Autor Thema: Heimito von Doderer - Die Strudlhofstiege (Zweiter Teil)  (Gelesen 2710 mal)

Offline knödelchen

  • Mitglied
  • Beiträge: 1717
..und auch wenn er auf die Strudlhofstiege zu sprechen kommt, geht er ins Detail. An einer Stelle, die ich natürlich nicht mehr weiß  :redface:, kam sie mir vor wie der Übergang zwischen zwei Welten. Leider kann ich nicht mehr sagen, wodurch ich diesen Eindruck hatte, aber das kam sehr deutlich bei mir an.

Auf den Seiten 330-331(2) betrachtet Melzer die Stiege und macht sie durch in-Zusammenhang-Setzen mit der Handlung quasi zu einer Art Hauptakteurin; auch endet der 2. Teil mit einer Bemerkung über die Stiege und deren "genius loci".
An die Sache mit der (nicht nur räumlichen) Trennung von oben und unten durch sie kann ich mich auch erinnern - das steht aber anderswo genau so ausdrücklich, glaube ich.

Kann es sein, dass ihr diese Stelle hier meint (Seite 285 in der dtv-Ausgabe):
"Oft wirkt es schon, wenn ich nur an diese Gegend hier denke. An die Strudlhofstiege zum Beispiel. Das ist eine ganz geheimnisvolle Stelle. Wie sich diese Stiegen hinabsenken, wie aus einer neuen Stadt und ihren Reizen in eine alte und ihren Reiz. Eine Brücke zwischen zwei Reichen. Es ist, als stiege man durch einen verborgenen Eingang ib die schattige Unterwelt des Vergangenen..."
:lesen: Guy de Maupassant - Bel Ami

Mein SUB
Meine Listen

Offline Alice

  • Mitglied
  • Beiträge: 382
Jaaa, genau das ist die Stelle, die jedenfalls ich meinte, Knödelchen!
Vielen Dank - ich konnte sie einfach nicht wiederfinden..  :smile:

Offline Doris

  • Mitglied
  • Beiträge: 11872
Ja, die meinte ich auch. Normalerweise kann ich mir schon einigermaßen merken, wo etwas steht, aber dieses Buch erschlägt mich mit der Optik seiner Seiten.

Mir ist leider erst viel zu spät eingefallen, dass ich darauf hätte achten sollen, wie die Personen auf der Stiege platziert sind, wenn sie dort stehen. Davon gibt bzw. gab es einige Gelegenheiten. Es hätte je nach Situation durchaus einen symbolischen Charakter haben können, wenn eine bestimmte Person oberhalb einer anderen steht, wenn sie sich z. B. zufällig dort treffen. Ist euch dazu etwas aufgefallen?
Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben,
sondern es ist viel, was wir nicht nützen.
Lucius Annaeus Seneca

Offline Kandida

  • Mitglied
  • Beiträge: 1419
Aufgefallen ist es mr nicht, ich habe aber auch nicht darauf geachtet. Da könnte etwas dran sein. Das ganze Buch scheint mir sehr durchdacht, konstruiert.  Wahnsinn, wisst ihr, wie lange Doderer an diesem Buch geschrieben hat?
🐌

Offline Doris

  • Mitglied
  • Beiträge: 11872
Ich habe gerade bei Wikipedia nachgelesen, dass er von Februar 1946 bis 1948 (spätestens September) daran geschrieben hat. Eigentlich recht kurz für so ein komplexes Werk.
Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben,
sondern es ist viel, was wir nicht nützen.
Lucius Annaeus Seneca

Offline Kandida

  • Mitglied
  • Beiträge: 1419
Das ist kurz!
Vielleicht hatte er zu der Zeit nichts anderes zu tun?
Oder es hatte sich schon in groben Zügen in seinm Kopf festgesetzt.
War er in Kriegsgefangenschaft? Er ist ja direkt nach dem Kieg angefangen.
Ich muss das mal nachlesen. Irgendwie interessant.  :smile:
🐌

Offline Kandida

  • Mitglied
  • Beiträge: 1419
Ich habe nochmal nachgelesen. So begann er schon 1942 an der Stiege zu arbeiten. Ab 46 jedoch intensiv.
Ich vermute daher, dass ein Grundgerüst stand, als er 1946 begann, das Werk zu beenden. 
Interessant für mich ist in dïesem Zusammenhang ist, dass Doderer in Norwegen in Kregsgefangenschaft war.
Mein Großvater ebenfalls. Schade, dass ich ihn nicht mehr fragen kann, denn manchmal ist die Welt klein.
🐌

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung