Marc Ahlburg von Lesen macht glücklich

Auf Literaturschock werden in regelmäßigen Abständen interessante Bücherblogs, Literaturseiten und Rezensionsportale vorgestellt. Die ursprüngliche Idee könnt ihr im Artikel Bücherblogs, Literaturseiten, Rezensionsportale ... ? nachlesen. Heute stelle ich euch Marc Ahlburg mit seinem Blog "Lesen macht glücklich" vor.

Marc AhlburgMarcs Steckbrief in Kürze

Echter Name: Marc vs. Ali
Geburtsjahr: 82er Baujahr
Oft anzutreffen: an der frischen Luft beim Spielen mit den Kids, im privaten Kinosaal (also auf dem Sofa) und natürlich beim Lesen (meist abends im Bett)
Interessen (neben der Literatur): Filme und Serien (aktuell aber mehr Richtung Serien), elektronische Musik (nennen wir es mal anspruchsvollen Techno - läuft garantiert nicht im Radio), Fußball (aktiv wie inaktiv)
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: Aktuell lese ich gerade mehrere Titel:  Jan Himmelfarb "Sterndeutung" und David Wonchewski "Zerteiltes Leid".
Meine spontane Buchempfehlung: Da würde ich gerne viele machen, aber ich beschränke mich auf drei Titel - zwei die ich dieses Jahr ausgelesen habe und denen ich noch viele Leser gönne und eine Buch, welches eigentlich eine Reihe von einem berühmten Autor ist.

Die erste Empfehlung ist "Amerika-Plakate" von Richard Lorenz. Ich bin zwar kein Freund, auf irgendeinen Hype oder eine einzelne Lobeshymne aufzuspringen, wie es bei diesem Buch kurze Zeit der Fall war. Ich habe dem mehr als begeisterten Beitrag von Frank Duwald zu diesem Buch trotzdem vertraut und es nicht bereut. Es ist ein ungewöhnliches Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte. Es ist zwar ein Buch mit Fantasyeinschlag, aber so anders geschrieben, dass man es kaum beschreiben kann. Hat mich berührt und meine Fantasie beflügelt. Dieses Buch ist definitiv auch ein Kandidat öfter darin zu schmökern.

Die zweite Empfehlung ist "Schwarzer Frost" von David Wonschewski. Es geht zwar um Depression, Selbstmord und Mordgedanken, ist aber trotz alledem ein lebensbejahendes Buch. Sehr zu empfehlen. Man sollte es aber in sanften Dosen zu sich nehmen. In einen Rutsch wird man nicht schaffen und ist auch nicht empfehlenswert. Unbedingt ein Gute- Laune- Buch daneben legen.

Auch wenn sehr sehr viele in der Jugend mindestens einen Roman von ihm gelesen und dann wahrscheinlich mit ihm abgeschlossen haben, empfehle ich als drittes Stephen King und dabei speziell seine Reihe "Der dunkle Turm" und alles drumherum (auch eine Comicreihe bei Marvel gehört dazu und zwei Kurzgeschichten). In meinen Augen ist diese Reihe das bessere "Herr der Ringe", weil düsterer und komplexer gestaltet als Tolkiens Welt. Außerdem gibt es realistischere Bezüge und natürlich die typischen Stephen King- Ausschweifungen, die ich aber gerade in dieser Reihe mehr als passend finde. Diese Bücher haben zwar schon eine treue Fan- Gemeinde, aber da dürfen gern noch ein paar dazu kommen.

Steckbrief von Lesen macht glücklich

Webseite Lesen macht glücklich

Online seit: 26. Juni 2013 (hatte sozusagen vor kurzem meinen zweiten Bloggeburtstag)
Schwerpunkte: Keinen lonkreten. Derzeit lese ich sehr viel deutsche Belletristik, verschließe mich aber auch Romanen aus anderen Ländern nicht. Vom Genre her geht es eigentlich querbeet zu.
Besucher pro Monat: aktuell rund 1000
Dein Lieblingsartikel auf deiner Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite): Das aktuelle Interview mit David Wonschewski. Lieblingslink? Davon gibt es gleich zwei. "Können wir endlich wieder über Literatur reden?" auf libroskop, wo die ganze leidliche Debatte um die Blogs und deren (Nicht)- Literaturkritik ad acta gelegt wird. Sehr empfehlenswert.

"Das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen" bei Mara von buzzaldrins - ein sehr bemerkenswerter Artikel von Mara, die sonst immer wohlwollende Besprechungen schreibt und ich sie dafür bewundert habe. Mit diesem Artikel hat sie bewiesen, wie ein Verriss aussehen kann und muss, ohne dafür den Autor des Buches zu strafen. Siehe auch meine Erklärungen zu der Frage zum Verriss.

Lesen macht glücklich & Social Media Facebook

Im Gespräch mit Marc

Wie und warum hast du das Thema "eigenes Blog" angepackt und welches Ziel hattest du dabei?

Mit dem Gedanken infiziert wurde ich bei einer Suche nach einem Buch im Internet. Dabei stieß ich auf die Seite von Mara, die unter buzzaldrins wunderbare Buchbesprechungen schreibt und die sich hier auch schon vorstellen durfte. Weitere Recherchen zeigten mir, dass eine hohe Vielfalt an Literaturblogs existiert, die ich im Frühjahr 2013 nach und nach entdeckte. Für mich selbst war zwar zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, dass ich selber einen Blog anlegen möchte, aber ich benötigte dringend eine Art Kanal, um meine Gedanken zu dem, was ich gelesen habe, zu bündeln und zu ordnen. Diese beiden Punkte führte ich dann zusammen und erschuf meine Seite "Lesen macht glücklich", die ich anfangs noch "Lesen macht süchtig" genannt hatte, was mir aber als eine zu drastisches Motto für die Tätigkeit erschien. Ein konkretes Ziel hatte ich damals nicht so richtig und auch heute fällt es mir manchmal noch schwer zu benennen, was ich eigentlich mit meinen Besprechungen oder Gedanken erreichen will. Einerseits finde ich es schön, wie gerade eben angesprochen, die Gedanken zum Gelesenen noch einmal zu sammeln, aufzuschreiben und fremde Menschen daran teilhaben zu lassen. Andererseits finde ich es auch spannend, wie man diese Gedanken dann zu Papier bringt und wie diese, sobald man sie dem öffentlichen Diskurs überlässt, aufgenommen werden. Die Diskussionen die sich um das Thema Buch im Allgemeinen und manchmal an speziellen Titeln entspinnen finde ich aufregend und spannend und machen diese ganze Bloggerei zu einem interessanten digitalen Lesezirkel.

Lesen macht glücklich

Gibt es aktuelle Literaturthemen, die dich ganz besonders beschäftigen?

Diese ganze Debatte Feuilleton vs. Literaturblogs beschäftigt mich in dem Sinne, dass ich es mit Interesse verfolge, was da diskutiert wird, mich aber an diesen ganzen sich im Kreis drehenden Argumentationen, meist aus Zeitgründen, nicht beteiligen möchte. Leider wird immer wieder durchgekaut, dass Blogs keinen professionellen Anspruch hätten und keine Kritik im eigentlichen Sinne verfassen. Schaue ich mir jedoch an, was manche Literaturblogs auf die Beine stellen kann ich diese Punkte nicht nachvollziehen. Klar gibt es mehr gutartige Besprechungen als Verrisse, da nehme ich mich auch nicht aus. Das liegt aber wohl daran, dass man als Betreiber eines Blogs wohl noch aussuchen darf, was man lesen möchte und dabei meistens auch seinen eigenen Geschmack bedient, während ein Journalist mir seinen Vorkenntnissen und Herangehensweisen auch Bücher besprechen darf/muss, die ihm so gar nicht zusagen er aber mit seiner (hoffentlich) professionellen Einstellung differenzieren kann zwischen Geschmack und Wertigkeit des Gelesenem. Letztendlich finde ich das alles aber sehr müßig und wir sollten schauen, dass man eine gemeinsame Basis findet, auf der man aufbauen kann und von den Unterschieden beider Bereiche profitiert.

Ein weiterer Punkt ist die Vereinnahmung der Blogger durch die Verlage bzw. jetzt auch vermehrt durch die Leipziger/Frankfurter Buchmesse. Als alle danach geschrien haben, dass die Blogger mehr Mitsprache- bzw. Mitrederecht haben sollen, war es ok, dass diese ihnen auch gewährt werden. Jetzt, wo es soweit ist und die Blogger öffentlichkeitswirksam ihre Meinung vertreten dürfen, ist es vielen auch wieder nicht recht. Ich finde die Aktionen mit den Buchpreisbloggern und was zur Leipziger Buchmesse auf die Beine gestellt wurde einen Schritt in die richtige Richtung - wie bei vielen Dingen im Leben, ist aber noch Luft nach oben. Die Vereinnahmung der Blogger durch die Verlage sehe ich etwas kritischer. Aber nicht, weil die Blogger jetzt mehr Aufmerksamkeit bekommen, sondern eher von der Seite, dass Verlagsaktionen als positiv von den Eingeladenen empfunden werden und damit Kritik unterbunden werden kann - also ein wunderbares Marketinginstrument der Verlage mit Kundenbindung. Man sollte halt aufpassen, sich nicht zu sehr vor den Karren spannen zu lassen. Das soll jetzt auch nicht so negativ rüberkommen, wie es im ersten Moment klingt. Ich finde solche Aktionen an sich nicht schlecht, aber die Distanz sollte trotz allem gewahrt bleiben beziehungsweise Aufmerksamkeit muss nicht um jeden Preis erzeugt werden.

Dein bestes und dein schlimmstes Erlebnis als Blogger?

Bestes Erlebnis sind in der Summe die kleinen Dinge - Kommentare und Kontakte die sich durch den Blog ergeben - also ein großes positives Erlebnis. Wenn ich aber einen konkreten Punkt nennen sollte, dann sind es die Welttage des Buches 2014 und 2015, an denen ich bisher mit eigenen Verlosungen bei "Blogger schenken Lesefreude" teilgenommen habe und somit ein paar Menschen mit ebenjener Lesefreude ausstatten durfte.

Negativ, wenn man es denn so nennen darf, war bisher ein Troll, der unter einem meiner Beiträge meinte seine eigene Meinung bis aufs Messer zu verteidigen. Da habe ich aber schnell die Reißleine gezogen, sonst hätte das ausgeartet. War aber nichts Schlimmes, was mir den Schlaf raubt.

Lesen macht Glücklich - RegalHast Du Lesemacken?

Auch wenn ich ganz scharf nachdenke, fällt mir keine ein. Oder sagen wir mal so, ich erkenne sie nicht als Lesemacken an mir.

Wie reagierst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt? Schreibst du einen Verriss oder lieber gar nicht darüber?

Eindeutige Antwort: Verriss! Mit der Zusatzbemerkung: Wenn ich das Buch auch ausgelesen habe, was ich meist irgendwie schaffe und kann sagen, dass ich bisher 3 Bücher in meinem Leben abgebrochen habe, die mir allesamt zu doof waren. Ein viertes habe ich auch abgebrochen, aber dann nochmal begonnen und dann für immer in mein Herz geschlossen.

Zur Erklärung: Ich finde den Großteil der gut geschriebenen Rezensionen, die ein fundiertes (positives) Urteil abgeben, wunderbar. Meist geben die ein gutes Bild vom Buch ab und es wird auch deutlich gemacht, was dem- oder derjenigen an dem Buch, neben allem Lob, nicht so gut gefallen hat. Wenn man dann noch den Geschmack des jeweiligen Bloggers kennt, dann finde ich das meist in Ordnung. Jetzt kommt das Aber: So entsteht leider kein Diskurs. Wenn alle alles toll finden, finden wir uns auf der rosaroten Lilalaunewolke wieder. Ich meine aber jetzt nicht, dass wir alle mit der Dampframme durch den Büchergarten gehen sollen, das nicht. Die Verrisse sollten schon ebenso gut ausformuliert geschrieben sein wie die wohlwollenden Besprechungen (siehe angegebenen Link von Mara). Wie habe ich es vor ein paar Tagen in einem Kommentar gelesen? "Wir brauchen mehr Reibung!" Das bringt es auf den Punkt.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Das man beim Lesen alles, was um einen herum passiert, ausblenden kann.

Was ist dir an deinem Blog ganz besonders wichtig?

Einfache Antwort: Nichts!

Zur Erklärung möchte ich doch ein wenig ausholen, nicht das diese einfache Antwort zu harsch rüber kommt. Mir ist der Blog als Archiv wichtig, als Erinnerungshilfe. Aber ich brauche ihn nicht unbedingt. Lesen kann ich auch ohne den Blog und an die richtig guten Bücher erinnert man sich auch, wenn man dazu die Gedanken nicht nochmal aufgeschrieben hat (zu manchen Büchern vor meiner Blogzeit habe ich sogar noch das ungefähre Kaufjahr und den Ort im Kopf - irre). Aus diesen Gründen möchte ich da an meinem Blog nichts überhöhen und finde an meinem Blog nichts so richtig wichtig.
P.S.: Mal sehen, wie ich darüber in 2-3 Jahren denke (hier ein Augenzwinkern denken)

Mit welchen Schwierigkeiten hattest du anfangs zu kämpfen und wie bist du damit umgegangen?

Vor allem, wie ich meine Besprechungen aufbaue und formuliere. Ich bin meist der Typ, der frei drauf losschreibt und sich keine Gedanken darüber macht, wie der Text aufgebaut sein muss, ob es alles schlüssig erklärt ist und ob das überhaupt stimmig ist, was ich da auf den Bildschirm zaubere. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass ich da so durch die Tastatur holpere anstatt elegant darüber hinweg zu tanzen. Mittlerweile lasse ich mir für meine Besprechungen etwas mehr Zeit und formuliere auch sehr viel um, womit ich immer noch im Lernprozess bin. Ich bin aber erstaunt, wie so nach und nach die ganzen Texttheorien aus der Schule so langsam wieder zurückkamen und ich die teilweise wieder anwenden konnte.

Ansonsten waren die Schwierigkeiten die, wie sie jeder Blogger kennt, der aus dem Nichts eine Seite aufmacht. Man muss sich erst einmal um Publikum bemühen. Da es mit der Vernetzung bei mir eher schleppend verlief (und auch noch verläuft) sehe ich mich selbst nach 2 Jahren noch in der Aufbauphase, wobei ich aber mittlerweile schon auf ein paar Fans zählen kann.

Welche andere Literaturseite sollte in dieser Gesprächsreihe auf keinen Fall fehlen?

Sophie mit den Literaturen, Kathrin mit Phantasienreisen und Frank Duwald mit Dandelion (an dieser Stelle nochmals Dank für die wunderbare Literaturempfehlung - siehe Amerika- Plakate) und Mara mit buzzaldrins (aber die hattest du ja schon).

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das Interview!

Immer wieder gern.


SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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