Autor Thema: Buchabbrecher  (Gelesen 17782 mal)

Offline chil

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Dem kann ich mich nur anschließen! Außerdem ist mir weniger meine Zeit, sondern als arme Studentin eher mein Geld zu Schade...

Da kann ich Dir auch die Bücherei ans Herz legen. Als Studentin bekommst Du wahrscheinlich sogar noch einen Nachlass auf die normalen Gebühren.

Ja, da habt ihr schon recht mit der Bücherei. Das Problem ist leider nur, dass ich den seltsamen Drang habe ein Buch zu besitzen. Sogar die Bücher, die ich nicht so sehr mochte stehen in meinem Bücherregal und ich liebäugle mit ihnen. Außerdem kann ich damit machen was ich will und muss nicht extremst darauf aufpassen...da ich immer ein Buch dabei habe (auch beim fortgehen) machen meine Bücher doch so einiges mit und das kann ich einem Buch das nicht mir gehört einfach nicht antun...  :rollen:

Dat könnt von mir sein! Ich handhabe es ganz genauso!

Ich hab euch doch sicher auch schon mal erzählt (zumindest ein paar von Euch) dass ich ein bisserle Geld mit meinen Rezensionen verdiene, daher les ich sowieso auch alles zu Ende.

Offline Jaqui

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Aber wie gesagt, das wahre Problem liegt hier: Es gibt schon einige Bücher (10%) der gekauften Bücher, auf die ich nach dem Kauf nicht mehr so rechte Lust habe, diese zu lesen. Ich bin also kein Buchabbrecher, sondern ein Nach-Buch-Kauf-Erst-Gar-Nicht-Beginner.

Na das Problem kenne ich doch auch.  :breitgrins:
Das hat jetzt dazu geführt, dass ich mir sehr genau überlege welche Bücher ich mir wirklich kaufe und welche ich mal nur auf meiner Wunschliste stehen habe. Früher bin ich ins Geschäft gegangen und habe wahllos Bücher gekauft, die mich mehr oder weniger interessiert haben. Davon bin ich geheilt.

Aber nun zum Thema zurück: Aufgegeben habe ich schon viele Bücher, aber die stehen alle noch zu Hause und warten auf eine zweite Chance. Also wirklich aufgegeben habe ich nach dem Maßstab noch keines, ich zwinge mich aber auch nicht, ein Buch fertig zu lesen.

Ich habe teilweise Bücher zu Hause stehen, wo nur mehr 200 Seiten fehlen und dennoch kann ich mich nicht aufraffen diese zuerst zu lesen.

Katrin

Offline sandhofer

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Und nun habe ich innerhalb weniger Monate schon das zweite Buch in die Ecke gepfeffert. Das gibt mir zu denken  :rollen: . Wird das etwa zur Gewohnheit?

Hoffentlich, ja.

Und wenn ja - ist das gut oder schlecht?

Gut. Nur gut.

Später, sofern man Lust hat, wieder zu versuchen, soll man natürlich nie ausschliessen. Aber ein paar Jahre kann man schon ins Land ziehen lassen.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Offline Dostoevskij

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Moin, Moin!

Es gilt herauszufinden, an wem es liegt, daß man gewillt ist, ein Buch abzubrechen: an einem selbst oder am Buch. Da ich durch meine ausgeklügelte Buchauswahl weiß, daß es so gut wie ausgeschlossen ist, daß mir ein schlechtes Buch unterkommt, muß ich quasi davon ausgehen, daß die Schuld prinizpiell bei mir liegt. Als Versager aber möchte ich vor einem Buch nicht dastehen; der Stolz steht dem entgegen. So beiße ich mich durch und kann konstatieren, daß schlußendlich bisher noch jeder Kampf als Gewinn betrachtet werden kann. Hinterher weiß ich, es wäre schade gewesen, wenn ich abgebrochen hätte. Man kann Lebensaft auch aus schweren Büchern ziehen, er nährt sogar mehr, kostet vorher aber wesentlich mehr Erntearbeit. Ich plädiere also für eine sorgsame Buchauswahl und eetwas mehr Starrsinn beim Lesen.
Keep reading, Markus Kolbeck
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Offline sandhofer

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So beiße ich mich durch und kann konstatieren, daß schlußendlich bisher noch jeder Kampf als Gewinn betrachtet werden kann. Hinterher weiß ich, es wäre schade gewesen, wenn ich abgebrochen hätte. Man kann Lebensaft auch aus schweren Büchern ziehen, er nährt sogar mehr, kostet vorher aber wesentlich mehr Erntearbeit. Ich plädiere also für eine sorgsame Buchauswahl und eetwas mehr Starrsinn beim Lesen.

Völlig einverstanden. Es gibt aber auch die anderen Bücher - die, die so schlecht, sind, dass man mit einem Abbruch nur gewinnt: nämlich Lesezeit für ein besseres. Und solche Bücher, ob der Autor nun Coelho heisst oder Kehlmann, T. C. Boyle oder Stefan Zweig - diese Bücher breche ich mittlerweile gnadenlos ab.
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Offline simmilu

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Ich finde das durchbeißen gar nicht so schlecht ist, aber es darf den Spaß am Lesen des Buches nicht gänzlich nehmen.
Ebenfalls denke ich, das man ein Buch nicht allzu schnell abbrechen sollte, ggf. nochmal zurückstellen und ein paar Tage später ( oder Monate, Jahre...) 2ten Versuch starten. Meistens klappt es dann bei mir mit dem Weiterlesen, aber ein Buch ganz ungelesen hier rumstehen haben ( außer auf meinem SuB  :zwinker: ) ist mir noch nicht passiert. Jedenfalls nicht, wenn die Bücher durch eigenen Kauf zu mir gelangten. Bei geschenkten Büchern ist es schon etwas anderes, da war schon der eine oder andere Fall von Geht-gar-nicht dabei.

LG Simone  :kaffee:
Ich lese gerade
eBook : 
:lesewetter:

Offline Thanquola

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Ich lese jedes Buch fertig, egal wie schlecht es ist. Es kann aber durchaus auch vorkommen, dass ich dafür ein Jahr brauch. Immerhin könnte es ja auch sein, dass die letzten 20 Seiten mich so derart vom Hocker hauen...
Lohnt es sich dafür wirklich?  :confused: Es gibt so viele gute Bücher, die einem von vorn bis hinten gefallen... Und dann 1 Jahr lang immer wieder diese Last, "Ich muss das jetzt aber weiterlesen", das ist ja schrecklich. :entsetzt: :entsetzt:

Nein, ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen, Bücher abzubrechen. Was mir nicht gefällt, kommt weg. Warum soll ich mich quälen? Nur weil ich dafür bezahlt habe? Da gebe ich es lieber an jemanden weiter, der vielleicht mehr Freude daran hat. Nimmt außerdem nur unnötig Platz weg. :breitgrins: 
Oder damit ich sagen kann, ich habe die "Buddenbrooks" und den "Zauberberg" gelesen, wenn ich Thomas Mann insgeheim doch sterbenslangweilig finde? Ich verschwende damit nur meine Lebenszeit.

Zu schnell sollte man nicht aufgeben, aber wenn mich ein Buch nach den ersten 50-100 Seiten nicht packt, gehe ich einfach davon aus, dass es nicht besser wird. (Durch Blättern lässt sich das ja auch ein bisschen abwägen.) Vielleicht verpasse ich wirklich etwas, aber wie gesagt: Es gibt noch soviele andere Bücher, die ich lesen will.

Manchmal merke ich auch direkt beim Lesen, dass ich nicht in der richtigen Stimmung bin. Oder ich bin einfach noch nicht reif für das Buch und weiß, dass es prinzipiell gut ist. In dem Fall wandert das Buch ganz normal ins Regal zurück.

Ich gebe aber zu, dass es zu einem zweiten Versuch in der Regel eher selten kommt, weil ich dann doch eher zu anderen Büchern greife. Aber unmöglich ist es nicht, der Geschmack verändert sich ja. Ich lasse den Dingen da einfach ihren Lauf.  :breitgrins:
« Letzte Änderung: 01. April 2008, 23:33:22 Nachmittag von Thanquola »

Offline Kirsten

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Hallo!

Ab wann zählt man eigentlich zu den Buchabbrechern?

Wenn man ein Buch vor der letzten Seite beendet und auch nicht die Absicht hat, es jemals wieder in die Hand zu nehmen. Das ging mir bis jetzt bei zwei Büchern so: Catch 22 und Paradise lost. Bei diesen beiden Büchern habe ich mich nur durch die Lektüre gequält und hätte mich geärgert, wenn ich daran noch mehr Zet verschwendet hätte. Es gibt aber auch Bücher, die mir nicht wirklich liegen und die ich trotzdem zuende lese weil ich denke, dass ich von ihnen noch etwas mitnehmen kann.

Liebe Grüße
Kirsten
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Offline zauberin

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Interessantes Thema ...
Ich breche ziemlich oft Bücher ab. Was aber bei mir oft nicht am Buch liegt, sondern an meiner Laune.
Denn oft will ich plötzlich ein anderes Buch lesen, und breche das andere nach kurzer Bedenkzeit und mit schlechtem Gewissen ab.
Diese Bücher lese ich dann aber ein andermal fertig, oft erst 1 Jahr später.
Bei Büchern, die ich schon mal gelesen habe, jedoch wieder lesen will weil sie mir so gut gefallen haben, breche ich sehr oft ab. Oft will ich dann doch lieber etwas neues lesen was ich noch nicht kenne.
Aber egal wie, ich habe immer ein schlechtes Gewissen wenn ich ein Buch abbreche.
Ob ich dem Buch noch eine Chance gebe oder nicht, hängt natürlich davon ab, ob mir das Buch evt. doch noch gefallen könnte.
Und wenn ich so ein Buch dann noch mal abbreche, weiss ich das es keinen Zweck hat und ich lasse es liegen.

MfG
zauberin
"Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde." - Walter Moers - Die Stadt der Träumenden Bücher

Offline sandhofer

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Ab wann zählt man eigentlich zu den Buchabbrechern?

Wenn man ein Buch vor der letzten Seite beendet und auch nicht die Absicht hat, es jemals wieder in die Hand zu nehmen.

Hm ... da man ja nie weiss, ob man das Buch je wieder zur Hand nehmen wird oder nicht, würde ich einfach sagen: Buchabbruch = Wenn man das Buch vor der letzten Seite in einer negativen Stimmung (enttäuscht, verärgert, angepisst ...) weglegt, ohne konkrete Pläne, wann man weiterlesen wird.
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Offline Kirsten

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Hallo!

Hm ... da man ja nie weiss, ob man das Buch je wieder zur Hand nehmen wird oder nicht, würde ich einfach sagen: Buchabbruch = Wenn man das Buch vor der letzten Seite in einer negativen Stimmung (enttäuscht, verärgert, angepisst ...) weglegt, ohne konkrete Pläne, wann man weiterlesen wird.

Bei meinen abgebrochenen Büchern bin ich mir sicher, dass ich sie nicht wieder in die Hand nehme. Ansonsten stimme ich Dir voll und ganz zu.

Liebe Grüße
Kirsten
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Offline Twilight

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Die Bücher, die ich wirklich angelesen weggelegt und nie wieder angefasst habe kann ich wirklich an einer Hand abzählen. Im Großen und Ganzen lese ich auch das schlechteste Buch zu Ende - schon allein deshalb, weil Verrisse schreiben viel zu viel Spaß macht.
Viele Grüße aus dem Zwielicht
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Offline sandhofer

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Bei meinen abgebrochenen Büchern bin ich mir sicher, dass ich sie nicht wieder in die Hand nehme.

Schon mein alter Zen-Meister Bond-San wusste: "Never say never again" ...
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Offline momoline

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Mittlerweile breche ich Bücher auch gnadenlos und ohne schlechtes Gewissen ab, wenn sie mir nicht gefallen. Allerdings hat sich das erst im Laufe der Jahre entwickelt. Früher konnte ich das nicht und habe mich bis zum teils bitteren Ende  :sauer: durchgequält. Und mich zu oft über die vertane Zeit geärgert. Aber da Zeit immer wichtiger für mich wird  :smile:, habe ich irgendwann angefangen, mein Verhalten zu ändern. Anfangs mit schlechtem Gewissen, aber später immer leichter. Es gibt Bücher, für die manchmal nicht der richtige Zeitpunkt ist. Die packe ich dann nicht zu weit weg, um sie später dann doch noch mal zur Hand zu nehmen. Bücher, die ich einfach nur grottenschlecht finde, gebe ich sofort weiter oder verkaufe sie. Die will ich dann auch nicht mehr sehen, weil mich allein das Angucken zu sehr ärgert  :grmpf:.
Liebe Grüße
Christina
www.schweineart.de

Offline Cuddles

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Ich habe eigentlich noch nie ein Buch wirklich abgebrochen. Das einzige an das ich mich erinnern kann ist ein Buch von Tanja Kinkel (es ging um die Beziehung zwischen Lord Byron und seiner Halbschwester, mir fällt der Titel grad nicht ein), aber das hab ich nach ein paar Tagen noch mal angefangen und dann zu Ende gelesen und dabei festgestellt, dass es gar nicht so schlecht war. Bei meiner ersten Lektüre war ich wohl noch zu jung...

Ansonsten versuche ich, meine Bücher so sorgfältig nach meinem Geschmack auszuwählen, dass ich gar nicht in die Versuchung komme abzubrechen. Bisher klappt's. :breitgrins:
Klar öden mich manche Bücher beim Lesen mehr an als andere, aber bisher war noch keins so schlecht/unverständlich/etc. dass ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, es abzubrechen.
"Ein fiktives Werk, das von Interesse ist, [...] spricht unsere Wahrheitsliebe an - nicht die reine Liebe zu den Tatsachen, [...] sondern die Liebe zu einer höheren Wahrheit, der Wahrheit der Natur un

 

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