Neueste Beiträge

Seiten: [1] 2 3 ... 10
1
@Ulrike:

Dein Fazit kann ich ebenfalls nur allzu gut verstehen - und teile manches - aber Charlotte, Emily und Anne können wirklich nix dafür  :breitgrins:
Darum will ich die doch noch lesen, die Klassiker! (Kenne nur die Verfilmungen von Jane Eyre und Sturmhöhe; allerdings neulich zwei Sachbücher gelesen - und da kriegt man schon ein wenig die Krise, wenn man Lowells Roman hinterdrein liest  :redface: :rollen:)
2

Die Aktion mit dem Brunnen schlägt dem Fass den Boden aus, das war einfach nur unglaublich lächerlich. Wie kommt man denn auf eine dermaßen dämliche Idee? :wand: Und am Ende steckt das große Erbe in Form eines unscheinbaren alten gammeligen Buches, das Sam erst mal ewig lang überhaupt nicht liest, hinter der ominösen Gouvernante, und als sie es dann doch liest, fehlt die Hälfte der Seiten und es steht nichts Interessantes drin? Maaaaann!

Der interessanteste Part, nämlich die Frage, ob Charlotte wirklich Annes Ideen gestohlen hat, ob Anne sich an Charlotte rächen wollte und wer nun das Vorbild für die Irre auf dem Dachboden war, bleibt dabei vollkommen unaufgelöst, dafür gibt es wieder seitenlangen intellektuellen Narzissmus in Reinform. So was Ärgerliches!


Ich habe vor ca. 1,5 Wochen ausgelesen - und es ging mir genauso wie Dir: Ich fand manches recht konstruiert und die Hypothese, die da aufgestellt - und nicht gelöst wird in Sachen Plagiat Charlotte - Anne, na ja *tze,tze,* - ich konnte mit dieser fiktiven Story, die etwas an den Haaren herbeigezogen wirkte, auch nicht wirklich was anfangen - vielleicht gerade als Bronté-Fan, der vor Kurzem zwei Sachbücher über die zwei Schwestern las.....

Vielleicht sah ich das Buch deshalb mit anderen Augen *schulterzuck*

Hoffe, es ist okay,  kurz hier 'mitzumischen', aber ich war echt total neugierig auf Eure Beiträge - und fühle mich jetzt etwas bestätigt *seufzt*  :zwinker:
3
Catherine Lowell - Die Kapitel meines Herzens / Re: Rezensions-Links
« Letzter Beitrag von Sagota am Heute um 01:54:48 »
Da ich den Roman kürzlich auch gelesen habe und gerade rezensiert habe, stelle ich die Rezension gerne auch hier im Forum ein (Vorsicht, Spoiler - die Leserunde läuft ja noch!)



Der große Schriftsteller Tristan Whipple, Samanthas Vater und direkter letzter Nachfahre der Bronté-Familie, vererbte seiner Tochter die "Warnungen aus Erfahrung". Samantha (Sam), in Boston aufgewachsen,  ist angehende Studentin der Englischen Literatur und nimmt auf Wunsch des verstorbenen Vaters ein Auslandssemester an der Universität Oxford an, um das Rätsel ihres mysteriösen Erbes zu lösen. Mit ihrer Verwandtschaft zu den Schwestern Bronté, die aus der klassischen englischen Literaturgeschichte nicht wegzudenken sind, tut sie sich eher schwer.

Sie bezieht im College ein Turmzimmer, in dem ein Bild ("Die Gouvernante") hängt, das ihr teils zuwider, teils auch faszinierend erscheint, da es zu verschiedenen Tageszeiten seinen Ausdruck zu verändern scheint... Das erste Tutorium bei Dr. Orville führt sie dann sehr rasch an ihre Grenzen, da sie es auf ihrem "Wohlfühl-College" in den Staaten gewohnt war, dass jede Meinung zählte.

Im Romanverlauf, der flüssig und gut zu lesen umschrieben werden kann, werden Samantha dann Päckchen vor die Türe gelegt, die die berühmten Klassiker der Bronte-Schwestern enthalten und einst ihrem Vater gehörten: Führen diese Romane der bekannten Vorfahrinnen sie zu der Lösung des Rätsels um ihr Erbe? Ihr Vater markierte immer besondere Stellen in Büchern und versah die ungelesenen Bücher für die Tochter mit Lesezeichen: Ob diese den Weg markieren? Kann Orville, der zwar gerne helfen möchte, aber selbst einen gewissen brennenden Schmerz empfindet, wenn es um die Literatur der Bronté-Schwestern geht, Samantha dabei helfen, dem Familienrätsel des Erbes auf die Spur zu kommen?

Catherine Lowell entführt die Leser gekonnt in die Welt der klassischen englischen Literatur und lässt Samantha eine Art von literarischer Schnitzeljagd bestehen, an deren Ende sie ihr Erbe antreten kann. Gefallen haben mir die Ausflüge in diese Welt der englischen Literaturgeschichte, auch der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Weniger überzeugen konnten mich die etwas fiktiv angelegten literarischen Rätsel, die mir recht hypothetisch erschienen. Die Spannungsbogen nimmt  im letzten Drittel des Romans noch zu, ein Brunnen auf dem Gelände des Campus spielt hier eine Rolle, jedoch wirkte diese Szene auf mich etwas konstruiert. Die Dialoge im Pfarrhaus mit dem Literaten Sir John Booker, Dr. Orville und Samantha hingegen konnten mich eher fesseln; der Eindruck einer zarten Liebesbeziehung verstärkt sich.

Interessant fand ich auch die Tatsache, dass sich in Samanthas Leben im Grunde Muster wiederholten, die auch das Leben der Brontés in Haworth prägten. Der Roman entführt in die Welt der Brontés, von Vorteil ist jedoch, wie ich finde, diese bereits in Form gelesener Klassiker wie Jane Eyre, Sturmhöhe oder Agnes Grey bzw. in Form von Sachbüchern über die Familie Bronté bereits betreten zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, so regt dieser Roman sehr dazu an, dieses nachzuholen.

Mich konnte leider die Hauptprotagonistin Samantha nicht erreichen bzw. überzeugen; evtl. war sie mir zu 'amerikanisch' angelegt, was  m.E. nicht so recht zum Romaninhalt passen wollte. Auch das schwere Erbe, das hier als Hypothese im Raum stand, war mir zu fiktiv.

Spürbar ist jedoch, dass sich die Autorin mit den Werken der Schwestern Bronté sehr auseinandersetzte und Samantha immer wieder in Beziehung zu deren Geschichte setzt. Insofern ist es in gewisser Weise auch ein Entwicklungsroman, da Samantha in Oxford auch in gewisser Hinsicht einen Weg zu sich selbst findet, der ihr zuvor verschlossen war. Dr. Orvilles Charakter war etwas ambivalent angelegt, jedoch letztendlich ein sympathischer Charakter, der fürsorgliche Seiten hatte und Samantha auf diesem Weg zur Seite stand.

Da es sich um das Début von Catherine Lowell handelt, sehe ich hier noch Luft nach oben und vergebe 3,5 * sowie eine Leseempfehlung für lesebegeisterte Fans der Schwestern Bronté, da "Die Kapitel meines Herzens" dazu einladen, sich mit den berühmten Werken der Schwestern (noch einmal oder erstmals) auseinanderzusetzen.

 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
4
Historische Romane / Jennifer Ryan - Der Frauenchor von Chilbury
« Letzter Beitrag von Sagota am Heute um 01:23:07 »
Bei dem Roman "Der Frauenchor von Chilbury" von Jennifer Ryan handelt es sich um das (sehr gelungene) Début der Autorin, das durch Geschichten ihrer Großmutter inspiriert wurde und teils auf authentischen Grundlagen in Form von Tagebüchern (Journals) der Frauen basiert, die zum Schreiben von staatlicher Seite auf der "Home Front" aufgefordert wurden. Diesen Frauen widmete die Autorin auch diesen Roman. Verlegt wurde der Roman im Verlag Kiepenheuer & Witsch (HC, gebunden, 2017).

England, Grafschaft Kent, Ende März 1940:

Da die männlichen Stimmen im Krieg sind, löst der Vikar in Chilbury kurzerhand den Kirchenchor auf. Da sich die Frauen diese Gemeinsamkeit, im Chor zu singen, jedoch nicht nehmen lassen, gründen sie - auch mit Unterstützung der Chorleiterin Primrose Trent, die sie zu diesem Schritt ermutigt - den Frauenchor von Chilbury, der diesem sehr lesenswerten Roman seinen Titel gab. Die Frauen stellen fest, dass sie auch ohne Männer vorzüglich singen können, einige sogar besonders gut, so z.B. Kitty Winthorp (13), ihre Schwester Venetia (18), Mrs. Tilling, eine engagierte und sympathische Krankenschwester, Mrs. Quail u.a.; und sie begreifen, wie wichtig die Musik und das Singen gerade in schweren Zeiten ist.

Viele der Frauen haben bereits ihren Mann oder ihren Sohn im Krieg verloren; manche bangen um diese und so finden sie in den Chorproben Trost und Stärke, diese schwere und belastende Zeit gemeinsam durchzustehen.

Stilistisch interessant ist der Roman besonders dadurch, dass 5 Hauptprotagonistinnen durch ihren Briefwechsel (Venetia an ihre Freundin in London), Mrs. Edwina Paltry, (eine zwielichtige, geldgierige Hebamme mit zweifelhafter Vergangenheit an ihre Schwester Clara), durch Tagebucheinträge (Kitty) oder durch ihre Journale (Mrs. Tilling) einander abwechseln und man die einzelnen Charaktere im Romanverlauf immer besser kennenlernt. So liest man vom Alltagsleben der Dorfbewohner, von Geburten und einem zweifelhaften Ruf der Hebamme, einem rabiaten Gutsherrn, dem Vater von Venetia und Kitty, der dringend einen männlichen Erben benötigt, einer aufmunternden und begeisternden Chorleiterin, die das Leben im Dorf Chilbury weiterführen, während die Ereignisse des Kriegsgeschehens, z.B. der Einmarsch der Deutschen in Norwegen und Belgien ebenfalls benannt werden. So gab es auch Einquartierungen, die der netten Mrs. Tilling einen Colonel Mallard beschert, den sie ausgerechnet im Zimmer ihres eingezogenen Sohnes David unterbringen muss...

Kitty, die mit ihrer Schwester Venetia ihre Probleme hat, versucht Sylvie, das Mädchen aus der Tschechoslowakei, das bei den Winthorps unterkam nach der Evakuierung, mit Spielen und Picknicks aufzuheitern - man ahnt schon, aus welchem Grunde Sylvie ihre Familie und ihr Land auf dem schnellsten Wege verlassen musste. In Chilbury selbst werden zwei Invasionskommitees gegründet und das Aufeinandertreffen dieser zwei Gruppen wird mit feinstem britischen Humor - der realen Kriegsbedrohung Englands durch die deutsche Wehrmacht zum Trotz - beschrieben; diese Episode gefiel mir - abgesehen von dem hintergründigen Humor, der oftmals in den Tagebucheinträgen Kittys lauerte - besonders gut.
Die durchweg sehr sympathischen Frauen werden sehr facettenreich und authentisch beschrieben; Mrs. Tilling schließt man ebenso wie Kitty und mehr und mehr auch Venetia unwillkürlich in sein Leserherz, da sie allesamt ihr Herz am rechten Fleck tragen. Auch der Hebamme Edwina kann man am Ende kaum ernsthaft böse sein. Sehr gut eingefangen hat die Autorin das Zeitgefühl und die tiefe Solidarität unter den Chorfrauen, die in Umarmungen, Wohltätigkeitskonzerten und Andachtsmessen für die Gefallenen zum Ausdruck kommt.So stellt Mrs. Tilling in einem ihrer Journal-Einträge fest:

"Erstaunlich, wie ein bisschen Singen so viel Nähe erzeugt. Da standen wir, jede in ihrer eigenen Welt, mit ihren eigenen Problemen und plötzlich löste sich alles in Luft auf (.....); wir spürten, dass wir diese Zeiten gemeinsam durchleben müssen, einander Halt und Unterstützung geben können."(Zitat, S. 197)

Nachdem der Krieg auch vor Chilbury selbst nicht Halt macht und im benachbarten Litchfield Bomben fallen, es Opfer und Kriegsschäden gibt, ist die Antwort des Frauenchors eine Veranstaltung:

"Momentan ereignet sich so wenig Erfreuliches, alles ist rationiert oder verboten, da können wir wenigstens singen. Es ist erstaunlich, wie sehr es die Stimmung hebt!" (Venetia an ihre Freundin Angela, Zitat S. 442)

Ein sehr positiver, zutiefst menschlicher und 'runder' Abschluss krönt diesen schönen Débutroman, der zeigt, welche Kraft die Musik und besonders das gemeinsame Singen erweckt, gerade in Zeiten wie dem 2. Weltkrieg... Der Frauenchor entwickelte eine Eigendynamik, die die Solidarität unter den Frauen entfachte, zumal es sich hier um ganz wundervolle (zumeist) und starke Hauptprotagonistinnen handelt; allen voran Mrs. Tilling, Kitty und auch Venetia, denen die Musik ihrem Leben einen zusätzlichen "Schub" gab, gerade im Jahr 1940!
In Konzerten und Veranstaltungen gibt "Der Frauenchor von Chilbury" diese positiven musikalischen Schwingungen weiter - dafür gibt es für einen sehr gelungen Roman von der englischen Home Front und starken Frauen von mir sehr überzeugte 5 * und einen Dank an die Autorin für sehr schöne, berührende, informative und interessante Lesestunden!

 5ratten :tipp:

5
Das Einzige halbwegs Originelle und für mich Überraschende (wahrscheinlich, weil ich generell so schwer von Kapee bin) war die Erkenntnis, dass Hans der Autor all dieser Artikel war, die das Jahr über Samantha so zusetzten.

Darauf wäre ich auch nicht gekommen, obwohl das Initial H natürlich ein Hinweis gewesen sein könnte. Hm, ich hätte gedacht, dass sie irgendwann auch seinen Nachnamen erfahren hat, aber gut, das kann schon mal passieren, dass man unter Studenten, die offenbar auch nie gemeinsam in Seminaren sitzen, nur den Vornamen kennt.


Ich hätte gehofft, dass ich am Ende doch noch eine halbwegs gute Bewertung abgeben kann, aber momentan bin ich sogar am Überlegen, ob mir das Ganze unterm Strich drei Ratten wert ist.

Da ich mittlerweile krampfhaft nach positiven Aspekten im Roman suche, um überhaupt einen Stern bzw. eine Ratte vergeben zu können, ist tatsächlich die Enthüllung der Identität des Pierpont ein solcher!
Nein, damit habe ich nicht gerechnet, hatte eher die unsympathische Professorin, deren Name mir entfallen ist ( nicht Rebecca! ) ein wenig im Verdacht...
6
Die Aktion mit dem Brunnen schlägt dem Fass den Boden aus, das war einfach nur unglaublich lächerlich.

Was sich Lowell dabei ( und bei vielem mehr! ) gedacht hat, würde ich auch gerne wissen! Oder vielleicht besser nicht....

Dass Orville plötzlich auch in Liebe zu Sam entbrennt, war zu befürchten

Aber wieso, um Himmels Willen!? Ihn empfinde ich ja noch als halbwegs erträglich - aber was zieht ihn an der durchgeknallten Samantha eigentlich an? Da sind doch Welten dazwischen! Das ganze Buch über haben sie konsequent aneinander vorbei geredet hatte ich den Eindruck. Aber vermutlich bin ich kein Maßstab, denn ich habe den Roman sowieso nicht verstanden....
7
Ich habe mich bis zum Ende durchgerungen, besser, durchgequält - und bin jetzt ziemlich ratlos!
Ich weiß mit dem Roman, den ich nach dem Klappentext so hoffnungsvoll begonnen habe, überhaupt nichts anzufangen.
Er wurde immer schlechter und verworrener, von Kapitel zu Kapitel, hat bei mir keine Saite zum Klingen gebracht, hat mich zusehends mehr gelangweilt und ich frage mich: Was will uns die Autorin mit diesem Werk denn sagen? Was ist unterm Strich herausgekommen?
Und der Epilog? Hat sich die seltsame Figur Samantha den nun ausgedacht? Wunschdenken? Teil ihres "schriftstellerischen Werkes"?
Bleibt sie überhaupt in Oxford?
Ganz ehrlich - ich weiß nicht, wie ich etwas bewerten soll, das ich nicht verstehe, dessen Sinn ich einfach nicht sehen kann! Im Moment kann ich dem Roman nichtmal einen einzigen Stern geben...
Und ich werde eine ganze Zeit brauchen, um beim Namen Bronte nicht sofort an das kryptische Geschreibsel hier denken zu müssen! Möchte ich überhaupt wieder etwas von den Brontes lesen? Im Moment lautet meine Antwort darauf NEIN!!!  :confused:
8
Zu dem Buch wurde eigentlich schon alles gesagt, was ich auch so empfunden habe, deshalb spare ich mir an dieser Stelle meine komplette Rezi!

Ich fand das Buch irgendwie auch ziemlich nichtssagend. Gerade die Kapitel aus der Gegenwart hatten irgendwie nicht so viel Sinn. Sie zeigten bloß, dass Evie auch mit geschätzt Ende 40 eine -hart ausgedrückt- jämmerliche Gestalt ist.

@warmerSommerregen: Mir ging es mit Evie wie dir! Mal hatte ich Mitleid mit ihr, was ihre Eltern anbelangt und dann konnte ich aber bei ihrem Verhalten auch wieder nur den Kopf schütteln.
Der Schreibstil gefiel mir auch nicht, erschien mir unnötig obszön. Und du hast Recht, was die Drogen anbelangt! Allerdings befürchte ich, dass das heutzutage bei den Jugendlichen nicht viel anders ist, zumindest was das Kiffen betrifft.

Mir wurde bei dem ganzen Buch auch nicht so richtig klar, was die Beweggründe der Einzelnen waren. Überhaupt, dass sie so jemandem plötzlich ihr ganzes Hab und Gut sowie ihr Leben widmen. Ich denke einfach, dass hätte man besser ausarbeiten/deutlicher schreiben können.

Von mir hatte das Buch  3ratten bekommen!
9
Hallo zusammen,

leider bin ich inzwischen sehr müde, deshalb nur kurz: meine Begeisterung für das Buch ist ungebrochen. Vor allem die Entwicklung in den zwischenmenschlichen Beziehungen gefällt mir: Addie und Phoebe gehe aufeinander zu und lernen sich kennen. Ich denke, es ist höchste Zeit, dass sie mit der Tatsache, dass sie Zwillinge sind, umgehen müssen. Vor allem die Szene auf dem Friedhof hat mir gut gefallen - ich denke, dass sich Phoebes Gefühlswelt nicht sonderlich von Addies unterscheidet, denn beide müssen einiges verarbeiten. Phoebes Adoptivmutter finde ich hingegen schwierig, da sie derart in Verteidigungspose ist, dass sie ziemlich unfreundlich wirkt.
Das Heim hat also beide Babys zur Adoption angeboten. Ich kann verstehen, dass Phoebes Adoptiveltern sich nur für ein Kind entschieden haben, also das, was sie selbst auch erwartet haben. Nicht, weil die Dorfgemeinschaft lästern könnte, sondern weil zwei Kinder urplötzlich eben was anderes sind als eines.

Inzwischen habe ich den Eindruck, dass die Adoption die Idee des Heimes war und nicht von Elizabeth. Wurde sie überredet oder gar genötigt? :entsetzt:
Unsicher bin ich mir weiterhin bezüglich des Vaters. Harry oder John?

Tja, Andrew. Ich mag diesen Kerl mit den blonden Strähnen und ich finde, dass Addie auf ihren Bauch hören sollte. Eine solch lange und verlässliche Freundschaft ist als Basis für eine Beziehung sicherlich nicht das Schlechteste. :breitgrins:

Liebe Grüße
Tabea
10
Unterhaltungsliteratur / Re: Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen
« Letzter Beitrag von killerprincess am Gestern um 22:34:00 »
Meinung
Mir hat dieses Buch ziemlich gut gefallen. Ein Aspekt war die Aufteilung in drei Perspektiven, denn davon bin ich generell ein Fan, und dann auch noch in drei verschiedenen Zeitebenen.
Mir hat die Perspektive von William sehr gut gefallen, auch wenn der oftmals ziemlich viel Pech in seinem Leben hat. George ging mir gleichermaßen auf die Nerven, als dass ich auch Verständnis für seine Situation aufbringen konnte: Er liebt seinen Hof und die Bienen. Doch sein Sohn möchte lieber Journalist/Autor werden, statt den Hof zu übernehmen und seine Frau möchte des Alters wegen in ein besseres Klima ziehen.
Komischerweise blieb mir Tao relativ fern, obwohl sie (wie ich) eine Frau ist. Das meine ich aber nur auf den Charakter bezogen. Generell fand ich die Kapitel aus ihrer Sicht interessant, da sie eine sehr dunkle Zukunftsaussicht zeigen.

Auch wenn mir Taos Charakter nicht gefallen hat, ist ihre Geschichte die treibendste im gesamten Buch, da ihr kleiner Sohn einen Unfall hat. Der Leser kann sich natürlich denken, was passiert ist, aber man begleitet Tao auf der Suche nach der Lösung, was ihrem Sohn passiert ist. Wie allerdings schon gesagt, ist es einigermaßen vorhersehbar, was passiert. Dennoch ist der Abschluss dieser Perspektive meiner Meinung nach befriedigend.

Zu den Geschichten von William und George kann ich eigentlich nicht wahnsinnig viel sagen. Ich fand es bloß sehr toll, so viel über die Bienen zu erfahren. Das Buch hat insgesamt bei mir ein großes Interesse an Bienen geweckt und mich nochmals darin bestärkt, achtsam mit diesen Tierchen umzugehen!

Fazit
Ein wirklich gutes Buch, das bei mir lange nachhallt. Kein Pageturner, aber diesen Anspruch hat das Buch ja vermutlich auch überhaupt nicht. Tolles Thema, gut geschrieben:  4ratten
Seiten: [1] 2 3 ... 10

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung