenden, die so genannten Wächter, aufzusuchen. Dort soll sie lernen, ihre Zeitsprünge zu kontrollieren und zusammen mit Gideon, der ebenso gut aussehend wie arrogant ist, eine mysteriöse, alles entscheidende Mission erfüllen. Doch wem kann Gwendolyn trauen, wenn selbst ihre Mutter Geheimnisse vor ihr zu haben scheint?


    Mit «Rubinrot«, dem ersten Teil der Zeitreise-Trilogie, hat sich Kerstin Gier, die normalerweise für ihre «frechen Frauenromane« bekannt ist, auf das Gebiet der Jugendfantasy gewagt – und gleich einen Volltreffer gelandet! Bereits nach wenigen Seiten ist man völlig in Gwendolyns Abenteuer abgetaucht und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Im einen Moment befindet man sich mit Gwendolyn und Gideon im heutigen London und im nächsten schon wieder in einem anderen Jahrhundert.
    Durch das Einstreuen von Titeln aktueller Filme oder TV-Serien schafft die Autorin einen starken Gegenwartsbezug und macht Gwendolyn zu einem Teenager mit ganz normalen Interessen, mit dem man sich (auch im fortgeschritteneren Alter) spielend leicht identifizieren kann. Durch die detaillierten Beschreibungen etwa der Mode der jeweiligen Jahrhunderte gelingt es ihr aber auch vortrefflich, die Vergangenheit vor den Augen des Lesers aufleben zu lassen, sodass beide Zeitebenen völlig authentisch wirken.


    Neben dem flüssigen, humorvollen Schreibstil, der sich butterweich liest, sind es vor allem die Figuren und deren Verhältnis untereinander, die diesen Roman zu etwas Besonderem machen. Sie sind nicht nur unglaublich liebenswert und interessant, sondern scheinen – wenn man mal von ihren ungewöhnlichen Fähigkeiten absieht – direkt aus dem Leben gegriffen zu sein. Da wird sich nicht gleich damit abgefunden, dass man eben ab sofort in der Zeit herumreisen kann, sondern erstmal zusammen mit der besten Freundin im Internet recherchiert.


    Die Aufmachung des Buches ist ein absoluter Eyecatcher. Das Cover mit dem lackartigen Scherenschnittmotiv ist ein Traum in Rosa. Abgerundet wird das Gesamtbild durch ebenfalls rosafarbene Seitenzahlen und den Kapiteln voranstehende Auszüge aus Geheimschriften oder den Annalen der Wächter sowie einem passenden Lesebändchen und einem Personenregister.


    FAZIT: Eine komplexe, aber nicht komplizierte Zeitreisegeschichte für (im Herzen) junge Leseratten, die in sich zwar abgeschlossen ist, aber trotzdem gaaaanz laut nach der Fortsetzung «Saphirblau« schreit, die leider erst im Januar 2o1o erscheinen soll. Schade, denn am liebsten würde man gleich weiter lesen. Schließlich hat man den einen oder anderen Verdacht, den man gerne bestätigt hätte.


    Ganz klar 5ratten.