Die phantastische Welt der Robin Hobb

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2017 war in Deutschland ein wahres Fest für die Phantastik

Tad Williams Fortsetzung der Osten-Ard-Saga erschien, die Phantastik-Bestenliste ging an den Start und die Zauberschiffe-Saga von Robin Hobb wurde als Hörbuch neu aufgelegt, nachdem die Bücher viele Jahre lang nur noch gebraucht erhältlich waren. Grund genug für mich, die Kooperation mit Audible zu nutzen und mich eingehender mit der Autorin zu beschäftigen, denn die Zauberschiffe wurden vom Ronin-Hörbuchverlag in diesem Jahr vertont und sind 2017 exklusiv bei Audible erhältlich.

Kurzversion: Ich liebe die Zauberschiffe und bin hingerissen von der hervorragenden Umsetzung als Hörbuch.

Robin Hobb, die mit richtigem Namen eigentlich Margaret Astrid Lindholm Ogden heißt, schreibt seit 1995 unter diesem Pseudonym. Sie wurde vor allem mit ihrer Weitseher-Trilogie bekannt. In ihr erzählt sie die Geschichte von Fitz, dem Weitseher, einem unehelichen Prinzensohn, und Fool, einer höchst rätselhaften Figur.

Ab 1998 folgte schließlich die Zauberschiffe-Trilogie, die in Deutschland auf sechs Bücher aufgeteilt wurde. Diese Aufteilung wurde auch bei den Hörbüchern so beibehalten.

  • #1 Der Ring der Händler
  • #2 Viviaces Erwachen
  • #3 Der blinde Krieger
  • #4 Die Stunde des Piraten
  • #5 Die vergessene Stadt
  • #6 Der Herrscher der drei Reiche

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 In den Zauberschiffen erzählt Robin Hobb die Geschichte einer Händlerfamilie und ihren lebendigen Schiffen. Diese Schiffe bestehen aus magischem Hexenholz, die erwachen, sobald drei Familienangehörige auf ihnen gestorben sind. Dabei wird übrigens kein Unterschied gemacht, ob es sich um einen gewaltsamen oder natürlichen Tod handelt. Ist ein Zauberschiff erwacht, kann es kein gewöhnliches Schiff mehr mit ihm aufnehmen.

Phantastik und Feminismus?

Robin Hobb by Gage SkidmoreHäufig wird der Phantastik nachgesagt, von Männern dominiert zu werden. Männliche Autoren, männliche Leser.

Zumindest bei den Zauberschiffen trifft das nicht zu. Die Autorin schildert eine Gesellschaft, in denen es feste Geschlechterrollen gibt, gegen die junge Frauen aufbegehren. Und sie schildert eine Gesellschaft, in der die Toleranz gegenüber der Sklaverei wächst. In diese Welt wirft sie ein Sammelsurium starker Frauen, die ihren Weg gehen, den Erwartungen, die an sie gestellt werden die Stirn bieten und ihr Schicksal selbst bestimmen.

Starke Frauen in einer männlichen Gesellschaft

Es ist die Geschichte von Althea, einer starken, jungen Frau, die sich in einer männerdominierten Welt behauptet. Schon als Kind durfte sie mit Erlaubnis ihres Vaters, dem Kapitän Ephron Vestrit auf dem noch schlafenden Zauberschiff Viviace die Planken unsicher machen. Fest rechnet Althea beim Tod ihres Vaters damit, selbst Kapitänin zu werden und mit Viviace vereint Handel zu treiben. Doch ihre Mutter glaubt nicht an die Fähigkeiten ihrer Tochter, erwartet von ihr ein gemäßigtes Leben an der Seite eines Ehemannes und kein wildes Herumstromern auf der See. Also übergibt sie das erwachende Schiff an ihren Schwiegersohn Kyle Haven, der im Gegensatz zu Kapitän Ephron keine Skrupel zeigt und den Sklavenhandel in Bingtown vorantreibt.

Doch Zauberschiffe sind sensibel. Sie spüren das Leid, das auf ihnen geschieht. Und auf einem Sklavenschiff geschieht viel Leid. Viviace fühlt sich verlassen von Althea, die Ausreiß nahm und sie wäre nicht das erste Schiff, das dem Wahnsinn verfällt.

Zugegeben: Der Start mit dem ersten Teil fällt etwas schwer. Wir befinden uns mit einem merkwürdigen Kerl auf einer nicht weniger merkwürdigen Insel und können keine Zusammenhänge erahnen. Doch schon kurz danach nimmt die Geschichte Fahrt auf und ich konnte mich kaum mehr davon losreißen.

Althea ist eine großartige, weibliche Hauptfigur. Sie ist nicht perfekt, sondern oft sogar launisch und verwöhnt. Sie ist stur und überschreitet ihre Grenzen. Manchmal ist sie so egoistisch, dass man eher für ihr Gegenüber Mitleid empfindet. Kurz gesagt: Sie ist vom Leben gezeichnet und ein Mensch mit Ecken und Kanten.

Auch Mutter Ronica und Schwester Keffria wirken nur am Anfang verschüchtert, denn auch sie entwickeln sich mit einer ganz eigenen Dynamik und behaupten sich in der Welt auf ihre Art und Weise. Dann ist da noch Malta, Keffrias Tochter. Ein verwöhntes, exzentrisches, narzisstisches Mädchen, das offensichtlich mitten in der Pubertät steckt und sich besonders von ihrer Mutter nichts mehr sagen lassen will. Leider rutscht sie damit auch ziemlich tief in die Bredouille (was ich ihr meistens von Herzen gegönnt habe).

Von sensiblen Schiffen und Männern

Schließlich ist da aber noch das weibliche Schiff Viviace, deren einziger Rückhalt der sensible Wintrow ist. Er wird von seinem Vater Kyle an Bord gezwungen, um Viviace beizustehen - doch viel lieber wäre er in seinem Kloster, um seine Ausbildung abzuschließen und Priester zu werden.

Es gibt noch so unglaublich viele, tolle Figuren in dieser Trilogie, dass es mir kaum möglich ist, sie alle aufzuzählen. Ich bin froh, dass die Bücher nun wieder erhältlich sind und wer anspruchsvolle, aber dennoch kurzweilige Phantastik mag und auch Hörbücher nicht abgeneigt ist, sollte hier auf jeden Fall reinhören.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Audible. Es wurden hierfür keinerlei inhaltliche Vorgaben gemacht.

Foto: Gage Skidmore [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Webseite der Autorin

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