Wie Pippi, Madita & Co Weihnachten feiern: #3 Pipi plündert den Weihnachtsbaum

Am letzten Sonntag habe ich es mir, wie geplant mit einem Kaffee und dem Buch von Astrid Lindgren auf dem Sofa gemütlich gemacht und mir wieder eine Geschichte herausgesucht. Ich suchte mir an diesem Tag

"Pippi plündert den Weihnachtsbaum"

aus und freute mich auf ein lustiges, etwas überdrehtes Abenteuer mit Pippi Langstrumpf.

Denn wer kennt es nicht, das stärkste Mädchen der Welt, das ganz allein in der Villa Kunterbunt lebt, nur mit ihrem Pferd "Kleiner Onkel" und ihrem Äffchen "Herr Nielson". Natürlich ist sie nicht wirklich alleine, da sind ja noch ihre Freunde Thomas und Annika, mit denen sie so manche Geschichte erlebt. So auch diese, in der der Weihnachtsbaum auf typische "Pippi-Langstrumpf-Art" geplündert wird:

Es waren noch Weihnachtsferien in dem kleinen Ort in Schweden, in denen es so sehr geschneit hatte, dass der Schnee sehr hoch auf Wegen, Häusern und Bäumen lag. An diesem Tag wunderten sich die Kinder dieser Stadt über ein Plakat, das an der Tür des Rathauses hing


.
Das Plakat hatte natürlich Thomas geschrieben, denn Pippi konnte ja nicht schreiben. Aber das Plünderfest, das hatte Pippi ganz alleine vorbereitet. Thomas und Annika durften diesmal nicht mithelfen, obwohl sie doch sonst jeden Tag mit Pippi verbrachten. So mussten sie sich, genau wie alle anderen Kinder bis zum Abend gedulden und das fiel ihnen allen doch sooo schwer.

Nachdem alle Kinder ihre Eltern um Erlaubnis gefragt hatten, machten sie sich am Abend, unter Thomas und Annikas Führung, auf den Weg zur Villa Kunterbunt. Oh, wie schön schon dieser Weg war. Die Sterne standen hoch am Himmel und der Schnee knirschte und glitzerte unter ihren Füßen. Alle waren fröhlich und voller Vorfreude. Aber was für eine Enttäuschung, als sie bei Pippi angekommen waren. Das ganze Haus war dunkel, von Pippi und ihren Tieren weit und breit nichts zu sehen. Manche Kinder waren so traurig, dass sie anfangen mussten zu weinen. Sie wollten sich gerade auf den Rückweg machen, als ihnen Herr Nielson, in seinem kleinen selbst genähten Overall entgegen kam mit einem Zettel, den Thomas sofort las:

FOLKT DER SPUHR UNT EST SIH AUF!

Es dauerte ein bisschen, bis Thomas den Zettel entziffert hatte und bis die Kinder die Spur aus lauter roten Bonbons auf dem weißen Schnee gefunden und aufgegessen hatten. So kamen sie hinter die Villa Kunterbunt und was sie da sahen, ließ sie plötzlich ganz still dastehen:

Die riesige Tanne in Pippis Garten war mit großen, dicken Kerzen geschmückt. Es hingen riesige Lebkuchenmänner, kolossale Zuckerkringel, herrliche Knallbonbons und viele Fähnchen im ganzen Baum. Und dazwischen, die Kinder konnten es kaum glauben, hingen eine Menge Pakete!

TortePippi selbst war in der Schneehütte, die sie mit Thomas und Annika neben der Tanne gebaut hatte. Dort hin lud sie nun alle Kinder ein. Denn sie hatte einen großen Topf heißer Schokolade und eine Menge Sahnetorten hinein gestellt. Und auf Pippis fröhliche Einladung hin, strömten alle Kinder in die Hütte und aßen und tranken und plauderten und waren fröhlich.

Nun ja, nicht alle waren fröhlich. Es gab einen kleinen Jungen, einen schwarzen Hund und eine griesgrämige Frau, die gar nicht fröhlich waren. Erst einmal zu dem Jungen Elof. Er war gerade erst in die Stadt gezogen und kannte Pippi Langstrumpf noch gar nicht. So stand er traurig, sehr, sehr traurig, an der Hausecke, als Pippi ihn sah und ihn einlud auch in die Schneehütte zu kommen. Aber nur, wenn er kräftig zulangte bei der Torte und versprach viel Spaß zu haben. Nur zu gerne versprach Elof das und stürmte begeistert zu den anderen Kindern.

Und was war mit dem Hund? Den hörten die Kinder vor ihrer Schneehütte jaulen und winseln. Als Pippi ihn sah, streckte sie nur die Arme aus und ließ den Hund hinein springen. Der Hund wimmerte auf Pippis Schoß und natürlich wusste sie nun, dass dieser arme, zottelige Hund ganz allein auf der Welt war, Perk hieß und alleine durch die Kälte stromerte ohne richtig etwas zu Essen zu haben. Schnell holte Pippi ihm Fleischstückchen aus dem Haus und eine Schale Milch, denn Sahnetorte war ja nun wirklich nichts für einen Hund.

Und so wurde auch der Hund, genau wie Elof liebevoll von Pippi aufgenommen und sie versprach ihm, dass er von nun an bei ihr leben durfte und nachts neben Herrn Nielsons Puppenbett schlafen durfte.

Als alle Torten aufgegessen waren, lief Pippi schnell ins Haus und holte noch die drei Reserve-Torten, die noch da waren. Als sie zurück kam, eine Torte in jeder Hand und die dritte auf dem Kopf, stand Frau Finkvist am Gartenzaun und wollte doch tatsächlich zum Plünderfest kommen. Die gleiche Frau Finkvest, die immer behauptete, dass es Kinder gar nicht geben durfte, weil sie zu laut und dreckig waren. Und das schlimmste Kind war ja wohl diese Pippi Langstrumpf!

Denn Frau Finkvist liebte Sahnetorte, wie sonst nichts auf der Welt und nur deshalb wollte sie von Pippi zum Fest eingeladen werden. Aber da hatte sie sich getäuscht, denn Pippi machte ihr sofort klar, dass dieses Fest nur, und wirklich nur, für Kinder erlaubt sei und daher für Erwachsene verboten war! Denn schließlich hatte ein Doktor in Amerika ja herausgefunden, dass Sahnetorten und Bonbon ganz schlecht für Erwachsene seien und sie davon arge Bauchschmerzen bekämen, während sich Kinder den ganzen Tag davon ernähren konnten. Danach ging Frau Finkvist schimpfend nach Hause.

Und was machten die Kinder? Sie tanzten endlich um den Tannenbaum und sangen alle Lieder dazu, die sie kannten. Pippi änderte den Text in jedem Lied ein wenig oder auch ein wenig mehr und alle hatten so viel Spaß! Und dann kam das Allerschönste! Die Pakete! Alle Kinder durften in den Baum klettern und sich pflücken, was sie wollten und jeder durfte dann noch ein Paket mit nach Hause nehmen. Das war tatsächlich das schönste und lustigste Plünderfest, das sie je erlebt hatten. Denn Pippi war so lieb zu allen!

Ja, lustig war es auf jeden Fall. Aber es hat mich auch ein wenig nachdenklich zurückgelassen, eingekuschelt auf meinem Sofa im warmen Wohnzimmer. Denn bei all ihrer Verrücktheit und ihrem unkonventionellen Verhalten, ist sie doch eine gute Seele. Jemand, der gut und böse unterscheiden kann und auf sehr nette Art und Weise dies auch kund tun kann. Jemand, der hilflosen und traurigen Menschen helfen kann. Jemand, der geben kann, ohne zu erwarten es in gleicher Münze zurückzubekommen. Ich wünschte mir, dass es mehr Menschen wie Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Ephraimstochter Langstrumpf gäbe. Das würde dieser Welt gut tun.

Weiterführende Links:

Efraimstochter.de

Astrid Lindgren.de

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