Sophie Weigand von Literaturen

Auf Literaturschock werden in regelmäßigen Abständen interessante Bücherblogs, Literaturseiten und Rezensionsportale vorgestellt. Die ursprüngliche Idee könnt ihr im Artikel Bücherblogs, Literaturseiten, Rezensionsportale ... ? nachlesen. Heute stelle ich euch Sophie Weigand von Literaturen vor.

Sophie WeigandSophies Steckbrief in Kürze

Echter Name: Sophie
Geburtsjahr: 1989
Oft anzutreffen: auf der Couch (die gleichzeitig Bett ist) oder in einer Buchhandlung (auch berufsbedingt)
Interessen (neben der Literatur): Geschichte, Psychologie, Filme & Serien
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: Unter anderem lese ich gerade 21.0 von Andreas Rödder, ein Sachbuch, das sich an einer „Geschichte der Gegenwart“ versucht. Meine spontane Buchempfehlung wäre „Die Straße der Pfirsiche“ von F. Scott Fitzgerald. Eine leichtfüßige, humorvolle und charmante kleine Erzählung.

Bildrechte Portrait Sophie Weigand: Kai Raub

Steckbrief von Literaturen

Webseite Literaturen

Online seit: 2011 (soweit „online“ den Blogbetrieb meint)
Schwerpunkte: deutsche und internationale Gegenwartsliteratur, Klassiker, Interviews, Graphic Novel und „Buchthemen“ so ganz allgemein, wozu ich u.a. auch meine Reihe zu Literaturmagazinen zähle
Besucher pro Monat: gewöhnlich zwischen 7000 und 9000
Dein Lieblingsartikel auf deiner Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite): Ich habe jetzt wirklich darüber nachgedacht, aber einen Lieblingsartikel auf meiner eigenen Seite habe ich nicht. Außerhalb habe ich zuletzt mit großem Gewinn auf dem Blog „Zeilensprünge“, betrieben von zwei Master-Studenten der Literaturwissenschaft, eine Rezension zu Karl Ove Knausgard gelesen. Die war kenntnisreich, pointiert, nachvollziehbar, gut zu lesen. Davon war ich sehr angetan.

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Im Gespräch mit Sophie

Wie und warum hast du das Thema "eigenes Blog" angepackt und welches Ziel hattest du dabei?

Ich habe das zunächst nicht mit einem klaren Ziel verbunden. Ich hatte schon Blogs vor meinem Literaturblog, allerdings waren das typische Online-Tagebücher mit Passwortschutz, niemals für die breite Öffentlichkeit gedacht. Und irgendwann kam mir eben der Gedanke, ich könnte ja mal über etwas schreiben, was mich wirklich interessiert. Als Gedächtnisstütze habe ich dann begonnen, den Blog zu führen, in der Hoffnung, er möge mir zu langlebigeren Gedanken über das Gelesene verhelfen. Stattdessen hat er dann weit mehr bewirkt als ich je gedacht hätte.

Literaturen

Gibt es aktuelle Literaturthemen, die dich ganz besonders beschäftigen?

Mich beschäftigt grundsätzlich immer, sowohl als Bloggerin wie auch als Buchhändlerin, wie ich Bücher an Mann und Frau bringen und Menschen dafür begeistern kann. Am liebsten nicht nur für die Literatur, die ohnehin breit besprochen wird, sondern auch die, die in der Flut an Neuerscheinungen untergeht. Ja, vielleicht beschäftigt mich das immer wieder: die Flut des Mittelmaßes (wobei nichts gegen Mittelmaß einzuwenden ist, aber bei rund 90.000 Neuerscheinungen im Jahr darf man hinterfragen, ob all diese Bücher wirklich dringend hätten gedruckt werden müssen) und literarische Trittbrettfahrer und Wellenreiter, die nur existieren, weil das Konzept vorher schonmal gut funktioniert hat.

Dein bestes und dein schlimmstes Erlebnis als Bloggerin?

„Beste“ Erlebnisse sind immer dann, wenn ich Gleichgesinnte treffe – völlig egal, ob von Verlags-, Blogger- oder Journalistenseite. Immer dann, wenn meine Blogarbeit, die gleichzeitig Hobby und Leidenschaft ist, Wertschätzung erfährt. Dann bin ich kurz ziemlich zufrieden mit dem, was ich tue. „Schlimme“ Erlebnisse gab es bisher nicht.

Hast Du Lesemacken?

Nein, ich glaube nicht. Wobei, - ich verbessere manchmal im Kopf Sätze in Büchern, die mir nicht gefallen. Ich stelle Wörter um, feile manchmal ein bisschen an manchem Satz herum, damit er besser klingt. Ab und an lese ich auch ohne irgendeine äußere Veranlassung laut. Darüber hinaus habe ich keine Lesemacken. Ich schlage Taschenbücher ungeniert auf und lege sie mit gebrochenem Rücken ab. Ich knicke Seiten ein, wenn ich keine Lesezeichen habe. Ich kaufe angegilbte Bücher vom Flohmarkt. Bücher wollen gelesen und geliebt und durchdacht werden, nicht von Ferne angehimmelt und mit Samthandschuhen angefasst.

Literaturen Regal

Wie reagierst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt? Schreibst du einen Verriss oder lieber gar nicht darüber?

In der Regel schreibe ich dann trotzdem darüber. Auch das Abraten von etwas kann hilfreich sein. Auch Kritik kann für ein Buch einnehmen. Sei es nun, weil man selbst ganz andere Maßstäbe anlegt oder weil man sich überzeugen möchte, ob es wirklich so schlecht ist wie behauptet. Es muss nur plausibel gemacht werden, weshalb das Buch meiner Meinung nach nicht gelungen ist oder wo es schwächelt. Das muss dann im Endeffekt nicht immer bedeuten, dass es verrissen wird. Viel mehr ist das für mich eine offene Auseinandersetzung mit dem, was ich gelesen habe. Und das kann, trotzdem ich schon vergleichsweise sicher in meiner Wahl bin, eben nicht immer alles großartig sein.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Verkürzt ausgedrückt: Ein gutes Buch zeigt mir die Welt, wie ich sie vorher noch nicht gesehen habe. Sprachlich, inhaltlich, perspektivisch. Es erweitert meinen Horizont – auch wenn das jetzt etwas kitschig klingt. Ich bin ein sehr empathischer und neugieriger Mensch. Dementsprechend möchte ich mich nicht nur in dem bestätigt sehen, was ich sowieso schon kenne und schätze, ich will Neues erfahren. Meinetwegen auch Unverständliches, Verstörendes, Menschliches. Wenn ein Buch das schafft, in einer Sprache, die mich begeistert und mir bewusst macht, was Literatur so alles bewirken kann – dann ist es gut.

Was ist dir an deinem Blog ganz besonders wichtig?

Mir ist wichtig, dass die Artikel eine gewisse Qualität haben. Dass der Blog, soweit möglich, in der Masse seine Individualität und Persönlichkeit wahrt. Denn das macht Blogs, nach meinem Verständnis, auch aus. Und dass der Blog glaubwürdig bleibt.

Literaturen Regal

Mit welchen Schwierigkeiten hattest du anfangs zu kämpfen und wie bist du damit umgegangen?

Ich hatte und habe gelegentlich Schwierigkeiten, mich zu organisieren. Ich bin kein Mensch für To-Do-Listen, Redaktionspläne oder akribische Planung, ich bin mehr kreativ-chaotisch. Pläne mache ich nur, damit mein Schweinehund sie unterlaufen kann. Ich kann mich an manchem Tag stundenlang in die Arbeit versenken und an anderen nach Stunden nicht einen Satz geschrieben haben. Ich zweifle ständig daran, dass es gut ist, was ich mache. Das sind aber mehr Schwierigkeiten, die in mir selbst liegen und es hat sich als erfolgreich erwiesen, ihnen nicht allzu viel Aufmerksamkeit und Raum zu schenken. Man darf nicht zu verbissen werden, muss auch mal Druck rausnehmen können. Das übe ich, immer wieder neu.

Welche andere Literaturseite sollte in dieser Gesprächsreihe auf keinen Fall fehlen?

Birgit von „Sätze & Schätze“, Caterina von „Schöne Seiten“, Tilman von „54books“.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das Interview!

SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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