[Hörbuchtipps] Hören für mehr Diversität

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Diversität bei Hörbüchern ist so wichtig wie bei gedruckten Büchern. Diversität dient zur Sichtbarkeitmachung von Menschen, die ansonsten nur wenig repräsentiert werden. Durch die mangelnde Repräsentation findet man ihre Werke weniger häufig im Buchhandel. Sie werden weniger häufig gekauft und deshalb weniger häufig verlegt.

"Ich suche meine (Hör)bücher nicht nach Geschlecht oder Hautfarbe aus. Der Inhalt ist das, was zählt."

Dieses Scheinargument höre und lese ich häufig in Diskussionen. Es dient vor allem weißen (cis) Menschen als Rechtfertigung dafür, dass bei ihnen überwiegend Bücher und Hörbücher von weißen, meistens männlichen Menschen im Regal stehen. Warum? Weil sie faul und ignorant sind. Sie sind zu faul, zu recherchieren und sie ignorieren strukturelle Probleme. Damit sind sie selbst das Problem und verantwortlich dafür, dass Frauen, nicht-binären und trans Menschen, und auch BPoc (Black and People of Color) unsichtbar bleiben.

Dies schlägt sich aber auch in Beststeller-Listen und Downloadstatistiken nieder. So hat Audible beispielsweise die beliebtesten Downloads nach Bundesland ausgewertet und fragt: "Was hören eigentlich die Bayern und was die Berliner? Sind Krimis im Norden beliebter oder im Süden? Und welches Bundesland ist das romantischste?" Eine Deutschlandkarte illustriert die Hör-Interessen unserer Gesellschaft.

Darauf findet man natürlich auch wieder überwiegend weiße Autoren, wenige Autorinnen:

Die 82 am häufigsten herunter geladenen Hörbücher mit insgesamt 90 Autor*innen teilen sich auf in:

- 66 Autoren (davon 3 BPoc)
- 24 Frauen

Die Audible-Liste ist ein Spiegel unserer strukturellen, gesellschaftlichen Ignoranz und die gilt es aufzubrechen. Denn der Download-Dienst für Hörbücher hat noch so viel mehr im Angebot. Es ist jedoch nicht ganz so einfach, Bücher von nicht-weißen Autor*innen zu finden. Die Ressourcen, die die meisten Leser*innen verwenden, um gute Literatur zu finden, bieten häufig die üblichen Verdächtigen: Weiße Autor*innen führen die Bestsellerlisten an. Sie werden häufiger in Zeitungen und auf Blogs besprochen, sie heimsen Literaturpreise ein.

In einer im Jahr 2011 veröffentlichten Umfrage der New York Times-Artikel entdeckte der Autor und Kulturkommentator Roxane Gay, dass fast 90 Prozent der besprochenen Bücher von weißen Autoren verfasst wurden.

Das Problem der Repräsentation und Vielfalt reicht weit über die Literaturbanche hinaus. Alle Formen von Kunst und Kultur - Bildende Kunst, Musik, Performance - müssen unsere zunehmend vielfältige Gesellschaft widerspiegeln. Im anderen Fall riskieren sie, in die Belanglosigkeit abzudriften. In Film und Fernsehen erkennen wir langsam ein Umdenken. Serien wie "How To Away With Murder" oder "Dear white people" zeigen, wie man es auch anders machen kann. Dass es nicht darum geht, um jeden Preis "divers" zu sein, sondern um Normalisierung. Nicht-weiße Menschen mit komplexen Motivationen einzuschließen oder auch homosexuelle Beziehungen (oder andere als hetero) zu zeigen, sind authentischer als die, die wir traditionell zur besten Sendezeit gesehen haben.

Doch zurück zur Literatur und den Hörbüchern. Für mehr Diversität in den Ohren habe ich einige Empfehlungen für euch:

Phantastik

N. K. Jemisin - Zerrissene Erde
Octavia E. Butler - Xenogenesis Reihe
Nnedi Okorafor - Wer fürchtet den Tod

Young Adult

Angie Thomas - The Hate U Give
Tomi Adeyemi - Children of Blood and Bone
Sabaa Tahir - Elias & Laia Reihe
Nicola Yoon - Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
Nic Stone - Dear Martin
Jason Reynolds - Ghost / Patina
Marie Lu - Legend / Warcross
Jenny Han - To all the boys I've loved bevore / P.S. I still love you

Sachbuch

Patrisse Khan-Cullors - When They call you a terrorist
Morgan Jerkins - This will be my Undoing
Ijeoma Oluo - So you want to talk about race
Roxane Gay - Bad Feminist / Not that bad
Chimamanda Ngozi Adichie - We should all be feminists / Americanah

Gegenwartsliteratur

Celeste Ng - Was ich euch nicht erzählte / Kleine Feuer überall
Akwaeke Emezi - Süßwasser
Zadie Smith - Swing Time / White Teeth

Ist etwas für euch dabei? Ich gehe schwer davon aus, denn es handelt sich um großartige Bücher von großartigen nicht-weißen Frauen (und wenigen Männern).


Dieser Artikel wurde beauftragt von Audible. Inhaltlich wurden mir (vom Themenschwerpunkt "Hörbuch" abgesehen) keinerlei Vorgaben gemacht.

SuseÜber die Autorin

Susanne K. (Literaturschock.de)

Susanne Kasper ist Gründerin und Chefredakteurin von Literaturschock und Leserunden.de. Sie liebt es, andere für die Literatur zu begeistern, ist Preisträgerin des Virenschleuderpreises der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" 2016 und bietet unter Social-Reading.media einen Autoren- und Verlagsservice. Über schamlose Mails freut sie sich ebenso wie über vegane Keksspenden. Sie nutzt in ihren Artikeln immer mehr das Femininum, weil sie der Ansicht ist, dass damit auch Männer gemeint sind.

 

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