Weihnachten ist Humbug - A Christmas Carol in Dresden

Staatsschauspiel DresdenAm Samstagabend, dem 13.12.2014 führten mich meine Wege zum Palais im Großen Garten in die schöne Stadt Dresden. Anlass war die Aufführung von Charles Dickens „A Christmas Carol – Ein Weihnachtslied“, ein Stück, das in Dresden 01. Dezember 2001 seine Premiere hatte, sich also bereits seit 13 Jahren allgemeiner Beliebtheit erfreut. Die Karten gingen im Vorverkauf weg wie warme Semmeln, auch ich konnte eine der letzten Karten ergattern.

Ursprünglich wurde es im Schauspielhaus aufgeführt, später zog es dann ins Palais im Großen Garten um, ein Wechsel, der sich meiner Meinung nach gelohnt hat, denn das barocke Palais lohnt sich für ein historisches Stück, so fällt es dem Zuschauer leicht, in vergangene Zeiten abzutauchen und man ist näher am Geschehen dran, denn eine Bühne im klassischen Sinn gibt es nicht, denn der gesamte Zuschauerraum wird als Bühne genutzt.

Die Inszenierung durfte ich in diesem Jahr bereits zum dritten Mal erleben und wieder wurde ich von den drei Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht in ihren Bann gezogen. Auch Lars Jung als geiziger Ebenezer Scrooge und Günter Kurze als Bob Cratchit waren wieder grandios und haben in ihren Rollen überzeugt.

Das Stück begann mit einer Szene aus dem Alltag der beiden Hauptdarsteller, Scrooge zählt sein Geld und sein Angestellter Cratchit versucht sich vergebens an einer Kerze zu wärmen. Höhepunkt der ersten Strophe bzw. des ersten Aktes war das Auftreten, oder besser gesagt Erscheinen von Jacob Marley, Scrooges verstorbenen Kompagnons, der mit Donnern und Lichteffekten herbeigerufen wurde und dessen Erscheinen Scrooge an eine Magenverstimmung glauben lies. Aber seine Ankündigung der drei Geister sollte dem Geizhals schon noch das Fürchten lehren. Lars Jung kauft man die Wandlung vom Geizhals zu einem gütigen Menschen mehr als ab.

Innerhalb von zwei Stunden erscheinen Scrooge nacheinander die drei Geister, die ihm aufzeigen, dass mit seinem derzeitigen Leben etwas nicht stimmt. Besonders hat mir die musikalische Begleitung gefallen, denn ab und zu läuft ein Chor über die Bühne und lockert das Stück mit alten englischen Weihnachtsliedern auf, damit der Geist der Weihnacht nicht verblasst.

Zwei kleine Dinge, die mich persönlich gestört haben, durch die sehr gute Leistung der Darstellung von Scrooge und Cratchit wirken die anderen Darsteller etwas blass, die zwar alle eine gute Leistung abliefern, aber die beiden Protagonisten waren mal wieder in Höchstform. Einen gruseligen Auftritt hatte Scrooges alter Partner Jacob Marley, durch die Verstärkung der Stimme und das Abdunkeln des Raumes, wirkte es schon ein bisschen unheimlich, leider wurde dieser Gruselfaktor bei den drei Geistern nicht wiederholt, fand ich ein bisschen schade, aber dem Gesamteindruck hat es am Ende keinen Abbruch getan.

Dafür hat mir besonders gefallen, das sich das Stück nah am Original hält und es nicht großartig verfremdet, sodass es die Zuschauer, die das Buch gelesen haben, überzeugen wird, natürlich auch die, dich es noch nicht gelesen haben.

Die Inszenierung kommt auch mit relativ wenigen Requisiten aus, höchstens mal ein paar Tische und einer Standuhr, aber ansonsten bietet das Palais die passende historische Kulisse.

Mir hat das Stück wieder sehr gut gefallen und dem Applaus nach zu urteilen, auch dem Publikum. Alles in allem erhöht es die Vorfreude auf Weihnachten und es ist ein Stück für die ganze Familie.

Besetzung:
Ebenezer Scrooge: Lars Jung / Philipp Lux
Ebenezer Scrooge als Schüler und junger Mann: Max Rothbart
Fanny, seine Schwester: Pauline Kästner
Fred, Neffe des Scrooge: Lukas Mundas / René Erler
Caroline, Freds Frau: Iris Stefanie Maier / Hanka Mark
Lucy, ihre Schwester: Nadine Quittner / Nina Gummich
Topper, ihr Freund / 1. Herr: Tobias Krüger / Kilian Land
2. Herr: Justus Pfankuch / Mathias Bleier
Bob Cratchit, Buchhalter: Günter Kurze
Mrs. Cratchit: Angela Schlabinger / Anna-Katharina Muck
Martha, ihre Tochter: Pauline Kästner
Peter: Julius Schütze / Karl-August Muck
Betty: Noa Friedrich / Lea Taupadel
Tiny Tim: Erwin Wittig / Heinrich Rammelt
Alter Fezziwig: Jürgen Haase
Mrs. Fezziwig: Angela Schlabinger / Anna-Katharina Muck
Belle, ihre Tochter: Alexandra Marie Martini
Dick Wilkins: Marco Pfennig / Oliver John / Tobias Hallbauer
Sir Adams, Direktor des Internats: Tobias Krüger / Kilian Land
Ein Lumpensammler: Jürgen Haase
Mrs. Dilber, Haushälterin bei Scrooge: Angela Schlabinger / Anna-Katharina Muck
Ein Nachtwächter: Martin Ehnert / Georg Schütze
Jacob Marley, Kompagnon von Scrooge: Jürgen Haase
Der Geist der vergangenen Weihnacht: Laina Schwarz
Der Geist der gegenwärtigen Weihnacht: Gerhard Hähndel
Der Geist der zukünftigen Weihnacht: Max Rothbart
Der Mangel: Erwin Wittig / Heinrich Rammelt
Die Unwissenheit: Noa Friedrich / Lea Taupadel
Ali Baba: Justus Pfankuch / Mathias Bleier
Robinson Crusoe: Martin Ehnert
1. Seemann: Justus Pfankuch / Mathias Bleier
2. Seemann: Max Rothbart

Chor, Volk: Martin Ehners, Julius Evers, Jessica Gräber, Max Hebeis, Oliver John, Tobias Krüger / Kilian Land, Alexandra Marie Martini, Lukas Mundas / René Erler, Justus Pfankuch / Mathias Bleier, Marco Pfennig, Claudia Posselt, Johanna Quade, Nadine Quittner / Nina Gummich, Max Rothbart, Georg Schütze, Albertine Selunka, Paula-Henriette Selunka

Gesangsquartett: Julius Evers, Jessica Graeber, Iris Stefanie Maier / Hanka Mark, Marco Pfennig / Oliver John

Piano und Chembalo: Thomas Mahn
Harmonium: Ilka Kraske
Violine: Kristina Kato / Eva Schützler / Maria Berge
Cello: Uta Büchner / Margret Vetter / Beate Hofmann

Regie Holk Freytag
Bühne Johannes Köhler, Ivonne Storm
Kostüm Wolf Münzner, Ivonne Storm
Musikalische Einrichtung Otto Beatus
Dramaturgie Beate Seidel
Musikalische Leitung Thomas Mahn
Künstlerische Leitung Sonnhild Fiebach

Quelle Besetzung: www.staatsschauspiel-dresden.de

Foto: Staatsschauspiel Dresden

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