Arndt Stroscher von AstroLibrium

Arndt StroscherAuf Literaturschock werden in regelmäßigen Abständen interessante Bücherblogs, Literaturseiten und Rezensionsportale vorgestellt. Die ursprüngliche Idee könnt ihr im Artikel Bücherblogs, Literaturseiten, Rezensionsportale ... ? nachlesen. Heute stelle ich euch Arndt Stroscher von AstroLibrium vor.

Arndts Steckbrief in Kürze

Echter Name vs. Nickname: Arndt Stroscher / Mr. Rail, nach einer immer wiederkehrenden Romanfigur von Alessandro Baricco
Geburtsjahr: 1962
Oft anzutreffen: Seit meinem achten Lebensjahr bei den verlorenen Jungs in Nimmerland, ansonsten in meiner kleinen literarischen Sternwarte AstroLibrium.
Interessen (neben der Literatur): Gibt es ein Leben neben der Literatur? Ach ja… doch: Familie, Sport, Gesellschaftspolitik, Geschichte
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: Ich lese aktuell meinen ersten „Picoult“ – „Bis zum Ende der Geschichte“. Ein Roman über den Umgang mit Schuld, Gewissen und Sühne vor dem Hintergrund des Holocaust im Dritten Reich. Meine spontane Buchempfehlung: „Der kleinste Kuss der Welt“ von Mathias Malzieu, weil es die kleinste je gemessene literarische Verführung ist, die mich jemals gefesselt hat.

Steckbrief von AstroLibrium

Webseite AstroLibrium

AstroLibrium ist ein von mir ins Leben gerufenes Kunstwort und beinhaltet, neben einer Verkürzung meines Namens Arndt STROscher, einen Hinweis auf eines meiner Lieblingszitate: “Libri amici – libri magistri sunt” (Bücher sind Freunde und Lehrmeister).

Ich betrachte die Literatur als ein eigenes Universum mit Kometen, Sternschnuppen, klassischen Fixsternen, schwarzen Löchern und einer Vielzahl unbekannter Planeten in der Tiefe des Bücher-Alls. Neuerscheinungen tauchen auf und gehen unter. Lebensbücher leuchten intensiv am literarischen Firmament und täglich verändert sich der Bücherkosmos. Und wer eine Büchersternschnuppe sieht, darf sich etwas wünschen…

Ich habe mich der Suche nach buchigen Fixsternen verschrieben

Online seit: AstroLibium existiert seit dem 15. Mai 2014. Darüber hinaus führe ich ein eigenes Lebens-Artikelarchiv mit meinen früheren Rezensionen. Sie sind dynamisch miteinander verbunden.
Schwerpunkte: Belletristik, Jugendbücher, Interviews und Rezensionen für Literatur Radio Bayern und das Lebensprojekt „Gegen das Vergessen des Holocaust“
Besucher pro Monat: Zahlen sind Schall und Rauch. Auch wenn es nur einen Leser im Monat gäbe, würde mein Blog genauso aussehen, wie man ihn heute vorfindet. Es sind DIE Besucher, die sich nicht an Zahlen festmachen lassen, die motivieren und anspornen. Es sind die Menschen, mit denen der Kontakt gepflegt wird. Das ist das wahre Privileg des Bloggens.
Dein Lieblingsartikel auf deiner Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite): Mein Lieblingsartikel ist nicht leicht ausfindig zu machen, da jeder einzelne mit Herzblut verfasst ist. Wenn es einen wichtigen Artikel gibt, der mit viel Recherche verbunden war, dann die Ehrenrettung eines Opfers des Nationalsozialismus „Czeslawa Kwoka“, deren Schicksal in einem Sachbuch-Bestseller verfälscht wurde. Ansonsten schaue ich gerne in die Bücherwelt von anderen Bloggern und bleibe immer dort hängen, wo ebenfalls mit Leidenschaft und Herz geschrieben wird. Ich liebe die Artikelserie von Julia Groß über Antoine de Saint Exupéry

Gegen das Vergessen

AstroLibrium & Social Media Facebook

Im Gespräch mit Arndt

Wie und warum hast du das Thema "eigenes Blog" angepackt und welches Ziel hattest du dabei?

Ich habe schon vor einigen Jahren begonnen auf Lovelybooks über Bücher zu schreiben. Als ich 2009 einen Rezensionswettbewerb gewann, kam der Wunsch auf, mich intensiver und auch mit eigenen visuellen Impressionen der Literatur zu widmen. Nach Experimenten und vielen Schritten nach vorne und wieder zurück habe ich nun den Platz gefunden, der meinen Vorstellungen in jeder Hinsicht entspricht. Ich fühle mich in meiner kleinen Sternwarte zuhause.

Wenn man sich die Mühe macht, die einzelnen Menüpunkte meines Blogs aufzurufen und ein wenig zu stöbern, dann spürt man das… hoffe ich.

Gibt es aktuelle Literaturthemen, die dich ganz besonders beschäftigen?

Neben den aktuellen Neuerscheinungen zum Thema Holocaust oder Verfolgung von Minderheiten ist mein Fokus gerade auf das Afrikabild gerichtet, das uns die Literatur vermittelt. Unter dem Titel „Ich hatte einen Blog in Afrika“ entführe ich meine Leser gerade in eine ganz idyllische Bücherwelt von Tania Blixen bis zu Paula McLain. Aber es wird nicht idyllisch enden, denn bald schon nähere ich mich Büchern, die mit ihren Protagonisten von Lampedusa ertrinken. Es wird dann um Flüchtlinge gehen.

Dein bestes und dein schlimmstes Erlebnis als Blogger?

Selbst das schlimmste Erlebnis bringt einen weiter. Erfahrungen muss man machen, um sich weiterzuentwickeln. Insofern heißt es auch als Blogger manchmal „Mund abwischen, Krönchen richten, weiter schreiben“.

Das schönste Erlebnis ist es, gerade feststellen zu dürfen, dass man etwas bewegen kann. Ob in der Initiative Blogger für Flüchtlinge oder durch Aktionen, wie „Mein Schaufenster ist der Spiegel Deines Lesens“. Das ist eine Idee, die Bloggern die Türen zu Buchhandlungen öffnen kann und die ich gemeinsam mit Thomas Calliebe umsetze und vorlebe. Wir sind gerade auf der Nominierungsliste für den Virenschleuder-Preis 2015 in der Kategorie „Ansteckendste Idee“.

Wie man sieht, absolut geniales Blog-Flugwetter gerade…

Hast Du Lesemacken?

NEIN. Alles, was ich lesend veranstalte ist völlig normal. Ich rieche und schmecke an neuen Büchern, zelebriere das Auspacken, verleihe kein Buch, pflastere meinen Lesensweg mit PostIts in einer bestimmten Farbenlehre, um bei der Rezension Zitate und Wendepunkte einer Geschichte wiederzufinden, ich pflege meine Bücher, verbinde sie mit Lebensereignissen und liebe Süßigkeiten beim Lesen. Was soll daran bitte eine Macke sein? Außer vielleicht… ja… eine gibt es. Ich schreibe so gerne über mein Lesen.

AstroLibrium

Wie reagierst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt? Schreibst du einen Verriss oder lieber gar nicht darüber?

Manchmal ist es nicht der richtige Zeitpunkt für ein Buch. Manchmal passt es nicht zur eigenen Gefühlslage. Dann ist es nicht die Schuld des Autors, dass es mir nicht gefällt. Das darf nicht dazu führen, dass ich es negativ darstelle.

Bücher, die mich nicht bewegen finden nicht den Weg auf meinen Blog. Wer es also zum Artikel schafft, hat einen Platz in meinem Herzen sicher.

Ausnahme: schlecht recherchierte Sachbücher zum Thema „Holocaust“. Wenn dort fabuliert und verfälscht wird, dann werde ich zu Furie. Dann schreibe ich schon mal im Klartext:

„Nicht die Nazis haben dieses Mädchen vergewaltigt. Dieses Buch hat sich schuldig gemacht.“

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Der Blick in meinen inneren Spiegel. Wenn ich weine, lache, fluche, wenn mir die Luft wegbleibt und die Gedanken nicht mehr lösen kann, wenn ich den Ort, den ich erlese fühlen und riechen kann, wenn ich leide und liebe, wenn ich fliege und abstürze… wenn ein Buch dies mit mir macht, dann ist es ein gutes Buch.

Was ist dir an deinem Blog ganz besonders wichtig?

Das Gefühl von Geborgenheit. Auch wenn sich das komisch anhört, AstroLibrium ist ein geschützter Raum meines Geistes und meiner Kreativität. Wenn ich den Kamin knistern höre, die Folianten rieche und mich an den Kartentisch setze, dann bin ich nicht mehr auf dieser Welt.

Das vermitteln meine Artikelbilder oftmals sehr deutlich. Ohne sie kann ich nicht schreiben. Sie entstehen beim Lesen und lassen tief in mein Inneres blicken. Darüber hinaus bietet mit Literatur Radio Bayern die Chance, mit meiner Stimme zu spielen. Rezensionen fürs Ohr… ein neues spannendes Feld für mich.

Tja und das Sahnehäubchen ist für mich die Zusammenarbeit mit der politischen Malerin Peggy Steike, die zum Holocaust malt was niemand beschreiben kann während ich vielleicht beschreibe, was nicht zu malen ist. Wenn wir Wort und Bild vereinen, dann spüre ich was wirklich wichtig ist. Jungen Menschen zu vermitteln, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte eines einzigen Opfers von Ausgrenzung, Hass, Gewalt oder Verfolgung dein Leben verändern kann.

AstroLibrium Collage

Mit welchen Schwierigkeiten hattest du anfangs zu kämpfen und wie bist du damit umgegangen?

Ich weiß gar nicht mehr ob es wirklich Schwierigkeiten waren, mit denen ich kämpfte. Vernetzung, der Aufbau einer Community, Verlagskontakte, Etablierung als Blogger… irgendwie ist mir da vieles zugeflogen und ich hatte und habe das Glück oft zur richtigen Zeit im richtigen Buch zu stecken.

Welche andere Literaturseite sollte in dieser Gesprächsreihe auf keinen Fall fehlen?

Ruby`s Cinnamon Dreams von Julia Groß. Ich fühle mich dort sehr wohl, wenn ich zum Lesen und Reden vorbeischaue und Julia lebt ihre Literatur, die sich sehr oft vom Mainstream abhebt und erfreulich differenziert daherkommt. Eine Versuchung.

Es gibt für mich ein ganz kleines Netz an Dauerkontakten, die mit einem magischen Band zusammengehalten werden. Bücher machen tolle Sachen mit uns. Das merkt man auch an Blogaktionen, die von blindem Verständnis gekennzeichnet sind. Irve liest, Zwiebelchens Plauderecke und die Bücherstöberecke sind darüber hinaus meine kleinen Biotope, in denen das Buch noch Mensch sein darf… oder so… ;-)

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das Interview!

SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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