Shakespeares "Hamlet" - Ein Theaterbesuch

HamletAm Samstag, den 1. November 2014 war es nach langer Zeit wieder einmal so weit und ich habe es ins Theater geschafft. Oder um es präzieser zu formulieren: in das Schauspielhaus in Chemnitz, wo ich mir "Hamlet" angesehen habe.

 

Inszenierungsteam

Regie/Bühne/Video/Musik: Bogdan Koca

Kostüme: Elzbieta Terlikowska

Dramaturgie: René Schmidt

Besetzung

Hamlet: Stefan Migge

Claudius: Martin Valdeig

Gertrude: Susanne Stein

Polonius: Ulrich Lenk

Ophelia: Magda Decker

Laertes: Fabian Jung

Horatio: Christian Ruth

Narr/Totengräber/Reynaldo/Schauspieler/Osric/Valtemand: Philipp von Schön-Angerer

Rosenkrantz (Instrument Violine): Muriel Wenger

Güldenstern (Instrument Klavier): Marko Bullack

Diener: Dominik Förtsch, Patricia Windhab

 

Das Stück beginnt damit, dass Christian Ruth, der später den Horatio spielen wird, den anwesenden Schauspielern aufzeigt, wie sie schauspielern sollen – nicht so viele Gesten, angemessene Wortwahl, nicht über die eigenen Witze lachen. Danach verlassen alle außer Hamlet und Christian Ruth, der den Dialog als Geist von Hamlets Vater beginnt, die Bühne. Die doppelte Besetzung der Schauspieler war in manchen Szenen etwas verwirrend, gerade in dem Fall von Horatio beziehungsweise dem Geist von Hamlets Vater.

Bogdan Koca hat ein Stück geschaffen, das zwar "Hamlet" darstellt, aber in einigen Szenen stark vom Original abweicht: beispielsweise wird der berühmte Ausspruch "Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage" von Ophelia begonnen und von Hamlet fortgeführt.

Das Ende des Stücks ist beeindruckend dargestellt und hat mir eine Gänsehaut beschert: Hamlet, alleine gelassen, weil alle Vertrauten gestorben sind oder ihn vermeintlich verraten haben, geht alleine von der dunklen Bühne in einen erleuchteten Raum und hält dabei einen ergreifenden Monolog über sein Leben.

Die Figuren des Stücks haben sehr viel Freiraum und entwickeln sich vor den Augen der Besucher immer weiter. Vor allem Stefan Migge, der den Hamlet spielt, ist unglaublich! Er hat seine Rolle sehr überzeugend gespielt und sehr detailreich ausgeschmückt. Aber auch Susanne Stein, die die Königin spielt, hat der Rolle eine ganz eigene Note verliehen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, den Schauspielern fast drei Stunden lang zusehen zu dürfen.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch, denn leider wurde das Fechtduell zwischen Laertes und Hamlet – für mich einer der Höhepunkte des Stücks - als Videosequenz aufgeführt, da wäre mir eine real dargestellte Szene lieber gewesen. Zumal die Unterscheidung zwischen den Charakteren sehr schwer war, da es sich um eine schwarz-weiß-Aufnahme handelte, die zudem andere Schauspieler zeigte.

Zum Schluss blieben mir einige offene Fragen, die ich auch im Gespräch mit einem Freund, der ebenfalls dabei war, nicht klären konnte. Beispielsweise die Frage danach, welche Bedeutung die Einleitung des Stücks, das Gespräch über die Schauspielweise, bezweckte oder die Frage danach, ob Laertes in dieser Inszenierung wirklich gestorben ist oder nicht. Das war nicht sonderlich glücklich dargestellt.

Das Stück war insgesamt gut inszeniert, die Änderungen passten größtenteils, aber dennoch wäre mir eine klassische Vorstellung von "Hamlet" lieber gewesen.

Das Theater Chemnitz ist ein Fünfspartentheater Chemnitz. Die fünf Sparten sind Oper, Philharmonie, Ballett, Schauspiel und Figurentheater. (Wikipedia)

 


Quelle Bild: U.S. Library of Congress (gemeinfrei)

Hamlet--'To be or not to be, that is the question'
Photograph shows Edwin Booth, full-length portrait, seated, in costume as Hamlet.
Date Created/Published: c1870.

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