Beiträge von mondpilz

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Aber diese Aussagen stehen doch alle in einem eindeutigen Kontext: Robb darf nicht mit einem richtigen Schwert trainieren, aber er hat gelernt, worauf es in den Augen seiner Familie ankommt: eine Armee zu führen, seinen Gefolgsleuten ein Beispiel sein etc. Joffrey dagegen darf natürlich alles, auch mit einem scharfen Schwert trainieren, aber gerade das zeigt ihn als verwöhntes Balg, das ohne einen Ratgeber wie Tyrion aufgeschmissen wäre. Und Jaime wird ja geradezu dadurch charakterisiert, dass er sehr jung in eine hohe Position gelangt ist und die Menschen ein entsprechend festgefahrenes Bild von ihm haben.


    Meiner Ansicht nach legt die Geschichte überhaupt nicht nahe, dass die Altersvorstellungen denen unserer Welt ähnlich sind. Die Adelsfamilien erwarten ständig von ihren Kindern, dass sie sich sehr früh wie Erwachsene verhalten, und geben ihnen auch sehr früh Befehlsgewalt über andere Menschen. Erscheinen Kinder zu sorglos, werden sie als »Sommerkinder« bezeichnet und vor dem kommenden Winter gewarnt. Joffrey und Lysas Sohn können andererseits als Beispiele dafür gelten, welche negativen Folgen es hat, wenn selbstsüchtigen Kindern Autorität über andere verliehen wird. Catelyn missbilligt, dass ihre Schwester ihren Sohn nicht richtig auf seine zukünftige Aufgabe vorbereitet. Für mich stellt sich die Sache eher so dar: Kinder westerosischer Adelsfamilien werden in sehr jungem Alter in Erwachsenenrollen gedrängt, auch dann, wenn sie nicht über die entsprechende Reife und Erfahrung verfügen. Dieses System scheint in Westeros niemand zu hinterfragen, und wenn es nicht funktioniert, wird dies dem Individuum angelastet.


    Na ja, nur weil Robb gelernt hat, wie er sich verhalten soll, heißt das noch lange nicht, dass seine Meinungen auch ernst genommen werden können oder sollen. Die Tatsache, dass er einige Zeit zuvor noch nicht mit einem Schwert trainieren durfte, zeigt aber doch, dass er nicht als vollwertiger Mann anerkannt wurde. Nicht nur weil er nicht mit dem richtigen Schwert kämpfen darf, sondern auch weil das nicht seine Entscheidung ist. Natürlich verändert sich seine Verantwortungslage, dennoch erscheint das in meinen Augen weit hergeholt, dass er plötzlich den Respekt einer Armee hat.


    Wenn ich sage, dass die Altersvorstellungen unserer Welt ähnlich sind, meine ich viel weniger die Altersrollen oder -aufgaben (natürlich ist man in unserer Welt mit elf nicht alt genug für eine Verlobung!), sondern wann eine Person Kinder- oder Erwachsenenstatus hat. Jon beispielsweise wird andauernd als 'grün' bezeichnet, bis er sich den nötigen Respekt erarbeitet hat. Genauso würden wir einen Fünfzehnjährigen auch zunächst als jung und unerfahren annehmen, bis er eben seine Reife bewiesen hat. Robert will ja auch erst mal Ned zum Herrscher machen, weil Joffrey noch zu jung sei. Nur weil die Kinder in Rollen gedrängt werden und Macht haben, heißt das ja nicht, dass sie von den anderen Bewohnern dieser Welt als Erwachsene empfunden werden!



    Okay, jetzt verstehe ich besser. Martin verwendet halt durchgehend das Prinzip »Show, don't tell«, also ein aus den visuellen Medien übernommenes Verfahren. Ich vermute, dass gerade deshalb so viele von A Song of Ice and Fire fasziniert sind. Die Möglichkeiten zur Charakterzeichnung und zum Vermitteln von Hintergrundinformationen schränkt es natürlich ein, und dem Format Fernsehserie nähern sich die Bücher dadurch eher an, als sich von ihm abzusetzen. Nähere Informationen über irgendeinen Ort in Westeros erhält man in der Regel erst, wenn POV-Charaktere sich dort hinbegeben. Und die Komplexität der Figuren zeigt sich eher darin, dass es oft zu überraschenden Perspektivwechseln auf sie kommt: Jaime z.B. wirkt in seinen POV-Kapiteln völlig anders als in der Sicht, die andere POV-Charaktere auf ihn haben.


    Ich würde sagen: Innerhalb der Begrenzungen seines Erzählprinzips nutzt Martin seine Möglichkeiten optimal, aber das hebt natürlich die Begrenzungen nicht auf. Letztlich ist das ja die große Frage: Wird Martin es schaffen, die sich immer weiter ausfächernde Handlung mit »Show, don't tell« darzustellen, oder wird er sich darin verhaspeln, dass er immer neue POV-Charaktere braucht und das Werk dadurch immer mehr ausufert, ohne zum Ende zu kommen?


    Da bin ich anderer Meinung. Ich denke nicht, dass die Leser deswegen fasziniert sind, weil er den discours vernachlässigt; vielmehr verzeiht man ihm diese Vernachlässigung durch die hervorragene histoire. Du siehst das als optimale Ausnutzung seiner Möglichkeiten, ich als klare Missachtung seiner Möglichkeiten. Natürlich ist es eine faszinierende Geschichte, aber ist es auch literarisch wertvoll?
    Danke für das Beispiel mit Jaime ([size=5pt]entschuldige übrigens die vorherige Falschschreibung[/size]) - im ersten Buch gibt es diese Kapitel nicht und genau so etwas hat mir gefehlt! Vielleicht muss ich doch weiterlesen, um zu sehen, ob es besser wird. :zwinker:


    Hm, ich habe in den Büchern schon noch einiges mehr gefunden als das, was die Serie bietet.


    Was denn? (Ist nicht polemisch gemeint; das interessiert mich wirklich!)



    Na ja, it's fantasy. Warum sollten da die gleichen Regeln wie in unserer Wirklichkeit gelten, ab wann jemand erwachsen ist? Im Laufe der Reihe wird immer deutlicher, dass die westerosischen Adelsfamilien größten Wert darauf legen, ihre Kinder möglichst früh zum „Erwachsensein“ zu erziehen. Warum sollten Personen, die in einer solchen Welt leben, das nicht ernst nehmen?


    Grundsätzlich hast du natürlich recht, dass in einer fiktiven Welt andere Regeln gelten (können). Aber zunächst einmal legt der Anfang der Geschichte nahe, dass die Altersvorstellung denen der unseren Welt schon zumindest ähnlich sind. Nehmen wir einmal Robb als Beispiel: Erst darf er nicht einmal mit einem Schwert mit einer richtigen Klinge trainieren. Und kurze Zeit später führt er einen Krieg an? Das steht einfach nicht im Verhältnis. Davon abgesehen ist das Alter an sich (wie auch in der wirklichen Welt) ja weniger relevant als der Erfahrungssschatz. Allerdings hatte man, wenn man jung ist, einfach noch nicht besonders viel Zeit, den anzusammeln. Da nehme ich als Beispiel Jamie. Selbst wenn wir behaupten, dass er schon mit 14 ein richtiges Schwert benutzen durfte - heißt das, dass er mit 17 schon genug Erfahrung hat, in der Elitegarde des Königs zu dienen?



    Was wären denn Vorzüge bzw. Charakteristika des Mediums Buch? :gruebel: Dass es in Büchern keine Kostüme, Musik und Kulissen gibt, versteht sich ja von selbst.


    Charakteristika des Medium Buchs im Vergleich zum Film sind Elemente wie sprachlicher Stil, Beschreibungen, Fülle an Hintergrundinformationen und vor allem auch die Innensicht von Charakteren. Natürlich besitzt das Buch all diese Elemente; meiner Ansicht nach werden sie jedoch nicht genügend genutzt. Gerade Innesicht kann der Film zwar durchaus auch darstellen, ist in dem allerdings beschränkter als eine Erzählung. Ein extremer Vergleich wäre The Sound and the Fury von Faulkner. Würde man diese Innensichten filmisch darstellen, würde einem vieles verloren gehen. Bei A Game of Thrones habe ich diesen Eindruck leider nicht.



    Ich finde jedenfalls eher, dass die Qualität der Serie auch für das Buch spricht. Immerhin ist die erste Staffel sehr buchgetreu verfilmt und ohne diesen Roman könnte es die Serie ja gar nicht geben. Wenn sich die Serie also ihrer filmischen Stilmittel bedient, dann ist das natürlich auch ein Qualitätskriterium der Serie, aber die Grundlage, auf der alles aufgebaut wird, liefert nun mal das Buch. Das sehe ich persönlich zumindest so :zwinker:


    Ja, da stimme ich dir zu! Nur bietet für mich persönlich die Serie ein deutliches 'Mehr' im Vergleich zum Buch. Ich finde das Buch gut, die Serie aber besser. :smile:


    Was meiner Ansicht nach aber für das Buch spricht, immerhin haben sie es in der Serie so toll umgesetzt, dass man gerade in Band 1 wirklich fast mitreden kann.


    Finde ich nicht. Wenn das Buch im Vergleich zur Verfilmung keinen Mehrwert besitzt, wurden die Vorzüge des Mediums Buch meiner Meinung nach nicht ausreichend genutzt. Im Gegenteil spricht es für die Serie, die sich wiederum der Charakteristika ihres Mediums durchaus bedient hat. Neben der wirklich sehr wörtlichen Umsetzung der Handlung bietet sie solche Sache wie Kostüme, Musik, Kulisse usw. Für mich stellt sich die Frage, warum ich ein Buch lesen sollte, wenn mir die Verfilmung mehr bietet?

    Hallöchen!


    Zunächst einmal muss ich eingestehen, dass ich die Serie zuerst gesehen habe. Da sie mich unglaublich begeistert hat, wollte ich unbedingt auch die Bücher dazu lesen. Leider muss ich sagen, dass ich ein bisschen enttäuscht bin. Zuerst zum Positiven:
    - Ohne jeden Zweifel sind die dargestellte Welt und die komplexe Handlung sehr vielschichtig, interessant und überzeugend. Unstimmigkeiten sind mir bisher nicht aufgefallen. Obwohl sich die Geschichte - wie auch manche Charaktere - unerwartet entwickeln, passt dies dennoch immer in den Gesamtkontext.
    - Bei den Charakteren bietet sich eine unerwartete Vielfalt: Keine Figur ist nur eindimensional dargestellt, oder beschränken sich auf einen für die Geschichte wesentlichen Charakterzug. Durch eine recht ausgewogene Darstellung ihrer Schwächen und Stärken, erscheinen alle Charaktere wie 'echte' Menschen, mit denen man sich gut identifizieren kann. Unterstützt wird das zudem durch die wechselnde Perspektive in jedem Kapitel.
    - Obwohl die dargestellte Welt sehr groß ist, werden bestimmte Teile wie beispielsweise die Existenz von Magie und Drachen oder auch das Leben im Norden zunächst nur angedeutet. Dadurch kann man sich etwas leichter in die Welt einfinden, als wenn man von Anfang an damit konfrontiert würde. Zudem bleibt man gespannt auf das Erkunden und Entdecken dieser Bereiche.


    Nun jedoch auch zu den Aspekten, die mir nicht so gut gefallen haben:
    - Grundsätzlich hatte ich erwartet, durch das Lesen der Bücher eine große Menge an zusätzlichem Hintergrundwissen und ein besseres Verständnis der Charaktere zu erhalten. Das war keineswegs der Fall. Es mag sein, dass mir manche Zusammenhänge klarer geworden sind, aber das wäre durch ein erneutes Ansehen der Serie wohl auch der Fall gewesen. Gerade bei der Darstellung der Charaktere bin ich ziemlich enttäuscht. Es hätte mich ehrlich gesagt nicht gewundert, wenn ich festgestellt hätte, das 'Buch zur Serie' zu lesen.
    - Der Stil an sich ist keinesfalls schlecht; er hält sich weitgehend von klischeehaften Formulierungen und ähnlichem fern. Das Buch liest sich im Grunde sehr leicht. Allerdings kann es mich überhaupt nicht fesseln (und das liegt nicht daran, dass ich die Handlung schon kenne). Die dargestellten Kämpfe zum Beispiel finde ich unglaublich langweilig. Mir erscheint es eher wie das Lesen eines Protokolls. Gerade auch bei der Innensicht der Charaktere finde ich das sehr auffällig. Ich sehe bisher keinen Unterschied in den Beschreibungen des Buches und dem Zusehen der Schauspieler. Außerdem wird auch stilistisch überhaupt nicht zwischen der Perspektive eines Siebenjährigen und anderen, deutlich älteren Figuren unterschieden. Als Ausnahme fällt mir beispielsweise das Kapitel ein, in dem Arya die Katzen fängt. So etwas hätte ich mir deutlich mehr gewünscht.
    - Was mich auch noch stört und was bestimmt durch die Serie verstärkt wird, ist das Alter der Figuren. Wie kann ich (oder irgendwer) Robb mit seinen 15 Jahren ernst nehmen? Jamie war mit 17 schon Teil der Kingsguard und wird zum Kingslayer? Daenerys ist 13, als ihre Geschichte beginnt? Die Eltern Stark und wohl auch König Robert sind etwa Mitte 30?


    Ich denke nicht, dass ich die übrigen Bücher lesen werde. Höchstens die Bände, die die Serie noch nicht abgedeckt hat, falls mich meine Neugier dazu zwingt. Insgesamt gefällt mir die Serie deutlich besser, was mich selbst überrascht. Die Handlung erscheint mir lebendiger und die Charaktere schillernder.


    Viele Grüße,
    mondpilz


    Ich bin nicht sicher, ob das jetzt provozieren ist, oder Ernst gemeint ist.


    Beides. Zum einen kann man nicht von anderen Beweise erwarten und selbst mit "Das ist nämlich wirklich nicht wahr." argumentieren. Und zum anderen zeigen deine Beispiele, dass Zweig bedeutend war, was ich auch nie bezweifelt habe. Aber einem Vergleich mit Thomas Mann hält er trotzdem nicht Stand.
    Das ist als würde ich sagen: "Der K2 ist hoch, aber der Mount Everest ist höher.", was nicht gleichbedeutend ist mit: "Der Mount Everest ist hoch und der K2 ist ein Hügel."


    lg,


    mondpilz


    1.) Wer behauptet das? Wo steht das? Wer stellte die Behauptung auf?
    (das Mann bedeutender sei)
    2.)Da gehört schon etwas mehr dazu.... was denn, Deiner Meinung nach? Das wär jetzt interessant. Schlagen wir nicht Bücher auf um der Zeilen wegen?


    Beispielsweise wirst du in der Germanistik mit Sicherheit immer Veranstaltungen über Thomas Mann, aber nicht unbedingt über Stefan Zweig finden. Seine Werke lassen weniger Interpretationsspielraum zu, er hat nicht gerade etwas Neues in der Literatur geschaffen. Thomas Mann hat den Literaturnobelpreis bekommen (okay, nicht unbedingt das beste Argument).
    Eine Vorliebe für Zweig spielt sich m.E. eben hauptsächlich auf der Geschmacksebene ab. Er hatte - zumindest meines Wissens - keinen großartigen Einfluss auf die Literatur. Daher halte ich Mann für objektiv bedeutender, auch wenn ich Zweig auf der Geschmacksebene bevorzuge.



    Nur, ich bin halt grantig geworden, als die Bemerkung fiel, dass Zweig nicht so sehr bedeutend sei. Das ist nämlich wirklich nicht wahr.


    Und worauf bitte stützt du nun diese Behauptung?



    lg,


    mondpilz

    Hallo cori,



    natürlich ist das geschmacksache! wohl! doch, zu sagen... der ist gut und der nicht, finde ich nicht richtig. ich glaube, mein angesprochener kompromiss ist objektiv betrachtet richtig. alles liebe cori


    Du urteilst über Mann doch auch, also wieso beschwerst du dich?



    Ich würde als Kompromiss sagen:
    Mann war der Große in Deutschland und Zweig in Österreich. Gleiche Stufe. Muss sein. Das geht gar nicht anders. Er war vorallem ein großer Essayist. Fakt.
    Was ich meinte mit den Werken... 90 % davon ist phantastisch. Das muss einer nachmachen. lg cori


    Und ich finde, dein Vorschlag hat überhaupt nichts mit einem Kompromiss zu tun. Solche Aussagen wie "Muss sein." und "Fakt." sind weder eine ausreichende Begründung noch besonders einsichtig.


    Versteh mich nicht falsch - ich schätze Zweig sehr und mit Mann kann ich auch nichts anfangen. Trotzdem weiß ich, dass Mann literarisch bedeutender ist als Zweig. Nur die Tatsache, schön schreiben zu können, macht einen noch zu keinem "ganz Großen". Da gehört schon etwas mehr dazu.


    lg,


    mondpilz

    Huhu,


    Palahniuk frustriert mich irgendwie. Letztes Jahr schon mit Das Kainsmal und dieses Jahr mit Das letzte Protokoll.
    Ich finde, er hat wirklich außergewöhnliche Geschichten, einen wiedererkennbaren Schreibstil und wirklich gute Ideen. Er schafft es auch, die Spannung und den Spaß am Lesen lange aufrecht zu erhalten; aber - seine Auflösungen... :rollen:
    Er kann es einfach nicht mit einer normalen Lösung gut sein lassen. Die Sachen, die Misty angetan wurden, wären auch ohne einen derart weit hergeholten historischen Hintergrund schlimm genug.


    Ich finde es einfach schade, wie Palahniuk seine Romane durch die letzten Kapitel immer wieder selbst zerstört. Zumindest habe ich persönlich diesen Eindruck und daher bin ich frustriert. :sauer: Während des Lesens habe ich immer ein Fünf-Ratten-Gefühl, das durch den Schluss dann immer auf zwei-drei abgeschwächt wird. Das ist so schade!


    lg,


    mondpilz

    Hallo darchr,


    ich sehe das wie Avila - versuch es erst mal mit etwas leichterer Literatur und steigere das Niveau langsam. Vielleicht solltest du wirklich mit Kinderbüchern oder Fantasy anfangen, da man mit solcher Literatur relativ einfach Erfahrungen damit machen kann, wie man in einer Geschichte versinkt. Zudem braucht man nicht unbedingt viel (trainierte) Vorstellungskraft, da die Bilder meist sehr detailliert vorgegeben werden.
    Um sich dann anspruchsvollerer Literatur zu nähern, sind Leserunden hier im Forum sicherlich eine gute Methode. Du hast dann die Möglichkeit, wirklich analytisch vorzugehen und über jeden Gedanken zu sprechen.


    lg und viel Erfolg,


    mondpilz

    Huhu,


    hier jetzt auch meine Statistik für 2008:


    mit grün hervorgehoben: erfreuliche Entwicklung im Vergliech zum Vorjahr
    mit rot hervorgehoben: unerfreuliche Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr78 Anzahl Titel 100%



    72 Buch 92%
    6 Hörbuch 8%

    72,0 Bücher je Teilnehmer (ohne Hörbuch)
    6,0 Bücher je Teilnehmer und Monat (ohne Hörbuch)

    6,0 Hörbücher je Teilnehmer
    0,5 Hörbücher je Teilnehmer und Monat

    18094 Anzahl Seiten gesamt
    1508 Seiten je Teilnehmer je Monat
    251 Seiten je Buch

    2282 Anzahl Minuten gesamt
    190 Anzahl Minuten je Teilnehmer und je Monat
    380 Minuten je Hörbuch

    71 Belletristik 91%
    7 Sachbuch 9%

    2 Autobiografien & Erinnerungen, Reiseberichte 3%
    7 Fach- und Sachbücher 9%
    4 Fantasy & Phantastik 5%
    1 Horror & Mystery 1%
    1 Kinder- & Jugendliteratur 1%
    7 Krimis & Thriller 9%
    2 Liebesromane & Frauenliteratur 3%
    2 Science Fiction 3%
    37 Weltliteratur & Klassiker 47%
    15 Sonstige Belletristik 19%

    Originalsprache:
    26 Deutschsprachige Literatur 33%
    16 Englische Literatur innerhalb Europas 21%
    16 Angloamerikanische Literatur 21%
    8 Französische Literatur innerhalb Europas 10%
    6 Asiatische Literatur 8%
    2 Russische Literatur 3%
    4 Sonstige europäische Literatur 5%



    Lesesprache:
    65 Deutsch 83%
    13 Englisch 17%
    0 Französisch 0%



    Erscheinungsjahr der Originalausgabe:
    17 bis 1800 22%
    16 1801-1900 21%
    11 1901-1950 14%
    20 1951-2000 26%
    9 2001-2006 12%
    5 2007-2008 6%

    Kaufjahr/Zugangsjahr:
    46 2008 59%
    23 2007 29%
    6 2006 8%
    2 2000 und früher 3%

    Bewertung:
    2 0,0 - 1,0 3%
    9 1,5 - 2,0 12%
    31 2,5 - 3,0 40%
    28 3,5 - 4,0 36%
    8 4,5 - 5,0 10%




    lg,


    mondpilz

    Ich fand es interessant, aber unter meinen Highlights wäre es nicht gelandet. Was hat dir an dem Buch so gut gefallen?


    In erster Linie überzeugt haben mich der Witz und die philosophischen Gespräche und Gedanken. Ich finde es beeindruckend, wie die philosophischen Gespräche explizit als solche vermittelt werden, ohne aber zu langweilen. Zudem halte ich es für bemerkenswert, in welchem zeitgeschichtlichen Kontext dieses Buch entstanden ist und wie es anderen Werken der Zeit entgegen steht.


    lg,


    mondpilz

    Huhu,


    danke für die Mühe, Aldawen!


    Könnte nicht der siebte Harry Potter-Band ein Grund für die hohe Zahl an Fantasy-Literatur 2007 sein? Ich z.B. hatte durch das wiederholte Lesen der HP-Bände 2007 einen Prozentsatz von 35% und 2008 nur von 5%.


    lg,


    mondpilz

    Huhu,


    zwar hatte ich nicht besonders viele Highlights dieses Jahr, aber dafür auch wenig wirkliche Flops:


    Banana Yoshimoto - Tsugumi
    Marlen Haushofer - Die Wand
    Hunter S. Thompson - Angst und Schrecken in Las Vegas


    Meinen Erwartungen wurden enttäuscht von:
    Martin Suter - Lila, Lila
    Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer
    Tad Williams - Otherland



    lg,


    mondpilz

    Hallihallo,


    irgendwie war dieses Lesejahr nicht gerade herausragend. Ein paar Highlights gab es aber:


    Thomas Bernhard - Holzfällen
    Émile Zola - Der Bauch von Paris
    Marquis d'Argens - Die philosophische Therese


    Autoren, die mein Interesse geweckt haben:
    Thomas Bernhard, Charles Dickens, Kazuo Ishiguro, Henry James, Chuck Palahniuk, Wolf Haas


    lg,


    mondpilz

    Huhu,



    Zu den Lesesprachen würde ich dann folgendes vorschlagen:
    Wir beschränken die Liste einfach gar nicht mehr, sondern lassen alle Sprachen als Eintrag zu. In der Statistik, die ich hier poste, werde ich dann aber alles, was nicht Deutsch oder Englisch ist, in eine Kategorie Sonstige zusammenfassen. Die Details bleiben dann in der Excel-Datei erhalten und können dort nachgesehen werden. Wäre das eine für alle akzeptable Variante?


    Ja, ich finde das ist ein zufriedenstellender Kompromiss.


    Ich hätte noch den Antrag, bei "Buch oder Hörbuch" die Kategorie "Aufsatz/Auszüge/Kurzgeschichten" (also alles, was nicht als eigenständiges Buch erscheint) oder so ähnlich hinzuzufügen. Ich habe dieses Jahr eine eigene Tabelle dafür geführt, hätte das nächstes Jahr aber gerne in einer.


    lg,


    mondpilz

    [size=13pt]Thomas Bernhard - Holzfällen. Eine Erregung[/size]


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    Inhalt
    Auf der Beerdigung einer alten Freundin begegnet dem Ich-Erzähler das Ehepaar Auersberger, das ihn prompt zu ihrem künstlerischen Abendessen einlädt, zu dem auch ein Burgschauspieler erwartet wird. Überrumpelt und entgegen jeder Überzeugung nimmt er die Einladung an, obwohl er mit gerade dieser Gesellschaft seit Jahrzehnten aus Abscheu keinen Umgang mehr pflegt. In einem einzigen langen, nicht von Absätzen oder Kapiteln unterbrochenen Monolog schildert er die Erregung, die er an diesem Abend durchlebt und gibt nach und nach immer mehr auch von sich preis.


    Meine Meinung
    Erregung - Der Titel ist Programm. Man kann tatsächlich die Stimme des Erzählers in seinem Kopf hören, wie sie ununterbrochen schimpft, sich aufregt und vor sich hin zetert. Diese Stimme machte das Lesen zu einem äußerst amüsanten Vergnügen. Sie wird auch der Grund sein, warum mich die seitenlangen Sätze und die andauernden Wiederholungen kein bisschen gestört, sondern den Lesegenuss noch verstärkt haben.
    Holzfällen war mein erstes Buch von Bernhard und ich hatte etwas vollkommen anderes - sehr viel zynischeres - erwartet. Aber ich wurde von der Komik und dem Humor des Stils überrascht.
    Besonders gut hat mir auch gefallen, wie man mit jeder Wiederholung ein kleines Detail mehr aus der Vergangenheit des Erzählers und der ihm ungebenden Personen erfährt, bis man am Ende erkennt, wie wenig er sich doch von den anderen unterscheidet.


    Alles in allem ein wirklich empfehlenswertes Buch und bestimmt nicht mein letztes von Bernhard!



    Liebe Grüße,
    mondpilz