Autor Thema: Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker  (Gelesen 7973 mal)

Offline sandi

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Ich habe das Buch vor Kurzem gelesen und bin da etwas geteilter Meinung.

Ich hatte teilweise leichte Schwierigkeiten mit den vielen Ortschaften. Aber das konnte ich durchaus verkraften und einfach nicht lange überlegt wer was wo. Allerdings fand ich das Buch bis weit über die Hälfte einfach nur langatmig und war einige Male dabei abzubrechen. Im Nachhinein bin ich froh es nicht getan zu haben, denn der Schluß hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen. Mit vielem hätte ich gerechnet, nur damit nicht.

Ich werde es, wenn mein SUB es irgendwann zulässt, ein zweites Mal lesen, da mir sicherlich einige Kleinigkeiten entgangen sind bzw. ich diese als äussert unwichtig erachtet hatte.
"Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit." A. Schopenhauer

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Offline kathchen

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Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker


Klappentext:

"Der Richter und sein Henker" ist einer seiner berühmtesten Romane - die Geschichte eines Mordes. Mit den reißerischen Mitteln einer Detektivstory erzählt er die Aufklärung einer Gewalttat an einem Polizeileutnant, den letzten Fall des totkranken Kommissars Bärlach - die Geschichte einer hintergründigen Pointe.

Meine Meinung:

Das Buch "Der Richter und sein Henker" fängt langsam und teilweise langweilig an.
Die Leiche eines jungen Polizisten, der eine große Zukunft vor sich hatte, wird gefunden und der Fall wird an Kommissar Bärlach übergeben. Bärlach, alt und krank, nimmt sich Tschanz als Gehilfen. Dieser sieht seine große Chance gekommen, sich zu beweisen und aus dem Schatten anderer hervorzutreten. Während Tschanz sehr eilig vorgeht und den Mörder schnell fassen will, gibt sich Bärlach bedächtig und nimmt sich Zeit.
Spannend wird es, als etwa in der Mitte des Buches Gastmann, ein "Bekannter" Bärlachs, auftritt. Denn die beiden haben noch eine Wette miteinander laufen...
Ich habe das Buch zum zweiten Mal gelesen.
Das erste Mal in der 8. Klasse als Schullektüre - und ich fand es furchtbar.
Und nun ca. 5 Jahre später bin ich begeistert. Zwar ist mir im Laufe des Buches wieder die Auflösung eingefallen, aber das hat dem Lesespaß keinen Abbruch getan.
4ratten.
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John Green - An Abundance of Katherines

:lesewetter: Caprice

Offline Tia

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"Der Richter und sein Henker" habe ich vor ein paar Jahren gelesen und fand es damals richtig klasse. Ich glaube, es wird Zeit, das mal wieder hervor zu kramen...

Dürrenmatt mag ich sowieso sehr gerne. Ich finde, bei ihm lohnt es sich eigentlich immer, seine Sachen noch einmal zu lesen. Das Drama "Die Physiker" hat mir z.B. auch sehr gut gefallen. Einfach geschrieben, teilweise sehr lustig und doch mit nachdenklich stimmenden Aussagen. "Das Versprechen" fand ich ebenfalls super (es wurde zur gleichen Zeit wie das Drehbuch zu dem Film "Es geschah am hellichten Tag" mit Gert Fröbe und Heinz Rühmann geschrieben. Zwischen Roman und Drehbuch gibt es viele Parallelen, allerdings auch Unterschiede. Ich hatte noch nie in meinem Leben so viel angst vor einem Film, wie vor dieser alten Verfilmung, als ich sie mir heimlich als Kind angesehen habe. 2001 wurde "Das Versprechen" auch von Sean Penn verfilmt, diesmal mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Von "Es geschah am hellichten Tag" gibt es auch eine neuere deutsche Verfilmung aus den 90ern. Vor den beiden hatte ich dann allerdings nicht mehr so viel angst  :breitgrins:).

So, es verlangte mich eben auch schon wieder danach, den grünen Kakadu zu rühmen. Dabei ist der ja von Schnitzler... Aber "Der Besuch der alten Dame" hat mir auch gefallen und ist wenigstens wirklich von Dürrenmatt.

In diesem Sinne - "Die Welt ist eine Tankstelle, an der das Rauchen nicht verboten ist" (F. Dürrenmatt) - ich gehe jetzt den Richter und seinen Henker suchen...

Liebe Grüße
Tia

Offline Samia

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Wir haben das Buch in der 7. Klasse gelesen.
 :sauer: Mir hat es damals absolut nicht gefallen und habe recht schnell den Faden verloren, obwohl die Geschichte doch recht gut ist.
Ein Buch abschnittsweise zu lesen, immer wenn man mal Deutsch hat ist nicht mein Ding, vorallem das laut vorlesen. Vielleicht hat es einfach daran gelegen....
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Offline HoldenCaulfield

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@Samia
Ja das ist auch nicht so mein Fall. Deshalb les ich Bücher in der Schule für mich selbst am Stück, bevor wir das besprechen das ist mir so lieber.

Der Richter und sein Henker gefiel mir recht gut aber insgesammt mochte ich Der Verdacht lieber.
Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Offline bella*

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Im Rahmen des SLW 2011 habe ich "Der Richter und sein Henker" gelesen und bin wirklich sehr begeistert von dem Buch. Dadurch dass mein Vater seine alten Schulbücher ausgelöst hat, ich es aber nicht ertragen konnte, sie alle wegzugeben, ist das Buch in meinen Besitz gekommen und darüber bin ich sehr sehr froh. Eigentlich hatte ich anfangs gar keinen Schimmer um was es in dem Roman geht, sondern habes vielmehr aus dem Grund gelesen, weil es ja ein Klassiker ist und ich von Dürrenmatt "Die Physiker" schon kannte. (Die mir auch ziemlich gut gefallen haben!) Der Anfang ist zwar etwas schleppend und irgendwie passiert nicht viel, aber ab der Mitte des Buches wird es einfach nur spannend ohne Ende und der Schluss bietet dann so eine gute Pointe, wie ich sie schon lange nicht mehr gelesen habe. Ich bin mir noch ein wenig unschlüssig über die Charaktere. Auch wenn Bärlach irgendwie griesgrämig rüberkommt, ist er mir letzendlich doch sympathisch.
Zu Tschanz
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Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es wird bestimmt nicht mein letztes Werk von Dürrenmatt gewesen sein.

Von mir gibt es auch jeden Fall

 4ratten

"Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in y

kleinerHase

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Habe das Buch damals in der Schule gelesen (7. Klasse) und fand es schon da sehr gut, inzwischen gehört es zu meinen Lieblingsbüchern.  :smile:

Offline dodo

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«Du wirst mich nicht töten. Ich bin der einzige, der dich kennt, und so bin ich auch der einzige, der dich richten kann. Ich habe dich gerichtet, Gastmann, ich habe dich zum Tode verurteilt. Du wirst den heutigen Tag nicht mehr überleben. Der Henker, den ich ausersehen habe, wird heute zu dir kommen. Er wird dich töten, denn das muss nun eben einmal in Gottes Namen getan werden.»

Dieser Satz war für mich Dreh- und Angelpunkt des gesamtes Buches. Für mich ist "Der Richter und sein Henker" auch weniger ein Kriminalroman, als ein psychologisches Lehrstück, das sich über einem Verbrechen entwickelt. Ich empfand den Beginn des Roman auch keineswegs als langatmig oder gar langweilig. Dürrenmatt nutzt diese scheinbare Behäbigkeit, um seine Schachfiguren auf dem Spielbrett zu platzieren.  Es geht nicht weniger als um einen Kampf zweier würdiger Gegner, die sich im Laufe von vierzig Jahren nichts geschenkt haben und immer verbissener um den Sieg einer unheilvollen Wette ringen. Der eine ohne moralisches Empfinden, der andere im Bewusstsein seiner Schuld, die er am Ende noch vergrößert, um vielleicht doch noch Erlösung finden zu können.

Für mich ein klarer  :tipp:

Offline Kiba

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"Das Versprechen" ist m. E. ziemlich genial. Deshalb ging ich mit hohen Erwartungen an Den Richter u. sein Henker.
Aber nein, mir war es irgendwie zu hölzern.
:lesen: Justin Cronin - Die Spiegelstadt

Offline Kiba

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Zitat
......durch einen schemenhaften Lieben Gott, den man anbeten, um Verzeihung bitten musste, von dem man aber auch das Gute, das Erhoffte und Gewünschte erwarten durfte als von einem rätselhaften Überonkel hinter den Wolken.
:lesen: Justin Cronin - Die Spiegelstadt

 

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