Tobias Zeising von Lesestunden

Auf Literaturschock werden in regelmäßigen Abständen interessante Bücherblogs, Literaturseiten und Rezensionsportale vorgestellt. Die ursprüngliche Idee könnt ihr im Artikel Bücherblogs, Literaturseiten, Rezensionsportale ... ? nachlesen. Heute stelle ich euch Tobias Zeising und seinen Blog "Lesestunden" vor.

Tobias ZeisingTobias Steckbrief in Kürze

Echter Name vs. Nickname: Tobias Zeising
Geburtsjahr: 1981
Oft anzutreffen in: der S-Bahn beim Lesen
Interessen (neben der Literatur): Softwareentwicklung, Fotografie
Aktuelles Buch vs. spontane Buchempfehlung: "Die Analoge: Das Herz des Denkens" von Douglas Hofstadter und Emmanuel Sander vs. "Madame Bovary" von Gustave Flaubert

Steckbrief von Lesestunden

Webseite Lesestunden

Online seit: Dezember 2014
Schwerpunkte: Klassiker, Fantasy, Belletristik
Besucher pro Monat: ca. 3000
Dein Lieblingsartikel auf deiner Seite vs. Linktipp (z.B. andere Literaturseite): Die wohl aufwendigste Rezension und Lektüre bisher, aber auch eines der faszinierendsten Bücher ist Horcynus Orca. Eine gut bekannte Seite: lovelybooks.de die momentan eine meiner Hauptanlaufstellen zum Stöbern und Entdecken guter Bücher ist.

Lesestunden & Social MediaFacebook Instagram

Im Gespräch mit Tobias

Wie und warum hast du das Thema "eigenes Blog" angepackt und welches Ziel hattest du dabei?

Die Idee einen Blog über Literatur zu starten hatte ich schon lange. Ich habe lange gezögert, weil es zeitintensiv ist und für mich auch eine Frage des Datenschutzes ist (über Letzteres habe ich bereits gebloggt). Ich liebe Bücher und ich lese dadurch, dass ich mit der S-Bahn pendle sehr viel und finde den Gedanken, die eigenen Eindrücke zu teilen, zu formulieren und auf ein gelesenes Buch zurück zu blicken sehr schön. Sich über Literatur auszutauschen, aber auch die ganze technische Seite, also einen Blog zu erstellen, zu gestallten und aufzubauen, macht einfach Spaß und ist etwas, das den Blick auf das eigene Hobby Lesen, aber auch auf das Internet und die Technologien in diesem Kontext erweitert.

Gibt es aktuelle Literaturthemen, die dich ganz besonders beschäftigen?

Aktuell lese ich sehr gerne Klassiker, insbesondere aus dem 19. Jahrhundert, das wirklich viele hervorragende Bücher hervorgebracht hat. Gesellschaftsromane dieser Zeit lassen unsere Kultur, unseren Zeitgeist und die politischen Prozesse, die derzeit ablaufen, in einem ganz neuen Licht erscheinen. Seien es moralische Aspekte, die Art und Weise wie die Menschen miteinander umgegangen sind, aber auch wie sie sich und die Gesellschaft wahrgenommen haben. Man stellt fest, dass sich vieles im Jetzt wiederfindet, der Mensch sich immer modern und aufgeklärt gefühlt hat und die Gesellschaft leider verdammt ist die Geschichte zu wiederholen, weil ein Gros der Menschen sich ihrer nicht erinnert. Ok, das war jetzt vielleicht genau das Gegenteil der Frage. Das ist sozusagen das, was mich aktuell beschäftigt, aber vielleicht nicht aktuell anmutet, auch wenn es das aus meiner Sicht ist.

Lesestunden

Dein bestes und dein schlimmstes Erlebnis als Blogger?

Ein sehr schönes Erlebnis ist die Tatsache, dass mein Blog doch recht schnell eine Leserschaft gefunden und in recht kurzer Zeit ein gewissen Grad an Vernetzung erreicht hat. Das ist natürlich ein Erfolgserlebnis, denn das ist eine Bestätigung, dass die Themen und Bücher, die ich herausgreife doch interessant sind und einen Dialog heraufbeschwören. Ein schlimmes Erlebnis hatte ich glücklicherweise bisher nicht.

Hast Du Lesemacken?

Ich muss jedes Buch das ich lese auch besitzen. Bücher ausleihen oder Ebooks sind nichts für mich. Bücher horten gehört einfach dazu und wenn ich einmal in ein Buch eingetaucht bin, dann will ich es auch nicht mehr hergeben. Irgendwie machen es die Stunden, die man damit verbracht hat zu kostbar.

Lesestunden Regal

Wie reagierst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt? Schreibst du einen Verriss oder lieber gar nicht darüber?

Extrem schlechte Bücher lese ich nicht zu Ende. Und wenn mir ein Buch nicht gefällt, dann schreibe ich so auch darüber. Ich glaube auf diese Weise werde ich es mir noch mit so einigen Verlagen verscherzen, und ich glaube an der ein oder anderen Stelle habe ich das bereits, aber das ist für mich nicht wichtig. Ich schreibe ganz offen meine Gedanken und denke diese Offenheit ist eine Grundvoraussetzung um einen authentischen Blog zu betreiben. Ich sehe meinen Blog auf jeden Fall nicht als Multiplikator und bin auf der Konsumerseite anzutreffen. Dass mich mit der Verlags- und Bücherwelt nichts berufliches und monetäres verbindet, macht diese Entscheidung natürlich sehr leicht umsetzbar.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Lesestunden LeseplatzIch unterscheide hier ganz bewusst. Es gibt für mich Bücher, die sind einfach zur Unterhaltung da. Die haben eine gute Story, es macht Spaß sie zu lesen und sie unterhalten mich. Das sind Bücher, die ich empfehle, die mich aber nicht komplett umgehauen haben (3 Sterne Bücher). Dann gibt es Bücher, die haben zudem eine sehr schöne Sprache oder eine ganz reizvolle Idee. Die sind besonders empfehlenswert (4 Sterne Bücher). Und dann gibt es die ganz großen Knaller (5 Sterne). Das sind Bücher, die sprachlich einfach genial sind, wunderbare Sätze haben und gleichzeitig aber auch einen gewissen Tiefgang haben. Ein gutes Beispiel ist Anna Karenina, in dem Tolstoi einfach ein wahnsinnig realistisches, detailliertes und tiefgreifendes Bild von einer Frau zeichnet. Eines, das über das Buch hinaus Gültigkeit hat. Das sind Bücher, die mich über deren Lektüre hinaus auch beschäftigen, über die ich im Nachhinein viel nachdenke und an die ich mich immer wieder zurück erinnere. Ich denke dabei an das Meer in Horcynus Orca, an den Zynismus von Andrei Bolkonsky, and die romantische Gier Emmas oder das Gefühl der Liebe Marguerite Gautiers. Oder an das riesige Abenteuer, dass Edmond Dantes erlebt hat, mit allen Höhen und Tiefen.

Was ist dir an deinem Blog ganz besonders wichtig?

Das große Ganze muss stimmen. Es soll ein ausgewogener Inhalt mit Rezensionen zu schönen Büchern, mit interessanten Beiträgen rund um Literatur und auch mal schönen Fotos mit einem ordentlichen Design kombiniert werden. Es soll Spaß machen meinen Blog zu lesen. Er soll eine Quelle für gute Bücher sein und auch einfach unterhalten. Manchmal soll auch das Bloggen über Bücher hinterfragt werden. Beispielsweise der Datenschutz, wie die Bloggerlandschaft beschaffen ist oder was für ein Verständnis für die Bewertung von Büchern vorhanden ist.

Mit welchen Schwierigkeiten hattest du anfangs zu kämpfen und wie bist du damit umgegangen?

Zu Beginn ist es natürlich schwierig sich zu positionieren und eine Leserschaft aufzubauen. Neben interessanten Inhalten spielt hier natürlich die Vernetzung über Soziale Netzwerke, aber auch Diskussionen eine wichtige Rolle. Wichtig ist es, dass man aktiv bleibt, sich auf gute Inhalte konzentriert, aber eben auch mit anderen Bloggern und Buchbegeisterten in einen Dialog tritt. Aber als wirkliche Schwierigkeit habe ich das nicht gesehen, denn das Bloggen ist für mich ein Hobby und das betreibe ich mit einer entspannten Sichtweise.

Welche andere Literaturseite sollte in dieser Gesprächsreihe auf keinen Fall fehlen?
 
Einer meiner liebsten Blogs ist Philea's Blog von Petra. Sie hat Literaturempfehlungen, die manchmal echte Geheimtipps sind und bringt ihre Leidenschaft, das Lesen, mit dem Reisen in einen ganz interessanten Einklang. Ich lese ihre niveauvollen Beiträge sehr gerne und soweit ich sie bisher kennengelernt habe, ist sie menschlich echt nett und sehr interessant. Ich glaube sie hat viel zu erzählen und einmal ihr Bücherregal zu durchstöbern wäre eine echt schöne Sache.
 

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das Interview!

Ich freu mich, dass ich dabei sein darf.

SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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