Wie Pippi, Madita & Co Weihnachten feiern: #2 Wie wir in Bullerbü Weihnachten feiern

Wir Kinder von BullerbüMeine Mutter hatte eingeladen. Nein, weder mich, noch alle anderen zu einem gemeinsamen Essen. Sondern ihre Enkeltöchter, 3 und 15 Jahre alt. Und zwar einen ganzen Nachmittag lang zum Weihnachtsplätzchen backen.

Wie schön, dachten meine Schwester und ich, und schwelgten ruck zuck in Kindheitserinnerungen. Denn der Advent war doch auch deswegen so schön, weil man mindestens einmal in einer völlig überheizten Küche stand, das Mehl über den ganzen Boden verteilte und eine Weihnachtskassette nach der anderen hörte. Das Backen von Pfefferkuchen & Co gehörte auch bei den Kindern aus Bullerbü zu Weihnachten. Genauso wie viele andere Traditionen und Rituale. Nachzulesen entweder im Buch "Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten" oder in dem Buch

"Mehr von uns Kindern aus Bullerbü".

Bullerbü war klein. So klein, dass es dort gerade mal drei Höfe gab. Den Nord-, den Mittel- und den Südhof. Dort wohnte auch Lisa, die die Geschichten aus Bullerbü erzählte. Sie lebte zusammen mit ihren Brüdern Lasse und Bosse auf dem Mittelhof. Die Schwestern Britta und Inga lebten auf dem Nordhof und auf dem Südhof wohnte Ole . Natürlich gab es auch noch ihre Eltern, Mägde und Knechte und den fast blinden Großvater von Britta und Inga, sowie die kleine Schwester von Ole: Kerstin.

Wir Kinder von BullerbüUnd so erlebte Lisa einmal ihr Weihnachten:

Ich weiß nicht, wann woanders Weihnachten beginnt, aber bei uns in Bullerbü beginnt es an dem Tag, an dem wir Pfefferkuchen backen. Wir bekamen immer jeder einen großen Klumpen Teig und durften daraus backen, was wir wollten. Am liebsten stachen wir mit unserer besten Form kleine Schweinchen aus. Aber es war immer schwer diese Form zu bekommen, denn Lasse war jedes Mal schneller.
Und so war es fast gut, dass Lasse an diesem Tag das Backen vergessen hatte und mit Papa in den Wald fuhr. Bis er das gemerkt hatte und wieder zurück war, hatten Bosse und ich schon jeder 10 Schweinchen gebacken.

Am Ende machten wir aus unseren Resten einen großen Klumpen Teig und backten daraus einen Preisrätselkuchen. Der hieß so, weil er der Preis war, für ein Ratespiel, das wir immer spielten. Wir taten nämlich 322 Erbsen in eine Flasche und alle in ganz Bullerbü mussten dann raten, wie viele Erbsen sich in der Flasche befanden. Dieses Jahr gewann Großvater den Kuchen, denn er riet, es seien 320 Erbsen und war damit am Nächsten dran.

Am Tag nach dem Pfefferkuchenbacken fuhren wir alle mit den Pferdeschlitten in den Wald um Weihnachtsbäume zu schlagen. Außer den armen Müttern, denn die mussten zu Hause bleiben und kochen. Aber alle Väter und Kinder waren mit dabei! Ich durfte zusammen mit Lasse, Bosse, Inga, Britta und Ole auf unserem großen Milchschlitten sitzen. Mein Papa lenkte den Schlitten und die anderen Väter gingen hinterher. Es wurde so viel geredet und gelacht.

Nachdem wir den Schnee von den Tannen geschüttelt hatten suchten wir drei große, schöne aus . Für jeden Hof eine. Außerdem noch eine ganz kleine Tanne für Großvaters Stube und ein Bäumchen, das wir zu Kristin in ihr Waldhäuschen bringen wollten.

Wir Kinder von BullerbüUnd dann kam endlich der heilige Abend! Am Abend vorher war ich so traurig, weil ich dachte Mama und unsere Magd Agda würden es nicht mehr schaffen, alles weihnachtsfein zu machen. Aber als ich am nächsten Morgen, noch im Nachthemd in die Küche gerannt kam, war alles fertig. Neue Flickenteppiche lagen da und die Küche war mit rotem, grünen und weißen Krepppapier geschmückt.
An diesem Morgen gingen wir Kinder - wie immer in den Wald zu Kristin und brachten ihr das Bäumchen und einen Korb voller leckerer Sachen. Dann schmückten wir ihren Baum und tanzten schon einmal um ihn herum, um für abends zu üben. Kristin freute sich immer über unseren Besuch und die leckeren Sachen aus dem Korb. Denn darin befanden sich Pfefferkuchen, Sirupbonbons, ein Stück Schinken, Wurst, Weihnachtskäse, Kaffee und Kerzen.

Bevor wir zu Kristin gingen, holten wir erst Britta und Inga ab und wünschten ihrem Großvater Frohe Weihnachten und schauten zu, wie sein Bäumchen von Britta und Inga geschmückt wurde. Auch wenn Großvater fast nichts mehr sah, so konnte er sich doch ganz genau vorstellen, wie sein Baum aussah, denn wir erzählten es ihm ja ganz genau. Als wir dann wieder zu Hause waren, schmückten Lasse, Bosse und ich unseren Tannenbaum mit roten Äpfeln, dem Pfefferkuchen, Watteengel aus Mamas Kindheit und einer Menge Süßigkeiten und Kerzen.

Astrid Lindgren KochbuchUnd dann, ja dann konnte man nur noch WARTEN. Lasse meinte, diese Stunden seien es, die einem graue Haare machten. Wenn es dann endlich dunkel wurde, nahmen wir unsere Weihnachtsgeschenke und gingen zu Britta und Inga auf den Nordhof und danach zum Südhof. Nachdem wir unsere Geschenke verteilt hatten, gingen wir mit unseren Weihnachtsmannmasken nach draußen und spielten im Dunkeln, dass wir echte Weihnachtsmänner wären, die Geschenke verteilten. Und das war so schön, wenn all die Sterne leuchteten und der Wald so dunkel und still da lag.

Und endlich wurde es dann doch Abend. Wir aßen immer zuerst in der geschmückten Küche mit Kerzen auf dem Tisch und es gab eine gewaltige Menge Essen. Danach gingen wir ins Wohnzimmer, wo schon die Kerzen am Weihnachtsbaum brannten. Ich bekam dann immer Gänsehaut. Auch dann, wenn Papa aus der Bibel vom Christkind vorlas. Ich sagte auch immer einige Verse auf. Und dann, wenn alle "Alle Jahre wieder" sangen, schlich Lasse, denn er machte im Moment für uns den Weihnachtsmann, sich raus und kam kurze Zeit später verkleidet zurück. Und dann hat er gefragt, ob auf dem Mittelhof denn auch brave Kinder wohnen und Bosse sagte, Ja, zwei sogar, aber der dritte sei ein rechter Flegel, dieser Lasse. Aber da sagte der Weihnachtsmann, dieser Lasse sei der beste Junge im ganzen Land und solle am meisten Geschenke bekommen.

Aber natürlich bekamen wir alle Geschenke, sehr viele sogar und ich hatte mich so sehr über meine gefreut, dass ich sie an meinem Bett aufgebaut hatte, damit ich sie morgens beim Aufwachen sofort sehen konnte. Bevor wir aber zu Bett gingen, kamen noch alle aus ganz Bullerbü und wir tanzten um den Baum herum, außer Großvater, und sangen und es war so schön, Weihnachten bei uns in Bullerbü.

Wer jetzt auch Lust hat, mit der Weihnachtsbäckerei zu beginnen, dem kann ich das folgende Rezept für Pfefferkuchen empfehlen. Entnommen ist es aus dem Buch "Das Astrid Lindgren Kochbuch"

Zutaten:

300g Butter
450g Zucker
150ml dunkler Sirup
175ml Wasser
je 1,5 TL Ingwer, Kardamom, Zimt, Nelken und Backpulver
900g Mehl
200g Puderzucker
1 Ei
1 TL Essig

Die Butter mit Zucker, Sirup, Wasser und Gewürzen verrühren. Das Backpulver mit der Hälfte des Mehls vermischen und langsam unterrühren, mit dem restlichen Mehl ebenso verfahren. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gut durchkneten und über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Dann den Teig portionsweise möglichst dünn auf Backpapier ausrollen und beliebige Formen ausstechen. Im Vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 5 Minuten backen, bis die Pfefferkuchen schön braun sind. Danach abkühlen lassen. Nach belieben mit Zuckerguss aus Puderzucker, Ei und Essig bestreichen.

Viel Spaß und Guten Appetit!

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