Autor Thema: Kirsten Schützhofer - Die Farbe der Revolution  (Gelesen 12095 mal)

Offline Suse

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Hallo ihr Lieben,

Heute startet die Leserunde zu "Die Farbe der Revolution". Viel Spaß!

Inhalt:

Paris, 1789. Es herrscht revolutionäre Aufbruchstimmung, als die wissbegierige und lebensfrohe junge Sophie Fouquet aus der Provence in die große Stadt kommt. Dort wird sie Gesellschafterin bei Cécile de Montfort, einer Frau, die über den Verlust ihres Kindes nicht hinwegkommt und deren Ehe mit ihrem Mann Jules von Anfang an unglücklich war. Sophie hingegen fühlt sich hingezogen zu dem belesenen Jules, der sie schon bald ansteckt mit seinen gefährlichen politischen Ideen. Eine große Liebe beginnt, verboten - und zugleich gefährlich, denn Cécile hat ihren Mann an die Royalisten verraten ... Der jungen deutschen Autorin gelingt mit ihrem Debütroman das schier Unglaubliche: Sie macht mit ihrer farbenprächtigen, detailfreudigen und vielschichtigen Erzählweise die hochdramatische und spannende Zeit der Französischen Revolution einmalig lebendig.


Angemeldet zur Leserunde hatten sich:

Solas, die Autorin

tina (Gewinnerin des Buches)
Bianca
Pinkgirl
resca
Valentine (?)
Jule18 (?)
Mira (?)
nimue

Meine obligatorischen Sätze:

Eine kurze Bitte: Damit das ein bißchen angenehmer zu lesen ist, postet erst, wenn ihr angefangen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das ganze immer so sehr in die Länge (ich nehme mich davon nicht aus :breitgrins:)

Interessant für Leserunden-Neulinge ist sicherlich die Leserunden-FAQ. Dort findet ihr auch Informationen z.B. zu Spoilern etc.

Liebe Grüße
nimue
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Offline Tina

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Hallo,

so dann werde ich 'mal meinen Senf abgeben.
Ich habe jetzt das 11. Kapitel beendet. Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, da der Schreibstil ein ganz anderer ist, als die welche ich in letzter Zeit gelesen habe, aber das war nur zu Anfang. Ich glaube was mich am meisten irritierte war, daß am Anfang die "Gänsfüschen" fehlten, wenn jemand etwas sagte. Ich mußte dann öfter noch mal nachlesen, um zu sehen wo der gesprochene Satz anfing und wo er aufhörte.
Mittlerweile läßt sich für mich das Buch sehr flüssig lesen. Was mir besonders gut gefällt sind die detailierten Beschreibungen der Personen, der Umgebung und der Einrichtungen. Das ist mir zumindest sehr hilfreich, da ich mich in dieser Epoche fast gar nicht auskenne, bis jetzt wenig darüber gelesen habe und auch Frankreich eher selten als Handlungsort in meinen Büchern zu finden ist. Die Personen haben durch die detaillerte Beschreibung schnell Gestalt angenommen, was bei den meisten Büchern für mich eher nicht der Fall ist. Meist haben dann die Protagonisten eher wechselnde oder verschwommene Gesichter.
Da im Prolog keinerlei Namen genannt werden macht es das ganz spannend, wobei ich noch nicht begriffen habe, ob die Handlung des Prologs schon abgeschlossen und das nachfolgende Buch so eine Art Rückblende ist, oder ob die Geschichte des Prologs noch kommen wird.
Zitat
Sophie und Cécile sind sich in gewissen Dingen sehr ähnlich. Sie sind relativ frei und emanzipiert erzogen worden, können lesen und sind, gemessen an der Zeit, sehr selbstsicher. Eigentlich müssten die beiden auf einer Wellenlänge liegen, doch habe ich von Cécile eher den Eindruck, daß sie, obwohl gebildet, relativ oberflächlich und arrogant ist. Zumindest was das zwischenmenschliche angeht.

Wenn heute Mittag die Meute ihren Schönheitsschlaf abhält, werde ich weiterlesen und dem Grafen von Monte Christo etwas Zeit geben, seine Rachepläne zu schmieden, denn 2xFrankreich parallel verwirrt mich etwas. :zwinker:

Tina :winken:

Offline Valentine

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Sorry, dass ich es nicht schon früher klargestellt habe :redface: - ich bin nun doch nicht dabei.

Viel Spaß Euch anderen!  :blume:
Be careful when you blindly follow the masses.
Sometimes the M is silent.

Offline Solas

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Hallo,
ich wollte eigentlich nur vermelden, dass ich auch da bin und mich freue, etwas zu lesen.
Was die Gänsefüßchen angeht, fehlen die wirklich!? Bei mir nämlich nicht.

Zitat
Die Personen haben durch die detaillerte Beschreibung schnell Gestalt angenommen, was bei den meisten Büchern für mich eher nicht der Fall ist. Meist haben dann die Protagonisten eher wechselnde oder verschwommene Gesichter.


:-)
Übrigens hat mein Freund die Entstehung des Romans zeichnerisch begleitet. Wer Lust auf Bilder hat (und sich damit die eigenen nicht kaputt macht), kann mir eine PN schicken.

Zitat
Wenn heute Mittag die Meute ihren Schönheitsschlaf abhält, werde ich weiterlesen und dem Grafen von Monte Christo etwas Zeit geben, seine Rachepläne zu schmieden, denn 2xFrankreich parallel verwirrt mich etwas.  


Das wäre ich auch verwirrt, und ich halte eigentlich große Stücke auf meine Multitasking-Fähigkeit und das Parallellesen.

Ach ja, ich habe gestern wieder einmal das Glossar hervorgeholt, welches ich mir für den Roman angelegt hatte. Manche Leser, mit denen ich bisher gesprochen habe, hätten gerne eines gehabt, anderen war es egal. Wer das Glossar gerne hätte, kann mir eine PN schicken.

@Valentine
Schade!  :winken:

Liebe Grüße
Kirsten  :blume:
In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige. (Karl Kraus)

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Offline Suse

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Huhuuu,

ich habe heute morgen auch den Prolog und das erste Kapitel gelesen - wow, tina! Du bist ja flott!

Zitat von: tina
Ich habe jetzt das 11. Kapitel beendet. Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, da der Schreibstil ein ganz anderer ist, als die welche ich in letzter Zeit gelesen habe, aber das war nur zu Anfang. Ich glaube was mich am meisten irritierte war, daß am Anfang die "Gänsfüschen" fehlten, wenn jemand etwas sagte. Ich mußte dann öfter noch mal nachlesen, um zu sehen wo der gesprochene Satz anfing und wo er aufhörte.


Das ist ja nur ein paar Seiten lang, wo der Protagonist, dessen Namen ich mir noch nicht gemerkt hat, sich erinnert. Diese Szene spielte also sozusagen in der "Vorvergangenheit" der eigentlichen Kapitel.
@Solas: Ich glaube, dass die Gänsefüßchen da auch bei Dir nicht vorkommen :breitgrins:

Ansonsten muss ich sagen: Der Prolog macht extrem neugierig. Auch die Entwicklung des Prologes selbst - erst denkt man, da liegen sich Liebende in den Armen, dann ist da plötzlich Blut und schließlich erfährt man ganz am Ende, was geschehen ist - fand ich toll! Ich bin sehr gespannt, wie das aufgelöst wird!

Zitat
Ach ja, ich habe gestern wieder einmal das Glossar hervorgeholt, welches ich mir für den Roman angelegt hatte. Manche Leser, mit denen ich bisher gesprochen habe, hätten gerne eines gehabt, anderen war es egal. Wer das Glossar gerne hätte, kann mir eine PN schicken.


*handheb* Und auf die Bilder wäre ich auch neugierig - allerdings dann erst am Ende der Leserunde.

Die Szene mit dem Säugling ganz am Anfang fand ich sooooo lustig! Herrlich! :klatschen:

Liebe Grüße
nimue
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Offline Tina

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Hallo Solas,

also ich hätte gerne das Glossar weil ich, wie gesagt, in der Zeit und in Frankreich nicht allzu bewandert bin. Die Zeichnungen möchte ich natürlich auch gerne haben. Vielzuneugierigbin. :breitgrins:

Bis 14. Kapitel

Ehm, naja also das mit dem lesen, wenn die Meute im Bett ist. Saß in meiner Kuschelecke auf dem Sofa und bin wachgeworden, also meine Tochter rief.  :redface:  Ich glaube ich hab's immer noch nicht verkraftet wieder zu arbeiten und mein Körper hat immer noch nicht alles Dope ausgeschieden und am Mittwoch kommt wieder 'ne neue Dosis. Wenn das so weiter geht, verschlafe ich den Rest des Jahres  :rollen:
Nichts desto Trotz habe ich bis zum 14. Kapitel gelesen:
Zitat
Also, das ist ja was, da wird's mir immer schlecht und ich bin dankbar in einem anderen Jahrhundert und einem zivilisierten Land geboren zu sein. Ich könnte nie mit einem Mann schlafen den ich nicht liebe. Ich glaube ich hätte mein Leben lang Herpes. (Bekomme ich immer wenn ich mich ekel). Mir tun immer diese Frauen so leid, die letzt endlich ihr lebenlang vergewaltigt wurden. Man mag vielleicht noch sagen, daß es damals gang und gebe war, daß man nicht aus Liebe heiratete sondern, weil einfach finanziell ein geschikcter Schachzug war, aber wenn man dann die Liebe seines Lebens traf und man hat mit diesem Mann geschlafen, dann war man eine Nutte. ich finde das so fürchterlich.

Bin schon gespannt wie es weiter geht. Das Buch gefällt mir sehr gut. Vielen Dank Solas. :winken:

Offline Jule18

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Hallo zusammen,

also ich bin auch dabei und stecke mitlerweile im 4. Kapitel.

Ich kann mich nur anschließen, denn ich finde auch, dass sich das Buch sehr gut liest und vor allem die Personen sehr gut beschrieben sind.

Vor allem die Szene als die noch ganz kleine Sophie trotzig wird, fand ich echt lustig. :smile:
Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.  Montesquieu

Offline Tina

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Zitat von: Jule18

Vor allem die Szene als die noch ganz kleine Sophie trotzig wird, fand ich echt lustig. :smile:


Ja, da habe ich mich weggeschmissen. Meine Tochter ist 2 Jahre alt und auch ihr Lieblingswort ist "Haben!!!". Ich sah in dem Moment auch meine Tochter vor mir.

Tina

Offline Solas

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Guten Morgen, ihr Lieben!

Zitat
Das ist ja nur ein paar Seiten lang, wo der Protagonist, dessen Namen ich mir noch nicht gemerkt hat, sich erinnert. Diese Szene spielte also sozusagen in der "Vorvergangenheit" der eigentlichen Kapitel.
@Solas: Ich glaube, dass die Gänsefüßchen da auch bei Dir nicht vorkommen  


Äh ja, stimmt. :redface:

Zitat
Die Szene mit dem Säugling ganz am Anfang fand ich sooooo lustig! Herrlich!  


Danke!  :blume: Übrigens kann ich mich genau erinnern, wo ich die Szene geschrieben habe (auch wenn das gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat). Jedenfalls war es 1998 in einer Jugendherberge in Wexford / Irland, und ich hatte großen Spaß dabei. Sophies Trotzszene war auch ein Vergnügen. Außerdem konnte ich in beiden hervorragend Erfahrungen mit spuckenden Babies und trotzigen, kleinen Brüdern oder Au-Pair-Kindern verarbeiten.

@Tina
Zitat
Die Heirat und was man von Cécile erwartet (und von Jules, ihrem Mann, auch) – da ginge es mir ähnlich wie dir, und Céciles Verhalten erklärt sich, glaube ich, zu einem guten Teil aus ihrer Lage. Sie ist ja – wie du ganz richtig bemerkt hast – nicht dumm. Was Cécile und Sophie angeht, hast du Recht: die beiden haben ähnliche Voraussetzungen (obwohl ich 100 x lieber Fouquet als Vater hätte als den Opportunisten Lautrec, mit dem Cécile geschlagen ist).



Liebe Grüße

Kirsten  :schmetterling:

P.S. Glossar kommt – ich werkele gerade noch ein bisschen daran herum.
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Offline Suse

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Guten Morgen,

Kirsten, ich muss sagen: Dein Buch macht mir großen Spaß! Ich bin jetzt zwar noch nicht viel weitergekommen, aber bis zum Ende des 4. Kapitels habe ich mich herrlich über Sophie amüsiert! Die ist ja zum Quietschen süß! Und Jules ist auch ein ganz Niedlicher!

Mir ist aufgefallen, dass Du gleich zu Beginn unglaublich viel Atmosphäre schaffst! Als Fouqet zum Fenster rausschaut und die strickende Frau und die spielenden Kinder beobachtet und die Gedanken schweifen lässt.... ich habe diese Szene heute morgen im Zug gelesen und fühlte mich so richtig im Urlaub in Frankreich :bang:

Auf die weiteren Szenen mit Jules und Sophie freue ich mich sehr.

Zitat von: Spoiler
Die erste Begegnung zwischen den Kindern... Süüüüüüß! (Habe ich das schon erwähnt? :breitgrins:). Und Jules' Unfall war sehr tragisch! Hat sein Vater wirklich einen Bediensteten erschossen? Einfach so? War das zu dieser Zeit ungestraft möglich?


Liebe Grüße
nimue, die die Minuten bis zur Mittagspause zählt!
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Offline Alexa

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Guten Morgen,

Ihr seid ja alle ganz schön schnell  :entsetzt: . Ich habe gerade erst Kapitel 4 beendet und kann bislang auch nur positive Eindrücke vermelden. Die Personen und auch die Handlungsorte (Häuser, Gegenden, Gärten, Einrichtungsgegenstände) sind phantastisch beschrieben - schon am Anfang meinte ich, direkt in Fouquets Haus zu stehen und in seine Schlafkammer zu schauen. Dort sah ich ihn dann in seinen schwarzen Socken stehend auf seinen schönen Schreibtisch schauen  :zwinker: .

Der Prolog liest sich übrigens wie der Beginn eines Krimis und hat mir sehr gut gefallen, da er Lust auf mehr macht  :smile: . Allerdings fand ich folgende Formulierung etwas seltsam: "Vielleicht hätte sie sich irgendwann auch gegen die Mauern der Häuser stehend nehmen lassen."  :entsetzt:  Was soll denn das für ein seltsamer Ort sein, an den dieses (Bauern-?)Mädchen da gerät? Es kann ja wohl nicht sein, daß man sich in ganz Paris so benimmt, das klingt doch eher nach einer Bordellgegend *hoff*.

Zitat von: Spoiler Kapitel 3+4

Jules´ Kindheit erscheint mir sehr grausam, er wächst in einem gefühlskalten Haus auf, seine Eltern scheinen ihm recht fremd zu sein (sicherlich typisch für Kinder reicher Leute). In der Szene, in der er vom Arzt untersucht wird, hat er mir richtig leid getan...

Sehr dramatisch finde ich auch den Tod von Jules´ Mama. Schlimm genug, daß Frauen damals oft Kind nach Kind bekommen haben, war in diesem Fall ein Fiasko ja direkt vorprogrammiert. Aber was tut man nicht alles für einen gesunden Nachfolger  :rollen:  . Jetzt ist der arme Jules wirklich alleine  :sauer: ...
Warum gingen übrigens der Mutter die Haare aus? Kam das von dieser Zinkpaste, die das Gesicht gebleicht hat?


Soweit meine Eindrücke der ersten Kapitel...
:leser: :stricken:

Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele
(Cicero)

Offline Solas

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Fast Mittagspause!  :zwinker:
Erst einmal vielen Dank für eure Eindrücke, für mich ist das interessant, weil ich dann selbst noch Sachen entdecken kann - ja, ja, im eigenen Buch ...

@Nimue
Hat der Vater ...?
Zitat
Ja, hat er. Ob so etwas damals erlaubt war? Nein, theoretisch nicht, aber: der Diener ist eben „bloß“ ein Diener. Um es zu einem Prozess kommen zu lassen, müsste der Vater angezeigt werden. Wer würde das tun? Einer der anderen Diener? Immerhin geht es um ihre Stellung. Jemand aus der Familie? Unwahrscheinlich. Außerdem, sollte es zum Prozess kommen: wie würde ein Richter (der sich in der gleichen Gesellschaft bewegt wie der Vater) urteilen, wenn so etwas „Unwichtiges“ wie ein Diener betroffen ist? Natürlich gibt es Gesetze, aber man müsste sie auch anwenden – das gilt damals genauso wie heute auch. Der Marquis de Sade beispielsweise wurde angezeigt, nach dem er Mädchen aus dem zu seinem Schloss gehörigen Dorf mit Mittelchen wie Spanischer Fliege gefügig machen wollte. Aber auch heute halten viele lieber den Mund, wenn sie Nachteile für sich befürchten müssen.


@Bianca
Zitat
Dort sah ich ihn dann in seinen schwarzen Socken stehend auf seinen schönen Schreibtisch schauen  .


Ja, der Schreibtisch ist schön, nicht? :breitgrins:  In Ermanglung von eines tollen Schreibtisches stehe ich am liebsten vorm Bücherregal und bewundere meine Schätzchen.

Zitat
"Vielleicht hätte sie sich irgendwann auch gegen die Mauern der Häuser stehend nehmen lassen."  Was soll denn das für ein seltsamer Ort sein, an den dieses (Bauern-?)Mädchen da gerät? Es kann ja wohl nicht sein, daß man sich in ganz Paris so benimmt, das klingt doch eher nach einer Bordellgegend *hoff*.


Nö, man benimmt sich – auch damals - nicht überall in Paris so, und natürlich auch nicht in den besseren Bordells, sondern auf der Straße, wo das Bauernmädchen in der Vorstellung des Protagonisten zweifellos gelandet wäre – buchstäblich in der Gosse.

Kapitel 3 + 4
Zitat
Was den Haarausfall angeht – einerseits benutzt Jules Mutter natürlich diese ganzen Pasten (mit Blei und anderen lustigen Sachen darinnen), andererseits ist schwanger. Ich hatte einige Bekannte, die hatten während der Schwangerschaft ziemlich mit Haarausfall zu kämpfen. Bei Jules Mutter kommt hinzu, dass sie krank ist und psychisch unter ungeheurem Stress steht, da sie den erwünschten gesunden Erben noch nicht geliefert hat.

Danke für deine Gedanken zu Jules. Er tut mir da auch immer furchtbar Leid. Ich hänge nämlich an all meinen Figuren, auch wenn ich manchen viel zumute.


@alle
Wer sich mal einen Fallhut ansehen möchte – im Internet gibt es eine hübsche Motivsammlung. Einfach mal Fallhut googeln und beim Musée Imaginaire rein schauen. Man sage nicht, Eltern hätten sich damals nicht um ihre Kinder gesorgt.

Liebe Grüße
Kirsten  :blume:
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Offline Alexa

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Zitat von: Solas

Kapitel 3 + 4
Zitat
Was den Haarausfall angeht – einerseits benutzt Jules Mutter natürlich diese ganzen Pasten (mit Blei und anderen lustigen Sachen darinnen), andererseits ist schwanger. Ich hatte einige Bekannte, die hatten während der Schwangerschaft ziemlich mit Haarausfall zu kämpfen. Bei Jules Mutter kommt hinzu, dass sie krank ist und psychisch unter ungeheurem Stress steht, da sie den erwünschten gesunden Erben noch nicht geliefert hat.



Zitat von: Spoiler Kapitel 3+4

Ach so, die Schwangerschaft habe ich ganz vergessen. Meines Wissens (und meiner Erfahrung nach) kommt der Haarausfall zwar erst nach der Schwangerschaft, aber das könnte bei ihr nach den vorangegangenen Fehlgeburten auch hinkommen...


Wg. Fallhut:
Das Teil ist ja wirklich lustig und so manchem neuzeitlichen Kind anzuraten  :rollen:  :zwinker: .[/b]
:leser: :stricken:

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Offline Solas

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Zitat
Wg. Fallhut:
Das Teil ist ja wirklich lustig und so manchem neuzeitlichen Kind anzuraten  :rollen:  :zwinker: .


Für mich wäre der manchmal auch ganz passend, aber leider sähe das nicht sehr schick aus. :rollen:

Liebe Grüße

Kirsten  :blume:
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Guten Morgen,

und nun bin ich auch bei Kapitel 15 angelangt :klatschen:
Das Buch ist einfach schön! Vielen Dank, Kirsten, für das Glossar! Ich werde mich damit heute Abend mal beschäftigen!

Was mich interessieren würde: Als Pierre sich Gedanken über Paris macht, werden die in Kirchen verwesenden Leichen erwähnt. Was tun die um Himmels Willen denn da? :entsetzt:

Zitat von: Spoiler
Jean-Marie ist ein seltsamer Typ! Ich habe ihn ja im Verdacht, der leibliche Vater von Sophie zu sein *grübel*

Cecile finde ich momentan am Interessantesten. Im Klappentext wird verraten, dass sie sich gegen ihren Mann Jules wendet. Einerseits verständlich, weil sie so offensichtlich unglücklich damit ist, nicht ihre eigenen, freien Entscheidungen treffen zu dürfen. Sie ist für mich momentan der erste Freidenker, der im Buch aufgetaucht ist - innerlich sträubt sie sich gegen die Konventionen, die ihr das Frausein auferlegt. Sehr tragisch. Letzten Endes sind Tiere freier als sie - denn die können sogar im Ballon wegfliegen.

Jules finde ich als Erwachsener noch ein bißchen zu still und zurückhaltend - aber bei so einem Vater ja auch kein Wunder! Beeindruckend fand ich die Szene, als Sophie zu Cecile nach dem "Vollzug der Ehe" ins Zimmer kam und den zerbrochen Ballon sah - jemand hatte Cecile mit großer Kraft dagegengeschleudert. Aber es will mir nicht in den Kopf, dass das Jules gewesen sein soll. Ich tippe da eher auf seinen Vater, der die Schwiegertochter "erziehen" wollte *hm*


Manchmal verwirrt mich das etwas Sprunghafte der Erzählung. Die Kapitel sind ja meistens recht kurz gehalten und da springst Du, Kirsten, immer wieder mal zwischen den einzelnen Figuren hin und her - und sogar mal in der Zeit zurück (was Pierre betrifft). Andererseits bringt das ein enormes Tempo in die Geschichte, obwohl bisher eigentlich größere Spannungsspitzen fehlen.

Liebe Grüße
nimue
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