Autor Thema: Zeruya Shalev - Schmerz  (Gelesen 3180 mal)

Offline Tina

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Außerdem habe ich jetzt total Lust auf Shashuka. Leider kann ich heute nicht kochen, da ich noch mal weg muss und spät daheim sein werde. Geht es Euch auch so, dass ihr bei bestimmten Nahrungsmitteln, welche in Büchern erwähnt werden, Hunger darauf bekommt?

Offline Weratundrina

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Ich sehe in der ihrer Beziehung leider auch nicht viel "magisches" - scheint mir doch sehr körperlich zu sein.
Viele Grüsse,
Weratundrina

Offline Weratundrina

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Da in Büchern selten vegane Gerichte erwähnt werden kommt das bei mir eher selten vor. :breitgrins:
Was ist das über haupt für ein Gericht?
Viele Grüsse,
Weratundrina

Offline Tina

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Nicht vegan, aber vegetarisch.
Es ist ein Pfannengericht mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln Knoblauch, diversen leckeren Gewürzen und Eiern. Dazu frisches Fladenbrot und es ist ein Gedicht.

Online Valentine

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Oh super, jetzt kann ich mir endlich was drunter vorstellen. Das klingt wirklich lecker!

Hört sich an, als könne man es auch relativ einfach veganisieren, indem man die Eier weglässt (wenn man das möchte).
C'est pas l'homme qui prend la mer, c'est la mer qui prend l'homme.
Renaud, Dès que le vent soufflera

Offline Tina

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Ja, aber dann ist es eigentlich nur Tomatensoße.  :breitgrins:

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Macht nix, ist auch lecker  :breitgrins:
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Renaud, Dès que le vent soufflera

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Bis Kapitel 15/Seite 302

Der Abend mit Eitan im Restaurant war ja nicht sehr erfolgreich *schüttel* Abgesehen vielleicht davon, dass Iris einem Wildfremden ihr Herz ausgeschüttet hat. Vielen Menschen fällt es leichter, mit Unbekannten über persönliche Probleme zu reden, als mit Freunden, so wohl auch ihr. Warum eigentlich? Weil jemand, der uns gar nicht kennt, auch nicht urteilt, oder weil er nichts über uns weiß, das seine Einschätzung der Lage beeinflussen könnte?

Die Sorge um Alma schweißt Micki und Iris dann doch zusammen (selbst wenn wir Micki mit Iris' Augen sehen, ist mit einer gewissen Zärtlichkeit von seinem feinen Gesicht die Rede und nicht mehr von seiner übergewichtigen Figur), und endlich muss auch er zugeben, dass da bei seiner Tochter etwas sehr im Argen liegt. Die Vermutung, dass Almas Chef mehr als ein gewöhnlicher Arbeitgeber und tatsächlich so was wie ein Sektierer oder zumindest ein selbsternannter spiritueller Lehrer ist, bestätigt sich. Ein merkwürdiger Typ, dieser Boas, wie er schon fast triumphierend Almas Eltern zuprostet.

Kein Wunder, dass beiden hinterher speiübel ist. Ich hatte Angst, dass Micki noch auf der Fahrt einen Herzinfarkt erleiden könnte, und mache mir auch immer noch etwas Sorgen um ihn. Dass sein Liebling, die immer so stille und brave Alma, so auf Abwege geraten konnte, muss für ihn ein noch größerer Schlag sein als für Iris. Die Verzweiflung der beiden ist auch wieder sehr gut eingefangen, inklusive der hysterischen Lachflashes.

Alma ist komplett auf Boas' Esoterik-Geblubber hereingefallen, er hat sie erfolgreich indoktriniert. Iris' Gesprächsführung finde ich hier sehr geschickt, sie nimmt sich ganz zurück, um Alma nicht zu verschrecken, zeigt zumindest nach außen hin Verständnis, statt gleich zu urteilen, lässt sie "kommen", statt sie zu verhören. Es mag ja sogar ein wahrer Kern an Boas' Lehren sein und etwas Selbsterkenntnis tut Alma vielleicht gut, aber Erlösung durch Sex mit diversen wildfremden Männern? Der Glaube, bisher sei sie die "böse" Alma gewesen, die sie ablegen muss? Und Boas hat die totale Kontrolle über sie? :entsetzt:

Eitan ist auf einmal gar nicht mehr so wichtig. Interessant fand ich, was Iris' Kollegin über seinen "gestörten" Sohn erzählt hat. Vielleicht eignet sich Eitan tatsächlich mehr zum träumerischen Liebhaber als zum Alltagsmenschen. Oder hat auch er Probleme damit, dass seine Kinder die falsche Mutter haben, wie Iris mit Alma?

Ich bin sehr gespannt, wie sich Iris am Ende entscheiden wird.
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Renaud, Dès que le vent soufflera

Offline Weratundrina

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Ahhh gestern konnte ich nicht mehr und hab es ausgelesen.  :elch:

Eitan hat bei mir nach der Fleischszene einfach komplett verloren. Baaaahhh, was für ein Ekel. Aber so richtig scheint es Iris ja nicht zu stören. Mir ist bei der Vorstellung so übel geworden.
Interessant wie gut sie mit dem Restaurant-Besitzer reden konnte. Aber mir geht es auch so, dass ich wirklich heikle Sachen nicht mit Menschen besprechen kann die mir ganz nah sind.Mich überrascht wie nah sich dort die "Fraktionen" sind.Ich glaube ich habe da noch ein ganz verzerrtes Bild. Ich sollte mal ein Sachbuch darüber lesen.
Habe immer nur Bedenken dass die Bücher parteiisch sind. Tina - kannst du was empfehlen?

Ich finde die Situation mit Alma nicht totaaaaal dramatisch. Es gibt schon Gründe für sie sich öffnen zu lernen und das hat ja auch geklappt. Klar muss man da ein Auge drauf halten aber so eine richtige Sekte sieht ja anders aus. Ich würde da ein wenig auf das vertrauen was man in das Kind gesät hat. Kontakt halten, da sein, zuhören. Aber die Erfahrungen machen lassen.
Wie Iris die Wohnung schrubbt ( mal wieder keine Schmerzen? ) ist sehr peinlich.
Über haupt scheint es ja dass sie die Schmerzen immer vorzuschieben scheint wenn es ihr grad passt. Bei Sex mit Ekel-Eitan und beim unsinnigen Putzen klappt es ja prima.

Mir hat das Ende gut gefallen. Aber mit genaueren Beschreibungen warte ich dann noch bis ihr soweit seid.
Viele Grüsse,
Weratundrina

Offline Tina

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Ich habe erst heute wieder weiter gelesen, da ich gestern auf einer lustigen Frauen-Party war, wobei der überwiegende Teil Israeli-Mädels waren. Somit wurde viel gesungen, getanzt, gelacht und superlecker gegessen.

Ich habe heute bis zum 16. Kapitel gegessen.

Eitan ist bei mir auch erst mal unten durch, nach der Sache im Restaurant. Ich bin kein Vegetarier, aber das ist unmöglich. Ich denke, das war vielleicht auch ausschlaggebend, dass es Iris jetzt leichter fällt, Eitan mal in der Ecke zu lassen und sich um ihre Tochter zukümmern. Boas ist kein Lehrer und kein Guru. Hier in Frankfurt nennt man so was Zuhälter.
Was ein Arschloch. Ich hoffe Dafna hat Recht und Iris kann Einfluss auf ihre Tochter nehmen. Ich weiß jetzt gar nicht, ob es wirklich gut geht, wenn sich Iris und Micki wieder näher kommen, denn meines Erachtens ist dies Ehe dennoch im Eimer.
Iris kann ich nicht mehr leiden, nach der Sache mit der Maus und Micki ebenso wenig, denn er hätte sich weigern können. Für sowas habe ich null Verständnis.
Ich dachte auch, dass Micki kurz for einem Herzinfarkt stand.

Ich überlege mir, wie ich reagieren würde, denn ich bin ja ebenfalls Mutter einer Tochter, aber ich weiß es nicht. Außerdem bin ich mir sehr sicher, dass  Miris Charakter schon so gefestigt ist, dass ich mir da gar nicht so viele Gedanken machen muss.
Omer gefällt mir am besten. Den mag ich.

@Weratundrina: Ich schaue mal in meiner BookCatDatei nach.  :winken: Mir schwirren da ein Paar Bücher durch den Kopf, die dem entsprechen könnten was du gesucht hast, aber ich muss erst mal nach den Titeln schauen.

Offline Weratundrina

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Ja Omer ist definitiv der Sympathieträger!
Ist aber sehr interessant dass man das Buch liebt obwohl es so schwierige Personen beschreibt.  :klatschen:

Ich hab auch während des Lesens viel über meine Beziehung zum Töchterchen nachgedacht. Man macht schon was mit. Bisher ist alles glimpflich ausgegangen, aber wir haben auch ein offeneres Verhältnis als Iris und Alma.
Meinst du wirklich er ist Zuhälter? Ich dachte jedes Mädchen hat eine andere Aufgabe. Aber vielleicht hab ich da was über sehen.

Vielen Dank schon mal für das Nach schauen. :winken:
Viele Grüsse,
Weratundrina

Offline Tina

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Leihst du mir Deinen Blick Allerdings ist dieses Buch ein Roman und ich habe es noch nicht gelesen

Dieses Buch habe ich gelesen und ich fand es sehr schön, zumal es gemeinsam von einer jüdischen und einer arabischen Israelin geschrieben wurde. Wir wollen beide hier leben Rezi
Amos Oz - Wie man Fanatiker kuriert Amos Oz gilt als sehr links und sehr unparteiisch.
Tuvia Tenenbom hat sich unerkannt unter die Israelische Bevölkerung gemischt und ich fand es ausgesprochen interessant, was bei seinen Interviews herauskam. Allein unter JudenRezi

Was ich allerdings ebenfalls sehr nett zu diesem Thema finde ist der Dokumentarfilm Dancing in Jaffa


Jaffa - eine Stadt zwischen den Religionen und Kulturen. Erstmals seit seiner Kindheit kehrt der international bekannte Tanzstar Pierre Dulaine hierher zurück, um sich einen langgehegten Traum zu erfüllen: Er initiiert ein Schulprojekt, bei dem israelisch-palästinensische und israelisch-jüdische Kinder, die seit Jahrzehnten in einer Stadt aber nicht miteinander leben, gemeinsam Tanzen lernen: und zwar, da gibt es für Pierre kein Vertun, Gesellschaftstanz. Dessen Basis gründet in der grundlegenden Idee, zwei Menschen zusammenkommen zu lassen, die sich als Einheit bewegen. So will Pierre den Kindern Lebenskompetenzen mitgeben: Vertrauen, Selbstbewusstsein, Disziplin, Respekt und Umgangsformen. Doch bereits die nötige Berührung der Hände stellt ein Problem dar. Und es soll nicht das Einzige bleiben ...

Diesen Film kann sich bei Amazon Prime kostenlos anschauen.
« Letzte Änderung: 11. April 2016, 11:50:47 Vormittag von Tina »

Offline Tina

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Meinst du wirklich er ist Zuhälter? Ich dachte jedes Mädchen hat eine andere Aufgabe. Aber vielleicht hab ich da was über sehen.

Ich glaube schon. Wenn er schon die Mädels arbeiten läst ohne sie zu bezahlen, dann kann ich mir lebhaft vorstellen, dass er auch Kohle nimmt von den Typen, die andere Dienste in Anspruch nehmen. Dieser Boas ist ein widerlicher Kotzbrocken. Ich kann verstehen, dass sich die beiden auf der Heimfahrt übergeben haben.

Die Mutter von Noa ist ja vielleicht ein blöde Kuh. Natürlich darf man sich nicht in alles Angelegenheiten seiner erwachsenen Tochter einmischen, aber die hat ja noch nicht einmal Interesse daran, ob es ihrer Tochter gut geht oder nicht.
« Letzte Änderung: 11. April 2016, 09:12:03 Vormittag von Tina »

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Ich bin inzwischen fertig, hatte aber am Wochenende keine Zeit, ausführlich zu posten, das hole ich heute abend nach.

Das mit der Maus fand ich auch blöd von beiden. Ich mag kein Krabbelgetier und liebe auch Mäuse in der Wohnung nicht, aber umbringen könnte ich sie dennoch nicht (Spinnen sind was anderes, muss ich gestehen  :redface: ).

Boas würde ich auch als sowas wie einen Zuhälter sehen. Vielleicht keinen ganz gewöhnlichen - ich könnte mir vorstellen, dass er das ganze Geschäft unter einer pseudospirituellen Komponente aufzieht -, aber dennoch ist ein Typ, der Mädchen auf diese Weise vermittelt, kaum als was anderes zu bezeichnen.

Das Desinteresse von Noas Mutter fand ich ebenso unangenehm wie Du, Tina. Sicher hat sie nicht ganz unrecht, wenn sie sagt, ihre Tochter sei mit dreiundzwanzig alt genug, um zu wissen was sie tut, aber dass es ihr so vollkommen egal zu sein scheint, dass Noa in die Fänge eines zwielichtigen Typen geraten ist, war schon komisch. Iris übertreibt es an dieser Stelle vielleicht in die andere Richtung (an Almas Stelle hätte ich die Wohnungsputzaktion und das "Einnisten" in ihrer und Noas Wohnung wohl ziemlich übergriffig empfunden), aber zumindest tut sie was.
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Renaud, Dès que le vent soufflera

Offline Tina

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Kapitel 17

OK, jetzt geschieht sehr viel und meine Meinung bezüglich Boas bestätigt sich. Ich war schon misstrauisch, als Alma sagte, dass sie nicht mehr nach Jerusalem kommen könne, weil sie wisse, wann Boas sie brauche. Und wenn dem dann so ist, dann "Braucht" er sie ja direkt. Ich denke nicht, dass damit der Kellnerjob gemeint ist und ich war mir sicher, bei der Szene, als Noa ins Zimmer kommt und Alma wecken will.
Bah, da läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Sascha gefällt mir auch. Den mag ich und als ich las, dass Boas die SMS auf Almas Handy beantwortet und Sascha Iris fragt, ob er ihm in die Fresse hauen darf, da saß ich hier und dachte nur:JA!!!

Ein Satz gefiel mir besonder gut in diesem Kapitel:

Zitat
Und manchmal reicht diese eine Geburt nicht, manchmal müssen wir unseren Kindern immer wieder das Leben schenken, auf ihre Atmung achten, ihnen helfen, sich erneut für das Leben zu entscheiden.

 

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