Paul Hübscher von litteratur.ch

Auf Literaturschock werden in regelmäßigen Abständen interessante Bücherblogs, Literaturseiten und Rezensionsportale vorgestellt. Die ursprüngliche Idee könnt ihr im Artikel Bücherblogs, Literaturseiten, Rezensionsportale ... ? nachlesen. Heute stelle ich euch Paul Hübscher mit seinem Blog "litteratur" vor, das er gemeinsam mit "scheichsbeutel" betreibt.

Paul HübscherPauls Steckbrief in Kürze

Echter Name vs. Nickname: Paul vs. sandhofer (mit kleinem ‘s’ am Anfang, bitte!)
Geburtsjahr: Steht irgendwo in meinem Pass.
Oft anzutreffen in: meinem Büro.
Interessen (neben der Literatur): in bisschen SQL.
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: Robert Burton: Anatomy of Melancholy vs. Marcel Proust: À la recherche du temps perdu.

scheichbeutels Steckbrief in Kürze

Echter Name vs. Nickname: scheichsbeutel und orzifar ;-)
Geburtsjahr: Ich vermag mich beim besten Willen nicht mehr zu erinnern
Oft anzutreffen in: Im Bett mit einem Bücherstapel
Interessen (neben der Literatur): Die Kinder, ein wenig Programmieren, Naturwissenchaftliches, Musik (passiv) - auch wenn mein Junior mir seit kurzem Schlagzeugstunden gibt.
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: Wilhelm Nestle: Vom Mythos zum Logos --- Gerhard Vollmer: Evolutionäre Erkenntnistheorie

Steckbrief von litteratur

Webseite litteratur.ch

Online seit: Das Forum seit 10.07.2009, der Blog seit 17.10.2011.
Schwerpunkte: In der Literatur die sog. ‘Klassiker’, ansonsten Philosophie und Naturwissenschaften.
Besucher pro Monat: Zwischen 1’000 und 8’000 – je nachdem, welches Tool mal gerade wieder zählt…
Dein Lieblingsartikel auf deiner Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite): Dein Lieblingsartikel auf deiner Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite):
Von mir dieser hier: Von Epimenides, Tellkamp und Antinomien, weil er den Spagat zwischen Literatur und Philosophie einigermaßen hinkriegt. Andere Seiten kenne ich kaum ...
Schade finde ich, dass der Artikel über Jaron Laniers preisgekröntes Buch so unbeachtet vorbei gegangen ist... Linktipp? Für die etwas andere phantastische Literatur: Dandelion von Frank Duwald.

litteratur.ch & Social Media

Im Gespräch mit Paul & scheichsbeutel

Wie und warum habt ihr du das Thema "eigenes Blog" angepackt und welches Ziel hattet ihr dabei?

scheichsbeutel: Um eine Plattform für all jene Beiträge zu haben, die nicht recht ins Forum passten. Eigentlich wollte ich mich nicht nur auf Gelesenes konzentrieren, habe aber für anderes nie wirklich Zeit gefunden.

Paul: Eigentlich wollten wir nur unsere eigenen Gedanken in eine etwas endgültigere Form giessen, als dies das Forum zuliess. Und ursprünglich war dafür nicht einmal ein Blog angedacht, sondern einfach ein CMS. Es stellte sich dann heraus, dass WordPress ein sehr geeignetes CMS darstellt. So sind wir wider Willen zu Bloggern geworden.

Gibt es aktuelle Literaturthemen, die euch ganz besonders beschäftigen?

scheichsbeutel: Nein, die mich interessierenden Themen sind meist nur für mich "aktuell".

Paul: Im Moment fasziniert mich der Shit-Storm, den die Leitung der Leipziger Buchmesse losgetreten hat mit ihrer Idee, für die Nominierten des Buchpreises “Bloggerpaten” zu suchen.

Euer bestes und euer schlimmstes Erlebnis als Blogger?

scheichsbeutel: Freundschaften, die sich aus anfangs nur schriftlichen Kontakten entwickelten. - Auf "schlimme" Erlebnisse kann ich mich nicht erinnern. Manche Kommentare zeugen von Ignoranz oder Borniertheit: Aber der Ärger darüber hält sich in Grenzen.

Paul: Ich könnte jetzt nichts wirklich Gutes oder Schlimmes nennen. Die eine oder andere Enttäuschung natürlich, wenn ein Artikel, der einem am Herzen lag, so gar nicht beachtet wird.

Habt ihr Lesemacken?

scheichsbeutel: Ich mag großgedruckte Bücher (das mag mit dem zunehmenden Alter zu tun haben), kitschige Umschlaggestaltung kann schon mal das Lesen von Büchern verhindern. Beim Lesen selbst brauche ich absolute Ruhe, selbst andere Menschen im gleichen Raum stören mich.

Paul: Ja.

litteratur.chWie reagiert ihr, wenn euch ein Buch überhaupt nicht gefällt? Schreibt ihr einen Verriss oder lieber gar nicht darüber?

scheichsbeutel: Einen Verriss zu schreiben scheint mir wesentlich leichter als ein Buch zu loben. Trotzdem schreibe ich diesen Verriss nur dann, wenn das betreffende Buch in irgendeiner Weise paradigmatisch für eine bestimmte Schreibweise ist. Wenn es völliger Mist ist, lese ich es nicht zu Ende - was hinwiederum auch eine Besprechung verhindert. Manchmal muss ich aber dem Ärger freien Lauf lassen.

Paul: Natürlich gibt es einen Verriss. Nicht, weil ich glaube, dass es dem Autor hilft oder zukünftigen andern Lesern. Sondern, weil ich meinen Frust loswerden will.

Was macht für euch ein gutes Buch aus?

scheichsbeutel: Es ist wohl immer eine Mischung aus Gedankenreichtum, sprachlicher Gewandtheit, Phantasie, Genauigkeit - u. v. m. Und das alles muss noch im richtigen Verhältnis zueinander stehen. In der Philosophie ist es die Klarheit und Präzision, die mir enorm wichtig sind.

Paul: Es ist eine Kombination aus gutem Stil, intelligenten und eigenständigen Ideen.

Was ist euch an eurem Blog ganz besonders wichtig?

scheichsbeutel: Dass ich meine Beiträge nicht nachlässig schreibe. Häufig fehlt mir aber die Zeit, die Energie, dem Text mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Sodass ich diese meine eigene Forderung nach Sorgfalt nur teilweise einlösen kann.

Paul: Die relativ spartanische Aufmachung. Ich mag diese Klicki-Bunti-Blogs nicht, die aussehen, wie die Homepages, die wir Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gestaltet haben – mit jenen unsäglichen Animated GIFs, wenn Du verstehst, was ich meine. Und die Tatsache, dass ich hier meine eigene Meinung kundtun darf.

Gibt es Empfehlungen, die ihr anderen Betreibern mit auf den Weg geben möchtet? Was sie tun (z.B. um ihre Seite bekannter zu machen) oder sein lassen sollten (Anfängerfehler, Stolpersteine)?

scheichsbeutel: Das Wichtigste eines Blogs sind die Beiträge selbst, jemand muss etwas zu sagen haben (zu welchem Thema auch immer). Allerdings achten die meisten Blogbetreiber eher auf hohe Zugriffszahlen, Layout, graphische Gestaltung. Ich würde einem Anfänger also nahelegen, sich über Zugriffszahlen, Gestaltung etc. nicht allzu viele Gedanken zu machen, sich erst mal auf die Texte zu konzentrieren (und nach einiger Zeit, ein oder zwei Jahren, zu sehen, ob es noch Spaß macht und daher auch Sinn hat, Werbung dafür zu machen). Störend (für mich) sind Gimmicks aller Arten, eingefügte Youtube-Videos, ein Unmenge an Bildern. (Das mögen weniger textorientierte Menschen anders sehen ...) Die Empfehlung für einen Anfänger würde also lauten: Einfaches Layout, Werbung in Maßen, sich auf das Schreiben konzentrieren. Und nicht ständig auf die Seitenzugriffe zu schielen: Ein wirklicher Leser ersetzt 1000 Klicks von desinteressierten Surfern.

Paul: Deine Frage geht davon aus, dass es wünschenswert ist, seine Seite bekannter zu machen. Das würde ich schon mal nicht unterschreiben. Wer heute einen Blog startet, muss sich dessen bewusst sein: Ausser den besten Freundinnen und der eigenen Mutter wird den niemand lesen. Niemand hat auf uns Blogger gewartet. Ausser die andern Blogger. Die werden uns lesen und uns kommentieren. Wenn wir sie lesen und kommentieren. Aussenstehenden sind wir egal. Also sollte man einfach sein Ding durchziehen – aus Spass an der Freud. Und nicht mit dem Hintergedanken im Kopf, eines Tages im Literaturbusiness (z.B. bei einem Verlag oder bei einem Feuilleton) einen Job finden zu können. Oder gar sein Blog vermarkten zu können.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt für das Interview!

scheichsbeutel: Gern doch :-).

Paul: Bitte schön – gern geschehen.


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