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Kinder- und Jugendliteratur / Dan Gemeinhart - Ein weiter Weg
« Letzter Beitrag von Skyline am Heute um 13:11:48 »


Unbedingt lesen, denn es ist alles andere als ein Pferdebuch! Voller Emotion, Gefahr und Abenteuer!

Klappentext
„Oktober 1890, Washington State: Der zwölfjährige Joseph hat nahezu alles verloren – seine Eltern, seine kleine Schwester und sein Zuhause. Doch als dann auch noch sein geliebtes Pferd verkauft wird, gibt er nicht auf, sondern beschließt, Sarah zurückzuholen. Koste es, was es wolle! Selbst wenn er dafür Naturgewalten trotzen muss, von wilden Tieren bedroht wird und schließlich sogar mit Männern zu tun hat, für die ein Menschenleben keinen Dollar wert ist. Aber wenn Joseph eines nicht verloren hat, dann ist es die Hoffnung, Sarah wiederzufinden. Und den Mut, dafür zu kämpfen.“

Gestaltung
Für mich fängt das Cover und die gesamte Gestaltung die Atmosphäre des Buches unglaublich passend ein. So spiegelt schon das Cover mit dem laufenden Pferd die lange Reise wieder, die Protagonist Joseph auf sich nimmt, um sein Pferd Sarah wiederzubekommen. Die Farben passen hervorragend zueinander und unter dem Schutzumschlag begegnen dem Betrachter Bäume, Wälder und eine Landschaft, die ihn direkt in die Welt des Buches versetzt. Durch die schönen Landschaften im Hintergrund des Covermotivs sowie die Landschaft unter dem Schutzumschlag wird die Wildnis und die Reise super visualisiert.

Meine Meinung
Wie schreibt man eine Rezension zu einem Buch, von dem man sich wünscht, dass es jeder liest, weil es so toll ist? Das ist die Frage, über die ich mir seit Tagen den Kopf zerbreche, denn „Ein weiter Weg“ ist so ein Buch. Auf den ersten Blick mag es aussehen und klingen wie ein Pferdebuch (und so vielleicht viele Leser abschrecken), aber das ist es nicht! Ganz und gar nicht! Es ist so, so viel mehr! In diesem Buch stecken Herzblut, Freundschaft, Gefühl, Abenteuer, Spannung, Action und alles, was das Herz begehrt! Ich habe schon „Die wirkliche Wahrheit“ von Dan Gemeinhart unheimlich geliebt und nun konnte mich auch „Ein weiter Weg“ einfach nur absolut begeistern. Dies ist ein Buch, von dem man einfach nur sagen kann: LEST ES! Ihr werdet es nicht bereuen!

Es fällt mir unheimlich schwer, in Worte zu fassen, wie toll die Geschichte ist, denn in dem Buch passiert so ungemein viel. Es geht um den 12jährigen Waisenjungen Joseph, dessen Pferd Sarah ohne sein Wissen verkauft wurde und das er in einer beschwerlichen Suche zu sich zurückzuholen versucht. Sarah ist alles, was ihm von seiner Familie geblieben ist. Sein letztes Familienmitglied. Sein Herz. Um wieder mit ihr vereint sein zu können, nimmt er vieles in Kauf und begibt sich auf eine Reise, die gekennzeichnet ist von Höhen, Tiefen, Gefahren, neuen Freunden, herzzerreißenden Momenten und viel Gefühl.

Mir gefiel, dass von Anfang an eine böse, unheilvolle Vorahnung über der Geschichte schwebte, die die Spannung hoch hielt und mir das Herz schwer werden ließ. Die Frage, ob sich meine Vorahnungen bestätigen würden oder nicht, ließ mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Bis zum Schluss fragte ich mich, ob es Joseph gelingen wird, seine Sarah zurückzuholen. Zugleich werden auch immer wieder Hoffnungsschimmer in die Handlung eingestreut, die das Herz erwärmen, für ein sanftes Lächeln sorgen und den Protagonisten (und auch mich) dazu bewegten, nie aufzugeben. Zudem wird dies mit Szenen vermischt, die auch lustiger sind, zum Lachen anregen und so die Handlung auflockern. So wird das Buch wahrlich zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Hier geht es um so viele tolle Themen: Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt, Treue und zu guter Letzt Familie.

Zudem passiert auch so viel Unerwartetes und Überraschendes. Vor allem die brenzligen Gefahrensituationen raubten mir immer wieder den Atem und ließen mein Herz vor Aufregung schneller schlagen. Ich fühlte mich so, als sei ich mitten im Geschehen drin, als wäre die Gefahr real und auch für mich bedrohlich. Diese Actionmomente sind immer wieder gut platziert in der Geschichte, sodass es nie langweilig wird und sich Gefühl und Gefahr miteinander abwechseln und miteinander vermischen. Josephs Reise ist von der ersten Seite an unheimlich spannend und gefühlvoll und bleibt dies auch bis ganz zum Schluss! Auch wird ein kleines Rätselraten in die Handlung eingebaut, denn Joseph lacht sich einen kleinen Begleiter an, der genauso wie er auf der Suche nach etwas ist…doch nach was? Es war ungemein spannend, herauszufinden, was es mit dessen Suche auf sich hat. Begeistern konnte mich auch das Ende des Buches, denn hier wartet nochmal ein packender, überraschender Twist auf den Leser, der zumindest mich eiskalt erwischt hat. Diese Geschichte sorgt dafür, dass einem das Herz zerreißt und dass es dann durch die Hoffnung wieder zusammengefügt wird.

Und dann ist da noch die atemberaubende Atmosphäre des Buches! Raue Wildnis, Natur, Abenteuer und Gefahr sprühen dem Leser hier von den Seiten entgegen, sodass er den Eindruck hat, sie geradezu riechen zu können. Dieses Buch versprüht geradezu ein Wilder Westen Feeling, denn Indianer, Cowboys, Banditen, Revolverduelle und so vieles mehr sorgen für ein unvergessliches Leseabenteuer, das mich in längst vergangene Zeiten führte und sie mir so realistisch erscheinen ließ, dass ich immer noch vollkommen geflasht und begeistert davon bin. Hier merkte ich immer wieder, welch großes Schreibtalent Dan Gemeinhart einfach besitzt. Der Autor schafft es, seine Figuren und die Geschichte lebendig wirken zu lassen und das Buch vielmehr in ein (Kopf)Kino der Extraklasse zu verwandeln!

Joseph war zudem ein super Protagonist, denn für seine 12 Jahre ist er sehr klug und mutig. Seine Sehnsucht nach dem ihm einzig gebliebenen Familienmitglied ist so stark spürbar, dass sie mich wie ein Pfeil mitten ins Herz traf. Er hat nie aufgegeben, egal wie schwer sein Weg auch wurde, hat sich allen Gefahren gestellt und wuchs dabei über sich selbst hinaus. Er ist ein guter Mensch, den sein Mut antreibt, um das wiederzubekommen, was ihm am wichtigsten ist: seine Freundin Sarah. So charakterstarke Protagonisten findet man selten in Büchern!

Fazit
„Ein weiter Weg“ ist alles andere als ein Pferdebuch, wie man auf den ersten Blick vielleicht denken mag. Vielmehr begegnen dem Leser hier Gefühle auf der tiefsten Ebene, die direkt unter die Haut gehen und wie ein Pfeil mitten ins Herz treffen. Von großer Traurigkeit, die mich mehr als einmal zum Schlucken gebracht hat, weil ich einen Klos im Hals hatte, bis hin zu Hoffnung, Freude und Glücksmomenten ist alles dabei. Das Buch mischt die Gefühlswelt einmal komplett durch und weiß gleichzeitig auch den Nervenkitzel hoch zu halten, denn es gibt auch so viele, wirklich spannende Szenen, die unheimlich gefährlich sind, überraschen und den Leser an seinen Fingernägeln kauen lassen. Verfolgungsjagden, Pistolenkämpfe, Indianer, Siedler...das ist Wilder Westen pur! Dies ist eine Geschichte über das Suchen und Finden, über Mut, Hoffnung, Freundschaft und Familie. UNBEDINGT LESEN!
5 von 5 Sternen!
 5ratten :tipp:
Reihen-Infos
Einzelband
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Ein tolles Buch.
Ich möchte nur wissen, was den Verlag geritten hat, es auf der Rückseite als "eine bittersüße Liebesgeschichte" zu bewerben? Verkaufsargumente??
Dieses Buch bietet für mich so viel mehr - und es ist in jeder Hinsicht  auf mehreren Ebenen zu lesen. Es geht um "Würde" (eigentlich meist eher "Haltung" - wie man ersieht, habe ich leider nicht im Original gelesen - vielleicht hole ich das mal nach..), Pflichtbewusstsein, Loyalität, Moral und - vor Allem -  um Sinnhaftigkeit und Prioritäten. Am Ende dann um ein Fazit, wenn man sich irgendwo geirrt hat.
Die "Liebesgeschichte" besteht ja vor allem aus der Zurückweisung allein der Möglichkeit derselben - und für mich ist die große Tragödie in Stevens' Leben noch nicht mal so sehr der Verzicht auf diese "Liebesgeschichte" als vielmehr seine  Fehleinschätzung der politischen Situation - durch (zu blinde) Loyalität.
Ein Buch, das ich wirklich ein zweites Mal lesen würde - und dieses Bedürfnis habe ich inzwischen nur noch selten.
Das nächste Mal dann eventuell im Original - obwohl die Übersetzung sprachlich durchaus "gepasst" hat.

(Beim 2. Mal werde ich dann gezielt noch mehr darauf achten, wo genau der Butler überall auch autistische Züge trägt..)

 5ratten
3
Das Buch ist heute angekommen.

Da ich das Buch unbedingt lesen wollte, hatte ich es mir schon organisiert. Aber jetzt habe ich mein eigenes Exemplar, was viel besser ist.

Doch da ich "Die spanische Tänzerin" schon gelesen habe, kann ich auch gleich die Links liefern.

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Wow, die Beerdigung von Friedhelm Busse ist schon erschreckend. Ich habe von den Medien gar ncihts darüber mitbekommen, aber ich habe mir die erwähnten Fotos angeschaut. Heidi mit ihren langen blonden Haaren steht da wirklich wie ein Engel, irgendwie deplatziert. Das ausgerechnet sie dann später in der Prügelei mit dabei war, würde man gar nicht denken.

Und dann geht es ziemlich schnell um den Ausstieg, der sich ja fast eher schleichend vollzogen hat. Eine Schwangerschaft war eigentlich der Auslöser, auch wenn es danach nochmal einen "Rückfall" gab. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Gedanken darum, wie das eigene Kind erzogen werden soll, sich gefragt wird, ob die rechte Szene wirklich der richtige Platz ist. Dass Felix dann ausgerechnet bekannt und gefeiert wird, ist wirklich mies und dann noch die Gefängnisstrafe... Das zweite Mal saß er schon im Gefängnis. Das ist auch wirklich nicht ohne. Dass Heidi die Zeit nicht genutzt hat, schonmal ihr Leben in die richtigen Bahnen zu lenken, habe ich nicht verstanden. Aber gut, es ist vielleicht auch nicht einfach bei dem Leben, das sie bisher geführt hat, sich alleine herauszuwinden. Aber zusammen schaffen sie das. Ich denke, es ist wirklich eine enorme Unterstützung, wenn man zu zweit als Paar den Ausstieg schafft und sich aneinander festhalten und versichern kann, dass man gerade  das Richtige tut. Die Organisationen sind wirklich toll.

Gerne hätte ich noch mehr über die Schwestern erfahren, die bleiben ja fast kleine Geister.
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Danke für diesen Tipp! Diese Doku kenne ich noch nicht und hoffe, dass ich es schaffe sie anzuschauen, bevor sie offline geht.

Da die Doku schon seit geraumer Zeit online ist, denke ich nicht, dass sie so schnell offline geschaltet wird. :)

Ich bin mir gar nicht so sicher: Wie ist denn überhaupt die Meinung von Neonazis zur Polizei? Einerseits repräsentieren sie den "verlängerten Arm" eines Systems, das sie ablehnen, also lehnen sie auch die Polizei an sich ab (siehe auch das "3:1 für Deutschland", mit dem die Ermordung der Polizist*innen gefeiert wurde). AUSSER natürlich, die Polizei macht was gegen "die Linken", dann sind sie wieder voll toll. Das ist manchmal mein Eindruck.

Das ist bestimmt ein schwieriges Feld. In der Polizei tummeln sich ja auch ein paar mit harter rechter Gesinnung, wie ja eigentlich überall. (Man schaue sich nur diesen AfD-Richter an...) Aber ich habe eher das Gefühl, dass sie der Polizei ablehnend gegenüber stehen, weil sie doch recht oft mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
Über die Feindbilder wird ja irgendwo nochmal genauer gesprochen, da taucht die Polizei (und auch die Ausländer, witzigerweise) eher weniger auf...
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@Piranhapudel
Danke für die Links!  :winken:


Zur Mutter:
Ich habe im ganzen Buch eigentlich keine politische Gesinnung von ihr feststellen können, aber Heidis Vater ist ja ganz offen ein Nazi und Heidi auch lange (wer weiß, wie das bei ihren Geschwistern aussieht...) und die Mutter schreitet ja eigentlich nie ein, außer irgendwann ein kleinwenig mit der Scheidung. Aber in diesem Fall muss ich schon sagen, Stillschweigen heißt Bekennung.  :sauer:
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Ich möchte gleich am Anfang was aufgreifen, das ich bei meinem Tipp für "Drei Steine" im ersten Abschnitt erwähnt habe. Felix zieht für eine Zeit nach Dortmund und bei den Erzählungen darüber hatte ich ganz schlimme Gänsehaut. Drei Steine habe ich auch erst letzte Woche gelesen, deshalb war meine Erinnerung noch ganz frisch. In der Graphic Novel gibt es einen Artikel über die Naziszene in Dortmund zwischen 1970 und 2015 und das deckte sich mit dem, was über Felix' Erfahrungen geschrieben wurde. SS-Siggi kam in dem Bericht natürlich auch vor. Und ein Bild von diesem "3:1 für Deutschland"-Sticker. Brrrr.

Bei der Vorstellung, wie es in den Ferienlagern zugegangen sein musste, ist mir echt kalt geworden. Über die tatsächlichen Zustände aus der Sicht einer Betroffenen lese ich hier auch zum ersten Mal. Manchmal gibt es ja Zeitungsberichte über Nazi-Ferienlager, zum Beispiel in Schweden, die entdeckt und verboten wurden, aber ich bin mir nicht sicher, ob da je die Kinder zu Wort kamen. Am interessantesten fand ich dabei Alexander, diesen charismatischen Anführer. Die meisten Kinder schienen ihn ja gemocht zu haben, weil er eben so einfühlsam war, aber doch auch sehr streng und von seinen Wertevorstellungen her einer der krassesten. Ich bin mir sicher, dass das also bei vielen dazu führte, dass sie noch weiter nach rechts getrieben wurden, weil sie ihm eben alles glaubten.

Ich habe vor kurzem die WDR Doku "Das braune Netzwerk" gesehen (ist in der Mediathek von der ARD noch anzuschauen.) und auch dort wurde davon gesprochen und aufgezeigt, wie vernetzt die rechte Szene ist. Deswegen war ich von dieser Information eher wenig überrascht, aber der Gruselfaktor setzt trotzdem immer noch ein.
Danke für diesen Tipp! Diese Doku kenne ich noch nicht und hoffe, dass ich es schaffe sie anzuschauen, bevor sie offline geht.

Ich empfand  vieles streckenweise als wäre eine Sekte am Werk. Zum Beispiel wenn sich sechsjährige Jungen mit Bauchschmerzen auf ihrer Isomatte krümmten und trotzdem zum Frühsport mussten.
Oh ja, dieser Gedanke kam mir beim Lesen auch. Es muss unbedingt nach diesen Regeln gehandelt werden, es gibt keine Ausnahmen, WIR sind die Elite und haben verstanden, worum es wirklich geht, anderen Leuten darf man nicht erzählen, was innerhalb dieser Gruppe passiert, sondern da soll ein tolles, harmonisches Bild weitergegeben werden. Und auch die Einladungen zu den Ferienlagern, brrrr, Gänsehaut.

Das habe ich mich auch gefragt. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Polizei damit zum Feindbild gemacht werden soll. Allgemein wird hier wohl suggeriert, dass man nicht sicher sein kann.  :rollen: Die Leute leben wirklich in einem Wahn.
Ich bin mir gar nicht so sicher: Wie ist denn überhaupt die Meinung von Neonazis zur Polizei? Einerseits repräsentieren sie den "verlängerten Arm" eines Systems, das sie ablehnen, also lehnen sie auch die Polizei an sich ab (siehe auch das "3:1 für Deutschland", mit dem die Ermordung der Polizist*innen gefeiert wurde). AUSSER natürlich, die Polizei macht was gegen "die Linken", dann sind sie wieder voll toll. Das ist manchmal mein Eindruck.
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Ich habe hier einen Thread eröffnet: https://literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,46680.msg985434.html
Meine Links folgen nach Freischaltung  :winken:
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Rund um den SUB / Re: Zanks SUB
« Letzter Beitrag von Zank am Heute um 11:52:33 »
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Krimis & Thriller / Kelly Anne Blount - Ich komm dich holen, Schwester
« Letzter Beitrag von Zank am Heute um 11:51:58 »


Autorin: Kelly Anne Blount
Titel: Ich komm dich holen, Schwester
Erscheinungsdatum: 11.10.2017
Verlag: Loewe
Seiten: 188



Kurzbeschreibung

Was eigentlich ein romantischer Abend werden sollte, entwickelt sich für Abriana zu einem wahren Albtraum. Gefesselt erwacht sie im Kofferraum ihres Blinddates Easton Pierce. Ihr Kidnapper bringt sie in ein abgelegenes Versteck mitten im Wald und hält sie dort gefangen. Schnell begreift Abriana, dass die Entführung nicht bloß die Tat eines gestörten Stalkers ist. Easton scheint mit einer unbekannten Person im Hintergrund zusammenzuarbeiten, die sie um jeden Preis tot sehen will. Doch Abriana weiß nicht, dass sich hinter dieser Person jemand verbirgt, der ihr nahesteht ...



Meine Meinung

Abriana verabredet sich zu einem Abendessen mit ihrer Internetbekanntschaft Easton. Doch dann kommt alles ganz anders: dieser entführt sie und hält sie gefangen. Was hat er vor? Und wer ist die Frau, die ihm aus dem Hintergrund Anweisungen zu geben scheint?

Zunächst muss ich sagen, dass schockiert bin, dass bereits der Buchtitel einen Spoiler enthält. Jede Spannung, die der Klappentext aufbaut, wird direkt durch den deutschen Titel zunichte gemacht. Auf Englisch lautet der Titel übrigens schlicht "Captured", was mir wesentlich besser gefällt. Da das Geheimnis um die Täterschaft jedoch sowieso sehr früh aufgelöst wird, ist der Spoiler nicht ganz so schlimm.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Leider hat das Buch nicht einmal 200 davon, weshalb alles sehr schnell geht - für meinen Geschmack an vielen Stellen zu schnell. So wirkt die Handlung oft unrealistisch.

Wohl auch aufgrund der Kürze bleiben alle Charaktere extrem flach. Die Motivation der beiden Personen hinter der Entführung ist bis zum Schluss nicht wirklich überzeugend und auch mit dem Opfer Abriana konnte ich nicht mitfühlen. Sie reagiert für meinen Geschmack viel zu traumatisiert und hysterisch, obwohl eigentlich nicht wirklich etwas vorgefallen ist. Auch der ermittelnde Detective konnte mich nicht überzeugen. Er wirkt misstrauisch, doch gleichzeitig tut er nichts, um seinem Verdacht nachzugehen.

Die Grundidee des Buches ist wirklich gut, genau wie die Art der Autorin, ihre Geschichte zu erzählen. Doch leider fehlt mir die Entwicklung der Handlung und der Personen. So ist das Buch eine kurze Momentaufnahme, die dem Leser kaum Details über die Vergangenheit und Beweggründe der Figuren liefert. Das Ende wird wohl ebenfalls nicht jedermanns Geschmack sein, mir hat es jedoch gut gefallen.

Fazit: Mehr Seiten hätten der Geschichte gut getan. Trotzdem ist "Ich komm dich holen, Schwester" ein nettes Buch für zwischendurch.
3ratten
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