Claudias Eindrücke auf der Frankfurter Buchmesse 2014

buecherbusSeit geraumer Zeit hatte ich mich schon darauf gefreut, und am Mittwoch, den 08.10.2014 war es endlich soweit: Die Frankfurter  Buchmesse öffnete ihre Pforten. Ich hatte mich mit einer Freundin verabredet, mit der ich mich am Haupteingang traf.   Nachdem wir unsere Jacken an der Garderobe abgegeben hatten machten wir uns unbeschwert auf den Weg.   Von den Laufbändern aus war uns ein Blick in den Innenhof (die Agora) vergönnt, wo ich einen Bücherbus erspähte, während meine Freundin einen Crêpestand ausmachte. Wir waren beide so in den jeweiligen Anblick versunken, dass wir nicht mitbekamen, dass das Laufband zu Ende war, so dass wir beinahe gestürzt wären.

Wie zwei Landeier, die zum ersten mal in die große Stadt kommen. Wir haben uns kaputt gelacht (zum Glück waren ja nicht unsere Knöchel kaputt gegangen). Dann musste ich erst mal was frühstücken, das hatte ich nämlich zu hause nicht gemacht, und mein Magen grummelte. Die Preise für Sandwich und Kaffee waren erstaunlich zivil, die hatte ich von meinem letzten Messebesuch ganz anders in Erinnerung.

So gestärkt machten wir uns auf den Weg zu unserer Freundin I, deren Verlag dort vertreten ist. In der ersten Halle die wir betraten lief ich direkt auf das Buch Gold zu, das von meiner Buchhändlerin hier am Ort herausgegeben wird. Die Einladung zur Buchpremiere in einer Woche liegt schon seit einiger Zeit hier bei mir vor, aber ich war zu spät mit meiner Anmeldung und es gab nur einen Platz auf der Warteliste. Es gab natürlich unglaublich viel zu sehen. Ein Buch, das mir ins Auge sprang, war Vegetarisch für Fleischesser, das durch sein Cover abschreckte. Beim Durchblättern stieß ich dann auf diverse andere Photos von rohem Fleisch.

Gut, mir wurde gesagt, es richte sich an Fleischesser (zu denen ich mich durchaus rechne), um Rezepte aufzuzeigen die zum Beispiel in einem Haushalt wo es einen Vegetarier und einen Carnivore gibt, beide Seiten zufrieden zustellen. Offensichtlich enthält es vegetarische Rezepte, und dann Vorschläge, welches Fleisch man dazu reichen könnte. Nun ja, vielleicht kommt der Durchschnittsfleischesser ja tatsächlich nicht von allein auf diese Idee? In dem Fall wäre es tatsächlich pfiffig. Als nächstes stieß ich dann auf Armstricken was vermutlich für mich interessant wird wenn meine Finger noch arthritischer werden.


ken folletAuch Weihnachtsbücher fehlten natürlich nicht. Auf diese Art kamen wir natürlich nur langsam voran; immer wieder blieben wir stehen, um uns ein Buch genauer anzuschauen. Schließlich erreichten wir den Stand unserer Freundin, wo wir erst mal hoffnungslos versackten. Wir holten uns einen Bestellzettel, und auf ging's. Zum Schluss musste ich mich richtig losreißen, denn es gab ja noch unendlich viel mehr zu sehen. Das dicke Ende meiner Bestellorgie kommt in Form der Rechnung noch auf mich zu... 

Ein Stückchen weiter war die non-books Abteilung, wo wir dann tatsächlich mal Geld ausgeben konnten für Objekte, die wir direkt mitnehmen durften. Viele waren es allerdings nicht. Ich bekam zufällig einen Einblick in die Margen eines dort angebotenen Artikels. Donnerwetter, 100% Aufschlag vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis im Buchladen. Da frage ich mich natürlich, ob das bei Büchern auch so ist. Und da der Anbieter natürlich auch daran verdienen will, müssen die Produktionskosten ziemlich gering sein.

Langsam wurde es Zeit, sich auf den Weg zum Blauen Sofa zu machen, wo ich mit Klassikfreund verabredet war. Wir wollten uns das Interview mit Ken Follet anhören. Wir kamen frühzeitig an. Es lief gerade das Interview mit Marlene Streeruwitz zu ihrem Roman Nachkommen. In der ersten Reihe waren noch zwei Sitze frei, also zog ich meine Freundin hinter mir her. Früher hätte ich mich nicht getraut, mich in die erste Reihe zu setzen, aber inzwischen macht mir das nichts mehr aus.   Klassikfreund versuchte mich zu erreichen als ich ihm gerade eine SMS schicken wollte. Leider verstand ich ihn sehr schlecht, und die Dame neben mir warf mir giftige Blicke zu, dabei habe ich wirklich leise geredet und versucht mich kurz zu fassen. Glücklicherweise verschwand sie am Ende des Interviews, und nun war es endlich so weit: Ken Follet nahm auf dem blauen Sofa Platz und beantwortete Fragen zu seinem neuesten Roman Kinder der Freiheit. Ich fand die Akustik ziemlich schlecht, und ehrlich gesagt, hätte ich persönlich lieber seine Antworten im Original gehört, als eine akustisch verzerrte Übersetzung, aber man kann ja nicht alles haben. Ich fand es sehr sympathisch, dass Ken Follet sich während seiner Antworten immer wieder zum Publikum drehte, so dass man nicht die ganze Zeit sein Profil zu Gesicht bekam.    Während meine Freundin anschließend in der Schlange stand um ihr Buch signieren zu lassen, traf ich dann auch endlich Klassikfreund. Wir unterhielten uns eine Weile, dann gingen wir wieder getrennte Wege.

ledereinbandUnser Weg führte uns in die Agora. Während wir noch beratschlagten wo wir als nächstes hin wollten, lief mir nimue über den Weg. Sie war in Eile, denn sie wollte zur Open Stage um sich dort ihre Ken Follet Bücher signieren zu lassen sobald das Interview vorbei wäre. Wir hörten kurz rein. Diesmal wurde es nicht simultan übersetzt, was ich als angenehm empfand, aber da die Fragen so ziemlich die gleichen waren wie vorher (trotz einer anderen Interviewerin), verweilten wir nicht lange. Wir warfen einen Blick ins Lesezelt, wo ein junges Mädchen gerade etwas aus einem Buch vorlas. Es hörte sich ganz spannend an, aber wir waren mittendrin reingekommen, also hörten wir nicht lange zu.

Anschließend lauschten wir im Forum einem Interview mit Thomas Hettche zu seinem neuen Roman  Die Pfaueninsel. Danach ging es zurück nach Halle 3 (oder so), wo wir den Stand der Ars Edition des Bloomoon Verlages aufsuchten. Natürlich zeigte ich meiner Freundin das wunderschöne Buch Queen of Clouds von Susanne Gerdom, von dem ich ihr schon vorgeschwärmt hatte. Ein Mitarbeiter sprach mich an, und als ich das Buch lobte, stellte er in Aussicht, dass da noch was kommen würde. Das lässt sicher alle Leserundenteilnehmerinnen hoffen.   Weiter ging's. An einem Buchbinderstand waren Lederhäute aufgehängt. Hmmm, ich wusste gar nicht, dass das noch zeitgemäß ist.    Ein anderer, kleiner Stand zog mich magisch an, dort wurde das Buch Die Seligenstädter Gästebücher: Eine Spurensuche zum Löffeltrunk seit dem 17. Jahrhundertausgestellt. Das muss ich mir unbedingt kaufen.

Bei der FAZ machten wir Pause und lauschten dem Interview mit Michael Kleeberg über seinen neuesten Roman Vaterjahre. Dort sahen wir auch Klassikfreund wieder.   Anschließend kamen wir überein, dass wir für den Tag genug hatten, und fuhren heim. Trotz schmerzender Beine und Füße war es ein sehr gelungener Tag den ich jederzeit wiederholen würde.

Dieser Bericht wurde von Claudia B. geschrieben.

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