Sven Hensel vom gleichnamigen Blog

Auf Literaturschock werden in regelmäßigen Abständen interessante Bücherblogs, Literaturseiten und Rezensionsportale vorgestellt. Die ursprüngliche Idee könnt ihr im Artikel Bücherblogs, Literaturseiten, Rezensionsportale ... ? nachlesen. Heute stelle ich euch Sven Hensel vor.

Sven HenselSvens Steckbrief in Kürze

Echter Name vs. Spitzname: Sven Hensel
Geburtsjahr: 1987
Oft anzutreffen: Twitter, am Wochenende (morgens) in Cafes, um dort zu schreiben, in Bus/Bahn, um entspannt zu lesen.
Interessen (neben der Literatur): Politik, Weltgeschehen, Serien, Filme, Musik, Fußball
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: Kafka am Strand (Haruki Murakami) vs. Catcher in the Rye (J.D. Salinger)

Steckbrief von deinem Blog

Webseite  Svenhensel.de

Online seit: Dezember 2015
Schwerpunkte (Genre und Besonderheiten): Meine eigenen Bücher (Gesellschaftskritische Literatur), Autorenblog über Schreibprobleme, das Autorenleben und regelmäßige Hilfestellungen ohne jede Egozentrik.

BesucherInnen pro Monat: 1100-1400
Dein Lieblingsartikel auf eurer Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite): Autoren & Neid - Wie aus Schreibern kleine Monster werden und The New Yorker: Page Turner

Sven Hensel & Social Media

Sven Hensel bei Twitter Sven Hensel bei Facebook

 

Im Gespräch mit Sven

Wie und warum hast du das Thema "eigenes Blog" angepackt und welches Ziel hattest du dabei?

Zuerst fing ich mit extrem kurzen Mini-Reviews von Büchern an, die ich zu der damaligen Zeit verschlungen habe, aber irgendwann stellte ich für mich selbst fest, dass ich den Werken nicht gerecht werden konnte. Das war zu einer Zeit, als ich 4-5 Bücher in der Woche las und einfach nicht die Energie hatte, jeden Tag eine ausführliche Kritik zu schreiben. Deswegen habe ich meinen Blog einem "Reboot" unterzogen und eine völlig neue Richtung gewählt, die er so seit Juni 2016 hat: wöchentliche Blogbeiträge über alles, was uns Autoren interessiert/beschäftigt. Mit dieser Neuorientierung habe ich eigentlich nur ein Ziel verfolgt: ich wollte helfen. Es ging(/geht) bei den Blogs nicht darum, mich selbst in den Vordergrund zu stellen — das Wort „ich" kommt z.B. niemals vor — sondern darum, KollegInnen Hilfestellungen bei Problemen zu liefern oder auch mal kritische Themen anzuschneiden, um Diskussionen loszutreten. Ich bin der Ansicht, dass wir AutorInnen eine große Gemeinschaft sein sollten, die sich gegenseitig unterstützt und füreinander da ist und deswegen wollte ich mit meinen Beiträgen einen (kleinen) Beitrag leisten.

Gibt es aktuelle Literaturthemen, die dich ganz besonders beschäftigen?

Da ich mit meinen eigenen Büchern gerne unbequeme, aber stets aktuelle Themen abdecke, die gerne auch in moralischen Konflikten gipfeln — sowohl bei den Figuren als auch bei den LeserInnen — hat das generelle Geschehen in unserem Land und auch auf der Welt einen großen Einfluss auf mich. Speziell die Themen Rassismus, Hass, Diskriminierungen, Neid, moralloses Verhalten und Zivilcourage beschäftigen mich so sehr, dass ich sie regelmäßig anspreche und verarbeite.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten Deiner Bloggerkarriere?

Ich glaube, die besten Zeiten sind, wenn man einen Blogbeitrag schreibt, er wunderbar angenommen wird, es viele positive Stimmen gibt, vielleicht sogar Danksagungen oder die Bestätigung, dass die angestrebten Hilfestellungen wirklich nützlich waren. Dem hingegen gibt es auch Beiträge, in die man viel Zeit und Gedanken investiert hat, von denen man dann eben erwartet, dass sie viel Anklang finden würden, und diese Resonanz dann nicht ganz so überschäumend ist. Manchmal haben Beiträge, die ich in 2 Stunden geschrieben habe, (im Verhältnis) sehr gute Klickzahlen, werden in sozialen Netzwerken häufig geteilt, während andere Beiträge, in die 6-8 (und mehr) Stunden gingen, eher weniger Beachtung finden. Das kann frustrierend sein, weil sich darunter auch kein Muster ausmachen lässt. Gleichzeitig ist es wahnsinnig motivierend, weil jeder Blogbeitrag so eine Wundertüte ist und man nicht weiß, wie die Reaktionen ausfallen!

Sven Hensel Webseite

Hast du Lesemacken?

Na, klar! Neben der Tatsache, dass ich kein Problem habe, bei einem Buch auch mal ein Eselsohr als Lesezeichen zu nutzen (SAKRILEG!), ermüden mich Bücher, wenn sie eine gewisse Länge haben (350> Seiten). Ich bin jemand, der gerne in viele unterschiedliche Geschichten eintaucht und sobald ich merke, dass ein Buch einen Hänger hat oder mich verliert, fange ich sofort ein Neues an, ohne aber das vorherige Buch aufzugeben. So kann es gerne mal passieren, dass ich 4-5 Bücher parallel lese.

Wie reagierst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt? Schreibst du einen Verriss oder lieber gar nicht darüber?

Ich habe eine eiserne 100-Seiten-Regel: ich gebe einem Buch genau so viel Zeit, mich von der Qualität zu überzeugen. Schafft es das nicht, kommt es in eine Kiste mit anderen Enttäuschungen dieser Art und ich nehme mir das nächste Buch vom leider noch immer sehr großen SuB-Stapel (sicher über 150+). Darüber schreiben würde ich zwar nicht, gebe aber online eine Bewertung bei Goodreads ab.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Es muss mich fesseln, fordern, begeistern und mir mit seinen Geschichten, Figuren und seinen Themen etwas über eine Zeit, eine Gesellschaft oder eine Art von Leben zeigen, sodass es eine Hilfe ist, um über den Tellerrand hinaus schauen zu können. Ich mag "schwere" Bücher, die Themen ansprechen, die nicht so leicht verdaulich sind, die eine besondere Sprache besitzen und sowohl mit den Inhalten als auch der Form unterhalten können.

Sven Hensels Bücherregal

Was ist dir an deinem Blog ganz besonders wichtig?

Ganz wichtig ist mir — und das ist vielleicht auch das Besondere — dass mein Blog nicht mich im Zentrum hat, so paradox es klingt. Wenn ich meine LeserInnen von meinen neuen Büchern erzähle, ist das natürlich etwas anderes, aber vorsätzlich soll es bei den Blogbeiträgen darum gehen, wie man anderen AutorInnen helfen kann. Der Zweck steht damit im Vordergrund und nicht der Schreiber, der die Beiträge verfasst. Ich glaube, dass genau das es ist, was viele LeserInnen schätzen. Meine Beiträge sind keine Selbstinszenierung oder Selbstprofilierung, sondern ein Versuch, andere AutorInnen vor Problemen zu bewahren oder sie aus so manchem Schreibsumpf herauszuholen.

Welchen Tipp gibst du anderen Blogger*innen?

Versuche nicht einem Trend hinterher zu laufen, in der Hoffnung, Klickzahlen generieren zu können. Überzeuge durch eigene Ideen, Konzepte und Authentizität. Sei dabei bescheiden in Momenten des Erfolgs und falle nicht in ein Loch, wenn es mal nicht so läuft.

Was vermisst du in der deutschen Literaturbloggerszene?

Ein breiteres Spektrum an Aufmerksamkeit, das sich nicht nur auf kostenlose Verlagsexemplare beschränkt, sondern auch anerkennt, dass nicht jeder Self-Publisher qualitativ hinter Verlagsautoren hinterherhinkt. Es scheint mir, als würde mit zweierlei Maß gemessen, was die Auswahl an Büchern angeht: viel zu selten werden Werke von Self-Publishern ins Zentrum einer Rezension gestellt, weil scheinbar weiterhin das Vorurteil herrscht, dass diese Art von Autoren nichts können würden. Letztendlich ist Self-Pub vs. Verlag jedoch nichts anderes als die Frage nach der Veröffentlichungsart, gibt aber keinerlei Rückschlüsse darauf, ob der Autor oder die Autorin gut schreiben kann. In beiden Bereichen gibt es ebenso viel Schund wie Talent.

Und was findest du gut?

Das Miteinander und die Liebe zur Literatur. Meiner Erfahrung nach gibt es in dieser Szene wahnsinnig viele wunderbare Menschen, die mich mit ihrer Natürlichkeit, Freundlichkeit und Hingabe für ihre Vorlieben begeistern. Es fühlt sich immer wieder so an, als sei man Teil einer tollen Gemeinschaft, in der jeder auf eigene Weise die Begeisterung für literarische Werke ausleben kann und man sich gegenseitig schätzt, sowie auch respektiert.

Welche andere Literaturseite sollte in dieser Gesprächsreihe auf keinen Fall fehlen?

Passend zur vorletzten Frage: SPPerlen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das Interview!

SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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