1. LoveLetter-Convention in Berlin

Berlin im Zeichen des Liebesromans

Als im letzten Jahr bekannt wurde, dass in diesem Jahr zum 1. Mal und dann auch noch in Berlin die LoveLetter Convention stattfinden sollte, war für Kiala und mich gleich klar, dass wir genau dorthin gehen würden.

Die Anmeldung war schnell getätigt und dann ging das Warten los. Jeder Newsletter der Convention wurde im Vorfeld genau studiert und die Spannung wuchs immer mehr, je mehr Anmeldungen von Autorinnen eingingen. Und als dann die Namen meine Lieblingsautorinnen im Romantic und Romantic Suspence-Bereich auftauchten, stieg die Vorfreude ins unermessliche.

Vier Wochen vor dem ersehnten Termin stand die Teilnehmer-Liste fest und es liest sich wie ein Who-is-Who der Szene. 15 Namen fanden sich auf dem Programm, davon kannte ich zu dem Zeitpunkt gerade mal Nalini Singh, Lara Adrian, Michelle Raven, Kristina Günak und Bella Andre auf Grund ihrer Bücher. Bei Kiala war es ähnlich – sie kennt die gleichen Autorinnen wie ich, nur statt Bella Andre hat sie bereits Bücher von Larissa Ione und Shannon MacKenna gelesen.

Sicher wäre es für uns beides ein leichtes gewesen, von den restlichen Autorinnen bis zur Convention noch das ein- oder andere Buch zu lesen. Aber ich entschied mich ganz bewusst dagegen. Denn ich wollte die Convention auch dazu nutzen, neue Autorinnen für mich zu entdecken. Und wo geht das besser als bei Blind Dates, Signierstunden und Lesungen. 

Als das Programm raus kam, standen Kiala und ich schon im Vorfeld vor dem nächsten Problem. Stündlich gab es neue Programmpunkte, interessante Veranstaltungen und die Auswahl fiel uns sehr schwer.

Und dann war es da … das heißersehnte Wochenende.

Am Freitag nach der Arbeit startete ich mit dem Bus in Richtung Berlin – leider mit 45 Minuten Verspätung – und entsprechend später kam ich auch in Berlin an. Natürlich wurde ich von Karin abgeholt und hab mich riesig gefreut, sie wieder zu sehen. Auf dem Heimweg holten wir uns noch ein leckeres Eis Kristina Günakund als wir zu Hause waren, wurde erstmal ausgiebig gequatscht.

Am Sonnabend früh hieß es beizeiten für uns aufstehen, frühstücken und dann ab ins Auto und zum Kulturhaus Spandau gedüst. Wir waren etwa 8.15 Uhr im Organisationsbüro und holten unsere Namenskärtchen ab. Wie sich später zeigte war das mit den Kärtchen, die an einem orangefarbenen Bändchen getragen wurden, eine richtig gute Idee. Aber es gab nicht nur das Kärtchen – die Organisatoren hatten sich noch viel mehr überlegt. Es gab eine Tasche, die mit allerlei netten Gimmicks gefüllt war – Kugelschreiber, kleine Blöcke, einem Lesezeichen usw. Außerdem gab es die neuste Ausgabe der LoveLetter und ein Katalog zur LoveLetter-Convention.

Der Katalog war auch richtig durchdacht aufgebaut: Jede teilnehmende Autorin wurde mit Bild und drei Seiten Text (teilweise durch die Autoren selbst geschrieben) sowie kurzer Biographie/Bibliografie vorgestellt. Unter jedem Bild war genug Platz für ein Autogramm.

Und dann ging es auch schon los. Unser erstes Ziel war der Raum, in dem die Lesungen stattfinden sollten. Ein Ballettsaal, vor dem alle die ihn betreten wollten – egal ob Zuhörer oder Autoren – die Schuhe ausziehen mussten.  Wie wir der auf Leserunden.de sehr beliebten Autorin Kristina Günak versprochen hatten, saßen wir nah bei ihr. Es dauerte auch gar nicht lange und sie betrat den Saal, sah und begrüßte uns mit einer dicken Umarmung. Schöner kann doch ein Tag gar nicht beginnen. Obwohl sie, wie sie selbst sagt, schlecht geschlafen hat, war Kristina richtig gut drauf, erfüllt schon vor der Lesung die ersten Signierwünsche und so bekam mein Katalog gleich das erste Autogramm.

 

Die Lesung selbst war richtig gut – wie sollte es auch anders sein?

 „Eine Hexe zum Verlieben“ hieß das Buch aus dem sie las und auch wenn ich das Buch kenne und liebe, habe  ich genauso gebannt zugehört wie die anderen Zuhörer und Zuhörerinnen im Raum.

Ja!

Es waren tatsächlich sogar Männer dabei!

Eine Tatsache, die uns überrascht und die uns richtig gut gefallen hat. Denn seien wir mal ehrlich: Warum sollte ein Mann keine Liebesromane lesen können?

Im Anschluss an die Lesung, die wie alle Folgenden 20 Minuten dauerte, beantwortete Kristina noch Fragen und signierte fleißig weiter. Eine Frage an Kristina lautete, wie lange Kristina an einem Buch arbeiten würde und sie verriet, dass sie ungefähr 4 Monate an einer Rohfassung arbeitet. Respekt J

Die zweite Lesung des Tages folgte sofort im Anschluss und so ging das den ganzen Tag. Im 30-Minuten-Takt konnten interessierte Zuhörer Lesungen lauschen und die nächste, die wir uns anhören wollten, war Stefanie Ross, eine Newcomer-Autorin, die ihre ersten Bücher im Juli veröffentlichen wird. Hier stellte sie ihren Romantic-Thrill-Roman „Luc - Fesseln der Vergangenheit“ vor – dieser wird allerdings nur als E-Book erscheinen. Das Titelbild ist der absolute Hammer und die gelesenen Abschnitte so spannend, dass das Buch sofort auf meiner Wunschliste gelandet ist. Obwohl Stefanie sehr nervös war – immerhin war es ihre allererste Lesung – hat sie ihre Sache richtig gut gemacht und nahm sich im Anschluss auch noch Zeit für ihre ersten Fans und signierte die Kataloge.


Loveletter Convention

Damit verließen wir den Raum und zogen weiter ins Theater, wo ein sogenanntes Panel (Diskussionsrunden) mit dem Titel „Kurzromane - Die CORA-Reihen und ihre Autorinnen“ stattfand.

Hier war ich das erste und einzige Mal sauer – und zwar auf mich selbst!

Da mein Englisch leider ziemlich schlecht ist konnte ich den interessanten Ausführungen auf der Bühne nicht folgen und so blieb mir nur, die Autorinnen Maya Banks, Nalini Singh und Michelle Styles zu beobachten. Aber Karin war ja mit und so erfuhr ich dennoch um was es ging. Thema war zum Beispiel die Schwierigkeiten die entstehen, wenn drei Autorinnen gemeinsam eine Serie schreiben, in der jede Autorin ein Buch beiträgt. Es muss schließlich alles zusammenpassen!

Maya Banks mag das gar nicht und hat schon schlechte Erfahrungen bei dieser Art Serie gemacht. Zum Einen weil einmal ihre Helden in den vorherigen Bänden von den Lesern geradezu gehasst wurden und deswegen keiner ihr Buch kaufen wollte, zum Anderen kauften viele ihrer Fans das Buch nur wegen ihres Namens und waren dann sehr verwirrt, weil sie der Gesamthandlung nicht folgen konnte.  Wir erfuhren, dass ein Titel so ausgewählt wird dass er Leser gleich anspricht. Leider scheint das in der Realität nicht immer so zu funktionieren, oder? ;-)

Zudem wollen die Leserinnen heutzutage lieber von Milliardäre statt von Millionäre lesen, außerdem muss man auch sehr auf die Nationalität und den Beruf achten. Zurzeit bitte keine griechischen Millardäre oder Hedge-Fonds-Manager! ;-)

Außerdem laufen in Europa so genannte Inspirationals gar nicht gut, während gerade diese Branche in den USA boomt.

Nalini SinghUnd wieder hieß es wechseln – es erwartete uns eine weitere Lesung. Bevor jedoch die Lesung mit Nalini Singh begann, gab Jeanine Krock nach Beendigung ihrer Lesung noch Autogramme. Nalini Singh las schließlich aus „Archangels Blade“ (Engelskrieger), natürlich  auf Englisch. Dabei kam sie sehr lustig und sympathisch rüber und während sie las herrschte gespannte Stille im vollen Ballettsaal. Nalini hatte zum Lesen kein Manuskript oder Buch in der Hand wie die meisten Autorinnen, sondern ihr Tablet-PC und als sie geendet hatte, gab es tosenden Applaus. 

Was mir auffiel und sich die ganze Zeit über hinweg fortsetzte: Immer wieder sah man in Lesungen andere Autoren, die ihren Kolleginnen zuhörten. So lauschte Nalini Singh am Sonntag ganz gebannt ihrer Kollegin Larissa Ione, die aus dem neuesten Band ihrer Demonica-Reihe las.

Jetzt war Michelle Raven an der Reihe – von Karin und mir auch heiß erwartet. Da viele Zuhörer Nalini Singh gefolgt sind, um Bücher signieren zu lassen, war Michelle Raven froh das wenigstens noch einige Zuhörer geblieben waren. Die erleben eine Lesung aus „Riskante Nähe“ – einem Band der Hunter-Serie und erlebten eine Autorin, die das gelesene auch noch kommentierte und damit die Lacher auf ihrer Seite hatte. 

Bevor die Mittagspause nahte nahmen wir beide Platz im Workshop „200 Jahre Liebe, Lust und Leidenschaft“. Es war kein Workshop; denn darunter verstehe ich etwas anders; sondern ein Vortrag und der wurde von Sandra Schwab gehalten. Es war eine Abhandlung über die Entwicklung des Liebesromans. Jane Austen wurde hier als Vorreiterin für den Liebesroman genannt. Sie ist noch heute ein großes Vorbild. Ebenfalls angesprochen wurde natürlich die „Queen of Romance“ Barbara Cartland, die das Bild der Liebesromanautorin in der Öffentlichkeit durch ihre Autorenfotos geprägt hat. Denn auf diesen war sie immer in rosa gekleidet, perfekt geschminkt und frisiert und hatte einen kleinen Hund im Arm. Genauso sahen dann die Leserinnen ihre Autorinnen in Gedanken vor sich. Eine weitere großartige und prägende Autorin war Georgette Heyer. Sie schrieb sowohl Liebesromane als auch Krimis und im Gegensatz zu den Heldinnen von Barbara Cartland waren ihre immer stark, selbstständig und unabhängig.

Dann war Mittagspause und wir genehmigten uns im Garten des Kulturhauses eine Bratwurst mit Nudelsalat, ehe wir uns noch etwas die Beine vertraten. Dabei trafen wir im Organisationsbüro auf Sandra Schwab und nutzten die Gelegenheit, noch ein bisschen zu plauschen. Im Vortrag hatte Sandra Schwab erwähnt dass ihre Bücher in den USA veröffentlicht wurden. Karin nutzte die Gelegenheit und fragte sie, warum sie in den USA und nicht in Deutschland veröffentlicht. Die Antwort ist simpel aber nicht so schön: In Deutschland wollte sie kein Verlag haben, daher hat sie sich für die Veröffentlichung im Ausland entschieden.

Nach der Mittagspause ging es munter weiter – Maya Banks war mit einer Lesung an der Reihe. Für 

Banksmich die erste Autorin, die ich nicht kannte und daher war ich besonders gespannt. Bei den englischsprachigen Autorinnen ist mir aufgefallen, dass sie teilweise sehr monoton lesen, ohne großartige Betonung. Maya Banks bildete da keine Ausnahme, aber mit ihrer ganzen Art überzeugte sie mich und gedanklich kam sie gleich auf meine „von ihr hätte ich gern ein Buch“-Liste.

Das Highlight für mich folgte auf dem Fuß – meine zweite Lieblingsautorin aus dem englischsprachigen Raum trat zur Lesung an – Lara Adrian. Mit dabei ihr Mann, der so unglaublich stolz auf seine Frau ist. Er begleitete sie überall hin, fotografierte eifrig und freute sich über jeden Fan, der an seine charmante und liebenswerte Frau herantrat. Gern übernahm er in dem Moment und während der gesamten Convention gern die Aufgabe, auch mal ein Foto einer Leserin mit Lara zu machen. Auch bei Lara war es mucksmäuschenstill im Raum, als sie auf ihrem Tablet-PC aus ihrem Buch las. Als sie nach einem Kapitel aufhören wollte, kam von ihrem Mann ganz liebevoll „Lies doch noch ein Kapitel, du hast noch Zeit.“ Ihre Frage an die Zuhörer „Wollt ihr noch mehr hören“ wurde natürlich von einem mehrstimmigen „Yes“ beantwortet. Zum Schluss wurde Lara immer schneller beim Lesen und man hatte Mühe alles zu verstehen und zu verarbeiten. Das tat aber der allgemeinen Begeisterung keinen Abbruch. Nach ihrer Lesung gab sie noch Autogramme und dann leerte sich der Raum schlagartig.

So waren bei der Lesung von Bella Andre nur noch etwa 20 Zuhörer im Raum. Ich weiß nicht ob es daran lag oder ob Bella Andre grundsätzlich nicht gerne liest. Jedenfalls klappte sie nach 10 Minuten ihr Buch zu, stand auf und verließ den Raum. Eine der Organisatorinnen der LLC, die bei jeder Lesung dabei waren, sagt noch zu Bella das sie noch 10 Minuten Zeit hat zu lesen, aber mit einem „No, Thank you“ verschwand sie aus dem Raum und lies uns alle sprachlos und sehr überrascht zurück.

Dann folgte die für uns letzte Lesung des Tages – die Lesung von Micaela Jary. Auf ihr Buch war ich schon von Haus aus neugierig und das was sie aus „Sehnsucht nach Sansibar“ las, machte mich noch neugieriger. Ich wusste, dass einige Freiexemplare bei den Signierstunden verteilt werden sollten und hoffte, dass ich eines abbekommen würde.

Wir wunderten uns schon, dass nur noch 13 Zuhörer im Raum waren, was ich persönlich für die Autorin LL Convetionsehr schade fand. Aber als wir nach der Lesung den Raum verließen und das Treppenhaus betraten war mir auch klar warum. Von 16 Uhr an sollte die Signierstunde stattfinden und fast alle Teilnehmer der LoveLetter-Convention – laut Veranstalter etwas mehr als 400 – standen bereits im Treppenhaus Schlange, um an die begehrten Autogramme in den Büchern zu kommen.

Trotz der Menschenmassen ging es wirklich sehr ruhig zu und an den Tischen der 10 Autorinnen bildeten sich Schlangen. Ich glaube, die längste war bei Nalini Singh und als wir endlich in den Raum kamen sahen wir, dass auf den Tischen vor den Autorinnen tatsächlich Freiexemplare lagen. Als ich dann vor Nalini stand, bei der ich mich zuerst angestellt hatte, bekam ich nicht nur eine Signatur in meinem Katalog, sondern auch noch ein Buch geschenkt, in das sie eine liebe Widmung schrieb. Die Autorinnen hatten aber auch noch mehr dabei – Autogrammkarten und Lesezeichen zum Beispiel, die sie noch in die Bücher legten. Leider hatte ich bei Micaela Jary, Larissa Ione und Lara Adrian Pech – deren Bücher waren sehr schnell weg. Mittlerweile weiß ich, dass die unterschiedlichen Verlage ihre Autorinnen entsprechend mit unterschiedlichen Mengen an Büchern ausstatteten. So weiß ich, das Michelle Raven (Lyx) etwa 70-100 Bücher pro Tag verschenken konnte, Kristina Günak (U-Books) etwa 50 Stück pro Tag. Dafür bekam ich von Lara Adrian eine signierte Autogrammkarte und einen Kugelschreiber geschenkt, Larissa Ione signierte den Katalog und packte einen Lippenpflegestift dazu. Bella Andre, die mich bei der Lesung doch etwas enttäuscht hatte, machte dies mit ihrer Freundlichkeit beim Signieren wieder wett und so konnte ich mich über ein Buch von ihr freuen.

Was mir den ganzen Tag schon positiv auffiel und sich auch am nächsten Tag fortsetzte war, wie offen und herzlich die Autorinnen auf ihre Leserinnen zugingen. Wann immer man sie traf und wo auch immer – sie waren gern bereit, Fotos zu machen, Bücher und andere Dinge zu signieren. Es war eine sehr entspannte, freundliche und teilweise sehr herzliche Atmosphäre, die da herrschte und man kam immer wieder mit Autorinnen, Verlagsmitarbeitern und den anderen Gästen ins Gespräch.

Als ich gemeinsam mit Karin dann die LLC am ersten Tag verließ, war ich mehr als happy, überrascht und überwältigt. In meiner roten Conventiontasche befanden sich 5 neue Bücher mit lieben, persönlichen Widmungen und drei signierte Autogrammkarten.

Doch mit dem Verlassen der LLC war der Tag noch lange nicht zu Ende – er ging richtig gut weiter. Wir beide trafen uns mit den, wie ich sie in Gedanken liebevoll nenne, „Berliner Gören“ zum Abendessen und dann noch zum Eis essen. So war unser Tag erst kurz vor Mitternacht beendet.

… Und der Sonntag begann auch wieder kurz vor 8 mit einem schnellen Frühstück und der Fahrt zum Kulturhaus Spandau.

Larissa IoneUnsere erste Veranstaltung war auch an dem heutigen Tag eine Lesung und zwar die von Larissa Ione. Obwohl die amerikanische Bestsellerautorin von einer schlimmen Migräne geplagt wurde nahm sie sich Zeit für ihre Fans, signierte und las schließlich auch aus ihrem neusten Buch. Dies ist erst in der vergangenen Woche in den USA erschienen, in Deutschland wird es nächstes Jahr veröffentlicht. Das Buch bildet den Auftakt zu einer neuen Serie, die aber lose mit ihrer bisherigen Demonica-Reihe verbunden sein wird. Als ich meinen Blick schweifen ließ, entdeckte ich (wie schon erwähnt) unter den Zuhörern auch Nalini Singh. Zu gern hätte ich ein Bild mit der neuseeländischen Autorin gehabt, aber ich traute mich nicht sie anzusprechen. Dafür hatte ich Karin – sie übernahm das Ansprechen und natürlich auch das Fotografieren. Nun bin ich stolze Besitzerin eines gemeinsames Fotos mit Nalini Singh oder besser gesagt von drei tollen Bildern

Dann ging es Schlag auf Schlag – als nächstes hörte ich zum ersten Mal einen Ausschnitt aus einem Buch von Tina Folsom. Ich kannte die Autorin noch nicht und war total gespannt. Der Ausschnitt aus dem Buch – da ging es richtig zur Sache – machte Appetit auf mehr und landete auch auf meiner Wunschliste. Die deutsche Autorin, die in San Francisco lebt, schreibt Vampirromane, die in ihrer Wahl-Heimatstadt spielen und machte einen sehr sympathischen Eindruck. Wie ich später erfuhr stellte sie die Freiexemplare zum Signieren selbst, während bei den anderen Autorinnen das der Verlag übernahm.

Als nächstes war Michelle Raven an der Reihe und da sie aus einem anderen Buch – nämlich dem 

Michelle Ravenletzten Band meiner geliebten Ghostwalker-Serie - las, blieben wir natürlich sitzen. Ihre Freundin und Testleserin Stefanie Ross lies sich neben uns nieder, lauschte mit uns ganz gespannt dem ersten Kapitel und obwohl ich genau dieses Kapitel (und etwas mehr) auf der Busfahrt nach Berlin schon gelesen hatte, war es dennoch total schön zuzuhören.

Dann wurde es mal wieder Zeit für einen Workshop und dieser trug den Titel „Weg des Buches“. Die beliebten Autorinnen Nalini Singh und Michelle Raven sowie Alexandra Panz, Programmleiterin des Lyx-Verlages gaben interessante Einblicke darin, wie ein Buch entsteht. Jeweils aus ihrer Sicht schilderten Nalini Singh und Michelle Raven den Weg, den ihr Buch geht und erzählten, wie sehr sie in die Covergestaltung und die weiteren Schritte eingebunden werden.

Nach dem Workshop trennten Karin und ich uns für eine Stunde – sie ging zum Panel „Fortsetzung folgt – Dem Serienfieber auf der Spur“ und ich ging wieder zu den Lesungen. Auf dem Programm stand die Lesung von Lisa Marie Rice und damit war es wieder eine Autorin, die ich noch nicht kannte. Schade fand ich hier, das Lisa Marie nur 10 Zuhörer hatte – überhaupt fand ich das an dem Tag war recht wenig los war – auf jeden Fall weniger als am vorherigen Tag. Zuerst erklärte Lisa Marie etwas zu dem Buch und dann begann sie zu lesen. Und wie ! Als erste englischsprachige Autorin las sie sehr betont und lebhaft.

Im Panel „Dem Serienfieber auf der Spur“ fand sich eine große Diskussionsrunde von Autoren zusammen. Nalini Singh, Maya Banks, Michelle Raven, Sandra Schwab, Shannon McKenna und Sandra Henke diskutieren munter über den Serienwahn.

Während Nalini Singh es nicht nur mag selbst Serien ganz privat zu lesen, so liebt sie vor allem das Schreiben an einer Serie, da man dort mit viel  mehr Details und großen Handlungsbögen arbeiten kann. Maya Banks hingegen ist eine nicht ganz so begeisterte Reihenschreiberin, da ihr dann zuviel Zeit für andere Projekte fehlt.

Bei den meisten Autorinnen (McKenna, Raven, Henke, Banks) schien eine Serie auch mehr zufällig zu entstehen, als das sie geplant wird.

Einig war man sich dann wieder, dass jede Reihe auch ein Ende braucht, bevor sie sich totläuft.

Die Zuschauer interessierten sich besonders dafür wie leicht oder schwer sich eine zweite Reihe zu einer erfolgreichen ersten etablieren lässt. Solange die Autorin die erste Reihe noch fortführt, wird beides von Fans und Verlag gleichermaßen meist mit Begeisterung aufgenommen. Besonders Verlage sind heutzutage eher gewillt eine Liebesromanreihe einzukaufen als Einzelromane.

Bei der nächsten Lesung waren dann noch weniger Zuhörer – schade für Stefanie Ross, die erneut aus ihrem noch nicht erschienenen E-Book „Luc - Fesseln der Vergangenheit“ las. Auch ihre zweite Lesung war eine Herausforderung für Stefanie, sie wurde vorher verkabelt und die Lesung aufgenommen. Etwas, was noch zur Nervosität beitrug, die man dann aber bei der Lesung selbst nicht mehr merkte.

Danach wurde es Zeit für eine Mittagspause – die wie gemeinsam mit zwei ganz lieben Menschen verbrachten J Als wir zurückkamen trafen wir auf die Lyx-Programmleiterin Alexandra Panz, die erst Michelle Raven und Stefanie Ross eines der neuen Blanko-Notizbücher von Lyx schenkte und dann auch noch Karin und mir eines in die Hand drückte. Auf diesem Wege dafür noch mal ein herzliches Dankeschön. Stefanie Ross war die erste, die in meinem Buch eine Widmung hinterließ und da kam mir eine Idee.

Lisa Marie Rice

Die letzte Veranstaltung für uns war noch einmal ein Workshop und zwar „Leidenschaft in zwei Sprachen“. Lisa Marie Rice, die englischsprachige Autorin die in Florenz/Italien lebt, die Programmleiterin Alexandra Panz, sowie zwei Übersetzerinnen sprachen über ihre Arbeit als Übersetzer und über Fehler, die entstehen können. Lisa Marie ist selbst Dolmetscherin für Französisch, Italienisch und Deutsch – dies ist ihr Beruf, wenn auch nicht ihre Berufung. Denn, wie sie sagt, liegt Schreiben ihr zwar im Blut, aber wer arm ist, muss eben arbeiten und als Schriftsteller verdient man gerade am Anfang nicht viel. Mittlerweile ist sie nicht mehr arm, aber ihren Beruf übt sie dennoch immer noch aus. Für ihr erstes Buch hat sie sieben Jahre und gefühlte 1000 Überarbeitungen gebraucht, ehe es veröffentlicht wurde. Ihre Bücher erschienen bereits in Japan und wurden sogar ins Dänische und Holländische übersetzt, ehe sie in Deutschland veröffentlicht wurden.

Die größte Hilfe eines Übersetzers ist das Internet und da ganz besonders Google. Denn als Übersetzer muss man aktuell sein und über alles informiert sein. Denn nichts ist schlimmer als falsch zu übersetzen – grade was Bezüge auf die Popkultur (Serien, Musik usw). angeht. Bei Lyx werden etwa 90% aller erscheinenden Bücher übersetzt – der kleine Rest sind deutschsprachige Titel. Dort arbeiten feste Übersetzer, die in der Regel zu jedem neuen Autor erst eine Probeübersetzung liefern müssen. In der Regel sollte es so sein, dass eine Serie in der Hand eines Übersetzers bleibt, da dieser dann die Schreibweise und den Stil des jeweiligen Autors kennt.

Etwa drei Monate braucht man für die Übersetzung eines Buches, es gibt kein vorgeschriebenes Vokabular für den Übersetzer. Ein Übersetzer hat einige Freiheiten – so entscheidet der Übersetzer zum Beispiel selbstständig, ab wann sich Protagonisten duzen, da es im Englischen ja nur das „You“ gibt und nicht wie bei uns zwischen „Du“ und „Sie“ unterschieden wird.

Deutsche Übersetzer merzen auch oft logische Ungereimtheiten aus, die dem Autor und dem Lektorat noch entgangen sind oder kürzen allzu langatmige Szenen.

Nach der Veranstaltung gingen wir beide nach unten in die Galerie – wir wollten diesmal nicht wieder die Letzten sein, die zur Signierstunde kamen. So gehörten wir mit zu den Ersten, beobachteten den Aufbau der Tische und sahen natürlich genau, wo wer sitzen würde. Und so bekam ich an dem Tag unter anderem ein Buch von Lisa Marie Rice, Larissa Ione und Tina Folsom. Insgesamt bekam ich an diesem Tag 7 neue Bücher!

Und die auch noch signiert und mit herzlichen Widmungen versehen!

Aber ich setzte auch meine Idee um und holte mir in meinem tollen Blanko-Notizbuch noch zusätzlich einige tolle Widmungen – alle sehr liebevoll geschrieben.

Aber besonders liebevoll und für mich das Highlight war die Widmung von Kristina Günak. Aber es gab noch ein anderes Highlight:

Ich kratzte all meinen Mut zusammen und frage Lara Adrian nach einem gemeinsamen Foto. Nach dem es entstanden war hätte ich vor lauter Freude jeden umarmen oder vor Freude heulen können. Gefühlschaos pur!

Karin und ich fanden uns wieder – beim Anstehen nach Widmungen hatten wir uns kurzzeitig getrennt. Wir verabschiedeten uns mit einer dicken Umarmung von Kristina Günak, ehe wir glücklich und zufrieden die LLC verließen.

Eines überraschte uns total: Vor Beginn der Autogrammstunde wurde von einer der Organisatorinnen umLara Adrian Verständnis für Larissa Ione gebeten. Ihr ging es richtig mies, sie wolle aber trotzdem signieren. Wir sollten nur bitte nicht böse sein wenn sie mitten drin aufstehen und gehen würde. Als wir nach etwas 90 Minuten die Signierstunde verließen, saß Larissa immer noch da und signierte ein Buch nach dem anderen. Sie wollte keine ihrer Leserinnern enttäuschen. Hut ab kann man da nur sagen – wir waren total begeistert von ihrem Durchhaltevermögen.

Zum Schluss möchte ich an dieser Stelle Danke sagen: An das Team der LoveLetter-Convention für eine tolle Veranstaltung, die super organisiert war. An die Mitarbeiter der Verlage und natürlich an all die Autorinnen, die mit ihrer Zeit und Geduld die Lesungen, Veranstaltungen und Signierstunden zu einem wahren Erlebnis machten.

 

Bericht: Sternchen28 / Fotos: Kiala

 

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