Schriftgut 2014 - 3. Dresdner Literaturmesse

01. Lesesezelle

Vom 07. bis zum 09. November 2014 öffnet die Schriftgut-Messe bereits zum dritten Mal ihre Pforten um mit einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Programm ihre Besucher zu begeistern.

Veranstaltet wird die Messe in der Börse Dresden, die einst als Fleischbörse für den hier früher ansässigen Schlachthofes genutzt wurde.

Ein Schwerpunkt der Messe ist, was sie meines Erachtens von herkömmlichen Messen abhebt, die Besucher nicht nur als Beobachter durch die Räumlichkeiten zu führen, sondern sie auch aktiv teilhaben zu lassen. Somit kann der Herstellungsprozess des Kulturgutes Buch mit eigenen Händen nachvollzogen werden, beispielsweise beim Papierschöpfen, Drucken oder Buchbinden. Somit wurde auch ein Hauch Geschichte in die Messe-Hallen geweht, wenn der Besucher die Lettern zusammensetzen musste, um eine Visitenkarte mit eigenem Namen zu bedrucken, Gutenberg lässt grüßen.

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Umfangreiches Bühnenprogramm

Neben den Mitmachaktionen wurde den Gästen ein Bühnenprogramm mit Lesungen, Vorträgen und Musik geboten. Auch die kleinen Besucher wurden nicht vergessen, denn auf einer für sie eingerichteten Bühne wurden viele Lesungen geboten.

Mich lockte die Messe am Samstag, den 08. November zu sich. Die ersten Eindrücke lassen eine kleine Variante der großen Büchermessen vermuten, Verlage stellen ihre Bücher vor und Autoren lesen aus ihren Büchern. Aber sie unterscheidet sich durch ihre Mitmach-Aktionen und neben überregionalen Verlagen und Autoren waren viel regionale Standbetreiber anwesend, wie zum Beispiel der Dresdner Buchverlag, das Antiquariat Bachmann & Rybicki, bei dem man sich an den Messewochenende seine antiquarischen Bücher schätzen lassen konnte, leider hatte ich meine alten Bücher vergessen, ich hätte gern gewusst, welchen Wert meine Buddenbrooks-Ausgabe von 1909 hat.

Neben den Buchverlagen waren auch Buchbindereien und Druckereien vertreten, die Buchbinder‑Landesinnung Sachsen aus Leipzig stellte sich an diesem Tag auch vor.

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Dass so viele regionale Standbetreuer anwesend waren, hat mir besonders gut gefallen, auf anderen großen Messen sind ja oft die großen Verlage vertreten und die kleinen gehen da oft unter und auf der Schriftgut-Messe wird den Kleinen Raum geboten um sich zu präsentieren.

Auch für Freunde des Poetry-Slams war etwas dabei, denn am Samstagabend fand der Schriftgut-Poetry-Slams mit dem Titel „Gartenzaun Goes Schriftgut statt, den ich aber leider nicht besucht habe, aber der für nächstes Jahr vorgemerkt ist.

Das erste Mal konnte ich die Lesung eines Stadtschreibers erleben, denn der aktuelle Dresdner Stadtschreiber Boris Preckwitz las aus seinen Werken, bisher habe ich die Thematik Stadtschreiber überhaupt nicht beachtet, deshalb war diese Lesung für mich umso interessanter.

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Besucht hatte ich auch die Lesung des Dresdners Frank Goldammer, der aus seinem Dresden-Krimi „Revierkampf“ las, in dem es um einen Mord im Dresdner Zoo geht, anschließend stand er für Autogramme und Fragen an seinem Stand den Zuhörern zur Verfügung.

Um die Reihe regionaler Autoren fortzusetzen, ging ich auch zu einer Lesung der Dresdner Literaturner, ich hatte zwar vor einer Weile von ihnen gehört, deshalb nutzte ich die Gelegenheit bei einer ihrer Auftritte dabei zu sein. Die Dresdner Literaturner sind ein Autoren- und Schriftstellerverein, deren Mitglieder überwiegend Dresdner sind. Sie verfassen nicht nur eigene Texte, sondern bieten auch Schreibwerkstätte an um Interessierte das schriftstellerische Handwerk näher zu bringen, auch auf der Schriftgut-Messe boten sie einen entsprechenden Workshop an.

Der Lesung des Autors Hans Pleschinski stattete ich auch einen Besuch ab, er las aus einem Buch „Königsallee“, in dem es um Thomas Mann und die BRD in der Zeit der 50er Jahre geht), welches von vielen Kritikern positiv aufgenommen wurde. Nicht nur die Kritiker waren begeistert, auch die Zuhörer würdigten den Autor mit lautem Beifall.

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Ivo Pala, den ich zum ersten Mal auf dem Meißner Literaturfest erleben durfte, war auch zu Gast, da ich ihn in guter Erinnerung hatte, merkte ich mir seine Lesung schon im Vorfeld vor, diesmal las er aus seinen Elbenthal-Chroniken. Fantasy-Freunde hätten daran sicher ihre Freude.

Bild3357Auch für Anhänger von Mangas gab es etwas zu erleben, denn die Autorin Veronika Aretz zeigte interessierten Besuchern, wie man Mangas zeichnet. An sich bin ich zwar kein Freund dieser Werke, aber vor Ort schaute ich der Expertin doch ganz interessiert über die Schulter.

Für die Kleinen wurde eine Schulstunde wie zu Kaisers Zeiten veranstaltet, durchgeführt wurde es von einem Mitarbeiters des Dresdner Schulmuseums, begonnen wurde diese Schulstunde damit, dass der Lehrer die Schulordnung verlas, damit die Schüler auch wissen wie man sich dem Lehrer gegenüber verhält: Melden, Aufstehen, in Sätzen antworten und mit „Herr Lehrer“ den Satz beenden.

Auf meinem Foto sind diesmal keine Kinder zu sehen, denn die Darsteller der Barockbühne, die ansonsten einen Hauch von Barock auf die Messe zauberten, ließen sich in die Zeit um 1900 versetzen.

Bevor ich mich jedoch von der Schriftgut-Messe verabschiedete schlenderte ich noch über die Antiquariatsmeile, auf knapp 200 Quadratmetern konnte man in klassischen bis zeitgenössischen Werken stöbern und die Messe für kleines Geld mit vollen Taschen zu verlassen.

"Lesezelle" - Der offene Bücherschrank

Passend zur dritten Schriftgut-Messe wurde Mitte September die „lesezelle“ eingeweiht, ein offener Bücherschrank, an dem man das Jahr über seine Leselust befriedigen kann. Während der Messe war sie jedoch in der großen Schriftgut-Messehalle zu finden. Ich ging natürlich auch in die „lesezelle“ um sie anschließend freudestrahlend mit Mark Twains „Huckleberry Finns Abenteuer“ zu verlassen.

Weitere Impressionen

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Alles in allem war es für mich ein gelungener Messebesuch, es war für jeden etwas dabei. Lesungen, Vorträge, Workshops, Mitmach-Aktionen der Handwerksbetriebe, einen Messe-Poetry-Slam und, und, und.

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Weiterführende Links:

Schriftgut-Messe

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