Alexandra Schilref vom Bücherstadt Kurier

Alexandra SchilrefAuf Literaturschock werden in regelmäßigen Abständen interessante Bücherblogs, Literaturseiten und Rezensionsportale vorgestellt. Die ursprüngliche Idee könnt ihr im Artikel Bücherblogs, Literaturseiten, Rezensionsportale ... ? nachlesen. Heute stelle ich euch Alexandra Schilref und das Literaturmagazin Bücherstadt Kurier" vor.

Alexandras Steckbrief in Kürze

Echter Name: Alexandra Schilref
Geburtsjahr: 1989
Oft anzutreffen: Bücherstadt
Interessen (neben der Literatur): Kunst, Musik, Medien, Reisen
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: Momentan lese ich „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“, ein lockerflockiges Buch für zwischendurch, das nicht nur die Reiselust weckt, sondern auch den Mut, das Leben zu leben, das man leben will.

Meine spontane Buchempfehlung: „Wilde Reise durch die Nacht“ von Walter Moers. Es ist ein Buch, das sowohl inhaltlich als auch erzählerisch überzeugt - und vor allem beweist: auch Fantasy kann anspruchsvoll sein.

Steckbrief vom Bücherstadt Kurier

Webseite Bücherstadt Kurier

Online seit: 2012
Schwerpunkte: Interviews, Rezensionen, kreative Texte, Sachtexte, Berichte, Schreibwettbewerbe, Mottowochen…
Besucher pro Monat: Zahlen sind uns nicht wichtig. Wir gestalten den „Bücherstadt Kurier“ in der Hoffnung, dass sich der ein oder andere Bücherwurm in die Bücherstadt verirrt und sich entschließt zu bleiben. Jeder ist herzlich Willkommen!
Dein Lieblingsartikel auf deiner Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite):

Das Schöne am „Bücherstadt Kurier“ ist, dass viele unterschiedliche Interessen zusammenkommen und dadurch ein buntes Sammelsurium an Beiträgen entsteht. Ein sehr schöner, kreativer Text ist zum Beispiel der von Verseflüsterin Silvia: „Manchmal fühle ich mich“. Für eine witzige Abwechslung sorgen die Comicstrips von Buchstaplerin Maike, die Situationen darstellen, die uns wohl irgendwie bekannt vorkommen könnten. Lesenswert ist außerdem der Gedankenkrümel von Wortklauberin Erika: „Briefkästen sind am Verhungern!“ Und natürlich der schöne Buchfink-Comic in unseren Ausgaben! Es ist bemerkenswert, wie viel das Team neben anderen Verpflichtungen leistet.

Hin und wieder werfen wir aber auch einen Blick über den eigenen Tellerrand und nehmen Texte wie den von Birgit (Sätze&Schätze) zum Anlass, unsere eigene Arbeit zu reflektieren: „Sollte es einen Codex für Literaturblogs geben?“ Lesenswert finde ich außerdem den Text von Zoë Beck, die Einblick in die Arbeit einer Übersetzerin gibt.

Bücherstadt Kurier & Social Media Facebook

Im Gespräch mit Alexandra

Wie und warum hast du das Thema "eigenes Blog" angepackt und welches Ziel hattest du dabei?

Gegründet wurde der „Bücherstadt Kurier“ im Frühjahr 2012, aus dem Wunsch heraus, sich mit Literatur in jeglicher Form auseinanderzusetzen. Anfangs bestand das Team aus nur wenigen Mitgliedern, die sich zusammengeschlossen hatten, um ein Literaturmagazin zu gestalten. Erst später entwickelte sich die Idee, eine Website zu erstellen, um das Magazin allen zugänglich machen zu können, die sich für Literatur interessieren. Unser Schwerpunkt lag lange Zeit vor allem auf dem Magazin. Irgendwann begannen wir, auch zwischen den Ausgaben zu „bloggen“. Und dennoch bezeichnen wir uns nicht als „Blogger“, was nicht nur daran liegt, dass wir unseren Schwerpunkt auf dem PDF-Magazin sehen, sondern auch, weil wir den Eindruck haben, dass Blogger schnell in eine Schublade gesteckt werden.

Gibt es aktuelle Literaturthemen, die dich ganz besonders beschäftigen?

Wir beobachten die stetig wechselnden, teils hitzigen Debatten im Internet über die Buchbranche. Allerdings fühlen wir uns nicht verpflichtet, an jeder Debatte teilzunehmen. Wir sind frei in der Entscheidung, inwieweit wir uns einmischen. Wir können unseren Senf dazugeben, müssen es jedoch nicht. Besonders wichtig ist uns hierbei, nicht auf irgendeine Debatte aufzuspringen, nur um ein Thema weiter anzuheizen, das andere – möglicherweise wichtigere – Themen in den Hintergrund stellt.

Bücherstadt Kurier

Dein bestes und dein schlimmstes Erlebnis als Bloggerin?

Die schönsten Erlebnisse hatte ich bisher auf der Leipziger Buchmesse. Besonders spannend war dieses Jahr, dass viele aus dem Team die Gelegenheit genutzt haben, um aus verschiedenen Städten bzw. Ländern anzureisen. Da wir über Deutschland und Österreich verteilt sind, kommt es nicht häufig vor, dass wir uns treffen. Deshalb sind solche Treffen besonders schön. Ebenso auch die Tatsache, dass wir dieses Jahr viele andere Literaturbegeisterte kennengelernt haben.
An ein „schlimmstes Erlebnis“ erinnere ich mich nicht.

Hast Du Lesemacken?

Ich schaffe es nicht, nur an einem Buch zu lesen. Wenn ich gerade keine Lust habe, etwas Anspruchsvolles zu lesen, greife ich zu einem Buch, das mich schlicht unterhält – oder zu einem Bilderbuch, einem Comic, einem Hörbuch. Deswegen stapeln sich hier viele angelesene Bücher, die ich je nach Laune weiterlese.

Wie reagierst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt? Schreibst du einen Verriss oder lieber gar nicht darüber?

Generell lese ich jedes Buch zu Ende. Auch ein schlechtes. Ich kann kein Buch verurteilen, wenn ich nicht weiß, wie es ausgeht. Ein scheinbar langatmiges Buch kann sich am Ende als Meisterwerk entpuppen. Möglicherweise versteht man auch die erste Hälfte des Buches erst dann, wenn man den allerletzten Satz gelesen hat. Deshalb gebe ich jedem Buch die Chance, mich zu überzeugen – so langatmig es auch beginnen mag. Ob ich dann darüber schreibe, entscheide ich meist hinterher. Dann stelle ich mir die Frage: möchte ich meine Zeit darauf „verschwenden“, einen Verriss zu schreiben? Denn tatsächlich bedarf es viel mehr Zeit, einen Verriss zu verfassen als über ein Buch zu schreiben, das einem gefallen hat. Mit einem Verriss muss man viel differenzierter umgehen, begründen, Mängel aufzeigen – so, dass die Bewertung nachvollziehbar ist. Ich schrecke jedoch nicht davor zurück, meine Meinung zu sagen. Wenn mir ein Buch nicht gefallen hat, dann schreibe ich das auch.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Ein gutes Buch besitzt Vielschichtigkeit und Tiefe. Es entführt dich aus der Realität in eine andere Welt, bringt dich zum Nachdenken, manchmal auch zum Überdenken. Schreibstil und Inhalt unterstützen sich gegenseitig. Die Protagonisten haben eine individuelle Persönlichkeit, sind „greifbar“ und „lebendig“. Viel wichtiger als der Schreibstil ist mir jedoch der Inhalt, auch wenn durch einen mangelhaften Schreibstil viel an Qualität verloren gehen kann. Schließlich kann der Text noch so schön geschrieben sein; wenn der Inhalt platt ist, kann mich das Gesamtpaket auch nicht überzeugen. Ein gutes Buch jedoch schafft eine angenehme Balance zwischen dem Wie und dem Was. Und wenn es dann auch noch ein langanhaltendes Gefühl von Zufriedenheit hinterlassen kann, dann ist es meisterhaft!

Bücherregal

Was ist dir an deiner Seite ganz besonders wichtig?

Uns ist wichtig, dass wir den „Bücherstadt Kurier“ auch weiterhin kostenlos anbieten können, unabhängig sind und einfach „wir“ bleiben können. Hier kann jeder, der sich mit Literatur beschäftigt, zu Wort kommen, unabhängig von Qualifikation, Herkunft und Wohnort. Beim „Bücherstadt Kurier“ gehen Hobbyliteraturkritiker und (angehende) Literaturkritiker/Literaturwissenschaftler Hand in Hand.

Mit welchen Schwierigkeiten hattest du anfangs zu kämpfen und wie bist du damit umgegangen?

Zu kämpfen hatte ich mit dem Thema Öffentlichkeit: wie viel möchte ich von mir preisgeben? Wie verhalte ich mich in den sozialen Netzwerken? Wie professionell möchte ich auftreten? Ist der „Bücherstadt Kurier“ eher Hobby oder Ehrenamt? Oder gar beides? Das sind Fragen, die mich sehr beschäftigt haben und es auch heute noch tun. Ein solches Projekt hat viel mit Verantwortung zu tun, die man bei einem reinen Hobby nicht hat. Es ist eben nicht nur Spaß, sondern auch Arbeit. Das richtige Maß zu finden ist gar nicht so einfach. Eine Lösung dafür gibt es nicht. Man muss immer wieder abwägen, wie viel man leisten kann und möchte, ohne aus den Augen zu verlieren, dass man all das freiwillig macht.

Welche andere Literaturseite sollte in dieser Gesprächsreihe auf keinen Fall fehlen?

Sehr empfehlenswert ist „Sätze & Schätze“ von Birgit Böllinger. Mit gefällt die Mischung aus kurzen Literaturhäppchen und längeren Texten voller tiefsinniger Gedanken. Texte wie „Sollte es einen Codex für Literaturblogs geben?“ bringen zum Nach- und Überdenken. Vor allem aber gefällt mir, dass Birgit sich treu bleibt und einfach „ihr Ding macht“.

Sehr gerne schaue ich auch bei Muromez vorbei - eine Seite, die auf eine literarische Weltreise einlädt. Ein ruhiger Ort, an dem man gerne verweilt, wohl auch, weil sich hier ausschließlich mit Literatur auseinandergesetzt wird, fern des Trubels der sozialen Netzwerke – das gefällt mir!

Und zu guter Letzt unsere Partner von den Feuilletönen, die sich leidenschaftlich der Literatur, dem Film und der Musik widmen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das Interview!

Gerne!

SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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