Autor Thema: Monika Mansour - Luzerner Todesmelodie  (Gelesen 102 mal)

Offline Gaby

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Nicht nur ein anonymer Brief, der Rolf Wymann und Barbara Amato der sexuellen Nötigung einer jungen Frau bezichtigen, oder der Überfall auf eine junge Frau mit einem Velo, die einen falschen Namen angegeben hat, besonders beschäftigt Cem Cengiz und seinen Kollegen Kevin Leibacher der gewaltsame Tot von Gerard O´Brian und seiner Frau Anna-Katharina Lehner. Neven O´Brian, der selbstverliebte und exzentrische Stargeiger sagt aus „Ich habe sie getötet“. Die Indizien allerdings sprechen eine andere Sprache.  Nur Cem ist sich sicher, dass Neven ein Doppelmörder ist und heftet sich an seine Fersen. So hat er leider nicht die Zeit sich um seine Schwester Nesrin zu kümmern, die aus London zu einem Besuch angereist ist. Und auch die Zeit sich mit seiner Freundin Lila zu versöhnen, ist leider nicht da.

Schon nach den ersten Seiten war ich total gefesselt und begeistert von diesem neuesten Buch von Monika Mansour. Es war schön, einige alte Bekannte wieder zu treffen, die ich in den beiden ersten Büchern kennengelernt habe. Besonders Cem und Lila hatte ich schon vermisst.
Die Charaktere dieses Falles sind zum Teil sehr aussergewöhnlich. Besonders den exzentrischen  Stargeiger, seinen eher sensiblen Bruder Shane und seine eigenwillige Entourage, die er völlig in seinen Bann gezogen hat und die alles für ihn tun, hat die Autorin mit ihren Eigenheiten so detailliert und farbig gezeichnet, dass mein Kopfkino sie gleich angenommen hat.   
Dieser Fall ist der persönlichste, den Cem Cengiz bisher lösen musste. Es stellt sich heraus, dass Neven O´Brian sehr viel über ihn weiß und ich hatte das Gefühl, dass er Cem immer einen kleinen Schritt voraus ist. So baut sich die Spannung schnell auf und hält sich mit einem Knistern auf Höchstniveau bis es zum absoluten Showdown kommt. Die laufend wechselnden Handlungsorte und das Tempo der Geschichte tragen viel dazu bei. Ich habe mehrere Male die Luft angehalten, weil … (wird nicht verraten)
Mit ihrem leichten, doch tiefgehenden und fesselnden, sehr gut zu lesenden Schreibstil nimmt mich die Autorin mit nach Luzern und ich lerne die Stadt noch ein kleines bisschen näher kennen. Die immer wieder einfließenden Schweizer Worte und Redewendungen geben der Geschichte ihren eigenen Flair und der Lokalkolorit kommt sehr gut heraus.   

Der Plot entführt mich sehr dezent in die klassische Musikszene. Neven scheint das Gegenstück zu David Garrett zu sein. Ich erfahre etwas über verschiedene Stradivaris, den Starkult, der auch in dieser Szene getrieben wird. All dies fügt sich nahtlos in den Kriminalfall ein. Besonders interessant fand ich die Einblicke in die kranke Seele des Täters.
Ich bin froh, dass ich mich entschlossen habe auch dieses Buch zu lesen, denn es ist einer der besten Krimis, fast schon Thriller, die ich seit langem gelesen habe. Und ich hoffe, Minika Mansour gibt uns bald mehr davon.

 5ratten

 

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