Autor Thema: Buchabbrecher  (Gelesen 17781 mal)

Offline Aeria

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Hallo.

Gerade habe ich nach einem Buchabbrecher-Thread gesucht, fand auch 5 Seiten mit Threads, in denen das Wort "abgebrochen" vorkommt, sogar eine Umfrage war dabei, bei der es um einige bestimmte Bücher geht. Mir geht es aber nicht um bestimmte Bücher, sondern ums Abbrechen generell.

Ab wann zählt man eigentlich zu den Buchabbrechern? Ich persönlich klage zwar manchmal über schlechte Bücher, lese sie aber tapfer zu Ende. Und nun habe ich innerhalb weniger Monate schon das zweite Buch in die Ecke gepfeffert. Das gibt mir zu denken  :rollen: . Wird das etwa zur Gewohnheit? Und wenn ja - ist das gut oder schlecht?
Sollte man einem abgebrochenen Buch noch einmal eine Chance geben? Vielleicht in ein paar Jahren? Kann man nach ca. 10 % des Buches wirklich beurteilen, ob es schlecht ist?

***
Aeria
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Offline HoldenCaulfield

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Ich hab keine Probleme ein Buch  das ich schlecht finde auch abzubrechen. Ich sehe nicht ein meine Zeit mit einem schlechten Buch 
zu verschwenden, das Lesen soll mir ja auch Spaß machen. Ab und an lese ich aber auch zu Ende, meist wenn ich denke das könnt vielleicht doch noch besser werden oder wenn ich einen anständigen Verriss schreiben möchte *g*
   
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Offline Doris

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Hallo Aeria,

bei mir kommt es hin und wieder vor, dass ich Bücher abbreche. Das mache ich ohne schlechtes Gewissen, denn warum soll ich mich damit herumplagen, wenn ich mit dem Buch einfach nichts anfangen kann? Nur um zu sagen, dass ich jedes Buch fertig lese, das ich anfange? Dazu ist mir die Zeit zu schade. Zu welchem Zeitpunkt ich ein Buch abbreche, ist ganz unterschiedlich. Spätestens nach 50 gelesenen Seiten kann ich einschätzen, ob es etwas für mich ist oder nicht. Ich habe schon Bücher weiter als nur bis zur Hälfte gelesen und dann doch noch beiseite gelegt.

Eine neue Chance steht eigentlich immer im Raum, schließlich gibt es Gründe, warum ich ein Buch angefangen habe, die mich darauf neugierig gemacht haben. Manchmal liegen die Gründe, warum ich es abbreche, bei mir, und das kann sich im Lauf der Zeit ändern. Es gibt ein abgebrochenes Buch, das ich nach über zehn Jahren nochmals gelesen habe, da aber mit großer Begeisterung. Keine Chance mehr bekommen Bücher, die ich inhaltlich einfach grottenschlecht finde.

Und wenn ja - ist das gut oder schlecht?

Es ist eher gut, wenn man so ehrlich sein kann, zu seinem Geschmack zu stehen.

Liebe Grüße
Doris
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Lucius Annaeus Seneca

Offline chil

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Ich lese jedes Buch fertig, egal wie schlecht es ist. Es kann aber durchaus auch vorkommen, dass ich dafür ein Jahr brauch. Immerhin könnte es ja auch sein, dass die letzten 20 Seiten mich so derart vom Hocker hauen...

Offline Juggalette

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Ich lese jedes Buch fertig, egal wie schlecht es ist. Es kann aber durchaus auch vorkommen, dass ich dafür ein Jahr brauch. Immerhin könnte es ja auch sein, dass die letzten 20 Seiten mich so derart vom Hocker hauen...

Dem kann ich mich nur anschließen! Außerdem ist mir weniger meine Zeit, sondern als arme Studentin eher mein Geld zu Schade...
Klingt komisch - is' aber so!
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Offline epona

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Hallöchen,

das ein oder andere Buch habe ich auch schon abgebrochen. Meist weil sich ellenlang nichts tat, oder weil es einfach nicht mein Ding war.  Manchmal hängt es auch von Schreibstil des Autors ab. Ich hab ein angefangenes Buch rumliegen, daß ich eigentlich gar nicht soo schlecht finde, aber so viele Worte oder auch ganze Sätze in fremden Sprachen (latein, arabisch und andere) drin sind daß man vor lauter nachschlagen nicht zum lesen kommt und die Handlung ganz einfach dabei untergeht.

Ansonsten gibt es sooo viel tolle Bücher auf der Welt die ich noch lesen möchte, daß ich mich mit Büchern die nicht mein Interesse finden, gar nicht lange herumplage, sondern diese weglege.
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Offline Luinil

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Ich versuche immer jedes Buch zu Ende zu lesen.
Doch wenn mir eines nicht gefällt, fange ich meist noch einige parallel an und lese in dem dann immer weniger und dann breche ich es manchmal wirklich ab, versuche aber den Büchern immer eine zweite Chance zu geben.
Die Stadt der träumenden Bücher habe ich beim ersten Mal abgebrochen und vor kurzem fast verschlungen. Zur Zeit gebe ich Theos Reise eine zweite Chance und auch das Buch ist nicht so schlimm wie ich es in Erinnerung habe.
Bei beiden Büchern liegts sicher am Alter, dass ich vor ein paar Jahren nicht so viel mit anfangen konnte. Das gibts ja auch anders rum, dass man Bücher liest die früher ganz toll waren und die man heute überhaupt nicht mehr mag.
Zurück zum Thema. Es kommt bei mir vor, dass ich Bücher abbreche, auch wenn ich versuche alles zu Ende zu lesen, auch wenns durch ne zweite Chance ist. Manchmal ärger ich mich dann aber auch, wenn ich mich druch gequält habe und sie wirklich nicht mein Fall waren. Dann hätte ich die Zeit mit einem anderen Buch verbringen können.

Offline HoldenCaulfield

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@Jugalette
Einer der Gründe weshalb ich die Bibliothek so ausgiebig nutze^^ MIR Fäll aber auch auf das ich ein Buch das ich selbst bezahlt hab weniger schnell abbreche.
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Klassikfreund

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Buchabbrechen ist nicht mein "wahres Problem". Es gibt zwar Bücher, die ich nicht beende, aber im Prinzip möchte ich schon jedes Buch zu Ende lesen, einige Bücher sind aber recht anstrengend, dass ich nebenbei weitere einfachere Lektüre benötige. Es kann dann sein, dass immer mehr andere Lektüre sich dazwischendrängt bis ich das Buch erst mal wegstelle (mit Lesezeichen!). Wirklich aufgeben tue ich weniges.

Aber wie gesagt, das wahre Problem liegt hier: Es gibt schon einige Bücher (10%) der gekauften Bücher, auf die ich nach dem Kauf nicht mehr so rechte Lust habe, diese zu lesen. Ich bin also kein Buchabbrecher, sondern ein Nach-Buch-Kauf-Erst-Gar-Nicht-Beginner.

Schöne Grüße,
Thomas

Offline Doris

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Ich lese jedes Buch fertig, egal wie schlecht es ist. Es kann aber durchaus auch vorkommen, dass ich dafür ein Jahr brauch. Immerhin könnte es ja auch sein, dass die letzten 20 Seiten mich so derart vom Hocker hauen...

Da würde ich so den Faden verlieren, dass 20 spannende Seiten am Ende auch nichts mehr rausreißen.

Dem kann ich mich nur anschließen! Außerdem ist mir weniger meine Zeit, sondern als arme Studentin eher mein Geld zu Schade...

Da kann ich Dir auch die Bücherei ans Herz legen. Als Studentin bekommst Du wahrscheinlich sogar noch einen Nachlass auf die normalen Gebühren.
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Offline Juggalette

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Dem kann ich mich nur anschließen! Außerdem ist mir weniger meine Zeit, sondern als arme Studentin eher mein Geld zu Schade...

Da kann ich Dir auch die Bücherei ans Herz legen. Als Studentin bekommst Du wahrscheinlich sogar noch einen Nachlass auf die normalen Gebühren.

Ja, da habt ihr schon recht mit der Bücherei. Das Problem ist leider nur, dass ich den seltsamen Drang habe ein Buch zu besitzen. Sogar die Bücher, die ich nicht so sehr mochte stehen in meinem Bücherregal und ich liebäugle mit ihnen. Außerdem kann ich damit machen was ich will und muss nicht extremst darauf aufpassen...da ich immer ein Buch dabei habe (auch beim fortgehen) machen meine Bücher doch so einiges mit und das kann ich einem Buch das nicht mir gehört einfach nicht antun...  :rollen:
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Offline Saltanah

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Buchabbrechen ist nicht mein "wahres Problem". Es gibt zwar Bücher, die ich nicht beende, aber im Prinzip möchte ich schon jedes Buch zu Ende lesen, einige Bücher sind aber recht anstrengend, dass ich nebenbei weitere einfachere Lektüre benötige. Es kann dann sein, dass immer mehr andere Lektüre sich dazwischendrängt bis ich das Buch erst mal wegstelle (mit Lesezeichen!). Wirklich aufgeben tue ich weniges.

Das geht mir auch so. Allerdings nicht nur bei "schwierigen" Büchern, sondern manchmal auch bei leicht zu lesender Unterhaltungsliteratur. Manchmal kommen mir andere Bücher einfach "dazwischen"; das kann eine beginnende Leserunde sein, oder auch ein neues Buch von einem meiner Autobuy-und-Sofortleseautoren, oder aber ein Buch, nachdem mir gerade mehr zumute ist. Danach kehre ich dann meist zu meiner ursprünglichen Lektüre zurück, aber manchmal folgt auf das eine eingeschobene Buch ein zweites, drittes,... Irgendwann wandert dann das ursprüngliche Buch wieder zurück ins Regal (wie Klassikfreund auch bei mir mit Lesezeichen), es wird aber dann bei einer erneuten Lektüre wieder von vorne gelesen.

Dass ich ein Buch wirklich bewusst abbreche, kommt nur selten vor. Gerade richtig "schrottige" Bücher nahezu muss ich zu Ende lesen, weil ich nicht glauben kann oder will, dass es tatsächlich sooo schlecht ist. :breitgrins:
« Letzte Änderung: 30. März 2008, 00:12:13 Vormittag von Saltanah »
Auch das schlechteste Buch hat eine gute Seite: die letzte. (John Osborne)

Offline kathchen

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Ich finde es nicht schlimm, ein Buch abzubrechen, wenn es einem wirklich nicht gefällt.
Ich versuche zwar, die Bücher fertig zu lesen, egal ob sie mir gefallen oder nicht.
Allerdings klappt das natürlich nicht immer  :zwinker:
Books are the ultimate Dumpees: put them down and they’ll wait for you forever; pay attention to them and they always love you back.
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:lesewetter: Caprice

Offline sandi

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Ich habe mir seit neuestem angewöhnt, Bücher die mir nicht gefallen abzubrechen. Bis vor ein paar Monaten war das für mich undenkbar, ich habe mich immer bis zum Ende durchgeackert, egal wie sehr ich mich damit 'gequält' habe. Jetzt hat das Buch ca. 50-100 Seiten Zeit mich an sich zu fesseln, sonst fliegt es. Es kam aber auch schon vor, dass ich ein Buch nach 10 Seiten zur Seite gelegt habe. Ich habe allein letzte Woche zwei Bücher abgebrochen.  :zwinker: Mir ist es einfach zu schade um die Zeit. Ich will das lesen, was mir gefällt. Jede Minute die ich auf ein Buch verwende das mir nicht gefällt, ist eine verschwendete Minute. Und diese Bücher bekommen auch keine zweite Chance. Zugegeben, diese Abbrecherei kostet mich (zu viel) Geld, das ich als Studentin eigentlich gar nicht habe. Aber meine Zeit ist mir trotzdem wichtiger.
« Letzte Änderung: 30. März 2008, 04:09:07 Vormittag von sandi »
"Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit." A. Schopenhauer

:blume: :engel:
Italien: 0/22 Österreich: 0/9 Deutschland

Annabas

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Hallo miteinander,

Ich hab keine Probleme ein Buch  das ich schlecht finde auch abzubrechen. Ich sehe nicht ein meine Zeit mit einem schlechten Buch 
zu verschwenden, das Lesen soll mir ja auch Spaß machen. Ab und an lese ich aber auch zu Ende, meist wenn ich denke das könnt vielleicht doch noch besser werden oder wenn ich einen anständigen Verriss schreiben möchte *g*

Das mache ich ganz genauso.
Bücher, bei denen ich das Gefühl habe, dass ich im Moment beim Lesen nur nicht richtig reinkomme, hebe ich mir für einen zweiten Versuch auf. Zum Beispiel "Jasper Fforde - Der Fall Jane Eyre": den Anfang fand ich ganz gut, hatte aber irgendwie das Gefühl, dass es gerade nicht das Richtige für mich zum Lesen ist. Steht also wieder im Regal.
Wenn ich dagegen ein Buch erwische, das ich so richtig schlecht finde, dann landet es sofort in die Tauschticket/Flohmarkt-Kiste.

Viele Grüße von Annabas  :winken:

 

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