Autor Thema: 01 - Anfang bis Seite 83 (einschließlich Kapitel 6)  (Gelesen 460 mal)

Offline Valentine

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Ich habe gerade mal nachgesehen, Antoine wäre nach französischem Recht noch strafunmündig (erst ab 13 können Jugendliche durch sogenannte Erziehungsmaßregeln bestraft werden: http://www.ju-lex.com/ger/search/words/de427.htm ).
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Renaud, Dès que le vent soufflera

Offline dodo

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Offline schlumeline

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 :klatschen: Ja, danke. Aber ich glaube so ähnlich haben sich das auch alle hier gedacht. Nur im Kopf von Antoine sieht es natürlich anders aus. Er redet ja auch nicht mit irgendwem und man darf auch den Eindruck haben, dass auch sonst mit seiner Mutter keine großen Gespräche möglich sind. Er wird sein eigenes Bild davon haben, was der Tod von Rémi für ihn selbst bedeutet.

claire

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Antoine wächst in einer gewaltätigen Umgebung auf. Allenthalben liest man, dass sich irgendein Erwachsener mit einem anderen irgendwann geprügelt hat und Konsequenzen scheint es nur kurzfristig zu geben. Meinungsverschiedenheiten und Rangkämpfe werden mit den Fäusten ausgetragen.

Die Kinder lernen es dann ja auch gar nicht anders, wenn sich selbst die Erwachsenen in der Fabrik prügeln. Wenn man die zeitliche Einordnung nicht vorgegeben bekäme, klänge das eher nach den 30er Jahren als nach 1999!


Dass das Buch 1999, also gerade mal vor 17/18 Jahren spielt, musste ich mir auch öfters vergegenwärtigen. Und ich frage mich dann schon, ob es da so große Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschlang gibt. Dachte ich eigentlich nicht  :gruebel:

claire

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Sein Verhalten wird nicht wirklich hinterfragt: Er ist erst 12 und man nimmt einfach an, dass er wegen Rémis Verschwinden unter Schock steht (was ja eigentlich auch zutrifft).

Hier wäre die Mutter gefragt. Es ist doch klar, dass es Kinder gedanklich beschäftigt, wenn in der näheren Umgebung oder Bekanntschaft etwas passiert. Darüber muss man mit ihnen reden, selbst wenn man nicht weiß, was eigentlich los ist. Ich hätte jedenfalls das Bedürfnis zu hören, was sie darüber denken und ihnen mögliche Ängste zu nehmen. Schließlich muss la mere ja davon ausgehen, dass ihr Sohn nichts damit zu tun hat. Es sei denn, sie hat gewisse Befürchtungen.

Ich bin da ganz bei dir, Doris. Aber Madame Courtin scheint generell nicht viel mit ihrem Sohn zu sprechen, also ich meine intensive, tiefere Gespräche, die über das Alltäglich hinausgehen. Sie handelt da so, wie ganz kleine Kinder "Kuckuck" spielen. Ich halte mir die Augen zu und was ich nicht sehe, ist auch nicht da. Bei Antoines Mutter heißt es wohl eher, was ich nicht aus/anspreche existiert auch nicht.
Der Junge kann einem wirklich leid tun.

Offline Lerchie

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Ich habe eigentlich auch gedacht, dass Kinder in Frankreich auch erst mit 14 strafmündig werden. Kam gar nicht auf die Idee, dass es da anders sein könnte.
Liebe Grüße

Lerchie
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Online Doris

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In England sind Kinder ab 10 strafmündig. Da gab es doch mal einen Fall, wo zwei Zehnjährige einen ca. Dreijährigen erschlagen haben und verurteilt wurden.
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Lucius Annaeus Seneca

Offline Lerchie

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Manchmal wünsche ich mir bei uns hier in Deutschland die Strafmündigkeit auch früher. Es gibt nämlich genug 'Kinder' die etwas tun, egal was es jetzt ist, und sagen/denken, mir kann ja niemand was, ich kann ja noch nicht bestraft werden. Und viele dieser 'Kinder' wissen gánz genau was sie tun.
Liebe Grüße

Lerchie
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nur wer aufgibt, hat schon verloren

Online Doris

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Es kommt auf die Art der Tat an. Wenn es um Sachschäden geht, würde ich die Jugendlichen auch früher bestrafen (vorzugsweise mit einfachem Dienst im Seniorenheim), aber wenn es um Menschenleben geht, können sie meiner Ansicht nach mit 10 oder 12 noch nicht einschätzen, was das bedeutet.
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Lucius Annaeus Seneca

Offline ysa

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Gant OT, aber es liegt mir momentan am Herzen:

Wenn es um Sachschäden geht, würde ich die Jugendlichen auch früher bestrafen (vorzugsweise mit einfachem Dienst im Seniorenheim),

Nein! Danke! Warum sollen die, die sich um die Senioren kümmern auch noch zusätzlich die Resozialisierung von Jugendlichen übernehmen?

Sie sollten - meiner Ansicht nach - Dixi-Klos putzen. Ich glaube, das vergisst man nicht...

 :winken:


Online Doris

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@ ysa
Ich meinte keine anspruchsvolle Tätigkeit, sondern einfache Dienste, also etwa Reinigungsarbeiten, die alten Herrschaften beim Spazierengehen begleiten etc. Es gibt bestimmt Einrichtungen, in denen das Fachpersonal sowas übernehmen muss und die echte Pflegetätigkeit zu kurz kommt.
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Lucius Annaeus Seneca

 

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