Burnout im Leistungssport oder Sport gegen Burnout?

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eise begann Ryan zu sprechen. "In der schlimmsten Zeit damals habe ich es nicht mehr geschafft, morgens aufzustehen. Ich bin einfach im Bett geblieben, manchmal den ganzen Tag. Und ich konnte mich nicht mehr freuen. Über nichts mehr. Alles, was mir früher Spaß gemacht hatte, war mir egal."

Er war dort gewesen, an diesem dunklen Ort. Und er hatte es irgendwie geschafft, von da zu fliehen. Er wusste, wie das ging.

Beim Sport treffen allzu oft zwei Welten aufeinander. Die einen betreiben Hochleistungssport und geraten gefährlich nahe an einen Burnout. Den anderen wird zur Behandlung eines ebensolchen das Treiben von Sport sogar empfohlen. Gewinnen Kinder und Jugendliche Medaillen, werden sie bejubelt. Tun sie es nicht, wird vor den Schäden, wie deformierten Wirbelsäulen oder - in den Augen mancher Eltern vielleicht noch schlimmer - schlechten Schulnoten gewarnt.

In Freestyler erzählt Katja Brandis die Geschichte der 17-jährigen Sprinterin Jola. Die Jugendliche geht auf in ihrem Sport. Er ist ihr Leben. Sie trainiert hart und hat das Ziel, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Doch es ist schwer für sie, denn der menschliche Körper ist zerbrechlich. Irgendwann spielt ihre Sehne nicht mehr mit. Doch da gibt es noch die Kategorie "Freestyler". Was wäre, wenn sie ihren Körper modifizieren ließe, um wieder schneller sprinten zu können. Schneller als es Menschen unter normalen Umständen eigentlich möglich ist. Was würde sie dafür aufs Spiel setzen? Was sind wir bereit, aufs Spiel zu setzen, um immer weiter zu springen, höher zu werfen, schneller zu laufen? Wann wird der Drang, eine Medaille zu gewinnen zur Sucht und gefährlich für uns?

Wir können nicht immer weiter bis an die Grenzen unserer körperlichen und seelischen Belastbarkeit gehen. Irgendwann ist Schluss. Wir brechen zusammen. Der Körper streikt und auch die Seele. Sport ist gut für die Seele. Aber nur, wenn die Dosis stimmt.

Paralympics

Studien, wie sich Hochleistungssport auf unsere Psyche auswirkt gibt es jede Menge. Viele Athleten stürzen sich so sehr in ihren Sport, dass die Angst vor Versagen in schierer Existenzangst eskaliert. Dieser Leistungsdruck bringt sie dazu, sich zu dopen, zu betrügen. Oder sich - wie in Freestyler - zu optimieren. Doch im Buch herrschen andere Beweggründe vor. Bei Jolas Freund Ryan ist es die Mobilität. Seit einem Unfall sitzt er im Rollstuhl, wird von den Menschen bemitleidet. Ein Gefühl, das er hasst und das er mit Prothesen in den Griff zu bekommen versucht.

Was wie eine Utopie klingt - das Buch spielt immerhin in naher Zukunft im Jahr 2030 - ist längst Realität. Gestern erzählte euch Ramona auf Kielfeder-Blog über Paralympics. Die Olympiade für Menschen mit Behinderung. Warum nennen wir sie nicht einfach Menschen mit optimiertem Körper? Seht euch das nur mal an:

Und zum Schluß habe ich noch eine sehenswerte Dokumentation für euch gefunden. Vielleicht möchtet ihr euch ja weiter mit dem Thema befassen. Ansonsten kann ich nur empfehlen: Lest das Buch. Es ist toll!

Links:

Webseite Katja Brandis - Offizielle Webseite

Facebook Katja Brandis auf Facebook

Webseite Beltz Verlagsgruppe

 

Bildnachweis
Foto CC0 Public Domain, via Pixabay.

Dieser Artikel wurde im Rahmen einer Blogtour erstellt. Die Blogtour findet vom 13. bis zum 17. Februar 2016 statt.

Morgen werdet ihr bei Piranhapudel in einem Interview mehr über die Autorin erfahren. am 13.02.  fanden wir den Einstieg mit einer Rezension des Buches bei Tattooed Tree. Am zweiten Tag konntet ihr bei Ein Anfang und kein Ende etwas über Prothesen und Implantate erfahren. Tag 3 bildete Kielfeder mit ihrem Artikel über die Olympischen Spiele und Paralympics.

Gewinnspiel

Wie könnt ihr eines von fünf Exemplaren dieses wunderbaren Buches gewinnen? Ganz einfach: Kommentiert diesen Artikel und verratet mir welchen Körperteil ihr in sportlicher Hinsicht gerne optimieren würdet. Egal, ob ihr sehen wollt, wie ein Adler oder sprinten wie ein Geopard. Was wäre es?

Doppelte Gewinne werden ausgeschlossen. Die Gewinner_innern werden voraussichtlich einige Tagen nach dem 17.02. auf Literaturschock bekannt gegeben und per E-Mail benachrichtigt (es bringt nichts, ständig nachzufragen - wir müssen die Daten erst auswerten. Also je besser eure Angaben - Name & E-Mail - sind, umso schneller geht es). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Werft unbedingt auch einen Blick auf unsere Leserunde ab dem 19.02. zu "Freestyler" - natürlich dürft ihr dort auch gerne direkt einsteigen und mitdiskutieren.

SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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